KOPP EXKLUSIV: Wir helfen dem FBI

Udo Ulfkotte

Terroristen werden angeblich gesucht. Und mit ihnen wie auch mit ihren Unterstützern macht man keine Geschäfte – man bekämpft sie. Das ist die offizielle Politik der Vereinigten Staaten. Wir stellen Ihnen nun einen Terrorunterstützer vor, der vom FBI gesucht wird. Er ist zugleich der Hauptlieferant der amerikanischen Luftwaffe für Kerosin in Afghanistan. Und die Amerikaner bezahlen den Mann fürstlich …
Ghaith Pharaon ist ein saudischer Staatsbürger. Er wurde im September 1940 in der saudischen Hauptstadt Riad geboren. Der Zigarrenraucher gilt als einer der reichsten Männer der Welt. Wie Adnan Kashoggi liebt der mächtige Mann schöne Frauen und schnelle Boote. Doch der Multi-Milliardär hat nicht nur Freunde. In den 1970er- und 1980er-Jahren hat der Mann, der einst in Harvard studierte und darauf besteht mit »Dr. Pharaon« angesprochen zu werden, sein Geld als Investor in den Vereinigten Staaten verdient. In der Harvard Business School war er Klassenkamerad des späteren amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Menschen entwickeln sich unterschiedlich. Und während aus Bush ein Staatsoberhaupt wurde, schlug Herr Pharaon den Weg des Terrorunterstützers ein. Jedenfalls steht er auf der Liste des FBI der meistgesuchten Männer ganz oben. Herr Pharaon nutzte nach Angaben des FBI die Bank of Credit and Commerce (BCCI) für Geldwäsche und für die finanzielle Unterstützung islamischer Terrorgruppen. Wir können dem FBI bei der Suche nach dem Manne helfen. Im Roten Meer ankert derzeit seine Yacht Le Pharaon. Herr Pharaon ist zugleich Großinvestor bei der in Pakistan ansässigen Attock Raffinery. Und die hat im Januar 2008 einen Auftrag der amerikanischen Luftwaffe zur Lieferung von Kerosin für amerikanische Kampflugzeuge im Afghanistan-Einsatz bekommen, Wert: 80 Millionen Dollar. Attock liefert seither monatlich mehrere tauend Tonnen Kerosin auf die Baghram Air Base der Amerikaner. Und das Geld dafür wird auf ein saudisches Konto überwiesen. Es ist nicht der erste Vertrag dieser Art – im Jahre 2007 überwiesen die Amerikaner (über das Unternehmen Supreme Fuels) immerhin 40 Millionen Dollar auf die Konten des Herrn »Dr. Pharaon« bei Attock. FBI-Sprecher Richard Kolko sagt über Herrn Pharaon: »If anyone has information on his location, they are requested to contact the FBI or the U.S. embassy.« Wer also Informationen über Herrn Pharaon hat, der möge diese dem FBI oder der nächsten amerikanischen Botschaft zukommen lassen. Wir werden die Amerikaner also darüber informieren, dass sie einen Terrorverdächtigen mit der Lieferung von Kerosin beauftragt haben. Ach ja: Die Amerikaner bestehen darauf, dass alle Verträge zur Lieferung von Kerosin im Nahen

Osten ausschließlich an Unternehmen aus den Mitgliedsstaaten des GolfKooperationsrates (Kuweit, Bahrain, Qatar, Oman, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate) gehen – das dient angeblich der Förderung der Solidarität beim Kampf gegen Islamisten in Afghanistan. Das FBI kann sich auf der Seite der Attock-Raffinerie selbst davon überzeugen, dass nicht nur Herr Pharaon im Aufsichtsrat sitzt – auch weitere Familienangehörige finden sich dort … Etwas allerdings ist merkwürdig: Der FBI-Sprecher bittet weiterhin um Hinweise auf den Verbleib von Herrn »Dr. Pharaon« – auf der Homepage der offiziellen US-Fahndungsliste ist das Fahndungsfoto des Saudis allerdings klammheimlich gelöscht worden. Ob da zwei alte Klassenkameraden – Herr Bush und Herr Pharaon – miteinander telefoniert haben …?

Mittwoch, 13.08.2008 Kategorie: Allgemeines, Enthüllungen, Geheimdienste, 11. Sept. 2001, Politik, Terrorismus © Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muß nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.