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Echelon

Das wohl mächtigste Abhörsystem der Welt...


Die aktuelle Entwicklung In Darmstadt-Griesheim
Das Ding steht also mittlerweile in Griesheim ... mehr dazu auf den folgenden Seiten, komisch ist,
das z.B. die 66th Military Intelligence Group und das 2nd Military Intelligence Battalion schon
relativ lange dort im DaggerComplex stationiert sind ... das passt doch
• Quelle: http://www.233bsb.darmstadt.army.mil/units.html
• UsUnitsInGermany - In Deutschland stationierte US-Einheiten

Ein Artikel auf der Seite der PDS Darmstadt von Dr. Heinz Schäfer
Die Hauptaufgabe dieser Anlage, die unter der Kontrolle von INSCOM steht, besteht, wie der
;Griesheimer Anzeiger meldete;in der geheimdienstlichen Unterstützung aller militärischen
Planungen des Heeres für den Kriegsschauplatz Europa
Es geht also um Krieg.
Und weil es darum geht, darf diese Anlage weder in der Nähe von Wohngebieten stehen, noch weit
entfernt davon. Sie hat in Deutschland überhaupt nichts zu suchen. …
Jetzt können die Amis , vom Griesheimer Sand aus, jedes Telefongespräch, im Festnetz oder Handy,
jedes Fax und jede E-mail abhören.Aber was steht in unserem Grundgesetz in Artikel 10: (1);Das
Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich. (2) Beschränkungen
dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden...
Welches Gesetz hatten das Regierungspräsidium und der Darmstädter Oberbürgermeister
Benz im Auge, als sie den amerikanischen Schnüfflern, in nicht zu überbietender Servilität,
freie Bahn gaben ? ...
• Link zum Artikel: http://pds-darmstadt.de/SeitenTexte/Themen/Darmstadt/Griesheimer
%20Sand.html

Eine Zusammanfassung von Heise auf Telepolis:


Bleibt das Echelon-Lauschsystem Deutschland erhalten ?
Von der NSA-Abhörstation in Bad Aibling werden Personal und Anlagen nach Darmstadt
verlegt, wo gerade vom US-Militär eine neue Satellitenabhöranlage errichtet wird
Eigentlich hatte die NSA im Frühjahr 2001 angekündigt, den in Deutschland befindlichen
Lauschposten für das Überwachungssystem Echelon nach der erhöhten Aufmerksamkeit zu
schließen, die durch den Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments entstanden ist. Dann kam der
11.9. und die Schließung sowie die geplante Verlegung nach Menwith Hill wurden erst einmal
vertagt . Letztes Jahr wurde dann trotz der politischen Spannungen zwischen Deutschland und den
USA beschlossen, einen Teil der Belegschaft in die neue Lauschstation in Griesheim bei Darmstadt
zu verlegen.
Link zum Artikel: http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/17024/1.html

Der offizielle Echelon-Bericht von Gerhard Schmid an das EU-Parlament


Am 5. September 2001 stellte Gerhard Schmid, Berichterstatter des nicht ständigen EU-
Untersuchungsausschusses zu Echelon, seinen Bericht im EU-Parlament zur Abstimmung. Seiner
Rede, die wir hier ungekürzt wiedergeben, folgte die Abstimmung: Das Parlament segnete den
Bericht mit einer satten Zwei-Drittel-Mehrheit ab. Mit dieser Rede wurde die Existenz von Echelon
Die USA haben immer zurückgewiesen, dass sie nachrichtendienstliche Erkenntnisse direkt an US-
Firmen weitergeben. Sie haben aber zugegeben, dass sie im Detail abhören, wenn es um
international ausgeschriebene Großaufträge geht. Das Argument und die Rechtfertigung dabei ist,
die europäischen Firmen würden ja bestechen und man müsste sich dagegen wehren.
Dieses Verhalten muss - ich sage das jetzt sehr höflich und vorsichtig - hinterfragt werden. Erstens
wissen wir, dass amerikanische Firmen auch bestechen. Bei der Korruptionsanalyse, die weltweit
vorliegt, liegen sie im Mittelfeld der Bestechungsaktivitäten.
Zweitens: Inzwischen ist so etwas innerhalb der OECD durch Konvention verboten, und die
Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben dies in innerstaatliches Recht umgesetzt. Wenn die
Vereinigten Staaten von Amerika trotzdem mit Cowboymentalität auf einem Faustrecht bestehen,
dann ist das mit der Idee, dass solche Dinge durch internationale Rechtsvereinbarungen geregelt
werden, nicht vereinbar.
Drittens: Wenn es so ist, dass die amerikanischen Dienste keine Wirtschaftsspionage im Detail
betreiben, warum gibt es dann kein Gesetz in den Vereinigten Staaten von Amerika, das es den
Diensten verbietet? Warum nicht ?
Tja ist schon wirklich interessant, was die USA da wieder durchzieht... Bin wie immer gespannt
wann deren treiben endlich mal ein Ende gesetzt wird ....
• Quelle: spiegel.de
• Link zum Artikel (3 Seiten): http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,155819,00.html

Echelon Standorte in Aller Welt


Der Spiegel hat eine hübsche Flash-Grafik über Die Echelonstandorte in Aller Welt gemacht,
allerdings ist anzumerken, daß die Grafik vom 14. Juni 2001 ist ... Es gibt handfeste Gerüchte, daß
die Abhörstation in Bad Aibling nach Griesheim, bei Darmstadt verlegt wird, mehr Infos dazu dann
natürlich auch hier
• Link: http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,139443,00.html

Weitere Seiten Über Echelon:

• Die wohl umfangreichsten Infomationen über Echelon findet man hier:


• http://kai.iks-jena.de/miniwahr/echelon-index.html

• Echelon-Spezial bei heise.de:


• http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ech/default.html

• EchelonSpamming? - sinnlose Mails generieren, bei denen (hoffentlich) der Filter greift:
• http://www.bugbrother.com/echelon/spookwordsgenerator.html

Die Abhörstation Bad Aibling (BAS) war 1968 die erste Satelliten-Spionage-Station und wurde von
der US
National Security Agency (NSA) seit 1971 betrieben. 1994 wurde das BAS Management von der
NSA in das U.S. Army Intelligence and Security Command (INSCOM) überführt und wurde so eine
Basis des U.S. Global Network of Signals Intelligence (SIGINT) zum elektronischen Lauschen und
zur Überwachung. Die EU führte 2001 eine Überprüfung des Echelon-Systems durch und
vermutete, dass die USA seit dem Ende des Kalten Krieges hier und bei der ähnlichen Anlage in
Menwith Hill in England Wirtschaftsspionage trieb, durch die die europäischen Firmen bei
Verträgen Milliarden von Dollars an die USA verloren. Acht Jahre zuvor hatte man durch ein
Infrarot-Foto, das von einem Ballon aus aufgenommen worden war, herausgefunden, dass die
Satelliten-schüsseln innerhalb der Kugel-Kuppel der Basis nicht auf Ost-Europa gerichtet waren,
wie die USA behauptet hatte, sondern stattdessen in den Westen in die Richtung ihrer Verbündeten.
Als Konsequenz sollte Bad Aibling im September 2002 geschlossen werden und das Personal nach
Menwith Hill wechseln. Doch wegen des 11.9. erhielt BAS eine Gnadenfrist und zog erst 2004 nach
Griesheim.

WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT
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Angriff aus dem All


Ungeniert schnüffeln vor allem die Amerikaner die deutsche Wirtschaft aus: Mit großem Aufwand
und High-Tech durchforsten sie Telefonleitungen und Computernetze.
Wenn Steffen Noehte, Physiker an der Universität Mannheim, mit seinem Kollegen Matthias
Gerspach neue Forschungsergebnisse besprechen will, dann greift er schon lange nicht mehr zum
Telefonhörer. Auch Faxgerät und E-Mail sind tabu. "Wichtige Dinge", sagt Noehte, "regeln wir nur
noch im persönlichen Gespräch."
Seit die beiden Wissenschaftler am 13. März vorigen Jahres herausfanden, daß sich einfacher
Klebestreifen als preiswerter Datenträger nutzen läßt, ist normale Kommunikation nicht mehr
ratsam. Immerhin verspricht die Erfindung der Mannheimer Forscher hohe Gewinne. Eine
handelsübliche Rolle Tesafilm wird, wenn die technischen Probleme erst einmal gelöst sind, so
viele Informationen speichern können wie 7000 PC-Disketten oder 15 herkömmliche CD-Roms -
ideal für Kleincomputer.
Entsprechend groß ist das Interesse von außen. "Uns war klar", so Noehte, "daß wir von nun an
gewisse Sachen schützen müssen."
Also wurden jene Rechner, auf denen Tesa-Versuchsprogramme laufen, aus dem Internet
genommen. Wo es ging, stiegen die Forscher auf Macintosh-Systeme um, die weniger gebräuchlich
und deshalb weniger anfällig sind. Die Villa Bosch in Heidelberg, Sitz der European Media
Laboratory GmbH EML, bei der das Tesa-Rom-Projekt bearbeitet wird, wurde mit Fire-walls gegen
elektronische Eindringlinge geschützt.
Und doch fanden Lauscher eine Lücke. Vor einigen Wochen bemerkten die Forscher, daß Unbefugte
in die Computer ihrer Labors an der Mannheimer Uni eingedrungen waren. Mit speziellen
Schnüffel-Programmen hatten die elektronischen Spione die Software durchsucht. Noehte und
Gerspach konnten die Spur der Spione bis in die USA verfolgen.
Wieviel ihrer Forschungsarbeit jetzt auch anderswo bekannt ist, können die beiden nicht sagen.
Inzwischen haben sie ihr Tesa-System als Patent angemeldet. Bis zur Anerkennung jedoch dauert es
über ein Jahr. In der Zeit kann ein anderer Anmelder - zum Beispiel in den USA - den Mannheimer
Erfindern das Patent noch streitig machen. "Bis dahin müssen wir hoffen und bangen", sagt Noehte.
Den Tesa-Rom-Erfindern könnte es ähnlich ergehen wie jüngst der Enercon GmbH in Aurich. Die
Ostfriesen, die zu den weltgrößten Herstellern von Windenergieanlagen zählen, hatten allzu sorglos
Schaltbilder und Pläne einer neuen Entwicklung, mit der Strom aus Wind erheblich preiswerter
gewonnen werden kann, zwischen ihrem Forschungslabor und dem einige Kilometer entfernten
Produktionsbetrieb hin- und hergeschickt.
Als das Unternehmen seine neue Erfindung in den USA anmelden wollte, nahm --- S.95 der
amerikanische Konkurrent Kenetech das Patent für sich in Anspruch und ließ per Gerichtsbeschluß
den Verkauf der Enercon-Anlage in den USA verbieten.
Nur durch Zufall kam heraus, wem die Ostfriesen den Schaden zu verdanken haben. Ein Agent der
amerikanischen National Security Agency (NSA) outete sich in der Öffentlichkeit - und erzählte,
wie die Datenleitungen der Ostfriesen angezapft und ihre Konferenzen abgehört wurden. Das ganze
Info-Paket gaben die staatlichen USA-Spitzel an Kenetech weiter.
Big brother is watching you: Ganz ungeniert schnüffelt der große Bruder aus Amerika die deutsche
Wirtschaft aus.
Doch es sind nicht nur die Amerikaner, die ein besonderes Interesse an den Entwicklungen
deutscher Unternehmen zeigen. Verfassungsschützer und die Sicherheitsprofis der großen Konzerne
registrieren eine stetige Zunahme der Spionage in Deutschlands Wirtschaft.
"Es wird abgeschöpft wie nie zuvor", sagt BMW-Vorstand Horst Teltschik, "die
Wirtschaftsspionage nimmt immer härtere Formen an."
Teltschik war unter Kanzler Helmut Kohl Sicherheitsberater im Kanzleramt; jetzt versucht er, den
Widerstand gegen den großen Lauschangriff auf die Wirtschaft zu organisieren.
Der Schaden ist immens. Vorsichtige Schätzungen anhand der wenigen Fälle, die bekanntwerden,
gehen von Verlusten von rund 20 Milliarden Mark jährlich aus, die deutschen Unternehmen durch
Konkurrenzspionage und durch staatlich gelenkte und von Nachrichtendiensten organisierte
"Aufklärung" entstehen. Tatsächlich, so ein Verfassungsschützer, "liegt die Wahrheit wohl beim
Doppelten".
Der Run auf Neuheiten in Wirtschaft und Wissenschaft hat mit dem Ende des Kalten Krieges in den
neunziger Jahren begonnen. Die Nachrichtendienste in Ost und West, zuvor auf politische und
militärische Geheimsachen aus, konzentrierten nun ihre Arbeit auf die Wirtschaftsspionage.
Der baden-württembergische Verfassungsschutz fand heraus, daß von der 1997 registrierten
Spionagetätigkeit im High-Tech-Ländle über zwei Drittel gegen Wirtschaft und Wissenschaft
gerichtet waren, nur noch 19 Prozent verfolgten politische Ziele, und lediglich acht Prozent galten
militärischer Ausspähung. "Die letzte Schlacht der Geheimdienste", so sieht es David Howard,
Vorsitzender der American Society of Industrial Security, "wird auf dem Feld der Wirtschaft
geschlagen."
Und wie schon zu Zeiten des Kalten Krieges ist Deutschland auch jetzt bevorzugtes Operationsfeld
für Freund und Feind. Im High-Tech-Land im Zentrum Europas ist viel zu holen. Die Deutschen
machen es den professionellen Spähern auch noch besonders leicht. "Wir liefern viel --- S.96
Know-how frei Haus", sagt Wolfgang Hoffmann, Sicherheitschef bei Bayer Leverkusen und
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit in der Wirtschaft in Bonn.
Hoffmann arbeitet in einer Branche, die besonders gefährdet ist. Die Zusammensetzung neuer
Pharmawirkstoffe, die mit Milliardenaufwand über Jahre entwickelt werden, fällt nicht selten der
Konkurrenz zum Nulltarif in die Hände, bevor die Investitionen sich amortisiert haben.
Besondere Gefahr droht, wenn die Bayer-Manager etwa internationale Patentanmeldungen mit den
hauseigenen Forschungszentren in den USA oder Japan abstimmen. Denn für die Ausspähung
moderner Datenübertragung ist die amerikanische NSA, deren geschätzte Ausgaben 27 Milliarden
Mark betragen, besonders gerüstet.
Ein Verbundsystem von 52 Supercomputern überprüft Telefonate, E-Mails, Faxe und Telex, den
gesamten über Satelliten geleiteten Kommunikationsverkehr. Außerdem belauscht das unter dem
Code-Namen "Echelon" arbeitende Rechnersystem regionale Kommunikationssatelliten sowie
Kabel und Mikrowellen-Türme.
Die ungeheure Datenflut läuft unter anderem in der NSA-Niederlassung im bayerischen Bad
Aibling zusammen, dort überwachen mehr als tausend Experten die deutsche und europäische
Telekommunikation.
In der NSA-Zentrale Fort Meade in Maryland leben, von einem drei Meter hohen Elektrozaun
gesichert, 30 000 Zivilisten und fast 10 000 Militärs. Hier, in der sogenannten schwarzen Stadt,
wird das gesammelte Material weiterverarbeitet: Das intelligente Rastersystem "Memex" der
britischen Firma Memex Technology sucht die Daten auf Schlüsselwörter hin ab.
Die Wörterbücher, so können deutsche Geheimdienstexperten belegen, stammen vor allem aus der
US-Wirtschaft. Gezielt wird nach bestimmtem Know-how gesucht, oft mit Erfolg, wie erst jüngst
ein deutscher Hersteller von Melkrobotern leidvoll erfahren mußte. Als die Firma auf dem US-
Markt expandieren wollte, stellten die Deutschen erstaunt fest, daß ihre Konstruktionspläne bereits
in Amerika vorlagen.
Da die Unterlagen nur bei der Übermittlung per Fax abgefangen worden sein konnten, kam nach
den Erkenntnissen des Verfassungsschutzes nur Echelon in Frage. Denn über die aufwendige
Technik, flächendeckend Faxe zu fangen, verfügen nur die amerikanischen Wirtschaftsspione in
Bayern.
Anders als die Deutschen, die ihren Nachrichtendiensten Wirtschaftsspionage ausdrücklich
untersagen, haben die amerikanischen Geheimdienste den Auftrag, zum Wohle der US-Wirtschaft
Informationen zu sammeln und an die eigenen Unternehmen weiterzugeben. Ganz offiziell hat US-
Präsident Bill Clinton die Wirtschaftsspionage zu einer Hauptaufgabe des CIA erklärt. Clinton:"Was
gut ist für Boeing, das ist gut für die USA."
Die CIA, so der ehemalige Chef des Geheimdienstes James Woolsey, werde die nationale
amerikanische Industrie im Konkurrenzkampf mit ausländischen Firmen mit allen Mitteln
unterstützen. Offenbar mit Erfolg: Vor einigen Jahren etwa verloren die Franzosen, die von der US-
Anlage Menwith Hill in Großbritannien abgehört werden, überraschend einen Zehn-Milliarden-
Mark-Auftrag Saudi-Arabiens für die Lieferung von Rüstungsgütern an den US-Rivalen McDonnell
Douglas. Seither verhandeln die französischen, aber auch die deutschen Luftfahrtmanager nicht
mehr per Telefon, Fax oder E-Mail.
Nicht nur die Amerikaner haben wenig Skrupel, die eigene Wirtschaft mit allen Mitteln zu
unterstützen. So ließen die --- S.97 Franzosen das Angebot von Siemens für ICE-Züge an Südkorea
von ihrem Geheimdienst abfangen. Danach war es ein leichtes für die britisch-französische
Kooperation GEC Alsthom, den Auftrag für den eigenen TGV hereinzuholen.
Und die Franzosen wollen noch besser werden. Nach Erkenntnissen der Geheimdienstler sind sie
dabei, weltweit ein dem US-Echelon vergleichbares Lauschsystem aufzubauen. Der frühere Chef
des französischen Geheimdienstes Pierre Marion gab zu, daß er eigens eine Abteilung eingerichtet
habe, um amerikanische Unternehmen auszuspionieren. "Wenn es um wirtschaftlichen und
technologischen Wettbewerb geht", so Marion ganz selbstverständlich, "dann sind wir
Konkurrenten."
Ganz nach französischer Art hat sich Paris inzwischen eine Eliteschule für das Spionagethema
zugelegt. In der vor anderthalb Jahren eröffneten "Ecole de Guerre Economique" lernen Franzosen
das Wirtschaftsspionieren bei Freund und Feind.
Auch die Russen mischen mit. Laut Premierminister Jewgenij Primakow, früher Leiter des
russischen Amts für Auslandsaufklärung, ist es in den Zeiten nach Ende des Kalten Krieges die
wichtigste Aufgabe der Spionage, Beiträge zur Beschleunigung der sozialen und wirtschaftlichen
Entwicklung Rußlands zu leisten.
Für diesen Zweck hat Moskau die Kräfte gebündelt: Die 1500 Mitarbeiter des russischen
Auslandsgeheimdienstes SWR befassen sich inzwischen vornehmlich mit Wirtschaftsspionage. Das
Oberlandesgericht Celle verurteilte kürzlich einen technischen Angestellten des Dasa-Werks in
Stade, der dem SWR bis 1995 Produktionspläne und Fertigungstechniken des Airbus geliefert hatte.
Die Kollegen vom militärischen Aufklärungsdienst GRU richteten eigens einen Fachbereich
Industriespionage ein. GRU-Spezialität: Der Unterhalt eigener Tarnfirmen und Jointventures im
Ausland.
Nach Erkenntnissen des deutschen Verfassungsschutzes hat Moskau dem GRU zweistellige
Milliardenbeträge für die Gründung von Joint-ventures zum Zwecke der Spionage zur Verfügung
gestellt. Allein von den 120 bayerischen Firmen mit russischer Kapitalbeteiligung stuft der
Verfassungsschutz jede fünfte als mögliche Tarnfirma ein.
Angesichts solcher Gefahren fühlen sich die Ausspionierten von ihrer Regierung allein gelassen.
Der BND wisse zum Beispiel, so der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom im WDR,
"welche deutsche Firmen die Amerikaner unter die Lupe nehmen". Die deutsche Wirtschaft warnen
aber darf er nicht.
Auf Dauer sei es nicht mehr hinnehmbar, so der Bayer-Manager Hoffmann, daß in Deutschland nur
noch der gute alte Waldspaziergang Sicherheit biete. Der Sicherheitskoordinator der deutschen
Wirtschaft: "Auch wir müssen uns daran gewöhnen, daß die Wirtschaft ein Teil der nationalen
Sicherheit ist." HEIKO MARTENS