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Leseprobe

Leseprobe

Genauso hatte ich es mir ausgemalt!

Vom Erfühlten zum Bewirkten

Eine Auswahl von Texten von Neville Goddard

Zusammengestellt von Benno Schmid-Wilhelm

Titelbildgestaltung

Vaughan Davidson und Christa Hausen

Neville Lancelot Goddard

einflussreichsten

Denker,

(1905

der

- mystische Wahrheiten

1972)

war

einer der

verständlich erklärte.

Auf der Insel Barbados geboren, kam er 1922, im Alter von siebzehn Jahren, nach New York, um Tanz- und Schauspielunterricht zu nehmen. Wie sein Interesse für geisteswissenschaftliche Hintergründe entstand, erfahren Sie im Prolog zu diesem Buch.

In Vorträgen von circa einer Stunde Dauer sowie in zehn Büchern erklärte er das göttliche Wesen auf der Basis der Bibel.

Dabei ging er davon aus, dass die Bibel nichts mit geschichtlichen Ereignissen oder Personen zu tun habe. Seine Prämisse war, dass die gesamte Heilige Schrift von Ihnen handle und die darin genannten Personen - einschließlich Jesus - eine psychologische Interpretation des menschlichen Dramas darstellen.

Zum Geleit
Zum Geleit

In diesem Büchlein geht es um Wunscherfüllung.

Es zeigt Ihnen auf, wie die sichtbare Welt erzeugt wird. Dass dieses Büchlein kein seitenstarker Wälzer ist, bedeutet mitnich- ten, dass es inhaltsleer sei. Sie finden auf diesen Seiten einen Schatz, der Ihnen einen klar abgesteckten Weg zur Verwirkli- chung Ihrer Träume weist!

Könnte man jemanden durch vernünftige Argumente und Fallbeispiele von einer Sichtweise überzeugen, so hätte dieses Buch ein Vielfaches seiner Seitenzahl. Doch dies ist nur selten möglich. Fast nie kann man einen anderen Menschen durch schriftliche Darstellungen oder Argumente überzeugen, da der Empfänger der Botschaft immer postulieren kann, dass der Verfasser unredlich gewesen sei oder irreführende Behauptun- gen aufgestellt habe, weshalb seinen Aussagen kein Glaube geschenkt werden sollte.

Ich habe deshalb bewusst auf Beweisführungen und Anwen- dungsbeispiele verzichtet und fordere den aufgeschlossenen Leser auf, das Gesetz des Bewusstseins selbst dem Praxistest zu unterziehen.

Der persönliche Erfolg wird sich als überzeugender erweisen als ein Bücherschrank entsprechender Abhandlungen.

Neville

Genauso hatte ich es mir ausgemalt!

Auf das Gefühl kommt es an!

Kapitel 1:

Das Gesetz und seine Wirkungsweise

Die Welt und alles, was sich in ihr befindet, ist das konditio- nierte Bewusstsein des Menschen in gegenständlicher Form.

Das Bewusstsein ist sowohl Ursache als auch Substanz der gesamten Welt.

Das Wissen um das Gesetz des Bewusstseins und seine Wir- kungsweise versetzt Sie in die Lage, all Ihre Herzenswünsche zu erfüllen.

Mit diesem Wissen können Sie sich Ihre ideale Welt erbauen und aufrechterhalten.

Das Bewusstsein ist die einzige Realität. Dies gilt nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch faktisch. Zur Veranschauli- chung könnten wir die Realität mit einem zweigeteilten Strom vergleichen: dem Tagesbewusstsein und dem Unterbewusst- sein.

Um das Gesetz des Bewusstseins intelligent anzuwenden, müs- sen wir die Wechselbeziehung zwischen diesen beiden Bewusstseinsbereichen verstehen.

Das Tagesbewusstsein ist persönlich und selektiv. Das Unter- bewusstsein ist unpersönlich und nichtselektiv. Es ist wahllos. Das Tagesbewusstsein ist der Bereich des Bewirkten. Das Unterbewusstsein ist der Bereich des Verursachens.

Diese beiden Bereiche entsprechen dem männlichen bezie- hungsweise der weiblichen Bewusstseinssphäre, wobei das Tagesbewusstsein der männliche und das Unterbewusstsein der weibliche Bereich ist.

Das Tagesbewusstsein erzeugt geistige Vorstellungen und prägt diese dem Unterbewusstsein ein. Das Unterbewusstsein nimmt diese Ideen auf und verleiht ihnen Gestalt und Aus- druck.

Kapitel 1
Kapitel 1

Aufgrund dieser Gesetzmäßigkeit, wonach zuerst ein Vorstel- lungsbild aufgebaut wird, welches dann dem Unterbewusstsein eingeprägt wird, werden ausnahmslos alle Dinge aus dem Bewusstsein erschaffen. Ohne diese Abfolge kann nichts ent- stehen.

Das Tagesbewusstsein wirkt auf das Unterbewusstsein ein, während das Unterbewusstsein das ihm Eingeprägte zum Aus- druck bringt.

Von sich aus entwickelt das Unterbewusstsein keine Ideen. Es akzeptiert die vom Tagesbewusstsein kommenden Ideen als wahr und sorgt in einer Weise, die nur ihm bekannt ist, für die gegenständliche Umsetzung der angenommenen Ideen.

Aus diesem Grunde hat der Mensch kraft seines Vorstellungs- vermögens und seiner Entscheidungsfreiheit für eine Idee die Kontrolle über seine geistigen Geschöpfe. Die Steuerung des Unterbewusstseins erfolgt über die Steuerung der Ideen und Gefühle.

Der Schöpfungsmechanismus ist tief im Unterbewusstsein - dem weiblichen Aspekt des Schoßes - verborgen.

Das Unterbewusstsein ist nicht auf die Vernunft beschränkt und von logischen Schlussfolgerungen unabhängig. Für das Unterbewusstsein ist ein Gefühl eine in ihm bestehende Tatsa- che, und aufgrund dieser Annahme sorgt es dafür, dass dem Gefühl Ausdruck verliehen wird. Der Schaffensprozess beginnt mit einer Idee, und sein Zyklus fängt mit einem Gefühl an und endet in einem Handlungswillen.

Zur Prägung des Unterbewusstseins mit Vorstellungsbildern bedienen wir uns des Gefühls.

Dem Unterbewusstsein kann nur dann ein Vorstellungsbild eingeprägt werden, wenn wir dieses fühlen. Dabei ist es uner- heblich, ob dieses geistige Bild etwas Gutes, Schlechtes oder Gleichgültiges beinhaltet. Sobald es im Unterbewusstsein ver- ankert ist, muss es ausgedrückt werden!

Daraus folgt, dass der Mensch der seine Gefühle nicht bewusst steuert, dem Unterbewusstsein ungewollt Unerwünschtes ein- prägen kann.

Genauso hatte ich es mir ausgemalt!

„Steuerung“ bedeutet hier keinesfalls, dass Gefühle unter- drückt werden sollten, gemeint ist vielmehr, dass Sie sich so weit disziplinieren sollten, dass Sie sich nur noch Gefühle vor- stellen und aufrechterhalten, die zu Ihrem Wohlergehen beitra- gen.

Für ein glückliches und erfülltes Leben ist die Steuerung der Gefühle von allergrößter Wichtigkeit!

Geben Sie niemals einem unerwünschten Gefühl hin. Fühlen Sie sich niemals in etwas Unerwünschtes hinein, egal in wel- cher Form oder auf welche Weise!

Bringen Sie keine Gefühle in Unzulänglichkeiten ein, ungeach- tet dessen, ob sich diese auf Sie selbst oder auf andere Perso- nen beziehen. Sie würden damit Ihrem Unterbewusstsein diese Beschränkungen einprägen.

Wenn Sie nicht wünschen, dass Ihnen etwas Bestimmtes geschehe, sollten Sie dies auch anderen Menschen nicht wün- schen und keine Gefühle in solche Szenarien einbringen. Das ist das A und O einer glücklichen Lebensführung, alles Übrige hat nur untergeordneten Charakter.

Jedes einzelne Gefühl hinterlässt im Unterbewusstsein seine Prägespuren und muss sich Ausdruck verschaffen, es sei denn, ihm wird ein stärkeres gegenteiliges Gefühl entgegengesetzt.

Von zwei Gefühlen wird jeweils das vorherrschendere ausge- drückt. „Ich bin gesund“ ist ein stärkeres Gefühl als „Ich werde gesund sein“. „Ich werde“, bedeutet, dass ich es momentan nicht bin. „Ich bin“ ist stärker als „Ich bin nicht“.

Das, was Sie Ihrem Gefühl nach sind, ist immer dominanter als das, was Sie gerne sein würden. Aus diesem Grunde muss das Wunschbild in einem Gefühlszustand des So-Seins emp- funden werden, nicht aber in einem Zustand, der momentan nicht so ist.

Das Hineinfühlen ist der Vorläufer des Bewirkten und die Ausgangsbasis für jede Wunscherfüllung. Achten Sie sorgfältig auf Ihre Launen und Stimmungen, denn zwischen Ihren Gefühlen und Ihrer sichtbaren Welt besteht eine innige Bezie- hung!

Neville Goddard - 4 -

Kapitel 1
Kapitel 1

Ihr Körper ist ein Gefühlsfilter und zeigt unmissverständlich die Markierungen Ihrer vorwiegenden Gefühle. Gefühlsmä- ßige Störungen, insbesondere unterdrückte Gefühle, sind die Ursachen aller Krankheiten. Nicht ausgedrückte starke Gefühle über etwas Schlimmes sind der Anfang des Unwohl- seins im Körper und im Umfeld.

Erlauben Sie sich keine Gefühle des Bedauerns oder Schei- terns, denn Frustrationen oder der Verzicht auf Ihre Herzens- wünsche führen zu Erkrankungen.

Bringen Sie Ihre Gefühle nur in Gewünschtes ein! Sich in den gewünschten Zustand hineinzufühlen und mit der Überzeu- gung der sicheren Verwirklichung zu handeln, ist der Königs- weg zur scheinbar wundersamen Wunscherfüllung!

Die Voraussetzung für einen veränderten Ausdruck ist immer ein verändertes Gefühl. Seine Gefühle zu ändern, bedeutet, sein Schicksal zu ändern.

Alles Erschaffene beginnt seinen Lauf im Unterbewusstsein. Deshalb müssen Sie auf das Geschehen in Ihrem Unterbe- wusstsein Einfluss nehmen. Dies tun Sie , indem Sie Ihre Vor- stellungsbilder und Ihre Gefühle steuern.

Weder Zufälle noch die Vorsehung sind für Ihre Lebensum- stände verantwortlich. Diese Umstände sind einzig und allein die Folge der Prägung Ihres Unterbewusstseins.

Das Unterbewusstsein ist nicht wählerisch. Es ist unpersönlich und wirkt ohne Ansehen der Person (siehe Römerbrief 2, 11).

Ihr Unterbewusstsein schert sich nicht darum, ob Ihre Gefühle richtig oder falsch sind. Es übernimmt das, was Sie als wahr empfinden, ohne es zu hinterfragen.

Für das Unterbewusstsein ist das Gefühl gleichbedeutend mit einem Wahrheitssiegel.

Aufgrund dieser Eigenschaft des Unterbewusstseins kann der Mensch alles Vorstellbare erreichen. Was Sie sich ausdenken und als wahr empfinden können, kann und muss vom Unter- bewusstsein herbeigeführt werden. Ihre Gefühle

Genauso hatte ich es mir ausgemalt!

Ihre Gefühle erschaffen gleichsam das Schnittmuster, nach- dem Ihre persönliche Welt geschneidert wird. Andere Gefühle bedeuten ein anderes Muster.

Das Unterbewusstsein setzt alles daran, das ihm Eingeprägte zu verwirkliche. Sobald es eine Prägung erhalten hat, fängt es an, Umsetzungsmöglichkeiten auszuarbeiten.

Es akzeptiert das ihm eingeprägte Gefühl als eine Tatsache, die im Unterbewusstsein selbst besteht, und macht sich sofort daran, in der Außenwelt ein Ebenbild dieses Gefühlszustands zu erschaffen.

Das Unterbewusstsein verändert die akzeptierten Glaubens- sätze des Menschen niemals. Es verwirklicht sie detailgetreu in der Außenwelt, unabhängig davon, ob sie für Sie günstig oder ungünstig sind.

Um dem Unterbewusstsein den Wunschzustand einzuprägen, müssen Sie in sich das Gefühl aufbauen, das Sie hätten, wenn Ihr Wunsch bereits erfüllt wäre!

Bei der Festlegung Ihrer Zielvorstellung arbeiten Sie nur das eigentliche Ziel aus. Auf welche Weise die Verwirklichung zustande kommt oder welche Hürden gegebenenfalls zu meis- tern sind, hat Sie nicht zu interessieren. Denken Sie sich gefühlvoll in den erreichten Wunschzustand hinein, auf diese Weise prägen Sie ihn dem Unterbewusstsein ein!

Sollten Sie sich aber mit Schwierigkeiten, Verzögerungen oder anderen Problemen aufhalten, bliebe dem Unterbewusstsein aufgrund seiner nichtselektiven Wesensart nichts anderes übrig, als das Gefühl von Schwierigkeiten und Hindernissen als Zielanweisung aufzunehmen. Die Folge wäre dann, dass Sie auf der physischen Ebene Probleme hinzunehmen hätten.

Das Unterbewusstsein ist der Schoß der Schöpfung. Es erhält die geistige Vorstellung über das Gefühl des Menschen. Diese Vorstellung wird von ihm niemals verändert, sondern immer nur ausgedrückt.

Die alten Propheten nannten es den Sklaven und Diener des Menschen.

Kapitel 1
Kapitel 1

Paulus personifizierte es als „Weib“ und sagte „die Weiber seien ihren Männern in allen Dingen untertan“. (Epheser 5.24, auch Korinther 14:34, Epheser 5:22, Kolosser 3.18, Peter 3:1).

Das Unterbewusstsein dient dem Menschen und verleiht sei- nen Gefühlen treulich Ausdruck. Allerdings hegt das Unterbe- wusstsein eine Abneigung gegen Zwang und Nötigung; es reagiert auf Überredung, statt auf Befehle. Folglich ähnelt es eher der geliebten Frau als einer Dienerin.

„Denn der Mann ist das Haupt der Frau“ (Epheser 5:23). Auf irdi- sche Liebesbeziehungen zwischen Eheleuten mag dies nicht zutreffen, aber auf die Beziehung zwischen Tages- und Unter- bewusstsein sehr wohl!

Das Geheimnis, auf das sich Paulus in seinem Brief an die Epheser bezog, als er schrieb: „Also sollen die Männer ihre Weiber lieben wie ihre eigenen Leiber“ (5:28) und „werden die zwei ein Fleisch sein“ (5:31), ist das Geheimnis des Bewusstseins.

Das Bewusstsein ist ein ungeteiltes Ganzes, aber für den Erschaffensprozess erscheint es uns wie zwei getrennte Berei- che.

Der objektive oder männliche Aspekt ist das Haupt und domi- niert den unterbewussten (subjektiven, weiblichen) Aspekt.

Diese Führungsrolle wird jedoch nicht von einem Tyrannen eingenommen, sondern von einem Liebhaber.

Indem Sie in sich das Gefühl aufbauen, dass Sie hätten, wenn Ihr Wunsch bereits erfüllt wäre, wird das Unterbewusstsein veranlasst, etwas zu erschaffen, das Ihrer Annahme entspricht.

Ihre Wünsche werden erst dann auf der unterbewussten Ebene akzeptiert, wenn Sie das Gefühl des Verwirktlichseins einbringen. Das Gefühl ist die Voraussetzung dafür, dass ein Vorstellungsbild vom Unterbewusstsein angenommen wird. Erst dann kann es auf der physischen Ebene zum Ausdruck gelangen!

Es ist einfacher, seine Gefühle auf die Ereignisse in der Außenwelt zurückzuführen, als zuzugeben, dass die Bedingun- gen der Welt Ihre Gefühle widerspiegeln.

Genauso hatte ich es mir ausgemalt!

Allerdings ist es eine ewige Wahrheit, dass das Außen eine Spiegelung des Innern ist.

„Wie innen, so außen“ (wie oben, so unten, alles hat seine Ent- sprechungen), so lautet das zweite der sieben hermetischen Prinzipien. „Kein Mensch kann sich etwas nehmen, auch nicht das Geringste, wenn Gott es ihm nicht gegeben hat“ (Johannes 3:27) und „Das Reich Gottes ist mitten in euch“ (Lukas 17:21). Nichts kommt aus dem Außen, alles kommt aus dem Innern - aus dem Unter- bewusstsein!

Es ist nicht möglich, das Sie etwas anderes sehen, als das, was sich in Ihrem Unterbewusstsein befindet. Ihre Welt ist bis ins Kleinste die Vergegenständlichung Ihres Bewusstseins. Objek- tive Zustände belegen die Eindrücke, die sich im Unterbe- wusstsein befinden. Andere Eindrücke führen zu anderen Ausdrücken!

Das Unterbewusstsein akzeptiert das als wahr, was Sie als wahr empfinden. Und da das Erschaffene das Ergebnis Ihrer Ein- drücke im Unterbewusstsein ist, sorgen Sie über Ihre Gefühle für das Erschaffen.

Sie sind jetzt bereits der Mensch, der Sie sein wollen, und Ihre Weigerung, dies zu glauben, ist der einzige Grund, warum Sie dies nicht sehen.

Im Außen etwas zu suchen, was Sie innerlich nicht spüren, ist eine vergebliche Suche, denn wir finden niemals das, was wir wollen. Wir finden immer nur das, was wir sind.

Kurzum: Sie drücken nur das aus und haben nur das, was Sie bewusst sind oder haben. „Wer hat, dem wird gegeben“ (Mat- thäus 13:12, 25:29, Markus 4:25, Lukas 8:18, 19:26).

Den Sinneseindrücken zu misstrauen und sich in das Gefühl des verwirklichten Wunsches hineinzubegeben, ist der Weg, um die Erfüllung des Wunsches zu erleben. Dazu bedarf es einer disziplinierten Steuerung Ihrer Gedanken und Gefühle.

Bis Sie diese vollkommene Selbstkontrolle so weit erreicht haben, dass Sie allem Anschein zum Trotz so fühlen können, wie Sie sich fühlen wollen, nutzen Sie den Schlaf und das Gebet als die beiden Pforten zum Unterbewusstsein.