Themenreihe „Wer ist das Volk?

Dokumentation des Themenabends:
„Zukunft der Partizipation - Rechtliche und politische
Handlungsspielräume für die Einführung eines
Ausländerwahlrechts nach dem Urteil des Bremer
Staatsgerichtshofs“
06. November 2014, Grimm-Zentrum der HU Berlin (Auditorium), GeschwisterScholl-Straße 3, 10117 Berlin
In Kooperation mit:

Migrationsrat Berlin Brandenburg

DIDF- Föderation demokratischer
Arbeitervereine

DeutschPlus- Initiative für eine plurale Republik

korientation e.V. - Kulturpolitisches
Netzwerk für asiatisch-deutsche
Perspektiven

Nachbarschaftshaus Urbanstraße

Freiburger Wahlkreis 100%

Beteiligungsbüro Mitreden in Neukölln des
Nachbarschaftsheims Neukölln“

afrikAkzent

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Humboldt Universität Berlin
Medienpartner:

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1

TeilnehmerInnenliste

Vorname
Simone
Vorstandsmitglied
Piraten
Vorstandsmitglied
Piraten
Shirine
Aischa
Dr. Katarina
Julia
Olaf

Name

Ahmed
Barley
Baumhauer
Behnk

Hilary
Aziz
Dorothee
Milan

Bown
Bozkurt
Christiani
Cobanov

Daniel

De Oliveira Soares

Inas
Mahmoud
Sabine

Doko
El-Hussein
Finkenthei

Dr. Frank

Gesemann

Fabio
Elise
Inna
Ulla
Nino
Erdoan
Hannah
Klaus
Ouattara

Ghelli
Graton
Herlina
Kalbfleisch-Kottsieper
Kavelashvili
Kaya
Knox
Lederer
Maimouna

Sebastian
Christian
Paul
Christian
Frau

Mehling
Meiners
Middelhoff
Miess
Oikonomidou

Fabio

Reinhardt

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Institution
Republica GmbH

DeutschPlus
Quartiersmanagement Moabit
MdB
Give something back to Berlin
Landtag Nordrhein Westfalen
(Grüne)
Ver.di
SPD
Referentin Senatskanzlei
Leitung Hauptstadtbüro Berlin der
Berliner
Migranten(dach)organisationen
Rat ausländischer Mitbürger in
Bremerhaven
Arabische Eltern- Union
Arbeitskreis unabhängiger
Juristen, AKJ
DESI-Institut für Demokratische
Entwicklung und Integration
Mediendienst Integration

Ministerialdirigentin a.D.
BBE
Ver.di
Die Linke
Bundesverband ausländischer
Studierender
PhD Cadidate

Jede Stimme
Bundesarbeitsgemeinschaft der
Immigrantenverbände in
Deutschland e.V.
Piratenpartei

Marcus

Rößner

Iga-Anna

Rusin

Bahar
Gerlinde
Florian

Sanli
Schermer
Schoeppe

Tülay
Baturay
Özalp
Gülsah
Aleksandra
Ulrike

Sener
Sener
Sütcü
Tunali
Ufnal
von Wiesenau

Annette
Philipp
Martin
Eva Maria
Oliver
Dr. Jenni

Wallentin
Wehner
Weinmann
Welskop-Deffaa
Wiedmann
Winterhagen

Sophia

Wirsching

Elif
Dogan

Yeşilgöz
Yildiz

Safak

Yildiz

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Berater Community Organizing/
FOCO e.V.
Referentin Integration in den
Kommunen, Ministerium des
Landes Nordrhein-Westfalen
Nachbarschaftshaus Urbanstraße
Beliner Wassertisch
Wiss. Mitarbeiter Büro Katja Keul,
MdB (Bündnis 90 die Grünen)

Pressesprecherin Berliner
Wassertisch
Mitreden in Neukölln
Migazin
SVR
Bundesvorstand Ver.di
Mehr Demokratie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Forschungszentrum für
Bürgerschaftliches Engagement
Referentin Migration und
Entwicklung/ Brot für die Welt
Mitreden in Neukölln
KOMKAR- Verband der Vereine
aus Kurdistan in Deutschland
e.V.
Quartiersmanagement
Brunnenviertel. Ackerstraße

2

Dokumentation Keynote und Panel

2.1 Keynote Prof. Dr. Dr. Hans Meyer

Kurze Zusammenfassung:

Ob wir das Wahlrecht für hier sesshafte Ausländer einführen ist eine Frage des
politischen Willens.

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Auch die große Koalition hat diese
Realität mittlerweile anerkannt, nachdem dies lange Zeit bestritten wurde.

Sowohl das Bundesverfassungsgericht (bei seiner Urteilsbegründung zum Fall
Schleswig-Holstein 1990) als auch der Bremer Staatsgerichtshof (bei seiner
Urteilsbegründung im Frühjahr 2014) berufen sich bei ihrer Urteilsfindung auf
Artikel 20,2 GG, wo es heißt „Alle Staatsgewalt geht vom Volk aus“. In diesem
Artikel wird explizit nicht vom „deutschen“ Volk gesprochen, da hier das
demokratische Prinzip und nicht ein nationalstaatliches Prinzip gemeint ist.
Sowohl das Bundesverfassungsgericht als auch der Bremer Staatsgerichtshof
haben den Begriff Volk eigenmächtig ergänzt, ohne sich mit der Frage zu
beschäftigen, warum das Volk dort nicht explizit als das deutsche Volk
bezeichnet wird. Eine solche Ergänzung an dieser Stelle ist umso zweifelhafter,
als es sich bei Artikel 20 GG um einen Artikel handelt, dessen Grundsätze laut
Artikel 79,3 GG selbst durch Verfassungsänderung „nicht berührt“ werden
dürfen. Der parlamentarische Rat spricht auch an anderen Stellen im
Grundgesetz (z. Bsp. in Artikel 38,1GG) vom ganzen Volk und nicht vom ganzen
deutschen Volk. Es kann sich in Artikel 20 GG daher nicht um ein Versehen
handeln, das man im Nachhinein eigenmächtig korrigieren könnte.

Der parlamentarische Rat wollte in Artikel 20 GG das Demokratieprinzip
festlegen und hat dies durch seine stringente Benutzung des Wortes „Volk“ (z.
Bsp. in Artikel 20,2 und 28,1 GG) bzw. „ganzes Volk“ (z. Bsp. in Artikel 38,1 GG)
deutlich gemacht. Die im Nachhinein vom Bundesverfassungsgericht und dem
Bremer Staatsgerichtshof vorgenommene nationalstaatliche Interpretation des
Artikels 20 GG entbehrt jeder Begründung und ist daher als „fixe Idee“ zu
bezeichnen.

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Für das Demokratieprinzip spricht auch der Aufbau des Artikels 20 GG. Die
Bundesrepublik Deutschland wird hier als „demokratischer und sozialer
Bundesstaat“ bezeichnet. Der Begriff des Nationalstaats wird bewusst
vermieden. Vielmehr wird auf die Volkssouveränität eingegangen, ohne das Volk
explizit als deutsches Volk zu markieren. Es ging dem parlamentarischen Rat
also darum, die Demokratie und keine durch das Nationalstaatsprinzip
dominierte Demokratie festzuschreiben.

Die Betonung der Demokratie ist aufgrund der deutschen Geschichte allzu
verständlich.

-

Die Zulassung des kommunalen Wahlrechts für EU-Staatsbürger erfolgte ohne
Begründung durch das Gericht und ohne weitere Auseinandersetzung mit dem
Begriff „Volk“. Vor dem Hintergrund, dass man vorher viel Mühe dafür
verwendet hat, das „Volk“ auch in den Kommunen auf das deutsche Volk zu
beschränken, erscheint die nicht weiter begründete Erweiterung des Wahlvolks
auf EU-Staatsbürger als widersprüchlich. Das Bundesverfassungsgericht stellt
seine eigene Argumentation dadurch in Frage und macht sich selbst
unglaubwürdig.

Durch ihre unbegründete Ergänzung des Begriffs „Volk“ in Artikel 20 GG haben
das Bundesverfassungsgericht und der Bremer Staatsgerichtshof die Grenzen
einer zulässigen Rechtsprechung überschritten.

In Artikel 116 GG werden unter dem Begriff „Deutscher“ nicht nur deutsche
Staatsbürger, sondern auch Vertriebenen oder Geflüchtete nur mit „deutscher
Volkszugehörigkeit“ und sogar deren Angehörige gefasst. Der erste Bundestag
hat nicht nur den deutschen Volkszugehörigen, sondern auch deren
nichtvolksdeutschen Angehörigen das Wahlrecht eingeräumt. Auch die
Staatspraxis sieht die Staatsbürgerschaft also nicht als Bedingung für das
Wahlrecht an.

Dies wird auch an anderer Stelle deutlich: Bis ins Jahr 1985 hatten
Auslandsdeutsche (deutsche Staatsangehörige, die ihren Lebensmittelpunkt
nicht in Deutschland haben) grundsätzlich kein Wahlrecht. Auch das zeigt, dass
laut Verfassung die Staatsbürgerschaft offenbar weder ein ausschließliches noch
ein hinreichendes Kriterium für das Wahlrecht ist.

Das Bundesverfassungsgericht hat 2012 das Vorliegen von Integrations- und
Kommunikationselementen zur Bedingung für das Wahlrecht erklärt. Wenn
diese fehlen, kann selbst deutschen Staatsbürgern das Wahlrecht aberkannt
werden. Wenn man diese Argumentation ins Positive wendet, bedeutet das, dass
Personen, die diese kommunikativen und integrativen Elemente vorweisen
können - indem sie beispielsweise dauerhaft in Deutschland leben, bzw. ihren
Lebensmittelpunkt hier haben- das Wahlrecht zuerkannt werden kann.

Das Bundesverfassungsgericht hat 1990 festgestellt, dass es der
demokratischen Idee entspreche, eine Kongruenz zwischen dem Wahlvolk und
der den Gesetzen langfristig unterworfenen Bevölkerung herzustellen. Wegen
seiner nationalstaatlichen Ausdeutung der Demokratie verhindere das aber das

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Grundgesetz. In Wirklichkeit verhindert es aber das Gericht und nicht die
Verfassung. Da alle, die hier dauerhaft leben, unabhängig von ihrer
Staatsbürgerschaft den geltenden Gesetzen unterworfen sind, kann eine solche
Kongruenz nur durch ein Wahlrecht verwirklicht werden.

Sowohl das Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1990 als auch das Urteil des
Bremer Staatsgerichtshofs sind so fehlerhaft begründet, dass ihre Thesen nicht
auf Dauer Verbindlichkeit beanspruchen können.

Fazit: Die Einführung eines Ausländerwahlrechts ist unter Berücksichtigung der hier
aufgeführten Argumente daher nicht nur möglich, sondern auch erfolgversprechend.

2.2 Paneldiskussion:

Prof. Dr. Dr. Hans Meyer – Prof. em. für Staats-, Verwaltungs- und Finanzrecht
der Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt, Präsident der HumboldtUniversität zu Berlin 1996-2000
Prof. Dr. Franz C. Mayer – Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht,
Völkerrecht, Rechtsvergleichung und Rechtspolitik der Universität Bielefeld,
Mitglied im Arbeitskreis Europäische Integration
Dr. Oxana Syuzyukina - Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für
Verfassungsgeschichte, Rechtsphilosophie i. V. m. Öffentlichem Recht der
Universität Potsdam
Dr. Luicy Pedroza – Wissenschaftliche Mitarbeiterin im GIGA
Forschungsschwerpunkt Legitimität und Effizienz politischer Systeme, Hamburg
Moderation: Julia Mi-ri Lehmann, Projektleiterin Wahlrecht und Teilhabe bei
Citizens For Europe

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3

Statements der Panelisten

Ausgangsfrage: „Die Einführung des Ausländerwahlrechts in Deutschland
ist möglich, weil/ wenn…..“
Prof. Dr. Dr. Hans Meyer:”… weil die Verfassung es erlaubt. Es ist nur eine
Frage, ob wir es auch wollen.“
Prof. Dr. Franz C. Mayer: “… weil Rechte menschengemacht sind und es daher
vorranging darauf ankommt, was am Recht geändert werden müsste: Gesetze,
die Verfassung oder die Zusammensetzung des Bundesverfassungsgerichts.”
Dr. Oxana Syuzyukina: “…weil Ausländer nicht auf Dauer eine Minderheit ohne
Rechte in einem demokratischen Staat sein dürfen.“
Dr. Luicy Pedroza: “…wenn eine politische Mehrheit dazu bereit ist und die
Argumente überzeugend sind.”

4

Dokumentation der Workshops

4.1 Tisch: Gizem Adiyaman (Moderation)
Handlungsoptionen:
Politik:
- Eine Handlungsoption wäre der Eintritt in
politische Parteien, wie die CDU, um seinen
Einfluss zu vergrößern. Die CDU ist die
derzeit stärkste Partei in Deutschland und
ist gegen das Wahlrecht für
Drittstaatenangehörige. Indem man in die
CDU eintritt, hätte man eine Chance, die
politische Agenda der Partei zu
beeinflussen.
Recht:
- Eine weitere Möglichkeit wäre es, Richter_in zu werden, um vielleicht eines
Tages beim Bundesverfassungsgericht sitzen zu können und über wichtige
Fragen wie der nach dem Volksbegriff entscheiden zu können.
Diskurs:
- Der wirtschaftliche Wert des Menschen scheint ein wichtiger Punkt im Diskurs
um Staatsbürgerschaft zu sein. Hat man viel Geld, ist es ein geringes Problem, die
Staatsbürgerschaft eines Landes zu erwerben. Der Diskurs sollte die
Entkopplung vom Finanziellen in sich aufnehmen.

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Diverses:
- Die Argumentationslinie zu kennen und zu verstehen, ist ein wichtiger Vorteil.
Dann kann man sich besser auf eine Diskussion vorbereiten.
Frage fürs Plenum:
Wie wird DAS Volk definiert? Über die Bevölkerung oder über die Staatsbürgerschaft?

4.2 Tisch: Ines Doko (Moderation)
Handlungsoptionen:
Recht:
- Es sollte zwischen Wahl und
Abstimmung differenziert werden.
- Drittstaatenangehörigen sollten
EU_StaatsbürgerInnen auf lokaler
Ebene gleichgestellt werden.
- Grundgesetzänderung?: Ließe sich
Artikel 28 von Unionsbürger auf
Drittstaatenangehörige erweitern?
Recht und Politik:
- Kommunen haben eine Vorreiterrolle (sollten Ausländerwahlrecht lokal
einführen)
- Mehrfach-Staatsbürgerschaft erlauben
Politik:
- Befürwortende Parteien sollten das Thema prioritär behandeln/ höher
im Diskurs platzieren.
- Alternative Beteiligungsinstrumente sollten für Drittstaatenangehörige
geöffnet werden.
- Unverbindliche Volksabstimmungen/ alternative Wahlinstrumente
sollten genutzt werden.
Recht und Diskurs:
- (Neu-)Definition des Demos/ Begriffs „Volk“
Diskurs:
- Demokratisches Paradox aufdecken und benennen.
- Risse in Traditionslinien entdecken: Demokratiekonzept,
Menschenwürde, …
Fragen:
- Frage der Legitimation von politischen Vertretern/ Mandatsträgern…?

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-

4.3

Welche alternativen Beteiligungsinstrumente sollte man auf Landesebene
einführen?
Ist der juristische Diskurs „entflammbar“?

Tisch: Daniel De Oliveira Soares (Moderation)

Handlungsoptionen:
Recht:
- „Bürger“ durch „Einwohner“ im Gesetz
ersetzen.
- Gibt es im Grundgesetz eine Erwähnung vom
„deutschen“ Volk?
- Kann man Artikel 28 GG ändern/ erweitern?
- „Volk“ definieren
Politik:
- Stadtteilkonferenzen
- Wahl von paralleldemokratischen Räten verstärken
- Ortsgesetz ändern
Diskurse:
- Wollen wir „Denizenship“ oder „Citizenship“?
- Diskussion „Demos“ und „Demokratie“
- Bekanntmachung der existierenden Partizipationsmöglichkeiten
- Kommunale EinwohnerInnenbeteiligung
- Demokratie und Menschenwürde auf die Agenda setzen
- Artikel 20, 2 GG: Den Begriff „Volk“ für unsere Zwecke nutzen und
umdenken.
Sonstiges:
- Fließende Identitäten
- Dynamischer gegen statische Begriffe vorgehen
Fragen:
Wollen wir „Denizenship“ (Wohnbürgerschaft) oder „Citizenship“?

4.4 Tisch: Sebastian Mehling (Moderation)
Handlungsoptionen:

Recht:
- Progressives Bundesverfassungsgericht
ernennen (Lobbying)

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-

Höhere Beamte sollten nicht nur deutsche Staatsbürger sein (Lobbying)

Politik:
- Doppelte Staatsbürgerschaft soll die Regel sein.
- Mehrsprachige Parteienprogramme
- Ein günstiges Bundesland identifizieren (Kampagnen, Lobbying)
- Mehr Beteiligungsmöglichkeiten (direkte Beteiligung) abseits des
Wahlrechts, verbinden mit Einbürgerung & Liberalisierung des
Wahlrechts
- Verwaltungspositionen & Gerichtspositionen auf Menschen mit
Migrationsgeschichte erweitern (Lobbying, direkte Wahlen)
Diskurse:
- (bessere) Vernetzung zwischen Migrantenorganisationen
(Workshopreihe, Vernetzungstreffen)
- „New Deal“: politische, soziale und ökonomische Chancen der Migration,
„Wir können uns Isolation & Exklusivität nicht leisten“
- Über Massenmedien die Gesellschaft sensibilisieren (Lobbying)
Sonstiges:
- Nicht über Migrantinnen und Migranten, sondern mit den Migrantinnen
und Migranten sprechen.
Fragen:
- Würde es Sinn ergeben alternative Beteiligungsmöglichkeiten in die
Debatte um Öffnung des Wahlrechts & Erleichterung der Einbürgerung
bzw. der doppelten Staatsbürgerschaft einzubinden?
- Alternativ: Besetzung von höheren Beamtenpositionen durch direkte
Wahl.

4.5 Tisch: Christian Miess (Moderation)
Handlungsoptionen:

Recht:
- Definition von Demos: wer ist das Volk?
- Wie sollten Empowerment Kurse/ Prozesse
aussehen?
- Ist Einbürgerung die einzige, bzw. beste
Alternative?
- Verfahren Verfassungsgericht
Politik:
- Wir kann das Bundesverfassungsgericht 2 politische Parteien in dieser
Frage zusammenbringen?

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Diskurs:
- Sollte man die Debatte auf alle Politikbereiche ausweiten?
- Argumentation positiv wenden
- Ängste wahrnehmen/ analysieren und entkräften (Bsp.: Portugal)
- Wie können wir die Angst zu Sprechen verringern?
- Wie kann man alte Traditionslinien à la „Der Demos ist deutsch“
aufbrechen?
Sonstiges:
- Sollten Steuern als Grundlage für Teilhabe herangetragen werden?
- Warum ist Wahlrecht zwingend an Staatsangehörigkeit gebunden?
- Sollten 5 Jahre Wohnsitz in Deutschland als Grundlage für Teilhabe
gelten?
Frage:
Wie können wir Ausländerwahlrecht als Eigeninteresse einer ganzen
Gesellschaft kommunizieren und gleichzeitig Ängste entkräften?

4.6 Tisch: Catherine Wurth (Moderation)
Handlungsoptionen:
Politik:
- Parteien für die Einführung des Ausländerwahlrechts
gewinnen
- Bundesrats- und Bundestagsinitiativen für die
Änderung des Grundgesetzes
- Inpflichtnahme der Parteien zur Wahrnehmung der
Demokratie
- Integrationsbeiratswahlen sollten am gleichen Tag
wie die Kommunal- und Landtagswahlen stattfinden
Recht:
-

Artikel 28 ändern
Erasmus fürs Bundes- und Landesverfassungsgericht
Traditionslinien ernst nehmen
Wahlrecht als Teil der Menschenwürde begreifen und hervorheben
die Rechtskultur anderer respektieren
Europäische Bürgerinitiative zum Thema Ausländerwahlrecht

Diskurs:
- Diskurs um Ausländerwahlrecht darf nicht mit dem Diskurs um Integration
zusammen fallen
- Einbürgerungspolitik ändern und doppelte Staatsbürgerschaft einführen
- Wahlrecht mehr wertschätzen
Sonstiges:
- alles rund ums Ausländerwahlrecht muss stärker thematisiert werden, z.B. in
den Zeitungen

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-

Risse in Traditionslinien nutzen
Europäische Bürgerinitiative zu TTIP als Vorbildkampagne für Wahlrecht für
alle nutzen

Frage fürs Plenum:
-

Wie macht man die politische und rechtliche Diskussion um Wahlrecht als
Menschenrecht möglich? Initiative aus der Wissenschaft?

4.7 Tisch: Julia Mi-ri Lehmann (Moderation), Prof. Dr. Dr. Hans Meyer,
Prof. Dr. Franz Mayer, Dr. Luicy Pedroza, Dr. Oxana Syuzyukina
Handlungsoptionen:
Politik:
- Parteien dazu anhalten, Vorschläge zu
unterbreiten, beispielweise die Reform des
Artikels 28 im GG
- Lobbying; Mitte-Links Parteien davon
überzeugen, das zivilgesellschaftliche
Interesse an Wahlrecht für Migrant_innen zu
stärken
- über ein Land gehen, in dem keine relevante
politische Partei sich festgelegt hat, das
Verfassungsgericht als offen gilt, die Aktivität
der zivilgesellschaftlichen Gruppen sich auf das Land konzentrieren
Entscheidungsvorlage entwerfen
Recht:
- GG Verfassungsänderung auf Initiative eines Bundeslandes im Bundesrat;
Änderung der europäischen Verträge zur Einführung eines Wahlrechts
auf Bundes-/Staatsebene für alle Unionsbürger_innen überall
- Änderung der Landesverfassungen
- Änderung des Bundeswahlgesetzes und/oder der Landeswahlgesetze
Diskurs:
- Argumente in den Diskurs einbringen, die sich auf die deutsche
Gesellschaft fokussieren
- aufzeigen, dass die Ausweitung des Wahlrechts auf die ansässige
Bevölkerung weltweit im Trend liegt und Deutschland hinterher hinkt
- Erweiterung des Volksbegriffs, der sich über Staats- und
Wohnbürgerschaft definiert

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Sonstiges:
- Öffentlichkeitskampagnen wie „Wer ist das Volk?“
- Informationen über Einbürgerung müssen über breitere Kanäle
verbreitet werden (z.B. über Vereine, Ämter und Behörden, etc.)
- doppelte Staatsbürgerschaft um gleiche Rechte und Pflichten zu schaffen

4.8

Parkplatz:

Was sind große Bewegungen?
Wie „offen“ ist der Volksbegriff?
Wie lässt sich rechtlich argumentieren, dass der
Begriff „Volk“ über Staatsvolk hinausgeht?

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