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Der Quran aus wissenschaftlicher Sicht

von Angelika Neuwirth i

Die Form des Quran

Von arab. "qara'a" = lesen, rezitieren

Der Quran besteht aus 114 Suren:

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Sie sind - mit ganz wenigen Ausnahmen - der Länge nach sortiert: Sure 2 ist also die längste

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Jede Sure hat einen Namen. Z.B. heißt Sure 2: "die Kuh".

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Der Name besagt allerdings nicht unbedingt etwas über den Inhalt der Sure aus.

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Jede Sure beginnt mit: "Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen." (Ausnahme Sure 9)

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Die Suren sind eine lose Aneinanderreihung von Äußerungen.

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Die einzelnen Folgen in den Suren wurden später einfach zusammengefügt.

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Für die richtige Deutung der Sure ist auch immer ihre Datierung wichtig (Mekka, Medina), denn eine spätere Offenbarung hebt eine frühere auf.

Der Qurantext ist in 30 Abschnitte aufgeteilt, die den Ramadan-Lesungen dienen

Überliefert ist der Quran in poetischer Form: Reimprosa.

Nach islamischem Verständnis ist die Sprache der Quran das schönste Arabisch und von unübertrefflicher Harmonie und Vollkommenheit.

Im Quran spricht Allah in der "Wir-" oder "Ich-Form" zu den Menschen

Die Entstehung und Überlieferung des Quran

Ursprünglich wurde der Quran hauptsächlich aus dem Gedächtnis wiedergegeben.

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Mohammed diktierte seine Offenbarungen verschiedenen Schreibern, hauptsächlich seinem Adoptivsohn, dem ehemaligen Sklaven Zaid.

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Diese Dikate Mohammeds wurden wohl schon zu seinen Lebzeiten vielfach abgeschrieben.

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Manche Genossen besaßen die Aussprüche Mohammeds teilweise oder vollständig auf dem ihnen zur Verfügung stehenden Material.

Leder

Holz

Pergament

Palmenblätter

Seidenstücke

Gebleichter Schulterknochen

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Der Qurantexte wurde durch die regelmäßige liturgische Rezitation einem großen Teil der Gemeinde wörtlich ins Gedächtnis eingeprägt.

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Neben der schriftlichen Tradition bestand auch bald eine mündliche Überlieferung. So berichtet z.B. ein Hadit (Überlieferung) vom Tod etlicher Qurankenner (es soll sich um 700 Gefährten Mohammeds gehandelt haben) in der Schlacht von Yamama, die 633 n.Chr. zu Ende ging: "Viele Abschnitte des Qurans, die offenbart worden waren,

kannten jene, die an dem Tag von Yamama starben

aber sie waren nicht

denjenigen bekannt, die sie überlebten. Sie waren damals auch noch nicht niedergeschrieben worden. Weder Umar noch Abu Bakr noch Uthman hatten zum damaligen Zeitpunkt den Quran gesammelt, und die betreffenden Abschnitte waren nach ihrem Tod nicht im Besitz einer einzigen Person"

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Erst nach dem Tod Mohammeds wurden seine Aussprüche gesammelt und zusammengetragen.

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Der Kalif Othman (644 - 656 n.Chr.) kanonisierte den Quran und ließ alle anderen Versionen des Quran vernichten.

„Jeder moslemischen Provinz wurde eine Abschrift der soeben fertiggestellten Quranfassung zugesandt mit dem Befehl, alle anderen Qurantexte zu verbrennen, ob

es sich nun um Auszüge oder vollständige Exemplare handelte

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Wenn also heute Muslime behaupten, der Quran sei von Anfang an völlig unverändert weitergegeben worden ist, dann entspricht dies nicht den Tatsachen. Erst nachdem Othman die verschiedenen Quranversionen vernichtet hatte, gab es nur den einen allein gültigen Quran, der dann bis heute unverändert tradiert worden ist. Vgl. weiter unten "Die Auslassungen im Quran" und "Die unterschiedliche Lesarten im Quran".

Das Selbstverständnis des Qurans

Am Quran darf nicht gezweifelt werden (Sure 2,2)

Er ist als eine "klare" und "deutliche" Warnung auf Mohammed herabgesandt worden.

Er ist nicht menschlichen Ursprungs, sondern ist Wort für Wort die wahre Offenbarung Allahs (Sure 36,69-70).

Er ist nicht erschaffen, sondern existiert ewig im (siebten) Himmel. Er wurde dann in den dritten Himmel hinuntergebracht und von dort nahm der Engel Gabriel Stück um Stück, mal von hier, mal von dort, um es Mohammed zu offenbaren. (vgl. Sure 43,2-3)

Der Quran ist auf einer ewigen Tafel niedergeschrieben (Sure 85,22-23)

Der Quran weist den Menschen den Weg zu Allah.

Der Quran soll leicht verständlich und für jedermann zu begreifen sein (Sure 54,17).

Er soll unnachahmlich sein. Das ist seine Beglaubigung als göttliche Offenbarung (Sure 10,37- 38; 11,13; ).

Nach islamischen Verständnis soll für den Quran folgendes gelten:

Er ist sprachlich vollkommen.

Seine Prophezeiungen sollen zuverlässig sein und seine Berichte über vergangene Ereignisse können nur auf göttlicher Offenbarung beruhen.

Er ist inhaltlich völlig geschlossen und enthält keine Widersprüche (Sure 4,82)

Er ist wissenschaftlich zuverlässig.

Er ist ein Wunderwerk, weil nach islamischem Verständnis Mohammed Analphabet war.

Er ist ein Wundewerk, weil nach islamischen Verständnis Mohammad ein Analphabet war (Surah 29, 48)

Der Quran soll im Monat Ramadan geoffenbart worden sein (Sure 2,185). Dabei kann es sich nur um die erste geoffenbarte Sure handeln, da der Quran ja erst im Laufe der Zeit entstanden ist.

Als älteste Sure wird die Sure 96,1-5 angesehen, da diese mit den Worten beginnt: "Trage vor!"

Die Bedeutung des Quran´s

Der Islam ist eine Buchreligion: der Quran hat deshalb eine höhere Stellung als die Bibel im Christentum.

Der Quran ist unerschaffen -> keine "Inspiration"

Kinder fangen teilweise schon mit vier Jahren an, den Quran auswendig zu lernen.

Er ist Vorbild für die arabische Sprache (deshalb halten viele Prediger ihre Ansprachen in hocharabischer Reimprosa).

Es gibt nur eine Fassung des Quran. Allein dieses arabische Original darf rezitiert werden.

Die Rezitation an sich gilt als frommes Werk.

Die Änderung des Quran´s

Einzelne Quranaussagen wurden nach ihrer Offenbarung wieder geändert. D.h. dass auf einen Quranvers ein anderer folgte, der die erste Anweisung änderte oder relativierte. Die erste Offenbarung war waren offensichtlich nur zeitlich begrenzt gültig.

Diese unterschiedlichen Aussagen, die durchaus als sich widersprechenden Aussagen gedeutet werden können, wurden als "überarbeitetes Wort Allahs" verstanden.

Einige dieser veränderten Quranaussagen sind im heutigen Qurantext in der alten und der

neuen Fassung noch erhalten. Einige Beispiele für veränderte Anweisungen seien genannt:

1)

Die Qibla (Gebetsrichtung) von Jerusalem nach Mekka (Sure 2,142-150)

2)

Die Teilung des Erbes, das von Eltern oder Verwandten zurückgelassen wird, soll gemäß Sure 4,8 gleichmäßig erfolgen, was aber durch Vers 12 abgeändert wurde, wo befohlen wird, dass Männer den doppelten Anteil von Frauen erhalten sollen

3)

Das Nachtgebet sollte ursprünglich mindestens die halbe Nacht beanspruchen, eigentlich sogar den "größten Teiles der Nacht" (Sure 73,1-4). Während des Gebets ist der Quran zu rezitieren. Allah selbst sah in dieser Anweisung eine schwere Last. Doch dieses Gebot wurde durch Vers 21 sogleich relativiert: "daher rezitiert aus dem Quran, wie es euch leicht und möglich ist". D.h. jeder kann nach eigenen Ermessen die Gebetszeit bestimmen.

4)

iii Bei Frauen, die etwas Abscheuliches begehen (z.B. Ehebruch), war ein lebenslänglicher Hausarrest vorgesehen iv wenn vier Männer den Fehltritt bezeugen können. Nur Allah konnte diesen Hausarrest wieder aufheben. Diese Strafe wurde aber später in eine Strafe von 100 Peitschenhieben abgeändert.

Mohammad musste selbst immer solange bis zum Vortragen der "Offenbarung" warten, bis er gewiss sein konnte, die endgültige Offenbarung erhalten zu haben.

Der Quran selbst nennt drei Gründe für die spätere Abänderung des ursprünglich geoffenbarten Textes.

Mohammad vergaß etwas (nach Allahs Wille) (Sure 87,6-7). Der Satan schob Mohammed eine falsche Offenbarung unter (Sure 22,52). Allah selbst tauschte Passagen gegen bessere Offenbarungen aus (Surah 16,101.106).

falsche Offenbarung unter (Sure 22,52). Allah selbst tauschte Passagen gegen bessere Offenbarungen aus (Surah 16,101.106).
falsche Offenbarung unter (Sure 22,52). Allah selbst tauschte Passagen gegen bessere Offenbarungen aus (Surah 16,101.106).

1)

2)

3)

4)

Surah 2:106: spricht ganz offen die Tatsache eines nach der ersten Offenbarung veränderten Qurantextes an: "Wenn wir einen Vers austilgen oder in Vergessenheit geraten lassen, bringen wir dafür einen besseren oder einen, der ihm gleich ist. Weißt du denn nicht, dass Allah zu allem die Macht hat?" Zur rechten Deutung der Suren ist deshalb ihre Datierung von Bedeutung, da im Fall eines Widerspruches der Grundsatz gilt, dass der jüngere Text den älteren aufhebt. (Manchmal geschieht das aber sogar innerhalb ein und derselben Sure).

Die Auslassungen im Quran

Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Zaid-ibn Thebith damit beauftragt, den Quran zusammenzutragen und ihn aufzuschreiben (Mishkat'ul Masabih [gesammelt von al-Baghawi und mit Kommentar versehen von Al-Haj Maulana Fazlul Karim]). Es wird bezeugt, dass zumindest drei Offenbarungen weggelassen wurden.

1. Auslassung: Eine Offenbarung wurde nach Aussage von Mohammeds Frau, Aischa, mit der er bis zu seinem Tode zusammenwohnte, während seiner Krankheitsperiode oder in der Aufregung über seinen Tod unter dem Bett Mohammeds aufbewahrt; aber sie wurde von einem Haustier aufgefressen. 2. Auslassung: Nach Aussage des Biographen und Hadith-Sammlers Muslim (Buch 005, Nummer 2286) sagte Abu Musa al Ashari zu 300 Rezitatoren des Qurans in Basra: „Wir rezitierten gewöhnlich eine Sure, die nach Länge und Heftigkeit der Sure Barä-at (Sure 9) ähnelte. Ich habe sie jedoch vergessen - mit Ausnahme dieser Stelle, an die ich mich erinnern kann: >Wenn es für den Sohn Adams zwei Täler voller Reichtümer gegeben hätte, dann hätte er nach einem dritten Tal Verlangen gehabt, und nichts würde den Magen des Sohnes Adams füllen außer Staub.< Und wir zitierten gewöhnlich eine Sure, welche eher den Suren von Musabbihat glich, und ich habe sie vergessen, aber ich erinnere mich nur an folgenden Teil: >O ihr Gläubigen, warum sagt ihr, was ihr selbst nicht tut<, und >das ist euch in den Nacken geschrieben, als ein Zeugnis (gegen euch) und ihr werdet am Tage der Auferstehung darüber Rechenschaft geben müssen.“

geschrieben, als ein Zeugnis (gegen euch) und ihr werdet am Tage der Auferstehung darüber Rechenschaft geben

1)

2)

Das letzte Zitat kann aus Sure 61,3 und 17,14 stammen, aber das erste, das die gleiche Länge wie Sure 9 (129 Verse) haben soll, fehlt im Quran. 3. Auslassung:

3)

Eine andere Überlieferung stellt fest (»Sahih Muslim« Buch 017, Nummer 4194, Mishkat II, und andere):

Umar sagte: >Wahrlich, Allah sandte Mohammed in Wahrheit und offenbarte ihm das Buch. In den Versen offenbarte der allmächtige Allah den Vers über die Steinigung zu Tode. Der Bote Allahs steinigte zu Tode (Muslim) und nach ihm steinigten auch wir zu Tode. Und in dem BUCH GOTTES ist die Steinigung zu Tode eine Wahrheit für solche, die Ehebruch begehen.< Der Vers lautete so: >Der alte Mann und die alte Frau, wenn sie Ehebruch begangen haben, steinigten sie beide gewiss zu Tode

Dieser Abschnitt fehlt ebenfalls im Quran

Die Behauptung, dass der Quran vollständig ist, lässt sich somit nicht aufrechterhalten und folglich auch nicht die Behauptung, dass der Quran, wie er heute ist, eine exakte Kopie des himmlischen Originals sei.

Die unterschiedlichen Lesearten des Quran´s

Unterschiedliche Lesarten waren schon während der Zeit Mohammeds durchaus üblich.

Unterschiedliche Lesarten nehmen für sich in Anspruch, vom Propheten selbst zu stammen. v

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»Ein Mensch zitierte in der Gegenwart von Umar, der ihn korrigierte. Der Mann, erzürnt, behauptete, er habe schon für den Propheten zitiert und der habe ihn nicht verbessert. Sie brachten ihren Streit vor Mohammed. Als der Prophet die Behauptung des Mannes bestätigte, dass Mohammed ihn selber gelehrt habe, kamen Zweifel in Umars Sinn. Als der Prophet Umars Ausdruck wahrnahm, schlug er ihm auf die Brust und rief aus: “Raus, Teufel!“ Mohammed erklärte dann: >Alle Arten des Zitierens sind richtig, solange man nicht eine Darlegung über Barmherzigkeit in eine über Zorn verdreht und umgekehrt!“ (Tafsir von Tabari)

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»Abdullah berichtet: >Wir waren unterschiedlicher Meinung über eine Sure, ob sie aus 35 oder 36 Versen bestand. Deshalb gingen wir zum Propheten, der gerade im Gespräch mit Ali war. Als wir ihm sagten, dass wir uns über den Text nicht einig

waren, wurde sein Gesicht rot und er erwiderte: >Die vor euch waren, gingen an ihren Meinungsunterschieden zugrunde.< Er flüsterte Ali etwas zu, der dann sagte:

Der Prophet befiehlt euch, so zu zitieren, wie ihr gelehrt worden seid.(Tafsir von Tabari).

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»Ein Mann beschwerte sich beim Propheten: >Abdullah lehrte mich, eine bestimmte Sure im Quran zu zitieren. Zaid lehrte mich dieselbe Sure und ebenso Ubayy. Alle drei sind unterschiedlich. Wessen Lesart soll ich nun annehmen?Der Prophet schwieg dazu. Ali, der neben ihm stand, erwiderte: >Jeder Mensch sollte so rezitieren, wie er es gelernt hat. Jede Lesart ist annehmbar und gültig.

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vi Umar bin Al-Khattab sagte: »Ich hörte Hisham bin Hakim die Sure al-Furqan zitieren und hörte ihm zu. Als ich merkte, dass er viele Textstellen anders, als sie mir vom Propheten gelehrt worden waren, las, stürzte ich mich fast auf ihn, als er betete, doch ich wartete dann geduldig, bis er fertig war. Dann packte ich ihn am Kragen und fragte: Wer hat dich gelehrt, diese Sure zu zitieren?Er behauptete, dass der Prophet ihn gelehrt habe. Ich sagte: Bei Gott, du lügst!Ich zerrte ihn zum Propheten und erzählte ihm, dass ich mitangehört habe, wie Hisham viele Textstellen anders zitiert habe, als er mich gelehrt habe. Der Prophet sagte: Lass ihn los! Zitiere, Hisham!Er zitierte die Textstellen, die ich schon von ihm gehört hatte. Der Prophet sagte: Das ist so, wie es offenbart wurde!Er sagte dann: Zitiere du, Umarund ich zitierte so, wie er mich gelehrt hatte. Er sagte: >Das ist richtig. So wurde es offenbart. Dieser Quran wurde in sieben Formen offenbart, deshalb zitiere so, wie es am einfachsten ist!“.

Mohammad (saw) gab an, dass ihm der Quran in sieben verschiedenen Version geoffenbart worden war.

o vii Abdulla bin Abbas berichtet: Allah Apostel sagte: Gabriel offenbarte mir den Quran in einer Weise. Dann bat ich ihn, ihn mir in einer anderen Weise zu rezitieren, und ich bat ihn fortwährend ihn in weiteren Weisen zu rezitieren, und er offenbarte mit den Text in verschiedenen Weisen, bis er mir ihn schließlich in sieben verschiedenen Weisen rezitierte.

Folglich:

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Der Wortlaut des Quran´s ist nicht entscheidend

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Die Bedeutung eine Textes ist ausschlaggebend

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Alle Lesarten sind offenbar richtig.

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Alle Lesarten stammen aus den Tagen Mohammeds.

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Bereits Mohammed wusste um die unterschiedlichen Lesarten, und er billigte sie.

Die Interpretation des quran´s

Zur rechten Deutung des Quran werden vielfach die "Ahadith" herangezogen (=Überlieferungen der Taten Mohammeds)

In der Lebenspraxis spielen die Ahadith oft eine größere Rolle als der Quran selbst.

Hinweise:

Jede Qurankritik ist verboten

Muslime glauben, dass der Quran die identisch Kopie des himmlischen Originals ist, bis hin zu den Satzzeichen, Überschriften und Einteilung der Suren

Alle Teile früherer "Bücher" (= das Alte und Neue Testament), die nicht mit dem Inhalt des Quran übereinstimmen, werden als Verfälschung des ursprünglichen Bücher angesehen, da sie sonst notwendigerweise in ihren Aussagen mit dem Quran identisch wären.

Der Quran ist nach muslimischer Auffassung göttlichen Ursprungs, weil:

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Prophet Mohammad (s.a.w.) sagt, dass es so sei,

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Das Original in der arabischen Sprache hohe literarische Qualität besitzt

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Muslime glauben: "Der Quran ist das größte Wunder unter den Wundern.“

Anfragen an den Quran (nach Nehls)

Als Christen müssen wir dem islamischen Quranverständnis folgendes entgegenhalten:

1. Wenn der Quran eine seit Ewigkeit bestehende, göttliche Offenbarung ist, dann müssen Moslems die offensichtlich menschlichen Spuren in ihm erklären. Große Teile des Qurans sind ausgefüllt mit den persönlichen und politischen Angelegenheiten eines Mannes und einer Nation zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte.

2. Die Beglaubigung einer Offenbarung durch nur einen Zeugen, ohne objektive, göttliche Beweise wie z. B. Prophetie, ist unannehmbar.

3. Wenn der Quran göttlichen Ursprungs wäre, brauchten die Moslems keine kritische Analyse seines Inhalts zu fürchten.

4. Wo zwei Bücher (die Bibel und der Quran) für sich in Anspruch nehmen, endgültig, einzigartig, vollständig und universal in ihrer Botschaft zu sein, dabei aber in ihren Lehren einander stark widersprechen, können nur prüfbare, objektive Indizien, Belege oder Beweise deutlich machen, welches von beiden göttlich inspiriert ist.

5. Wenn die Botschaft die Offenbarung Gottes ist, dann darf sie im Originaltext keinen Irrtum und keinen Widerspruch enthalten. Vom Quran wird behauptet, dass er von Anfang an unverändert ist, und doch enthält es sowohl Irrtümer als auch Widersprüche.

6. Auch seine literarische Überlegenheit anderen zeitgenössischen Schriften gegenüber ist in sich selbst kein Beweis, wie wir ja schon bemerkt haben, abgesehen davon, dass diese Aussage anfechtbar ist.

7. Die Unterscheidungs- und Vokalzeichen der arabischen Sprache wurden erst eingeführt, nachdem der Quran schon weit verbreitet war. Solche Zeichen können die Bedeutung der Worte verändern. Als sie eingeführt wurden, gab es heftige Diskussionen um viele dieser Bedeutungen.

8. Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Said Ibn Thabit beauftragt, den Quran zusammenzutragen und niederzuschreiben (Miskhat Masebih). Es ist belegt, dass einige "Offenbarungen" ausgelassen worden sind, während andere Aussagen, die bezeugterweise nicht von Mohammed kamen, von ihm als "Offenbarungen" eingesetzt worden sind.

9. Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Said Ibn Thabit beauftragt, den Quran zusammenzutragen und niederzuschreiben (Miskhat Masebih). Es ist belegt, dass einige "Offenbarungen" ausgelassen worden sind, während andere Aussagen, die bezeugterweise nicht von Mohammed kamen, von ihm als "Offenbarungen" eingesetzt worden sind.

10. Nach dem plötzlichen Tod Mohammeds wurde Said Ibn Thabit beauftragt, den Quran zusammenzutragen und niederzuschreiben (Miskhat Masebih). Es ist belegt, daß einige "Offenbarungen" ausgelassen worden sind, während andere Aussagen, die bezeugterweise nicht von Mohammed kamen, von ihm als "Offenbarungen" eingesetzt worden sind.

Quellen

Literatur:

Benedikt Peters, Der 11. September, der Islam und das Christentum, Bielefeld: CLV, 2002,

Christiane Schirrmacher, Islam Band 1, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1994

Gerhard Nehls, Was Christen über Moslems wissen sollten, Filderstadt: Hänssler-Verlag, 1984

Josh McDowell & John Gilchrist, Islam auf dem Prüfstand, Asslar: Schulte und Gerth, 2001

Internet

Weitere Quellen, die verwendet wurden, sind in der Zwischenzeit nicht mehr im Internet verfügbar.

Über die Autorin Prof. dr. Angelika Neuwirth

viii forschungswerpunkte:

Quran und Quranexegese: moderne arabische Literatur der Levante, palästinensische Dichtung, Literatur des israelisch-palästinensischen Konflikts.

Kurbiographie:

Studium der Arabistik, Semitistik und Klassischen Philologie; Universitäten Berlin, Teheran, Göttingen, Jerusalem, München.

M.A 1970, Dr.phil. 1972, Dr.phil.habil. 1977, Dr. h.c. 2009.

Gastprofessur an der University of Jordan (1977-83); Heisenberg-Stipendium und Dozentur an Universität München 1984; Professur an Universität Bamberg 1984-91; Gastprofessur an 'Ayn Shams University, Cairo 1988, 1989; Lehrstuhl an der Freien Universität Berlin seit 1991; Direktorentätigkeit am Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Beirut und Istanbul 1994-1999.

Quellenangabe:

ii Sahih Al Bukhari, Band 6, Buch 61, Nr 510

iii Surah 24, Vers 2

iv Surah 4 Vers16

v Sahih Al Bukhari, Band 6, Buch 61, Vers Nr: 513

vi Sahih Al Bukhari, Band 6, Buch 61, Vers Nr. 514