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KMU – Beratungsbrief

Der KMU Beratungsbrief richtet sich an klein- und mittelständische Unternehmer und wird
von der Becker von Buch Unternehmensberatung GmbH kostenlos zur Verfügung gestellt.

Profitieren Sie von dem monatlich erscheinenden KMU-Beratungsbrief. Wir geben Ihnen
pragmatische Tipps & Tricks für den Unternehmeralltag.

Gönnen Sie sich eine Leseprobe bevor Sie sich für eine regelmäßige Bestellung entscheiden:

Themen im Januar 2010


1. Dienstleistungen für Unternehmen im
EU-Ausland – die neuen Regeln
2. 2010 erfolgreich durchstarten (Teil 2)
3. Wenn die GmbH überschuldet ist …
4. Wie rechtssicher sind E-Mails und
Web-Texte?
5. Stichwort des Monats: Das Hey-Joe-
Prinzip
1. Dienstleistungen für Unternehmen im EU-Ausland - die neuen
Regeln

Nach wie vor herrscht in (Klein)Unternehmerkreisen Unsicherheit darüber, ob bei EU-


Auslandsgeschäften die deutsche Umsatzsteuer berechnet werden muss. Denn maßgeblich
für die Besteuerung ist der Leistungsort. Liegt dieser im EU-Ausland und besitzt der Kunde
eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, ist die Leistung nicht steuerbar. Liegt der
Leistungsort dagegen in Deutschland, musste bislang die Umsatzsteuer berechnet werden.

Seit dem 1. Januar 2010 ist eine Neuregelung in Kraft: Grundsätzlich gilt jetzt der Sitz des
Kunden als Leistungsort, Rechnungen ins EU-Ausland unterliegen deshalb nicht der
deutschen Umsatzsteuer. Die Steuer fällt nämlich beim Unternehmerkollegen in Österreich,
Italien oder etwa Polen an. Mit der Novelle soll eine Verzerrung des Wettbewerbs wegen
unterschiedlicher Umsatzsteuersätze in den EU-Mitgliedsstaaten vermieden werden. Ganz
wichtig: Ist der Kunde eine Privatperson, muss in der Rechnung die deutsche Umsatzsteuer
enthalten sein, außerdem existieren Sonderregelungen beispielsweise bei
Grundstücksgeschäften und kulturellen Leistungen. Neu ist ebenfalls die Erweiterung der
„zusammenfassenden Meldung“ (ZM), die jedes Quartal beim Bundeszentralamt für Steuern
abgegeben werden muss. Bislang galt sie nur für Warenlieferungen ins EU-Ausland, jetzt sind
auch Dienstleistungen anzugeben. Auf der einen Seite bedeutet dies für Unternehmen einen
bürokratischen Mehraufwand, auf der anderen Seite ergeben sich auch deutliche Vorteile.
So können Unternehmen beispielsweise die für Übernachtungen und Sprit im Ausland
anfallende Umsatzsteuer leichter zurückholen. Bisher mussten sie in jedem EU-Land einen
gesonderten Rückerstattungsantrag stellen. Heute wird alles von dem Bundeszentralamt
koordiniert, welches mit den europäischen Partnerbehörden vernetzt ist.
2. 2010 erfolgreich durchstarten (Teil 2)

Größe allein ist kein Garant für Markterfolg, siehe die aktuellen Pleiten einst dominierender
Großunternehmen. Eher gilt das Gegenteil: Wer klein ist, kann schneller und wendiger auf
Trends reagieren. Im ersten Teil dieses Artikels haben wir Ihnen geraten, sich auf Ihre
Stärken zu konzentrieren und Ihre Kräfte zu bündeln. Ein hilfreiches Werkzeug, welches wir
Ihnen in diesem Zusammenhang vorgestellt haben, ist die SWOT Analyse.

Wenn Sie sich bereits von allem unnötigen Ballast – zumindest theoretisch – befreit haben,
heißt es nun, Ihre essentielle Kernkompetenz am Markt durchzusetzen. Dazu gehört
zunächst jedoch noch eine genaue Analyse der Wettbewerbssituation: Wer außer Ihnen ist
noch in Ihrem Segment auf Kundensuche? Was machen diese Unternehmen besser, was
schlechter? Um auch hier systematisch vorzugehen ist die sogenannte Wettbewerbsmatrix
(oder auch „Generische Strategien“ genannt) hilfreich. Die Matrix wurde von Michael E.
Porter entwickelt und dient der Entwicklung von Strategien, zur Bestimmung der
Produktpolitik im Marketing für einzelne Geschäftsfelder eines Unternehmens. Porter
ordnet die Wettbewerbsstrategien nach dem möglichen strategischen Ziel ("Was das
Unternehmen tun will") und nach dem vom Unternehmen einzusetzenden strategischen
Vorteil ("Wie das Unternehmen dieses Ziel erreichen möchte") und erhält drei grundlegende
Strategie-Typen: Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategie und Nischenstrategie.

Notieren Sie alle Informationen über Ihre Wettbewerber, ordnen Sie sie entsprechend der 3
Strategietypen zu und halten in einer übersichtlichen Liste fest, was wen wie unterscheidet.
Ergänzen Sie diese Liste Punkt für Punkt mit Ideen für Ihre kurz-, mittel-, und langfristigen
Gegenmaßnahmen. Vermeiden Sie dabei aber „Holzhammermethoden“, beispielsweise
teure Anzeigenkampagnen, wenn Ihnen Aufträge fehlen. Gehen Sie stattdessen behutsam
vor und entscheiden sich für eine Mailing-Aktion an Ihre Stammkunden, in denen Sie ein
besonders günstiges Angebot herausstellen. Bieten Ihre Wettbewerber günstigere Preise,
sollten Sie nicht ebenfalls an der Preisschraube drehen (und damit Ihre Marge auf ein
gefährliches Niveau drücken), sondern einen Mehrwert anbieten, zum Beispiel einen
besonderen Service.

Ganz auf Nummer Sicher gehen Sie natürlich, wenn Sie einen externen Berater engagieren,
der einerseits über Fachwissen aus Ihrer Branche verfügt und andererseits weder alles durch
die rosarote Brille noch mit Scheuklappen sieht. Wir sind Ihnen in dieser Beziehung gerne
behilflich!

3. Wenn die GmbH überschuldet ist...

Überschuldung liegt dann vor, wenn die bestehenden Verbindlichkeiten des Schuldners
größer sind als sein vorhandenes Vermögen, also in der Bilanz die Passiva die Aktiva
übersteigen. So steht‘s im Gesetz. Doch die aktuelle Wirtschaftskrise rüttelt an dieser einst
ehernen Grundregelung – und ließ sogar die Politik einschreiten: Vor kurzem stimmte der
Bundesrat dem Gesetzesentwurf des Bundestags zu, die Geltung des „gemilderten
Überschuldungsbegriffs“ bis zum 31.12.2013 zu verlängern.

Durch den „gemilderten Überschuldungsbegriff“ soll verhindert werden, dass Unternehmen,


die durch die Finanzkrise erhebliche Verluste etwa bei Aktien oder Immobilien erlitten
haben, einen Insolvenzantrag stellen müssen, obwohl sie eigentlich überlebensfähig sind.
Somit können durch die Neuregelung rechnerisch überschuldete Unternehmen der
Insolvenzantragspflicht entgehen, sofern sie eine positive sog. Fortführungsprognose
aufstellen können. Es ist nicht erforderlich, dass die Überlebensprognose mit absoluter
Sicherheit gestellt werden kann. Für eine positive Fortführungsprognose sollte die
Überwindung der Überschuldungssituation aber „überwiegend wahrscheinlich“ sein, z. B.
weil ein Betrieb den Zuschlag für einen Großauftrag erhalten hat und damit seine
Zahlungsfähigkeit über den gesamten Prognosezeitraum gewährleistet ist.

Ist die Fortführungsprognose dagegen negativ, folgt daraus die Insolvenzantragspflicht. Ist
sie positiv, kann das Gesellschaftsvermögen neu bewertet werden. Anstelle von
Liquidationswerten kann im Überschuldungsstatus dann von Fortführungswerten
ausgegangen werden. Ergibt sich auch dann eine Überschuldung, bleibt es bei der
Insolvenzantragspflicht. Wenn dagegen unter Zugrundelegung von Fortführungswerten
(Going-Concern-Werten) festgestellt wird, dass die Verbindlichkeiten der Gesellschaft
gedeckt werden, liegt keine Überschuldung vor. Das Unternehmen kann weiter am
Wirtschaftsverkehr teilnehmen, ohne einen Insolvenzantrag stellen zu müssen.

Ob für Sie diese Regelung greift, besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater. Eine
professionelle Fortführungsprognose erstellen unsere Fachberater. Sprechen Sie uns einfach
an!

4. Wie rechtssicher sind E-Mails und Web-Texte?

So unpraktisch es auch erscheinen mag: Rechtsverbindlicher Schriftverkehr erfordert noch


immer Papier. Rechtssicher sind E-Mails nur dann, wenn der Absender über eine
„qualifizierte elektronische Signatur“ verfügt, ausgestellt von einem anerkannten
Zertifizierungsdienst wie „TC Trust Center“, „Telesec“ oder „e:secure“. Es sei denn, in
Vertragsunterlagen oder bei Rechtsgeschäften wird auch die Textform anerkannt, unter die
im Gegensatz zur Schriftform auch Fax-Dokumente, E-Mails und SMS-Nachrichten fallen. Um
die Schriftform einzuhalten, müssen Erklärungen dagegen schriftlich angefasst und
eigenhändig unterschrieben sein.

Anlass für Diskussion gibt es seit einiger Zeit auch im Zusammenhang mit Informationen auf
Webseiten, ob diese ebenfalls den Erfordernissen der Textform gerecht werden könnten.
Nach einer Entscheidung des Kammergerichtes Berlin genügt beispielsweise eine
Widerrufsbelehrung auf einer Webseite nicht der Textform. Dies betreffe Texte, die lediglich
in das Internet eingestellt, dem Empfänger aber nicht (beispielsweise per E-Mail) übermittelt
worden seien. In solchen Fällen sei demzufolge die Textform nach § 126b BGB nur gewahrt,
wenn es tatsächlich zur „Perpetuierung der Erklärung beim abrufenden Verbraucher“ (durch
Ausdruck der Seite oder Abspeicherung auf der eigenen Festplatte) komme. Die Dauer der
Widerrufsfrist betrage somit einen Monat, wenn die in Textform mitzuteilende
Widerrufsbelehrung erst nach Vertragsschluss in der vorgeschriebenen Form erfolge.

5. Stichwort des Monats: Das Hey-Joe-Prinzip

Im Privatleben ist sie stets willkommen, im Berufsleben kann sie zum Chaos führen: die
Nachbarschaftshilfe. Zumindest dann, wenn es sich um technische Handreichungen handelt.
Typische Situation: Der Mitarbeiter X stellt ein Problem an seinem PC, an Drucker, Fax oder
Kopierer fest, dass er selbst nicht lösen kann. Er bittet den Kollegen Y um Hilfe (mit „Hey Joe
…“ haben das IT-Profis umschrieben). Kollege Y (Joe) kennt sich besser aus, ihm gelingt die
Problemlösung. Was Mitarbeiter X zunächst freut, könnte für das Unternehmen fatale
Folgen haben. Denn nicht nur die Arbeitskraft des Mitarbeiters Y wird zweckentfremdet, tritt
das Problem auch in anderen Unternehmensbereichen auf, muss erneut nach einer Lösung
gesucht werden: Der „Trick“ des Kollegen Y ist nirgendwo dokumentiert.

In kleineren Unternehmen mit flachen Hierarchien ist das Hey-Joe-Prinzip durchaus


tolerierbar, existiert jedoch eine übergeordnete IT-Instanz (zum Beispiel das so genannte
Service Desk), kann die kollegiale Nachbarschaftshilfe mangels Informationsfluss arge
Probleme verursachen. Störungen sind hier noch das kleinere Problem, schwierig wird es in
der Regel dann, wenn Sicherheitseinstellungen durch „Hey Joe …“ umgangen werden.
Beispiele sind die nicht erlaubte Installation zusätzlicher Software oder der ansonsten
verbotene Anschluss externer Speicher wie USB-Sticks. Es sind Fälle bekannt geworden, in
denen Mitarbeiter sogar eigene Notebooks ans Firmennetz angeschlossen und sensible

Daten überspielt haben. Die dazu notwendigen Einstellungen lieferten „hilfsbereite“


Kollegen …

Wichtigste Maßnahme gegen das Hey-Joe Prinzip ist Aufklärung: Alle Mitarbeiter mit PC und
Peripherie am Arbeitsplatz sollten die aufgestellten Regeln kennen. Eine entsprechende
Hilfestellung ist sogar standardisiert: Sie nennt sich ITIL (IT Infrastructure Library) und
beschreibt den Aufbau der notwendigen Strukturen. Mehr dazu unter http://www.itsmf.de/.

Wenn Sie Interesse daran haben den KMU Beratungsbrief regelmäßig zu beziehen, besuchen
Sie unsere Homepage unter www.beckervonbuch.de oder bestellen Sie ihn direkt auf
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