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I

Inhaltsverzeichnis
Vorwort...................................................................................................................1
Delphi, was ist das?............................................................................................1
Aufbau des Buches..............................................................................................1
Die Grundlagen...............................................................................................1
Der Schnelleinstieg.........................................................................................1
Die RAD Umgebung........................................................................................1
Warum Pascal?....................................................................................................2
Warum Delphi?....................................................................................................2
Pascal......................................................................................................................2
Grundlagen.........................................................................................................2
Die Konsole......................................................................................................2
Die Programmvorlage.....................................................................................3
Der Befehl Readln.......................................................................................4
Die Ausgabe.................................................................................................4
Exkurs: Zeichenketten.............................................................................5
Datentypen..........................................................................................................5
Grundlegende Datentypen..............................................................................5
Allgemeines.................................................................................................5
Texttypen.....................................................................................................5
Der Typ Char...........................................................................................6
Der Typ String.........................................................................................6
Verwendung beider Typen untereinander...............................................7
Ganzzahlige Typen......................................................................................7
Datentypen zum Umgang mit natürlichen Zahlen...................................7
Weitere ganzzahlige Datentypen.............................................................8
Gleitkommazahlen.......................................................................................8
Die Datentypen Single, Double und Extended........................................8
Wahrheitswerte...........................................................................................9
Der Datentyp Boolean..............................................................................9
Erweiterte Datentypen....................................................................................9
Zeiger..........................................................................................................9
Was sind Zeiger?......................................................................................9
Wozu dienen Zeiger?................................................................................9
Anwendung............................................................................................10
Deklaration.........................................................................................10
Speicheradresse auslesen..................................................................10
Inhalt auslesen...................................................................................10
Aufzählungen.............................................................................................11
Aufzählungen mit automatischen Positionen.........................................11
Aufzählungen mit definierten Positionen..............................................12
Sets............................................................................................................13
Arrays........................................................................................................13
Was sind Arrays?....................................................................................13
Arrays anlegen.......................................................................................13
Auf Arrays zugreifen..............................................................................13
Dynamische Arrays................................................................................14
Länge des Arrays verändern..............................................................14
Erster und letzter Index.....................................................................15
Array freigeben..................................................................................15
II

Mehrdimensionale Arrays......................................................................16
Records......................................................................................................16
Was sind Records?.................................................................................16
Wie funktionieren Records?...................................................................17
Die with-Anweisung...............................................................................17
Varianten...................................................................................................17
Variablen...........................................................................................................18
Werte zuweisen und auslesen.......................................................................18
Initialisierung von Variablen bei der Deklaration.........................................19
Konstanten........................................................................................................19
Typisierte Konstanten...................................................................................19
Eingabe und Ausgabe.......................................................................................20
Eingaben erfassen.........................................................................................20
Variablen ausgeben.......................................................................................21
Verzweigungen..................................................................................................21
If-Abfrage (Wenn-Dann-Sonst)......................................................................21
Aufbau.......................................................................................................21
Einfache if-Abfragen..................................................................................22
Erweiterte if-Abfragen mit „sonst“............................................................22
Zusammenhang mit dem Typ Boolean......................................................23
Verknüpfung von Bedingungen.................................................................23
Schachtelungen.................................................................................................24
Schleifen...........................................................................................................25
Die while-Schleife..........................................................................................25
Die repeat-until-Schleife...............................................................................26
Die for-Schleife..............................................................................................26
Vorzeitiger Abbruch einer Schleife...............................................................28
Überspringen von Werten.............................................................................29
Prozeduren und Funktionen.............................................................................29
Prozeduren ohne Parameter.........................................................................29
Prozeduren mit Wertübergabe (call by value)..............................................31
Prozeduren mit Variablenübergabe (call by reference)................................31
Prozeduren/Funktionen mit Const Parameter..............................................32
Erste Zusammenfassung...............................................................................32
Funktionen....................................................................................................33
Unterprozeduren / Unterfunktionen.............................................................34
forward Deklaration......................................................................................34
Überladene Prozeduren / Funktionen...........................................................35
Fortgeschritten.................................................................................................36
Typdefinition.................................................................................................36
Teilbereiche von Ganzzahlen.....................................................................36
Aufzählungen.............................................................................................36
Records, Arrays.........................................................................................37
Zeiger........................................................................................................37
Klassen......................................................................................................38
Typumwandlung............................................................................................38
Methodenzeiger............................................................................................38
Rekursion......................................................................................................38
Definition...................................................................................................38
Beispiel einer Rekursionsprozedur...........................................................39
Beispiele für Rekursionen.........................................................................39
Wann man Rekursionen NICHT verwendet...............................................39
Links..........................................................................................................39
III

Objektorientierung............................................................................................39
Klassen..........................................................................................................39
Einleitung..................................................................................................39
Aufbau einer Klasse...................................................................................39
Allgemeiner Aufbau...............................................................................39
Sichtbarkeit der Daten..........................................................................40
Methoden...............................................................................................41
Eigenschaften........................................................................................42
Konstruktoren und Destruktoren..................................................................43
Allgemeines...............................................................................................43
Konstruktoren............................................................................................44
Destruktoren..............................................................................................45
Überladen..................................................................................................47
Eigenschaften................................................................................................47
Einleitung..................................................................................................47
Eigenschaften definieren...........................................................................48
Array-Eigenschaften..................................................................................49
Überschreiben...........................................................................................49
Sichtbarkeit ändern...............................................................................49
Neu definieren.......................................................................................50
Zugriff auf Eigenschaften..........................................................................50
Standard-Eigenschaften............................................................................51
Vererbung......................................................................................................51
Einleitung..................................................................................................51
Deklaration................................................................................................51
TObject...................................................................................................52
Beispiel..................................................................................................52
Ersetzen von Methoden und Feldern........................................................52
Überschreiben von Methoden und Feldern...............................................53
dynamic..................................................................................................54
Interfaces......................................................................................................54
Exceptions.....................................................................................................54
Schnelleinstieg.....................................................................................................54
Einstieg.............................................................................................................54
Was ist Delphi................................................................................................54
Warum Delphi?..............................................................................................55
Die Oberfläche..............................................................................................55
Das erste Programm (Hello world)...............................................................55
Erweitertes Programm..................................................................................56
Die Syntax.....................................................................................................56
Die Strukturen von Delphi............................................................................57
Prozeduren und Funktionen..........................................................................58
Datentypen (Array, Records und Typen)...........................................................59
Arrays............................................................................................................59
Eindimensionale Arrays.............................................................................59
Statische Arrays.....................................................................................59
Dynamische Arrays................................................................................60
Mehrdimensionale Arrays.........................................................................60
Statische Arrays.....................................................................................60
Dynamische Arrays................................................................................60
Typen.............................................................................................................61
Records..........................................................................................................61
Pointer...............................................................................................................62
IV

Einleitung......................................................................................................62
Grundlagen....................................................................................................62
Dynamische Datenstrukturen...........................................................................63
Die klassische Methode: Listen.....................................................................63
Die moderne Methode: Klassen....................................................................65
Grundgerüst..............................................................................................65
Implementation.........................................................................................65
Erweiterungsmöglichkeit..........................................................................67
Anmerkung................................................................................................67
DLL-Programmierung.......................................................................................68
Was ist eine DLL?..........................................................................................68
Das Grundgerüst einer DLL..........................................................................68
Assembler und Delphi.......................................................................................69
Allgemeines...................................................................................................69
Syntax............................................................................................................69
RAD-Umgebung....................................................................................................71
Warum eine RAD-Umgebung?..........................................................................71
Erstellung einer grafischen Oberfläche (GUI, Graphical User Interface)........71
Anhänge................................................................................................................72
Befehlsregister..................................................................................................72
Der (richtige) Programmierstil.........................................................................72
Allgemeine Regeln........................................................................................72
Einrückung................................................................................................72
Seitenrand.................................................................................................72
Kommentare..............................................................................................72
Compilerdirektiven....................................................................................73
Anweisungsblöcke.....................................................................................73
Klammern..................................................................................................73
Interpunktion.............................................................................................73
Operatoren................................................................................................74
Reservierte Wörter....................................................................................74
Routinen und Methoden................................................................................74
Namensvergabe.........................................................................................74
Parameter..................................................................................................75
Variablen.......................................................................................................75
Typen.............................................................................................................75
Gleitkommazahlen.....................................................................................76
Aufzählungen.............................................................................................76
Varianten...................................................................................................76
Arrays und Records...................................................................................76
Glossar..............................................................................................................77
Autoren.............................................................................................................77
Lizenz................................................................................................................77
1

Vorwort
Delphi, was ist das?
Gut, so wird wohl keiner fragen, der sich bis hierher durchgeklickt hat, aber
trotzdem sollen hier einige Begrifflichkeiten geklärt werden:
Delphi, oder noch korrekter "Object Pascal" bzw. "Delphi Language" (seit
Erscheinen von Delphi 7), ist eine Programmiersprache, die auf der in den 70ern
entwickelten Sprache "Pascal" basiert. Pascal wurde dabei, wie der Name
"Object Pascal" schon vermuten lässt, um die objektorientierte Programmierung
(OOP) erweitert.
Für Object Pascal gibt es mehrere Compiler mit integrierter
Entwicklungumgebung. Die meisten Programmierer benutzen je nachdem, ob
sie Windows oder Linux benutzen die Compiler von Borland "Delphi" oder
"Kylix". Ein weiterer Compiler stammt vom Open Source-Project Free Pascal, die
Entwicklungsumgebung dazu ist Lazarus.

Aufbau des Buches


Dieses Buch soll sowohl Anfängern den Einstieg in die Programmierung mit
Pascal, als auch Umsteigern von anderen Sprachen (z.B.: C) einen schnellen
Einstieg in Pascal ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, teilt sich das Buch in
3 Bereiche auf:

Die Grundlagen
Dieser Abschnitt richtet sich an totale Programmieranfänger und führt
schrittweise und anhand von Beispielen in die Pascal-Programmierung ein.
Neben der Einführung in die Sprache Pascal werden grundlegende Prinzipien
des allgemeinen Programmierens anhand von praktischen Beispielen vermittelt.

Der Schnelleinstieg
Wer schon eine andere Programmiersprache beherrscht und/oder seine Pascal-
Kenntnisse ein bisschen auffrischen will, sollte mit diesem Abschnitt beginnen.
Er erläutert alle Features der Sprache und ihrer Syntax, setzt dabei aber
grundlegendes Verständnis voraus.

Die RAD Umgebung


In diesem Abschnitt geht es um die Programmierumgebungen Delphi und
Lazarus. Es soll ein Einstieg in die Entwicklung graphischer Oberflächen und die
damit verbundenen Programmiertechniken gegeben werden, die allerdings das
Verständnis von Pascal voraussetzen. Weiterhin werden der Aufbau und die
dahinter liegenden Prinzipien der graphischen Klassenbibliotheken (VCL,LCL)
erläutert.
2

Warum Pascal?
Pascal wurde speziell zu Lernzwecken entwickelt. Insofern kann Pascal für
Programmieranfänger empfohlen werden. Eine der hervorstehensten
Eigenschaften von Pascal ist die gute Lesbarkeit des Quellcodes, verglichen mit
Programmiersprachen wie z.B. C oder C++. Von der Geschwindigkeit der
ausführbaren Programme her zieht Pascal fast mit C++ gleich. Obwohl bereits
1970 der erste Pascal-Compiler verfügbar war, gelang Pascal erst mit Borlands
Turbo Pascal Mitte der 80er Jahre der Durchbruch. Seit Turbo Pascal 5.5 gibt es
auch Möglichkeiten für die objektorientierte Programmierung. Der bekannteste
aktuelle, kostenlose Pascalcompiler FreePascal ist in vielen Punkten nicht nur
zu Turbo Pascal 7, sondern sogar zu Delphi kompatibel und wird ständig
weiterentwickelt. Pascal ist also keine tote Sprache, obwohl dies oft behauptet
wird.

Warum Delphi?
Es gibt viele Gründe Delphi zu benutzen. Es gibt aber wahrscheinlich auch
genauso viele dagegen. Es ist also mehr Geschmacksache, ob man Delphi lernen
will oder nicht. Wenn man allerdings Gründe für Delphi sucht, so fällt sicher
zuerst auf, dass Delphi einfach zu erlernen ist, vielleicht nicht einfacher als
Basic aber doch viel einfacher als C/C++. Für professionelle Programmierer ist
es sicher auch wichtig zu wissen, dass die Entwicklung von eigenen
Komponenten unter Delphi einfach zu handhaben ist. Durch die große Delphi-
Community mangelt es auch nicht an Funktionen und Komponenten.
Ein besonderer Vorteil von Delphi ist hohe Typsicherheit. Viele Fehler werden
also schon beim Kompilieren bemerkt und müssen nicht durch langwieriges
Debuggen entdeckt werden.
Erstellt man größere Projekte mit Borlands Delphi Compiler, so ist die
Geschwindigkeit beim Kompilieren sicher ein entscheidender Vorteil. Auch die
einfache Modularisierung, durch Units, Functions und Procedures ist sicherlich
ein Vorteil der Sprache gegenüber einfachen Sprachen wie Basic.
Mit Delphi lässt sich zudem so ziemlich alles entwickeln, abgesehen von
Systemtreibern. Dennoch ist es nicht unmöglich teilweise auch sehr
hardwarenahe Programme zu entwickeln.

Pascal
Grundlagen
Die Konsole
Obwohl die schnelle Entwicklung grafischer Oberflächen eine der größten
Stärken von Delphi ist, eignet sie sich nur bedingt zum Einstieg in die
Programmierung, da die GUI-Entwicklung ein eher komplexeres und vielseitiges
Thema ist. Außerdem setzt sie ein grobes Verständnis allgemeiner
Programmiertechniken (wie z.B.: OOP) voraus. In diesem Buch wird als Einstieg
die Konsolenprogrammierung genutzt, um dem Leser auf einfache Art und Weise
3

in die verschiedenen Sprachelemente des Software Engineerings einzuführen.


Unter Windows auch als „DOS-Fenster“ bekannt, stellt eine Konsole
grundlegende Methoden zur Ein- und Ausgabe von Daten dar, die heutzutage
zwar oft als veraltet gilt, aber dennoch nicht wegzudenken ist.

Die Programmvorlage
Startet man Delphi so öffnet es direkt ein leeres Projekt zur Erstellung eines
grafischen Programms. Da wir zunächst aber ein Konsolenprogramm erstellen
wollen, müssen wir dieses Projekt schließen und ein anderes erstellen.
Delphi:
Datei->Neu->Weitere...->Konsolen-Anwendung
[1] program Project1;
[2]
[3] {$APPTYPE CONSOLE}
[4]
[5] uses
[6] SysUtils;
[7]
[8] begin
[9] { TODO -oUser -cConsole Main : Hier Code einfügen }
[10] end.

Dies ist nun die Vorlage für unser erstes Programm. Zeile 1: Jedes Programm
beginnt mit dem Schlüsselwort program gefolgt von dem Programmnamen (der
übrigens identisch mit dem Dateinamen sein muss) gefolgt von einem
Semikolon.
Die Zeilen 3-6 sollen uns zunächst nicht interessieren, sie sorgen für die nötigen
Rahmenbedingungen die unser Programm benötigt.
In Zeile 8 leitet das begin nun den Hauptanweisungsblock ein in dem sich
später unser Quelltext befinden wird. In Zeile 10 endet sowohl der
Anweisungsblock mit end.. Dieser Anweisungsblock wird beim Programmstart
ausgeführt und danach beendet sich das Programm wieder.
Zeile 9 enthält nur einen Kommentar, der für uns unwichtig ist und bedenkenlos
entfernt werden kann.
Lazarus:
Datei->Neu...->Project->Program
[1] program Project1;
[2]
[3] {$mode objfpc}{$H+}
[4]
[5] uses
[6] {$IFDEF UNIX}{$IFDEF UseCThreads}
[7] cthreads,
[8] {$ENDIF}{$ENDIF}
[9] Classes
[10] { add your units here };
[11]
[12] begin
[13] end.

Die Zeilen 3-10 sollen uns auch hier zunächst nicht interessieren.
4

Der Befehl Readln


Delphi stellt mit der Programmvorlage ein zwar funktionierendes aber
funktionsloses Programm zur Verfügung. Wenn wir einmal dieses Programm
starten (mittels [F9]) so sehen wir im besten Fall für den Bruchteil einer
Sekunde ein Konsolenfenster. Denn da unser Programm noch leer ist, wird es
sofort beendet. Um dies zu verhindern, fügen wir den Befehl Readln ein:
begin
Readln;
end.

Readln steht für „read line“ (deutsch: lies Zeile). Das heißt, Readln macht nichts
anderes als eine Zeile Text von der Konsole zu lesen. Die Eingabe einer Zeile
wird mit der [ENTER]-Taste beendet. Bis die [ENTER]-Taste gedrückt wurde,
liest der Readln-Befehl alle Zeichen die man eingibt ein. Also müsste unser
Konsolen-Fenster nun solange geöffnet bleiben bis wir die [ENTER]-Taste
drücken.
Pascal und Delphi sind case-insensitive. Das heißt, dass sie nicht
Tipp: zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheiden. Es spielt
also keine Rolle, ob man „program“, „Program“, „PROGRAM“
oder „PrOgRaM“ schreibt. Sinnvoll ist allerdings, sich für eine
Schreibweise zu entscheiden, damit der Quelltext lesbar bleibt
(siehe StyleGuide (folgt))

Wie man die durch Readln eingelesenen Zeichen verarbeitet, erfahren Sie
später.

Die Ausgabe
Nachdem unser Programm nun geöffnet bleibt, damit wir die Ausgaben des
selbigen betrachten können, wird es nun Zeit Ausgaben hinzuzufügen. Dazu
verwenden wir den Befehl Writeln:
begin
Writeln('Hello World');
Readln;
end.

Analog zu Readln steht Writeln für „write line“ (deutsch: schreibe Zeile). Wie
sich daher bereits erahnen lässt, führt dieser Befehl dazu, dass der Text „Hello
world“ auf der Konsole ausgegeben wird.
Tipp: Die Routine Writeln ist nicht auf Zeichenketten begrenzt,
sondern kann alle Arten von Daten aufnehmen. So ergibt z.B.:
Writeln(42); dass die Zahl 42 auf der Konsole ausgegeben wird.
5

Exkurs: Zeichenketten
In Pascal werden Zeichenketten durch ein einfaches Apostroph (')
gekennzeichnet und im Allgemeinen als String bezeichnet. Will man allerdings
ein ' in seinem String verwenden so ist dies durch '' möglich.
Übersicht:
Zeichenkette in Pascal Entsprechung
'Hello World' Hello World
'Hello '' World' Hello ' World
'Hello '+' World' Hello World
Näheres siehe Strings.

Nun lassen sich selbstverständlich noch beliebig viele weitere Ausgaben


hinzufügen. Allerdings entbehrt die reine Ausgabe von Text auf der Konsole,
dem eigentlichen Sinn von Programmen, die ja Informationen verarbeiten
können sollen. Genau dies ist also Thema des nächsten Kapitels: Wenn Dann
Sonst, aber zunächst beschäftigen wir uns erst mal mit den Datentypen.

Datentypen
Grundlegende Datentypen

Allgemeines
Um in Pascal programmieren zu können, muss man wissen, dass verschiedene
Datentypen existieren. Pascal ist dabei eine sehr genaue bzw. strikte Sprache,
die jede falsche Verwendung von Datentypen mit einer Fehlermeldung ahndet.
Doch was sind nun Datentypen?
Die von einem Programm verwendeten Daten werden in einer Bitfolge im
Speicher abgelegt. Je nachdem, wie diese Bitfolge wieder ausgelesen wird,
können sich wieder völlig andere Daten ergeben. Um hier keine ungewollten
Programmabstürze zu produzieren, wird jedem Speicherbereich ein bestimmter
Datentyp zugeordnet. Mit den Datentypen können verschiedene Operationen
durchgeführt werden, zum Beispiel kann man mit Zahlen rechnen, mit
Buchstaben jedoch nicht. Durch die strikte Verwendung von Datentypen ist
sichergestellt, dass die gespeicherten Daten nur ihrer Bestimmung gemäß
verwendet werden. Nun ja, fast immer, denn keine Regel ohne Ausnahme. Aber
dazu später mehr.

Texttypen
Für die Bearbeitung von Text gibt es zwei verschiedene Zeichentypen: für
einzelne Zeichen und für Zeichenketten. Ein Zeichen ist dabei im Grunde alles
das, was Sie mit Ihrer Tastatur auf den Bildschirm zaubern können, also
Buchstaben, Zahlen (mit denen man aber nicht rechnen kann), Interpunktions-
und andere Sonderzeichen usw.
6

Der Typ Char


Der Typ Char dient dazu, ein einzelnes Zeichen zu speichern.
var
c: Char;
begin
c := 'a'; // c den Buchstaben a zuweisen
end.

Um nicht druckbare Zeichen in einem Char zu speichern, oder einfach ein


Zeichen mit einem bestimmten ASCII-Code einzufügen, kann das #-Zeichen,
gefolgt von einer Ganzzahl genutzt werden:
var
c: Char;
begin
c := #64; // c das Zeichen mit dem ASCII-Code 64 zuweisen (= '@')
end.

Der Typ String


Der Typ String bezeichnet eine Zeichenkette mit variabler Länge. Das heißt, er
kann keine Zeichen, ein Zeichen oder auch mehrere beinhalten.
Strings müssen im Quelltext immer von Apostrophen umschlossen werden, dies
wird von Delphi standardmäßig blau hervorgehoben:
var
s: string;
begin
s := 'Dies ist ein String';
end.

Mehrere Strings lassen sich miteinander mit Hilfe des +-Operators zu einem
größeren Text verknüpfen (konkatenieren). Wenn wir beispielsweise an "Dies ist
ein String" noch " und wird in s gespeichert." hängen wollen, so können wir das
mit dem so genannten Verknüpfungs- oder Verkettungsoperator tun. Dieser
Operator ist ein Pluszeichen (+). Doch genug zur Theorie. Unser Beispiel sähe
so aus:
s := 'Dies ist ein String'; // s = "Dies ist ein String"
s := s + ' und wird in s gespeichert.'; // s = "Dies ist ein String und wird in s
gespeichert."

Auch Steuerzeichen können genauso wie bei Char verwendet werden:


s := s + #10; // Linefeed an s anhängen (Dezimale Schreibweise)
s := s + #$20; // Leerzeichen an s anhängen (Hexadezimale Schreibweise)

So wird im Prinzip jedes Zeichen im String gespeichert. Dies erklärt auch,


warum man mit Zahlen in einem String nicht rechnen kann, obwohl sie im String
gespeichert werden können.
Um ein einzelnes Zeichen eines Strings anzusprechen, genügt es, in eckigen
Klammern dahinter zu schreiben, welches Zeichen man bearbeiten oder
auslesen möchte.
Writeln('Der erste Buchstabe des Strings ist ein "'+s[1]+'".');
7

Verwendung beider Typen untereinander


Die Datentypen Char und String sind in gewisser Weise kompatibel. Man kann
z.B. ein Char an einen String anhängen oder ein Zeichen aus einem String in
einem Char speichern:
c := 'X'; // c = "X"
s := 'Hier ein Zeichen: ' + c; // s = "Hier ein Zeichen: X"
c := s[3]; // c = "e"

Ganzzahlige Typen
Ganzzahlige Variablen können, wie der Name schon sagt, ganze bzw. natürliche
Zahlen speichern. Der am häufigsten gebräuchliche Typ in dieser Variablenart
ist "Integer", was nichts mit dem deutschen Wort "integer" zu tun hat. Mit
diesen Zahlen lässt sich dann auch rechnen.

Datentypen zum Umgang mit natürlichen Zahlen


Eine Variable vom Typ „Integer“ bezeichnet eine 32 Bit große Ganzzahl mit
Vorzeichen, es können somit Werte von -231 bis 231-1 dargestellt werden.
Das nachfolgende Beispiel zeigt einige Möglichkeiten zur Verwendung von
Variablen. Nach jedem Schritt wird mittels Writeln der Name der Variable und
danach der Wert der selbigen ausgegeben.
var
i, j: Integer;
begin
i := 10;
WriteLn('i ', i);
j := i;
WriteLn('j ', j);
i := 12;
WriteLn('i ', i);
WriteLn('j ', j);
ReadLn;
end.

Ausgabe:
i 10
j 10
i 12
j 10

Hier wird deutlich, dass bei der Zuweisung einer Variablen an eine andere nur
der Wert übertragen (kopiert) wird.
Außerdem kann wie gewohnt mit +, - und * gerechnet werden. Eine Division
wird für Ganzzahltypen durch div dargestellt. Um den Rest einer Division zu
erhalten, wird der mod-Operator verwendet. Der Compiler beachtet auch Punkt-
vor-Strich Rechnung und Klammerung.
i := 10; // i ist jetzt 10
i := i * 3 + 5; // i ist jetzt 35
i := 10 div 3; // i ist jetzt 3
i := 10 mod 3; // i ist jetzt 1
8

Weitere ganzzahlige Datentypen

Name Wertbereich
Shortint -128..127
Smallint -32768..32767
Longint (entspricht Integer) -231..231-1
Int64 -263..263-1
Byte 0..255
Word 0..65535
Cardinal/Longword 0..232-1

Gleitkommazahlen

Die Datentypen Single, Double und Extended


Mit den ganzzahligen Datentypen lassen sich nur gerundete Divisionen
durchführen. Brüche wie 1/2 sind daher nicht sinnvoll auszuwerten. Um auch
Nachkommastellen berechnen zu können, existieren in Pascal die
Gleitkommatypen Single, Double und Extended. Der Unterschied zwischen
diesen Typen besteht in der Genauigkeit, mit der die Daten gespeichert werden.
Die folgende Tabelle zeigt den jeweiligen Wertebereich der einzelnen Typen:
Name Wertbereich Speicherbedarf
Single -1,5 × 1045 .. 3,4 × 1038 4 Byte
Double -5,0 × 10324 .. 1,7 × 10308 8 Byte
Extended -3,6 × 104951 .. 1,1 × 104932 10 Byte

Daneben existieren unter Delphi noch die folgenden besonderen Typen:


Real48 -2,9 × 1039 .. 1,7 × 1038 6 Byte
Real Derzeit das Gleiche wie Double
Comp -263+1 .. 263-1 8 Byte
-922337203685477.5808..
Currency 8 Byte
922337203685477.5807
• Extended bietet zwar die höchste Genauigkeit, ist aber stark an das
System gebunden. Wenn Daten in diesem Format gespeichert werden und
auf anderen Rechnern verwendet werden sollen, kann dies zu Problemen
führen.
• Real48 ist veraltet und sollte nur noch zur Kompatibilität mit alten Pascal-
Programmen verwendet werden.
• Real sollte ebenfalls nicht unbedingt verwendet werden, da dieser Typ
keine festgelegte Genauigkeit besitzt. In älteren Programmen war dieser
Typ gleichbedeutend mit Real48, heute mit Double.
• Comp ist ein „Mischtyp“ zwischen ganzen Zahlen und Gleitkommazahlen
9

und ebenfalls veraltet (genaueres in der Hilfe von Delphi)


• Currency ist ein spezieller Typ einer Festkommazahl zur Verwendung mit
Währungen. Er weist ebenfalls ein besonderes Verhalten bei der
Wertzuweisung auf, näheres in der Delphi-Hilfe.
Die Division können Sie nun mit Hilfe des Operators „/“ statt mit div
durchführen. Als Zähler und Nenner können sowohl Ganzzahl- als auch
Gleitkommavariablen verwendet werden. Bei der direkten Zuweisung eines
gebrochenen Wertes wird die englische Schreibweise verwendet, sprich: das
Komma wird durch einen Punkt ersetzt:
x := 1.34;

Wahrheitswerte

Der Datentyp Boolean


Der Typ Boolean ermöglicht es, einen Wahrheitswert zu speichern. Mögliche
Werte sind true (wahr) und false (falsch). Auch der Wert kann wiederum der
Variable zugewiesen werden:
var
a: Boolean;
begin
a := True;
end.

Auf diesen Variablentyp wird im Kapitel Verzweigungen näher eingegangen.

Erweiterte Datentypen

Zeiger

Was sind Zeiger?


Ein Zeiger bzw. Pointer ist eine Variable, die auf einen Speicherbereich des
Computers verweist. Zum besseren Verständnis hier ein kleines Beispiel:
Nehmen wir einmal an, wir haben einen Schrank mit 50 verschiedenen Fächern.
Jedes Fach ist mit einer Nummer gekennzeichnet, dazu hat er in jedem Fach
einen Gegenstand.
Im Sinne von Zeiger in einer Programmiersprache ist der Schrank der
Speicherbereich des Computers, welcher dem Programm zur Verfügung gestellt
wird. Jedes einzelne Fach des Schrankes repräsentiert eine Adresse auf diesem
Speicher. Auf jedem Speicher kann nun auch eine beliebe Bitreihenfolge
abgespeichert werden.

Wozu dienen Zeiger?


Es gibt mehrere Gründe, warum man Zeiger benötigt. Zum einen sind hinter den
Kulissen von Pascal sehr viele Zeiger versteckt, die große dynamische
Speicherblöcke benötigen. Beispielsweise ist ein String ein Zeiger, wie auch eine
Klasse nur ein einfacher Zeiger ist.
10

In vielen Fällen sind aber auch Zeiger dazu da, um die strikte Typisierung von
Pascal zu umgehen. Dazu benötigt man einen untypisierten Zeiger, der nur den
Speicherblock enthält, ohne Information dazu, was sich auf dem Speicherblock
befindet.
Anm.: Es geht eher darum, dass man ohne Pointer immer einen ganzen Schrank
haben muss, obwohl sich darin nur 3 Paar Socken befinden. Ein Zeiger würde
eben darauf verweisen, wo genau die Socken zu finden sind und man braucht
nicht den ganzen Schrank im Zimmer zu haben. Auf Programmieren
zurückübertragen bedeutet dies, dass man nicht wie bei einem Array die Größe
des Speichers vorher festlegen muss (-> 50 Schubladen im Schrank), sondern
die Größe dynamisch angepasst wird (2 Schubladen bei ein paar Paaren, 50 -
und eben nur diese 50 - wenn alles voll ist).

Anwendung

Deklaration

Es gibt zwei Arten, wie man einen Zeiger deklarieren kann. Eine typisierte und
eine untypisierte Variante.
var
Zeiger1: ^Integer; // typisiert
Zeiger2: Pointer; // untypisiert

Speicheradresse auslesen

Im Code kann man nun entweder die Adresse oder den Inhalt des
Speicherblockes auslesen. Das Auslesen der Adresse des Speicherblockes
funktioniert gleich bei der un- wie auch bei der typisierten Variante.
begin
Zeiger2 := @Zeiger1;
Zeiger2 := Addr(Zeiger1);
end;

Wie ihr seht, gibt es für das Auslesen der Adresse zwei Varianten. Entweder den
@-Operator oder auch mit der Funktion Addr(), wobei zu bemerken ist, dass der
@-Operator schneller ist. Hinter einem @-Operator kann jede beliebige Variable
stehen, aber nur einem untypisierten Pointer kann jede Adresse jedes
Speicherblock zugeordnert werden, ohne auf den Typ zu achten.

Inhalt auslesen

Hier gibt es einen Unterschied zwischen typisierten und untypisierten Zeiger.


var
i, j: Integer;
p1: ^Integer;
p2: Pointer;
begin
i := 1;
{typisiert}
p1 := @i; // dem Pointer wird die Adresse der Integer-Variable übergeben
p1^ := p1^+1; // hier wird der Wert um eins erhöht
j := p1^; // typisiert: der Variable j wird 2 übergeben
{untypisiert}
p2 := @i; // analog oben
Integer(p2^) := i+1;
11

j := Integer(p2^);
end;

Bei einem untypisierten Zeiger muss immer der Typ angegeben werden, welcher
aus dem Speicher ausgelesen werden soll. Dies geschieht durch die so genannte
Typumwandlung: Typ(Zeiger).

Aufzählungen
Oftmals dienen Variablen dazu, aufgrund ihres Wertes bestimmte Aktionen im
Programmablauf auszulösen. Als einfachstes dient das Beispiel einer Ampel:
Ampel rot: Anhalten
Ampel gelb: Fahrbereitschaft herstellen
Ampel grün: Losfahren

Dabei stehen die Farben der Ampel in einer logischen Reihenfolge zueinander.
Ohne einen Aufzählungstyp zu verwenden, könnte man z.B. jeder Farbe eine
Zahl zuweisen, wie rot=0, gelb=1, grün=2. Das macht den Programmtext jedoch
am Ende schwer zu lesen und schwer zu warten, da immer auch die Bedeutung
der Zahl bekannt sein muss. Alternativ könnte man entsprechend benannte
Konstanten verwenden, was aber ebenfalls kein schöner Programmierstil ist.
Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Farbe als Text in einem String zu
speichern. Mal abgesehen von der Größe des Programms kann dies zu
Abstürzen wegen Tippfehlern führen, der Speicherbedarf erhöht sich und das
Programm wird langsamer ausgeführt.

Aufzählungen mit automatischen Positionen


Da wir nun wissen, was wir nicht tun sollten, wie umgehen wir die Probleme?
In Pascal gibt es dafür so genannte Aufzählungstypen. Dabei wird ein Typ
definiert, der Elemente in einer angegebenen Reihenfolge besitzt. Als „Werte“
werden dabei Bezeichner eingesetzt, die bisher noch nicht im Programm
verwendet werden:
type
TAmpel = (rot, gelb, gruen);

var
Ampel: TAmpel;

Die Aufzählung sollte nicht direkt hinter der Variablendefinition angegeben,


sondern möglichst immer als eigenständiger Typ definiert werden. Einzige
Ausnahme: man verwendet in dem Programm tatsächlich nur genau diese eine
Variable mit der Aufzählung.
Um nun der Ampel eine Farbe zu geben, weist man einfach den entsprechenden
Bezeichner zu:
Ampel := gruen;

Da es sich bei diesem Typ, wie der Name schon sagt, um eine Aufzählung
handelt, kann man die Werte inkementieren (erhöhen) und dekrementieren
(erniedrigen), sowie den Vorgänger bzw. Nachfolger bestimmen oder auch in
12

einer case-Verzweigung auswerten. Dies ist möglich, da den Bezeichnern intern


automatisch eine Position zugewiesen wird. Das erste Element hat immer die
Position 0, das zweite die Position 1 usw. Man kann diese Position mit der
Funktion Ord auslesen. Andersherum kann man mittels Typumwandlung aus
einer Zahl wieder die Position im Aufzählungstyp ermitteln:
var
b: Byte;
a: TAmpel;

begin
a := gelb;
b := Ord(a); // b = 1;

b := 2;
a := TAmpel(b); // a = gruen;
end.

Aufzählungen mit definierten Positionen


Wem die Regel 0, 1, 2,... zu starr ist und wer eine andere Einteilung benötigt,
kann hinter jedem Element eine Position vorgeben. Diese lässt sich auch aus den
anderen Positionen errechnen. Ebenso sind mehrfach benannte Positionen
möglich:
type
TAmpel = (rot = 1, gelb = 2, gruen = 4);
TArbeitstage = (Mo = 1, Di = 2, Mi = Mo + Di, Don = 4, Fr = Di + Mi); // Mi =
1+2=3, Fr = 2+3=5
TDoppelt = (Bez1 = 1, Bez2 = 2, Bez3 = 3, Bez4 = 2); // sowohl Bez2 als auch
Bez4 ergeben mit Ord = 2

In diesem Beispiel von TAmpel wurden die Positionen 0 und 3 übersprungen und
nicht benannt. Das heißt, dass man diese Positionen nicht namentlich zuweisen
kann. Aber sie existieren trotzdem und lassen sich zuweisen! Das ermöglicht die
Typumwandlung:
a := TAmpel(3);
b := Ord(a); // b = 3
a := TAmpel(1024); // ebenfalls zulässig!

// ACHTUNG!
a := gelb; // Ord(a) = 2
a := Succ(a); // Ord(a) = 3 und nicht 4!

Inwiefern dies jedoch in einem Programm sinnvoll ist, muss jeder für sich selbst
entscheiden.
Die Anzahl der möglichen Positionen, die auch nach der zuletzt benannten
zugewiesen werden können, richtet sich nach ebendieser. Ist die letzte benannte
Position kleiner als 256, ergibt eine Zuweisung von 256 gleich 0, da die Zählung
wieder von vorne beginnt. Ebenso hat a im oberen Beispiel den Wert 0, da 1024
= 256 × 4. Ist die letzte Position 256 oder höher, können Werte bis 65535
angegeben werden usw. Auch negative Werte sind möglich, wenn entsprechende
benannte Positionen definiert werden.
13

Sets
Dieses Kapitel muss noch angelegt werden. Hilf mit unter:

http://de.wikibooks.org/wiki/Programmierkurs:_Delphi

Arrays

Was sind Arrays?


Ein Array ist vereinfacht gesagt, eine Liste von Variablen.

Arrays anlegen
Wir wollen eine Gästeliste mit 10 Gästen anfertigen. Bisher hätten wir in etwa
folgendes gemacht:
var
gast1, gast2, gast3, gast4, gast5, gast6, gast7, gast8, gast9, gast10: string;

Der Nachteil dieses Verfahrens liegt auf der Hand.


Nun erzeugen wir einfach ein Array vom Datentyp String mit 10 Elementen:
var
gast: array[1..10] of string;

Die genaue Struktur der Array Deklaration ist:


array [startindex .. endindex] of Datentyp;

startindex..endindex ist dabei eine so genannte Bereichsstruktur mit dem wir


den Bereich zwischen Startwert und Endwert angeben (Randwerte werden mit
eingeschlossen). Näheres siehe Typdefinition. Es ist auch möglich, einen Bereich
wie -3..5 anzugeben.

Auf Arrays zugreifen


Um nun auf die einzelnen Elemente zuzugreifen, verwenden wir folgende
Syntax:
gast[1] := 'Axel Schweiß';
gast[2] := 'Peter Silie';
gast[3] := 'Jack Pot';
...

Die Zahl in den eckigen Klammern ist der so genannte Index. Er gibt an, auf
welche Variable des Arrays wir zugreifen wollen. Gültige Werte sind hier die
Zahlen 1 bis 10. Ein weiterer Vorteil von Arrays ist, dass wir anstatt eines fixen
Indexes auch einen ordinalen Datentyp angeben können. Das heißt z.B. eine
Integer-Variable. Die Abfrage der Namen von 10 Gästen ließe sich also so sehr
einfach implementieren:
var
index: Integer;
14

gast: array[1..10] of string;


begin
for index := 1 to 10 do
begin
Writeln('Bitte geben Sie den Namen des ', index, '. Gastes ein:');
Readln(gast[index]);
end;
end.

Dynamische Arrays
Ändern wir unser Szenario so ab, dass wir eine Gästeliste erstellen wollen, aber
nicht wissen, wieviele Gäste diese beinhalten soll. Nun könnten wir zwar ein
Array erzeugen, das auf jedenfall groß genug ist um alle Gäste aufzunehmen.
Allerdings wäre dies eine Verschwendung von Speicher und nicht gerade
effektiv. Hier kommen uns die dynamischen Arrays zu Hilfe. Dabei handelt es
sich, wie man vielleicht vermuten kann, um Arrays, deren Länge man zur
Laufzeit verändern kann. Erstellt werden sie praktisch genauso wie normale
Arrays, nur geben wir diesmal keinen Wertebereich an:
var
gast: array of string;

Der Wertebereich eines dynamischen Arrays ist zwar dynamisch, aber er beginnt
zwingend immer mit 0. Zu Beginn hat dieser Array die Länge 0, d.h. er
beinhaltet momentan keine Variablen.

Länge des Arrays verändern

Nun verändern wir die Länge des Arrays auf 10:


SetLength(gast, 10);

Unser Array hat nun eine Länge von 10. Das bedeutet, wir können 10 Strings in
ihm verstauen. Allerdings hat das höchste Element im Array den Index 9. Das
liegt daran, dass das erste Element den Index 0 hat und wir daher mit dem Index
9 schon 10 Elemente zusammen haben.
Nun könnten wir zum Einlesen unserer Gästeliste so vorgehen:
var
index, anzahlgaeste: Integer;
gast: array of string;
begin
Writeln('Bitte geben Sie die Anzahl der Gäste ein:');
Readln(anzahlgaeste);
SetLength(gast, anzahlgaeste);
for index := 0 to anzahlgaeste-1 do
begin
Writeln('Bitte geben Sie den Namen des ', index, '. Gastes ein:');
Readln(gast[index]);
end;
end.

Dies würde zwar zum gewünschten Erfolg führen, allerdings benötigen wir so
ständig eine weitere Variable, die die Länge unseres Arrays angibt. Um dies zu
umgehen, bedienen wir uns der Routinen High() und Low().
15
Erster und letzter Index

Die Routine High() liefert den höchsten Index des übergeben Arrays zurück:
SetLength(gast, 10);
Writeln(High(gast)); // Ausgabe: 9

SetLength(gast, 120);
Writeln(High(gast)); // Ausgabe: 119

Die Methode Length() gibt, wie sich vermuten lässt, die Länge des Arrays
zurück:
SetLength(gast, 10);
Writeln(Length(gast)); // Ausgabe: 10

Die Methode Low() liefert den ersten Index des übergebenen Arrays zurück. Bei
einem dynamischen Array wäre dies immer 0. Daher benötigt man diese
Methode in einem realen Programm eigentlich nicht. Lediglich bei Arrays mit
festen Wertebereichen erhält diese Funktion einen tieferen Sinn.
Nun können wir unser Programm ein weiteres bisschen vereinfachen:
var
index, anzahlgaeste: Integer;
gast: array of string;
begin
Writeln('Bitte geben Sie die Anzahl der Gäste ein:');
Readln(anzahlgaeste);
SetLength(gast, anzahlgaeste);
for index := 0 to High(gast) do
begin
Writeln('Bitte geben Sie den Namen des ', index, '. Gastes ein:');
Readln(gast[index]);
end;
end.

Der entstehende Vorteil ist hier zugegebener Maßen eher gering, aber in der
Praxis erspart man sich so leidige Tipparbeit.

Array freigeben

Da wir beim Erstellen des Arrays Speicher belegt haben, müssen wir diesen
noch freigeben. Das geschieht ganz einfach mittels:
SetLength(gast, 0);

Dabei wird die Länge des Arrays wieder auf 0 gesetzt und er beansprucht so
keinen weiteren Platz im Speicher mehr. Dies sollte man allerdings immer dann
ausführen, wenn der verwendete Array nicht mehr benötigt wird. Unser finales
Programm sieht also so aus:
var
index, anzahlgaeste: Integer;
gast: array of string;
begin
Writeln('Bitte geben Sie die Anzahl der Gäste ein:');
Readln(anzahlgaeste);
SetLength(gast, anzahlgaeste);
for index := 0 to High(gast) do
begin
16

Writeln('Bitte geben Sie den Namen des ', index, '. Gastes ein:');
Readln(gast[index]);
end;
SetLength(gast, 0);
end.

Mehrdimensionale Arrays
Bis jetzt haben wir uns nur mit eindimensionalen Arrays beschäftigt. Wir haben
in Pascal aber auch die Möglichkeit, mehrdimensionale Arrays anzulegen. Z.B.
wollen wir nun den Vornamen und den Nachnamen auf unserer Gästeliste
getrennt voneinander abspeichern. Dazu erzeugen wir zuerst ein Array mit zwei
Elementen, eins für den Vornamen eins für den Nachnamen:
type
TName = array[0..1] of string; // Index 0 = Vorname; 1 = Nachname

var
gast: array of TName;

Und so einfach haben wir einen mehrdimensionalen Array erzeugt. Man kann
sich diesen Array nun auch als Tabelle vorstellen. Es gibt eine Spalte für den
Vornamen und eine weitere für den Nachnamen. Die Anzahl der Einträge
(Zeilen) in dieser Tabelle ist dabei beliebig, da der zweite Array dynamisch ist.
Natürlich können wir das Ganze auch in einer einzelnen Zeile deklarieren:
var
gast: array of array[0..1] of string;

Nun wollen wir unsere Gästeliste erneut einlesen:


var
index, anzahlgaeste: Integer;
gast: array of array[0..1] of string;
begin
Writeln('Bitte geben Sie die Anzahl der Gäste ein:');
Readln(anzahlgaeste);
SetLength(gast, anzahlgaeste);
for index := 0 to High(gast) do
begin
Writeln('Bitte geben Sie den Vornamen des ', index, '. Gastes ein:');
Readln(gast[index, 0]);
Writeln('Bitte geben Sie den Nachnamen des ', index, '. Gastes ein:');
Readln(gast[index, 1]);
end;
SetLength(gast, 0);
end.

Wie zu erkennen ist, werden die Indizes innerhalb der Array-Klammern durch
ein Komma getrennt.

Records

Was sind Records?


Records ermöglichen es, mehrere Variablen zu gruppieren. Dies ist
17

beispielsweise dann hilfreich, wenn oft die gleiche Menge an Variablen benötigt
wird, oder eine Menge Variablen logisch zusammengefasst werden soll. Eine
weitere Situation in der Records unverzichtbar sind ist, wenn im Programm
mehrere Datensätze gespeichert und verwaltet werden sollen, beispielsweise in
einem Adressbuch

Wie funktionieren Records?


Um zu unserem Beispiel vom Adressbuch zurückzukommen: Wir wollen alle
Daten, also Vorname, Nachname, etc. in einem Record speichern. Dazu legen wir
einen neuen Typ TPerson an, in dem wir alle Variablen auflisten:
type
TPerson = record
Vorname: string;
Nachname: string;
Anschrift: string;
TelNr: string;
end;

Wenn jetzt eine Variable vom Typ TPerson deklariert wird, enthält diese all
diese Variablen:
var
Person: TPerson;
begin
Person.Vorname := 'Hans';
Person.Nachname := 'Müller';
...
end;

Die Variablen im Record verhalten sich genauso wie „normale“ Variablen.

Die with-Anweisung
Falls Sie mit mehreren Record-Feldern nacheinander arbeiten wollen, ist es sehr
mühselig, immer den Namen der Variablen vornweg zu schreiben. Diese Aufrufe
lassen sich mithilfe der with-Anweisung ebenfalls logisch gruppieren:
with Person do
begin
Vorname := 'Hans';
Nachname := 'Müller';
Anschrift := 'Im Himmelsschloss 1, 12345 Wolkenstadt';
TelNr := '03417/123456';
end;

Varianten
Dieses Kapitel muss noch angelegt werden. Hilf mit unter:

http://de.wikibooks.org/wiki/Programmierkurs:_Delphi
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Variablen
Eine Variable ist eine Möglichkeit, Daten innerhalb eines Programms zu
speichern und zu verwenden. Eine Variable steht repräsentativ für einen Bereich
im Speicher, in dem der Wert der Variablen gespeichert ist. Über den
Variablennamen kann dann einfach auf diese Speicherstelle zugegriffen werden.
Eine Variable besteht in Delphi also immer aus einem Namen, einem Typ und
einer Adresse im Speicher.
Die Größe dieses Bereichs hängt vom Typ der Variablen ab. Es gibt vordefinierte
(eingebaute) Variablentypen wie Integer, Real oder String und auch die
Möglichkeit selbst neue Variablentypen zu definieren. Variablen müssen
deklariert, d.h. bekannt gemacht werden, bevor sie im Programm verwendet
werden können. Dies geschieht im sogenannten Deklarationsabschnitt (vor
begin), der mit dem Schlüsselwort var eingeleitet wird:
var
s: string;
begin
...
end.

Dies würde die Variable s vom Typ String erzeugen. Nun können wir mittels s
auf die Zeichenkette zugreifen.
Es ist ebenfalls möglich, mehrere Variablen eines Typs gleichzeitig zu
deklarieren, indem die Namen der Variablen mit Kommata getrennt werden.
var
s, s2: string;
i: Integer;
begin
...
end.

Dies deklariert sowohl zwei Variablen vom Typ String (s und s2), als auch eine
(i) vom Typ Integer.

Werte zuweisen und auslesen


Um mit Variablen arbeiten zu können, müssen diesen im Programmablauf Werte
zugewiesen werden. Dies geschieht mit dem Operator :=. Dabei steht auf der
linken Seite des Operators die Variable, die einen Wert erhalten soll und auf der
rechten Seite der entsprechende Wert. Zuweisungen können nur im
Anweisungsblock erfolgen:
begin
s := 'Ich bin eine Zeichenkette!';
i := 64;
end.

Der Wert einer Variablen lässt sich auslesen, indem man den
Variablenbezeichner an jeder Stelle einsetzt, an dem auch der Wert direkt
eingesetzt werden kann. Man kann also den Wert einer Variablen auf dem
Bildschirm ausgeben, oder auch mit ihr Berechnungen anstellen:
19

begin
s := 'Kannst du das lesen?';
Writeln(s); // Gleichbedeutend mit Writeln('Kannst du das lesen?');
i := 17;
i := i * 2; // anschließend ist i = 34
end.

Initialisierung von Variablen bei der Deklaration


Es ist sogar möglich (und auch ziemlich elegant) Variablen schon bei ihrer
Deklaration einen Startwert mitzugeben. Damit kann man sich große
Initialisierungsorgien nach dem begin ersparen.
var
i: Integer = 42;
begin
...
end.

Die Initialisierung ist allerdings nur bei globalen Variablen möglich. Lokale
Variablen von Prozeduren und Funktionen können dagegen auf diese Weise nicht
mit Startwerten belegt werden.

Konstanten
Falls man ungewollten Änderungen eines Wertes im Laufe des Programms
vorbeugen will oder sich der Wert per definitionem niemals ändern wird, sollte
man Konstanten anstelle von Variablen verwenden. Diese werden ähnlich wie
initialisierte Variablen deklariert. Statt des Schlüsselwortes var wird jedoch
const benutzt. Der Typ einer Konstanten ergibt sich aus automatisch aus deren
Wert:
const
Zahl = 115; // Konstante vom Typ Integer
Text = 'Wort'; // Konstante vom Typ String
Buchstabe = 'B'; // sowohl als String wie auch als Char einsetzbar

Konstanten können überall dort verwendet werden, wo Sie auch Variablen


einsetzen können. Es gibt jedoch einige Funktionen, die Variablen als Parameter
erfordern, da sie deren Wert bei der Ausführung ändern. Diesen Funktionen bzw.
Prozeduren können dann keine Konstanten übergeben werden.
var
i: Integer = 1;

const
c = 1;

begin
Inc(i); // erhöht i um 1
Inc(c); // Fehlermeldung, da c kein neuer Wert zugewiesen werden darf
end.

Typisierte Konstanten
Typisierten Konstanten wird, wie der Name schon sagt, ein definierter Typ
20

zugewiesen (statt dass der Typ aus dem Wert entnommen wird). Damit ist es
möglich, einer Konstanten z.B. auch Records und Arrays zuzuweisen. Sie werden
genau wie initialisierte Variablen definiert:
const
a: Boolean = False;
{konstantes Array der ersten 6 Primzahlen}
Prim6: array[1..6] of Byte = (2, 3, 5, 7, 11, 13);

Standardmäßig werden typisierte Konstanten wie normale Konstanten


behandelt, d.h. dass diese während der Laufzeit nicht geändert werden können.
Man kann Delphi jedoch mit der Compiler-Direktive {$J+} anweisen, diese
ähnlich wie Variablen zu behandeln. Free Pascal unterstützt Zuweisungen an
typisierte Konstanten ohne weiteres.

Eingabe und Ausgabe


Um mit dem Benutzer zu kommunizieren, muss der Computer die eingegebenen
Daten (Input) speichern, verarbeiten und dann später ausgeben (Output). Um
das Verarbeiten kümmert sich das nächste Kapitel; in diesem Kapitel dreht sich
alles um das Ein- und Ausgeben von Daten.

Eingaben erfassen
Kommen wir nun zu unserem eigentlichen Ziel, dem Einlesen und Verarbeiten
von Eingaben auf der Konsole. Unser Ausgangs-Programm:
program Eingabeerfassung;

{$APPTYPE CONSOLE}

uses
SysUtils;

var
...
begin
...
Readln;
end.

Nun erweitern wir den Anweisungsblock um die Ausgabe der Nachricht: 'Bitte
geben Sie ihren Vornamen ein:'; Dies sollte kein größeres Problem darstellen.
Als nächstes legen wir eine Variable an, in der wir den Vornamen des Benutzers
speichern wollen. Wir fügen also
Vorname: string;

in den "Var-Abschnitt" ein. Nun wollen wir den Vornamen von der Konsole
einlesen und in der Variable Vorname speichern dies geschieht mittels:
Readln(Vorname);

Vorname wird hier der Methode Readln als Parameter übergeben. Da es sich
bei der Methode Readln um eine sehr spezielle Funktion handelt, gehen wir
21

nicht näher auf dieses Konstrukt ein. Uns genügt die Tatsache, dass sich der in
die Konsole eingegebene Text, nach dem Ausführen des Befehls in der Variable
Vorname befindet.

Variablen ausgeben
Ähnlich der Eingabe mit Readln, kann man mit Writeln Variablen ausgeben.
Beispielsweise so:
Writeln(Vorname);

Nun wird der gerade eingegebene Vorname auf dem Bildschirm ausgegeben.
Schreiben wir jetzt das erste Programm, das aus der Eingabe eine Ausgabe
„berechnet“, denn dazu sind Programme im Allgemeinen da.
Unser Programm soll den Benutzer fragen, wie er heißt und ihn dann mit dem
Namen begrüßen, und zwar so, dass er die Begrüßung auch sieht.
program Eingabeerfassung;

{$APPTYPE CONSOLE}

uses
SysUtils;

var
Vorname: string;

begin
Writeln('Wie heisst du?');
Readln(Vorname);
Writeln('Hallo '+Vorname+'! Schoen, dass du mal vorbeischaust.');
Readln;
end.

Hier wird deutlich, dass Writeln irgendeinen String benötigt. Dabei ist es egal,
ob dieser aus einer Variablen stammt, direkt angegeben wird oder wie hier eine
Kombination von beidem darstellt.

Verzweigungen
In diesem Kapitel wollen wir uns mit dem Verarbeiten von Benutzer-Eingaben
mittels If-Abfragen beschäftigen.

If-Abfrage (Wenn-Dann-Sonst)

Aufbau
Bisher hat der Computer auf jede Eingabe in gleicher Art reagiert. Nun wollen
wir beispielsweise, dass der Computer nur Hugo begrüßt. Dazu brauchen wir
eine so genannte "If-Abfrage". Dabei überprüft der Computer, ob ein bestimmter
Fall wahr (true) oder falsch (false) ist. Die Syntax sieht, da in Pascal ja alles im
Englischen steht, so aus:
if Bedingung then Anweisung
22

Die Bedingung ist dabei eine Verknüpfung von Vergleichen, oder ein einzelner
Wahrheitswert. Aber dazu später mehr. Erstmal wollen wir uns dem Vergleichen
widmen:
Es gibt in Delphi die folgenden sechs Vergleichsoperatoren:

Operator(en) Diese(r) Operator(en) prüft/en, ob...


= die beiden Werte gleich sind.
> und < einer der Werte größer ist (bei Strings die Länge).
>= und <= einer der Werte größer oder gleich ist.
<> die beiden Werte unterschiedlich sind.

Einfache if-Abfragen
Nun aber erstmal wieder ein Beispiel, bevor wir zu den Verknüpfungen
weitergehen:
Wir wollen jetzt nachgucken, ob Hugo seinen Namen eingegeben hat. Dazu
setzen wir vor den Befehl "Writeln('Hallo '+Vorname+'! Schoen, dass du mal
vorbeischaust.');" die folgende If-Abfrage:
if Vorname = 'Hugo' then

Der Fall ist hier gegeben, wenn der eingegebene Vorname 'Hugo' ist. Dabei steht
Vorname nicht in Apostrophen, da es der Name der Variablen ist. Hugo ist
jedoch der Wert, mit dem die Variable verglichen werden soll, so dass hier die
Apostrophe zwingend sind.
Das gesamte Programm sieht jetzt also so aus:
program Eingabeerfassung;

{$APPTYPE CONSOLE}

uses
SysUtils;

var
Vorname: string;

begin
Writeln('Wie heisst du?');
Readln(Vorname);
if Vorname = 'Hugo' then
Writeln('Hallo '+Vorname+'! Schoen, dass du mal vorbeischaust.');
Readln;
end.

Erweiterte if-Abfragen mit „sonst“


Wer dieses Programm einmal getestet hat, wird festgestellt haben, dass es keine
weitere Ausgabe gibt, wenn der eingegebene Name ungleich „Hugo“ ist. Dies
wollen wir nun ändern. Dazu erweitern wir unsere Syntax ein klein wenig:
if Bedingung then Anweisung else Anweisung
23

Die auf else folgende Anweisung wird dann aufgerufen wenn die Bedingung der
if-Abfrage nicht zutrifft (also false ist). Unser so erweitertes Programm sieht nun
also in etwa so aus:
program Eingabeerfassung;

{$APPTYPE CONSOLE}

uses
SysUtils;

var
Vorname: string;

begin
Writeln('Wie heisst du?');
Readln(Vorname);
if Vorname = 'Hugo' then
Writeln('Hallo '+Vorname+'! Schoen, dass du mal vorbeischaust.')
else
Writeln('Hallo '+Vorname+'! Du bist zwar nicht Hugo, aber trotzdem
willkommen.');
Readln;
end.

Zusammenhang mit dem Typ Boolean


If-Abfragen hängen eng mit dem Typ Boolean zusammen: So können Booleans
den Wahrheitswert der Abfrage speichern, indem ihnen die Bedingung
„zugewiesen“ wird:
var
IstHugo: Boolean;
...
begin
...
IstHugo := Vorname = 'Hugo';
...
end.

Diese Variable kann jetzt wiederum in if-Abfragen verwendet werden:


if IstHugo then
...

Für Boolean-Variablen ist also kein Vergleich nötig, da sie bereits einen
Wahrheitswert darstellen.

Verknüpfung von Bedingungen


Wollen wir jetzt mehrere Bedingungen gleichzeitig abfragen, wäre es natürlich
möglich, mehrere if-Abfragen zu schachteln:
program Eingabeerfassung2;

{$APPTYPE CONSOLE}

uses
SysUtils;
24

var
Vorname, Nachname: string;
begin
Writeln('Wie ist dein Vorname?');
Readln(Vorname);
Writeln('Wie ist dein Nachname?');
Readln(Nachname);
if Vorname = 'Hugo' then
if Nachname = 'Boss' then
Writeln('Hallo '+Vorname+' '+Nachname+'! Schoen, dass du mal
vorbeischaust.');
Readln;
end.

Hier fallen aber gleich mehrere Probleme auf:


• Für komplizierte Abfragen wird dies sehr unübersichtlich
• Wollten wir eine Nachricht an alle abgeben, die nicht „Hugo Boss“ heißen,
müssten wir für jede der if-Abfragen einen eigenen else-Zweig erstellen
Um diese Probleme zu lösen, wollen wir die beiden Abfragen in eine einzelne
umwandeln. Dazu bietet Delphi den and-Operator, mit dem wir zwei Vergleiche
mit „und“ verknüpfen können. Alles was wir tun müssen, ist um jeden der
Vergleiche Klammern und ein „and“ dazwischen setzen:
...
if (Vorname = 'Hugo') and (Nachname = 'Boss') then
Writeln('Hallo '+Vorname+' '+Nachname+'! Schoen, dass du mal vorbeischaust.')
else
Writeln('Hallo '+Vorname+' '+Nachname+'! Du bist zwar nicht Hugo Boss, aber
trotzdem willkommen.')
...

and ist nicht der einzige Operator:

Operator Funktion
and beide Bedingungen müssen erfüllt sein
or mindestens eine Bedingung muss erfüllt sein
xor genau eine Bedingung muss erfüllt sein
not kehrt das Ergebnis um

Schachtelungen
Bisher haben wir bei unseren Abfragen immer nur einen einzelnen Befehl
ausgeführt. Natürlich ist es aber auch möglich, mehrere Befehle nacheinander
auszuführen, wenn die Bedingung erfüllt ist.
Dabei wäre es unübersichtlich, für jeden Befehl eine neue If-Abfrage zu starten,
wie hier:
if IstHugo then Writeln('Hallo Hugo!');
if IstHugo then Writeln('Wie geht es dir?');

Man kann die Befehle, die zusammen gehören auch schachteln. Dann ist nur
25

noch eine If-Abfrage nötig.


Die zu schachtelnden Befehle werden dabei zwischen ein begin und ein end
geschrieben. Diese Schachtel wird nun als ein eigenständiger Befehl angesehen.
Deshalb muss das end oftmals mit einem Semikolon geschrieben werden.
Beispiel:
var
ErsterAufruf: Boolean;
begin
...

if ErsterAufruf then
begin
WriteLn('Dies ist der erste Aufruf!');
ErsterAufruf := False;
end;

...
end.

In diesem Fall wird, sofern "ErsterAufruf" wahr (True) ist, eine Nachricht
ausgegeben und ErsterAufruf auf False gesetzt. Schachtelungen werden vor
allem in Zusammenhang mit if-Abfragen und Schleifen angewandt.
Wie man in dem Beispiel auch erkennen kann, ist es üblich, die geschachtelten
Befehle einzurücken, um die Übersichtlichkeit zu verbessern.

Schleifen
Die while-Schleife
Die while-Schleife ermöglicht es, einen Programmcode so oft auszuführen,
solange eine Bedingung erfüllt ist. Ist die Bedingung schon vor dem ersten
Durchlauf nicht erfüllt, wird die Schleife übersprungen.
while <Bedingung> do
<Programmcode>

Hierbei wird vor jedem Durchlauf die Bedingung erneut überprüft.


Beispiel:
var
a, b: Integer;
begin
a := 100;
b := 100;
while a >= b do
begin
WriteLn('Bitte geben Sie einen Wert < ', b, ' ein.');
Readln(a);
end;
end.

Die Schleife wird mindestens einmal durchlaufen, da zu Beginn die Bedingung


100 = 100 erfüllt ist.
26

Die repeat-until-Schleife
Die repeat-until-Schleife ähnelt der while-Schleife. Hier wird die Bedingung
jedoch nach jedem Durchlauf überprüft, so dass sie mindestens einmal
durchlaufen wird.
repeat
<Programmcode>
until <Bedingung>;

Des Weiteren wird die repeat-until-Schleife im Gegensatz zur while-Schleife so


lange durchlaufen, bis die Bedingung erfüllt ist.
Das obere Beispiel:
var
a, b: Integer;
begin
b := 100;
repeat
WriteLn('Bitte geben Sie einen Wert < ', b, ' ein.');
Readln(a);
until a < b;
end;

Hier ist dieser Schleifentyp von Vorteil, da die Initialisierung von a entfällt, weil
die Schleife mindestens einmal durchlaufen wird.
Ein weiterer Vorteil der repeat-until-Schleife ist, dass sie die einzige Schleife ist,
die ohne Schachtelung auskommt, da der Programmcode von repeat und until
bereits eingegrenzt ist. Bei den anderen Schleifen folgt der Programmcode
immer der Schleifendeklaration.

Die for-Schleife
Im Gegensatz zu den anderen beiden Schleifentypen basiert die for-Schleife
nicht auf einer Bedingung, sondern auf einer bestimmten Anzahl an
Wiederholungen.
for variable := <untergrenze> to <obergrenze> do
<Programmcode>

for variable := <obergrenze> downto <untergrenze> do


<Programmcode>

Der Unterschied zwischen den beiden Schleifen liegt darin, dass die erste von
unten nach oben, die zweite jedoch von oben nach unten zählt. Falls die
Untergrenze größer als die Obergrenze ist, wird jedoch nichts ausgeführt.
(Beinahe) derselbe Effekt lässt sich mit einer while-Schleife erreichen:
Beispiele:
for i := 0 to 4 do
WriteLn(i);

Ausgabe:
0
1
2
27

3
4

for i := 4 downto 0 do
WriteLn(i);

Ausgabe:
4
3
2
1
0

for i := 4 to 3 do
WriteLn(i);

Ausgabe:
-keine-

for i := 4 to 4 do
WriteLn(i);

Ausgabe:
4

Es ist auch möglich, als Ober- und/oder Untergrenze Variablen anzugeben:


for i := a to b do
WriteLn(i);

Die Schleife verhält sich hierbei genauso wie die Variante mit Konstanten.
Als Variablentyp ist nicht nur Integer erlaubt: for-Schleifen unterstützen alle
Ordinalen Typen, also Integer, Aufzählungen und Buchstaben.
Beispiele:
var
i: Integer;
begin
for i := 0 to 10 do
WriteLn(i);
end.

var
c: Char;
begin
for c := 'a' to 'z' do
WriteLn(c);
end.

type
TAmpel = (aRot, aGelb, aGruen);
var
ampel: TAmpel;
begin
for ampel := aRot to aGruen do
WriteLn(Ord(ampel));
end.

Im Gegensatz zu while- und repeat-until-Schleifen darf in einer for-Schleife die


28

Bedingungsvariable nicht geändert werden. Daher führt folgender Abschnitt zu


einer Fehlermeldung:
for i := 0 to 5 do
begin
i := i - 1; // <-- Fehler
WriteLn(i);
end;

Vorzeitiger Abbruch einer Schleife


In manchen Fällen ist es hilfreich, dass nicht jeder Schleifendurchgang komplett
ausgeführt wird, oder dass die Schleife bereits früher als von der
Schleifenbedingung vorgegeben verlassen werden soll. Hierfür stehen die
Routinen Continue und Break zur Verfügung.
Beispiel: Sie suchen in einer Liste von Strings eine bestimmte Zeichenfolge:
var
a: array[1..5] of string;
i: Integer;
e: Boolean;

begin
a[1] := 'Ich';
a[2] := 'werde';
a[3] := 'dich';
a[4] := 'schon';
a[5] := 'finden!';

e := False;
i := 1;

repeat
if a[i] = 'dich' then e := True;
Inc(i);
until e;

if i <= 5 then
WriteLn('Das Wort "dich" wurde an Position ' + IntToStr(i - 1 ) + '
gefunden.')
else
WriteLn('Das Wort "dich" wurde nicht gefunden.');
end.

In diesem Beispiel steht das gesuchte Wort „dich“ an der Position 3 in der Liste.
Um nicht alle Elemente durchzusuchen, haben wir hier eine repeat-until-Schleife
verwendet, die dann beendet wird, sobald das Wort gefunden wird.
Einfacher wäre eine for-Schleife. Diese durchsucht jedoch grundsätzlich alle
Elemente und gibt dann, wenn sie nicht vorher abgebrochen wird, immer den
letzten Zählwert zurück. Um den rechtzeitigen Abbruch zu erreichen,
verwenden wir Break:
for i := 1 to 6 do
begin
if i = 6 then
Break;
if a[i] = 'dich' then
Break;
end;
29

Hier benötigen wir weder eine Prüfvariable, noch muss i vorher initialisiert
werden. Zuerst wird geprüft, ob wir schon alle Elemente durchsucht haben und
gegebenenfalls abgebrochen, falls nicht, erfolgt der Abbruch, wenn das Wort
gefunden wurde. In diesem Falle erfolgen die Schleifendurchläufe mit den
Werten 4, 5 und 6 gar nicht.

Überspringen von Werten


Ein Schleifendurchlauf kann mit dem Befehl Continue an der entsprechenden
Stelle abgebrochen und wieder am Anfang begonnen werden.
Beispiel: Ausgabe aller geraden Zahlen zwischen 1 und 10:
var
i: Integer;

begin
for i := 1 to 10 do
if i mod 2 = 0 then
Writeln(IntToStr(i));
end.

oder:
var
i: Integer;

begin
for i := 1 to 10 do
begin
if i mod 2 <> 0 then
Continue;
Writeln(IntToStr(i));
end;
end.

Im oberen Beispiel werden die Werte vor der Ausgabe „gefiltert“. Das zweite
Beispiel startet hingegen einen neuen Durchlauf, wenn eine Zahl nicht ohne Rest
durch 2 teilbar ist. Der Vorteil der zweiten Variante liegt darin, dass mit einer
geringeren Verschachtelungsebene gearbeitet werden kann. Die Verarbeitung
von i erfolgt noch immer im Programmcode der for-Schleife, während sie beim
ersten Beispiel im Programmcode der if-Anweisung erfolgt.

Prozeduren und Funktionen


Prozeduren ohne Parameter
Oft benötigt man ein und den selben Code mehrere Male in einem Programm, -
was liegt also näher als ihn nur ein mal zu schreiben, unter einem Namen zu
speichern und diesen dann im Programm aufzurufen? Wohl nichts, und deshalb
leisten Prozeduren genau dies. Will man etwa die Anweisungen aus dem
Eingangsbeispiel

var
30

Vorname: string;
begin
Writeln('Wie heisst du?');
Readln(Vorname);
Writeln('Hallo '+Vorname+'! Schoen, dass du mal vorbeischaust.');
Readln;
end.

gleich 2 mal aufrufen und dafür eine Prozedur verwenden, so sähe das Ergebnis
so aus:

var
Vorname: string;

procedure Beispielprozedur;
begin
Writeln('Wie heisst du?');
Readln(Vorname);
Writeln('Hallo '+Vorname+'! Schoen, dass du mal vorbeischaust.');
Readln;
end; // Ende procedure Beispielprozedur

begin // Beginn des Hauptprogramms


Beispielprozedur;
Beispielprozedur;
end. // Ende Hauptprogramm

Das Schlüsselwort procedure leitet dabei den Prozedurkopf ein, der im Beispiel
nur aus dem Prozedurnamen besteht. Der Anfang des Codes der Prozedur wird
durch begin gekennzeichnet, und im Anschluss daran folgt end; um das
Prozedurende zu kennzeichnen. Der String Vorname ist hierbei global, also am
Programmanfang außerhalb der Prozedur deklariert, wodurch er im gesamten
Programm samt aller Prozeduren Gültigkeit besitzt, also an jeder Stelle gelesen
und beschrieben werden kann. Dies hat jedoch Nachteile und birgt Gefahren, da
verschiedene Prozeduren eventuell ungewollt gegenseitig den Inhalt solcher
globaler Variablen verändern. Die Folge wären Fehler im Programm, die schwer
zu erkennen, aber glücklicherweise leicht zu vermeiden sind. Man kann nämlich
auch schreiben:

procedure Beispielprozedur;
var
Vorname: string;
begin
Writeln('Wie heisst du?');
Readln(Vorname);
Writeln('Hallo '+Vorname+'! Schoen, dass du mal vorbeischaust.');
Readln;
end; // Ende procedure Beispielprozedur

begin // Beginn des Hauptprogramms


Beispielprozedur;
Beispielprozedur;
end. // Ende Hauptprogramm
31

Jetzt ist die Variable innerhalb der Prozedur deklariert, und sie besitzt auch nur
dort Gültigkeit, kann also außerhalb weder gelesen noch beschrieben werden.
Man nennt sie daher eine lokale Variable. Mit Erreichen der Stelle end; //
Ende procedure Beispielprozedur verliert sie ihren Wert, sie ist also auch
temporär.

Prozeduren mit Wertübergabe (call by value)


Oft ist es jedoch nötig, der Prozedur beim Aufruf Werte zu übergeben, um
Berechnungen auf unterschiedliche Daten anzuwenden oder individuelle
Nachrichten auszugeben. Ein Beispiel:

var
MusterName: string;
GeschoentesAlter: Integer;

procedure NameUndAlterAusgeben(Vorname: string; AlterMonate: Integer);


var
AlterJahre: Integer;
begin
AlterJahre := AlterMonate div 12;
AlterMonate := AlterMonate mod 12;
Writeln(Vorname+ ' ist '+ IntToStr(AlterJahre)+' Jahre und '+
IntToStr(AlterMonate)+ ' Monate alt');
Readln;
end;

begin
NameUndAlterAusgeben('Konstantin', 1197);
MusterName := 'Max Mustermann';
GeschoentesAlter := 386;
NameUndAlterAusgeben(MusterName, GeschoentesAlter)
end.

Der Prozedur NameUndAlterAusgeben werden in runden Klammern zwei durch


Semikolon getrennte typisierte Variablen (Vorname: string; AlterMonate:
Integer) bereitgestellt, die beim Prozeduraufruf mit Werten belegt werden
müssen. Dies kann wie im Beispiel demonstriert mittels Konstanten oder auch
Variablen des geforderten Typs geschehen. Diese Variablen werden genau wie
die unter var deklarierten lokalen Variablen behandelt, nur dass sie eben mit
Werten vorbelegt sind. Sie verlieren also am Ende der Prozedur ihre Gültigkeit
und sind außerhalb der Prozedur nicht lesbar. Veränderungen an ihnen haben
auch keinen Einfluss auf die Variablen mit deren Werten sie belegt wurden, im
Beispiel verändert also AlterMonate := AlterMonate mod 12; den Wert von
GeschoentesAlter nicht.

Prozeduren mit Variablenübergabe (call by reference)


Was aber, wenn man der Prozedur nicht nur Werte mitteilen will, sondern sie
dem Hauptprogramm auch ihre Ergebnisse übermitteln soll? In diesem Fall
benötigt man im Hauptprogramm eine Variable, deren Werte beim
Prozeduraufruf übergeben werden und in die am Ende das Ergebnis geschrieben
wird. Außerdem muss man im Prozedurkopf einen Platzhalter definieren, der die
32

Variable aufnehmen kann (eine Referenz darauf bildet). Dies geschieht indem
man genau wie bei der Wertübergabe hinter dem Prozedurnamen in runden
Klammern eine typisierte Variable angibt, ihr aber das Schlüsselwort var
voranstellt. Ein Beispiel:

var
eingabe: Double;

procedure kubik(var zahl: Double);


begin
zahl := zahl * zahl * zahl;
end;

begin
eingabe := 2.5;
kubik(eingabe);

...

end.

Als Platzhalter dient hier die Variable zahl, ihr wird beim Aufruf der Wert von
eingabe übergeben, am Ende wird der berechnete Wert zurückgeliefert, im
Beispiel erhält eingabe also den Wert 15.625. Bei der Variablenübergabe darf
keine Konstante angegeben werden, da diese ja das Ergebnis nicht aufnehmen
könnte, es muss immer eine Variable übergeben werden.
Objekte werden in Delphi immer als Zeiger übergeben. Man kann also auf
Eigenschaften und Methoden eines Objekts direkt zugreifen:
procedure ClearLabel(label: TLabel);
begin
label.Caption := ''
end;

Prozeduren/Funktionen mit Const Parameter


Parameter können mit Const gekennzeichnet sein, um zu verhindern, dass ein
Parameter innerhalb einer Prozedur oder Funktion geändert werden kann.
function StrSame(const S1, S2: AnsiString): Boolean;
begin
Result := StrCompare(S1, S2) = 0;
end;

Bei String-Parametern ergibt sich ein Geschwindigkeitsvorteil, wenn diese mit


Const gekennzeichnet werden.

Erste Zusammenfassung
Prozeduren können ohne Ein- und Ausgabe, mit einer oder mehreren Eingaben
und ohne Ausgabe, oder mit Ein- und Ausgabe beliebig vieler Variablen
deklariert werden. Wertübergaben und Variablenübergaben können
selbstverständlich auch beliebig kombiniert werden. Bei Variablenübergaben ist
zu beachten, dass die Prozedur immer den Wert der Variable einliest. Will man
33

sie allein zur Ausgabe von Daten verwenden, darf deren Wert nicht verwendet
werden, bevor er nicht innerhalb der Prozedur überschrieben wurde,
beispielsweise mit einer Konstanten oder dem Ergebnis einer Rechnung.
Prozeduren können natürlich auch aus anderen Prozeduren oder Funktionen
heraus aufgerufen werden.
Werden Variablen im Hauptprogramm deklariert, so nennt man sie global, und
ihre Gültigkeit erstreckt sich demnach über das gesamte Programm (genauer:
die gesamte Unit); somit besitzen auch Prozeduren Zugriff darauf.
Innerhalb von Prozeduren deklarierte Variablen besitzten nur dort Gültigkeit,
man nennt sie daher lokale Variablen.
Aber Vorsicht: Konnte man sich bei Zahlen (vom Typ Integer, Int64, Single,
Double, ...) in globalen Variablen noch darauf verlassen, dass sie zu Anfang den
Wert null haben, so ist dies in lokalen Variablen nicht mehr der Fall, sie tragen
Zufallswerte. Außerdem kann man keine typisierten Konstanten innerhalb von
Prozeduren deklarieren.

Funktionen
Funktionen liefern gegenüber Prozeduren immer genau ein Ergebnis. Dieses
wird sozusagen an Ort und Stelle geliefert, genau dort wo der Funktionsaufruf
im Programm war, steht nach dem Ende ihr Ergebnis. Das hat den Vorteil, dass
man mit den Funktionsausdrücken rechnen kann als ob man es bereits mit ihrem
Ergebnis zu tun hätte, welches erst zur Laufzeit des Programms berechnet wird.
Sie werden durch das Schlüsselwort function eingeleitet, darauf folgt der
Funktionsname, in runden Klammern dahinter ggf. typisierte Variablen zur
Wertübergabe, gefolgt von einem Doppelpunkt und dem Ergebnis-Typ. Innerhalb
der Funktion dient ihr Name als Ergebnisvariable. Ein Beispiel:

var
ergebnis: Double;

function Kehrwert(zahl: Double): Double;


begin
Kehrwert := 1/zahl; // oder: Result := 1/zahl;
end;

begin
ergebnis := Kehrwert(100)*10; // wird zu ergebnis := 0.01*10;

...

Kehrwert(100)*10;
end.

Der Funktion wird also der (Konstanten-) Wert 100 übergeben, Sie liefert ihr
Ergebnis, es wird mit 10 multipliziert, und in ergebnis gespeichert. Der nächste
Aufruf bleibt ohne Wirkung, und verdeutlicht, dass man mit
Funktionsausdrücken zwar beliebig weiterrechnen kann, aber am Ende das
Ergebnis immer speichern oder ausgeben muss, da es sonst verloren geht.
Funktionen erfordern nicht notwendigerweise Wertübergaben. Z.B. wäre es
möglich, dass eine Funktion mit Zufallszahlen arbeitet oder ihre Werte aus
globalen Variablen oder anderen Funktionen bezieht. Eine weitere Anwendung
34

wäre eine Funktion ähnlich einer normalen Prozedur, die jedoch einen Wert als
Fehlermeldung zurückgibt. Tatsächlich gibt es z.B. in der Windows-
Programmierung die Funktion GetForegroundWindow, die einen Zeiger auf das
aktive Fenster zurückgibt und dafür keine Werte vom Benutzer benötigt.

Unterprozeduren / Unterfunktionen
Prozeduren und ebenso Funktionen können bei ihrer Deklaration auch in
einander verschachtelt werden (im Folgenden wird nur noch von Prozeduren
gesprochen, alle Aussagen treffen aber auch auf Funktionen zu). Aus dem
Hauptprogramm oder aus anderen Prozeduren kann dabei nur die
Elternprozedur aufgerufen werden, die Unterprozeduren sind nicht zu sehen.
Eltern- und Unterprozeduren können sich jedoch gegenseitig aufrufen.
Die Deklaration dazu an einem Beispiel veranschaulicht sieht folgendermaßen
aus:

procedure Elternelement;
var
Test: string;

procedure Subprozedur;
begin
Writeln(Test);
Readln(Test);
end;

...
Beliebig viel weitere Prozeduren
...

begin // Beginn von Elternelement


Test := 'Ein langweiliger Standard';
Subprozedur;
Writeln(Test);
Readln;
end;

Nach dem Prozedurkopf folgen optional die Variablen der Elternprozedur, dann
der Prozedurkopf der Unterprozedur, ihr Rumpf, wenn noch nicht geschehen die
Variablen der Elternprozedur und schließlich der Rumpf der Elternprozedur.
Sofern die Variablen der Elternprozedur vor den Unterprozeduren deklariert
werden, können diese darauf ähnlich einer globalen Variable zugreifen, wodurch
deren Einsatz sich dadurch noch weiter reduzieren lässt. Im Zusammenhang mit
Rekursionen wird ein solcher Einsatz manchmal angebracht sein.
Unterprozeduren können auch selbst wieder Unterprozeduren haben, die dann
nur von ihrem Elternelement aufgerufen werden können, es sind beliebige
Verschachtelungen möglich.

forward Deklaration
Alle folgenden Aussagen treffen auch auf Funktionen zu: Eigentlich muss der
Code einer Prozedur vor ihrem ersten Aufruf im Programm stehen, manchmal ist
35

dies jedoch eher unpraktisch, etwa wenn man viele Prozeduren alphabetisch
anordnen will, oder es ist gar unmöglich, nämlich wenn Prozeduren sich
gegenseitig aufrufen. In diesen Fällen hilft die forward Deklaration, die dem
Compiler am Programmanfang mitteilt, dass später eine Prozedur unter
angegebenen Namen definiert wird. Man schreibt dazu den gesamten
Prozedurkopf ganz an den Anfang des Programms, gefolgt von der Anweisung
forward; . Der Prozedur-Rumpf folgt dann im Implementation-Teil der Unit.
Hierbei kann der vollständige Prozedurkopf angegeben werden oder man lässt
die Parameter weg. Am Beispiel der Kehrwertfunktion sähe dies so aus:

function Kehrwert(zahl: Double): Double; forward;

var
ergebnis: Double;

function Kehrwert;
begin
Kehrwert := 1/zahl;
end;

...

Überladene Prozeduren / Funktionen


Alle Bisher betrachteten Prozeduren / Funktionen verweigern ihren Aufruf wenn
man ihnen nicht genau die Zahl an Werten und Variablen wie in ihrer
Deklaration gefordert übergibt. Auch deren Reihenfolge muss beachtet werden.
Will man beispielsweise eine Prozedur mit ein und demselben Verhalten auf
unterschiedliche Datentypen anwenden, so wird dies durch die relativ strikte
Typisierung von Pascal verhindert. Versucht man also, einer Prozedur die,
Integer-Zahlen in Strings wandelt, eine Gleitkommazahl als Eingabe zu
übergeben, so erhält man eine Fehlermeldung. Da dies aber eigentlich ganz
praktisch wäre, gibt es eine Möglichkeit, dies doch zu tun. Man muss jedoch die
Prozedur in allen benötigten Varianten verfassen und diesen den gleichen
Namen geben. Damit der Compiler von dieser Mehrfachbelegung des Namens
weiß, wird jedem der Prozedurköpfe das Schlüsselwort overload; angefügt.
Wichtig ist es zu beachten, dass die Parameter tatsächlich in der Reihenfolge
ihrer Datentypen unterschiedlich sind. Es reicht nicht, unterschiedliche
Parameternamen zu verwenden.
Ein Beispiel:
procedure NumberToString(zahl: Int64; var Ausgabe: string); overload;
begin
Ausgabe := IntToStr(zahl);
end;

procedure NumberToString(zahl: Double; var Ausgabe: string); overload;


begin
Ausgabe := FloatToStr(zahl);
end;

procedure NumberToString(zahl: Double; var Ausgabe: TEdit); overload;


begin
Ausgabe.Text := FloatToStr(zahl);
end;
36

Die erste Version kann Integer-Werte in Strings wandeln, die zweite wandelt
Fließkommawerte, die dritte ebenso, speichert sie dann jedoch in einer Delphi
Edit Komponenten.
Wenn Typen zuweisungskompatibel sind, braucht man keine separate Version zu
schreiben, so nimmt z.B. Int64 auch Integer (Longint) Werte auf, genau wie
Double auch Single Werte aufnehmen kann.
Der Begriff Überladen (overload) beschreibt das mehrmalige Einführen einer
Funktion oder Prozedur mit gleichem Namen, aber unterschiedlichen
Parametern. Der Compiler erkennt hierbei an den Datentypen der Parameter,
welche Version er nutzen soll. Das Überladen ist sowohl in Klassen, für die dort
definierten Methoden, als auch in globalen Prozeduren und Funktionen möglich.
Noch weitergehende Fähigkeiten kann man mit dem Typ Variant realisieren.

Fortgeschritten
Typdefinition
Bei einer Typdefinition wird einem Variablentyp ein neuer Bezeichner
zugeordnet. Die Typdefinitionen stehen vor den Variablendefinitionen und
werden mit dem Schlüsselwort Type eingeleitet. Die Syntax zeigen die folgenden
Beispiele.
type
int = Integer;
THandle = Word;
var
zaehler: int;
fensterhandle: THandle;

In den obigen Beispielen wird den in Delphi definierten Typen Integer sowie
Word ein zusätzlicher Bezeichner, hier int sowie THandle gegeben. In
Variablendefinitionen können danach die neuen Bezeichner verwendet werden.
Im Folgenden werden weitere mögliche Typdefinitionen beschrieben.

Teilbereiche von Ganzzahlen


type
TZiffer = 0..9; // Die Zahlen 0 bis 9
TSchulnote = 1..6;
var
a, b: TZiffer;
begin
a := 5; // zulässig
// a := 10; Diese Zuweisung erzeugt beim Compilieren eine Fehlermeldung!!!
b := 6;
a := a + b; // Dies führt bei Laufzeit zu einer Fehlermeldung, da das
// Ergebnis außerhalb des Wertebereiches von TZiffer liegt!!!
end;

Aufzählungen
type
37

TWochentag = (Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag,


Sonntag);
TSchulnote = (sehr_gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft,
ungenuegend);
var
tag: TWochentag;
begin
tag := Mittwoch;
if tag = Sonntag then Writeln('Sonntag');
end;

Aufzählungen sind identisch mit Teilbereichen von Ganzzahlen, die mit 0


beginnen. Sie machen aber den Code besser lesbar, wie im letzten Beispiel
verdeutlicht.

Records, Arrays
type
TKomplex = record
RealTeil: Double; // Single, Double, Extended und Real sind in
// Delphi definierte Fließkommazahlen
ImaginaerTeil: Double;
end;
TNotenArray = array[1..6] of Integer;

var
a, b: TKomplex;
Noten: TNotenArray;

function Plus(a1, a2: TKomplex): TKomplex;


begin
Result.RealTeil := a1.RealTeil + a2.RealTeil;
Result.ImaginaerTeil := a1.ImaginaerTeil + a2.ImaginaerTeil;
end;

begin
a.RealTeil := 3;
a.ImaginaerTeil := 1;
b := a;
a := Plus(a, b);
end.

Records oder Arrays als Typdefinition haben den Vorteil, dass sie direkt
einander zugewiesen werden können (a := b) und dass sie als Parameter sowie
Rückgabewert einer Funktion zulässig sind. Vergleiche (if a = b then...) sind
allerdings nicht möglich.

Zeiger
type
PWord = ^Word;
PKomplex = ^TKomplex; // nach obiger Typdefinition von TKomplex
var
w: PWord;
begin
...
w^ := 128;
...
end.
38

Zeiger als Typdefinion sind ebenfalls als Parameter sowie Rückgabewert von
Funktionen zulässig. Da ein Zeiger immer eine Adresse speichert, unabhängig
vom Typ, auf den der Zeiger zeigt, kann die Typdefinition auch nach der
Definition des Zeigers erfolgen, wie im nachfolgenden Beispiel.
type
PKettenglied = ^TKettenglied;
TKettenglied = record
Glied: Integer;
Naechstes: PKettenglied;
end;

Klassen
Die Deklarierung von Klassen ist ebenfalls eine Typdefinition.
Es wird als guter Stil empfunden, wenn Typdefinitionen, die einen Zeiger
(englisch: Pointer) definieren, mit P beginnen und alle anderen Typdefinitionen
mit T.

Typumwandlung
Dieses Kapitel muss noch angelegt werden. Hilf mit unter:

http://de.wikibooks.org/wiki/Programmierkurs:_Delphi

Methodenzeiger
Methodenzeiger werden intern als Doppel-Zeiger gespeichert.
type
TMethod = record
Code, Data: Pointer;
end;

Bei der Zuweisung an einen Methodenzeiger ist also immer ein Objekt(-zeiger)
und eine Methode beteiligt. Über Methodenzeiger werden die in Delphi so
nützlichen Ereignisse abgebildet.
Beim Aufruf eines Methodenzeigers springt das Programm über Zeiger Code in
die Methode. Dabei wird Data als der versteckte Self Parameter übergeben.

Rekursion

Definition
Unter Rekursion versteht man die bei Delphi übliche Methode einer Prozedur
oder Funktion mit Baumstruktur, sich selbst aufzurufen. Diese Variante ist sehr
ressourcensparend.
39

Beispiel einer Rekursionsprozedur


function Quersumme(n: Integer): Integer;
begin
if n = 0 then
Result := 0
else
Result := (n mod 10) + Quersumme(n div 10);
end;

Beispiele für Rekursionen


Das wohl berühmteste Beispiel für eine absolut notwendige und elegante
Rekursion sind die Türme von Hanoi.

Wann man Rekursionen NICHT verwendet


Es ist absolut unsinnig eine Rekursion bei den Fibonacci-Zahlen zu verwenden.
Da so die Berechnung um ein vielfaches länger dauert als bei einer normalen
Schleife (von 1 bis n). So wächst der Rechenaufwand bei größeren Zahlen
exponentiell (rekursiv), anstadt linear (nicht-rekursiv) an.
Überhaupt sind Rekursive Algorithmen zwar sehr elegant, aber wenn es nicht-
rekursive Algorithmen gibt, sind diese meistens schneller und einfacher zu
programmieren.
Deshalb sollten rekursive Algothmen, wenn es nicht dringend erforderlich oder
sinnvoll ist, nicht benutzt werden.

Links
Wikipedia Artikel zu rekursiver Programmierung: Rekursive Programmierung

Objektorientierung
Klassen

Einleitung
Die Grundlage für die objektorientierte Programmierung, kurz OOP, bilden
Klassen. Diese kapseln, ähnlich wie Records, verschiedene Daten zu einer
Struktur. Gleichzeitig liefern sie Methoden mit, welche die vorhandenen Daten
bearbeiten.
Der Vorteil von Klassen besteht also darin, dass man mit ihnen
zusammengehörige Variablen, Funktionen und Prozeduren zusammenfassen
kann. Weiterhin können - bei entsprechender Implementation - die Daten einer
Klasse nicht „von außen“ geändert werden.

Aufbau einer Klasse

Allgemeiner Aufbau
Die einfachste Klasse entspricht in ihrem Aufbau einem Record:
40

program Klassentest;

type
TMyRec = record
EinByte: Byte;
EinString: string;
end;

TMyClass = class
FEinByte: Byte;
FEinString: string;
end;

var
MyRec: TMyRec;
MyClass: TMyClass;

begin
MyRec.EinByte := 15;
MyClass := TMyClass.Create;
MyClass.FEinString := 'Hallo Welt!';
MyClass.Free; // bzw. MyClass.Destroy;
end.

Hierbei kann man bereits einen Unterschied zu Records erkennen: Während


man jederzeit auf die Daten eines Records zugreifen kann, muss bei einer Klasse
zunächst Speicher angefordert und zum Schluss wieder freigeben werden. Die
speziellen Methoden Create und Destroy sind in jeder Klasse enthalten und
müssen nicht gesondert programmiert werden. Hierzu mehr im Kapitel
Konstruktoren und Destruktoren.
Es sollte immer Free anstatt Destroy verwendet werden. Free prüft, ob
überhaupt die Klasse initialisiert wurde, was zu keiner Exception führen kann.
Weiterhin hat es sich durchgesetzt, die Variablen einer Klasse, Felder genannt,
immer mit dem Buchstaben F zu beginnen. So werden Verwechslungen mit
globalen und lokalen Variablen vermieden.

Sichtbarkeit der Daten


Im oben gezeigten Beispiel kann auf die Felder wie bei einem Record
zugegriffen werden. Dies sollte man unter allen Umständen vermeiden!
Hierfür gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Zunächst einmal können
Felder, sowie Methoden und Eigenschaften einer Klasse nach außen hin
„versteckt“ werden. Das erreicht man mit folgenden Schlüsselwörtern:
• private - auf diese Daten kann außerhalb der Klasse nicht zugegriffen
werden
• protected - hierauf kann man nur innerhalb desselben Packages zugreifen
• public - diese Daten sind uneingeschränkt zugänglich
• published - zusätzlich zu public können diese Daten auch im Objekt-
Inspektor von Delphi™ bearbeitet werden (nur bei Eigenschaften von
Komponenten sinnvoll).
Das entsprechende Schlüsselwort wird der Gruppe von Daten vorangestellt, für
die diese Sichtbarkeit gelten soll. Um die Felder unserer Klasse zu verstecken,
schreiben wir also:
type
41

TMyClass = class
private
FEinByte: Byte;
FEinString: string;
end;

Wenn man jetzt versucht, wie oben gezeigt, einem Feld einen Wert zuzuweisen
oder ihn auszulesen, wird bereits bei der Kompilierung eine Fehlermeldung
ausgegeben.

Methoden
Wie erhält man nun aber Zugriff auf die Daten? Dies erreicht man über
öffentlich zugängliche Methoden, mit denen die Daten ausgelesen und geändert
werden können.
Eine Methode ist eine fest mit der Klasse verbundene Funktion oder Prozedur.
Daher wird sie auch wie Felder direkt innerhalb der Klasse definiert:
TMyClass = class
public
function GetString: string;
procedure SetString(NewStr: string);
end;

Die Ausführung der Methoden erfolgt direkt über die Variable dieses
Klassentyps:
var
MyClass: TMyClass;

...

MyClass.SetString('Hallo Welt!');
WriteLn(MyClass.GetString);

In der Typdefinition werden nur der Name und die Parameter von Methoden
definiert. Die Implementation, also die Umsetzung dessen, was eine Methode
tun soll, erfolgt außerhalb der Klasse, genau wie bei globalen Funktionen und
Prozeduren. Allerdings muss der Klassenname vorangestellt werden:
function TMyClass.GetString: string;
begin
Result := FEinString;
end;

procedure TMyClass.SetString(NewStr: string);


begin
FEinString := NewStr;
end;

Da die Methoden GetString und SetString Mitglieder der Klasse sind, können
diese auf das private Feld FEinString zugreifen.
Ebenso wie globale Funktionen und Prozeduren lassen sich auch Methoden
überladen. Dies bedeutet, dass mehrere Prozeduren mit dem gleichen Namen
aber unterschiedlichen Parametern innerhalb einer Klasse deklariert werden.
Hierzu ein vollständiges Programm als Beispiel:
42

program Ueberladen;

{$APPTYPE CONSOLE}

uses
SysUtils;

type
TTestKlasse = class
public
function ZaehleStellen(zahl: Cardinal): Integer; overload;
function ZaehleStellen(zahl: string): Integer; overload;
end;

function TTestKlasse.ZaehleStellen(zahl: Cardinal): Integer;


begin
Result := Length(IntToStr(zahl));
end;

function TTestKlasse.ZaehleStellen(zahl: string): Integer;


begin
Result := Length(zahl);
end;

var
Zaehler: TTestKlasse;

begin
Zaehler := TTestKlasse.Create;

Writeln(Zaehler.ZaehleStellen(16384));
Writeln(Zaehler.ZaehleStellen('Donnerstag'));

Zaehler.Free;
end.

Im ersten Fall – Writeln(ZaehleStellen(16384)); – wird die Methode


TTestKlasse.ZaehleStellen(zahl: Cardinal): Integer aufgerufen, da der
Übergabeparameter vom Typ Cardinal ist. Es wird 5 ausgegeben.
Im zweiten Fall – Writeln(ZaehleStellen('Donnerstag')); – wird die Methode
TTestKlasse.ZaehleStellen(zahl: string): Integer aufgerufen, da der
Übergabeparameter ein String ist. Dementsprechend wird der Wert 10
ausgegeben.
In beiden Fällen wird die Stellenanzahl mittels Length bestimmt. Da Length aber
eine Zeichenkette erwartet, wird der Zahlwert im ersten Fall zunächst in eine
Zeichenkette umgewandelt und dann die Länge dieser Zeichenkette bestimmt.
Näheres zum Überladen unter Prozeduren und Funktionen.

Eigenschaften
Für unser Beispiel erscheint der Zugriff etwas umständlich. Daher gibt es noch
eine andere einfache Möglichkeit, Daten einer Klasse auszulesen und zu ändern:
Eigenschaften (engl. properties).
Eigenschaften lassen sich wie Variablen behandeln, das heißt, man kann sie
(wenn gewünscht) auslesen oder (wenn gewünscht) ändern. Die interne
Umsetzung bleibt dabei verborgen. So kann eine Eigenschaft zum Beispiel direkt
auf ein Feld oder über den Umweg einer Methode darauf zugreifen:
43

type
TMyClass = class
private
FEinInt: Integer;
function HoleDoppelteZahl: Integer;
procedure SpeichereHalbeZahl(DoppZahl: Integer); // Name des Parameters
ist egal
public
property Zahl: Integer read FEinInt write FEinInt;
property DoppelZahl: Integer read HoleDoppelteZahl write SpeichereHalbeZahl;
end;

Sowohl das Feld als auch die Methoden sind versteckt. Die einzige Verbindung
zur Außenwelt besteht über die Eigenschaften. Hier greift die Eigenschaft
„Zahl“ beim Lesen und Schreiben direkt auf das Feld zu, während „DoppelZahl“
in beiden Fällen auf Methoden zurückgreift. Da DoppelZahl immer das Doppelte
von Zahl sein soll (so sagt es zumindest der Name), werden die Methoden wie
folgt implementiert:
function HoleDoppelteZahl: Integer;
begin
Result := FEinInt * 2;
end;

procedure SpeichereHalbeZahl(DoppZahl: Integer);


begin
FEinInt := DoppZahl div 2;
end;

Diese Klasse führt Berechnungen durch, ohne dass es der Benutzer


mitbekommt. Weist man Zahl einen Wert zu, erhält man aus DoppelZahl
automatisch das Doppelte. Andersherum kann man DoppelZahl einen Wert
zuweisen und erhält mit Zahl die Hälfte. Von außen betrachtet erscheinen beide
Eigenschaften jedoch wie Felder:
with MyClass do
begin
Zahl := 4;
WriteLn(DoppelZahl); // Schreibt eine 8
DoppelZahl := 20;
WriteLn(Zahl); // ergibt 10 und nicht etwa 4
end;

Soll DoppelZahl einen Schreibschutz erhalten, lässt man in der Definition den
Teil „write ...“ weg. Damit kann auch die entsprechende Methode
SpeichereHalbeZahl entfernt werden.
Die verschiedenen Arten von Eigenschaften werden ausführlicher in einem
eigenen Kapitel behandelt.

Konstruktoren und Destruktoren

Allgemeines
Wie bereits im Kapitel über Klassen beschrieben, muss der Speicher für die
Datenstruktur einer Klasse angefordert werden, bevor man mit ihr arbeiten
44

kann. Da eine Klasse mehr als nur eine Datenansammlung ist - nämlich ein sich
selbst verwaltendes Objekt - müssen gegebenenfalls weitere Initialisierungen
durchgeführt werden. Genauso kann nach der Arbeit mit einer Klasse noch
Speicher belegt sein, der von Delphi's Speicherverwaltung nicht erfasst wird.
Für zusätzliche anfängliche Initialisierungen stehen die Konstruktoren
(„Errichter“) zur Verfügung, wogegen die Destruktoren („Zerstörer“) die
abschließende Aufräumarbeit übernehmen. Diese sind spezielle Methoden einer
Klasse, die nur zu diesem Zweck existieren.

Konstruktoren
Für die Arbeit mit einfachen Klassen, die keine weitere Initialisierung benötigen,
braucht kein spezieller Konstruktor verwendet werden. In Delphi stammt jede
Klasse automatisch von der Basisklasse TObject ab und erbt von dieser den
Konstruktor Create. Folgender Aufruf ist daher gültig, obwohl keine Methode
Create definiert wurde:
type
TErsteKlasse = class
end;

var
Versuch: TErsteKlasse;

begin
Versuch := TErsteKlasse.Create;
end.

Wie zu sehen ist, erfolgt der Aufruf des Konstruktors über den Klassentyp. Eine
Anweisung wie Variable.Create führt zu einer Fehlermeldung.
Das „einfache“ Create erzeugt ein Objekt des Typs TErsteKlasse und gibt einen
Zeiger darauf zurück.
Verwendet man Klassen, welche die Anfangswerte ihrer Felder einstellen oder
z.B. weiteren Speicher anfordern müssen, so verdeckt man die geerbte Methode
mit seiner eigenen:
type
TErsteKlasse = class
constructor Create;
end;

constructor TErsteKlasse.Create;
begin
inherited;
{ Eigene Anweisungen }
end;

Das Schlüsselwort inherited ruft dabei die verdeckte Methode TObject.Create


auf und sorgt dafür, dass alle notwendigen Initialisierungen durchgeführt
werden. Daher muss dieses Schlüsselwort immer zu Beginn eines Konstruktors
stehen.
Beispiel: Sie wollen eine dynamische Adressliste schreiben, bei der der Name
Ihrer Freundin immer als erster Eintrag erscheint.
type
45

TAdresse = record
Vorname, Nachname: string;
Anschrift: string;
TelNr: string;
end;

TAdressListe = class
FListe: array of TAdresse;
constructor Create;
end;

In diesem Falle erstellen Sie den Konstruktor wie folgt:


constructor TAdressListe.Create;
begin
inherited;
SetLength(FListe, 1); // Speicher für 1. Eintrag anfordern
FListe[0].Vorname := 'Barbie';
FListe[0].Nachname := 'Löckchen';
FListe[0].Anschrift := 'Puppenstube 1, Kinderzimmer';
FListe[0].TelNr := '0800-BARBIE';
end;

Wenn Sie jetzt eine Variable mit diesem Konstruktor erstellen, enthält diese
automatisch immer den Namen der Freundin:
var
Adressen: TAdressListe;

begin
Adressen := TAdressListe.Create;
with Adressen.FListe[0] do
{Ausgabe: "Barbie Löckchen wohnt in Puppenstube 1, Kinderzimmer und ist
erreichbar unter 0800-BARBIE."}
Writeln(Vorname+' '+Nachname+' wohnt in '+Anschrift+' und ist erreichbar
unter '+TelNr+'.')
end.

Destruktoren
Destruktoren dienen, wie schon oben beschrieben dazu, den von einer Klasse
verwendeten Speicher wieder freizugeben. Auch hierfür stellt die Basisklasse
TObjekt bereits den Destruktor Destroy bereit. Dieser gibt grundsätzlich zwar
den Speicher einer Klasse wieder frei, aber nur den des Grundgerüstes. Wenn
eine Klasse zusätzlichen Speicher anfordert, z.B. weil sie mit Zeigern arbeitet,
wird nur der Speicher für den Zeiger freigegeben, nicht aber der Speicherplatz,
den die Daten belegen.
Es sollte jedoch immer Free anstatt Destroy benutzt werden, da Free noch prüft,
ob überhaupt die Klasse initialisiert wurde und Free so zu keiner Exception
führen kann; im Gegensatz zu Destroy.
Eine Klasse sollte daher immer dafür sorgen, dass keine Datenreste im Speicher
zurückbleiben. Dies erfolgt durch Überschreiben des Destruktors
TObject.Destroy mit einem eigenen:
type
TZweiteKlasse = class
destructor Destroy; override;
46

end;

destructor TZweiteKlasse.Destroy;
begin
{ Anweisungen }
inherited;
end;

var
Versuch: TZweiteKlasse;

begin
Versuch := TZweiteKlasse.Create;
Versuch.Destroy
end.

Eine eigene Implementation von Destroy muss immer mit dem Schlüsselword
override versehen werden, da Destroy eine virtuelle Methode ist (mehr dazu
unter Virtuelle Methoden). Auch hier kommt wieder das Schlüsselwort
inherited zum Einsatz, welches den verdeckten Destruktor TObject.Destroy
aufruft. Da dieser Speicher frei gibt, muss inherited innerhalb eines Destruktors
immer zuletzt aufgerufen werden.
Wenn wir unser Beispiel der Adressliste erweitern und auf das Wesentliche
reduzieren, ergibt sich folgendes Programm:
type
TAdresse = record
Vorname, Nachname: string;
Anschrift: string;
TelNr: string;
end;

TAdressListe = class
FListe: array of TAdresse;
destructor Destroy; override;
end;

destructor TAdressListe.Destroy;
begin
SetLength(FListe, 0); // Speicher der dynamischen Liste freigeben
inherited; // Objekt auflösen
end;

var
Adressen: TAdressListe;

begin
Adressen := TAdressListe.Create;
{ Anweisungen }
Adressen.Destroy;
end.
47

Überladen
Das Überladen von Konstruktoren und Destruktoren ist genauso möglich wie bei
anderen Methoden auch. Für das Beispiel unserer Adressliste könnten zum
Beispiel zwei Konstruktoren bestehen: einer, der eine leere Liste erzeugt, und
einer, der eine Liste aus einer Datei lädt. Genauso könnte ein Destruktor die
Liste einfach verwerfen, während ein anderer die Liste vorher in einer Datei
speichert.
Sie können die Konstruktoren und Destruktoren jeweils gegenseitig aufrufen.
Sie sollten hierbei jedoch darauf achten, dass nur genau einer das Schlüsselwort
inherited aufruft.
type
TAdressListe = class
constructor Create; overload;
constructor Create(Dateiname: string); overload;
procedure DatenLaden(Dateiname: string);
end;

procedure TAdressListe.DateiLaden(Dateiname: string);


begin
{...}
end;

constructor TAdressListe.Create;
begin
inherited;
{...}
end;

constructor TAdressListe.Create(Dateiname: string);


begin
Create; // ruft TAdressListe.Create auf
Dateiladen(Dateiname);
end;

Weiteres zum Thema Überladen in den Kapiteln „Prozeduren und Funktionen“


sowie „Klassen“.

Eigenschaften

Einleitung
Objekte haben Eigenschaften. Dies ist eine Regel, die in der freien Natur wie
auch in der objektorientierten Programmierung unter Delphi zutrifft.
Eigenschaften stellen einen Zwischenweg zwischen Feldern und Methoden einer
Klasse dar. So kann man zum Beispiel beim Auslesen einer Eigenschaft einfach
den Wert eines Feldes zurück erhalten, löst aber beim Ändern dieser Eigenschaft
eine Reihe von Folgeaktionen aus. Dies liegt daran, dass man bei Eigenschaften
genau festlegen kann, was im jeweiligen Falle passieren soll. Ebenso kann
jeweils das Lesen oder das Schreiben einer Eigenschaft unterbunden werden.
Wie man bereits sieht, kann ein Programm über Eigenschaften sicherer und
gleichzeitig flexibler gestaltet werden.
48

Eigenschaften definieren
In der Klassendefinition legt man Eigenschaften mit folgender Syntax an:
property Name: <Typ> [read <Feld oder Methode>] [write <Feld oder Methode>];

Die Schlüsselwörter read und write sind so genannte Zugriffsbezeichner. Sie


sind beide optional, wobei jedoch mindestens einer von beiden angegeben
werden muss. Die folgenden Beispiele sind alle gültig:
property Eigenschaft1: Integer read FWert;
property Eigenschaft2: Integer write ZahlSetzen;
property Eigenschaft3: string read FText write TextSetzen;

Zur kurzen Erklärung:


• mit Zugriff auf Eigenschaft1 wird der Wert des Feldes FWert zurück
gegeben, eine Zuweisung an Eigenschaft1 ist jedoch nicht möglich (Nur-
Lesen-Eigenschaft)
• Eigenschaft2 dürfen nur Werte zugewiesen werden, diese werden dann an
die Methode ZahlSetzen weitergereicht. Das Auslesen des Wertes ist über
Eigenschaft2 nicht möglich (Nur-Schreiben-Eigenschaft)
• Eigenschaft3 ermöglicht hingegen sowohl das Schreiben als auch das
Lesen von Daten (Lesen-Schreiben-Eigenschaft)
Im Normalfall wird man überwiegend Lese-Schreib-Eigenschaften verwenden
und ggf. einige Nur-Lesen-Eigenschaften. Nur-Schreib-Eigenschaften sind
hingegen sehr selten anzutreffen, können aber im Einzelfall einen ebenso
nützlichen Dienst erweisen.
Verwendet man für den Zugriff ein Feld, muss dieses lediglich den gleichen Typ
haben wie die Eigenschaft. Sollen jedoch Methoden beim Zugriff zum Einsatz
kommen, müssen diese bestimmten Regeln folgen: Für den Lesezugriff benötigt
man eine Funktion ohne Parameter, deren Ergebnis vom Typ der Eigenschaft ist.
Beim Schreibzugriff muss eine Prozedur verwendet werden, deren einziger
Parameter den gleichen Typ wie die Eigenschaft besitzt.
Gut, das alles hört sich etwas kompliziert an. Gestalten wir doch mal ein kleines
Gerüst für die Verwaltung eines Gebrauchtwagenhändlers:
type
TFarbe = (fSchwarz, fWeiß, fSilber, fBlau, fGruen, fRot, fGelb);
TAutoTyp = (atKlein, atMittelStufe, atMittelFliess, atKombi, atLuxus,
atGelaende);

TAuto = class
private
FFarbe: TFarbe;
FTyp: TAutoTyp;
procedure FarbeSetzen(Farbe: TFarbe);
function PreisBerechnen: Single;
public
property Farbe: TFarbe read FFarbe write FarbeSetzen;
property Typ: TAutoTyp read FTyp;
property Preis: Single read PreisBerechnen;
constructor Create(Farbe: TFarbe; Typ: TAutoTyp);
end;

Wie man bereits ohne das vollständige Programm erkennen kann, haben wir mit
dieser Klasse ähnliche Möglichkeiten wie in der realen Welt. Zum Beispiel ist es
49

dem Händler möglich, das Auto umzulackieren. Hierbei wird eine Methode
aufgerufen, die möglicherweise Folgeaktionen auslöst (z.B. das Auto für eine
Weile als „nicht im Bestand“ markiert). Andererseits kann der Händler zwar
abrufen, um welchen Autotyp es sich handelt, kann diesen aber
selbstverständlich nicht verändern. Der Preis ist nicht starr festgelegt, sondern
wird über eine Funktion berechnet (die sich wahrscheinlich unter anderem an
der Farbe und am Typ des Autos orientiert).
Weiterhin ist diese Klasse so angelegt, dass man „von außen“ nur Zugriff auf die
Eigenschaften und den Konstruktor von TAuto hat. Die Felder und Methoden
dienen nur der internen Verwaltung der Eigenschaften und sind daher im
private-Abschnitt verborgen.

Array-Eigenschaften
Eigenschaften können auch als Arrays definiert werden. Dies ist immer dann
sinnvoll, wenn man Daten in Form einer Tabelle bzw. Auflistung speichern
möchte. Der Zugriff erfolgt wie bei Variablen über Indizes in eckigen Klammern.
Hinter den Zugriffsbezeichnern darf bei Array-Eigenschaften allerdings kein
Feld angegeben werden, hier sind nur Methoden zulässig:
property Zeile[Nr: Integer]: string read HoleZeile write SchreibeZeile;
property Punkt[X, Y: Integer]: Integer read HolePunkt;

Die zugehörigen Methoden werden dann wie folgt definiert:


function HoleZeile(Nr: Integer): string;
procedure SchreibeZeile(Nr: Integer; Text: string);
function HolePunkt(X, Y: Integer): Integer;

Als erste Parameter werden also immer die Felder des Arrays angesprochen,
dann folgen die Parameter analog den einfachen Eigenschaften. Die Bezeichner
der Variablen müssen mit den Indizes der Eigenschaften nicht notwendigerweise
übereinstimmen. Um die Anwendung jedoch übersichtlich zu gestalten, sollte
man jedoch gleiche Bezeichner verwenden. Grundsätzlich wäre also auch
folgende Notation gültig:
function HoleZeile(ZeilenNr: Integer): string;
property Zeile[X: Integer]: string read HoleZeile;

Überschreiben

Sichtbarkeit ändern
Bei der Vererbung von Klassen kann es vorkommen, dass man Eigenschaften mit
der Sichtbarkeit protected erbt, diese aber in der eigenen Klasse als public
kennzeichnen möchte. Hierfür ist es möglich, die Eigenschaften mit der
gewünschten Sichtbarkeit neu zu definieren.
Beispiel: Wir haben von der Klasse TBasis die als private gekennzeichnete
Eigenschaft „Name“ geerbt. Um diese nun allgemein zugänglich zu machen,
schreiben wir einfach:
public
property Name;
50

Damit wurde an der Funktionsweise der Eigenschaft nichts geändert, sie ist jetzt
lediglich „besser sichtbar“. Damit ist der Programmcode bereits vollständig. Es
müssen keine weiteren Zugriffsfelder oder -methoden hierfür geschrieben
werden.
Auf diese Weise ist es ebenfalls möglich, öffentlich zugängliche Eigenschaften
als privat zu kennzeichnen.

Neu definieren
Wenn Sie nun von einer Klasse eine Eigenschaft vererbt bekommen, die Sie
anders verarbeiten wollen, können Sie diese wie eine gewöhnliche Eigenschaft
mit dem gleichen Namen neu definieren. Hierzu sind ebenfalls die Angaben der
Zugriffsbezeichner erforderlich. So lässt sich zum Beispiel eine Lese-Schreib-
Eigenschaft als Nur-Lesen-Eigenschaft neu definieren:
type
TBasis = class
FFarbe: string;
property Farbe: string read FFarbe write FFarbe;
end;

TErbe = class(TBasis)
property Farbe: string read FFarbe;
end;

„FFarbe“ muss in der Klasse „TErbe“ nicht neu eingeführt werden, es wird das
Feld aus der Basis-Klasse verwendet. Falls ein Zugriffsbezeichner in der
Basisklasse als private gekennzeichnet wurde, gibt Delphi bei der Kompilierung
eine entsprechende Warnung aus. Für reine Delphi-Programme kann diese
Warnung ignoriert werden. Sie ist für die Portierung des Programms in andere
Programmiersprachen gedacht, da dort eine solche Schreibweise unter
Umständen nicht erlaubt ist.
Falls eine Eigenschaft eine Methode für den Zugriff verwendet und Sie das
Verhalten ändern wollen, müssen Sie lediglich die geerbte Methode
überschreiben. Mehr hierzu im nächsten Kapitel „Vererbung“.

Zugriff auf Eigenschaften


Der Zugriff auf Eigenschaften erfolgt wie bei Feldern und Methoden:
Objekt.Eigenschaft := Wert;
Wert := Objekt.Eigenschaft;

Hierbei ist jedoch zusätzlich zur Sichtbarkeit auch die Zugriffsmöglichkeit der
Eigenschaft zu beachten, das heißt, ob Sie eine Nur-Lesen-, Nur-Schreiben- oder
eine Lese-Schreib-Eigenschaft verwenden wollen. Die Eigenschaften verhalten
sich wie eine Mischung aus Variablen und Methoden, z.B. kann man Werte
auslesen und übergeben. Nicht möglich ist dagegen die Übergabe einer
Eigenschaft als Variablen-Parameter einer Funktion. So erzeugt dieser
Programmschnipsel eine Fehlermeldung:
type
TKlasse = class
private
FZahl: Integer;
public
51

property Zahl: Integer read FZahl write FZahl;


end;

var
Test: TKlasse;

begin
Test := TKlasse.Create;
Test.Zahl := 0;
Inc(Test.Zahl); // <-- Fehlermeldung
Test.Destroy;
end.

Obwohl hier die Daten letztlich in der Klassenvariablen FZahl gespeichert


werden, darf die dazugehörige Eigenschaft Zahl nicht an die Routine Inc
übergeben werden. Hier bleibt letztlich nur der direkte Weg:
Test.Zahl := Test.Zahl + 1;

Standard-Eigenschaften
Wie oben beschrieben muss beim Zugriff auf eine Eigenschaft immer der Name
der Eigenschaft selbst angegeben werden. Für Array-Eigenschaften gibt es eine
praktische Besonderheit: die Standard-Eigenschaft. Wenn eine Array-
Eigenschaft als Standard definiert wird, kann der Name dieser Eigenschaft beim
Zugriff weggelassen werden. Dies erreicht man durch Angabe der Direktive
default hinter der Eigenschaften-Definition:
property Eigenschaft[X: Integer]: string read LeseMethode write SchreibMethode;
default;

Jetzt sind diese beiden Angaben gleichbedeutend:


Wert := Objekt.Eigenschaft[Index];
Wert := Objekt[Index];

Selbstverständlich kann nur jeweils eine Eigenschaft je Klasse als Standard


definiert werden.

Vererbung

Einleitung
Das Vererben von sämtlichen Methoden, Feldern, etc. von einer alten Klasse ist
eine ganz wichtige Eigenschaft von Klassen.
So ist es z.B. möglich, von einer Klasse TWirbeltier die Klasse TMensch
abzuleiten. So kann man eine bestehende Klasse spezialisieren, oder auch
verändern.
Jede Klasse ist ein Nachkomme von TObject.

Deklaration
Es wird einfach hinter das Schlüsselwort class die Vorfahrklasse in Klammern
gesetzt, und schon kann man die Nachkommenklasse benutzen.
52

TObject
Da jede Klasse ein Nachkomme von TObject ist, ist es bei Delphi nicht nötig,
TObject extra hinzuschreiben. Deswegen sind die beiden Deklarationen absolut
gleichwertig und gleichbedeutend:
type
TMeineKlasse = class (TObject)
end;

oder
type
TMeineKlasse = class
end;

Beispiel
type
TWirbeltier = class
private
AnzKnochen: Integer;
public
Lebt: Boolean;

procedure Iss(Menge: Integer);


function Gesundheit: Integer;
end;

TMensch = class (TWirbeltier)


end;

TMensch besitzt alle Methoden und Felder von TWirbeltier. Folgender Aufruf ist
also völlig legitim:
var Mensch: TMensch;
begin
Mensch := TMensch.Create;
Mensch.Iss(10);
ShowMessage(IntToStr(Mensch.Gesundheit));
Mensch.Free;
end;

Ersetzen von Methoden und Feldern


Wenn man eine Methode/Feld in der Nachkommenklasse deklariert, die den
selben Namen hat wie in der Vorfahrklasse, dann wird die Vorfahr-Methode/Feld
durch die neu deklarierte ersetzt.
type
TWirbeltier = class
private
AnzKnochen: Integer;
public
Lebt: Boolean;

procedure Iss(Menge: Integer);


function Gesundheit: Integer;
end;
53

TMensch = class (TWirbeltier)


procedure Iss(Menge: Integer);
end;

procedure TWirbeltier.Iss(Menge: Integer);


begin
ShowMessage(IntToStr(Menge));
end;

procedure TMensch.Iss(Menge: Integer);


begin
ShowMessage(IntToStr(Menge*2));
end;

var Mensch: TMensch;

begin
Mensch := TMensch.Create;
Mensch.Iss(10);
Mensch.Free;
end.

Die procedure Nahrung von TMensch ersetzt Nahrung von der Vorfahrklasse.
Und damit wird 20 ausgegeben werden.

Überschreiben von Methoden und Feldern


Wenn man eine Methode/Feld ersetzen will, aber trotzdem noch unter
Umständen auf die Vorfahr-Methode/Feld zugreifen will, dann überschreibt man
sie mit dem Schlüsselwort override und muss in der Vorfahrklasse diese
Methode/Feld mit dem Schlüsselwort virtual kennzeichnen.
Die Vorfahr-Methode/Feld ist dann sozusagen virtuell im Hintergrund
schlummernd.
Dann ist die virtuelle Vorfahr-Methode/Feld über das Schlüsselwort inherited zu
erreichen.
type
TWirbeltier = class
private
AnzKnochen: Integer;
public
Lebt: Boolean;

procedure Iss(Menge: Integer); virtual;


function Gesundheit: Integer;
end;

TMensch = class (TWirbeltier)


procedure Iss(Menge: Integer); override;
end;

procedure TWirbeltier.Iss(Menge: Integer);


begin
ShowMessage(IntToStr(Menge));
end;

procedure TMensch.Iss(Menge: Integer);


begin
54

ShowMessage(IntToStr(Menge));
inherited Iss(Menge*2); // hier wird die Vorfahr-Methode aufgerufen
end;

var Mensch: TMensch;

begin
Mensch := TMensch.Create;
Mensch.Iss(10);
Mensch.Free;
end.

Hier wird erst 10 ausgegeben werden, dann 20.


Dies ist ein sehr großer Vorteil bei dem Überschreiben, dass man eine Methode
sehr gut erweitern kann, ohne den Code nochmal abschreiben zu müssen.
Also in dem Beispiel: Wieso nochmal ShowMessage aufrufen? Wir benutzen
einfach die virtuelle Methode.

dynamic
Anstatt des Schlüsselwortes virtual kann man auch dynamic benutzen. Jedoch
arbeitet es nicht so schnell wie virtual. Die Benutzung ist aber genau die selbe.

Interfaces
Dieses Kapitel muss noch angelegt werden. Hilf mit unter:

http://de.wikibooks.org/wiki/Programmierkurs:_Delphi

Exceptions
Dieses Kapitel muss noch angelegt werden. Hilf mit unter:

http://de.wikibooks.org/wiki/Programmierkurs:_Delphi

Schnelleinstieg
Einstieg
Was ist Delphi
Borland Delphi ist eine RAD-Programmierumgebung von Borland. Sie basiert auf
der Programmiersprache Object Pascal. Borland benannte Object Pascal jedoch
2003 in Delphi-Language um, mit der Begründung, dass sich bereits soviel in der
Sprache verändert habe, dass man es nicht mehr mit Pascal vergleichen könne.
55

RAD-Umgebungen für Object Pascal bzw. Delphi existieren nur wenige. Der
bekannteste ist der Delphi-Compiler von Borland. Für Linux gibt es Kylix, das
ebenfalls von Borland stammt und mit Delphi (ggf. mit wenigen Code-
Änderungen) kompatibel ist. Darüber hinaus gibt es das freie Projekt Lazarus,
das versucht eine ähnliche Entwicklungsumgebung bereitzustellen. Dieses nutzt
FreePascal für die Kompilierung und ist für verschiedene Betriebssysteme
erhältlich.

Warum Delphi?
Es gibt viele Gründe, Delphi zu benutzen. Es gibt aber wahrscheinlich auch
genauso viele dagegen. Es ist also mehr Geschmacksache, ob man Delphi lernen
will oder nicht. Wenn man allerdings Gründe für Delphi sucht, so fällt sicher
zuerst auf, dass Delphi einfach zu erlernen ist, vielleicht nicht einfacher als
Basic aber doch viel einfacher als C/C++. Gegenüber Basic hat Delphi allerdings
den Vorteil, dass Delphi viel mächtiger ist. Für professionelle Programmierer ist
es sicher auch wichtig zu wissen, dass die Entwicklung von eigenen
Komponenten unter Delphi einfach zu handhaben ist. Durch die große Delphi-
Community mangelt es auch nicht an Funktionen und Komponenten.
Erstellt man größere Projekte mit Borlands Delphi Compiler, so ist die
Geschwindigkeit beim Kompilieren sicher ein entscheidender Vorteil. Auch die
einfache Modularisierung, durch Units, Functions und Procedures ist sicherlich
ein Vorteil der Sprache gegenüber einfachen Sprachen wie Basic.
Mit Delphi lässt sich zudem so ziemlich alles entwickeln, abgesehen von
Systemtreibern. Dennoch ist es nicht unmöglich teilweise auch sehr
hardwarenahe Programme zu entwickeln.

Die Oberfläche
Startet man Delphi zum ersten Mal, dann erscheint ein Fenster, das in mehrere
Bereiche unterteilt ist. Oben sieht man die Menüleiste, links befindet sich der
Objektinspektor und in der Mitte ist eine so genannte Form. Im Hintergrund
befindet sich eine Art Texteditor. Aus der Menüleiste kann man verschiedene
Aktionen, wie Speichern, Laden, Optionen, und anderes ausführen. Unten rechts
in der Menüleiste (bzw. bei neueren Delphi-Versionen am rechten
Bildschirmrand) kann man die verschiedenen Komponenten auswählen, die dann
auf der Form platziert werden. Im Objektinspektor kann man die Eigenschaften
und Funktionen der Komponenten ändern. Der Texteditor dient später einmal
dazu den Quellcode des Programms einzugeben.

Das erste Programm (Hello world)


Wenn man nun mit dem Mauszeiger auf die Komponente Label (Menükarte
„Standard“) und dann irgendwo auf die Form klickt, dann erscheint die Schrift
„Label1“. Das so erzeugte Label kann man nun überall auf der Form
verschieben. Um die Schrift zu ändern, wählt man das Label an und sucht im
Objektinspektor die Eigenschaft „Caption“ und ändert den Wert von „Label1“ in
„Hello world!“. Wenn man nun auf den grünen Pfeil in der Menüleiste klickt
(oder F9 drückt), kompiliert Delphi die Anwendung, d.h. Delphi erstellt eine
ausführbare Datei und startet diese. Nun sieht man ein Fenster mit der Schrift
„Hello world!“. Das ist unsere erste Anwendung in Delphi! War doch gar nicht so
schwer, oder?
56

Erweitertes Programm
Nachdem wir unser „Hello world“-Programm mit Datei->Projekt speichern...
gespeichert haben, erstellen wir mit Datei->Neu...->Anwendung eine neue
Anwendung. Auf die neue Form setzt man nun einen Button und ein Label
(beides Menü Standard). Wenn man nun doppelt auf den Button klickt, dann
öffnet sich das Code-Fenster. Hier geben sie folgendes ein:
Label1.Caption := 'Hello world';

Wenn man nun das Programm mit F9 startet und dann auf den Button klickt
sieht man, dass sich das Label verändert und nun „Hello world“ anzeigt. Damit
haben wir eine Möglichkeit, Labels (und eigentlich alles) während der Laufzeit
zu verändern.
Beenden Sie nun die Anwendung und löschen Sie den eben getippten Text
wieder. Nun bewegen Sie den Cursor vor das begin und geben folgendes ein:
var
x, y, Ergebnis: Integer;

Wenn Sie wieder unter dem begin sind, dann geben Sie
x := 40;
y := 40;
Ergebnis := x + y;
Label1.Caption := IntToStr(Ergebnis);

ein. Nun kompilieren Sie mit F9 und sehen sich das Ergebnis an. Sie sehen,
wenn man auf den Button klickt, verändert sich das Label und zeigt nun das
Ergebnis der Addition an. Dies kann man natürlich auch mit anderen Zahlen
oder Operationen durchführen (es sind Zahlen von -2147483648 bis 2147483647
und die Operanden + - * möglich).
Nun fassen wir mal zusammen, was Sie bis jetzt gelernt haben könnten bzw.
jetzt lernen:
• In Delphi fungiert das „:=“ als so genannter Zuweisungsoperator, d.h. die
linke Seite enthält nach der Operation den Inhalt der rechten Seite. z.B.:
x := 40;
x := y;
Label1.Caption := 'Text';

• Es gibt unter Delphi Variablen, die vorher in einem speziellen var-


Abschnitt definiert werden, z.B.: x: Integer;, so kann x Zahlen von
-2147483648 bis 2147483647 aufnehmen oder x, y: Integer; definiert x
und y als Integer (spart Schreibarbeit!)

Die Syntax
(Fast) jeder Programmcode-Befehl wird mit einem Semikolon/Strichpunkt (;)
abgeschlossen. Ausnahmen davon sind ein nachfolgendes end, else oder until.
ShowMessage('Hallo Welt');

Strings werden von einfachen Anführungszeichen eingeschlossen


57

var
s: string;
...
s := 'ich bin ein String';

Ebenso wie einzelne Zeichen (Char)


var
c: Char;
...
c := 'A';

Die Strukturen von Delphi


Delphi verfügt über die aus Pascal bekannten Kontrollstrukturen zur
Ablaufsteuerung: Reihenfolge, Auswahl und Wiederholung. Als
Auswahlkonzepte stehen zur Verfügung: ein-, zwei- und mehrseitige Auswahl
(Fallunterscheidung). Als Wiederholstrukturen verfügt Delphi über
abweisende, nicht abweisende Schleifen und Zählschleifen. Die Syntax der
Strukturen stellt sich wie folgt dar:
Reihenfolge
<Anweisung>;
<Anweisung>;
<Anweisung>;
<...>

Einseitige Auswahl
if <Bedingung> then <Anweisung>;

Zweiseitige Auswahl
if <Bedingung> then
<Anweisung>
else
<Anweisung>;

Fallunterscheidung
case <Fall> of
<wert1> : <Anweisung>;
<wert2> : <Anweisung>;
<.....> : <Anweisung>
else
<Anweisung>
end; // von case

Abweisende Schleife
while <Wiederhol-Bedingung> do
<Anweisung>;

Nicht abweisende Schleife


repeat
58

<Anweisung>;
<Anweisung>;
...
until <Abbruch-Bedingung>;

Zählschleife
for <Laufvariable> := <Startwert> to <Endwert> do
<Anweisung>;

Strukturen können ineinander verschachtelt sein: Die Auswahl kann eine


Reihenfolge enthalten, in einer Wiederholung kann eine Auswahl enthalten sein
oder eine Auswahl kann auch eine Wiederholung enthalten sein. Enthält die
Struktur <Anweisung> mehr als eine Anweisung, so sind Blöcke mittels begin
und end zu bilden. Ausnahme davon ist die Repeat-Schleife: Hier wird zwischen
repeat und until automatisch ein Block gebildet.
Programmbeispiel mit allen Strukturen
program example001;
{$APPTYPE CONSOLE}
uses
SysUtils;
var
i : Integer;
Zahl : Real;
Antwort: Char;
begin
WriteLn('Programmbeispiel Kontrollstrukturen');
WriteLn;
repeat // nicht abweisende Schleife
Write('Bitte geben Sie eine Zahl ein: ');
ReadLn(Zahl);
if Zahl <> 0 then // einseitige Auswahl
Zahl := 1 div Zahl;
for i := 1 to 10 do // Zählschleife
Zahl := Zahl * 2;
while Zahl > 1 do // abweisende Schleife
Zahl := Zahl div 2;
i := Round(Zahl) * 100;
case i of // Fallunterscheidung
1: Zahl := Zahl * 2;
2: Zahl := Zahl * 4;
4: Zahl := Zahl * 8
else
Zahl := Zahl * 10
end;
if Zahl <> 0 then // zweiseitige Auswahl
WriteLn(Format('Das Ergebnis lautet %.2f', [Zahl]))
else
Writeln('Leider ergibt sich der Wert von 0.');
Write('Noch eine Berechnung (J/N)? ');
ReadLn(Antwort)
until UpCase(Antwort) = 'N'
end.

Prozeduren und Funktionen


Grundsätzlich wird zwischen Prozeduren und Funktionen unterschieden. Dabei
liefert eine Funktion immer einen Rückgabewert zurück, hingegen eine
59

Prozedur nicht.
Der eigentliche Code einer Prozedur oder Funktion (in OOP auch als Methode
bezeichnet) beginnt immer nach dem begin und endet mit end;
procedure testmethode;
begin
ShowMessage('TestMethode!');
end;

Die folgende Funktion liefert beispielsweise einen String zurück.


function testmethode: string;
begin
Result := 'ich bin der Rückgabewert';
end;

Parameter können wie folgt verwendet werden:


procedure testmitparameter1(Parameter1: string);

Mehrere Parameter werden mit „;“ getrennt.


procedure testmitparameter2(Parameter1: string; Parameter2: Integer);

Mehrere Parameter vom gleichen Typ können auch mit „,“ getrennt werden:
procedure testmitparameter3(Parameter1, Parameter2: string);

Datentypen (Array, Records und Typen)


Arrays
Ein Array ermöglicht es, Daten zu indizieren und Tabellen zu erstellen. Es gibt
zwei verschiedene Arten von Arrays:

Eindimensionale Arrays

Statische Arrays
• Ein statisches Array besitzt eine in der Variablendeklarierung festgelegte
Größe, die in eckigen Klammern angegeben wird:
var
test_array: array[1..10] of Byte;

definiert ein Array, das mit 10 Byte-Werten gefüllt werden kann. Man
unterscheidet in Delphi zwischen 0-basierten und 1-basierten Arrays, wobei der
Unterschied eigentlich nur in der Zählweise liegt:
var
array_0: array[0..9] of Byte;

definiert ein gleich großes Array mit 0 als ersten Index. Dies ist eigentlich
60

Geschmacksache, aber wer nebenbei C/C++ programmiert, dem wird die 0-


basierte Schreibweise sicher vertrauter sein.

Dynamische Arrays
• Ein dynamisches Array ist in seiner Größe dynamisch (wie der Name
schon sagt). Das heißt, dass man die Größe während der Laufzeit
verändern kann, um beliebig große Datenmengen aufzunehmen. Die
Deklaration erfolgt mit
var
array_d: array of Byte;

Will man zur Laufzeit dann die Größe verändern, so erfolgt die über die
procedure SetLength(array, neue_Laenge). Mit den Funktionen High(array)
und Low(array) erhält man den höchsten und den niedrigsten Index des Arrays.
Bei dynamischen Arrays ist zu beachten, dass diese immer 0-basiert sind.
Mit Length(tabelle1) bekommt man die Länge des Arrays heraus. Hier ist zu
beachten, dass bei einem Array von 0 bis 2, 3 Elemente vorhanden sind und
darum die Zahl 3 zurückgegeben wird.
Der Zugriff auf ein Array erfolgt mit arrayname[5] := 10;. Der Vorteil von
Arrays ist, dass man sie einfach in Schleifen einbauen kann:
var
arrayname: array[1..10] of Byte;
begin
for i := 1 to 10 do
arrayname[i] := 10;
end;

Mehrdimensionale Arrays
Außerdem kann man mit Arrays mehrere Dimensionen definieren:

Statische Arrays
var
tabelle1: array[1..10] of array[1..10] of Byte; // dies ist gleichbedeutend
mit:
tabelle2: array[1..10, 1..10] of Byte;

definiert beides eine Tabelle mit der Größe 10x10. Der Zugriff erfolgt über
tabelle[5, 8] := 10;

Damit wird die Zelle in der 8. Reihe und in der 5. Spalte mit 10 belegt.

Dynamische Arrays
var
tabelle1: array of array of Byte;

Natürlich muss man auch hier mit SetLength die Länge des Arrays bestimmen.
Und das geht so:
SetLength(tabelle1, 9, 9);
61

Dies definiert eine 2-dimensionale Tabelle mit der Größe 10x10. Der Zugriff
kann nun wie bei einem statischen Array erfolgen.

Typen
Mit einer Typendeklaration kann man eigene Datentypen festlegen, dies erfolgt
z.B. durch
type
Zahl = Integer;

Nach dieser Deklaration kann man überall anstatt Integer Zahl einsetzen:
var
x: Zahl;

Interessant werden Typen, wenn man zum Beispiel eine Arraydefinition, z.B.
eine bestimmte Tabelle öfter einsetzen will:
type
Tabelle = array[1..10, 1..10] of Byte;

oder wenn man Records oder Klassen benutzt.


Natürlich funktioniert das mit allen Arten von Arrays, also auch
mehrdimensional, dynamisch, etc.

Records
Mit einem Record kann man einer Variable mehrere Untervariablen geben, dies
ist z.B. bei Datensammlungen der Fall. Man definiert einen Record fast immer
über einen Typen:
type
THighscoreEintrag = record
Nr: Byte;
Name: string;
Punkte: Integer;
end;

Wenn man nun eine 10-stellige Highscoreliste erstellen will, dann benutzt man
die Anweisung:
var
Hscr: array[1..10] of THighscoreEintrag;
begin
Hscr[1].Nr := 1;
Hscr[1].Name := 'Der Erste';
Hscr[1].Punkte := 10000;
end;
62

Pointer
Einleitung

Das RAM als Modell


Betrachtet man das RAM, so fällt folgende Struktur auf:
Das RAM ist unter den verschiedenen Anwendungen und dem Betriebssystem
aufgeteilt und den RAM, den eine Anwendung verbraucht kann man in Heap und
Stack unterteilen. Im Stack werden alle Variablen gepeichert, die z.B. mit var
i: Integer; deklariert worden sind. Das Problem am Stack ist, dass er in der
Größe sehr beschränkt ist. Bei großen Datenstrukturen sollte man daher auf den
Heap zurückgreifen und dazu benötigt man Zeiger (Pointer).

Grundlagen

Ein Zeiger in den Heap


Ein Pointer ist in der Regel 4 Bytes groß, d.h. es lohnt sich normalerweise nicht,
einen Pointer auf einen Bytewert zu erzeugen, da dieser nur einen Byte belegt!
Ein Pointer auf eine bestimmte Datenstruktur wird folgenderweise definiert:
var
zgr: ^TDaten;

Einem Pointer muss immer ein Wert zugewiesen werden! Für den Fall, dass ein
Pointer vorerst nicht gebraucht wird, kann ein Zeiger auch ins Leere zeigen,
dies geschieht mit der Zuweisung:
zgr := nil; // nil = not in list

Bevor man den Zeiger allerdings auf Daten zeigen lassen kann muss man zuerst
Speicher im Heap reservieren:
63

New(zgr);

Nun kann man auf die Daten zugreifen, als wäre es eine normale Variable,
allerdings hängt man dem Zeigernamen beim Zugriff das Dach hinten an:
zgr^ := 50000;

Dies ist nötig, da in zgr selber die Anfangsadresse von zgr^ im Heap
gespeichert ist. Wenn TDaten allerdings ein Record ist, so kann man theoretisch
beim Zugriff auf die einzelnen Unterpunkte das Dach weglassen:
zgr.nummer := 1;

Wenn man einen Pointer im weiterem Programmverlauf nicht mehr braucht,


dann sollte man unbedingt den belegten Speicher wieder freigeben:
Dispose(zgr);

Mit diesen Grundlagen sollte das Kapitel über Listen, Bäume und Schlangen
eigentlich kein Problem mehr darstellen!

Dynamische Datenstrukturen
Die klassische Methode: Listen
Bitte beachten: Die hier gezeigte Vorgehensweise ist stark veraltet,
fehleranfällig und umständlich.
Seit Delphi 4 gibt es bessere und sicherere Methoden, dynamische Datenstrukturen
zu handhaben.
Siehe hierzu Die moderne Methode: Klassen. Die klassische Vorgehensweise ist nur
für erfahrene
Programmierer geeignet, die aus dieser Laufzeit-Geschwindigkeitsvorteile ziehen
wollen.

Eine Liste ist wie alle dynamischen Datenstrukturen eine rekursive


Datenstruktur, d.h.: sie referenziert sich selbst. Schauen wir uns mal folgendes
Beispiel für eine Typendefinition für Listen an:
type
PListItem = ^TListItem;
TListItem = record
data: Integer;
next: PListItem; // Verweis auf das nächste Item
end;

Man sieht, dass der Zeiger in PListItem auf ein Objekt gelegt wird, das noch
nicht definiert ist. Eine solche Definition ist nur bei rekursiven Strukturen
möglich.
Möchte man nun eine neue, leere Liste erzeugen, so reicht folgender Code:
var
Liste: PListItem;
begin
New(Liste);
64

Liste^.data := 0;
Liste^.next := nil; // WICHTIG!!!
end;

Vergessen Sie bitte niemals, einen nicht benötigten Zeiger (wie in diesem Fall)
auf nil zu setzen, da das gerade bei dynamischen Datenstrukturen zu nicht
vorhersehbaren Fehlern führen kann.
Wollen sie nun ein Item der Liste hinzufügen, ist folgender Code zu benutzen:
New(Liste^.next);

und die entsprechende Belegung mit Nichts:


Liste^.next^.data := 0;
Liste^.next^.next := nil;

Es ist natürlich lästig und aufwändig, die Liste auf diese Weise zu vergrößern.
Deshalb benutzt man eine Prozedur, um die Liste bis zu ihrem Ende zu
durchlaufen und an ihrem Ende etwas anzuhängen:
procedure AddItem(List: PListItem; data: Integer);
var
tmp: PListItem;
begin
tmp := List;
while tmp^.next <> nil do
tmp := tmp^.next;
New(tmp^.next);
tmp^.next^.data := data;
tmp^.next^.next := nil;
end;

Da dies aber sehr zeitaufwändig ist, sollte immer das letzte Element der Liste
gespeichert werden, um nicht zuerst die gesamte Liste durchlaufen zu müssen,
bevor das neue Element angehängt werden kann.
Um eine Liste wieder aus dem Speicher zu entfernen, genügt es nicht, die
Variable Liste auf nil zu setzen. Dabei würde der verbrauchte Speicherplatz
belegt bleiben und auf die Dauer würde das Programm den Speicher „zumüllen“.
Um die Objekte wieder freizugeben, muss Dispose verwendet werden:
Dispose(Item);

Da hierbei jedoch das Element in next (falls vorhanden) nicht ordnungsgemäß


freigegeben würde, muss man mit einer Schleife alle Elemente einzeln
freigeben:
procedure DisposeList(var List: PListItem);
var
current, temp: PListItem;
begin
current := List;
while current <> nil do
begin
temp := current^.next;
Dispose(current);
current := temp;
end;
65

List := nil;
end;

Hier wird in jedem Schleifendurchlauf das aktuelle Element freigegeben und das
nächste Element zum aktuellen gemacht. Hier wäre zwar prinzipiell auch eine
rekursive Funktion möglich (und eventuell auch die zunächst offensichtliche
Lösung), diese würde aber bei sehr großen Listen einen Stack Overflow
auslösen.

Die moderne Methode: Klassen


Nachteile der Listenmethode sind vor allem die Fehleranfälligkeit und die
umständliche Referenzierung. Sinnvoller - und natürlich auch komplexer - ist
hier der Einsatz einer sich selbst verwaltenden Klasse. Hierbei hat man als
Anwender lediglich Zugriff auf Methoden, nicht jedoch auf die Datenstruktur
selbst. Dies bewirkt einen höchstmöglichen Schutz vor Fehlern.

Grundgerüst
Als Basis für die dynamische Liste wird ein offenes Array verwendet. Der
Speicherbedarf hierfür lässt sich dem Bedarf entsprechend anpassen. Weiterhin
werden Methoden benötigt, um neue Daten hinzuzufügen, nicht mehr benötigte
zu löschen, vorhandene auszulesen oder zu ändern. Dies alles wird in einer
Klasse gekapselt.
type
TMyList = class
private
FFeld: array of Integer;
public
constructor Create;
procedure Free;
function Count: Integer;
procedure Add(NewValue: Integer);
procedure Delete(Index: Integer);
procedure Clear;
function GetValue(Index: Integer): Integer;
procedure SetValue(Index: Integer; NewValue: Integer);
end;

Implementation
Im Constructor muss dem Feld Speicher zugewiesen werden, ohne diesen jedoch
bereits mit Daten zu füllen:
constructor TMyList.Create;
begin
inherited;
SetLength(FFeld, 0);
end;

Die Methode Free sollte auf gleiche Weise den Speicher wieder freigeben:
procedure TMyList.Free;
begin
66

SetLength(FFeld, 0);
inherited;
end;

Für die Verwendung der Liste ist es oftmals notwendig, deren Größe zu kennen,
um nicht eventuell über deren Ende hinaus Daten auszulesen. Das wird mit der
simplen Methode Count verwirklicht.
function TMyList.Count: Integer;
begin
Result := Length(FFeld);
end;

Um nun Daten hinzuzufügen, wird eine weitere Methode benötigt: Add. Hierbei
ist zu beachten, dass der erste Index der Liste immer 0 (Null) ist. Wenn nur ein
Eintrag enthalten ist (Count = 1), dann ist dieser in FFeld[0] zu finden. Durch
den Aufruf von SetLength wird das Feld um einen Eintrag erweitert, womit sich
auch das Ergebnis von Count um 1 erhöht. Demnach muss beim Speichern des
Wertes wieder 1 subtrahiert werden.
procedure TMyList.Add(NewValue: Integer);
begin
SetLength(FFeld, Count+1); // Größe des Feldes erhöhen
FFeld[Count-1] := NewValue; // Neuen Eintrag ans Ende der Liste setzen
end;

Das Löschen eines Eintrages gestaltet sich etwas schwieriger, da dieser sich am
Anfang, in der Mitte oder am Ende der Liste befinden kann. Je nachdem müssen
die Daten gegebenenfalls umkopiert werden.
procedure TMyList.Delete(Index: Integer);
var
i: Integer;
begin
if (Index < 0) or (Index >= Count) then
Exit;

if Index = Count - 1 then // letzter Eintrag


SetLength(FFeld, Count-1) // Es reicht, den Speicher vom letzten Eintrag
freizugeben
else // erster Eintrag oder irgendwo in der Mitte
begin
for i := Index to Count - 2 do
FFeld[i] := FFeld[i+1];
SetLength(FFeld, Count-1);
end;
end;

Man sollte auch die Liste leeren können, ohne jeden einzelnen Eintrag zu
löschen. Hierfür muss nur wieder die Größe des Feldes auf 0 gesetzt werden.
procedure TMyList.Clear;
begin
SetLength(FFeld, 0);
end;

Das Auslesen und Ändern vorhandener Daten gestaltet sich ebenfalls sehr
einfach.
67

function TMyList.GetValue(Index: Integer): Integer;


begin
if (Index < 0) or (Index >= Count) then
Result := -1 // Oder ein anderer Wert, der einen Fehler
darstellt
else
Result := FFeld[Index];
end;

procedure TMyList.SetValue(Index: Integer; NewValue: Integer);


begin
if (Index < 0) or (Index >= Count) then
Exit
else
FFeld[Index] := NewValue;
end;

Erweiterungsmöglichkeit
Um einen noch komfortableren Zugriff auf die Daten zu erhalten, können diese
über eine Eigenschaft aufgerufen werden. Hierzu werden die Methoden
GetValue und SetValue „versteckt“, das heißt, im Bereich private der Klasse
untergebracht. Im Bereich public kommt folgendes hinzu:
public
property Items[I: Integer]: Integer read GetValue write SetValue; default;

Auf diese Weise ist ein wirklich einfacher Zugriff auf die Daten möglich:
var
MyList: TMyList;
i: Integer;
begin
MyList := TMyList.Create;
MyList.Add(2); // MyList[0] = 2
MyList.Add(3); // MyList[1] = 3
MyList.Add(5); // MyList[2] = 5

i := MyList[2]; // i = 5
MyList[0] := 13; // MyList[0] = 13
end;

Anmerkung
Die hier gezeigte Lösung stellt nur den einfachsten Ansatz einer dynamischen
Datenverwaltung dar. Sie kann jedoch Daten jeden Typs speichern, es muss
lediglich der Typ von FFeld und aller betroffenen Methoden angepasst werden.
Auch andere Klassen können so gespeichert werden.
Dieses Grundgerüst ist auf einfachste Weise erweiterbar. Zum Beispiel können
Methoden zum Suchen und Sortieren von Daten eingebaut werden. Auch das
Verschieben von Einträgen wäre denkbar.
68

DLL-Programmierung
Was ist eine DLL?
Eine DLL (Dynamic Link Libary) kann Routinen und Forms beinhalten, die dann
in ein beliebiges Programm eingebunden werden können, auch in andere
Sprachen. Dazu wird die DLL in den Speicher geladen, von wo aus alle
Anwendungen auf sie zurückgreifen können. Aus diesen Eigenschaften ergeben
sich folgende Vorteile:
• Programmiersprachenunabhängiges Programmieren
• Beim Benutzen durch mehrere Anwendungen wird der Code nur einmal
geladen
• Die DLL kann dynamisch in den Code eingebunden werden

Das Grundgerüst einer DLL


Klickt man auf Datei->Neu->DLL erhält man folgendes Grundgerüst für eine
DLL:
library Project1;
{ ...Kommentare (können gelöscht werden)...}
uses
SysUtils,
Classes;

begin
end.

Wie man sieht, wurde das für ein Programm übliche program durch library
ersetzt, dadurch „weiß“ der Compiler, dass er eine DLL kompilieren soll und
dieser die Endung .dll gibt.
In den Bereich zwischen dem Ende des uses und dem begin können nun
beliebig viele Prozeduren und Funktionen eingegeben werden. Wenn man die
DLL nun kompiliert, kann man allerdings noch nichts mit ihr anfangen! Man
muss die Funktionen/Prozeduren, die man aus der DLL nutzen soll, exportieren!
Dazu benutzt man vor dem Abschließenden begin end folgenden Code:
exports
Funktion1 index 1,
Funktion2 index 2;

Dadurch kann man diese Funktionen aus jedem Windows-Programm nutzen. Da


andere Sprachen allerdings andere Aufrufkonventionen besitzen, muss der
Funktionsdeklaration ein stdcall; hinzugefügt werden, das für den Standard-
Aufruf von anderen Sprachen steht. Damit erhält man z.B. folgenden Code:
library DemoDLL;

uses
SysUtils,
Classes;

function Addieren(x, y: Byte): Word; stdcall;


begin
Result := x + y;
end;
69

function Subtrahieren(x, y: Byte): ShortInt; stdcall;


begin
Result := x - y;
end;

exports
Addieren index 1,
Subtrahieren index 2;

begin
end.

Assembler und Delphi


Allgemeines
In Delphi wird der Assemblerteil immer mit asm eröffnet und mit dem
obligatorischen end geschlossen. Die Register edi, esi, esp, ebp und ebx müssen
innerhalb des Assemblerteils unverändert bleiben! Will man sie trotzdem
verwenden, muss man sie vorher auf dem Stack ablegen:
push edi
push esi
push esp
push ebp
push ebx

Und am Ende der Assembler-Anweisungen wieder zurückholen:


pop ebx
pop ebp
pop esp
pop esi
pop edi

Syntax
Es können wahlweise Assemblerblocks mit Delphicode vermischt werden, oder
ganze Prozeduren/Funktionen in Assembler verfasst werden.
Beispiel für Assembler-Funktion
function Add(a, b: Integer): Integer; assembler;
asm
add eax, edx
end;

Das Schlüsselwort assembler ist hierbei nicht verpflichtend.


Beispiel für Assembler in Delphi
function Add(a, b: Integer): Integer;
var
temp: Integer;
begin
70

asm
mov eax, a
mov temp, eax
end;
Result := temp + b;
end;

In der Regel wird in Assembler-Abschnitten nicht mehr als ein Befehl pro Zeile
untergebracht. Mehrere Befehle können durch ein Semikolon oder einem
Kommentar voneinander getrennt werden.
Assembler-Zeile:
[Label] [Befehl] [Operand(en)]

Beispiele:
xor eax, eax
mov variable, eax

xor eax, eax; mov variable, eax

xor eax, eax {eax leeren} mov variable, eax

Alle drei Varianten sind gleichwertig, die erste Variante mit einem Befehl pro
Zeile ist jedoch die übliche und sollte vorgezogen werden. Kommentare dürfen
in Assembler-Blocks nie zwischen Befehl und Operanden stehen, zwischen Label
und Befehl jedoch schon.
Labels müssen als lokale Labels definiert sein:
@xxx:
{ ... }
jmp @xxx

Einige unterstützte Befehle gibt es in der Delphi-Hilfe unter dem Index


„Assembler-Anweisungen“. Der integrierte Assembler unterstützt die
Datentypen Byte(db), Word(dw) und DWord(dd), ein Pointer entspricht einem
DWord. Wenn Sie eine Variable deklarieren, die denselben Namen hat wie ein
reserviertes Wort, dann hat das reservierte Wort Vorrang. Auf die deklarierte
Variable kann durch Voransetzen eines kaufmännischen Unds zugegriffen
werden:
var
ax: Integer;
asm
mov ax, 4 {verändert das Register ax}
mov &ax, 4 {verändert die Variable ax}
end;
71

RAD-Umgebung
Warum eine RAD-Umgebung?
Um diese Frage zu beantworten, muss man erst einmal den Begriff RAD
definieren: RAD ist ein Akronym für Rapid Application Development (dt. etwa:
„Schnelle Anwendungsentwicklung“). Sprich, es behauptet, man könne schnell
Anwendungen entwickeln. Verwirklicht wird dies durch:
• IDE: Die integrierte Entwicklungsumgebung („Integrated Development
Environment“) bietet Design, Coding, Compiler und Debugging in einer
Oberfläche
• Automatisierung: per Knopfdruck (bei Delphi „F9“) wird das Projekt
geprüft, kompiliert, gelinkt und dann ausgeführt. Das geschieht meist
innerhalb von wenigen Sekunden, man kann also eine kleine Änderung
vornehmen und sofort sehen, wie sich diese im Programm auswirkt.
Nun mag vielleicht die Frage aufkommen „Was gibt es denn dann noch außer
RAD?“. Antwort: Es gibt zum Beispiel Kommandozeilen-Compiler, bei denen der
Vorgang so abläuft:
• Code komplett in eine Textdatei schreiben
• Compiler mit der Datei ausführen
• Wenn ein Compiler-Fehler auftritt, zurück zum Anfang und korrigieren,
dann kommt der nächste, denn der Compiler spuckt immer nur einen
Fehler auf einmal aus
• Dann die Objektfiles linken - bei Linkerfehler das selbe Spiel wie beim
Kompilieren
• Und dann endlich sollte ein ausführbares Programm rauskommen, bei dem
man dann überprüfen kann, ob man alles richtig programmiert hat. Wenn
das nicht der Fall ist, zurück zum Anfang.
Der Vorteil eines solchen Systems: Man gewöhnt sich bald an, sehr, sehr sauber
zu programmieren - Die Einsteigerfreundlichkeit ist aber gleich Null.
Die Antwort lautet also:
• Mit einer RAD-Umgebung kann man schnell und flexibel programmieren.
• Eine RAD-Umgebung ist anfängerfreundlich.
• Eine RAD-Umgebung ist kompakt und in sich stimmig.

Erstellung einer grafischen Oberfläche (GUI, Graphical User


Interface)
Eine grafische Oberfläche wird durch Drag&Drop erstellt: In der
Komponentenpalette wählt man die Komponente durch einen einfachen Klick
aus und bewegt dann die Maus an die Stelle, wo die linke obere Ecke der
Komponente sein soll. Dann zieht man mit der Maus nach rechts unten, bis die
gewünschte Position erreicht ist. Anschließend kann man im Objektinspektor die
Eigenschaften der Komponente ändern, wie z.B. die Aufschrift (Caption, Text
oder Lines), Schriftart, -größe, -farbe etc. (Font) ändern. Um ein Ereignis zu
programmieren, das bei einer bestimmten Aktion geschehen soll, wählt man im
Objektinspektor die Registerseite "Ereignisse" und wählt das entsprechende
72

Ereignis durch Doppelklick auf das leere Feld hinter dem Namen der Methode
aus.

Anhänge
Befehlsregister
Dieses Kapitel muss noch angelegt werden. Hilf mit unter:

http://de.wikibooks.org/wiki/Programmierkurs:_Delphi

Der (richtige) Programmierstil


Wie schon am Anfang des Buches beschrieben, unterscheidet Pascal nicht
zwischen Groß- und Kleinschreibung. Ebenso ist es dem Compiler egal, wie viele
Leerzeichen oder Tabulatoren man zwischen die einzelnen Schlüsselwörter,
Rechenzeichen oder Ähnliches setzt, genauso wie man ein Programm auch
komplett in einer Zeile unterbringen könnte.
Der Programmtext sollte jedoch sauber strukturiert sein und man sollte sich
dabei an einige Regeln halten. Dies dient dazu, den Code später einfacher
warten zu können. Falls man im Team arbeitet ist so auch sichergestellt, dass
sich andere im Code schneller zurecht finden.
Hierfür haben sich einige Regeln eingebürgert, die nach Möglichkeit von jedem
angewandt werden sollten.

Allgemeine Regeln

Einrückung
Um bestimmte Zusammenhänge, wie zum Beispiel Anweisungsblöcke, im
Quelltext kenntlich zu machen, rückt man die Zeilen ein. Dabei sollten keine
Tabulatoren sondern Leerzeichen verwendet werden, damit der Text auf jedem
Rechner gleich aussieht. Standard sind 2 Leerzeichen je Ebene.

Seitenrand
Gelegentlich wird man auch mal einen Programmtext ausdrucken wollen.
Hierfür ist der rechte Seitenrand auf 80 einzustellen. Erkennbar ist dies über
eine durchgezogene Linie im Editor. Wenn möglich, sollte diese Linie nicht
überschrieben werden.

Kommentare
Für Kommentare sollte man hauptsächlich die geschweiften Klammern { }
verwenden. Den anderen Kommentarblock (* *) sollte man nur verwenden, um
Programmabschnitte vorübergehend aus dem Programm auszuschließen
(auszukommentieren). Kommentare mittels // bitte ausschließlich für einzeilige
Kommentare verwenden.
73

Compilerdirektiven
Direktiven werden immer in geschweifte Klammern gesetzt, wobei die
Compileranweisung in Großbuchstaben geschrieben wird. Beim Einrücken
gelten die gleichen Regeln wie oben.

Anweisungsblöcke
Bei Anweisungsblöcken zwischen begin und end stehen diese beiden
Schlüsselwörter jeweils auf einer eigenen Zeile. Anweisungen wie if ... then
begin oder while ... do begin sollten vermieden werden. begin und end
stehen immer auf der gleichen Ebene wie die zugehörige If- oder
Schleifenabfrage:
if ... then
begin
...
end;

Klammern
Nach einer geöffneten Klammer und vor der geschlossenen Klammer stehen
keine Leerzeichen. Bei Klammern zur Parameterübergabe an Funktionen,
Prozeduren und Methoden kein Leerzeichen zwischen dem Namen und der
geöffneten Klammer verwenden. Dies gilt auch für die eckigen Klammer zur
Angabe eines Index. Klammern nur angeben, wenn diese auch notwendig sind!
Writeln ( txt ); // falsch
Writeln (txt); // falsch
Writeln( txt ); // falsch
Writeln(txt); // die einzig richtige Variante

x := a * ( b + c ); // falsch
x := a * (b + c); // richtig

x := (a * b); // falsch, unnötige Klammer


x := a * b; // richtig

i[1] := x; // richtig

Interpunktion
Semikolons sowie der Punkt hinter dem letzten end stehen ohne Leerzeichen
direkt hinter dem letzten Zeichen der Anweisung. Sie schließen die Zeile ab,
danach folgt ein Zeilenumbruch, sprich: jede Anweisung steht auf einer eigenen
Zeile. Ausnahme: Direktiven hinter der Deklaration von Funktionen.
Writeln('Zeilenende hinter Semikolon!');
Writeln('Nächste Anweisung.');

aber:
function Stellenanzahl(Zahl: Integer): Integer; forward;
procedure HilfeAusgeben; overload;
procedure HilfeAusgeben(Text: string); overload;

Vor Kommata zur Trennung von Parametern oder in anderen Auflistungen steht
74

kein Leerzeichen, aber dahinter. Dasselbe gilt für Doppelpunkte bei der
Deklaration von Variablen oder Parametern.
var
x: Integer;
a: array[0..2, 0..2] of Byte;
{ ... }
x := Pos(chr, zeichenkette);
a[0, 1] := 32;

Rechenoperatoren werden immer von Leerzeichen umschlossen.

Operatoren
Mit Ausnahme der unären Operatoren @ und ^ stehen vor und nach Operatoren
immer Leerzeichen. Hierzu zählt auch der Zuweisungsoperator :=.
z := x+y; // falsch
z := x + y; // richtig

a := @Funktion; // richig
p := Zeiger^; // richig

Reservierte Wörter
Diese Wörter sind gehören fest zum Sprachumfang von Pascal/Delphi. Sie
werden unter Delphi standardmäßig dunkelblau und fett hervorgehoben, unter
Lazarus schwarz und fett. Diese Wörter werden immer kleingeschrieben.
Beispiele:
program
const

aber auch:
string

Routinen und Methoden

Namensvergabe
Namen von Prozeduren und Funktionen (=Routinen) sowie Methoden sollten
immer großgeschrieben sein. Falls sich der Name aus mehreren Wörtern
zusammensetzt, beginnt jedes neue Wort ebenso mit einem Großbuchstaben.
Der Name sollte so sinnvoll gewählt sein, dass man daraus bereits die Aufgabe
der Routine ableiten kann. Um dies zu erreichen, empfiehlt es sich, ein
entsprechendes Verb im Namen unterzubringen. Bei Routinen, die Werte von
Variablen ändern, wird das Wort Set (oder deutsch Setze) davorgeschrieben. Bei
Routinen, die Werte auslesen, steht das Wort Get bzw. Hole davor.
procedure Hilfe; // falsch, Aufgabe nicht ganz eindeutig
procedure HilfeAnzeigen; // richtig
procedure ausgabedateispeichernundschliessen; // falsch, nur Kleinbuchstaben
procedure AusgabedateiSpeichernUndSchliessen; // richtig
procedure SetzeTextfarbe;
75

function HolePersonalnr: Integer;

Parameter
Die Bezeichnung von Parametern sollte ebenfalls so gewählt werden, dass man
auf den ersten Blick den Zweck erkennen kann. Der Name wird auch groß
geschrieben. Nach Möglichkeit sollte ihm ein großes A vorangestellt werden, um
einen Parameter von Variablen und Klasseneigenschaften unterscheiden zu
können.
Bei der Reihenfolge sollten die allgemeineren Parameter weiter links stehen, die
spezielleren rechts, z.B. Ort, Straße, Hausnummer. Zusammengehörige
Parameter sollten dabei nebeneinander stehen. Genauso sollten, wenn möglich,
Parameter gleichen Typs zusammengefasst werden:
procedure ZeichnePunkt(R, F: Integer; L: TColor); // falsch, Zweck
der Parameter nicht erkennbar
procedure ZeichnePunkt(Y: Integer; AFarbe: TColor; X: Integer); // falsch,
unsinnige Reihenfolge
procedure ZeichnePunkt(X, Y: Integer; AFarbe: TColor); // richtig

Parameter vom Typ Record, Array oder ShortString sollten als konstante
Parameter deklariert werden, falls deren Wert in der Routine nicht geändert
wird. Dies erhöht die Geschwindigkeit des Programms, da der Inhalt der
Parameter nicht lokal kopiert wird. Bei anderen Parametertypen ist dies
ebenfalls möglich, bringt aber keinen Geschwindigkeitsvorteil.

Variablen
Variablen sollte ein Namen gegeben werden, der ihren Zweck erkenntlich
macht. Sie sollten ebenfalls grundsätzlich großgeschrieben werden. Bei Zählern
und Indizes besteht der Name meist nur aus einem Buchstaben: z.B. I, J, K.
Boolische Variablen sollten einen Namen haben, bei dem die Bedeutung der
Werte True und False sofort klar ist.
var
Wort: Boolean; // falsch, Bedeutung von True und False nicht zu
erkennen
WortGeaendert: Boolean; // richtig

Variablen werden jede auf einer eigenen Zeile deklariert (wie im Beispiel oben).
Es sollte nicht mehrere Variablen gleichen Typs zusammengefasst werden.
Sie sollten es dringend vermeiden, globale Variablen zu benutzen. Falls Sie
Variablen global benutzen müssen, dann schränken Sie dies so weit wie möglich
ein. Deklarieren Sie z.B. eine solche Variable im Implementation-Teil einer Unit
und nicht im Interface-Teil.

Typen
Typen sollten so geschrieben werden, wie sie deklariert wurden. string ist z.B.
ein reserviertes Wort und wird demnach auch als Typ klein geschrieben. Viele
Typen aus der Windows-Schnittstelle sind vollständig in Großbuchstaben
deklariert und sollten dann auch dementsprechend verwendet werden, z.B.
HWND oder WPARAM. Andere von Delphi mitgelieferte Typen beginnen mit
76

einem Großbuchstaben, z.B. Integer oder Char.


Typen, die Sie selbst anlegen, stellen Sie bitte ein großes T voran, bei
Zeigertypen ein großes P. Ansonsten gilt die gleiche Schreibweise wie bei
Variablen. Auch hier achten Sie bitte darauf, dass der Typ einen zweckmäßigen
Namen erhält.

Gleitkommazahlen
Benutzen Sie bitte hauptsächlich den Typ Double, hierfür sind alle Prozessoren
ausgelegt. Real existiert nur noch um mit älteren Programmen kompatibel zu
sein, in Delphi ist Real derzeit gleichbedeutend mit Double. Single sollten Sie
nur verwenden, wenn Ihnen der Speicherbedarf der entsprechenden Variable
wichtig ist. Extended ist ein Sonderformat von Intel und könnte beim
Datenaustausch zwischen verschiedenen Rechnern zu Problemen führen. Sie
sollten Extended daher nur verwenden, wenn Sie auf die erweiterte Genauigkeit
angewiesen sind und Werte dieses Typs möglichst nicht in Dateien speichern,
die für einen Datenaustausch verwendet werden.

Aufzählungen
Geben Sie bitte Aufzählungen einen Namen, der dem Zweck des Typs entspricht.
Die Bezeichner der Positionen benennen Sie so, dass die ersten zwei oder drei
Buchstaben (kleingeschrieben) den Typ der Aufzählung widergeben:
TMitarbeiterArt = (maAngestellter, maLeitenderAngestellter, maVorstand);

Eine Variable vom Typ Aufzählung wird genau wie der Typ benannt, lediglich
das führende T lässt man weg. Benötigt man mehrere Variablen eines Typs, kann
man diese entweder durchnummerieren oder erweitert den Namen um einen
passenden Begriff.

Varianten
Verwenden Sie Varianten so sparsam wie möglich. Varianten sind nicht die
bevorzugte Art, Daten unbekannten Typs zu konvertieren. Benutzen Sie
stattdessen Zeiger und Typumwandlungen. Bei COM- und
Datenbankapplikationen werden Sie vermutlich nicht umhin kommen, Varianten
zu verwenden. Sie sollten in diesem Falle den Typ OleVariant nur bei COM-
Anwendungen (z.B. ActiveX-Komponenten) verwenden und ansonsten den Typ
Variant.

Arrays und Records


Wie auch schon zuvor, sollte auch der Name von Arrays und Records sinnvoll zu
deren Verwendungszweck vergeben werden. Auch vor diese Typbezeichner wird
ein T gesetzt (bzw. P bei Zeigern). Ähnlich wie bei Aufzählungen, sollten Sie
auch bei Variablen eines Array- bzw. Record-Typs den gleichen Namen nur ohne
führendes T verwenden, fall möglich.

Quelle: frei nach „Delphi 4 Developer's Guide Coding Standards Document“


77

Glossar
Dieses Kapitel muss noch angelegt werden. Hilf mit unter:

http://de.wikibooks.org/wiki/Programmierkurs:_Delphi

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78

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same freedoms that the software does. But this License is not limited to software manuals; it can
be used for any textual work, regardless of subject matter or whether it is published as a printed
book. We recommend this License principally for works whose purpose is instruction or
reference.
1. APPLICABILITY AND DEFINITIONS
This License applies to any manual or other work, in any medium, that contains a notice placed
by the copyright holder saying it can be distributed under the terms of this License. Such a
notice grants a world-wide, royalty-free license, unlimited in duration, to use that work under the
conditions stated herein. The "Document", below, refers to any such manual or work. Any
member of the public is a licensee, and is addressed as "you". You accept the license if you copy,
modify or distribute the work in a way requiring permission under copyright law.
A "Modified Version" of the Document means any work containing the Document or a portion of
it, either copied verbatim, or with modifications and/or translated into another language.
A "Secondary Section" is a named appendix or a front-matter section of the Document that deals
exclusively with the relationship of the publishers or authors of the Document to the Document's
overall subject (or to related matters) and contains nothing that could fall directly within that
overall subject. (Thus, if the Document is in part a textbook of mathematics, a Secondary Section
may not explain any mathematics.) The relationship could be a matter of historical connection
with the subject or with related matters, or of legal, commercial, philosophical, ethical or
political position regarding them.
The "Invariant Sections" are certain Secondary Sections whose titles are designated, as being
those of Invariant Sections, in the notice that says that the Document is released under this
License. If a section does not fit the above definition of Secondary then it is not allowed to be
designated as Invariant. The Document may contain zero Invariant Sections. If the Document
does not identify any Invariant Sections then there are none.
The "Cover Texts" are certain short passages of text that are listed, as Front-Cover Texts or
Back-Cover Texts, in the notice that says that the Document is released under this License. A
Front-Cover Text may be at most 5 words, and a Back-Cover Text may be at most 25 words.
A "Transparent" copy of the Document means a machine-readable copy, represented in a format
whose specification is available to the general public, that is suitable for revising the document
straightforwardly with generic text editors or (for images composed of pixels) generic paint
programs or (for drawings) some widely available drawing editor, and that is suitable for input to
text formatters or for automatic translation to a variety of formats suitable for input to text
formatters. A copy made in an otherwise Transparent file format whose markup, or absence of
markup, has been arranged to thwart or discourage subsequent modification by readers is not
Transparent. An image format is not Transparent if used for any substantial amount of text. A
copy that is not "Transparent" is called "Opaque".
Examples of suitable formats for Transparent copies include plain ASCII without markup, Texinfo
input format, LaTeX input format, SGML or XML using a publicly available DTD, and standard-
conforming simple HTML, PostScript or PDF designed for human modification. Examples of
transparent image formats include PNG, XCF and JPG. Opaque formats include proprietary
formats that can be read and edited only by proprietary word processors, SGML or XML for
which the DTD and/or processing tools are not generally available, and the machine-generated
HTML, PostScript or PDF produced by some word processors for output purposes only.
The "Title Page" means, for a printed book, the title page itself, plus such following pages as are
needed to hold, legibly, the material this License requires to appear in the title page. For works
in formats which do not have any title page as such, "Title Page" means the text near the most
prominent appearance of the work's title, preceding the beginning of the body of the text.
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A section "Entitled XYZ" means a named subunit of the Document whose title either is precisely
XYZ or contains XYZ in parentheses following text that translates XYZ in another language.
(Here XYZ stands for a specific section name mentioned below, such as "Acknowledgements",
"Dedications", "Endorsements", or "History".) To "Preserve the Title" of such a section when you
modify the Document means that it remains a section "Entitled XYZ" according to this definition.
The Document may include Warranty Disclaimers next to the notice which states that this
License applies to the Document. These Warranty Disclaimers are considered to be included by
reference in this License, but only as regards disclaiming warranties: any other implication that
these Warranty Disclaimers may have is void and has no effect on the meaning of this License.
2. VERBATIM COPYING
You may copy and distribute the Document in any medium, either commercially or
noncommercially, provided that this License, the copyright notices, and the license notice saying
this License applies to the Document are reproduced in all copies, and that you add no other
conditions whatsoever to those of this License. You may not use technical measures to obstruct
or control the reading or further copying of the copies you make or distribute. However, you may
accept compensation in exchange for copies. If you distribute a large enough number of copies
you must also follow the conditions in section 3.
You may also lend copies, under the same conditions stated above, and you may publicly display
copies.
3. COPYING IN QUANTITY
If you publish printed copies (or copies in media that commonly have printed covers) of the
Document, numbering more than 100, and the Document's license notice requires Cover Texts,
you must enclose the copies in covers that carry, clearly and legibly, all these Cover Texts: Front-
Cover Texts on the front cover, and Back-Cover Texts on the back cover. Both covers must also
clearly and legibly identify you as the publisher of these copies. The front cover must present the
full title with all words of the title equally prominent and visible. You may add other material on
the covers in addition. Copying with changes limited to the covers, as long as they preserve the
title of the Document and satisfy these conditions, can be treated as verbatim copying in other
respects.
If the required texts for either cover are too voluminous to fit legibly, you should put the first
ones listed (as many as fit reasonably) on the actual cover, and continue the rest onto adjacent
pages.
If you publish or distribute Opaque copies of the Document numbering more than 100, you must
either include a machine-readable Transparent copy along with each Opaque copy, or state in or
with each Opaque copy a computer-network location from which the general network-using
public has access to download using public-standard network protocols a complete Transparent
copy of the Document, free of added material. If you use the latter option, you must take
reasonably prudent steps, when you begin distribution of Opaque copies in quantity, to ensure
that this Transparent copy will remain thus accessible at the stated location until at least one
year after the last time you distribute an Opaque copy (directly or through your agents or
retailers) of that edition to the public.
It is requested, but not required, that you contact the authors of the Document well before
redistributing any large number of copies, to give them a chance to provide you with an updated
version of the Document.
4. MODIFICATIONS
You may copy and distribute a Modified Version of the Document under the conditions of sections
2 and 3 above, provided that you release the Modified Version under precisely this License, with
the Modified Version filling the role of the Document, thus licensing distribution and
modification of the Modified Version to whoever possesses a copy of it. In addition, you must do
these things in the Modified Version:
A. Use in the Title Page (and on the covers, if any) a title distinct from that of the
Document, and from those of previous versions (which should, if there were any, be listed
in the History section of the Document). You may use the same title as a previous version if
the original publisher of that version gives permission.
B. List on the Title Page, as authors, one or more persons or entities responsible for
authorship of the modifications in the Modified Version, together with at least five of the
principal authors of the Document (all of its principal authors, if it has fewer than five),
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unless they release you from this requirement.


C. State on the Title page the name of the publisher of the Modified Version, as the
publisher.
D. Preserve all the copyright notices of the Document.
E. Add an appropriate copyright notice for your modifications adjacent to the other
copyright notices.
F. Include, immediately after the copyright notices, a license notice giving the public
permission to use the Modified Version under the terms of this License, in the form shown
in the Addendum below.
G. Preserve in that license notice the full lists of Invariant Sections and required Cover
Texts given in the Document's license notice.
H. Include an unaltered copy of this License.
I. Preserve the section Entitled "History", Preserve its Title, and add to it an item stating at
least the title, year, new authors, and publisher of the Modified Version as given on the
Title Page. If there is no section Entitled "History" in the Document, create one stating the
title, year, authors, and publisher of the Document as given on its Title Page, then add an
item describing the Modified Version as stated in the previous sentence.
J. Preserve the network location, if any, given in the Document for public access to a
Transparent copy of the Document, and likewise the network locations given in the
Document for previous versions it was based on. These may be placed in the "History"
section. You may omit a network location for a work that was published at least four years
before the Document itself, or if the original publisher of the version it refers to gives
permission.
K. For any section Entitled "Acknowledgements" or "Dedications", Preserve the Title of the
section, and preserve in the section all the substance and tone of each of the contributor
acknowledgements and/or dedications given therein.
L. Preserve all the Invariant Sections of the Document, unaltered in their text and in their
titles. Section numbers or the equivalent are not considered part of the section titles.
M. Delete any section Entitled "Endorsements". Such a section may not be included in the
Modified Version.
N. Do not retitle any existing section to be Entitled "Endorsements" or to conflict in title
with any Invariant Section.
O. Preserve any Warranty Disclaimers.

If the Modified Version includes new front-matter sections or appendices that qualify as
Secondary Sections and contain no material copied from the Document, you may at your option
designate some or all of these sections as invariant. To do this, add their titles to the list of
Invariant Sections in the Modified Version's license notice. These titles must be distinct from any
other section titles.
You may add a section Entitled "Endorsements", provided it contains nothing but endorsements
of your Modified Version by various parties--for example, statements of peer review or that the
text has been approved by an organization as the authoritative definition of a standard.
You may add a passage of up to five words as a Front-Cover Text, and a passage of up to 25
words as a Back-Cover Text, to the end of the list of Cover Texts in the Modified Version. Only
one passage of Front-Cover Text and one of Back-Cover Text may be added by (or through
arrangements made by) any one entity. If the Document already includes a cover text for the
same cover, previously added by you or by arrangement made by the same entity you are acting
on behalf of, you may not add another; but you may replace the old one, on explicit permission
from the previous publisher that added the old one.
The author(s) and publisher(s) of the Document do not by this License give permission to use
their names for publicity for or to assert or imply endorsement of any Modified Version.
5. COMBINING DOCUMENTS
You may combine the Document with other documents released under this License, under the
terms defined in section 4 above for modified versions, provided that you include in the
combination all of the Invariant Sections of all of the original documents, unmodified, and list
them all as Invariant Sections of your combined work in its license notice, and that you preserve
all their Warranty Disclaimers.
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The combined work need only contain one copy of this License, and multiple identical Invariant
Sections may be replaced with a single copy. If there are multiple Invariant Sections with the
same name but different contents, make the title of each such section unique by adding at the
end of it, in parentheses, the name of the original author or publisher of that section if known, or
else a unique number. Make the same adjustment to the section titles in the list of Invariant
Sections in the license notice of the combined work.
In the combination, you must combine any sections Entitled "History" in the various original
documents, forming one section Entitled "History"; likewise combine any sections Entitled
"Acknowledgements", and any sections Entitled "Dedications". You must delete all sections
Entitled "Endorsements."
6. COLLECTIONS OF DOCUMENTS
You may make a collection consisting of the Document and other documents released under this
License, and replace the individual copies of this License in the various documents with a single
copy that is included in the collection, provided that you follow the rules of this License for
verbatim copying of each of the documents in all other respects.
You may extract a single document from such a collection, and distribute it individually under
this License, provided you insert a copy of this License into the extracted document, and follow
this License in all other respects regarding verbatim copying of that document.
7. AGGREGATION WITH INDEPENDENT WORKS
A compilation of the Document or its derivatives with other separate and independent
documents or works, in or on a volume of a storage or distribution medium, is called an
"aggregate" if the copyright resulting from the compilation is not used to limit the legal rights of
the compilation's users beyond what the individual works permit. When the Document is
included in an aggregate, this License does not apply to the other works in the aggregate which
are not themselves derivative works of the Document.
If the Cover Text requirement of section 3 is applicable to these copies of the Document, then if
the Document is less than one half of the entire aggregate, the Document's Cover Texts may be
placed on covers that bracket the Document within the aggregate, or the electronic equivalent of
covers if the Document is in electronic form. Otherwise they must appear on printed covers that
bracket the whole aggregate.
8. TRANSLATION
Translation is considered a kind of modification, so you may distribute translations of the
Document under the terms of section 4. Replacing Invariant Sections with translations requires
special permission from their copyright holders, but you may include translations of some or all
Invariant Sections in addition to the original versions of these Invariant Sections. You may
include a translation of this License, and all the license notices in the Document, and any
Warranty Disclaimers, provided that you also include the original English version of this License
and the original versions of those notices and disclaimers. In case of a disagreement between the
translation and the original version of this License or a notice or disclaimer, the original version
will prevail.
If a section in the Document is Entitled "Acknowledgements", "Dedications", or "History", the
requirement (section 4) to Preserve its Title (section 1) will typically require changing the actual
title.
9. TERMINATION
You may not copy, modify, sublicense, or distribute the Document except as expressly provided
for under this License. Any other attempt to copy, modify, sublicense or distribute the Document
is void, and will automatically terminate your rights under this License. However, parties who
have received copies, or rights, from you under this License will not have their licenses
terminated so long as such parties remain in full compliance.
10. FUTURE REVISIONS OF THIS LICENSE
The Free Software Foundation may publish new, revised versions of the GNU Free
Documentation License from time to time. Such new versions will be similar in spirit to the
present version, but may differ in detail to address new problems or concerns. See
http://www.gnu.org/copyleft/.
Each version of the License is given a distinguishing version number. If the Document specifies
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that a particular numbered version of this License "or any later version" applies to it, you have
the option of following the terms and conditions either of that specified version or of any later
version that has been published (not as a draft) by the Free Software Foundation. If the
Document does not specify a version number of this License, you may choose any version ever
published (not as a draft) by the Free Software Foundation.