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BIM ist eine Kulturrevolution Siegfried Wernik, buildingSMART e. V. BIM-Strategie bei unseren Nachbarn –

BIM ist eine Kulturrevolution

BIM ist eine Kulturrevolution Siegfried Wernik, buildingSMART e. V. BIM-Strategie bei unseren Nachbarn –

Siegfried Wernik, buildingSMART e. V.

BIM-Strategie bei unseren Nachbarn – Zukunftsstrategie für Deutschland?

Der Blick über die Landesgrenzen zeigt: BIM ist schon bei vielen europäischen Nachbarn angekommen. Deutschland liegt zurück. Siegfried Wernik erklärt, warum BIM eine Kulturrevolu- tion ist und was in Deutschland geschehen muss, um interna- tional nicht den Anschluss zu verpassen.

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tion ist und was in Deutschland geschehen muss, um interna- tional nicht den Anschluss zu verpassen.

BRZ-Mittelstandsforum 2014

BIM-Strategie bei unseren Nachbarn – Zukunftsstrategie für Deutschland?

bei unseren Nachbarn – Zukunftsstrategie für Deutschland? Architekt Siegfried Wernik, Vorstand von buildingSMART e.

Architekt Siegfried Wernik, Vorstand von buildingSMART e. V., ist ein Wegbereiter zu der Etablierung von BIM in Deutschland.

BIM ist eine Querschnittsdisziplin

von BIM in Deutschland. BIM ist eine Querschnittsdisziplin BIM ist die digitale Informationsgrundlage, um Fachkompetenz

BIM ist die digitale Informationsgrundlage, um Fachkompetenz so auszustatten, dass bessere Entscheidungen getroffen werden. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen digitalem Informationskontingent und der Fachkom- petenz. Eine Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Professionen bis hin zum Auf- traggeber auf Basis dieser Erkenntnis führt zum Kulturwandel in der Bauwirtschaft.

Die wesentliche Arbeit liegt noch vor uns

der Bauwirtschaft. Die wesentliche Arbeit liegt noch vor uns Auch wenn die ersten Meilensteine zur Etablie-

Auch wenn die ersten Meilensteine zur Etablie- rung von BIM in Deutschland gemacht sind: Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. „Machen Sie mit“, lädt Wernik ein.

Grundlegend für die Diskussion um BIM ist das richtige Verständnis. Nicht das Erarbeiten schöner 3D-Modelle ist hier wesentlich. Building Information Modeling steht für die komplette Digitalisierung der Wertschöp- fungskette Bau. Daher ist BIM mehr Building Information Management als Modeling, schließlich geht es um die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Der vollständige digitale Datenaustausch über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks, einer Infra- struktur hinweg – mit allen am Projekt Beteiligten inklusive Auftraggeber – erfordert ein Umdenken der ganzen Branche.

Vorwärts in die Vergangenheit

In Deutschland jedoch ist die Trennung zwischen Planern, Architekten und Bauaus- führenden in den Köpfen fest verankert und prägt das Marktgeschehen. Ein Blick zurück ins Mittelalter und in die frühe Neuzeit zeigt:

Eine derartige Trennung gab es damals nicht. Der Baumeister vereinte alle Disziplinen der Baukunst in persona. „Wir müssen wieder zusammenarbeiten“, fordert Wernik. Bewähr- te Traditionen können mit BIM wieder aufleben.

BIM erobert Europa

Länder wie Finnland, Norwegen, Dänemark, die Niederlande und Großbritannien sind Deutschland in Sachen BIM voraus. Beson- ders ambitioniert agieren die Angelsachsen. Sie wollen zukünftig weltweit federführend in Sachen BIM sein. Ab 2016 müssen daher alle öffentlichen Bauvorhaben ab 5 Millionen Pfund mit BIM-Methoden durchgeführt werden. Bereits heute fließen britische Richtlinien in internationale Normen ein. Es könnte sein, dass diese Richtlinien auch für Deutschland verpflichtend werden, obwohl die deutsche Bauwirtschaft nicht an der Entwicklung beteiligt war.

Intensive Arbeit an Standards

Ähnlich wie in Großbritannien arbeiten in den genannten europäischen Ländern diverse Initiativen an der Entwicklung von BIM- Standards. Teilweise sind oder werden schon Gesetze verabschiedet, die BIM obligato- risch für Bauprojekte der öffentlichen Hand machen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass auch in Deutschland BIM forciert wird.

Deutschlands BIM-Kräfte bündeln

Die Situation in Deutschland zeichnet sich aktuell dadurch aus, dass sich viele Initiativen und Unternehmen mit BIM beschäftigen und es für sich nutzen. Diese Akteure gilt es zusammenzubringen, um die Methode für die deutsche Bauwirtschaft insgesamt zu etablieren und Standards zu entwickeln.

Reformkommission weist den Weg

Eine im Frühjahr 2013 im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einge- setzte Reformkommission soll erwirken, dass bei Großprojekten Kostentransparenz, Termin- und Kostentreue sowie hohe Qualitätsstandards eingehalten werden. Im Rahmen dieser Kommission wurden verschiedene Arbeitsgruppen initiiert. Die Gruppe „Moderne IT“ legte bereits ein Strategiepapier mit dem Titel „Die Digitalisie- rung der Wertschöpfungskette Bau“ vor. Erklärtes Ziel ist es, BIM als Querschnitts- technologie zu etablieren.

Die BIM Task Group

Dazu wird in Kürze eine auf breite Schultern gestellte Gesellschaft Bauen Digital GmbH gegründet. Bis jetzt haben sich namhafte Verbände wie der VBI, HDB, BDA, der ZDB, die Bundesingenieurkammer, buildingSMART und noch viele weitere dazu bekannt, die Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau in Deutschland umzusetzen. Für die operati- ven Aufgaben wird eine professionell arbeitende Gruppe eingesetzt. Für die Diskussion und die Know-how-Vermittlung wird es einen Verein geben, in dem eine breite Zuhörerschaft an dem Prozess partizipieren kann.

Erste öffentliche Pilotprojekte

Das Bekenntnis der öffentlichen Hand zu BIM ist besonders hervorzuheben. Bereits vier Pilotprojekte sind in Arbeit. Der Schulter- schluss zwischen Staat, Wirtschaft, Verbän- den und Initiativen wird den BIM-Zug auch in Deutschland erfolgreich voranbringen. BIM ist eine Kulturrevolution in der Welt des Bauens, davon ist Wernik überzeugt.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.brz.eu/forum2014