Einleitung

Sehen, dass die von uns begehrte Band in der Stadt spielt ist eine Sache – Sie für ein Interview treffen zu
dürfen eine ganz andere.
Und trotzdem kommen so viele Musik(begeisterte) JournalistInnen genau so zum Schreiben. Deswegen
dient diese so geläufige Ausgangssituation – Band spielt Konzert in der Stadt – als Ausgangspunkt für
zentrale Fragen und Themen des (Band)Interviews. Unter den Stichpunkten der wesentlichen Aspekte
eines Interviews werde ich Tipps aus Literatur und eigener Erfahrung zusammentragen und zu einem
hoffentlich runden, hilfreichen und einigermaßen vollständigen Bild zusammenfügen.
Einige der behandelten Fragen sollen sein:
- Was bedeutet es, vom Fan zur Journalistin zu werden (müssen wir uns dafür schämen oder
rechtfertigen)
- Müssen wir denn das Interview eigentlich mit dem Konzerttermin verbinden
- Was erwarten die Bands eigentlich von uns als JournalistInnen
Gerade bei den Fragen werde ich dankenswerter Weise auf die Interviews über Interviews zurückgreifen
können. Denn genau diese Fragen habe ich Bands in diesen Interviews gestellt.

Interviewanfrage
Gerade bei den Hinweisen zur Interviewanfrage erweist sich die Ausgangssituation – von uns begehrte
Band spielt Konzert in der Stadt – als Ausgangspunkt als passend. Immerhin gehen wir bei der Situation
davon aus, dass wir nicht von einer Redaktion „dazu verdonnert werden, zum neuen großen Ding“ zu
gehen, um der Zeitung einen modernen Touch zu verpassen. Wir gehen vielmehr davon aus, dass wir aus
freien Stücken und vor allem aus Interesse die Band treffen wollen. Wovon wir dabei allerdings nicht
ausgehen ist, dass die Interviewerin journalistische Erfahrung oder eine entsprechende Ausbildung hat.
Das bedeutet dreierlei:
1. Dass sie sich autodidaktisch an die journalistische Arbeit herantastet und sich vermutlich nach dem
Versuch-und-Irrtum-Prinzip durch Kontakte auf der Bandhomepage, Label u.ä. durchfragt, bis sie
bei der verantwortlichen Person angekommen ist.
2. Dass sie sich nicht auf die Redaktion eines (etablierten) Magazins stützen kann, die die Kontakte
im Zweifelsfall bereits hat und
3. Und wenn doch, trotzdem für ein etabliertes Magazin leichter auf Interesse bei der
verantwortlichen Person stößt und eher auf eine Zusage hoffen darf als eine unbekannte
Journalistin.
Als solche eher unbekannte Journalistin werden wir nämlich erst einmal erklären müssen,
▪ für wen wir das Interview machen wollen – also wo wir es veröffentlichen werden – und
▪ was wir bisher so gemacht respektive geschrieben haben und auch wieder: für wen.

Aber wem muss ich das denn erklären?
Ein Kontaktformular, die Facebook-Nachricht oder eine Emailadresse findet sich eigentlich immer.

Dem Pressekontakt der Band. In der Regel ist auf der Homepage, der Facebook-Seite, dem Blog... kurz:
dem Internetauftritt der Band, ein Kontakt angegeben. Es steht meist dabei, um welche Art Pressekontakt
es sich bei der Person handelt. Es gibt nämlich durchaus unterschiedliche Leute, die das übernehmen:
▪ Die Promoagentin,
▪ das Label (evtl. mit einer speziellen Ansprechpartnerin für die Band),
▪ eine Promoterin (mitunter als selbstständige Ein-Frau-Agentur oder als Mitarbeiterin einer
größeren Agentur) oder
▪ das Management der Band.
Mitunter macht aber auch die Band selbst die Promotion und den Pressekontakt. Dann, und bitte nur
dann, wenn kein anderer Kontakt zu finden ist, muss halt die Band selber kontaktiert werden. Bands sind
in der Regel zwar sehr umgängliche Zeitgenossen, wenn es aber andere Verantwortliche gibt, wirkt es
doch etwas unbeholfen oder unprofessionell, diesen offiziellen Weg nicht zu gehen.
Ein Kontaktformular, die Facebook-Nachricht oder eine Emailadresse findet sich eigentlich immer.

Und wie erkläre ich das am besten?
Eben genauso - Digital und schriftlich. Am üblichsten ist die Anfrage per Mail.
Mario Müller-Dofel empfiehlt unter Umständen die Anfrage per Brief bei sehr traditionsbewussten oder
hochgestellten Personen. Für unsere Bandinterviews ist das eher nicht vorstellbar. Ich denke eher, dass
sich selbst eine Band wie Radiohead per Email über das Management kontaktieren liese.
Denkbar wäre eventuell auch eine telefonische Anfrage. Allerdings können wir uns dann schon einmal
darauf einstellen, das, was wir am Telefon gesagt haben, noch einmal als Email zu schicken. Es ist
verständlich, dass die Verantwortlichen die Eckdaten der Anfrage noch einmal schriftlich haben wollen.
Am üblichsten ist die Anfrage per Mail.

Es ist übrigens auch eine Form von Respekt den Anfragenden gegenüber und ein Zeichen, dass die
Anfrage ernst genommen wird. Denn wenn ich ohnehin kein Interesse habe oder von vornherein absagen
will, brauche ich nicht um eine Email bitten.

Was sind denn nun die Eckdaten, die in die Anfrage gehören?
Die Chance auf Erfolg ist umso größer je persönlicher die Anfrage ist.

für wen machen wir das Interview, wo soll es veröffentlicht werden
soll es überhaupt veröffentlicht werden bzw. zu welchem Zweck machen wir es
wann und wo soll das Ganze stattfinden, (hier ist natürlich wichtig, dass wir uns soweit irgendwie
möglich mit dem Termin nach der Band richten. Das heißt aber auch, dass wir deutlich sagen
müssen, wenn bzw. wann es bei uns nicht geht).
▪ wie viel Zeit sollte die Band einplanen (hier ein bisschen Realismus bitte: wenn das Interview vor
einem Konzert stattfinden soll, wird die Band keine zwei Stunden zusagen können. Wenn wir aber
ein so umfangreiches Interview führen wollen, müssen wir die zwei Stunden auch anfragen und
ggfs. einen anderen Termin finden, an dem das möglich ist).
Die Chance auf Erfolg ist umso größer je persönlicher die Anfrage ist. Es schadet also nicht, die Anfrage
noch mit den folgenden Details zu würzen.
▪ zu welchem (möglichst konkretem und originellem) Thema soll das Interview geführt werden
▪ warum wollen wir es gerade mit dieser Band machen
Vertrauen schafft es, wenn wir zeigen können, dass wir nicht ganz unbeleckt sind und schon
Interviewerfahrung haben.
In jedem Fall ist eine Anfrage gut, wenn die Band hinterher weiß, was sie bei dem Interview erwarten
wird und wenn sie Lust darauf bekommt.
Als Journalistin werden wir nämlich erst einmal erklären müssen,
§ für wen wir das Interview machen wollen – also wo wir es veröffentlichen werden – und
§ was wir bisher so gemacht respektive geschrieben haben und auch wieder: für wen.


Eine Anfrage ist gut, wenn die Band hinterher weiß, was sie bei dem Interview erwarten wird
und wenn sie Lust darauf bekommt.

Literatur
§
§
§
§
§

Britten, Uwe (2002): Interviews planen, durchführen, verschriftlichen. Bamberg: Palette Verlag,
Seite 17
Doehring, Andrè (2011): Musikkommunikatoren. transcript Verlag, Seite 190
Haller, Michael (2001³): Das Interview – Ein Handbuch für Journalisten. Konstanz: UVK
Verlagsgesellschaft, Seite 213
Müller-Dofel, Mario (2009): Interviews führen – Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Berlin:
Econ, Seite 62ff
Venker, Thomas (2003): Ignoranz und Inszenierung: Schreiben über Pop. Ventil Verlag, Seite
211ff

Interviewvorbereitung
Fragen "ausdenken" ist schon einmal nicht so toll. Fragen denkt man sich nicht aus, die hat man.

Ok, wir haben dank der überzeugenden Anfrage die Zusage der Band. Das heißt, dass wir jetzt aber auch
das Interview vorbereiten müssen.

Heißt das jetzt, ich muss mir einfach ein paar Fragen ausdenken?
Fragen "ausdenken" ist schon einmal nicht so toll. Fragen denkt man sich nicht aus, die hat man.
Was wir die Band fragen, sollte uns also wirklich interessieren. Also gerne auch mal sich selber fragen:
Warum will ich das von der Band wissen?
Das setzt natürlich voraus, dass wir uns mit der Band beschäftigt haben. Dazu gibt es auf den bekannten
Portalen zunächst einmal Biografien und Diskografien:
§ allmusic.com
§ Indiepedia.de
§ laut.de
§ wikipedia (englisch und/oder deutsch)
Interessant sind hier auch die weiterführenden Links zu Fanpages, Label-Homepage u.a. Band-relevanten
Seiten. Unter anderem findet sich dort mitunter der Pressetext zum neuen Album. Das kann interessant
sein, allerdings werdet Ihr sehr schnell merken, wie oft in Rezensionen und Artikeln daraus zitiert - um
nicht zu sagen: kopiert - wird. Ein Grund mehr, auch in Magazinen und Zeitungen nach der Band zu
recherchieren, um nicht die Fragen zu stellen, die schon zehn Journalistinnen vor Euch gestellt haben,
sondern es im besten Fall besser zu machen. Ein erster guter Schritt dahin ist - wie gesagt: Was wir die
Band fragen, sollte uns also wirklich interessieren.
Deswegen wäre die Recherche bei Wikipedia und Co idealerweise überflüssig. Denn ihr kennt die harten
Fakten als alter Fan ohnehin schon.
Und Ihr habt auch den Newsletter abonniert und verfolgt die Neuigkeiten auf
§ Last.fm
§ bandcamp
§ Facebook.
Diese sozialen Netzwerke sind sowieso die beste Adresse, um sich ein gutes Bild der Band zu machen. Da
sind nicht nur mehr und aktuelle Informationen als auf den Homepages zu finden, die Posts dienen ja
zumindest dazu, die Band als Personen zu zeigen.
Deswegen lassen sich mit ein wenig Einsatz aus den Profilen eine ganze Menge Details und
Zusatzinformationen herauslesen.

Und was mache ich mit den Informationen?
Keinen Fragenkatalog sondern ein Fragengerüst entwerfen. Es soll also nicht eine Liste von Fragen
werden, die dann sklavisch abgearbeitet werden muss. Es gibt sicher unterschiedliche Möglichkeiten, die
Fragen so aufzuschreiben, dass das Interview dann immer noch flexibel geführt werden kann:
§ stichpunktartig formuliert
§ nur die groben Themen des Interviews werden notiert, um dem Interview eine inhaltliche Struktur
zu geben
§ Frageziele werden notiert als Hinweis, worauf wir eine Antwort möchten, ohne dass wir die
konkrete Formulierung der Frage notieren
Keinen Fragenkatalog sondern ein Fragengerüst entwerfen. Es soll also nicht eine Liste von
Fragen werden, die dann sklavisch abgearbeitet werden muss.

Es gibt sicher Punkte, die schon auffallen oder als Hintergrundfakten interessant sind, wenn wir uns mit
der Band beschäftigen. Die können gerne als Merkhilfe notiert werden.

Wieviele solche Merkhilfen brauche ich denn?
Für die, die Fragen ausformuliert notieren wollen, wird immer gerne eine Richtwert von 10 Fragen pro 30
Minuten angegeben.
Denkbar und dankbar sind aber auch Stichpunkte zu:
§ wichtigen oder ausgefallenen Stationen in der Bandgeschichte
§ Discographie und Nebenprojekten
§ unseren eigenen Gedanken und Überlegungen zur Band, zu ihrer Musik und zum speziellen Thema
des Interviews
Gerade der letzte Punkt ist für eine spannende Diskussion das beste Fundament.
Aber es müssen ja nicht nur Fragen sein, die wir beim Interview stellen. Auch eigene Gedanken und
Überlegungen zur Band, zu ihrer Musik und zum speziellen Thema des Interviews sind denkbar und
dankbar. Bei einer Diskussion oder einem sonstigen Gespräch ist es ja auch nicht so, dass nur einer die
Fragen stellt. Wenn wir uns also auf eine Diskussion einlassen wollen, sollten wir uns also auch mal von
Einwürfen der Gesprächspartnerin überraschen - aber natürlich nicht aus dem Konzept bringen - lassen.
Das heißt, in unserem Konzept sollte Platz sein, auf Themenwechsel einzugehen, ohne das Konzept oder
Interviewziel zu vergessen.
Das heißt natürlich, dass der Richtwert von 10 Fragen pro 30 Minuten eher ein Hinweis ist. Nämlich
darauf, dass wir uns überlegen, wieviel Interview wir in die verfügbare Zeit packen. Sowohl zu viel als
auch zu wenig Diskussionsstoff ist unangenehm:
§ zu viele Fragen führen dazu, dass die Hälfte (vielleicht die wichtigere) nicht gestellt werden kann
und wir tatsächlich nicht alles erfahren, was wir wollten
§ zu wenige Fragen führen leicht zu peinlicher Stille auf beiden Seiten des Mikros oder zu peinlichen
bzw. uninteressanten Gesprächen übers Wetter

Literatur
§
§
§
§
§
§

Britten, Uwe (2002): Interviews planen, durchführen, verschriftlichen. Bamberg: Palette Verlag,
Seite 15
Ecker, Hans-Peter et al. (1977): Textform Interview. Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann,
Seite 44
Haller, Michael (2001³): Das Interview – Ein Handbuch für Journalisten. Konstanz: UVK
Verlagsgesellschaft, Seite 224ff
Friedrichs, Jürgen / Schwinges, Ulrich (2005²): Das journalistische Interview.Wiesbaden: Verlag
für Sozialwissenschaften, Seite 53
Müller-Dofel, Mario (2009): Interviews führen – Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Berlin:
Econ, Seite 88ff
Petermann, Kerstin (2014): "Go exclusive - Interviews über Interviews", in: Interviews über
Interviews

Ort und Zeit
Auf Tour ist der Zeitplan häufig streng durchgetaktet

In der Anfrage waren sie schon ein wesentlicher Punkt und für die Vorbereitung sollten sie auch
berücksichtigt werden: Ort und Zeit des Interviews. Für die Anfrage spielt die Terminabsprache
natürlich eine Rolle, weil sich die Band auf die Länge des Interviews einstellen muss.
Denkbar sind zwei (Zeit)Szenarien:
1. 30 - 45 Minuten
Das ist häufig bei Interviews vor einem Konzert der Fall. Gerade auf Tour ist der Zeitplan häufig streng
durchgetaktet. Diese knappe Zeit bedeutet für das Interview
§ es wird sich kaum eine besondere Beziehung zum Interviewpartner aufbauen lassen
§ eine tiefgehende Diskussion ist kaum möglich
§ es sind Fragen zu einem möglichst eng gesteckten Thema möglich
§ oder wir können lose Antworten für O-Töne abfragen
2. 60+ Minuten
Wenn wir ein längeres Gespräch mit der Band möchten, müssen wir das so sagen. Und überzeugend
begründen. Das heißt, wir haben ein Konzept,
§ das dieses längere Interview auch erfordert (weil z.B. das veröffentlichte Ergebnis sehr
umfangreich werden soll)
§ das so originell und spannend ist, dass die Band sich die Zeit nimmt
Dann ist es in der Regel schon möglich, die Band abseits einer Tour oder anderer Pressetermine zu treffen.
Die Planung liegt dann natürlich umso mehr in unserer Hand, denn wir haben das Konzept und dürfen
nicht erwarten, dass die Band uns sagt, wie und wo wir das am besten umsetzen. Deshalb:
§ einen Terminvorschlag machen (wenn er nicht von der Band schon kommt), an dem auch wir
mind. die angefragte Interviewzeit plus eine Stunde stressfrei einplanen können.
§ einen Ort vorschlagen, den wir schon gut kennen und für gut befinden. Das gibt die Sicherheit des
Heimspiels und wir wissen, dass alles da ist, was wir brauchen,
§ wir werden aber natürlich keinen Ort vorschlagen, bei dem wir befürchten müssen, dass sich die
Band da nicht wohlfühlt oder der sonstwie problematisch ist.
§ wenn die Band einen Ort vorschlägt, werden wir natürlich versuchen, diesen Ort zu
berücksichtigen, müssen aber prüfen, ob er für uns passt.

Wann passt denn ein Ort für uns?
Der Ort
§ muss in erster Linie eine entspannte Gesprächsatmosphäre ermöglichen (z.B. ein Café, Park,
Proberaum, Studio)
§ darf nicht zu laut sein (was bei Café oder Kneipe unbedingt zu prüfen ist), denn wir wollen das
Interview ja aufnehmen und hinterher verstehen
§ muss möglichst still sein - wenn die Aufnahme gesendet werden soll
§ sollte eine Steckdose haben, sonst haben wir evtl. keine Aufnahme
§ sollte einen Kasten Wasser, Saft, evtl. Bier, Nüsse.... herumstehen haben,
§ sollte dann auch eine Toilette haben - sonst könnte das Interview angespannter werden, als uns
lieb ist
Diesen Ort suchen wir und planen ein, dass wir zur verabredeten Zeit 10-15 Minuten eher da sind, damit
wir das Aufnahmegerät noch einmal testen und uns sammeln können.
Da bleibt in der Regel nicht viel mehr Zeit als 45-60 Minuten, mitunter auch nur eine halbe Stunde. Und
das ist dann wieder für uns und die Vorbereitung des Interviews interessant. Ein 30-Minuten-Interview ist
allenfalls für einige thematisch sehr eng gesteckte Fragen oder ein loses Abfragen von O-Tönen sinnvoll.
Für ein tiefgehendes Gespräch, bei dem die Gesprächspartner eine Beziehung aufbauen, ist es mit
Sicherheit zu kurz.

Literatur
§
§
§
§

Britten, Uwe (2002): Interviews planen, durchführen, verschriftlichen. Bamberg: Palette Verlag,
Seite 19ff
Haller, Michael (2001³): Das Interview – Ein Handbuch für Journalisten. Konstanz: UVK
Verlagsgesellschaft, Seite 213ff
Müller-Dofel, Mario (2009): Interviews führen – Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Berlin:
Econ, Seiten 113, 137ff
Petermann, Kerstin (2008): May I ask you a question? Illokutionäre Akte und die Sprechakttheorie
in Interviews. Hamburg: Verlag Dr. Kovač, Seite 24

Einstiegsfrage
Der Band sollte klar sein, dass wir sie mit den folgenden Äußerungen zitieren können.

Und dann geht's los, oder was?
Ja, aber nicht gleich mit der ersten Frage.
Ganz am Anfang kommt erst einmal:
§ eine nette Begrüßung
§ ein ebenso nettes: "Was wollt Ihr trinken?"
§ ein wenig Plauderei zum Aufwärmen (z.B. vorstellen des Ortes, wenn die Band ihn noch nicht
kennt, Frage nach der aktuellen Tour... - dabei können sich alle kurz beschnuppern und wir
können das Aufnahmegerät richtig auspegeln)
§ wenn das Aufnahmegerät an ist, fürs Protokoll sagen, dass die Aufnahme läuft,
§ eine Vorstellung des Interviewkonzepts (Warum und für wen soll das Interview geführt werden also das, was die Band eigentlich aus der Anfrage schon wissen sollte, zur Erinnerung wiederholen)
§ der Übergang zwischen Aufwärmen und Interview muss nicht allzu groß sein, wir können auch
beiläufig sagen, dass wir ins Interview übergehen - in jedem Fall sollte der Band aber schon klar
sein, dass wir sie mit den folgenden Äußerungen zitieren können
(Dazu mehr im Kapitel Autorisierung)
Und dann kommt die Frage, die wir als Einstieg vorgesehen haben. Sie sollte:
§ die Band nicht überfordern, d.h. leicht und intuitiv zu beantworten sein und zum Erzählen einladen,
§ vor allem für kürzere Gespräche nicht zu allgemein sein - geplaudert haben wir ja am Anfang
schon
§ gerne witzig sein - natürlich.
§ die Band aber auch das Publikum in das Thema des Interviews einführen

Literatur
§
§
§

Britten, Uwe (2002): Interviews planen, durchführen, verschriftlichen. Bamberg: Palette Verlag,
Seite 23
Friedrichs, Jürgen / Schwinges, Ulrich (2005²): Das journalistische Interview.Wiesbaden: Verlag
für Sozialwissenschaften, Seite 59
Müller-Dofel, Mario (2009): Interviews führen – Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Berlin:
Econ, Seite 143