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Antirassistisches

Bildungsjahr

2014

Antirassistisches Bildungsjahr 2014 Akubiz e.v. kirchgasse 2 01796 pirna kontakt@akubiz.de www.akubiz.de

Akubiz e.v.

kirchgasse 2 01796 pirna

kontakt@akubiz.de

www.akubiz.de

14 Jahre AKuBiZ e.V.

Wir sind ein Verein aus Pirna der sich aktiv mit dem Themen Rassismus und Antisemitismus auseinandersetzt.

Für uns hören diese Themen nicht an der Parteigrenze der NPD auf, sondern sind in der Mitte der Ge- sellschaft verankert bzw. werden aus der Gesellschaft genährt. In unseren Treffpunkt, die K2-Kulturkiste, laden wir für Vorträge, Seminare und Work- shops Referentinnen ein oder refe- rieren selbst zu einigen Themen. In unserem Büro unterhalten wir ein Presse- und Videoarchiv, das Inter- essierten jederzeit offen steht. Wei- terhin organisieren wir Ausstellungen, Begegnungsfahrten, Buchlesungen oder kleinere Konzerte.

Seit dem Jahr 2008 organisieren wir jedes Jahr eine Wanderung "Auf den Spuren der Roten Bergsteiger", seit 2006 den Antirassistischen Fußball- Cup in der Sächsischen Schweiz und jedes Jahr im Sommer nehmen wir am Treffen mit Zeitzeug_innen im IBZ St. Marienthal teil.

Wir sind Herausgeber der Ausstellung „Jüdisches Leben in Pirna und der Sächsischen Schweiz“, sowie Mithe- rausgeber der Ausstellung "Rechts rockt Sachsen" und vermieten diese Ausstellungen an Interessierte. Weiter- hin vermieten wir die Fotoausstellung "partigiani - Gegen Faschismus und deutsche Besatzung. Der Widerstand in Italien." des Geschichtsinstitut IS- TORECO aus Reggio Emilia/Italien.

Wir arbeiten auf Augenhöhe mit loka- len und überregionalen Partner_innen

zusammen und sind Mitglied im Netz- werk Tolerantes Sachsen. Wir sind Mitbegründer und aktives Mitglied der AG Asylsuchende in der Sächsischen Schweiz und der Initiative „CSD Pir- na“.

Die Mitglieder des AKuBiZ erbeiten ehrenamtlich, unsere Finanzen fließen direkt in Projekte. Für dieses Enga- gement wurden wir bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis "Botschafter für Toleranz" der Bundes- regierung, dem Regine-Hildebrandt- Preis oder dem taz-Panterpreis. Bun- desweite Bekanntheit erlangten wir mit der Ablehnung des Sächischen Förderpreis für Demokratie und der Initiative gegen die Extremismusklau- sel.

Wir lehnen weiterhin die vorherr- schende Extremismusdoktrin ab und halten eine kritische Auseinander- setzung mit gruppenbezogener Men- schenfeindlichkeit für unumgänglich. Für einen respektvollen Umgang und eine solidarische Gesellschaft werden wir auch weiterhin einstehen.

„Jene, die Freiheit aufgeben, um eine vorübergehende Sicherheit zu erwer- ben, verdienen weder Freiheit noch

Sicherheit. (Benjamin Franklin, 1706–1790)

c h e r h e i t . “ (Benjamin Franklin, 1706–1790) Das AKuBiZ-Team Antira-Bildungsjahr

Das AKuBiZ-Team

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 1

04. Januar - Neujahrsempfang

Zu einem Willkommen luden wir Freund_innen in die K2-Kulturkiste ein. Es wurde das vergangene Jahr und Pläne für das neue Jahr bespro- chen. Bei einem kleinen „Glücksspiel“ konnten Spenden für die RAA-Opfer- beratung gesammelt werden.

Spenden für die RAA-Opfer- beratung gesammelt werden. 26. Januar - Gedenken an der Burg Hohnstein Einen

26. Januar - Gedenken an der

Burg Hohnstein

Einen Tag vor dem offiziellen Geden- ken an die Opfer des Nationalsozialis- mus fand in Hohnstein eine Gedenk- feier statt. Vor 30 Gästen konnten wir zum Thema Erinnerung sprechen. Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Stadt.

Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Stadt. 27. Januar - Gedenken auf dem Friedhof in Heidenau

27. Januar - Gedenken auf dem

Friedhof in Heidenau

Einen Tag später fand in Heidenau eine Veranstaltung statt, zu der über

50 Menschen gekommen waren. Wie- der konnten wir eine kleine Rede hal- ten. Dabei ging es um die Vorstellung von Martin Kretschmer, der als Leiter eines Kinderheims von den Nazis er- mordet wurde. Im September 2012 gaben wir eine Broschüre über sein Leben heraus.

07. Februar - K2-Quiz

Wieder einmal fand das traditionel- le K2-Quiz statt, bei dem ausgeloste Teams gegeneinander spielen

11.-13. Februar - Demonstratio- nen gegen Nazis in Dresden

Wie jedes Jahr standen die Tage um den 13. Februar für die Auseinan- dersetzung mit Naziaufmärschen in Dresden. Am 11. Februar führten wir deshalb mit dem Bündnis dresden nazifrei eine Informationsveranstal- tung durch. In den beiden kommen- den Tagen fuhren dann Freund_innen des Vereins nach Dresden, um Ge- gendemonstrant_innen zu unterstüt- zen und sich menschenverachtenden Ideologien zu widersetzen.

Leider gelang es in diesem Jahr nicht den Aufmarsch vom 12. Februar zu verhindern. Am 13. reihten sich dann Nazis in die Menschenkette ein.

12. Februar zu verhindern. Am 13. reihten sich dann Nazis in die Menschenkette ein. Antira-Bildungsjahr -

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 2

04. März - Gespräch mit dem Zeitzeugen Josef Salomonovic

Die Stadt Pirna, AKuBiZ e.V. und Sor- optimist International luden in die Oase Pirna zu einem Zeitzeugenge- spräch mit dem KZ-Überlebenden Jo- sef Salomonovic ein.

Rund 60 Gäste hörten den Vortrag des in Wien lebenden Zeitzeugen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Josef Salomonovic gerade 6 Jahre alt. Geboren 1938 als Sohn einer jü- dischen Familie im mährischen Ost- rau (Ostrava), wurde Josef Salomo- novic im Dezember 1941 zusammen mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Michael in das Ghetto Litz- mannstadt deportiert. Im Laufe des Krieges wird er auch für etwa zwei Wochen in das Flossenbürger Außen- lager Mockethal-Zatzschke gebracht. Mitte April 1945 wird das Außenlager Dresden aufgelöst. Auf dem Todes- marsch, der die Häftlinge durch Böh- men führt, können Dora, Michael und Josef Salomonovic fliehen. Eingebettet wurde das Gespräch in eine kurze historische Einführung. AKuBiZ veröffentlichte einen Gedenk- flyer an das weitgehend unbekannte Außenlager in Pirna.

flyer an das weitgehend unbekannte Außenlager in Pirna. 13. März - Teilnahme am Inter- nationalen Diplomaten-Kolleg

13. März - Teilnahme am Inter-

nationalen Diplomaten-Kolleg

Erneut stellte AKuBiZ seine Arbeit und einen Blick auf die derzeitige Situati- on vor ausländischen Diplomat_innen in Dresden vor. Seit vielen Jahren haben wir die Chance, uns mit Ange- hörigen verschiedener Botschaften zu treffen und über Diskriminierungen in Sachsen zu sprechen.

19. März - Protest gegen Brand-

stifter-Tour der NPD

Gemeinsam mit anderen Antiras- sist_innen organsisierte AKuBiZ eine Kundgebung gegen eine Wahlkampf- veranstaltung der NPD auf dem Pir- naer-Sonnenstein. Über 60 Menschen nahmen daran teil und solidarisierten sich so mit Flüchtlingen.

daran teil und solidarisierten sich so mit Flüchtlingen. 21. März - Demokratietheorien Im Rahmen unserer

21. März - Demokratietheorien

Im Rahmen unserer Veranstaltungs- reihe zu politischen Theorien, war Dr. Uwe Hirschfeld von der Evange- lischen Hochschule Dresden bei uns zu Gast. In einer gut gefüllten K2-Kul- turkiste sprach er über Möglichkeiten von Partizipation und die Frage, wie Teilhabechancen ausgebaut werden könnten. Am Ende gab es eine offene Diskussionsrunde .

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 3

26. März - „Mussolinis Erben“

Zu einem Vortrag mit dem Au- tor Heiko Koch luden AKuBiZ und die Kosmotique nach Dresden ein. Vor rund 50 Gästen veröffentlichte Heiko Koch seine Recherchen zur faschistischen „Casa Pound“ und den Überschneidungen zu deut- schen Nazis. Dabei spielte auch das sogenannte „Haus Montag“ in Pirna eine Rolle, welches durch die lokale NPD geführt wird. Es wurde im Oktober 2013 eröffnet.

26. April – Widerstand in der Sächsischen Schweiz im NS

Zum Fest der Leipziger Gießerstraße wurden das AKuBiZ mit einem Vortrag eingeladen. Dabei ging es um die Si- tuation der Widerstandsbewegung in der ehemaligen Amtshauptmannschaft. Speziell waren die „Roten Bergstei- ger“ ein Thema, die große Bedeutung für die Sächsische Schweiz erlangten. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde ein Live-Interview mit dem Leipziger „Radio Blau“ geführt.

27.04.2014 – Veranstaltung mit

dem Verein Kriegsveteranen in Russland e.V.

Auch in diesem Jahr fand ein Treffen mit ehemaligen Soldaten der Roten Armee auf dem Friedhof Pirna-Rott- werndorf statt. Neben verschiedenen Vertreter_innen aus Pirnaer Vereinen, war auch Oberbürgermeister Hanke gekommen. Neben der offiziellen Ge- denkveranstaltung an den Gräbern ermordeter Menschen aus Russland, gab es einen Gedankenaustausch in den Räumen des Demokratischen

Frauenbund. Dort kamen wir mit den Vertreter_innen aus Russland und Belarus ins Gespräch. Auch Sofia Beilina (1941) erzählte ihre Geschichte. Sie überlebte als Kind jüdischer Eltern die Blockade von Leningrad. Als besonderer Gast wurde Nikolai Beliaev vorgestellt. Im Oktober 1922 geboren, wurde er später Angehöriger der Einheit der Sowjetarmee, die an der Er- stürmung des Reichstages in Berlin beteiligt war. Ein interessanter Tag, mit spannenden Gesprächen.

war. Ein interessanter Tag, mit spannenden Gesprächen. 29. April - „Fleischatlas“ Zur Ausstellung und dem dazu-

29. April - „Fleischatlas“

Zur Ausstellung und dem dazu- gehörigen Vortrag zum aktuellen „Fleischatlas“ lud das AKuBiZ in den Grünen Laden Pirna ein. Die Gäste diskutierten mit Iwelina Fröh- lich (TU Dresden), die im Auftrag der Stiftung weiterdenken den Vor- trag hielt, die Fragen: Wie viele Tiere

werden in Deutschland und der Welt geschlachtet? Wer profitiert vom billi- gen Fleisch? Welche Hormone landen ungewollt auf unserem Teller und wie viele Pestizide werden eingesetzt?

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 4

08.-11. Mai – Gedenktag und Rote-Bergsteiger-Wanderung

„Es ist nun also auch unsere Aufga- be, den vielen Gedenktagen Bedeu- tung zurück zu geben und sie nicht in stoischer Tradition inhaltsleer zu begehen.“ Mit diesen Worten wand- te sich unser Vereinsvorsitzender Steffen Richter an die Teilnehmen- den der Gedenkveranstaltung, die am 08. Mai auf dem Ehrenfriedhof in Pirna-Rottwerndorf stattfand. Dort sind in acht Sammelgräbern fast 200 Menschen aus der UdSSR beerdigt.

Sammelgräbern fast 200 Menschen aus der UdSSR beerdigt. Einen Tag später trafen die Teilneh- mer_innen der

Einen Tag später trafen die Teilneh- mer_innen der 8. Rote-Bergsteiger- Wanderung ein. Das Seminar wird seit 2008 jährlich von unserem Verein durchgeführt. In diesem Jahr standen neben dem Widerstand aus dem Berg- sportmilieu die Euthanasieverbrechen im Mittelpunkt des Wochenendes. Auch deshalb startete der erste Abend mit einem Einführungsvortrag zum Thema.

Am Samstag konnten wir bei gutem Wetter die Idylle des Wesenitz-Grund genießen, der bis zur Försterei-Brü- cke in Lohmen gelaufen wurde. Un- terwegs gab es Informationen am Denkmal des antisemitischen Kompo- nisten Richard Wagner. Im speziellen machten wir die Teilnehmenden auf das Fehlen kritischer Auseinanderset- zungen aufmerksam. In seinem Auf- satz „Das Judentum in der Musik“

machte Wagner seinen Hass deutlich.

Weiter ging es vorbei am Mühlsdorfer Koordinatenstein, dem Antoniuskreuz und Liebethal nach Bonnewitz. Am ehemaligen „Institut für seelenpfle- gebedürftige Kinder“ wurde die Ge- schichte der Einrichtung vorgestellt. Sie wird als „eine von wenigen Oasen der Menschlichkeit“ bezeichnet. Von dort führte unser Weg weiter über Graupa und endete in Pirna-Jessen.

Zum Abendvortrag hatten wir den Bergsporthistoriker Joachim Schindler eingeladen, der über den Widerstand aus dem Bergsportmilieu berichtete. Im Speziellen stellte er die Biografie der jüdischen Bergsteigerin Ilse Frisch- mann vor. Die Auschwitz-Überlebende starb im Alter von 86 Jahren am 05. Juli 2009 in Dresden. Der Abend endete mit Liedern des Widerstands.

Am Sonntag liefen wir, vorbei an Plätzen von Auseinandersetzungen zwischen Kommunistischer Jugend und Nazis, zur Gedenkstätte Pirna- Sonnenstein. Dort begrüßte uns Ag- nes Scharnetzky, die uns als Freie Mitarbeiterin durch die Räume führte. In der ehemaligen Euthanasie-Anstalt wurden von Sommer 1940 bis Sommer 1941 über 14.000 Menschen ermordet.

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17. Mai - Film: can´t be silent

Auch in diesem Jahr machte die K2-Kulturkiste in Pirna auf die frag- würdige deutsche Flüchtlingspoli- tik aufmerksam. Dabei wurde gab es eine Filmvorführung und Dis- kussionen mit Asylsuchenden.

22. Mai - Vortrag „Die Arbeit

des AKuBiZ e.V.“

In Kooperation mit der vorpommer- schen Initiative „Politische Memoria- le“ konnten wir 20 Gäste aus Hessen in Pirna begrüßen. Mit ihnen sprachen wir über die Arbeit des Vereins und die Situation, in der er sich gründete. Besondere Fragen wurden dann zur Netzwerk und zur Diskussion um die Extremismusklausel gestellt. Das Tref- fen fand bereits zum dritten Mal statt.

30. Mai - Vortrag „Die Arbeit

des AKuBiZ e.V. II“

Wenige Tage später durften wir zum zweiten Mal über unsere Arbeit erzählen. Diesmal war der Berliner Motorradclub Friedrich Angels zu Gast. Zur jährlichen Gedenkausfahrt war diesmal Pirna ihr Ziel. Bei einer gemeinsamen Wanderung auf den Sonnenstein berichteten wir über die Euthanasie-Verbrechen im Na- tionalsozialismus. Die 30 Mitglieder des Clubs waren begeistert vom Angebot des AKuBiZ und der Schönheit der Stadt.

vom Angebot des AKuBiZ und der Schönheit der Stadt. 31. Mai - Fragt uns, wir sind

31. Mai - Fragt uns, wir sind die Letzen

In diesem Jahr nahm das AKuBiZ zum 11. mal an den Treffen des Maximilian-Kol- be-Werk in Ostritz teil. Es ist die längste und älteste Kooperation unseres Vereins.

Im Zentrum des Treffens stehen Be- gegnungen zwischen jungen Menschen und Überlebenden deutscher Lager. Sie alle haben als Kinder Jahre des Schreckens erlebt. So wurde Mary- la mit ihrer Mutter im August 1944 nach Auschwitz deportiert, wo sie in der Kinderbaracke Birkenau gefangen gehalten wurde. Stanislawa überleb- te die Qualen des Konzentrationsla- gers Majdanek und Krystyna wurde in Kinderlager Potulice verschleppt.

und Krystyna wurde in Kinderlager Potulice verschleppt. Sie alle haben Geschichte(n) zu erzäh- len. Sie alle

Sie alle haben Geschichte(n) zu erzäh- len. Sie alle hatten viele schmerzliche Verluste. Fast die ganze Familie von Jerzy wurde im September 1943 ver- haftet und nach Auschwitz deportiert. Dort ermordeten die Nazis seine Ver- wandten Stanislawa, Helena und Ludwik.

Dass uns das Maximilian-Kolbe-Werk und das IBZ St. Marienthal jedes Jahr die Möglichkeit dieses wichtigen Treffens gibt, ist für uns eine große Anerkennung unserer Arbeit. Deshalb bedanken wir uns vor allem bei Antje, Beata und Herbert und freuen uns auf das nächste Jahr.

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 6

03.-10. Juni - Bildungsreise in die Normandie/Frankreich

Nach Reise zur Geschichte Sloweniens, Griechenlands, Spaniens und Polens, organisierten wir wieder einmal eine Bildungsreise. Im Mittelpunkt standen die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der alliierten Landung in Nordfrank- reich. An Stränden wie Utah, Omaha oder Sword starben zehntausende Sol- dat_innen der alliierten Streitkräfte.

Doch zuerst führte uns der Weg in das belgische Antwerpen. Bei einer Be- sichtigung des Fort Breendonk erfuh- ren wir die Geschichte des Lagers. Von dort fuhren wir weiter nach Ostende. Vorbei an Dunkerque ging die Reise in die Nähe der Stadt Rouen. Dort bezo- gen wir mit den 25 Teilnehmenden der Reise unsere Unterkunft.

Schon am ersten Abend konnten wir die Eröffnung der folgenden Gedenkta- ge miterleben. Dabei organisierten die Städte entlang der Küste ein riesiges Feuerwerk.

Einen Tag später fanden dann die of- fiziellen Feiern statt. In Caen besuch- ten wir eine Zeremonie für die 3rd UK Division. Im Anschluss fuhren wir an den Strand nach Ouistreham, wo sich Teilnehmende zur großen Feier trafen. Dort sprach der französische Präsident Francois Hollande zu Ver- teran_innen.

Den darauffolgenden Tag besuch- ten wir einen Gedenkakt auf dem amerikanischen Friedhof in Collevil- le. Dort sind über 9000 Menschen beerdigt und dort kamen wir auch mit einem Zeitzeugen ins Gespräch.

Er wartete am Gedenkstein für den On- kel seiner Frau - ein weißer Stein mit einem Davidstern. Der Tag endete beim Abendessen mit über 1000 Menschen am Strand von St.-Laurent-sur-Mer und französischen Chansons.

Strand von St.-Laurent-sur-Mer und französischen Chansons. An den letzten beiden Tagen unserer Reise besuchten wir das

An den letzten beiden Tagen unserer Reise besuchten wir das Museum der Resistance in Paris, sowie das Fort Fer- mont bei Longuyon. Die Bildungsfahrt endete dann in Saarbrücken mit einem Vortrag des Journalisten Erich Später.

Eine rundum gelungene und überaus in- teressante Reise, die im nächsten Jahr erneut stattfinden sollte.

12. Juni - Lesung „88 Seelen“

Zu einer Lesung hatten wir, einige Tage nach unserer Bildungsreise, in die K2- Kulturkiste eingeladen. Dort berichtete der Autor Stephan D. Mc Neal von der Vernichtung des tschechischen Dorfes Lidice.

Neben Informationen zu den Vorgän- gen von 1942, laß Mc Neal aus seinem Buch „88 Seelen“ und geht darin auf das Schicksal der Kinder von Lidice ein. Dreizehn der Kinder wurden zu „Germa- nisierung“ nach Deutschland gebracht, die anderen deportiert. Die anderen wurden in Kulmhof ermordet.

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15. Juni - Russische Delegation in

Pirna-Rottwerndorf

Am 15. Juni war wieder einmal eine Gruppe russischer Gäste in Pirna, die als „Kinderhäftlinge“ den Krieg überleb- ten. Eingeladen wurden sie von der Ge- sellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland e.V., mit der sie mehrere Tage in Dresden verbrachten.

Zur Delegation gehörte auch Olga Ge- orgiewna, die am 08.11.1937 geboren wurde und heute in St. Petersburg lebt. Aus ihrem Zuhause wurde sie im August 1941 von deutschen Truppen verjagt und musste bis zum Winter 1942 in ei- ner Erdhütte hausen. Auf Güterwagons kam sie dann mit anderen Häftlingen in ein Lager bei Frankfurt am Main, von wo aus sie ins KZ Dachau gebracht wurde. Einen letzten Schrecken muss- te sie 1945 über sich ergehen lassen. Nach erneuter Deportation wurde sie dann im KZ Mauthausen durch ameri- kanische Truppen befreit.

dann im KZ Mauthausen durch ameri- kanische Truppen befreit. 12. Juli - CSD in Pirna Eine

12. Juli - CSD in Pirna

Eine große Initiative rief auch in diesem Jahr zu Christopher Street Day in Pirna. In diesem Jahr setzten sich die Orga- nisator_innen - zu denen das AKuBiZ gehörte - für:

1. Liebe ist für alle da. Gegen Homo-

und Transphobie. Auch auf dem “Lan- de”.

2. Wir kämpfen für ein volles Adopti-

onsrecht homosexueller Paare.

3. Wir wollen nicht nur gleiche Pflich-

ten, sondern gleiche Rechte für die gleichgeschlechtliche Ehe in Deutsch-

land.

Der CSD fand zum 3. Mal in Pir- na statt und war mit über 400 Leu- ten sehr gut besucht. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr.

besucht. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr. 12.-13. Juli – Gedenkwanderung Über drei

12.-13. Juli – Gedenkwanderung

Über drei Tage unternahmen wir mit den Kolleg_innen des NDK Wurzen ein Wanderseminar zur Geschichte im Umland von Pirna. Neben Informatio- nen zu dem KZ Pirna und der ehema- ligen Euthanasie-Anstalt Sonnenstein, gab es einen Vortrag zu den „Roten Bergsteigern“.

14. Juli – Schul-Workshop

Zu einer Diskussionsveranstaltung mit Schüler_innen lud die der 9. Klasse der Schiller-Schule Pirna ein. Wir sprachen für 1 1/2 Stunden mit ihnen über die Themen von Diskriminierungen. Es wird sicher nicht der letzte Workshop in der Schule gewesen sein.

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19. August – Antira-Fussball-Cup

Jedes Jahr findet im Landkreis Sächsi- sche Schweiz-Osterzgebirge der Antira- Fussball-Cup statt, der durch unseren Verein organisiert wird. Erstmals starte- ten wir 2007 mit 13 Teams unser Pro- jekt, seither hat sich viel geändert

Zum 8. Mal fand nun das Turnier statt, welches Fair-Play und gegenseitigen Respekt als Grundgedanken vertritt. In 4 Staffeln spielten die insgesamt 21 Teams aus Pirna, Dresden, Zittau, Ho- yerswerda, Großenhain, Görlitz, Sebnitz und Decin. Doch vorher trafen sich alle (zumindest diejenigen, die pünkt- lich angereist waren), zum traditionellen Start-Foto. Dann wurde die Vorrunde ausgespielt, wo es schon erste klei- ne Überraschungen gab. Im Anschluss spielten die besten Teams das Viertel- finale untereinander aus. Alle bis da- hin ausgeschiedenen Teams konnten in einem Quiz um den Einzug rätseln. Die Chance nutzten 1953international und der Rote Zaun Dresden. In den Halbfinal-Spielen siegten „Sandale Bon- newitz“, die „Rackelhähne Görlitz“ und „Hoyerswerda 1“. Im anschließenden Neun-Meter-Schießen holten die Rackel- hähne den Platz 1, gefolgt von Hoyers- werda 1 und Sandale Bonnewitz.

Platz 1, gefolgt von Hoyers- werda 1 und Sandale Bonnewitz. Der Fair-Play-Pokal, und damit der wichtigste

Der Fair-Play-Pokal, und damit der wichtigste Preis, ging an das Team der Arbeitsgemeinschaft Asylsuchen- de Großenhain. Insgesamt reisten an diesem Tag über 200 Menschen nach Lohmen, um einen guten Tag zu verbringen. Im Rahmenprogramm gab es zwei Ausstellungen, Kinder- reiten, Infostände und Bastel- und Schminkangebote.

27. August – Couragepreis

An die Arbeit unseres Vereins erin- nert nun ein kleiner Stein, der von Oberbürgermeister Bernd Wendsche vor dem Rathaus Radebeul einge- weiht wurde. Bei anschließenden Ge- sprächen, wurde mit Bürger_innen der Stadt über die derzeitige Situa- tion diskutiert, bei der natürlich die anstehende Landtagswahl im Blick stand.

29.-31. August – Erinnerungstage mit Gästen aus Reggio Emilia

Während der Einführung wurde be- sonders die Situation in Pirna vor 1933 besprochen. Auf dem Gedenk- weg liefen wir dann auf den Pirnaer Sonnenstein, wo uns die Kolleg_innen der Gedenkstätte erwarteten. In zwei Gruppen konnten die Teilnehmenden dann eine interessante Führung erle- ben. Am folgenden Tag begaben wir uns auf die historischen Spuren der Gegend um Lohmen. An verschiede- nen Plätzen gaben wir Informationen und beantworteten Fragen der Teil- nehmenden. Spezielle Diskussionen gab es am Denkmal des antisemiti- schen Komponisten Richard Wagner im Liebethaler Grund. Wagner äußer- te sich mehrfach abwertend

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10.-15. September – Bella Ciao

Zum 9. Mal nahmen Mitglieder und Freund_innen des AKuBiZ e.V. am Wanderseminar „Sentieri Partigiani“ teil. Dabei trafen wir auch in diesem Jahr Giacomo, der sich unter dem Namen „Willi“ dem Widerstand anschloss. Er berichtete vom Kampf um das Was- serwerk Ligonchio, den die Partisan_ innen für sich entscheiden konnten. Dann wanderten wir vom Passo Pra- darena auf 1900 m Höhe und über den Gebirgskamm zurück nach Ligon- chio. Auf den rund 15 km genossen wir die phantastische Aussicht auf die Apuanischen Alpen und den Blick zur Küste von La Spezia.

Einen Tag später trafen wir dann Giovanna Quadreri, die sich als Par- tisanin in einer christlichen Einheit engagierte und den Kontakt zu den Alliierten hielt. Auch in den vergange- nen Jahren trafen wir sie - manchmal mit ihrer älteren Schwester. Im letz- ten Jahr verstarb Laura. Umso wich- tiger war auch unser Besuch auf dem Friedhof, wo über 100 Menschen im Gedenken an die Verstorbenen Par- tisan_innen „bella ciao“ sangen. Wie immer waren auch diese „Sentieri“ ein ganz besonderes Erlebnis!

auch diese „Sentieri“ ein ganz besonderes Erlebnis! 12. September – Demokratiemeile Zur Geburtstagsfeier hatte

12. September – Demokratiemeile

Zur Geburtstagsfeier hatte ProJugend e.v. eingeladen, die seit vielen Jahren zu unseren Partner_innen gehören. Auch in diesem Jahr waren sie wieder mit un- ser Ausstellung „Rechts rockt Sachsen“ unterwegs. Die Feier fand dann in den Parksälen Dippoldiswalde statt, wo sich verschiedene Vereine und Initiativen präsentierten. Wir waren mit unseren tollen neuen Roll-Ups dabei :)

16. September – Stadtgeschichte

Zu einer geschichtlichen Stadttour luden wir Gäste des Schiller-Gymnasium-Pirna ein, die mit uns 2 Stunden unterwegs waren. Dabei spielte insbesondere die Euthanasie auf dem Sonnenstein eine Rolle. Die tschechischen Schüler_innen waren interessiert aber auch betroffen, von den Verbrechen, die allein in Pir- na begangen wurden. So konnte wieder einmal das Ausmaß des Nationalsozia- lismus verdeutlicht werden. Es wird si- cher nicht die letzte Kooperation mit der Schule gewesen sein.

09. November - Gedenktag

Zur Erinnerung an die Pogrome gegen Jüdinnen und Juden organisieren wir seit vielen Jahren Veranstaltungen. In diesem Jahr beschäftigten wir uns mit der Geschichte des ehemaligen KZ Por- schdorf. Mit einem Lokalhistoriker gingen wir mit Gästen auf Wandertour. Dabei sahen wir die Reste der Zwangsarbeit, das Gelände der ehemaligen Baracken und die Stelle, an der Häftlinge begra- ben wurden. An diesem Platz auf dem Friedhof Porschdorf wollen Engagier- te demnächst einen Erinnerungsplatz schaffen.

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 10

13. November – Diskussionen

Erneut waren Gäste des Vereins „Po- litische Memoriale“ aus Mecklenburg- Vorpommern bei uns und sprachen zur aktuellen Situation im Landkreis. Dabei spielte auch die Geschichte der Rechten Subkultur und die Arbeit un- seres Vereins eine Rolle. Die 20 An- wesenden diskutierten am Ende über die Unterbringung von Asylsuchenden und das Auftreten rechter Gruppen in Fussball-Stadien.

20. November - „Geschichte erwan- dern!“ rings um Pirna

Zu einem weiteren Wanderseminar wa- ren diesmal ehemalige Studierende der Evangelischen Hochschule Dresden ge- kommen. Die 15 Gäste aus Russland, der Ukraine, Österreich und Littauen besuchten eine Tagung in Dresden, die sich mit Erinnerungskultur beschäf- tigte. An einem der Tage gab es Ange- bote mit lokalen Geschichtsinitiativen, zu denen unser Verein zählt. Auf der Tour lernten die Teilnehmenden die Geschichte der ehemaligen Konzentra- tionslager und einige Biografien ken- nen. Auch unsere Veröffentlichungen wurden von der Gruppe mitgenommen und bei Auswertungstreffen am Fol- getag präsentiert. Die Teilnehmenden waren Interessiert und unsere Infor- mationen wirkten während der Tagung weiter

21. November - „Die Geschichte des Wanderns“ von Martin Krauß

Zum ersten Mal waren wir mit einer Veranstaltung im Stadtmuseum Neu- stadt/Sa. zu Gast. Dort berichtete der Journalist Martin Krauß über die Ge-

schichte des Wanderns. Er sprach im Besonderen vom „Bergsteigen von unten!“. In seinen gesammelten Erzäh- lungen spielten Träger_innen, Flucht- helfer_innen und Schmuggler_innen eine wichtige Rolle, denn für Krauß sind sie die vergessenen Erschließer der Berge.

für Krauß sind sie die vergessenen Erschließer der Berge. 25. November - Fachgespräch zu Empowermet in

25. November - Fachgespräch zu Empowermet in der Jugendarbeit

Zu einem Fachgespräch hatte das Kul- turbüro Sachsen in die Pirnaer Oase eingeladen. 25 Teilnehmende hörten die Opferberatung der RAA, die über aktuelle Zahlen und Fakten sprach. Dann berichtete die „Werkstatt junge Demokratie“ über ihre Erfahrungen mit Jugendlichen in Burgstätt und Limbach- Oberfrohna. Im Anschluss konnten wir unsere Vereinsarbeit vorstellen und für antirassistische Bildungsarbeit werben. In der Diskussion wurden dann Chancen und Grenzen von menschenrechtsorien- tierter Jugendarbeit besprochen. Dabei standen demokratiefördernde Ansät- ze im Fokus. Akzeptierende Jugendar- beit wurde von allen Anwesenden als gescheitertes Projekt angesehen. Der Schwerpunkt sollte auf der Arbeit mit jungen Menschen liegen, die sich für Menschenrechte einsetzen.

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 11

26. November - Einladung in den Sächsischen Landtag

Ende November waren wir eingeladen im Sächsischen Landtag über die Si- tuation unseres Vereins zu sprechen. Der Pirnaer Landtagsabgeordnete Lutz Richter (LINKE) hatte uns und die Ju- gendgruppe der Initiative für eine Ale- vitische Gemeinde in Dresden eingela- den. Wir hörten die Situation jungen Migrant_innen, Berichte über das syri- sche Rojava und sprachen über Mögli- che Kooperationen.

05. Dezember – Solikonzert

Im Dresdener Club Eule fand ein Punk-Metal-Konzert, bei dem die Ein- nahmen unserem Verein zu Gute ka- men. Dafür hatten wir unseren kleinen Infostand mitgebracht und kamen mit einigen Gästen ins Gespräch. Nach einem leckeren Abendbrot starteten dann Strychnine, Brainless und The Beautiful Opposite. Unter dem Mot- to „Geben ist seliger denn nehmen“ lockten die drei Bands über 100 Gäs- te in den Club - und brachten das Publikum zum tanzen.

28. November – Vortrag

10. Dezember – Lesung

„Mit Gott gegen Vielfalt?“ war der Titel einer Veranstaltung der Stiftung weiter- denken. Wir luden in Kooperation die Journalistin Jenny Stange in die Pirna- er Stadtbibliothek ein. Dabei berichtete sie über ihre Recherchen zu Christli- chen Fundamentalismus. Im Anschluss an den Vortrag kam sie mit den An- wesenden ins Gespräch. Dabei ging es neben persönlichen Erfahrungen auch um die politische Einflussnahme von Funtamentalist_innen in Sachsen.

Am gleichen Tag fand in Heidenau eine Demonstration der NPD statt. Über 200 Leute kamen zu Gegenpro- testen, auch Mitglieder des AKuBiZ.

Am Tag der Menschenrechte stellten wir vor 30 Gästen in der Stadtbib- liothek Pirna unsere neue Broschüre „Warum erinnert ihr Euch nicht…?“ vor. Im Vorfeld hatten wir auf das Projekt hingewiesen und Interesse gestreut. Mit Plakaten und Flyern besuchten wir Erinnerungsplätze. Außerdem erschie- nen in der Sächsischen Zeitung und in der Dresdener Neusten Nachrich- ten drei Artikel zum Projekt, welches im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stär- ken“ gefördert wurde. Alle Schulen des Landkreises bekamen ein Exemp- lar zugesandt.

gefördert wurde. Alle Schulen des Landkreises bekamen ein Exemp- lar zugesandt. Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 -

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014 - 12

Neu: Gedenkflyer mit Informationen zum ehe- maligen KZ-Außenlager Dresden-Zschachwitz AKuBiZ e.V. mit Unterstützung der
Neu: Gedenkflyer mit Informationen zum ehe- maligen KZ-Außenlager Dresden-Zschachwitz AKuBiZ e.V. mit Unterstützung der

Neu: Gedenkflyer mit Informationen zum ehe- maligen KZ-Außenlager Dresden-Zschachwitz

AKuBiZ e.V. mit Unterstützung der Gedenk- stätte Flossenbürg, durch den LHP Dresden im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“

Antira-Bildungsjahr - AKuBiZ 2014