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1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

2005 ¥ 1/2

Apotheke in München

Pharmacy in Munich

Architekten:

Birgit Huber, Hannes Rössler, München Mitarbeiter:

Yoko Nomura, Veronika Barth, Christoph Kiessling Schreiner:

Franz Xaver Denk, Niederalteich

Kiessling Schreiner: Franz Xaver Denk, Niederalteich Lageplan Maßstab 1:2000 Grundrisse • Schnitte Maßstab

Lageplan Maßstab 1:2000 Grundrisse • Schnitte Maßstab 1:200

Site plan scale 1:2000 Floor plans • Sections scale 1:200

Site plan scale 1:2000 Floor plans • Sections scale 1:200 In der Münchner Altstadt nahe dem

In der Münchner Altstadt nahe dem Hof- bräuhaus wurde ein ehemaliges Modege- schäft in eine Apotheke umgebaut. Die Fas- sade des denkmalgeschützten Eckladens konnte weitgehend erhalten und um einen zweiten Zugang erweitert werden. Gemäß der Entwurfsidee »Apotheke als Schaufens- ter« erlauben zwei Glastüren und zwei gro- ße Fenster ungehinderten Einblick in den Verkaufsraum. Die Funktion der Auslage übernimmt das von außen gut einsehbare, raumhohe Regal aus rot lackiertem Holz an der Rückwand. Mit seiner geschwungenen Form trennt es Verkaufsraum und Arbeitsbe- reich geschickt voneinander ab und verleiht dem Innenraum, trotz minimaler Dimension,

einen großzügigen Charakter. Auf der Rück- seite sind Arbeitstische in das Möbel inte- griert. Hier stellen die Mitarbeiter Arzneien und Salben her; durch eine getönte Scheibe können sie den Verkaufsraum überblicken. Vom Arbeitsbereich führt eine Treppe in das Obergeschoss mit Büro, Aufenthaltsraum, Labor und Lager. Außerdem befindet sich hier der Kommissionierer, ein computerge- steuerter Automat, der bis zu 6000 Medika- mente auf 7 m 2 Grundfläche verwaltet – wie ein Hochregallager in Miniaturformat. Per Mausklick gelangt die gewünschte Arznei über die Medikamentenrutsche in das Erd- geschoss. Durch diese Lagerhaltung kön- nen die Flächen effizient genutzt werden.

Located in a listed building in Munich’s old quarter, this corner shop has been converted from a fashion boutique into a pharmacy. Glazed entrances and two large windows give

a good view of the sales room from the street.

OTC products are displayed in a full-height shelving unit, in red-painted wood, that curves through the space separating off a working

area at the back. From here a staircase leads up to an office, break area, laboratory and

storeroom on the first floor. Also on this level

is the automated dispensing unit, a computer-

controlled system for putting together pre-

scriptions. It can handle up to 6,000 drugs on

a footprint of just 7 m 2 – dimensions that make good use of limited space.

b a 2 a 1 b
b
a
2
a
1
b
aa
aa

bb

3 4 6 5 7 1 Verkaufsraum 2 Arbeitsraum 3 Labor 4 Kommissionierer 5 Lager
3
4
6
5
7
1
Verkaufsraum
2
Arbeitsraum
3
Labor
4
Kommissionierer
5
Lager
6
Büro
7
Aufenthaltsbereich
1
sales room
2
work area
3
laboratory
4
automated
dispensing unit
5
storeroom
6
office
7
break area

2005 ¥ 1/2

Apotheke in München

2

∂ 2005 ¥ 1/2 Apotheke in München 2 Photo: Markus Traub, München Horizontalschnitt Horizontal section

Photo: Markus Traub, München

Horizontalschnitt

Horizontal section

Vertikalschnitt

Vertical section

Maßstab 1:10

scale 1:10

1 Schublade MDF rot lackiert, Front gebogen 20 mm, Seiten und Böden 16 mm

2 Abstandshalter Kantholz konisch

3 Spanplatte beschichtet rot lackiert 8 mm

4 Wandblende MDF gebogen rot lackiert 26 mm

5 abgehängte Decke Gipskarton 2x 12,5 mm mit Einbauleuchten

6 Schürze MDF gebogen rot lackiert 20 mm

7 Regalboden MDF rot lackiert 25 mm

8 Arbeitstisch Spanplatte 38 mm, mit HPL 1 mm weiß beschichtet

9 Schublade Front Spanplatte 19 mm, mit HPL 1 mm weiß beschichtet

10 Sockelblende Spanplatte 38 mm mit Edelstahl-HPL 1 mm beschichtet

11 Terrazzo 5 mm auf Estrich (Bestand)

1 drawer, red-painted MDF 20 mm curved front, 16 mm sides and base

2 cone-shaped wooden spacer

3 8 mm coated chipboard, painted red

4 wall facing panel, 26 mm curved MDF, painted red

5 suspended ceiling, 2x 12.5 mm plasterboard with integrated lighting

6 facing panel, 20 mm curved MDF, painted red

7 shelf, 25 mm MDF, painted red

8 worktop, 38 mm chipboard prebonded with 1 mm white HPL

9 drawer front, 19 mm chipboard prebonded with 1 mm white HPL

10 base facing panel, 38 mm chipboard prebonded with 1 mm stainless-steel HPL

11 5 mm terrazzo on screed (existing)

1 2 3 4 cc
1
2
3
4
cc
5 6 7 3 8 4 9 1 c c 10 11
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1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

2005 ¥ 1/2

Modeladen in Berlin

Fashion Store in Berlin

Architekten:

Corneille Uedingslohmann Architekten, Köln Mitarbeiter:

James Dickerson, Patrick Müller-Langguth

In der Berliner Friedrichstraße hat im Früh- jahr der Flagshipstore des Modelabels Little Red Riding Hood eröffnet. Durch die voll- flächig verglaste Fassade sieht man zu- nächst nur den Eingangsbereich, in dem hinter Schaufensterpuppen surreale Bilder über eine Leinwand flackern. Eine einläufige Treppe führt in den eigentlichen Laden im Untergeschoss. Die Wände ebenso wie der Tresen sind komplett mit weißem Kunststoff verkleidet; unterschiedlich gewölbte Nischen und Ver- tiefungen bieten Platz für die Waren – neben Kleidung und Schuhen auch Bücher und CDs. Selbst in die vier raumgliedernden Stützen sind Fächer eingelassen, dazwi- schen stehen variierende Kunststoffelemen- te wie Inseln im Raum – sie dienen als Sitz- gelegenheit, Vitrine oder Präsentationstisch. Während der Estrichboden und die frei- liegenden Lüftungsrohre an eine Werkhalle erinnern, erzeugen die glatten, organisch geformten Verkleidungen eine künstliche Atmosphäre. Beleuchtete Fugen am Boden betonen diesen Kontrast. Die Regalwände aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) wurden in maximal 7 m 2 großen Elementen vorgefertigt und in Spantenbauweise hergestellt. Dafür legten die Architekten mit Hilfe eines CAD-Pro- gramms im Abstand von 2 m Schnitte durch die Wand, nach denen der Tischler die höl- zerne Unterkonstruktion baute (S. 76f.).

In spring Little Red Riding Hood opened its flagship store in Berlin. From the street shop- pers see only mannequins and surreal images projected on a screen. The sales room, which is in the basement, is a kind of modern fanta- sy. Smooth white plastic curves all around the walls, niches and hollows hold the items for sale and even the supporting columns are fit- ted with compartments. Free-standing plastic units serve as seats, display cases or tables. The wood-framed GRP panels were made with the help of CAD sections of the wall at every two metres. Contrasting with the plastic are exposed ventilation pipes on the ceiling and the varnished screed floor, further em- phasised by perimeter lighting (p. 76f.).

floor, further em- phasised by perimeter lighting (p. 76f.). Photo: Joachim Wagner/Feuerfoto, Berlin Grundriss

Photo: Joachim Wagner/Feuerfoto, Berlin

Grundriss Untergeschoss Schnitt Basement floor plan Section scale 1:250 1 Verkaufsraum 1 sales room 2
Grundriss
Untergeschoss
Schnitt
Basement floor plan
Section
scale 1:250
1 Verkaufsraum
1 sales room
2 Regalstütze
2 shelf support
3 Lager
3 storage
Maßstab 1:250
4 Kasse
4 cash desk
5 Kunststoffelement
5 plastic unit
6 Wandverkleidung
mit Ablageflächen
6 wall cladding with
integrated shelves
7 Umkleidekabine
7 changing room
8 Mitarbeiterraum
8 staff room
9 Leinwand
9 screen
1
2
6
a
3 4
5
2
7
3 3
1
8
a
9 aa
9
aa

2005 ¥ 1/2

Modeladen in Berlin

2

7 1 8 Schnitte Wand, Säule, Sitzmöbel, Theke Maßstab 1:20 Sections of wall, column, seating,
7
1
8
Schnitte Wand, Säule,
Sitzmöbel, Theke
Maßstab 1:20
Sections of wall, column,
seating, counter
scale 1:20
3 1 2 4 5
3
1
2
4
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10 9 1 3 1 Verkleidung GFK weiß lackiert 6 mm 1 6 mm white-painted
10
9
1
3
1 Verkleidung GFK weiß lackiert 6 mm
1 6 mm white-painted GRP cladding

2 Leuchte mit Abdeckung aus Acrylglas opak

3 Unterkonstruktion MDF 19 mm

4 Leuchte mit Reflektor Edelstahl gebürstet

5 Fußboden Estrich matt lackiert 120 mm

6 Kleiderstange Edelstahlrohr gebürstet Ø 30 mm

7

8

9 Schaumstoff mit Filz bezogen auf MDF 19 mm

Bildschirm

Spiegel

10 Acrylglas 10 mm mit Saugnoppen 3 1 6 4
10 Acrylglas 10 mm mit Saugnoppen
3
1
6
4

2 lamp with opaque acrylic-plastic cover

3 19 mm laminated-timber frame

4 lamp backed by brushed steel reflector

5 floor, 120 mm matt-varnished screed

6 clothes rail, Ø 30 mm brushed stainless-steel tube

7

8

9 felt-covered foam material on 19 mm MDF

screen

mirror

10 10 mm acrylic plastic with suction pads 3 1 2
10 10 mm acrylic plastic with suction pads
3
1
2
1 4 5
1
4
5

1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

2005 ¥ 1/2

Schuhladen in Amsterdam

Shoe Shop in Amsterdam

Architekten:

Meyer en Van Schooten, Amsterdam Roberto Meyer, Jeroen van Schooten Mitarbeiter:

Koert Göschel, Oliver Oechsle Tragwerksplaner:

Duyts Bouwconstructies, Amsterdam

Auf den ersten Bilck zeigt sich der kleine La- den an der schicken P. C. Hooftstraat ge- heimnisvoll verschlossen. Hinter den dunkel reflektierenden Scheiben des Eingangstun- nels sind nur vereinzelt angestrahlte Schuhe sichtbar, die Tür ist verspiegelt. Sie öffnet sich, sobald ein Passant neugierig näher tritt, und gibt den Blick frei auf ein farbig strahlendes Kunststoff-Interieur. Die leuch- tende Röhre ist an Stahlprofilen in das Ge- bäude aus dem 19. Jahrhundert gehängt; nur bei näherem Hinsehen erkennt man die Tragstruktur durch die transluzenten Verklei- dungselemente, die den Raum umhüllen. In diesen Kassetten aus mattem Acrylglas wer- den auch die Designerschuhe präsentiert. Verspiegelte Nischen, die zu den Nebenräu- men führen, sind in das Raster integriert. Weitere Spiegel um die ovale Vitrine an der Rückwand und am Eingang suggerieren durch mehrfache Spiegelungen einen un- endlich langen Raum. Ellipsoide Hocker und eine Kassenskulptur mit weißen Hochglanz- oberflächen komplettieren das retro-futuris- tische Ambiente. Hinter den Verkleidungen sind über 500 weiße und farbige Leuchtstoff- röhren platziert. Mittels Dimmern bzw. Com- puterprogrammen lassen sich unendlich vie- le Lichtstimmungen erzeugen, mit abrupten oder fließenden Übergängen. In der Praxis hat sich eine etwas reduzierte Farbauswahl durchgesetzt, da allzu kräftige Töne das Farbempfinden der Kunden beeinträchtigen.

This narrow-fronted shop with its tunnel-like entrance has a dark, reclusive air. Only close up do a few spotlit items become visible in the tinted glass windows. Behind the reflect- ing door, however, a colourful plastic interior is revealed. The entire room is lined with a Barbarella-look acrylic-glass tube, its attach- ment to the building’s steel frame just visible through the translucent panels. Designer shoes are presented in compartments around the walls, skilfully placed mirrors extending the space. Ellipsoid-shaped stools and a cash- desk sculpture complete the retro-futuristic atmosphere. Hundreds of white and coloured fluorescent lights behind the cladding can be programmed to create varying light moods.

b 2 a 4 a 1 3 2 b
b
2
a 4
a
1
3
2
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4 1 3 5 aa
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4 5 bb Grundriss • Schnitte • Ansicht Maßstab 1:200
4
5
bb
Grundriss • Schnitte • Ansicht
Maßstab 1:200

1

2

3

4

5

Eingangstunnel

Auslage

Kassenmöbel

Vitrine

Lager

SHOEBALOO SHOEBALOO
SHOEBALOO
SHOEBALOO

Floor plan • Sections • Elevation scale 1:200

1

2

3

4

5

entrance “tunnel”

shop window

cash desk

display case

stockroom

2005 ¥ 1/2

Schuhladen in Amsterdam

2

∂ 2005 ¥ 1/2 Schuhladen in Amsterdam 2 1 2 3 6 7 1 8 3
1 2 3 6 7 1 8 3 6 2 4 5 9 Schnitt mit
1
2
3 6
7
1
8
3
6
2
4
5
9
Schnitt mit Tragstruktur und Beleuchtung
Maßstab 1:100

Section with support structure and lighting arrangement scale 1:100

with support structure and lighting arrangement scale 1:100 1 Stahlrohr ¡ 80/40/3,2 mm 2 Flachstahl ¡

1 Stahlrohr ¡ 80/40/3,2 mm

2 Flachstahl ¡ 50/5 mm

3 Stahlprofil fi 50/40/3 mm

4 Stahlrohr ¡ 200/100/10 mm

5 Stahlprofil } 70/70 mm

6 Leuchtstoffröhre weiß (in jeder Querachse)

7 Leuchtstoffröhreneinheit 2x rot, 2x blau, 2x grün, 2x gelb (zwischen allen Querachsen)

8 Kunststoffplatte transluzent 5 mm

9 Leuchtstoffröhre weiß (in jeder 2. Querachse)

10 Kabelführung

11 Kassette Acrylglas transluzent, gegossen 5 mm

12 Aufhängung Acrylglas transluzent geklebt

13 Silikonprofil transparent UV-beständig

14 Kitt schwarz

15 Gummistreifen schwarz einseitig geklebt

16 Glasboden: Verschleißschicht ESG rutsch- hemmend 10 mm + VSG 40 mm, auf Weichplastiklager transparent

17 EPDM-Lagerlager weiß 18 mm

18 VSG gebogen 19 mm, Unterseite sandgestrahlt

19 Acrylglas beidseitig matt 5 mm

3 Schuhladen in Amsterdam 2005 ¥ 1/2 ∂ 1 1 c 10 6 2 2
3 Schuhladen in Amsterdam
2005 ¥ 1/2
1
1
c
10
6
2
2
20
3
11
11 3
12
13
2
3
Detailschnitte
Maßstab 1:5
1 80/40/3.2 mm steel RHS
2 50/5 mm steel flat
Sectional details
scale 1:5
3 50/40/3 mm steel channel
4 200/100/10 mm steel RHS
5 70/70 mm steel T-section
11
6 white fluorescent light (in every transverse axis)
7 fluorescent lighting unit (between all transverse axes)
2x red, 2x blue, 2x green, 2x yellow
8 5 mm translucent plastic panel
9 white fluorescent light (in alternate transverse axes)
10 cable duct
11 compartment, 5 mm moulded translucent
14 15 16 17 11 10 4 6 c
14
15
16
17
11
10
4 6
c

acrylic plastic

12 suspension point, translucent bonded acrylic plastic 13 transparent silicon profile, UV-resistant 14 black filler
12
suspension point, translucent bonded acrylic plastic
13
transparent silicon profile, UV-resistant
14
black filler
15
black rubber strip, bonded on one side
16
glass shelf, wearing layer of 10 mm toughened glass
with anti-slip coating + 40 mm lam. safety glass
on transparent soft plastic
17
18 mm white EPDM
18
19 mm lam. safety glass, curved,
lower surface sandblasted
19
5 mm acrylic plastic, matt on both sides
20
air vent
18
5
11
19
4
cc

1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

2005 ¥ 1/2

Dachaufbau in Wien

Rooftop Extension in Vienna

Architekten:

Delugan_Meissl, Wien Mitarbeiter:

Anke Goll, Christine Hax, Martin Josst Tragwerksplaner:

Werkraum, Wien

So ungewöhnlich wie das Grundstück, das die Architekten für ihr eigenes Wohnhaus wählten – das gepachtete Flachdach eines Bürogebäudes aus den 60er-Jahren – ist die expressive Formensprache, die nun die Dachlandschaft des vierten Wiener Gemein- debezirks bereichert. Den baurechtlichen Bestimmungen entsprechend fügt sich das Gebäude verbindend zwischen die benach- barten Giebel, stellt jedoch eine völlig neue und überraschende Interpretation eines »Dachbodenaufbaus« dar. Gebäudehülle, Innenwände und Möbel verschmelzen mit- einander zu plastisch durchgeformten, fließenden Räumen. Der Innenausbau trägt wesentlich zur dynamischen Wirkung bei.

2 3 1 a a 4 b b 5 3 6 3 Grundriss • Schnitt
2
3
1
a
a
4
b
b
5
3
6
3
Grundriss • Schnitt Maßstab 1:400
Lageplan Maßstab 1:2000
Isometrien
Floor plan • Section
scale 1:400
Site plan
scale 1:2000

Isometric drawings

scale 1:400 Site plan scale 1:2000 Isometric drawings Photo: Rupert Steiner, Wien Durch unterschiedliche

Photo: Rupert Steiner, Wien

Durch unterschiedliche Bodenniveaus ist der loftartige Innenraum den Funktionen entsprechend gegliedert. Der großzügige Wohnbereich ist gegenüber den intimeren, abgeschlossenen Schlafräumen um etwa einen Meter angehoben. Inmitten der fließenden Raumfolge liegt die zentrale Küche auf einem Plateau neben der zum Wohnraum ansteigenden Rampe. Auf bei- den Seiten erweitert sich der 230 m 2 große Innenraum über raumhohe Glasflächen um vorgelagerte, holzgedeckte Terrassen mit Blick über die Stadt. Als zentrales Element des Wohnbereichs kragt eine ledergepols- terte »Liegewiese«, auf einem tragenden Glasstreifen aufliegend, über dem Dach

des Altbaus aus. Gegenüber lässt sich der Wohnraum über zwei große, über Eck ste- hende Glasschiebetüren zur Terrasse öff- nen. Kein Geländer stört hier den Blick über die Dächer, ein vorgelagerter Pool bildet die Absturzsicherung. Das Tragwerk der komplexen Gebäudeform ist ein vielfach statisch unbestimmtes Stahl- skelett aus unterschiedlichen Stäben, des- sen Fußpunkte über den Betonstützen des darunterliegenden Altbaus stehen. Alle Stahl- elemente sind zu einem großen Biegetrag- werk verknüpft, ihre Steifigkeit ist hierbei maximal ausgenutzt. Auch Teile wie die aus- gestülpte »Gaube« und der geknickte Brüs- tungsträger an der Straßenseite wirken als

1 Schlafen 1 bedroom 2 Kind 2 children´s bedroom 3 Terrasse 3 terrace 4 Kochen
1 Schlafen
1 bedroom
2 Kind
2 children´s bedroom
3 Terrasse
3 terrace
4 Kochen
4 kitchen
5 Pool
5 pool
6 Wohnen
6 living room

2005 ¥ 1/2

Dachaufbau in Wien

2

aa
aa

Bestandteil des Dachtragwerks. So konnten große Spannweiten überbrückt und der In- nenraum von Stützen freigehalten werden. Die Raumkontur entsteht weniger durch Wände oder die großflächigen Verglasun- gen als durch die aluminiumverkleidete Gebäudehülle und die Einbaumöbel im In- neren. Unsichtbare Verbindungen und eine aufwändige, nuancierte Oberflächenbe- handlung lassen die Einbauten aus MDF- Platten und Mineral-Acryl-Polymer wie aus einem Guss erscheinen. Über ein zentrales Steuersystem werden Licht, Heizung und Jalousien geregelt, wobei vorprogrammierte Lichtstimmungen mit unterschiedlicher räumlicher Wirkung abrufbar sind.

1 Aluminium-Sandwichpaneel 4 mm Kunststoffdichtungsbahn OSB-Holzwerkstoffplatte 20 mm Mineralfaserplatte 60 mm Stahlprofil IPE 240/Mineralfaserplatten 240 mm Trapezblech 85 mm Brandschutzplatte 2≈ 15 mm, dazwischen Dampfsperre Installationszwischenraum 50 mm Gipskartonplatte gespachtelt 12,5 mm

2 Isolierverglasung in Aluminiumrahmen mit Aluminiumdeckprofil

3 Aluminium-Sandwichpaneel 4 mm Aluminium Z-Profile aufgenietet 25 mm Luftschicht 25 mm Fassadenpaneel 80 mm Stahlrohr ¡ 100/60/3,6 mm, dazwischen Mineralfasermatte 100 mm Brandschutzplatte 2≈ 15 mm, dazwischen Dampfsperre

4 MDF-Platte weiß lackiert 20 mm

The site chosen by the architects for their own home was unusual enough – on top of

a 1960s office block – but the expressive,

flowing forms of their design represent a truly different interpretation of a “loft conversion”. The sculptural lines on the outside are mir-

rored inside in a harmonious continuum of 230 m 2 of space, the furniture and fittings

playing a large part in the dynamics. Changes

in floor height mark out areas for different

functions; the kitchen sits on a platform next

to the ramp leading up to the lounge. On

both sides of the apartment are terraces

(one with a pool) with views across the city.

A main feature in the lounge is a leather

platform supported on structural glass and

is a leather platform supported on structural glass and cantilevered out beyond the roof of the

cantilevered out beyond the roof of the build- ing beneath. The support structure for this complex form is a statically indeterminate steel skeleton com- posed of different members, with bearing points on the columns of the office block be- low. All the steel elements are joined in one large flexurally rigid frame which permits broad column-free spans in which the interior design can unfold. The spatial contours are created not so much by the walls and exten- sive glazing, but by the aluminium-clad build- ing skin and the furniture and fittings. Invisible connections and sophisticated surface treat- ments hide the joints in the fittings made of MDF and mineral acrylic polymer.

11 10 9 12 13 Detailschnitt Maßstab 1:20 A Sectional detail scale 1:20
11
10
9
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Detailschnitt
Maßstab 1:20
A
Sectional detail
scale 1:20
3 Dachaufbau in Wien 2005 ¥ 1/2 ∂ Schnitt Maßstab 1:200 Detailschnitt Maßstab 1:20 Section
3
Dachaufbau in Wien
2005 ¥ 1/2
Schnitt
Maßstab 1:200
Detailschnitt
Maßstab 1:20
Section scale 1:200
Sectional detail scale 1:20
A
bb
1
2
8
4
5
3
6
7
9

5 Lattenrost in Stahlrahmen

1

4 mm aluminium sandwich panel

6

support panel, 20 mm coated MDF

6 Stützscheibe, MDF-Platte beschichtet 20 mm

plastic seal sheeting

7

pull-out side table

7 Ablagebrett seitlich ausziehbar

20

mm OSB

8

white afzelia imitation leather covering

8 Kunstlederbezug weiß

60

mm mineral-fibre insulation

20–40 mm foam material

Schaumstoff 20–40 mm

steel Å-section 240 mm deep/

 

2≈ 20 mm MDF

MDF-Platte 2≈ 20 mm

240

mm mineral-fibre boards

9

25

mm parquet,

9 Parkett Afzelia 25 mm

85

mm ribbed sheet

10

mm impact-sound insulation

Trittschalldämmung 10 mm

vapour barrier between 2≈ 15 mm fire bat,

10

mm plasterboard

Gipsfaserplatte 10 mm

50

mm installation space

60

mm foamed plastic board

Hartschaumplatte 60 mm

12.5 mm plasterboard with skim coat

 

85

mm ribbed sheeting

Trapezblech 85 mm

2

insulated double glazing in aluminium frame

10

steel Å-beam, 180 mm deep

10 Stahlträger IPB 180

with aluminium profile cover

11

20 mm plywood, covered with leather

11 Spanplatte ledergepolstert 20 mm

3

4 mm aluminium sandwich panel

vapour barrier

Dampfsperre

25

mm air cavity between riveted aluminium

10

mm impact-sound insulation

Trittschalldämmung 10 mm

Z-sections,

 

50

+ 70 mm thermal insulation

Wärmedämmung 50 + 70 mm

80

mm insulating panel,

85

mm ribbed sheeting

Trapezblech 85 mm

100

mm mineral-fibre mats between

40

mm rock-wool insulation

Wärmedämmung Steinwolle 40 mm

100/60/3.6 mm steel RHS,

 

4

mm aluminium sandwich panel

Aluminium-Sandwichpaneel 4 mm

vapour barrier between 2≈ 15 mm fire bat

12

supporting laminated safety glass:

12 Glasscheibe tragend VSG aus 2≈ ESG 15 mm

4

20

mm MDF, coated white

2≈ 15 mm toughened glass

13 Aluminium-Sandwichpaneel 4 mm

5

slatted frame in steel-angle frame

13

4

mm aluminium sandwich panel

2005 ¥ 1/2

Dachaufbau in Wien

4

3 4 2 d 1 d 5 cc dd
3
4
2 d
1
d
5
cc
dd
c 1 c 5
c
1
c
5

Vertikalschnitte • Horizontalschnitt Maßstab 1:20

1 Front Auszugschrank MDF-Platte, silbern lackiert 20 mm

2 Seitenblende MDF-Platte 20 mm mit Ausschnitten für Flaschen Ø 85 mm

3

4 Abschlussstück MDF-Platte, weiß matt lackiert 20 mm

5 Kaminöffnung mit Edelstahl-Gaseinsatz

Leuchtstoffröhre

Vertical sections • Horizontal section scale 1:20

1 front of pull-out cupboard, 20 mm MDF silver-coated

2 side panel, 20 mm MDF with Ø 85 mm cut-outs for bottles

3

4 end piece, 20 mm MDF painted matt white

5 chimney outlet with gas fire and stainless-steel surround

fluorescent lighting

1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

2005 ¥ 1/2

Wohnatelier in New York

Studio and Apartment in New York

Architekten:

Roger Hirsch Architect mit Myriam Corti, New York

Zunächst schien es unmöglich, in dem klei- nen Apartment in Manhattans West Village ein Studio für einen Grafiker einzurichten, ohne Wohnraum oder Schlafzimmer zu op- fern. Die Architekten lösten die Aufgabe, in- dem sie die Trennwand zwischen den Räu- men durch einen beweglichen, hölzernen Einbau ersetzten, der es erlaubt, das Wohn- zimmer mit wenigen Handgriffen in ein voll- wertiges Büro zu verwandeln. In der »Ruhe- position« erscheint das 4 Meter lange und 2,45 Meter hohe Möbel als ringsum ge- schlossene, massive Box, die den Schlaf- bereich abtrennt, an beiden Enden jedoch Durchgänge frei lässt. Eine Öffnung mit schrägen Laibungen bietet eine zusätzliche Sichtverbindung. Neben dem Bett lassen sich Nachttische ausklappen, und im Wohn- raum kragt eine niedrige, gepolsterte Bank als Sofa und Gästebett aus dem Möbel. Nach dem Öffnen der großen Falttür, in »Arbeitsstellung«, wird der Wohnraum zum Büro. Das Sofa gleitet zur Seite und verbirgt sich hinter der Falttür. Stattdessen kommen zwei vollwertige Arbeitsplätze zum Vor- schein. Der Esstisch lässt sich, in einer Schiene entlang der Wand geführt, zur Seite schieben und wird zum zusätzlichen Ar- beitsplatz. Abends, nach der Arbeit, wird die Falttür geschlossen, das Sofa kehrt au- tomatisch in seine Position im Wohnzimmer zurück, und alle mit der Arbeit verbundenen Dinge verschwinden in der hölzernen Box.

Creating workspace without sacrificing living space was the challenge in the small apart- ment of a Manhattan graphic designer. The answer was to replace the partition separating living and sleeping areas with a 4-m long, 2.5-m high “box” that converts into workspace. An angled opening in the unit provides a visual link between the two areas, and small tables fold out beside the bed. In just a few simple moves, the lounge can be transformed into an office. A low padded bench (sofa-cum-guest bed) used in “lounge mode” is moved aside and hidden behind the opened folding door of the wooden unit. A second full-sized work- space is provided by the dining table, which slides to one side on a rail along the wall.

1 Kochen 1 kitchen 2 Wohnen 2 lounge layout 3 Schlafen 3 bedroom 4 Arbeiten
1 Kochen
1 kitchen
2 Wohnen
2 lounge layout
3 Schlafen
3 bedroom
4 Arbeiten
4 work layout
1
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Grundrisse Maßstab 1:200

Floor Plans scale 1:200 1 4 3
Floor Plans scale 1:200
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4 Arbeiten 4 work layout 1 2 3 Grundrisse Maßstab 1:200 Floor Plans scale 1:200 1

Photo: Mink + Wass, New York

2005 ¥ 1/2

Wohnatelier in New York

2

a 1 a 2 Horizontalschnitt Maßstab 1:50 Vertikalschnitte Maßstab 1:20 Horizontal section 3 scale 1:50
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Horizontalschnitt
Maßstab 1:50
Vertikalschnitte
Maßstab 1:20
Horizontal section
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Vertical sections
scale 1:20
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1 Klappe mit Magnetschienen für Arbeitsproben

2 Computerarbeitsplatz

3 Rollwagen

4 Stauraum für Stuhl

5 Falttür: Sperrholz 12,5 mm Kantholz 38/38 mm Sperrholz 12,5 mm

6 Träger für feststehendes Bord Kantholz Ahorn 38/38 mm

7 Polsterauflage

8 Sperrholz 38 mm

9 Kantholz 160/60 mm mit Laufrolle

10 Laufschiene für Falttür Stahlprofil mit Rollapparat

11 Stahlrohr ¡ 60/25 mm

12 Rückwand Sperrholz 19 mm

13 Fachboden Sperrholz 25 mm

14 Arbeitsplatte Sperrholz 38 mm

15 Klappe für Stuhl

alle Holzoberflächen Ahornfurnier, Kanten mit Ahorn-Umleimer 3 mm

1 folding panel with magnetic rails to hold work samples

2 computer workplace

3 wheeled container

4 chair storage

5 folding door: 12.5 mm plywood 38/38 mm timber edge 12.5 mm plywood

6 support for fixed rim 38/38 mm maple edge

7 seat cushion

8 38 mm plywood

9 160/60 mm wood bearer with castor

10 guide rail for folding door, steel section with roller mechanism

11 60/25 mm steel SHS

12 rear wall 19 mm plywood

13 shelf 25 mm plywood

14 work surface 8 mm plywood

15 flap for chair

5 6 14 7 8 9 aa
5
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All wooden surfaces are veneered with maple and edged with a 3 mm maple lip.
All wooden surfaces are veneered with maple
and edged with a 3 mm maple lip.
10
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1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2005 ¥ 1/2 ∂ Jungscharhaus
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG
2005 ¥ 1/2
Jungscharhaus bei Bozen
Youth Activity Centre near Bolzano
Architekten:
Pardeller, Putzer & Scherer Architekten,
Bozen
Michael Scherer (Projektleiter)
1 2
3

Seit mehr als 20 Jahren nutzt die Katholi- sche Jungschar das ehemalige Umspann- werk des stillgelegten Bahnhofs von San Lugano in Südtirol als Hüttenlager und Fort- bildungsstätte. Die Einrichtung winterfest zu machen und durch Schlafräume zu ergän- zen, lautete der Auftrag an die Architekten. Da die ehemalige Bahntrasse im Bauleitplan als Umgehungsstraße vorgesehen ist, war ein dauerhafter Bau nicht erlaubt. Mit einem mobilen Gebäude erklärten sich die Behör- den jedoch einverstanden. In Anlehnung an die Geschichte des Ortes und als Sinnbild der Mobilität errichteten die Architekten fünf »Schlafwagen«, die in Abmessung und Aus- sehen echten Eisenbahnwaggons ähneln. Vier Wagen bergen Stockbetten mit je zehn Schlafplätzen, ein Bad und einen Schrank- raum; im fünften befindet sich ein Material- lager. Stahlleitern führen in die überdachten Eingangsbereiche zwischen den Stirnseiten der Wagen. Die temporären Gebäude ste- hen auf ursprünglich zur Verschrottung vor- gesehenen Waggonunterteilen und 50 Me- tern neu verlegten Eisenbahngleisen. Dach, Wand und Boden setzen sich aus hoch wär- megedämmten, vorfabrizierten Holzfertigtei- len zusammen, die vom Sattelschlepper auf die Baustelle gebracht und innerhalb einer Woche bezugsfertig auf die Unterkonstruk- tion montiert wurden. Die Fassaden sind mit grau gestrichenen Fichtenbrettern verschalt. Sämtliche Innenwände, Decke und Fuß- boden bekleiden naturfarbene OSB-Platten, deren Oberfläche lediglich geschliffen und geölt ist. Schränke und Betten, robuste Ein- bauten aus Massivholz, erzeugen ein Raum- gefüge wie in einem echten Eisenbahnabteil – kompakt, einfach und funktional. Die Fens- terlaibungen leuchten in den zwölf Sekun- därfarben des Farbkreises. Im Umspannwerk von 1924 sind Gemein- schaftsräume wie Seminar- und Speisesaal angeordnet. Die Fassade blieb bei der Re- novierung weitgehend unverändert, um die Identität des Ortes zu wahren. Im Gebäude- inneren dominiert rötliches Lärchenholz, ein ortstypisches Material, aus dem sämtliche Türen, Regale, Tische und Stühle nach Ar- chitektenentwurf auf Maß gefertigt sind.

Stühle nach Ar- chitektenentwurf auf Maß gefertigt sind. aa 1 ehemaliger Bahnhof 2 Gemeinschaftshaus/ ehemaliges

aa

1 ehemaliger Bahnhof

2 Gemeinschaftshaus/ ehemaliges Umspannwerk

3 Schlafwaggons

4 Eingangsbereich

5 Schrankraum

6 Schlafabteil

7 Bad

1 former station building

2 hostel/former substation

3 “sleeping cars”

4 entrance area

5 cupboard area

6 sleeping deck

7 washroom

substation 3 “sleeping cars” 4 entrance area 5 cupboard area 6 sleeping deck 7 washroom bb

bb

a 4 5 6 7 4 b b a
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2005 ¥ 1/2

Jungscharhaus bei Bozen

2

Lageplan

Maßstab 1:1500

Schnitte

Grundriss

Maßstab 1:100

Site plan

scale 1:1500

Sections

Floor plan

scale 1:100

For over 20 years, a Catholic youth organisa- tion has been using this former electricity sub- station at an old railway station as a mountain hostel and educational centre. It is located in the village of San Lugano in South Tyrol in northern Italy. The architects were asked to make the build- ing suitable for winter use, and to provide extra sleeping accommodation. The local zoning plan prevented the construction of any permanent new buildings, because the old railway route is later to be developed as a bypass. Mobile structures, however, were al- lowed. The architects’ response was to de- sign five “sleeping cars” resembling real rail- way wagons in appearance and dimensions. This also fitted in well with the former function of the site, and stood as a metaphor for mobility. Four of the cars are fitted out with two platforms to sleep 10 people, a wash- room and a cupboard area; the fifth serves as a storeroom. These temporary structures rest on old railcar mountings that were due to be scrapped; they stand on 50 metres of newly- laid track. Steel ladders between the cars lead up to a covered entrance area. The walls, roofs and floors of the cars are made up of highly insulated prefabricated wooden panels brought to the site by truck and mounted on the base within a week. The façades are clad with grey-painted softwood boards, and all interior walls, ceilings and floors are lined with natural-coloured OSB, the surfaces of which are simply sanded and oiled. Inside, the beds, cupboards and robust wooden units are arranged and fitted like in a real railway carriage: everything is compact, simple and functional. Colour is used only on the window reveals which stand out in the twelve different colours. The old substation, built in 1924 and now housing communal areas such as a seminar room and dining hall, was carefully renovated. Its façade was left largely unchanged, to pre- serve the character of the location. Inside local red-toned larchwood is used for all doors, shelving, tables and chairs, which were custom-made to the architects’ designs.

all doors, shelving, tables and chairs, which were custom-made to the architects’ designs. Photo: Georg Rufer,

Photo: Georg Rufer, I-Brixen

3 Jungscharhaus bei Bozen

2005 ¥ 1/2

c 1 c 2 3 d d 4 5 6
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1
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1 2 cc
1
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Vertikalschnitte • Horizontalschnitt Maßstab 1:10

1 Trapezblech verzinkt Dachpappe auf Rauschalung 20 mm Dachbalken/Hinterlüftung 30/36–200 mm Unterspannbahn DWD-Holzfaserplatte 15 mm Wärmedämmung Zellulose 200 mm Rieselschutz OSB-Platte geschliffen und geölt 15 mm

2 Schalung Fichte grau gestrichen 20 mm Hinterlüftung 24 mm DWD-Holzfaserplatte 15 mm Kantholz 55/200 mm, dazwischen Wärmedämmung Zellulose 200 mm Rieselschutz OSB-Platte geschliffen und geölt 15 mm

3 Lamellenfenster in Aluminiumrahmen

4 Fensterlaibung Fichte 50/245 mm

5

6 Unterkonstruktion Waggon Stahl und Holz

Vertical sections • Horizontal section scale 1:10

1 galvanised ribbed metal sheet

roofing felt on 20 mm rough shuttering roof beam 30/36–200 mm ventilated cavity roof boarding

15 mm permeable roofboard

200 mm cellulose thermal insulation

sheathing layer

15

mm sanded and oiled OSB

2 mm softwood boarding, painted grey

20

24

mm ventilated cavity

15

mm permeable wallboard

200 mm cellulose thermal insulation between

55/200 mm wood between bearers

sheathing layer

15 mm OSB panels

60/60 mm batten

3 aluminium-framed horizontally pivoting window

4 window reveal, 50/245 mm softwood

5

6 railcar base, steel and wood

Lagerholz 60/60 mm

1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

2005 ¥ 1/2

Pfarr- und Jugendheim in Thalmässing

Parish Centre and Youth Club in Thalmässing

Architekten:

meck architekten, München Andreas Meck Mitarbeiter:

Susanne Frank (Projektleitung), Erwin J. Steiner, Johannes Bäuerlein, Peter Sarger Tragwerksplaner:

Ingenieurbüro H. L. Haushofer, Markt Schwaben

In der protestantisch geprägten Gemeinde Thalmässing in Mittelfranken steht die ein- zige katholische Kirche etwas abseits der Hauptstraße auf einem grünen Hanggrund- stück – ohne Bezug zur umgebenden klein- teiligen Wohn- und Gewerbebebauung. Mit dem Bauvorhaben, der kleinen Kirche ein Pfarr- und Jugendzentrum hinzuzufügen, er- gab sich die Chance, die städtebauliche Si- tuation neu zu definieren: Zwischen Kirche und Neubau spannt sich nun ein trapezför- miger, abgetreppter Platz, der Alt und Neu verbindet und gleichzeitig neue Wegever- bindungen schafft. Im 2001 ausgelobten Wettbewerb war eigentlich ein Grundstück gegenüber der Kirche vorgesehen. Weil die

1

Pfarrkirche St. Peter und Paul

2

Pfarr- und Jugendheim

3

Pfarrsaal

4

Foyer

5

Küche

6

Gruppenraum

7

Innenhof

8

Meditationsraum

9

Büro

10

Musikübungsraum

1

Parish church of St Peter and St Paul

2

parish centre and youth club

3

parish hall

4

foyer

5

kitchen

6

group room

7

inner courtyard

8

meditation room

9

office

10

music practice room

2 1
2
1

Architekten jedoch den Blick auf das Ein- gangsportal mit dem großen Volumen nicht verstellen wollten, platzierten sie das neue Gebäude an der Seite. Der schmale Beton- riegel steht in respektvollem Abstand zu der neobarocken Kirche und nimmt sich in sei- ner äußeren Erscheinung zurück. Um eine möglichst geringe Gebäudehöhe zu errei- chen, wurden die Räume ihrer Höhe nach dem Hang folgend angeordnet. Im Innern zeichnet sich das Jugend- und Pfarrzentrum durch wenige edle Materialien aus. Das Herzstück ist der große Mehr- zwecksaal, der sich mit einer Glasfront zum Platz und zur Kirche orientiert. Drei dreh- bare, raumhohe Wandscheiben aus Eichen-

Lageplan Maßstab 1:2000 Schnitte • Grundrisse Maßstab 1:400

Site plan scale 1:2000 Sections • Floor plans scale 1:400

holz lassen sich in offener Position fixieren und schaffen so eine durchlässige Verbin- dung zum Foyer. Den Blickfang im Saal bildet die Rückwand aus feinmaschigem Weidengeflecht, die sich über die gesamte Länge des Gebäudes fortsetzt und in einem Stück von Hand geflochten wurde. Die Idee zu der ungewöhnlichen Wandbeklei- dung entwickelten die Architekten aus dem Wunsch des Bauherrn nach einer behag- lichen Komponente. Entstanden ist eine lebendige, warme Oberfläche, die ihre opti- schen und haptischen Qualitäten je nach Blickwinkel und Lichteinfall immer wieder neu entfaltet. Ferner trägt die weiche, offene Struktur zu einer guten Raumakustik bei.

Ferner trägt die weiche, offene Struktur zu einer guten Raumakustik bei. aa bb a 8 a
aa bb
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a 8 a 10 3 4 5 6 7 6 9 b b
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2005 ¥ 1/2

Pfarr- und Jugendheim in Thalmässing

2

Horizontalschnitt

Horizontal section

Maßstab 1:20

scale 1:20

Neben dem Weidengeflecht prägen weitere ausgesuchte Materialien den Innenraum:

Der anthrazitfarbene, gegossene Fußboden zieht sich durch das ganze Haus, das Ei- chenholz der Türen, in einem warmen Braunton lasiert, wiederholt sich in Decken- verkleidung und Fensterrahmen. Dass die Materialien eine intensive Raumwirkung er- zielen, ist nicht zuletzt den sorgfältig detail- lierten Anschlüssen zu verdanken, die ohne störendes Beiwerk wie etwa Sockelleisten auskommen. Auch die Technik wurde un- auffällig integriert: Die Lichtschalter für den Saal sind unter einer Klappe in der Sitzbank verborgen, für die Beleuchtung sind schma- le Schlitze in der Decke ausgespart.

1 Isolierverglasung ESG 6 mm + SZR 16 mm + VSG 2× 4 mm

2 Stahlprofil } 80/50/5 mm

3 Lichtfolie PVC opak

4 Dachaufbau:

Kies 50 mm Abdichtung Polyolefinbahn Gefälledämmung Polystyrolhartschaum 90–240 mm Dampfsperre Bitumenbahn Stahlbetondecke 350 mm abgehängte Decke Eiche lasiert 20 mm

5 Furnierschichtholzplatte 50 mm

6 Wandaufbau:

Sichtbeton 300 mm Wärmedämmung Schaumglas 100 mm Vormauerung Ziegel 115 mm Weidengeflecht auf Holzunterkonstruktion, z. T. mit Absorber hinterlegt

7 Drehtür:

Eiche massiv 20 mm Stahlrohr | 80/80/10 mm Dämmung Mineralwolle 80 mm

8 Sitzbank Eiche massiv 30 mm

9 Stahlprofil IPE 80 mit Kopfplatte 250/250/10 mm

10 Bodenaufbau:

Gussasphaltestrich, geschliffen poliert gewachst 30 mm Heizestrich 65 mm Trennlage PE-Folie Wärmedämmung 120 mm Abdichtung Bitumenbahn Bodenplatte Stahlbeton 200 mm Sauberkeitsschicht 80 mm

11 Isolierverglasung VSG 2× 5 mm + SZR 16 mm + VSG 2× 5 mm

12 Fassadenpfosten BSH Eiche lasiert

13 Attikabeschichtung:

PU-Versiegelung auf Grundierung

6 8 d d 7 c c
6
8
d
d
7
c
c
11 12
11
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13 Attikabeschichtung: PU-Versiegelung auf Grundierung 6 8 d d 7 c c 11 12 Photo: Michael

Photo: Michael Heinrich, München

3 Pfarr- und Jugendheim in Thalmässing 2005 ¥ 1/2 ∂ 1 13 2 4 3
3 Pfarr- und Jugendheim in Thalmässing
2005 ¥ 1/2
1
13
2
4
3
5
cc

1

double glazing: 6 mm toughened glass +

6 wall construction: 300 mm exposed concrete

10 floor construction: 30 mm mastic asphalt, sanded,

16

mm cavity + lam. safety glass (2x 4 mm)

thermal insulation, 100 mm foamed glass

polished and waxed

2

80/50/5 mm steel T-section

115 mm brick facing

65

mm heated screed, polythene sep. layer

3

opaque, light-diffusing plastic sheeting

wickerwork on wooden frame, part-backed with

120

mm thermal insulation

4

roof construction: 50 mm gravel

absorbers

bitumen-sheet vapour barrier

polyolefine seal sheeting

7 revolving door: 20 mm solid oak

200

mm reinforced concrete floor slab

90–240 mm rigid-foam polystyrene ins. to falls

80/80/10 mm steel SHS

80

mm blindings

bitumen-sheet vapour barrier

80mm mineral-wool insulation

11 double glazing: 2x lam. safety glass (2x 5 mm) with

350 mm reinforced concrete slab

8 bench, 30 mm solid oak

16

mm cavity

suspended soffit, 20 mm oak with glazed finish

9 steel Å-section 80 mm deep

12 facade post, laminated oak with glazed finish

5

50

mm laminated wood board

with 250/250/10 mm flange

13 parapet cover: polyurethane seal on base coat

Vertikalschnitte

Maßstab 1:20

Vertical sections

scale 1:20 6 8 9 7 10 dd
scale 1:20
6
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7
10
dd

The job of building a new parish centre and youth club was also a chance to redefine the connection between the church and the village. New communication routes were opened up. Rejecting the originally intended site, where a new building would have spoiled the view of the church’s main front, the archi- tects proposed instead a spot to one side. The long low concrete structure stands at a respectful distance, its rooms arranged in height order to follow the slope. Inside only a few materials are used, all of very high quality. The centrepiece is the large multi- purpose hall, fully glazed towards the square and the church. Rotating, full-height oak wall panels extend the space into the foyer. In res- ponse to the client’s wish for a sensory com- ponent, the architects opted for finely woven handmade wickerwork stretching the whole length of the building along the back wall. The effect is lively and warm, and the soft, open structure promotes good acoustics. Other selected materials in the interior are:

anthracite-coloured mastic asphalt on floors, and brown-glazed oak on doors, ceilings and window frames. These combined with carefully detailed connections create a distinc- tive impression. Technical systems are unob- trusive, the light switches for the hall, for ex- ample, are hidden under a flap in a bench, and overhead lighting is placed in narrow slits in the ceiling.

∂ 2005 ¥ 1/2 Pfarr- und Jugendheim in Thalmässing 4 1 2 5 Schnitt Maßstab
∂ 2005 ¥ 1/2
Pfarr- und Jugendheim in Thalmässing
4
1
2
5
Schnitt
Maßstab 1:20
7
1 Dachaufbau: Kies 50 mm
3
4
6
Abdichtung Polyolefinbahn
Gefälledämmung Polystyrolhartschaum 90–240 mm
Dampfsperre Bitumenbahn
Stahlbetondecke 350 mm
abgehängte Decke Eiche lasiert 20 mm
2 Rahmen Eiche lasiert laibungstief
3 Wandaufbau: Sichtbeton 300 mm
Wärmedämmung Schaumglas 100 mm
Vormauerung Ziegel 115 mm
4 Weidengeflecht auf Holzunterkonstruktion
5 Gussasphalt geschliffen poliert gewachst 30 mm
6 Handlauf Stahl geschmiedet
7 Bodenaufbau:
Gussasphaltestrich geschliffen poliert gewachst 30 mm
Heizestrich 65 mm
Trennlage PE-Folie
Trittschalldämmung 55 mm
Stahlbetondecke 200 mm
abgehängte Decke Gipskarton 2× 12,5 mm
Section
scale 1:20
1
roof construction: 50 mm gravel
polyolefine seal sheeting
90–240 mm rigid-foam polystyrene insulation to falls
bitumen-sheet vapour barrier
350
mm reinforced concrete slab
suspended soffit, 20 mm oak with glazed finish
2
oak surround with a glazed finish, full depth of reveal
3
wall construction: 300 mm exposed concrete
100
mm foamed glass insulation
115
mm brick facing
4
wickerwork on wooden frame
5
30
mm mastic asphalt, sanded, polished and waxed
6
hand rail, forging steel
7
floor construction:
30
mm mastic asphalt, sanded, polished and waxed
65
mm heated screed
polythene separating layer
55
mm impact-sound insulation
200
mm reinforced concrete slab
suspended soffit, 2 x 12.5 mm plasterboard
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2005 ¥ 1/2 ∂ Dokumentationszentrum
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG
2005 ¥ 1/2
Dokumentationszentrum für Architektur
in Madrid
Architectural Documentation Centre in
Madrid
Architekten:
Aparicio + Fernández-Elorza, Madrid
Jesús Aparicio Guisado
Héctor Fernández-Elorza
Mitarbeiter:
5
3
1
4
6
Joaquín Goyenechea
Tragwerksplaner:
aa
Cristóbal Medina/AEPO Ingenieros, Madrid

In den Arkaden der Neuen Ministerien in Madrid liegt das Architektur-Dokumenta- tionszentrum »Las Arquerías«. Teile der Ar- kaden baute Alejandro de la Sota schon in den 80er-Jahren zu einem Ausstellungs- raum um, allerdings ist im Innern nicht mehr viel davon zu sehen. Jetzt wurde die Institu- tion um einen Vortragssaal und ein unterirdi- sches, vorwiegend für Ausstellungen ge- nutztes Gewölbe erweitert. Vom Paseo de la Castellana gelangt man auf die Empore des mit einfachen Mitteln gestalteten, eindrucks- vollen neuen Auditoriums. Die Decke des ehemaligen Kellergewölbes wurde hier her- ausgebrochen, um einen hohen, gut und weitestgehend blendfrei belichteten Raum zu schaffen. Vorbei an einer stählernen Pro- jektions- und Übersetzerkabine führt eine Treppe hinab in eine Wanne aus rohem Be- ton, die das Auditorium fasst. Anstelle der alten Decke übernimmt dieses massive Be- ton-U die Queraussteifung des Gebäudes. Sämtliche Installationen verbergen sich in den Fugen zu bestehenden Wänden und Boden. Der Saal nimmt das Niveau der nördlich in den Arkaden anschließenden U-Bahnstation auf und ermöglicht so einen weiteren Zugang bzw. Notausgang. Mit transluzenten Rollos und einem schweren, schwarzen, im geschlossenen Zustand raumdefinierenden Samtvorhang lassen sich Lichtstimmung und Nutzungsmöglichkeiten variieren. Eine Hebebühne dient als Podium für Vortragende, aber auch als Lastenauf-

b 6 3 a a b
b
6
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a
a
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5 3
5
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bb

2 1 4 3 cc c c 1 4 3
2
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2005 ¥ 1/2

Dokumentationszentrum für Architektur in Madrid

2

Vortragssaal Grundriss • Schnitte Maßstab 1:400 Ausschnitt Arkaden Schnitt • Grundriss Maßstab 1:1000

1

2

3

4

5

6

Zwischengeschoss

U-Bahn

Ausstellungshalle

(Bestand)

Vortragssaal

Ausstellungsgewölbe

Projektionskabine

Hebebühne

Lecture hall Floor plan • Sections scale 1:400 Section through arcades Section • Floor plan scale 1:1000

1

2

3

4

5

6

intermediate level underground station exhibition hall (existing) lecture hall vaulted exhibition hall projection booth lifting platform

zug für das etwas tiefer liegende, südlich anschließende Gewölbe. Alternativ stehen ausklappbare Treppen beidseits der Hebe- bühne bereit. Ein 2,35 Meter hoher Horizon- talschlitz unter einem 1 Meter dicken Beton-

balken führt in den unterirdischen Teil des Dokumentationszentrums. Mit behutsamen Eingriffen wurde das bis 1955 als Eisen-

bahntunnel genutzte langgestreckte Ton-

nengewölbe umfunktioniert, die nötige

Haustechnik in den halbhoch aufgedoppel- ten Seitenwänden verborgen. Auffälligstes neues Element ist hier eine frei im Raum ste- hende filigrane Stahltreppe (S. 85), welche die Tonnendecke zur bereits vorhandenen Ausstellungshalle durchbricht.

zur bereits vorhandenen Ausstellungshalle durchbricht. Photo: Roland Halbe, Stuttgart “Las Arquerías” is a

Photo: Roland Halbe, Stuttgart

“Las Arquerías” is a state-run architectural

documentation centre in Madrid. It is located

in the arcades of the Nuevos Ministerios.

During the 1980s parts of the arcades were converted into an exhibition room by Alejan- dro de la Sota, but little of this now remains

inside. This recent project provided a new lecture hall and underground vaulted exhibi- tion room. Access to the new lecture hall is direct from the Paseo de la Castellana, through a heavy

steel sliding door. This leads onto a gallery overlooking an impressive and very simply designed auditorium; this bright, high space, with good, largely glare-free illumination, was created by removing the vaulted ceiling

of the underground level. A staircase leads

down from the gallery, past a steel-framed projection and interpreting booth, to a base- ment with a U-shaped liner of exposed con- crete. This solid concrete structure takes over the job of cross-bracing the building from the former ceiling. All installations are hidden in the junctions with the existing walls and floor. The hall levels with the under- ground railway station on the north side; this permitted an additional entrance that also doubles as an emergency exit. The windows to the arcade above can be screened with translucent blinds and/or heavy, black velvet curtains to produce varying light moods and

cater for different functions. A lifting platform serves as a stage for the speakers, and also as a service lift for the slightly lower-lying vaulted space on the south side. Fold-out stairs either side of the platform provide an alternative.

A 2.35 m high horizontal slit under a one-

metre thick concrete beam leads down into the underground part of the documentation centre. This long, linear room, which was used as a railway tunnel until 1955, was carefully converted into an exhibition space, and all technical systems hidden behind the half-height doubled-up side walls. The most distinctive new element here is a free-standing filigree steel staircase (p. 85), which pierces the barrel-vaulted ceiling, lead- ing up to the ground-floor exhibition room in the arcades.

3 Dokumentationszentrum für Architektur in Madrid

2005 ¥ 1/2

Schnitt Vortragssaal

1 Installationskanal Beleuchtung

1

duct for lighting cables

Maßstab 1:50

2 Stahlbeton 500 mm

2

500

mm reinforced concrete

3 Wartungsgang Gitterrost auf

3

maintenance walkway, grating on

Section through lecture hall

Stahlprofilen ∑

steel angles

scale 1:50

4 Projektions-/Übersetzerkabine

4

projection/interpreting booth

5 Verkleidung Rückwand Stahlblech 5 mm

5

back wall cladding 5 mm sheet steel

6 Lüftungsschlitz,

6

ventilation slit

innen 100 mm, außen 200 mm

100

mm inside, 200 mm outside

7 Lüftungsgitter

7

ventilation grille

8 Bodenaufbau:

8

100

mm sealed granolithic screed

Hartstoffestrich versiegelt 100 mm

500

mm reinforced concrete

Stahlbeton 500 mm

9

installation duct

9 Installationskanal

10

500/500 mm reinforced concrete

10 Stahlbetonstütze 500/500 mm

column

1 2 4 3 5 6 7 8 9 10 9
1
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10
9

2005 ¥ 1/2

Dokumentationszentrum für Architektur in Madrid

4

Projektions- und Übersetzerkabine Schnitt Maßstab 1:20

Projection and interpreting booth Section scale 1:20

1

Pult Kiefer massiv 300/70 mm auf Stahlprofil } 40/45/5 mm

2

Geländer aus Flachstählen ¡ 45/5 mm und Stahlstäben Ø 1,5 mm

3

Bodenaufbau:

Stahlblech 10 mm Stahlrohre | 40/40 mm Stahlblech 2 mm

4

Stahlprofil Å 160 mm

5

Stahlprofil Å 120 mm

6

Stahlprofil Å 380 mm zwischen bestehenden Längsmauern eingespannt

7

Stahlprofil ∑ 25/100/5 mm

8

Stahlprofil ∑ 50/45/5 mm

9

Verglasung VSG 5 + 5 mm

10

Stahlprofil ∑ 20/50/5 mm

11

Verkleidung Stahlblech

12

Glastür VSG 5 + 5 mm

13

Wandverkleidung Stahlblech 5 mm, auf Stahlrohren ¡ 40/20/2 mm und | 40/40/2 mm

14

Notbeleuchtung

15

Stahlblech gekantet 2 mm

16

Hartstoffestrich versiegelt 100 mm

1

rostrum, 300/70 mm solid pine on 40/45/5 mm steel }-section

2

railing of 45/5 mm steel flats and Ø 1.5 mm steel bars

3

floor construction:

10 mm steel plate 40/40 mm steel SHS

2

mm sheet steel

4

160 mm steel Å-section

5

120 mm steel Å-section

6

380 mm steel Å-section inserted between existing longitudinal walls

7

25/100/5 mm steel angle

8

50/45/5 mm steel angle

9

5

+ 5 mm lam. safety glass

10

20/50/5 mm steel angle

11

steel sheet panel

12

5 + 5 mm lam. safety glass door

13

wall cladding, 5 mm sheet steel on 40/20/2 mm steel RHS and 40/40/2 mm steel SHS

14

emergency lighting

15

2 mm bent steel sheet

16

100 mm sealed granolithic screed

1 2 3 4 5 7 8 6 9 12 13 11 14 3 10
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15
16

1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG

2005 ¥ 1/2

Berghotel am Vigiljoch

Mountain Hotel at Vigiljoch

Architekt:

Matteo Thun, Mailand Mitarbeiter:

Bruno Franchi, Renato Precoma, Christina von Berg, Dorothee Maier, Ulrich Pfann- schmidt, Simone Fumagalli, Michaela Dehne Tragwerksplaner (Holzbau):

Merz Kaufmann & Partner, Dornbirn Tragwerksplaner (Stahlbeton):

Oswald Holzner, Lana

Seit 1912 führt eine der ältesten Seilbahnen Europas auf das Vigiljoch nahe Meran in den Südtiroler Alpen. Zur selben Zeit eröff- nete auch das Hotel an der Bergstation. An dessen Stelle entwarf nun Matteo Thun ein durchgestyltes Wellness-Hotel, in dem ge- stresste Städter und verwöhnte Jetsetter Ruhe und Entspannung finden sollen. Wie vor fast 100 Jahren ist das Haus auf 1500 Metern Höhe ausschließlich per Seilbahn oder zu Fuß zu erreichen. Oben angekom- men erinnern nur noch Kubatur und Kon- struktion des Restaurants an frühere Zeiten. Der langgestreckte neue Baukörper duckt sich flach auf einen Bergrücken 300 m unterhalb des Gipfels. Mit Lärchenholz-

fassaden und begrüntem Dach fügt sich der leicht geschwungene Riegel als überhöhte Kontur des Geländeprofils in die mit Lär- chen bewaldete Umgebung ein. Der in das Hotel integrierte so genannte Paradiesgar- ten, in dem ein paar Lärchen aus dem Ge- bäude zu wachsen scheinen, trennt den Wellness- und Badebereich von den Zim- mern. Im Süden schließt ein Pool den Ge- bäuderiegel ab, großzügig verglast und mit grandiosem Ausblick. Auch in Lounge und Bibliothek sowie sämtlichen Zimmern ist das eindrucksvolle Panorama durch verglaste Außenwände nach Osten und Westen stets präsent. Horizontale Holzlamellen schützen vor sommerlicher Aufheizung, verhindern

aber auch, dass große spiegelnde Glasflä- chen aufdringlich in Erscheinung treten. In den Zimmern trennt eine Lehmwand das offene Bad vom Schlaf- und Wohnbereich. In dieses Stampflehm-Fertigelement sind beidseitig Heizschleifen eingearbeitet, die behagliche Wärme ins Zimmer abstrahlen. Auf der Badseite gibt es zusätzlich eine Bo- denheizung. Dreifach-Isolierverglasung und kontrollierte Lüftung mit Erdwärmetauscher und Wärmerückgewinnung sorgen für nied- rigen Heizenergiebedarf. Dieser wird von einer Hackschnitzelheizung gedeckt, die CO 2 -neutral Abfallholz aus den umliegenden Wäldern verbrennt. Nur für Notfälle wird ein ölbetriebener Kessel vorgehalten.

6 b 1 4 7 6 5 1 2 3 6 8 b 10 9
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10
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1
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1 Terrasse
7 Lounge
1 terrace
7 lounge
2 Pool
8 Bibliothek
2 pool
8 library
12
3 Sauna
9 Restaurant
3 sauna
9 restaurant
4 Spa
10 Empfang
4 spa
10 reception
5 Erdreich Garten
11 Anlieferung
5 garden soil layer
11 deliveries
6 Zimmer/Suite
12 Bergstation Seilbahn
6 room/suite
12 cable railway station
a
a

2005 ¥ 1/2

Berghotel am Vigiljoch

2

Grundriss Erdgeschoss

Maßstab 1:1000

Schnitte

Maßstab 1:500

Ground floor plan scale 1:1000 Sections scale 1:500

aa
aa

One of the first cable railways in Europe was built here in 1912 on the Vigiljoch near Mer- ano in the Italian Alps. The old hotel, which also dates from that period, has now been replaced by a stylish modern health spa, designed by Matteo Thun, where stressed- out urbanites and jetsetters can find peace and relaxation. Still today, the only way to reach this mountain-top retreat is by cable car or on foot. The only reminder of the old hotel, is the shape and style of construction of the restaurant. The new hotel building is a long, linear struc- ture curving gently at one end. With its larch- wood façades and green roof it hugs a moun- tain ridge 300 m below the peak, tracking

along the wooded terrain like a raised con- tour. Integrated within the building is the “par- adise garden” with a couple of larch trees that seem to grow right out of the structure. This garden separates the health spa area from the bedrooms. Located at the southern end of the building is an indoor pool, fully glazed so as guests can enjoy the grandiose view. In the lounge and the library, too, and in all rooms, extensive glazing on both east and west facades affords an ever-present view of the impressive moun- tain panorama. Horizontal wooden slats on the outside pro- tect against overheating in summer, and also prevent the reflections on the glass creating

bb

and also prevent the reflections on the glass creating bb too much of a visual disturbance

too much of a visual disturbance in the landscape. In the rooms a free-standing mud-brick parti- tion is all that screens the bathroom from the sleeping/living area. Integrated on both sides of this prefabricated tamped wall are heating elements that radiate a very cosy warmth into the room. On the side where the bath is, addi- tional underfloor heating is fitted. Triple insu- lated glazing and a ventilation system with geothermal exchange and heat recovery re- duces energy consumption on heating. The central heating system is fuelled by wood chippings made from CO 2 -neutral waste tim- ber from the surrounding forests. A back-up oil-fired boiler is only used in emergencies.

ber from the surrounding forests. A back-up oil-fired boiler is only used in emergencies. Photo: vigilius

Photo: vigilius mountain resort

3 Berghotel am Vigiljoch 2005 ¥ 1/2 ∂ Grundriss Zimmer • Grundriss Suite Maßstab 1:250
3 Berghotel am Vigiljoch
2005 ¥ 1/2
Grundriss Zimmer • Grundriss Suite
Maßstab 1:250
Detailschnitt Zimmer
Maßstab 1:20
Plan of room • Plan of suite
scale 1:250
Sectional details of room
scale 1:20
c
c

1 Brettstapeldecke

2

abgehängte Decke

Gipskarton gestrichen

indirekte Beleuchtung

3

4 Acrylglasstreifen transluzent

5 Spiegelpaneel

6 Waschtischplatte Lärche massiv, gebürstet und weiß geölt

7 Fußboden Lärchendielen

8 Wandelement Stampflehmfertigteil mit eingelegten Heizschleifen

9 Stahlrohr Ø 30/30/3 mm

10

11

12

Stahlprofil fi 160 mm Gipskarton gestrichen

Zwischenwand

Holzrahmenelement vorgefertigt

13 Dreischichtplatte Furnier Lärche,

gebürstet und weiß geölt, horizontale Maserung

Spiegel geätzt

14

15 Schreibtischplatte Lärche massiv, gebürstet und weiß geölt

1 glued laminated timber slab

2

3

4 translucent acrylic plastic strip

5

6 washbasin counter, solid larchwood, brushed and finished with white oil- based varnish

7

8 prefabricated wall unit, tamped mud with integrated heating elements

suspended soffit, painted plasterboard indirect lighting

mirror panel

larchwood floorboards

9 Ø 30/30/3 mm tubular steel

10 160 mm steel channel section

11

12 intermediate wall, prefabricated

painted plasterboard

timber-framed element

13 three-layer lam. board, larch veneer brushed and finished with white oil- based varnish, horizontal grain

14

15 solid larch desk top, brushed and finished with white oil-based varnish

etched mirror

1 2 11 12 3 3 3 4 5 8 13 9 5 14 6
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7

cc

2005 ¥ 1/2

Berghotel am Vigiljoch

4

Detailschnitte Lounge

Minibar, Sitznische

Maßstab 1:20

Sectional details of lounge minibar, niche seating scale 1:20

1 2 3 4 5 6 7
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6

1 abgehängte Decke

Gipskarton

2 Abluftschacht

3 Wandverkleidung:

Dreischichtplatte Furnier Lärche, gebeizt und geölt, horizontale Maserung

4 Kühlschranktür:

Dreischichtplatte, beidseits Furnier Lärche, gebeizt und geölt, horizontale Maserung

5 Kühlschrank

6 Zuluftschacht,

mit vorgeschalteten

Filtern, Ventilatoren,

Nachheizregister, Be- und Entfeuchtung,

Abluft-Plattenwärme-

und Erdwärmetauscher

7 Fußboden Eichendielen

8 Lautsprecher

9 indirekte Beleuchtung

10 Schaumstoffkissen mit Stoff bezogen auf Trägerplatte

11 Haustechnikschacht

1 suspended soffit plasterboard

2 ventilation shaft, extracted air

3 wall panelling:

three-layer laminated board larch veneer stained and oiled horizontal grain

4 fridge door:

three-layer laminated board larch veneer on both sides stained and oiled horizontal grain

5 fridge

6 ventilation shaft, air intake, fitted with filters, fans, heating element, humidifier and dehumidifier, exhaust air heat exchanger and geothermal heat

exchanger

7 flooring: oak planks on heated screed

8 loudspeaker

9 indirect lighting

10 foam plastic cushion covered with fabric on support board

11 installations shaft