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nR.

4 - DEZ 09
Die Studierendenzeitung der Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Graz

versammlung und Protest


WAS SICH AN DER TU TUT

Referate und STVen


STELLEN SICH VOR

MUstercurriculum
WAS SICH FÜR STUDIERENDE ÄNDERT

TU-Fest-Bericht
NEUE DIMENSIONEN
TU Info Nr. 4 - Dezember 2009, Erscheinungsort Graz, Verlagspostamt 8010, Aufgabepostamt 8010 Graz, P.b.b Nr. 02Z032821 M

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inhalt
VORWORT

Vorwort des Vorsitzes 3


Vorwort der Redaktion 3

AKTUELLES

Es war uns ein TU-Fest 5


Tu felix Austria nube 6
Adaptierungen des Mustercurriculums 7
International Conference of Physics Students 2010 8

COMMENTS

Familie und Karriere 10


Österreichweites ÖH-Seminar 11
tuinfo ausgabe 04/2009
Alle Jahre wieder... Glühwein auf der TU 12

BRENNPUNKT

Audimaxismus wird international 13


Studierendenproteste: Quo vadis, TU Graz? 14
Mei Protest is ned deppert! 16
Klimawandel auch an der TU Graz! 18

KULTUR

Veranstaltungskalender der Bühnen Graz im Jänner 2010 19

HTU4U

Referat für Sozialpolitik 20


Referat für Frauenpolitik 23
Referat für Studienberatung 23
Referat für Informations- und Öffentlichkeitsarbeit 24
Referat für interne Organisation 26

Basisgruppe Informatik und Softwareentwicklung 26


StV Biomedical Engineering und Elektrotechnik 27

Bachelorstudium Molekularbiologie 28

REZEPT

students cooking: Die Schweinsbraten-Orgie 30

Redaktion
Herausgeberin und Verlegerin:
Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Graz

Verlags- und Herstellungsort: 8010 Graz, Rechbauerstr. 12, Tel. 0316/873-5111


presse@htu.tugraz.at, www.htu.tugraz.at

Chefredakteur: Robert Krisper


Layout: Robert Krisper

RedakteurInnen: Daniela Mandl, Jürgen Ebner, Markus Singer, Andreas Kainer

Freie MitarbeiterInnen dieser Ausgabe: Christian Dobnik, Edith Renöckl, Josef Ehgartner, Stefan Walter, Michael A. Gadermaier, Viola Schmied,
Birgit Ungerböck, Florian Ungerböck, Daniel Baumschlager, Armin Baumschlager, Andreas Hechl, Katrin Koren, Florian Grubinger, Ralf Gamillscheg,
Alexander Aigner, Andreas Neuhold, Lukas Ladinig| Druck: Dorrong, Graz | Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier | Auflage: 15.000 | Eine Haf-
tung für die Richtigkeit der Veröffentlichungen kann trotz sorgfältiger Prüfung durch die Redaktion vom Herausgeber nicht übernommen werden.
Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen nicht in jedem Fall mit der Meinung des Redaktionsteams übereinstimmen. Kein Teil dieser Publikation
darf ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Syste-
me verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

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vorwort

Liebe Kollegin, lieber Kollege!


„Die Uni brennt.“ – Unter diesem Motto startete es genügend Möglichkeiten, denn systems. Es braucht viel mehr ein
schließlich kann sich unser Staat System, das zeitgemäß ist und
vor mehr als einem Monat die Besetzung des Audi- viele andere Dinge leisten, die er- langfristig sich im internationa-
Max an der Uni Wien. Auch auf der TU Graz ist seit heblich mehr Geld kosten, bezie- len Vergleich nicht zu verstrecken
der Vollversammlung am 27. Oktober ein Hörsaal hungsweise gibt es ausreichende braucht.
Einsparungsmöglichkeiten im Staat
besetzt, jedoch unter anderen Vorzeichen und mit (Stichwort Verwaltungsreform). Unabhängig davon gibt es auch
vollster Unterstützung des Rektorats, des Betriebs- andere Themen, die uns auf der
Aber mit Geld allein wird es nicht HTU beschäftigen: Wir als Vor-
rates und der HTU. getan sein, es braucht auch endlich sitzteam haben uns mittlerweile
ein klares Konzept in der österrei- recht gut eingearbeitet, die erste
Die Proteste in Österreich, Deutsch- tigen, liegt ganz klar auf der Hand, chischen Bildungspolitik. Denn Sitzung der Universitätsvertretung
land, der Schweiz, Polen, Albanien, dass Handlungsbedarf besteht. Das eines ist klar: Wir haben in Öster- erfolgreich hinter uns gebracht
Serbien, England, den USA und Problem der Finanzierung (und ja, reich keine nennenswerten Roh- und unterstützen die Referate und
Holland (Stand zu Redaktions- auch die TU Graz ist stark davon stoffe (außer es wird demnächst Studienvertretungen nach Kräften.
schluss) haben zumindest eines be- betroffen – zehn Millionen Euro auf wundersame Weise eine riesige Der Jahresabschluss ist in Arbeit,
wirkt: Endlich wird breit über das müssen in den nächsten drei Jah- Ölquelle gefunden), unser einziger die Sozialförderungen der HTU
Bildungssystem debattiert, nach- ren einsparten werden!) kann aber Rohstoff heißt Bildung! Welches sind am Laufen, eine Reihe von Se-
dem dieses in Österreich fast ein Hahn, beziehungsweise dessen Konzept hierfür richtig oder falsch minaren und Schulungen wurden
Jahrzehnt systematisch ausgeblutet Nachfolge, nicht allein lösen, dazu ist, ist diskutabel, nur: Wir müssen abgehalten und die Glühweinsai-
und kaputt gespart wurde. muss es seitens der Bundesregie- ein Bildungssystem anstreben, das son neigt sich schon wieder dem
rung eine weitreichende Umgestal- möglichst viele Leute möglichst Ende zu.
Wenn nämlich schon die UniKo (die tung des Bundesbudgets geben. gut (aus-)bildet. Die reflexartige
Vereinigung aller 21 Unirektoren in Forderung nach Zugangsbeschrän- Wie zu jeder Zeit haben wir stets
Österreich) meint, dass die Univer- Jetzt stellt sich die Frage, woher kungen kann aber ebenso wenig ein offenes Ohr für dich; wenn dir
sitäten jährlich in Summe eine Mil- dieses Geld, welches unsere Unis eine Antwort sein wie eine 1:1-Wie- etwas am Herzen liegt, wenn der
liarde Euro zusätzliche Mittel benö- brauchen, kommen soll. Hier gibt derherstellung des alten Bildungs- Schuh drückt, dann schau einfach
bei uns auf der HTU vorbei, ruf an
oder schreib uns ein Mail. In die-
sem Sinne bleibt nur noch zu sagen:
Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße,

dein Vorsitzteam
Andreas, Stefan und Josef

Vorwort der Redaktion


Liebe aufmerksame Leserin, hochrangigsten Bediensteten der unserem Rektor Prof. Sünkel sei
lieber aufmerksamer Leser! TU Graz etwas anders erklärt. hier der Dank und Anerkennung
Nach der letzten Ausgabe erhielt ausgesprochen, derart amüsiert auf
Wie du sicher bemerken wirst, die Redaktion ein E-Mail von die Kolumne reagiert zu haben.
finden sich in diesem TU-Info Be- einem besorgten Mitarbeiter des
schreibungen einiger Referate und Instituts für Weltraumforschung an Der Artikel „iREU-Programm Sy-
Studienvertretungen, die ständig der Akademie der Wissenschaften. racuse 2009“ im TU-Info Nr.3/2009
bemüht sind die Studienbedin- Man hätte, mit ein wenig Recher- wurde nicht, wie fälschlicherweise
gungen zu verbessern – sei es che, leicht herausgefunden, dass abgedruckt, von Lisa Steiner, son-
durch Serviceleistungen in sozi- der Kleinplanet Sünkel nicht aus dern von Anita Emmerstorfer ver-
alen und studienrelevanten Fragen, bloßem Zufall gleich heißt wie fasst. Die Redaktion möchte sich
oder Verhandlungsgeschick in den unser Rektor (sondern freilich erst für diesen Fehler entschuldigen.
verschiedensten Gremien als Ver- nach diesem benannt wurde) und
tretende der studentischen Kurie. so die „recht eigentümliche Wort- Abschließend sei noch darauf hin-
Das TU-Info soll so einen Überblick wahl“ vermeiden können. gewiesen, dass es erstmals ein Ge-
geben, an wen du dich bei Proble- Es sei an dieser Stelle angemerkt, winnspiel im TU-Info gibt, welches
men dein Studium betreffend wen- dass die Redaktion allen Studie- fleißige Leser belohnen soll.
den kannst. renden der Technischen Univer-
sität Graz genug Witz und Kom- Auch wir wünschen viel Spaß beim
Eine Fortsetzung erlebt jene Ko- binationsfähigkeit zutraut, diesen Lesen,
lumne, die als Infobox getarnt die Umstand erkannt zu haben. Auch Die Redaktion

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aktuelles

Es war uns ein TU-Fest!


„Das Boot ist voll“ diesen kurzen Kommentar hatte jemand am 22. Oktober
um cirka 23:00 Uhr auf die Pinnwand der Veranstaltungsseite auf Facebook ge-
schrieben. Und nicht treffender kann man diesen Abend beschreiben. Für alle
die es noch nicht wissen: Zu besagtem Datum fand das erste TU-Fest in diesem
Studienjahr statt.

Es war dies das erste TU-Fest über- Nun kommen wir zum eigentlichen einer Ecke, das ist der Grund, war-
haupt, das nicht innerhalb der Tag: Es ist Donnerstag, der 22. Ok- um ich zum Veranstaltungsreferat
Mauern der TU stattfand und das tober 2009, 12:00 Uhr Mittag und gegangen bin.
zusätzlich noch organisiert von je- das Aufbauteam findet sich in den
mandem, der ein Fest dieser Grö- Hallen der Seifenfabrik ein. Die Ar- 03:00 Uhr, Musik aus, Licht an. Die
ße noch nie alleine organisiert hat. beit beginnt und wie immer sind Leute verlassen friedlich die Hal-
Doch betrachten wir das ganze eigentlich zu wenig mithelfende len und hinterlassen einen riesigen
chronologisch. Leute da, aber trotzdem steht alles Biersee in den mal alle Mithelfer
um 19:00 Uhr und die Pizza für die hineinspringen. Scherz beiseite:
Wie jeder von euch mitbekommen Helfer ist auch schon eingetrudelt. Bis 06:00 Uhr wird noch abgebaut,
Motivierbar durch die Bierbar haben sollte (ausgenommen Erstse- Vor 20:00 Uhr kommt noch die Bar- zusammengeräumt und geschli-
mestrige) waren im letzten Semes- besetzung die sich noch orientiert chtet und dann gibt es noch ein
ter ÖH-Wahl und diese von euch und dann kann das Fest beginnt. Frühstück im Neutorcafè für alle
neu gewählte ÖH wurde am 1. Juli die bis dahin durchgehalten haben.
2009 eingesetzt, inklusive mir als Ab 20:00 Uhr treffen die ersten Gäs- Bis ich endlich ins Bett fallen kann
Referent im Veranstaltungsreferat. te vereinzelt ein, die meisten kom- um wenigstens ein paar Stunden
Und so begann auch die Arbeit für men mit dem Fahrrad, oder Taxi, zu schlafen, immerhin holen die
mich: Für die Räumlichkeiten der manche gehen auch zu Fuß. Bis Lieferanten die übriggebliebenen
Inffeldgasse 25D war eine Betrieb- um ca. 20:30 der erste Bus eintrifft, Gebinde, Bänke und sonst noch al-
stättengenehmigung ausständig vollgestopft mit partyhungrigen les wieder ab und der Veranstalter
und niemand wusste, ob diese im Leuten. Über mein Gesicht geht ein muss alles unterschreiben.
Oktober vorliegen wird, oder nicht. Grinsen von einem Ohr zum ande-
Auch bei den Mischgetränken... Daher wollten wir, das Veran- ren, ich dachte nicht, dass so viele Ich bedanke mich hier nochmals
staltungsreferat, uns nicht darauf vom Fest zu hören bekommen. Bis bei allen freiwilligen Mitarbeitern
verlassen und gingen auf die Su- 23:00 Uhr geht es so weiter, als die und allen Gästen (vor allem bei de-
che nach Alternativmöglichkeiten. Haussaufsicht zu mir herkommt nen, die vor der Tür warten muss-
Dummerweise haben die meisten und meint, dass die 600er-Marke ten) und freue mich schon auf das
Veranstaltungsstandorte in Graz mittlerweile erreicht wurde: also nächste Fest, das schon wieder in
einen fixen Caterer, was heißt, dass Türe zu, Bus abbestellen, so einfach Planung ist (voraussichtlich 15.1.
Bier 0,5 unter 3 € nicht möglich ist, haben wir uns das gedacht. Dass aber nicht weitersagen ;)).
aber schlussendlich wurde doch der Ausgang aber direkt neben dem
noch die Seifenfabrik Graz gefun- Eingang ist, wo später 200 Leute da- Andreas Hechl
den. gegen drängen, und der Bus beim Veranstaltungsreferat
Gästezurückbringen geradezu ge-
... war der Andrang groß Nachdem der Veranstaltungs- stürmt wird, ist dann eine viertel
ort gefunden wurde, setzte sich Stunde später klar geworden. Aber
das Räderwerk der Organisation zum Glück gab es keine größeren
in gang und alle Mitarbeiter im Komplikationen, den freiwilligen
Veranstaltungsreferat begannen Mitarbeitern, aber auch Studieren-
tausende von Telefongesprächen, den die mithalfen und der Security,
schließlich organisieren sich Bier, die größtenteils die Ruhe bewahrte,
Antialk, Spirituosen, Polizei, Ver- sei Dank. Ab 1:00 Uhr können dann
sicherung, Feuerwehr, Security, auch die Geduldigsten am Eingang
AKM, Mitarbeiter und noch vieles sich wenigstens noch ein, zwei, INFOBOX
mehr nicht von alleine, um einen fünf Bier genehmigen und vor der
reibungslosen Ablauf am Fest zu Tür ist endlich Ruhe. Ich gehe auch Veranstaltungskalender auf:
ermöglichen. Hierbei geschah ei- mal wieder unter die feiernde Meu-
gentlich der gravierendste Fehler, te, genieße mein erstes ruhiges, zu events.htu.tugraz.at
den zu diesem Zeitpunkt aber noch diesem Zeitpunkt unbeschreiblich
keiner erkennen konnte: Das Fest befreiendes Bier und beobachte und natürlich Web2.0-fähig:
wurde nur auf 700 Personen ange- das Geschehen: Alle amüsieren
meldet, zum damaligen Zeitpunkt sich, ein paar sind schon fertig mit twitter.com/partygraz
eine realistische Zahl. amüsieren und schlafen friedlich in facebook.com/partygraz

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aktuelles

Tu felix Austria nube


Man kann es angesichts der aktuellen Entwicklung zur „Eingetragenen
INFOBOX
Partnerschaft“ für Homosexuelle kaum glauben, dass Österreich in Sachen
Auswahl der Ungleichbehand-
lungen der Eingetragenen Part-
Heiratspolitik früher besonders großes Geschick nachgesagt worden war.
nerschaft zum Eherecht Zugegebenermaßen ist seither einige Zeit ins Land gezogen.
(Quelle und erweiterte Liste
mit über 70 Punkten auf: www.
rklambda.at)

1. Altersgrenze 18 Jahre (Ehe: 16 Der Ausspruch Bella gerant alii, tu für gleichgeschlechtliche Paare
Jahre) felix Austria nube (Kriege führen zu sein scheint. Häufig wird dies
mögen andere, du glückliches Ös- damit begründet, dass dies nicht
2. Unterschiedliche partnerschaft- terreich heirate!) dürfte etwa aus dem Willen des Volkes entspräche,
liche Pflichten (keine Pflicht zur dem 15. Jahrhundert stammen. dieses noch nicht bereit wäre für
Treue) Unwahrscheinlich ist, dass dem die „Homo-Ehe“. Dabei beweisen
Schöpfer dieses Distichons bewusst verschieden Umfragen regelmäßig,
3. Mehr Nichtigkeitsgründe gewesen war, auf welche Art und dass sich Herr und Frau Österreich
Weise sich die implizite Behaup- durchaus vorstellen könnten, ein
4. Unterschiedliche Tatbestände tung seiner Aussage bewahrheiten schwules (Ehe-)Paar oder eine les-
bei der Verschuldensscheidung würde. Die Abkehr von einer guten bische Familie als Nachbarn zu
Heiratspolitik – hier als eine Öff- haben.
5. Verbot der Fremdkindadoption nung der Ehe für Homosexuelle
verstanden – hat nämlich tatsäch- Früh zeichnete sich ab, dass die
6. Absolutes Verbot der Stief- lich einen Krieg mit sich gebracht: durch den Druck der EU erzwun-
kindadoption Einen politischen Kampf um die gene Lösung keine ideale sein wür-
rechtliche Anerkennung gleichge- de. Jetzt wurde jedoch ein Gesetze-
7. Verbot der medizinisch unter- schlechtlicher Partnerschaften. sentwurf von der Bundesregierung
stützten Fortpflanzung vorgelegt, der nicht nur degradie-
Dieses Anliegen ist per se kein ös- rend für die Betroffenen ist. Verg-
8. Fehlen von Schutzbestimmun- terreichisches. In großen Teilen lichen mit der aktuellen Rechtslage
gen gegen übermäßige Haftung der Welt gab es Bestrebungen, die stellt er für zahlreiche Schwule und
für Schulden des Partners partnerschaftliche Liebe zwischen Lesben in Partnerschaften sogar Daniel Baumschlager
LesBiSchwules Referat
Menschen unabhängig von der eine Verschlechterung in verschie-
9. Schließung vor Bezirksver- sexuellen Orientierung vor dem denen Bereichen des Rechts dar.
waltungsbehörden statt am Gesetz gleichzustellen oder zu- Eine Regelung durch eine Gene- ne, kann schnell ad absurdum ge-
Standesamt mindest akzeptable Rechtsformen ralklausel [Paragraph, der homose- führt werden. Schließlich kann eine
für verschiedene Arten von Part- xuelle Paare mit Eheleuten gleich- 80jährige Frau einen Mann heiraten
10. Keine Witwen-/Witwerpensi- nerschaft zu schaffen. Insbeson- stellt] wäre mit weitaus weniger und ich behaupte, dass es in einem
onen für ÄrztInnen dere in der westlichen Welt kam Aufwand verbunden und würde solchen Fall um die geschlechtliche
es im Laufe des 20. Jahrhunderts eine vollwertige Anerkennung ho- Fortpflanzung schlecht bestellt
11. Keine Berücksichtigung des/ in vielen Ländern zur Einrichtung mosexueller Paare darstellen. Spe- ist. Auch Ehen, aus denen keine
der PartnerIn bei der Familien- von Rechtsformen wie der „Homo- zialbereiche wie das Adoptions- Kinder hervorgehen, werden des-
beihilfe Ehe“, „Eingetragenen Partner- recht könnten mit entsprechenden halb nicht geschieden und das ist
schaften“ oder sogar zur Öffnung Sonderregelungen bedacht werden, auch richtig so, da stabile Partner-
12. Kein Recht auf Fortführung der konventionellen Ehe für Ho- falls hier Bedarf bestünde. schaften, homo- wie heterosexuelle,
des Gewerbetriebes des/der mosexuelle. Österreich hinkt in die- das Sozialsystem entlasten können.
verstorbenen PartnerIn sem Feld um Jahrzehnte hinterher. Im Folgenden sind einige Punkte Menschen, die ihr Leben rechtlich
Der massive Druck von Seiten der aufgelistet, die den Unterschied abgesichert miteinander teilen wol-
13. Keine Mitversicherung der EU und der unermüdliche Einsatz zwischen Eingetragener Partner- len, werden Rechte gewährt und
Stiefkinder von Homosexuellenorganisationen schaft und Ehe verdeutlichen sol- Pflichten auferlegt, die ihnen eine
war letztendlich der Anstoß für die len. Warum in so vielen Bereichen erfüllende Ausgestaltung ihrer
14. Geringerer Anspruch des Vorlage eines Gesetzesentwurfes, eine Ungleichbehandlung von Zusammengehörigkeit ermögli-
überlebenden Stiefelternteils auf der eine „Eingetragene Partner- homo- und heterosexuellen Paaren chen. Es ist höchste Zeit, dass dies
Witwen-/Witwerpension schaft“ für Homosexuelle regeln zugunsten letzterer vorgenommen auch in einem annehmbaren Maß
soll. Ein jahrzehntelanger Weg mit wird, ist für viele nicht nachvoll- für gleichgeschlechtliche Partner-
15. Erschwerte Familienhospiz- zahlreichen Terminaufschiebungen ziehbar. Auch das Argument, die schaften umgesetzt wird!
karenz (Sterbebegleitung) und zeigt deutlich, dass in der österrei- Ehe müsse bevorteilt werden, da sie
Pflegeurlaub für die Stiefkinder chischen Gesetzgebung kein Platz der „Produktion“ von Kindern die- Daniel Baumschlager

www.rklambda.at
www.erstklassigerechte.at
www.gaystudent.at

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aktuelles
Infos rund um die

Adaptierungen des
Mustercurriculums
für Bachelor- und Masterstudien der TU Graz
Durch die Novellierung des Universitätsgesetzes Die diesbezügliche Formulierung durch eine kleine Änderung den
lautet nun in etwa so: Adaptierungen unterstellt wirst.
(UG) im Sommer sind einige Änderungen notwen- Sollte dein Studium geändert wer-
dig geworden, welche nun im Mustercurriculum „Sind einer Lehrveranstaltung in den, erfährst du das natürlich von
allen Studienplänen, denen sie im deiner Studienvertretung bezie-
implementiert wurden und für alle Curricula, die Pflicht- oder Wahlfach zugeordnet ist, hungsweise in dem du im Mit-
nächstes Jahr in Kraft treten, gelten. die gleiche Anzahl an ECTS-Anrech- teilungsblatt der TU Graz nach-
nungspunkten zugeordnet, so wird der schlägst; oder du schreibst einfach
Lehrveranstaltung im Freifach eben- eine E-Mail an cuko@htu.tugraz.at.
falls diese Anzahl zugeordnet. Besitzt
Was ist überhaupt ein Curriculum studieren. Um sich ein doppeltes eine Lehrveranstaltung verschiedene Hat das soziale Auswirkungen?
geschweige denn ein Mustercurri- Anbieten der beiden kompletten Zuordnungen, so wird sie im Freifach
culum? Studien zu ersparen, behilft man mit dem Minimum der Zuordnungen Die oben angesprochene Möglich-
sich hier oft mit bemessen. Lehrveranstaltungen ohne keit von zusätzlichen Vorausset-
Wie vielen von euch sicherlich be- so genannten beidseitig gültigen Zuordnung wird 1 ECTS-Anrech- zungen zur Zulassung bei nicht
wusst ist, stellt das Curriculum die „Äquivalenzlisten“. Mit diesen Lis- nungspunkt pro Semesterstunde (SSt) aufeinander aufbauenden Studi-
Grundlage für euer Studium da. ten werden Lehrveranstaltungen zugeordnet. Haben solche Lehrveran- enprogrammen, stellt eine soziale
Es regelt unter anderem, welche aus der alten Version zu Lehrver- staltungen den Typ Vorlesung (VO), Ungerechtigkeit dar - Studierende
Lehrveranstaltungen ihr besuchen anstaltungen der neuen Version so werden ihnen 1,5 ECTS-Anrech- haben durch diese Mehrbelastung
müsst, wie viele ECTS-Anrech- gleichgesetzt. Die Studierenden nungspunkte pro SSt zugeordnet.“ in der Regel eine längere Studien-
nungspunkte an freien Lehrveran- können sich aber während der Zu- zeit zu erwarten, haben aber weder
staltungen ihr absolvieren müsst, lassungsfrist freiwillig der neuen Zusätzlich muss nun für jede Vor- länger Anspruch auf Familienbei-
oder, wie eure Masterprüfung Version des Studienplans unterstel- lesung mit integrierter Übung (VU) hilfe noch auf ihr Stipendium.
(bzw. bei jenen von euch die noch len. das Verhältnis zwischen Vorle- Studierende, die vor dem Win-
im Diplomstudien sind, die Di- Zusätzlich zu diesen Regelungen sungs- und Übungsteil im Curricu- tersemester 2007/08 ihr Studium
plomprüfung) aussieht. für Studienplanänderungen gibt lum angegeben werden. begonnen haben, bekommen für
So ein Curriculum ist allerdings es an der TU Graz ein sogenann- Durch die Novellierung ist es auch ihr Bachelorstudium mit zwei Ab-
nichts Statisches, da gibt es in regel- tes Mustercurriculum, dass eine erstmals möglich, Studierenden schnitten noch (2 + 1) + (4 + 1) Se-
mäßigen Abständen (im Schnitt alle Vorlage für alle Curricula der TU im Rahmen des Masters, sofern mester Stipendium. Damit das auch
zwei bis vier Jahre) Änderungen. Graz darstellt, mit dem Ziel, in al- der bereits absolvierte Bachelor so bleibt, empfehlen wir all diesen
Diese können zweierlei Natur sein: len Curricula einheitliche Regeln grundsätzlich, aber nicht vollstän- Studierenden, bei eventuellen Stu-
Einerseits gibt es da sogenannte zur Abwicklung des Studiums zu dig, gleichwertig ist, zusätzlich bis dienplanänderungen nicht auf ein
„kleine Änderungen“, da werden verankern. zu 25 ECTS-Anrechnungspunkte Bachelorstudium ohne Abschnitte
Lehrveranstaltungen im Wahlfach- Durch die Änderung des Universi- im Rahmen der 120 ECTS-Anrech- umzusteigen. Bei so einem Umstieg
katalog umbenannt oder Lehrver- tätsgesetzes, musste natürlich auch nungspunkte des Studiums vor- geht der Anspruch auf ein Semes-
anstaltungen zwischen den Semes- das Mustercurriculum entspre- zuschreiben. Das würde bedeuten, ter Stipendium verloren; nach dem
tern verschoben. chend adaptiert werden, um geset- dass für ein Studium aus Bachelor- Umstieg besteht nur Anspruch auf
So eine kleine Änderung bedeutet, zeskonform zu sein. und Masterprogramm mehr als 300 6 + 1 Semester Stipendium.
dass alle Studierenden, die den ECTS-Anrechnungspunkte nötig
Plan vorher studiert haben, nach in Was hat sich da überhaupt geän- sind. Katrin Koren
Kraft treten der Änderung automa- dert? Diesbezügliche Entscheidungen Florian Grubinger
tisch und ohne Übergangsfrist die unterliegen allerdings dem Studi-
neue Version studieren. Hier gibt es Die wesentlichste Änderung, die endekan und sind nicht Teil des
die Möglichkeit, Regeln für den au- sich durch die Novellierung erge- Mustercurriculums.
tomatischen Umstieg festzulegen ben hat, ist mit Sicherheit die Ab- Das hier angesprochene Muster- INFOBOX
(Übergangsbestimmungen). schaffung der Studienabschnitte in curriculum gilt nur für Studien die
Andererseits existiert an der TU Bachelorprogrammen. ausschließlich an der TU Graz an- Noch Fragen?
Graz auch noch die Möglichkeit Außerdem wurde im Zuge der geboten werden; also zum Beispiel
der so genannten „großen Ände- Änderungen eine neue Regelung nicht für NAWI-Studien. Für diese Für weitere Informationen,
rung“. Hier läuft die alte Version für die Zuordnung von Semester- gibt es ein eigenes Mustercurricu- schreib einfach eine E-Mail an
des Studienplans mindestens die stunden zu ECTS-Anrechnungs- lum, dass in Abstimmung mit der
Mindeststudienzeit plus einem punkten im Rahmen der Freifä- KFU Graz beschlossen werden. cuko@htu.tugraz.at
Toleranzsemester pro Abschnitt cher beschlossen. Dadurch werden
weiter (bzw. aus) und die neue Lehrveranstaltungen im Freifach Was heißt das überhaupt für mich? bzw. zu sozialen Fragen an
Studienplanversion wird parallel in Zukunft mit mindestens gleich-
dazu eingeführt. Die Personen, die vielen ECTS-Anrechnungspunkten Sofern dein Studienplan nicht gera- soziales@htu.tugraz.at
bereits der alten Version unterstellt bewertet, wie die Lehrveranstal- de geändert wird, eigentlich nicht
sind, können daher entweder in tung in anderen Studien bewertet viel. Sonst natürlich, dass a) dein
der alten oder in der neuen Version wird. Studienplan ausläuft bzw. b) du

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aktuelles

International Conference
of Physics Students 2010
400 students, 75 lectures, 7 days, 6 parties, one damn good reason to participate.
Eine Konferenz mit 400 Physikstudierenden hier bei uns in Graz? Eine Woche
lang? Und das zusätzlich noch zu den PhysikerInnen, die wir eh schon hier in
Graz haben? Bevor ihr jetzt das Datum notiert, um rechtzeitig die Stadt ver-
lassen zu können, habt ihr noch die Gelegenheit, im Folgenden einiges über
dieses Mammutprojekt der Basisgruppe Physik zu erfahren.
Das ICPS Organisationskomitee arbeitet seit zwei
Jahren an dem Projekt.

Alljährlich im August findet mit- und beteiligt sich aktiv an deren zurückkehrten, erwartete uns jede Wir denken, dass wir auf sehr
ten im Sommer die International Weiterentwicklung. Menge Arbeit. Es galt die Hörsäle gutem Weg zur Organisation einer
Conference of Physics Students zu organisieren, die Mahlzeiten zu ICPS sind, die den TeilnehmerInnen
(ICPS) in einer anderen Stadt statt. So kam dann auch der Wunsch auf, planen, einen Platz zum Schlafen einen perfekten Aufenthalt hier bei
So konnte sich eine relativ große die wohl größte und mit Abstand für alle Teilnehmer zu finden, und uns in Graz bietet. Wie eingangs
Delegation von 24 Grazer Phy- bedeutendste Unternehmung die- vor allem finanzielle Mittel aufzu- versprochen noch das genaue Da-
sik-Studierenden im vergangenen ser Organisation, die ICPS, nach treiben. Letzteres ist nötig, da sich tum: 17. bis 23. August 2010. Zeit
Sommer im kroatischen Split ganz Graz zu holen. Das gibt die Gele- die ICPS zu mehr als der Hälfte genug, um den Fluchturlaub zu
den endlosen Diskussionen über genheit, die Gastfreundschaft der aus Sponsorgeldern finanzieren planen.
Physik, den Ausführungen eines vielen Städte, die wir im Zuge der muss. Die Teilnahmegebühr soll
Nobelpreisträgers, den Besichti- Konferenz in den vergangenen niedrig gehalten werden, um Phy- Ralf Gamillscheg
gungstouren und den zahlreichen Jahren besuchten, als Gastgeber im sikerInnen aus allen Teilen der Welt ICPS Graz 2010
sozialen Veranstaltungen widmen. nächsten Jahr zurückzugeben. eine Teilnahme zu ermöglichen. Organisationskomitee
Davor gab es dieses Event schon Der Anfang war gemacht, als ei- http://icps2010.tugraz.at
in den unterschiedlichsten Städ- nige der Organisatoren vor zwei Ihnen wird von uns auch so ei- icps2010@tugraz.at
ten Europas wie London, Coimbra Jahren im „North&South“ ein niges geboten werden: Vorträge
oder Krakau. erstes Konzept auf die Rückseite von den renommiertesten Physi-
eines Pizza-Bestellzettels schrieben. kerInnen Österreichs, ein Emp-
Hinter dem Ganzen steht die In- Fortan wurde der Einfall weiter- fang beim Landeshauptmann und
ternational Association of Physics entwickelt, es schlossen sich mehr natürlich das einmalige Ambiente
Students (IAPS), die ein gemein- und mehr MitorganisatorInnen an, einer ICPS, die Gleichgesinnte aus
sames Dach unterschiedlicher Phy- und schließlich wurde entschieden, aller Welt zusammenbringt. Die
sik-Studierendenorganisationen das Gedankenexperiment in die Tat Exkursionen zum Dachstein oder
dieser Welt darstellt. Auch die Ba- umzusetzen. zur Bärenschützklamm werden ein
sisgruppe Physik ist hier vertreten alpines Erlebnis bieten, welches es
Wir bewarben uns im Sommer 2008 so noch nicht auf einer ICPS gab.
in Krakau bei IAPS, um den Zu- Auch profanere Dinge wie das Es-
schlag für unser Konzept einer ICPS sen, die gute Hörsaal-Infrastruk-
INFOBOX in Graz im Jahre 2010. Als wir mit tur und nicht zuletzt die diversen
dem Segen des General Meetings Feierlichkeiten werden ihr Übriges Nobelpreisträger für Physik Klaus von Klitzing bei
Unumgänglich für die Durchfüh- der internationalen Organisation zum Gelingen beitragen. seinem Vortrag in Split
rung eines solchen Ereignisses
ist eine möglichst große Zahl von
Freiwilligen, die uns bei der Be-
wältigung der anfallenden Aufga-
ben von morgens bis spät in die
Nacht unterstützen. Dabei geht
es darum, den TeilnehmerInnen
die Stadt zu zeigen, bei den Aus-
flügen zu betreuen, an der Rezep-
tion zu arbeiten und natürlich bei
den Parties Getränke auszuschen-
ken. Die Konferenzteilnahme, der
Zugang zu allen Events, die Teil-
nahme an den Ausflügen und die
kulinarische Verpflegung werden
dafür sozusagen als Bezahlung
geboten. Solltest du Interesse ha-
ben, an dem einmaligen Ereignis
als helfende Kraft teilzuhaben, so
setze dich bitte mit uns in Verbin-
dung.

icps2010@tugraz.at 400 Physikerinnen und Physiker auf einem Haufen, hier 2009 in Split, 2010 dann in Graz

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Ein Projekt für Studierende, und
keine Werbefläche dafür?

Das TU-Info bietet sie!

Für Fragen und Anliegen zum


Thema Werbeauftritt im TU-Info:

presse@htu.tugraz.at

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comments

Familie und Karriere


Lassen sich diese Begriffe kombinieren?
Und wenn ja: Inwiefern beeinflussen sie sich gegenseitig?
Interview hat geführt: Birgit Ungerböck; frauenref@htu.tugraz.at

Diese Interviewreihe mit Menschen in verschiedenen


Lebenssituationen geht diesen Fragen auf den Grund.

Sie haben zwei Kinder. Wie haben bringen. Wenn die Stillzeit vorbei Unterstützung - wenn man es po-
Sie die Frage der Kinderbetreuung ist, also 2011, gehe ich in Karenz. sitiv formulieren will - das auch
gelöst? wirklich zu tun. Und es bleibt für
Ist da wieder ein halbes Jahr gep- sie eine doppelte Anstrengung. Es
B: Im Moment ist der alltägliche lant? gibt für Mütter nach wie vor eine
Betreuungsaufwand tagsüber bei emotionale Einbindung in die Fa-
meiner Frau. Ausnahmen bestäti- B: Lieber länger. Was wichtig milie. Diese Bindung ist echt nicht
gen die Regel. Ich gehe typischer- dazu zu sagen ist: Ich steige nicht zu unterschätzen. Da tun sich Män-
weise um halb sieben aus dem vollständig aus. Sondern ich habe ner einfacher zu sagen: jetzt geh
Haus, und nehme mir dann eine praktisch so ein Restbudget von ich arbeiten und jetzt bin ich weg.
Pause zur Mittagszeit um meinen mindestens einem halben Tag pro Frauen sind da immer noch ein
Sohn von der Kinderkrippe abzu- Woche, um gewisse Aufgaben zu Stück mehr involviert.
holen. Dann bin ich spätestens um betreuen, die sehr schwer abzu-
halb sechs wieder zuhause, da das geben sind und wo es sehr hohe Welche Reaktionen kamen von Ih-
die kritische Zeit der Betreuung ist Schnittstellenverluste geben würde. rem Umfeld?
und arbeite dann häufig noch ein- Und das ist ein wichtiger Punkt. Ich
mal von acht bis zehn oder elf. könnte mir ganz schwer vorstellen, B: Eine wichtige Message ist, dass
komplett auszusteigen, wenn man es heute gesellschaftsfähig ist, als
Gehen Sie einer Vollzeitbeschäfti- in einer Leitungsfunktion ist. Mann in Karenz zu gehen. Es ist
gung nach? aber nicht gesellschaftsfähig als
Welche Gründe waren dafür aus- Mann vom Beruf auszusteigen. Das
B: Ja, mit ungefähr 50 Stunden die schlaggebend, dass Sie sich für die- heißt, die Erwartung der Kollegen
Woche. sen Weg entschieden haben? und Kunden ist, dass die Projekte
weiterlaufen müssen. Es gibt wenig
ECKDATEN Und Ihre Frau? Ist sie zurzeit in Ka- B: Ohne nach der Reihenfolge zu Akzeptanz, dass ein Mann wirk-
renz? bewerten: Ganz klar Gleichberech- lich aus dem Berufsleben aussteigt.
tigung. Warum soll sich Birgit nicht Wenn er das zusätzlich macht,
STECKBRIEF B: Meine Frau ist selbstständig und auch beruflich verwirklichen kön- dann ist das ganz fein. Bei Frauen
von daher gibt es die Karenz nicht. nen? Zweiter Punkt: Lust. Lust auf ist das viel selbstverständlicher:
Name: Sie arbeitet an einzelnen Projekten Zeit mit Kindern. Der dritte Punkt Wenn sie ein Kind bekommt, dann
DDI Jan W. Bleyl und wenn sie was zu tun hat, dann ist so ein bisschen ein allgemeines ist sie weg. Bei Männern ist das
nehme ich mir frei. Schlagwort: Work-Life-Balance. Es nicht so akzeptiert.
Alter: gibt mehr im Leben als nur beruf- Es erfordert also ganz schön viel
44 Jahre Sie waren bei Ihrem ersten Kind in lichen Erfolg. Rückgrat nicht nur zu sagen: ich
Karenz. Blieb Ihre Frau da im Beruf Geld hat keine Rolle gespielt. geh in Karenz, sondern zu sagen:
Ausbildung: und Sie vollständig daheim oder ich geh in Karenz und ich bin nicht
Studium Energie- und wie haben Sie das gelöst? Wie wurde die Entscheidung ge- mehr für Sie da.
Verfahrenstechnik, Studium troffen? Waren Sie sich sofort einig Sonst bekommt man von vielen
Energiewirtschaft B: Meine Frau ging arbeiten und mit Ihrer Frau? Seiten zumindest verbale Unter-
zwar ungefähr 50 bis 60 Prozent, stützung. Aber einer Geschäftsfüh-
Beruf: also von in der Früh um acht Uhr B: Das Thema war von Anfang an rung gefällt das auch nicht.
Internationaler Know-How Trans- bis um zwei Uhr. Paul Anton war im Raum und es war klar, dass es Egal ob ein Mann oder eine Frau
fer, Energieagentur Graz damals ungefähr ein Jahr alt und ist passieren wird. Die konkrete Um- geht: Es ist ein Mehraufwand,
noch gestillt worden. Ich bin über setzung hat dann fast ein bisschen wenn jemand geht, der in dem Ar-
Familienstand: einen Zeitraum von sechs Monaten ein Schubsen von meiner Seite ge- beitsprozess drinsteckt. Von daher
verheiratet mit Birgit Bleyl (Archi- in Karenz gegangen. In den sechs braucht. Die Frau sozusagen - ich erntet man da keine Begeisterung.
tektin, Feldenkraispädagogin) Monaten hat Birgit an einem Archi- sag es jetzt provokativ - aus dem
tekturprojekt gearbeitet. Windelhorizont rauszuschubsen Hatten Sie vor Ihrer Entscheidung
KINDER Genauso wollen wir es wieder und zu sagen: komm, geh! Du Zweifel daran, ob das der Karriere
machen. Ich wäre eigentlich ger- kannst dich drauf verlassen, dass schaden kann?
Paul Anton ne nächstes Jahr wieder in Karenz ich mich kümmere und dass dein
(2 Jahre und 7 Monate) und gegangen, aber meine Frau spielt Kind gut versorgt ist. Also meine B: Es ist ganz sicher nicht karri-
Flora nicht mit. Sie will sozusagen lieber Erfahrung ist, dass sich Mütter ganz ereförderlich. Das ist so. Es hat
(6 Monate) noch ein Jahr mit den Kindern ver- schwer tun. Sie brauchen eigentlich eher mit einer grundsätzlichen >>

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comments

>> Entscheidung zu tun, die ich len anderen Stellen vorher: geh ich
gar nicht auf Karenz beschränken um sechs Uhr nach Hause oder um
würde. zehn Uhr, bin ich dazu bereit, am
Ich habe für mich entschieden, dass Wochenende zu arbeiten, nehme
ich ein Gleichgewicht zwischen ich meinen Urlaub… Es ist eine
Karriere, Familie und sonstigem Frage von Work-Life-Balance.
Leben haben will. Das ist eine Ent-
scheidung unabhängig von Kinder Also würden Sie dieselbe Entschei-
und Karenz. Wenn ich die große dung noch einmal treffen?
Karriere machen wollte, wäre ich
nicht hier in Graz. Das ist glaub B: Unbedingt. Ich würde es jedem
ich eine grundsätzliche Entschei- Vater empfehlen, auch in Karenz
dung: Welche Rolle spielt Arbeit zu gehen. Die Bereicherung, die Sie
in meinem Leben? Diese Entschei- mit den Kindern erleben, ist durch
dung trifft man aber schon an vie- nichts zu ersetzen.

Österreichweites ÖH-Seminar
dazu entschlossen ein Projekt, das • Taktisches Verhandeln mit Gabor
bereits vor einigen Jahren gestartet Sas
wurde, weiterzuführen. (Inhalt: Vermittlung des Aspektes
Dabei handelt es sich um ein öster- Taktik um Verhandlungen zu einem
reichweites Weiterbildungssemi- im Sinne der Studierenden positiven
nar, das in den Vergangenen Jahren Abschluss zu bringen.)
von diversen HochschülerInnen-
schaften organisiert wurde. • Rhetorik mit Katrin Uray und Da-
Dieses Seminar, das heuer von der niel Gunzer
HTU Graz organisiert wurde, hat (Inhalt: Erlernen einfacher rheto-
vom 27. Bis 29.11. in Velden am rischer Mittel zur besseren Erfüllung
Wörthersee mit ca. 100 Teilneh- der Gremienarbeit.)
merInnen stattgefunden.
Eine der wesentlichsten Aufgabe Dabei gab es Seminare zu sieben Gesetzliche Rahmenbedingungen
der ÖH stellt es mit Sicherheit dar, verschiedenen Themen, mit fol- der ÖH-Arbeit
die Anliegen der Studierenden in genden Schwerpunkten:
den diversen Gremien zu vertreten, • das Universitätsgesetz mit Dani-
um so die idealsten Studienbedin- Erfahrungsaustausch ela Piassoni und Katharina Fall-
gungen für jeden und jede einzelne mann
zu ermöglichen. • Gesellschaftsbildung-Bildungs-
Um dies bestmöglich erledigen gesellschaft mit Paul Sprenger • Studienplanerstellung und -ge-
zu können, ist es natürlich zwin- und Sabine Bergner staltung mit Alfred Groß und
gend notwendig, die gesetzlichen (Inhalt: Stellung der Gesellschaft Martin Stadler
Grundlagen zu kennen, sowie die gegenüber Bildung und wie die ÖH (Inhalt: Betrachtung der gesetzlichen
verhandlungstechnischen Finessen mithelfen könnte diese zu verbes- Rahmenbedingungen sowie Dis-
zumindest in Grundzügen zu be- sern.) kussion über diverse österreichische
herrschen, um nicht sprichwörtlich Studienpläne und deren Aufbau v.a.
über den Tisch gezogen zu wer- • Baustelle Studienvertretungsar- unter den Gesichtspunkten: Studier-
den. beit mit Eva Daum und Simon barkeit, Ausbildungsziel, Auswir-
Um allen StudienvertreterInnen Eberle kungen für Studierende und allge-
dieses Rüstzeug zu vermitteln, (Inhalt: Erfahrungsaustausch über meiner Aufbau)
veranstaltet die HTU Graz jährlich die Arbeitsweisen der Studienver-
Seminare, Workshops und Schu- tretungen und Erarbeitung von Dies war mit Sicherheit ein sehr ar-
lungen für ihre MitarbeiterInnen. Verbesserungspotentiale rund um beitsaufwendiges Projekt, doch hat
Ein weiterer Bereich, der die ÖH- diese Aufgaben um Wissen gezielt es sich - und da sind sich alle einig
Arbeit optimiert, ist die österreich- einzusetzen.) - für alle Beteiligten und ihre ÖH-
weite Vernetzung der Hochschü- Tätigkeiten ausgezahlt.
lerInnenschaften, mit dem Ziel Verhandlungstechniken Somit starten wir alle mit viel neu-
voneinander zu lernen, schließlich em Wissen und Motivation in die
gibt es viele Probleme und Hin- • Verhandeln in Abhängigkeiten kommenden Monate, um positiv
dernisse, die an allen Hochschulen mit Amelie Mayr und Manuel de bei der stetigen Weiterentwicklung
ähnlich sind. Sei es im Bereich Stu- Roo der Lehre an der TU Graz mitzu-
dienplangestaltung, faire Studien- (Inhalt: Grundlegende Verhandlungs- wirken und dir mit Rat und Tat zur
bedingungen und vielem mehr. techniken unter dem Aspekt der Ab- Seite zu stehen.
Aus diesen und vielen weiteren hängigkeit des Studierenden gegenü-
Gründen hat sich die HTU Graz ber dem Verhandlungspartner.) Katrin Koren

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INFOBOX
comments
Bauer
Der Bauer ist der wohl älteste
Beruf der Menschheit und leite-
te mit dem Sesshaftwerden des
Menschen vor ca. 13.000 Jahren
den Beginn der Zivilisation ein.
Die Ursprünge werden in Meso-
potamien, China und auch Mittel-
amerika vermutet. In Europa sind
die ältesten Spuren etwa 7.500

Alle Jahre wieder...


Jahre alt, danach verbreitete sich
die Landwirtschaft rasch am Kon-
tinent.

Glühwein auf der TU


War in der Antike der Bauernberuf
noch eine wichtige und angese-
hene Tätigkeit, so war im Mittelal-
ter der Beruf des gemeinen Bauern
gesellschaftlich wenig angesehen
und die meisten Bauern gerieten
Die Glühweinsaison hat wie jedes Elektrotechniker & BioMeds hatten Glühweinstände, die bis zum er-
in Abhängigkeit oder gar Leibei-
Jahr in der Inffeldgasse begonnen sich für Donnerstag ein Highlight scheinen dieser Ausgabe stattfin-
genschaft ihrer Grundherren.
und der erste Glühweinstand wur- ausgedacht: den Happy After- den werden, von den leider ein Er-
de vom 8. bis 12. November von noon. Ab 13 Uhr wurde erstmalig fahrungsbericht ausbleiben wird.
Erst im 18. und 19. Jahrhundert
der Basisgruppe Telematik (BaGru der Preis des Glühweins unter € 1
vollzog sich die Bauernbefrei-
Telematik) und der Basisgruppe gesenkt. Als zusätzliches Appetit- Den Auftakt macht der 3. Glüh-
ung in Mitteleuropa, welche mit
Informatik & Softwareentwicklung häppchen gab es ein Kombipaket (1 weinstand der Verfahrenstechniker
den europaweiten Revolutionen
(BIS) organisiert. Die Mitglieder der Glühwein und 1 Paar Frankfurter) der am Dienstag, den 1. 12. wieder
1848/49 vollständig vollzogen
beiden Basisgruppen standen von um € 1,50. in der Inffeldgasse stattfinden wird.
wurde. Danach führte die rasant
Montag bis Donnerstag vor dem Am Mittwoch 2. 12. und Donners-
fortschreitende Industrialisierung
Gebäude der Inffeldgasse 16 b. Am Am Donnerstag gab es in den Inf- tag 3. 12. gibt es eine Chance mein
zur Landflucht und mit dem tech-
Montag schloss der Glühweinstand feldgründen auch Konkurrenz, die Versäumnis von der vergangenen
nologischen Fortschritt wurde die
schon um 18 Uhr, aufgrund der Verfahrenstechniker haben wieder Woche nachzuholen und den Che-
Agrarproduktion massiv erhöht.
Sitzung der Basisgruppen. Dafür einen Glühweinstand aufgebaut, miker Glühwein auch dieses Jahr
wurde am Donnerstag wieder die der aber aufgrund des unglaub- zu kosten. Zur selben Zeit wird
Mit der Ausdehnung des europä-
Simon Feigl, Basisgruppe Physik „Lange Nacht des Glühens“ veran- lichen Angebots der „Konkurrenz“ auch die Glühweinrallye des Regi-
ischen Wirtschaftsraums kam es
2008 Summer Student am CERN, staltet, die erst beendet war, als der etwas weniger Gäste hatte. onalkreis Graz stattfinden, um den
erneut zu einem starken Rückgang
2008/09 ERASMUS-Aufenthalt an letzte Glühweinkocher gelehrt war. Erstsemestrigen, einige wichtige
der Bauern. Heute gibt es nur noch
der Université de Genève Bei diesem Glühweinstand konn- Am Mittwoch und Donnerstag fand Orte auf der TU und der KF-Uni
sehr wenige Bauern und viele Fa-
te man zwischen Glühwein und auch noch der Glühweinstand der zu zeigen, hierfür werden je ein
milien haben ihre Ländereien nur
Kontakt: feigls@sbox.tugraz.at Glühmost wählen und es gab auch Chemiker am üblichen Ort statt. Glühweinstand in der Inffeldgas-
noch zum Nebenerwerb.
Frankfurter und Schokobrezen. Leider hat es mich nicht zwischen se, Neue Technik P1 (Petersgasse),
Links: ert.cern.ch Wie jedes Jahr waren hier immer die Chemiegebäude geschlagen, da Alte Technik (Innenhof), Wall (Me-
Bauer ist zufälligerweise auch der
(Arbeits- und Ausbildungsmög- viele Leute und neben einem der es hier auch jedes Jahr einen her- rangasse) und Pschologieinstitut
Name des Vizerektors für Finanzen
lichkeiten am CERN) besten Glühweine, lernte man viele vorragenden Glühwein und jede (KF Uni) aufgebaut sein.
an der TU Graz.
Leute kennen, ob nun von anderen Menge Spaß gab.
Studien der TU oder auch von der In der Woche vom 7.12 bis 10.12
KF-Uni. Durch Zufall aber habe ich am finden auch einige Glühweinstän-
Donnerstag noch einen Glühwein- de statt:
In der folgenden Woche fand nur stand auf der TU entdeckt, den ich
am Mittwoch dem 18. November natürlich nicht auslassen konnte, • erstmalig der von den Toningeni-
der Glühweinstand der Verfahrens- wobei es hierbei widersprüchliche euren Montag bis Donnerstag in
techniker statt, dafür haben in der Aussagen gab, wer den Stand bei der Inffeldgasse
Woche vom 23. bis 26. November der Alten Technik veranstaltet hat. • der 4. Glühweinstand der Verfah-
gleich drei Studienvertretungen ei- Etwas gezeichnet vom Tag in der renstechniker in der Inffeldgasse
nen Glühweinstand organisiert. Inffeldgasse, schaute ich noch für am Mittwoch
eine Kostprobe am Glühweinstand, • Mittwoch ein Stand der Mathe-
Von Montag bis Donnerstag stan- der von den Architekten oder Bau- matiker in der Steyrergasse 30
den die StV Elektrotechnik und StV ingenieuren (bittet verzeiht mir, • Donnerstag, jener der StV Physik
Biomedical Engineering vor dem aber hier war mein Gedächtnis & Geodäsie
Gebäude der Inffeldgasse 16 b. schon etwas angeschlagen ;-) ), vor-
Bei diesem Glühweinstand gab es bei. Auch hier gab es wieder einen Den letzten Glühweinstand vor den
Glühwein, der ebenfalls zu einem Glühwein, der sehr gut schmeckte. Ferien organisieren die Mathemati-
der besten dieser Saison gehörte. ker am 16. Dezember.
Auch auf diesem Glühweinstand Auf der TU gibt es aber auch noch
wurden Frankfurter angeboten. Die nach Redaktionsschluss einige Jürgen Ebner
Kein Landwirt, sondern unser Vi-
zerektor für Finanzen: Univ.-Prof.
Dipl.-Ing. Dr.techn. Ulrich Bauer

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Audimaxismus wird international


Die Protestbewegung in Österreich arbeitet ungebremst an Lösungsvorschlä-
gen und Forderungen zu den Problemen in unserem Bildungssystem. Immer
mehr und mehr greift der Protest auch auf andere Länder über, der internati-
onale Audimaxismus wurde geboren. Dieser Artikel will kurz die Historie des
Protestes skizzieren und beschreiben, was derzeit auch international passiert.

Noch-Wissenschaftsminister Hahn renden Hörsäle an der Ruprechts- aufgefordert, das Audimax räu-
hat nur mehr eine Hoffnung: die Karls-Universität Heidelberg be- men zu lassen. Nur gut, dass der
Weihnachtsferien. Diese sollen ein setzt. Es folgten unzählige weitere Rektor den Dialog bevorzugt, eine
Ende der Protestbewegung einlei- Universitäts-Besetzungen bei- Räumung würde nur mehr Öl ins
ten, wer soll schon in den Weih- spielsweise in Münster, Hamburg, Feuer gießen.
nachtsferien das Audimax besetzt Potsdam, Frankfurt, Marburg und
halten? Doch Hahn hat ein Pro- Freiburg. Wie solls weitergehen?
blem, der Protest grassiert in ganz
Europa und wird sich auch durch Am 11. November erreichten die In Österreich zeigt sich die Politik
Christian Dobnik Weihnachten nicht eindämmen las- Proteste auch die Schweiz: Rund unfähig: Unfähig den Sinn hinter
sen. 150 Studierende besetzten die Aula den Besetzungen zu verstehen,
der Universität Basel und disku- unfähig die Tragweite der Beset-
Wie alles begann tierten über die derzeitige Situation zungen zu verstehen und unfähig
der Universitäten in der Schweiz. überhaupt Kommentare dazu ab-
Am 20. Oktober wurde die Aula der zugeben. Die Politik schweigt und
Akademie der bildenden Künste in Auch in anderen Ländern fanden wartet. In Deutschland reagieren
Wien von Studierenden und Leh- zumindest Solidariserungsdemos die Minister der einzelnen Länder
renden besetzt. Sie protestierten und Flashmobs statt. Einzelne Unis zumindest mit Kommentaren, auch
gegen die Einführung des Bologna- blieben kurzzeitig besetzt, wie zum der Wissenschaftsrat hat schon ein-
Systems. Aus einer Solidaritätsde- Beispiel in London oder Turin. Nach gesehen, dass bei der Einführung
mo am 22. Oktober entstand spon- ersten Zählungen sind derzeit rund des Bologna-Systems Fehler ge-
tan die Besetzung des Auditorium 80 Universitäten besetzt, eine Zahl, macht worden sind.
maximum der Universität Wien. die auch der Europäischen Union
Zahlreiche Arbeitsgruppen haben zu denken geben sollte. Viele Dinge können von den Län-
sich dort gebildet, die zu verschie- dern verbessert und bereinigt wer-
densten Themen Vorschläge und Deutsche Brutalität den: Mehr Geld in die Bildung in-
Lösungen erarbeiten. Seit dem 22. vestieren oder verbesserte Gesetzte
Oktober weitete sich der Protest In Österreich sind viele Beset- zur Organisation des Universitäts-
auf andere Universitäten aus: Am zungen mit den Rektoraten abge- wesens erlassen. Einige Punkte
23. folgte die Vorklinik der Uni sprochen, das heißt, die Universi- müssen aber unbedingt auf euro-
Graz, am 27. folgten der Hörsaal täten dulden die Besetzungen. Die päischer Ebene diskutiert werden:
C1 der Uni Wien sowie der Hörsaal Rektoren sind froh, dass endlich Der gesamte Bologna-Prozess ist
1 der TU Wien, die Aula der Uni die Bildung ein wichtiges Diskus- unausgereift und wurde in vielen
Klagenfurt, der Hörsaal 1 der Uni sionsthema in Österreich wird. Ländern schlecht implementiert.
Linz. Am 27. Oktober startete auch Unsere Nachbarn in Deutschland Auf europäischer Ebene muss ein
die Bewegung „estutsichwas“ an sind hier nicht wirklich kooperativ: Konsens geschafft werden, wie die
der TU Graz im Hörsaal BE01 (jetzt Beinahe täglich erreichen uns Mel- Universitätsbildung der Zukunft
Hörsaal II). Weitere Besetzungen dungen, dass Hörsäle von der Po- wirklich aussehen soll. Der Bo-
an anderen Universitäten kamen lizei geräumt werden und Studie- logna-Prozess brachte nicht den ge-
später hinzu. rende wegen Hausfriedensbruch wollten Erfolg, das zeigen uns die
angezeigt werden. Andere Beset- Proteste in ganz Europa. Es ist Zeit
Deutschland, England, Polen, ... zungen werden freiwillig aufgege- zu handeln, Österreich! Es ist Zeit
ben, da die Studierenden Angst vor zu handeln, Europa!
Die Besetzungen blieben nicht einer etwaigen Exmatrikulation ha-
lange nur „österreichisch“. Am 3. ben. In Österreich hat die ÖVP den Christian Dobnik
November wurden von 150 Studie- Rektor der Universität Wien dazu Ehemaliger Vorsitzender HTU Graz

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Studierendenproteste:
Quo vadis, TU Graz?
Im Zuge der Uni-Besetzungen in Wien und an der Karl-Franzens Universität
Graz, wurde am 27. Oktober zur Vollversammlung der Studierenden der TU
Graz geladen. Ziel der Versammlung war es, basierend auf den Ansichten der
Studierenden zu den Protesten, den Weg für das weitere Vorgehen an der TU
Graz zu weisen.

Nachdem die Proteste ihren An- der TU Graz vorherrschen, zur Problemen an anderen Univer-
fang an der Akademie der Bilden- Sprache. Zum einen wurde hierbei sitäten. Entsprechend müsse es
den Künste in Wien, aufgrund der der hohe Drittmittelanteil der Uni, für überlaufene Studien an allen
Umstellung der Studienpläne auf wodurch Abhängigkeiten gegenü- Universitäten Zugangsbeschrän-
Bachelor und Master, genommen ber Unternehmen entstehen kön- kungen geben.
hatten und in der Folge das Audi- nen, genannt, sowie der Mangel
max der Uni Wien und die Vorkli- an - den Studierenden zur Verfü- In Sachen Drittmittelproblematik
nik an der Uni Graz besetzt wur- gung stehenden - Lernräumen. Des gestand er ein, dass Lehraufträge
den, war es auch für die HTU Graz Weiteren fand Beachtung, dass die ohne diese Mittel nicht möglich
an der Zeit, die Proteste genauer Studien an der TU Graz zu sehr seien. Er widersprach jedoch dar-
ins Auge zu fassen. Um nicht über verschult seien und eine zu geringe in, dass dadurch Abhängigkeiten
die Köpfe der Studierenden hinweg Interdisziplinarität aufweisen. Au- gegenüber den DrittelgeberInnen
zu entscheiden, ob und welche Pro- ßerdem wurde die Umsetzung des entstünden.
testmaßnahmen zu der Thematik NAWI Graz Projektes bemängelt.
ergriffen werden könnten und, um Zudem gab er an, dass eine Ver-
ein möglichst breites Meinungs- Das Rektorat nimmt Stellung schulung im Studium an mancher
spektrum zu erhalten, lud die HTU Stelle unumgänglich sei. Er meinte
deshalb zur Vollversammlung der Nach einigen Impressionen von aber auch, dass es versucht werde,
Studierenden an der TU Graz. den laufenden Besetzungen und das nötige Ausmaß hierbei so nied-
den Berichten von BesetzerInnen rig wie möglich zu halten.
Der Einladung in den HS P1 ka- der Uni Graz kam nun auch Rek- Das NAWI-Projekt, räumte er ein,
men mehr als 300 interessierte tor Sünkel zu Wort. Er merkte zu- sei noch unausgereift, und die In-
Studierende nach. Ebenso fanden nächst an, er hoffe, dass der Druck, terdisziplinarität sei auch noch Andreas Kainer bei seinen einleitenden Worten
sich Rektor Sünkel und Vizerektor den die Studierenden ausüben, nicht immer ausreichend gegeben.
Kainz ein, um zu den bereits lau- auch tatsächlich zu Änderungen Anschließend merkte Vizerektor
fenden Protesten Stellung zu neh- führe, um die universitäre Lage zu Kainz an, zum Problem der Lehr-
men und um auf die Fragen der verbessern. räume liefen ambitionierte Projekte.
Studierenden eingehen zu können. Es gäbe aber Probleme bei deren
Christian Dobnik, ehemaliger Vor- Im Bezug auf den Bologna-Prozess Realisierung. Neben vielen Einzel-
sitzender der HTU, moderierte die führte er allerdings an, dass die maßnahmen wolle man versuchen,
Versammlung. Universitäten bei der Umsetzung flächendeckender zu arbeiten.
des neuen Systems im Zugzwang Allerdings seien die finanziellen
Um alle Anwesenden auf den seien. Dabei sprach er jedoch auch Möglichkeiten in der Infrastruktur
gleichen Stand zu bringen, fasste davon, hier für Verbesserung sor- sehr begrenzt, da ein Großteil der
Andreas Kainer, Vorsitzender der gen zu wollen. Bachelorabsolven- zur Verfügung stehenden Gelder
HTU, zu Beginn der Versammlung tInnen sollten arbeitsfähiger wer- bereits im Vorhinein fest verplant
nochmals alle bis dato bekannten den. Vizerektor Kainz bemerkte sei.
Geschehnisse in Verbindung mit aber auch, das Bachelorstudium
den Protesten zusammen. Weiters an der TU Graz diene vordringlich Das deckt sich mit der Aussa-
bekamen die grundlegenden Pro- der Schaffung einer naturwissen- ge Sünkels, dass österreichische
bleme, welche Auslöser der Protes- schaftlichen Basis. Eine fachliche Universitäten im internationalen
te sind, bei der Einführung ihren Ausrichtung werde erst im Master- Vergleich weit unterfinanziert
Platz. studium vollzogen. seien. Zum Thema Finanzen führ-
te Sünkel weiters an, dass auch
Probleme an der TU Graz Zum Thema Zugangsbeschrän- bei der Studienplatzfinanzierung
kungen meinte Sünkel sinngemäß, Probleme zu erkennen seien. Die
Daran anknüpfend kamen insbe- eine Einführung derselben an ein- österreichischen Universitäten er-
sondere die Probleme, welche an zelnen Universitäten führe nur zu halten bis 2013 jährlich 157 Mio. >>

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Niemand will im rechten Eck sein

>> Euro Refundierung für den gumentierten, dass die Gebühren, Weiters im Rahmen der Debatte an-
Ausfall der Studiengebühren vom als sie noch semesterunabhängig geführt wurde die Frage, ob es Sinn
Bund, unabhängig von den tatsäch- von allen Studierenden eingeho- der Drittmittel sei, die Lehre zu
lichen Ausfällen. Dem gegenüber ben wurden, keine Verbesserung in finanzieren. Ebenso sprachen sich
stünde ein Studierendenzuwachs der Qualität des Studiums mit sich viele der anwesenden Studieren-
von derzeit etwa 5 bis 6% Prozent gebracht hätten. Wenn Studienge- den gegen schnelles Studieren aus.
jährlich. [1] Ein Ausgleich abhängig bühren erhoben werden sollten, Sinnvolles Lernen bliebe dabei auf
von den Studierendenzahlen sowie dann nur bei entsprechender Ge- der Strecke. Der Sinn des Studiums,
eine Inflationsabgeltung seien da- genleistung. Des Weiteren rechne eine umfassende Weiterbildung zu
bei leider nicht angedacht. sich ein freies Studium für den Staat ermöglichen, ginge ansonsten ver-
in jedem Fall trotzdem: Da Akade- loren.
Zur Frage Dobniks, ob er für oder mikerInnen durch höhere Steuern
gegen Studiengebühren sei, ent- in der Regel weit mehr Gelder an Protestmaßnahmen an der TU
gegnete Sünkel diplomatisch, für den Bund zurückführten, würden Graz
ihn sei es unerheblich, ob das Geld sich die Kosten des Studiums so-
von den Studierenden oder vom wieso amortisieren. Ferner sollte Nach über zweistündiger Ver-
Steuerzahler komme. Er könne sich Bildung als bedeutendes Gut in der sammlung war es schließlich an
jedoch auch die Einhebung mode- Gesellschaft für jedermann frei zu- der Zeit, über das weitere Vorge-
rater Studiengebühren in Verbin- gänglich sein. hen an der TU Graz zu beraten. So
dung mit einem besseren Stipen- war zunächst zu klären, ob die Stu-
diensystem vorstellen. In jedem Zum Thema Zugangsbeschrän- dierenden der TU Graz gemeinsam
Fall empfinde er es aber als eine kungen wurde angemerkt, dass mit den Studierenden der Uni Graz
Rektor Sünkel und Vizerektor Kainz am Rednerpult Zumutung, neben dem Studium die Universitäten nur so viele weiter agieren, oder ob sie eigene
zusätzlich arbeiten zu müssen. Leute ausbilden können, wie Platz Wege gehen wollen. Aus den Rei-
vorhanden ist. Allerdings kann hen der Anwesenden klang immer
Diskussionrunde mit den Studie- dieser Gedankengang schnell wieder heraus, man solle sich mit
renden missbraucht werden. Durch vor- den Studierenden der Uni Graz so-
geblichen Platzmangel könnten lidarisieren und die Besetzung der
Nach Sünkels Ausführungen hat- massive Zugangsbeschränkungen Vorklinik mit unterstützen. Im Lau-
ten nun auch die anwesenden Stu- die Regel werden. Das Budget solle fe der Diskussion rückte allerdings
dierenden die Möglichkeit, ihre an die Studienplätze angeglichen mehr und mehr eine TU-eigene Be-
Meinung zu den Protesten und den werden und nicht umgekehrt. Es setzung in den Vordergrund. Letzt-
Problemen zu äußern. fiel die Frage, ob an der TU Graz endlich wurde in Absprache mit
Zugangsbeschränkungen zur De- dem Rektorat entschieden, in den
Dabei begann die Diskussion er- batte stünden. Sünkel antwortete, HS BE01 zu übersiedeln, wo über
wartungsgemäß zuerst mit den an der TU Wien hätte es über 1000 eine dauerhafte Besetzung beraten
Studiengebühren. So sprachen sich Architektur-Inskriptionen gege- werden sollte. Dort sollten eigene
vereinzelt Studierende für Gebüh- ben. Sollte es dort Beschränkungen Arbeitsgruppen gebildet werden,
ren aus. Begründet wurde dies über geben, so komme auch die TU Graz die sich mit den Problemen an der
die notwendige Mitfinanzierung nicht umhin, selbiges zu tun. Für TU Graz beschäftigen. Auf diese
der Universitäten. Bildung müsse Molekularbiologie seien derzeit Weise könnten die eigenen Forde-
einen entsprechenden Gegenwert keine Diskussionen über Zugangs- rungen besser vertreten werden.
haben. beschränkungen im Gange, führte Mit der Übersiedelung und der
Sünkel weiter aus. Es ist anzumer- darauf erfolgten Besetzung des HS
Den einzelnen BefürworterInnen ken, dass es hier mittlerweile doch BE01 endete die Vollversammlung.
der Studiengebühren stand eine Bestrebungen gibt, in der Moleku-
Das Interesse ist groß, der Hörsaal P1 gut gefüllt Mehrheit an GegnerInnen bei der larbiologie ebenfalls Zugangsbe- Text: Alexander Aigner
Versammlung gegenüber. Sie ar- schränkungen einzuführen. Fotos: Alexander Koch

Seite 15

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Mei Protest is ned deppert!


<< Wir sind naiv. Wir sind ein linkslinkes Pack. Wir blockieren nur und haben
keine Lösungsansätze. Wir verbreiten “radikales” Gedankengut. Wir machen
das zum Spaß und aus Trotz. Wir kritisieren nur, haben aber keine Ahnung von
der ganzen Thematik. Wir werden sowieso nichts ändern. >>

Danke, es ist immer schön zu sehen,


wenn harte Arbeit gewürdigt wird,
man nicht vorschnell verurteilt
und in Schubladen geworfen wird.
Doch das ist das tägliche Echo, das
uns von Leuten entgegenschallt, die
mit dieser Besetzung eben nichts
anfangen können. Sobald wir aber
die Gelegenheit haben, mit Kritike-
rInnen über unsere Forderungen zu
diskutieren, einige Missverständ-
nisse auszuräumen und unsere Ar-
beit und deren Grund zu erklären,
bleibt von dieser Kritik meist nichts
mehr übrig. Wir sind weitgehend
unparteiisch, man kann über alles
reden und wir gehen diese Pro-
bleme sehr pragmatisch und über-
legt an. Die ultimative Kritik, die
dann meistens noch übrig bleibt,
ist, dass wir alle Weltverbesserer
wären. Nun, damit können wir le-
ben. Eigenartig nur, dass Weltver- scheitert angesehen werden. Auch wicklung besorgt äußerten, wur-
besserung anscheinend nicht mehr konservative Kreise und so manche den von der Regierung nicht be-
Auch das Lichtschwert wurde zum Symbol des gänzlich positiv gesehen wird. ÖVP PolitikerInnen unterstützen achtet und z.T. übelst denunziert.
Protests immer mehr diese Bewegung und Und das von einer Regierung, der
Eine kurze Bestandsaufnahme: In- ihre Forderungen. Sogar die Bur- zurzeit ein Landwirt als Finanzmi-
zwischen sind mehr als 100 Univer- schenschaft Allemannia befestigte nister, eine Bildungsministerin aus
sitäten und Bildungseinrichtungen am Balkon ihres Vereinslokals ein dem Bankenwesen und ein Wissen-
auf der ganzen Welt, hauptsächlich Transparent, auf dem sie die Bil- schaftsminister, dessen Dissertation
in Deutschland und Österreich be- dungsmilliarde forderte. als peinlich bewertet wurde (*), >>
setzt. Überall finden sich Arbeits-
gruppen zur Aufarbeitung der Was ist hier los? Kann es etwa sein,
Probleme zusammen - Studieren- dass dieser Protest einfach objektiv
de, Lehrende, Forschungspersonal, gerechtfertigt ist und derart drin-
immer mehr Gruppen nehmen Teil. gend notwendig war, dass sogar
Sowohl politisch Motivierte, als politische und andere Feindselig-
auch “unpolitische” Studierende keiten dafür begraben werden? Ja,
und Lehrende - Squatting Teachers so ist es - ganz einfach.
- investieren nahezu ihre gesamte
Freizeit für ein Ziel, nämlich freie Wer blockiert hier?
Bildung ohne gesellschaftliche Bar-
(*) Hat zwar mit der sachlichen Diskussion nicht rieren. Parteien, Gewerkschaften, Jahrelang haben sich Probleme
so viel zu tun, aber weil es so schön ist gleich Organisationen, Vereine, namhafte nur angehäuft und verschlimmert.
nochmal: Die Bewertung Hahns Dissertation von
Persönlichkeiten etc. der ganzen Dringend notwendige Reformen
Herbert Hrachovec, Gutachter zum Plagiatsvor-
wurf: Welt solidarisieren sich mit un- wurden nicht oder einfach kom-
„Es handelt sich um eine Arbeit minderer Quali- serer Bewegung. Europaweit wird plett falsch gemacht (Zu 95% darf
tät, die stellenweise an das Banale und sogar Pein- über Bildung diskutiert, außerhalb diese Aussage auch wieder als ab-
liche grenzt. In ihrer Abfassung sind elementare Österreichs Politikerkreisen sogar solut objektiv gesehen werden).
Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens vielfach
missachtet worden. Die Schlamperei grenzt an
ernsthaft. FAZ und Süddeutsche Eine sachliche Diskussion dazu
Fahrlässigkeit. Mit Wissenschaft hat das nur als Zeitung titelten, der Bologna Pro- ist aber einfach nicht erwünscht.
abschreckendes Beispiel zu tun.“ zess in dieser Form könne als ge- ExpertInnen, die sich zu einer Ent-

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Protestzug durch Graz

fallender Tendenz) machen wir ein wendig wäre, unabhängig vom Stufe der langen Treppe, aber der
Kreuzchen, um dann wieder zu- Ideal der freien Bildung. Und umso Beweis, dass wir richtig unterwegs
zusehen, wie erst wieder nicht das mehr wird klar, dass wir momen- sind. Rome wasn’t built in a day,
gemacht wird, was uns verspro- tan in einer Sackgasse sind, aus aber es wurde gebaut.
chen wurde. Aber da heißt es dann der wir schnellstens wieder raus
Schnauze halten. Wir leben in einer müssen. Diese Richtungsänderung Jetzt haben wir die Chance, wie es
Demokratie. Wir sind eine mündige wollen wir mit unseren Protesten sie vermutlich lange nicht mehr ge-
Gesellschaft. Wir wollen mitreden, durchsetzen. ben wird. Überparteilich, sachlich,
und wenn man uns einfach nicht und vor allem gemeinsam können
mehr lässt, schreien wir umso lau- Probleme endlich angehen! wir noch einiges nachhaltig zum
ter. Und wenn wir alle wissen, dass Positiven wenden! Viele von uns
wir Recht haben (bestätigt durch Die Forderungen, die aus diesen haben schon nicht mehr an eine
Plenum HS BE01 echte ExpertInnen, OECD Studien, Arbeitsgruppen entstehen, sind Richtungsänderung geglaubt, aber
offensichtlichen Begebenheiten, der natürlich sehr umfassend und be- die letzten paar Wochen haben
>> angehören. Alles Experten! Statistik Austria, einem Verstand, inhalten viele Lösungsansätze. uns eindrucksvoll das Gegenteil
Aufgezeigte Missstände wurden, und und und) dann werden wir Probleme sind komplex und deren gezeigt. Deshalb auch der Aufruf
anstatt sie zu diskutieren und zu nicht so schnell damit aufhören. Lösung ebenso, das wissen wir. Sie an Studierende, Lehrende, wissen-
beheben, totgeschwiegen und die Die Politik muss endlich begrei- müssen aber gelöst oder zumin- schaftliches Personal und alle, die
Kritisierenden ihrer demokra- fen, dass wir uns nicht mehr mit dest gelindert werden. Und das bis das hier lesen: Macht mit, gestaltet
tischen oder finanziellen Mittel halbwahren Statistiken, aus dem ins letzte Detail durchzuplanen, mit, es geht uns alle etwas an!
beschnitten. Damit sie sowas ja Zusammenhang gerissenen Zahlen ist einfach nicht unsere Aufgabe.
nicht noch einmal machen (Siehe und Argumenten, oberflächlichen Dafür werden eigentlich Politike- die BesetzerInnen
ÖH, Caritas,...). Alle paar Jahre (mit Diskussionen, Schmutzkübelkam- rInnen und deren BeraterInnen,
pagnen und Diffamierungen ver- bzw. BeraterInnen und deren Be-
arschen lassen. Wir wissen was los raterInnen (diese Posten wuchern P.S.: Sollte unter den LeserInnen nun
ist. seit KHG) bezahlt, das sollten nicht immer noch jemand der Meinung sein,
auch noch wir in unserer Freizeit wir wären alle nur Suderanten, Träu-
In Arbeitsgruppen setzen wir uns machen müssen. Was die Umset- mer, Blockierer, linke Chaoten oder was
intensiv mit Themen wie Finanzie- zung unserer Lösungsvorschläge auch immer, so möge er uns das bitte
rung, Bologna Prozess, Verschu- angeht, können wir an der TU Graz direkt mitteilen und begründen. Da-
lung und mit gesellschaftlichen auch schon auf Erfolge verweisen. heim verstecken und Meinungen aus
Aspekten auseinander. Das ist kei- Im Gespräch mit dem Rektorat Vorurteilen statt Argumenten zu ver-
ne gemütliche Diskussion, die wir der TU Graz, von dessen Seite wir treten gilt nicht.
da führen, sondern vor allem mü- die volle Unterstützung haben,
hevolle Recherche, die aber immer sind schon ein paar kleine Ziele INFOBOX
wieder erstaunliches zu Tage bringt. erreicht worden. So wird das LV
Je mehr wir uns einlesen und einar- Evaluierungssystem verbessert, Links zum OECD
beiten, umso eklatanter erscheinen Lernplätze durch die Einbindung Bildungsbericht:
uns die Verfehlungen der Politik. Je von leerstehenden Seminarräumen www.orf.at/ticker/265610.html
mehr Statistiken und Studien wir ausgebaut, Inhalte von Einfüh- www.orf.at/ticker/340635.html
durchgearbeitet haben, umso kla- rungsvorlesungen angepasst und
rer zeigt sich, dass die Umsetzung überdacht und eine semesterliche Übersichtskarte von besetzten
vieler unserer Forderungen allein Studierendenvollversammlung Universitäten
volkswirtschaftlich unbedingt not- mit dem Rektorat eingeführt. Eine http://tinyurl.com/uniprotest

Impressionen der Donnerstagsdemo

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Klimawandel auch an der TU Graz!


Die oikos Climate Curricula Challenge (CCC) lockte der TU Graz!”. Dabei wurden vier zu lauschen, wie denn ihr jewei-
ExpertInnen gefragt, wie ihr Fach- liges Fachgebiet dem Klimawan-
mehr als 70 Interessierte an die TU Graz und sorgte gebiet dem Klimawandel begegnen del begegnen könne. Diese Frage
bei einigen für einen Klimawandel. kann. wurde von Mitgliedern von oikos
Graz und der ÖH der TU Graz im
Es war ein gutes Klima für einen Rahmen der “oikos Climate Curri-
Wandel, das am 21. Oktober im cula Challenge” (CCC) an die Vor-
Als Startveranstaltung für das Gesellschaftspolitik an der HTU Hörsaal der TU Graz herrschte. tragenden gestellt. Dieses internati-
Projekt Wissenschaft, Technik und Graz in Kooperation mit oikos Graz Mehr als 70 Studierende waren ge- onale Projekt wurde an mehreren
Gesellschaft (nähere Informationen die oikos “Climate Curricula Chal- kommen, um den Antworten einer Universitäten weltweit umgesetzt
siehe WTuG-Flyer) organisierte am lenge” (CCC), eine Veranstaltung Professorin und drei Professoren und brachte überall interessante
21. Oktober 2009 das Referat für zum Thema “Klimawandel auch an der Technischen Universität Graz Erkenntnisse.

Ob der Klimawandel neue Krank-


heiten verursachen kann, versuchte
Prof. Gabriele Berg vom Institut für
Umwelt- und Biotechnologie zu be-
antworten. Die globale Erwärmung
kann das natürliche Gleichgewicht
der Mikroorganismen verändern
und so neue Pathogene bewirken.
Tropische Krankheiten wie Malaria
und Cholera treten auch in Europa
���������� ���� ��� ��������� ��� ��������� ������ ���' ���� immer häufiger auf.
��������� ��� ����������� )���������� ����� ��� ������� #�
�������� ����� � ������ ��� /���������%��������' �������� Prof. Grigor Doytchinov vom
���������������' ����� 0������%������(' �����������( ��� Institut für Städtebau stellte eine
�����������������������' ��� ����� 1���������� ����� ���� Verbindung zwischen Regional-
������������' ���� �������� %���' ���� ��� .�����������' ��� planung und Klimawandel her. Die
!�����% ��� ���� )����� �� ���������� .���������%��� ��� ��� zunehmende Zersiedlung stellt ein
"����������� ������� großes Problem für die Umwelt
dar, da dies mehr Verkehr nach sich
���������� ����������� ������������� �� ��� ��� ��� ���� zieht und es großflächig zu einer
������ ����� ��� ����� ����� ����������������� ������� Versiegelung des Bodens kommt
�������� ��� ������ ����� �������� ��� �� ��� �������� bei gleichzeitiger extensiver Nut-
����������� zung desselben. Besonders in Ös-
���� ���������� ������������ ������������������� �� ��� !� terreich und der Steiermark lässt
"��# ������ ������� ���� ���� $��������� ����������� die dezentral organisierte Politik
��������������#��� ��� ������ ��������� !������% ����������� oft langfristige strategische Pla-
&���� #����#� ����' �� ���� ��� ��� ����������( �#�� nung mit Weitblick auf Umwelt-
��������������������� )������������� �� )�� #� �������������� verträglichkeit vermissen.
��� ������ "���� �*����� ��� ���������' ���� �� ��� !� "��#
)�������� ����� ��� ���� ���� �������� ���� ����������� Wasserkraft war das Hauptthema
+��������' ������� ���� ���� ������� ��� ������������������ des Vortrags von Prof. Helmut Ja-
"����������%��� �������� ��� ��������,��� ����� -�����
berg vom Institut für Hydraulische
������ ��� .����� ��� !���������� ������ ������� ��� ��������
������� �#�� ����������' ��� ��� ����������� �� ����� Strömungsmaschinen. In Anbe-
/������� ��������� ������� ���� �������� ��� ��������� tracht der aktuellen sowie zukünf-
��������������#��� �� ��� !� "��# #� ������ !���� ����� ��� tigen Energiesituation, wies er auf
������ ����� ����������� ��� ��������� �����%�����#������ die Wichtigkeit erneuerbarer Ener-
-��%����������� ��� ������� ��� �����' ��������� ����� ��� gieträger hin. Sonnen- und Wind-
�������� ������������� )�������������������� ������������ energie müssen und werden in
den nächsten Jahrzehnten ebenso
zunehmen, wie verschiedene For-
.�� ���� #�� ���� ���� %����� "����� ��� ������������ ��� men der Wasserkraft, einschließ-
����� 2����� �� ��������� ��� 1�������� ���� ��� ������� lich Unterwasserkraftwerken und
��������������� ��������� .��� ���� �� ��� +������ ����' ����
Pumpspeicherkraftwerken (zum
��� �*������� ������%����� ������� #�%,������� ��������� #�
Speichern von elektrischer Energie,
����� ���%������ ������' ����� ���� �� ������ ��������
-��%������ ���� 3� ���� ��� ����' �� �� ���� %*���� ��� die aus Wind- und Sonnenenergie
������ ����� ���������4 gewonnen wurde).
� ������ ������������ �*����� ��� ���� ��� ��� .!�" 0������
�� -�#����� ���������' ���� "���������� ��� ���#�� .��������� Prof. Michael Narodoslawsky
�������� �� ������ !���� #� ��������� vom Institut für Prozess- und Par-
tikeltechnik betonte die Pflicht
der jungen Menschen von heute,
5�� �������� ����� ���� ��6 ������7���������#��� ����������� die aktuellen Herausforderungen
anzunehmen. Er machte drei >>

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>> Änderungen im bestehenden Willst du auch bei der Organisati-


Wirtschaftssystem aus: Ressour- on von Veranstaltungen wie dieser
cenknappheit, Änderungen der mithelfen und hast du ganz allge-
Infrastruktur und Zunahme von mein Interesse am Projekt Wissen-
Netzwerken. All dies erfordert schaft, Technik und Gesellschaft?
neue Produkte und effizientere Pro- Oder hast du eigene Ideen, die in
zessabläufe, die auch unter Mithilfe den Bereich Gesellschaftspolitik
der TU Graz entwickelt werden. Ei- fallen, und möchtest diese gerne
Prof. Gabriele Berg Prof. Grigor Doytchinov
nen maßgeblichen Anteil daran hat mit einer Gruppe umsetzen?
das „European Institute of Innova- Dann kontaktiere uns einfach unter
tion and Technology” (EIT), das eu- gespol@htu.tugraz.at!
ropaweit Kräfte bündelt und somit
ein Innovationsnetzwerk darstellt. Birgit Ungerböck, Referat
für Gesellschaftspolitik
Die Hauptbotschaft des Abends? (gespol@htu.tugraz.at)
Wir leben in einer spannenden Zeit
– nehmen wir die Herausforderung Mario Diethard, oikos
an!
Prof. Helmut Jaberg Prof. Michael Narodoslawsky

Weitere Infos sowie einen Videozu-


sammenschnitt gibt es unter: http://
www.oikos-international.org/projects/
climate-challenge/challenge-2009.html

INFOBOX KULTUR
Veranstaltungen der Bühnen Graz im Jänner 2010

1 2 3
19:30 16:00 15:00
Neujahrskonzert im „Das Traumfresser- „Die Fledermaus“ im
Opernhaus chen“ im Opernhaus Opernhaus

4 5 6 7 8 9 10
- 19:30 20:00 20:00 19:00 20:30 15:00
„Das ewige Leben“ „Nipplejesus“ im „Peepshow“ im „Rusalka“ im „Soap Shuttle“ im „The Sound of Mu-
im Schauspielhaus Schauspielhaus Schauspielhaus Opernhaus Schauspielhaus sic“ im Opernhaus

11 12 13 14 15 16 17
20:00 20:00 19:30 19:30 20:30 19:30 20:00
„Elling“ im „Peepshow“ im „Die Glut“ im Schau- „Kabale und Liebe“ „Heute Abend Lola „Opening Night“ im „Krankheit der
Schauspielhaus Schauspielhaus spielhaus im Schauspielhaus Blau“ im Schauspielhaus Jugend“ im
Schauspielhaus Schauspielhaus
18 19 20 21 22 23 24
19:30 20:00 20:00 20:30 19:30 19:30 20:00
„Night of Percus- „Satsang“ von Alf „The Great China „Heute Abend Lola „Weh dem, der „Die Csárdásfürstin“ „Leonce und Lena“
sion“ im Orpheum Poier im Orpheum Circus“ am Blau“ im lügt!“ im im Opernhaus im Schauspielhaus
Messegelände Graz Schauspielhaus Schauspielhaus
25 26 27 28 29 30 31
19:30 19:30 19:30 19:30 19:30 21:30 15:00
Kammerkonzert „Weh dem, der „Die Csárdásfürstin“ „Macbeth“ im „Das ewige Leben“ Opernredoute im „Alles Tanz“ im
„Klarinetten Tutti“ lügt!“ im im Opernhaus Schauspielhaus im Schauspielhaus Opernhaus Opernhaus
im Opernhaus Schauspielhaus

Für weitere Informationen besuche bitte die Website der Bühnen Graz unter http://buehnen-graz.com Viola Schmied
Referat für Veranstaltungen
veranstaltungen@htu.tugraz.at
http://events.htu.tugraz.at

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htu4U

Referat für Sozialpolitik:


Gut gefragt ist halb gewonnen
Wir vom Referat für Sozialpolitik sind dazu da, dir ein möglichst reibungsfreies Studium zu ermöglichen!
Sei es die Beratung zu sozial relevanten Themen wie Familien- und Studienbeihilfe, Mietrecht, Arbeits-
recht und ähnlichen Themen, Hilfestellungen für studierende Mütter und Väter, oder die konkrete finan-
zielle Hilfe in Notlagen. Dazu gliedert sich das Referat für Sozialpolitik in sechs Fachbereiche.

Fachbereich Beihilfen und Versi- der/dem VermieterIn? Ist die hohe Fachbereich Studieren mit Kind
cherungen Ablöse gerechtfertigt? Welche Re-
paraturen in der Wohnung muss • Beratung und (Erst-) Information
• Welche Möglichkeiten habe ich, ich selbst bezahlen, für welche ist aller Studierenden mit Kindern
finanzielle Unterstützung für mei- der/die VermieterIn zuständig? der TU Graz sowie aller, die pla-
ne Studienzeit zu bekommen? Bei solchen und ähnlichen Fragen nen in Zukunft zu diesem Kreis
rund um den Bereich Wohnen, zu gehören.
• Wie oft darf ich das Studium Wohnrecht, Mietrecht, usw. stehen
wechseln, um Studienbeihilfe wir dir gerne helfend zur Seite. • Angebot einer “Babymappe” in
und/oder Familienbeihilfe nicht Zudem existiert in Kooperation mit der alle Anträge + Informationen
zu verlieren? weiteren Grazer Unis, eine Woh- rund um Geburt, Beihilfen,... ge-
nungsbörse, in dem dich ein Ange- sammelt sind.Weitere Informati-
• Ich bin nicht versichert - welche bot an Miet- und WG-Wohnungen onen über Änderungen (wie zB.
Möglichkeiten habe ich? erwartet: Kinderbetreuungsgeld, Famili-
http://boerse.htu.tugraz.at/wohnen/ enbeihilfe,…) mittels Homepage,
• Mein Studium hat sich verzögert Hier kannst du auch freistehende persönlichem Gespräch, Newslet-
- was kann ich tun, um trotzdem WG-Zimmer oder Wohnungen ter… Marianne Heilig
Fachbereich Beihilfen und Versicherungen
noch Anspruch auf Studienbeihil- selbst inserieren.
fe und/oder Familienbeihilfe zu Des Weiteren wird ein Folder aus- • Beratung und Information in per-
haben? gearbeitet mit Wissenswertem sönlichen Angelegenheiten (auf
zur Wohnungssuche, Mietvertrag, Anfrage) wie zB.
Fragen dieser Art sind der Grund, Wohngemeinschaften, Miete, Tips
warum es uns gibt. „Uns“, das ist & Tricks, Fallen,... - Geburt (Was gibt’s in Graz und
der Fachbereich Beihilfen und Ver- Umgebung?)
sicherungen. Ein Teilbereich des Fragen? E-Mail an:
Sozialreferates der HochschülerIn- wohnen@htu.tugraz.at - Stillen (u.A. empfohlene Litera-
nenschaft an der TU-Graz. tur)
Weil wir alle wissen, dass alles so Fachbereich Arbeit
einfach wäre, wäre es nur nicht so - Kinderärzte, (Kinder-) Krank-
kompliziert, versuchen wir, eure Berufstätige Studierende führen heiten, Impfen, Gesundheitsför-
Fragen nach bestem Wissen und ein „Doppelleben“ – ein Leben an derung
Gewissen zu beantworten und euch der Uni und ein Leben direkt in
bei kleinen und großen Problemen der Arbeitswelt, wobei Zeitdruck - Unterhaltsfragen
zur Seite zu stehen, um euch wie- und arbeits- wie sozialrechtliche
derum die Möglichkeit zu geben, Hindernisse zusätzliche Probleme - Kinderbetreuungsmöglich-
sich auf die „wirklich wichtigen bereiten können. keiten der TU/Stadt Graz Nicole Binder
Dinge des Lebens“ konzentrieren Angesichts dessen ist es für uns Fachbereich Beihilfen und Versicherungen
zu können. besonders wichtig, hier für die nö- - Vereinbarkeit von Familie und
Da die rasche Beantwortung sol- tigen Infos betreffend Abgaben und Studium an der TU Graz
cher Fragen sehr wichtig ist, bieten Steuern zu sorgen. Schließlich sind
wir drei mal wöchentlich Bera- Themen wie Mitversicherung, Ar- - Wichtige Kontaktadressen
tungsstunden zu unterschiedlichen beitnehmerInnenveranlagung und
Zeiten an. Zusätzlich gibt es auch eine drohende Nachzahlung nur • Vernetzung von Studierenden
noch E-Mail Beratungen, für all auf den ersten Blick trockene Ma- mit Kindern durch gemeinsame
jene, die tagsüber keine Zeit finden terie, sie können aber dein Leben Veranstaltungen wie zB.
unsere persönliche Beratung in An- (und vor allem deine Geldbörse)
spruch zu nehmen. direkt beeinflussen. - das monatlich stattfindende
Gerne wird dir daher in der wö- KITS (KInderTreffenStudieren-
Fragen? E-Mail an: chentlichen Sprechstunde immer der),
beihilfen@htu.tugraz.at montags zwischen 09:00 und 10:00 - jährliche Ausflüge (im vergan-
Uhr (bei Bedarf bis 11:00) oder per genen Studienjahr ging’s zum
Fachbereich Wohnen E-Mail in Fragen rund um Arbeit- Elfenberg in Mautern)
und Steuerrecht weitergeholfen.
Du ziehst um? Ist mit deinem • Aufbau einer kinderfreund-
neuen Mietvertrag auch alles in Fragen? E-Mail an: lichen Infrastruktur (Kinder- Manuel Brandner
Ordnung? Gibt es Probleme mit arbeit@htu.tugraz.at spielecken, Spielplätze, >> Fachbereich Beihilfen und Versicherungen

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Dominik Straubinger Muhammad Umar Janjua Sarah Kriechbaum Clemens Amon


Fachbereich Studieren mit Kind Fachbereich ausländische Studierende Fachbereich behinderte Studierende Fachbereich Wohnen
Fachbereich Beihilfen und Versicherungen

BabysitterInnenPool, Bücher- to Non- EU countries in following den, und Studierenden in akuten


sammlung rund ums Thema aspects. Notlagen, das Studium monetär
Schwangerschaft und Kinder) oder mit Essensgutscheinen er-
• Admission requirements and pro- leichtern möchten.
• Einschreiten/Beraten wenn Rech- cedure at the TU Graz. Zudem gibt es den Mittagsfreitisch,
te von Studierenden mit Kindern bei dem ebenfalls bedürftige Stu-
verletzt werden • Fulfillment of pre-study require- dentinnen und Studenten von teil-
ments at the TU Graz nehmenden Restaurants ein ganzes
• Stärken der Anerkennung und Semester lang freie Mahlzeiten er-
Rücksicht (Bewusstseinsbildung) • Tution fee. halten.
gegenüber Studierenden mit Falls du sozial bedürftig bist, und
Kind. • Student entry, residence permit einen adäquaten Studienerfolg
and its extension for Austria. nachweisen kannst, dann scheue
In Zusammenarbeit mit dem Büro dich nicht davor innerhalb der
für Frauenförderung und Gleich- Contact: Bewerbungsfristen auf der HTU
stellungsfragen der TU wurde ein ausland@htu.tugraz.at vorbei zu kommen, und Antrag
Ina Baumgartner BabysitterInnenPool organisiert. auf einen oder mehrere der Förder-
Fachbereich Beihilfen und Versicherungen
Ausgebildete und zertifizierte Ba- Fachbereich behinderte Studie- möglichkeiten zu stellen.
bysitterInnen, allesamt selbst Stu- rende Weitere Projekte sind geplant, neue
dentinnen und Studenten der TU Möglichkeiten der Lukrierung von
Graz, bieten ihre Dienste an, um El- Da ungefähr 12% der Studierenden Finanzmitteln werden erwogen.
tern einen entspannten Kinoabend in Österreich Behinderungen jegli- Eine Vernetzung mit anderen So-
zu ermöglichen, oder einfach, um cher Art haben, ist dieser Bereich zialreferaten verschiedener Grazer
die Aufsicht während einer Lehr- ein sehr wichtiger, um die vollstän- Unis wird diese Möglichkeiten er-
veranstaltung zu übernehmen. dige Integration zu gewährleisten. weitern.
Unter Welche Unterstützungen stehen Wir hoffen dir unsere Arbeit im So-
www.BabySitterInnenPool.tugraz.at mir als behinderten Menschen zu? zialreferat mit dieser Beschreibung
finden interessierte Eltern (die der Ich bin blind/taub, welche Mög- näher gebracht zu haben, und du
TU angehören) alle nötigen Kon- lichkeiten habe ich trotzdem Vor- nun bei schon vorhandenen oder
taktdaten, sowie weitere Informati- lesungen und Übungen zu besu- noch aufkommenden Fragen und
onen zu den BabysitterInnen. chen? Problemen weißt wohin du dich
Hauptziel dieses Projektes ist es, Ich sitze im Rollstuhl und brauche wenden kannst, und wo dir gerne
die Betreuungslücken, die in der eine behindertengerechte Woh- geholfen wird!
derzeit angebotenen öffentlichen nung, könnt ihr mir helfen?
und TUeigenen Kinderbetreuung Unsere Aufgabe ist es, solche und Fragen? E-Mail an:
Daniela Baumgartner vorhanden sind (zB. durch Abend-, ähnliche Fragen nach bestem Wis- soziales@htu.tugraz.at
Fachbereich Beihilfen und Versicherungen Block-, oder Samstagslehrveran- sen und Gewissen zu beantworten,
staltungen, usw.) vollständig ab- um den betroffenen Studierenden
zudecken. Da einE BabysitterIn aus ihre Ausbildungszeit so angenehm
diesem Pool in finanzieller Sicht wie möglich zu gestalten.
keinen unerschwinglichen Luxus
darstellen soll, unterstützt die ÖH Fragen? E-Mail an:
alle studierenden Eltern mit einem studierenmitbehinderung@htu.tugraz.at
Zuschuss.
Finanzielle Unterstützung &
Fragen? E-Mail an: Referatskoordinierung
studierenmitkind@htu.tugraz.at
Das Sozialreferat der HTU-Graz
Fachbereich ausländische ist neben der beratenden Tätig-
Studierende keit auch sehr darum bemüht, dir
das Studium in jeder erdenklichen
The foreign students sub-office, Form, und daher auch im finanziel-
integrated in the social welfare of- len Sinne, zu erleichtern.
fice at the OEH TU Graz provides Aus diesem Grunde ist ein Sozial-
Josef Ehgartner information to all foreign students topf entstanden, mit dem wir sozial Armin Baumschlager
Fachbereich Beihilfen und Versicherungen and specifically to those belonging besonders bedürftigen Studieren- Fachbereich finanzielle Unterstützung
Referatskoordinierung

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Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft
an der TU Graz GmbH

Skripten – Tagungs – Seminarunterlagen


Ausdrucken von Datenträgern, Kopiervorlagen oder E-Mail inkl.
Spiralbindung – Leinenbindung – Klammern – Endfertigung.

Ausdrucke – Kopien
Ausdrucke in S/W und Farbe aus Internet und Datenträgern.

Plankopien – Scan bis A0


Farbplotten bis A0

Kopierpunkte
Punkteladung auf TU- Studierendenausweis oder Kopierkarte
möglich, 1000 Kopien € 35,--.

Lehrmittel
Texas Taschenrechner - USB Stick - CD – DVD, Ordner -
Kollegblöcke - Hefte – Mappen - Zeichengeräte – Schreibgeräte.

Versch. Bindungen
Magisterarbeit - Diplomarbeiten - Dissertationen
Buchbindung - Spiralbindung – Leinenbindung.

Kopierzentrum „Neue Technik“ Kopierstelle „Studienzentrum“


8010 Graz, Kopernikusgasse 24 8010 Graz, Inffeldgasse 10, (n. d. Mensa)
0316-873-5153 0316-873-4150
kopierzentrum@htu.tugraz.at studienzentrum@htu.tugraz.at

Öffnungszeiten:
Montag – Donnerstag 8:00 - 17:00 Uhr, Freitag 8:00 - 15:00 Uhr

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Das Referat für


Frauenpolitik sucht neue MitarbeiterInnen
Von vielen Seiten wird behauptet, gung oft nur auf dem Papier exis- Falls du auch findest, dass sich
Frauen und Männer seien schon tiert, auf der anderen Seite versu- Frauen in der Technik nicht mehr
gleichberechtigt und Frauenförde- chen wir mit unseren Ideen bessere hinter ihren männlichen Kollegen
rung und Feminismus wären nicht Chancen für Frauen an der Technik verstecken sollten und aktiv etwas
mehr nötig. Aber warum gibt es zu schaffen, damit ihren Wünschen dazu beitragen willst, dass sich die
dann noch so etwas wie die Ein- und Vorstellungen nicht mehr die TU Graz in die richtige Richtung
kommensschere zwischen Frauen Ungleichberechtigung zwischen bewegt, dann schreib uns einfach
und Männern oder die viel zitierte Mann und Frau im Wege steht. an frauenref@htu.tugraz.at!
gläserne Decke?
Seit Jahren stagniert beispielsweise
der Frauenanteil in höheren Po-
sitionen an der TU Graz. An der
gesamten Universität sind nur drei
Professorinnen zu finden (entspre-
chen etwa 3%), obwohl der Frau-
enanteil bei den Studienanfänge-
rInnen beinahe 25% beträgt.
Im Referat für Frauenpolitik be-
schäftigen wir uns damit, wie man
für Frauen an der Technik diese
gläserne Decke sprengen kann. Auf
der einen Seite wollen wir darauf
hinweisen, dass die Gleichberechti-

Studienberatungsreferat:
Wozu eigentlich noch Beratung?
Werbeslogans wie „Komm zur bes- Wege in seine persönliche Zukunft Beratungsangebot und laden die
ten Uni!“, Studierenden-Fang, wirt- vorzustellen und ihm dabei die jeweiligen BildungsberaterInnen
schaftliche Verwertbarkeit, Überre- Möglichkeit offen zu lassen, diese ein, mit Schulklassen zu der, mit
dungskunst. Das sind alles Worte, zu wählen. der ÖH Uni Graz gemeinsam ver-
die wir bei uns im Referat nicht Eine zentrale Frage, die wir uns im anstalteten, Beratungswoche (8. bis
hören wollen. Es geht bei Studien- Referat stellen, ist, was ein Matu- 12.2.2009) zu kommen. Daneben
beratung doch um mehr, als nur rant, eine Maturantin gerne lernen halten wir auch auf Anfrage direkt
darum, möglichst viele Leute da- möchte, wofür sich diese Person an den Schulen kurze Vorträge zum
von zu überzeugen, doch „auf der interessiert. Und dafür versuchen Thema Studieren und Studienwahl.
Technik“ zu studieren. Es geht uns wir, Unentschlossene zu beraten Außerdem arbeiten wir gerade an
darum, einem Menschen mögliche und sie dabei anzuregen, sich mit einem einheitlichen Schema für
ihren Interessen auseinanderzuset- Studienleitfäden.
zen bzw. ein Studium zu finden, Ein weiterer Bereich, den unser
das ihren Interessen entspricht. Referat abdeckt, ist die Beratung
Dafür nehmen wir uns gerne Zeit, bei diversen verwaltungstech-
um in einem Beratungsgespräch nischen Problemen im Studium
in Frage kommende Studienrich- (Anrechnungen, Studienwechsel,
tungen kurz vorzustellen und wei- Prüfungen, usw.) und dabei auch
tere Beratung durch Studienvertre- die Vermittlung anderer Beratungs-
terInnen zu vermitteln. stellen.
Ein weiterer Bereich unserer Arbeit Bei Fragen, Problemen, Interesse,
im Studienberatungsreferat ist der bitte einfach eine Mail an studbe-
Kontakt mit Schülern. Wir informie- ratref@htu.tugraz.at. Wir sind ger-
ren alle Schulen der Bundesländer ne für euch da.
Steiermark, Kärnten, Burgenland
und Salzburg über unser offizielles Sabine, Klemens und Flo

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Referat für Informations- und


Öffentlichkeitsarbeit
TU-Info, HTU-Homepage, Pressemitteilungen, Plakate, Flyer und Informations-
material zu Serviceleistungen der HTU – hier hat das Referat für Informations-
und Öffentlichkeitsarbeit seine Finger im Spiel. Doch was im HTU-Jargon kurz
Pressereferat genannt wird kann mehr – wenn es will.

in Print- und elektronischen Me- wird aber leider, im Verhältnis zu


dien in den Aufgabenbereich, An- ihrem Umfang, von Studierenden
laufstelle für Informationen unter- viel zu selten wahrgenommen.
schiedlicher Art, die von außen an
die HTU und Studierende herange- Visionen verwirklichen
tragen werden, sind allerdings eher
die spezifischen Referate (zB: das Oben genannte Tätigkeiten sind
Bildungspolitische Referat bei Ein- zwar notwendig, jedoch noch lange
ladungen zu Diskussionsrunden nicht hinreichend. So wurden am
rund um Studienbedingungen, das HTU-Referateseminar unter an-
Veranstaltungsreferat bei Ankün- derem einige Punkte als Ziele für
digungen von kulturellen Events, die nächsten Jahre definiert, wie
etc.). eine aktive Informationspolitik im
Web2.0 zu forcieren, andere Re-
Bewährtes bewahren ferate bei der Ausschreibung von
Posten und der Bewerbung von
Die jüngeren Entwicklungen zei- Veranstaltungen zu unterstützen,
gen: Tatsächlich ist ein, zumindest die interne Kommunikation zu
arbeitstechnisch, vom Vorsitz ent- optimieren, Dokumentation und
koppeltes Magazin sehr viel ein- Homepage-System am neuesten
Markus Singer, Robert Krisper, Daniela Mandl, Jürgen Ebner (von links nach rechts) facher zu gestalten und zu verwal- Stand zu halten, OTS-Bereitschafts-
ten. Dass das TU-Info immer prall dienst zu leisten und (above all)
gefüllt mit Inhalten im Postkasten schnell und flexibel zu bleiben.
liegt, ist vor allem auch den vie-
len freiwilligen Helferinnen und Während einige Schlagwörter
INFOBOX Entstehung und Namensgebung Helfern zu verdanken. Ohne ihr hauptsächlich HTU-interne Pro-
Mitwirken in Wort und Bild käme zesse markieren, ist die Mitgestal-
Referent Eine kurze Rückblende: Vor nicht wohl der Einblick in andere Studi- tung einer überarbeiteten HTU-
all zu vielen Legislaturperioden ist enrichtungen, Arbeitskreise oder Homepage wohl das langfristigste
Robert Krisper das TU-Info noch fest in Hand des Themenbereiche viel zu kurz. An und nachhaltigste Ziel, dessen Um-
Vorsitzes der HTU. Redaktionsar- dieser Stelle sollte erwähnt wer- setzung in die Verantwortlichkeit
beit und Layout rauben viel freie den: Vereinzelt steht das Publikum des Referats für Informations- und
SachbearbeiterInnen Zeit, doch eben jene kennen die manchen Artikeln argwöhnisch Öffentlichkeitsarbeit fällt. Durch
höchsten Organe der Hochschüle- gegenüber, bloß, weil eine Vielzahl einen neuen, übersichtlicheren We-
Jürgen Ebner rinnen und Hochschülerschaft seit an Themen nicht gänzlich objek- bauftritt sollen Informationen für
Daniela Mandl jeher bestenfalls vom Hörensagen. tiv abgehandelt werden kann (wie Studierende und die Öffentlichkeit
Markus Singer Gleichzeitig existiert ein Referat etwa auf jenen, den Studierenden- leichter zugänglich gemacht wer-
für Dokumentation, das mit akri- prostesten gewidmeten, Seiten zu den.
bischer Genauigkeit Bilanzen, erkennen sein wird). An dieser
Sprechstunden Wahlergebnisse und dergleichen Stelle seien all jene, die sich daran Kompetenzen kommunizieren
archiviert und online verwaltet. stoßen herzlich eingeladen, ihre
nach Vereinbarung Mit zwei Fachbereichen die beide Kompetenzen einfließen zu lassen Ein klares Angebot das wir vom
ein Ziel verfolgen, nämlich Studie- – Qualität durch Vielfalt! „Pressereferat“ an alle Mitglieder
rende und Öffentlichkeit mit prä- der HTU stellen ist, dass wir gerne
Kontakt zisen Informationen zu versorgen, Wie schon erwähnt ist der Fachbe- bei Fragen und Problemen, die in
liegt also kein Gedanke näher, die- reich Dokumentation ein Standbein unserem Kompetenzbereich liegen,
Pressereferat der HTU Graz se unter einem neuen Dach zusam- des Referats für Informations- und mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Rechbauerstrasse 12 menzufassen. Öffentlichkeitsarbeit. Auf der HTU- Dass wir die Arbeit einzelner StVen
8010 Graz Homepage finden sich UV-Proto- oder Referate nicht gänzlich über-
Seither verfolgt das geeinte Referat kolle, detailliert aufgeschlüsselte nehmen, oder definierte Prozessab-
presse@htu.tugraz.at die Angelegenheiten, die es im Na- ÖH-Wahlergebnisse, Wirtschafts- läufe umgehen können, sollte dabei
men trägt. Der Vulgo-Name „Pres- jahresabschlüsse und mehr. Diese allerdings klar sein.
sereferat“ ist oft irreführend. So fal- Schnittstelle untermauert die trans-
len zwar außenwirksame Arbeiten parente Arbeitsweise der HTU, Robert, Dani, Jürgen und Simon

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Das Referat für interne


Organisation
Hast du schon mal glücklich einem entwicklung, Motivation und In- aktuelle Projekte umzusetzen be-
Glühweinstand am Campus bei Re- frastruktur. ziehungsweise andere Referate bei
gen unter einem Zelt beigewohnt? der Umsetzung ihrer Projekte zu
Viele der oben genannten Bereiche unterstützen (zB.: Welcome Day, E-
Oder bist du über einen ÖH-Bro- zielen vor allem auf die Vernetzung Voting Kampage der HTU, Sitzung
schürenständer, mit Infos zum The- und Unterstützung aller Teile der der ÖH Bundesvertretung in Graz,
ma Studieren und Arbeiten und HTU ab. Angefangen von der Or- österreichweites ÖH-Seminar).
vielem mehr, gestolpert? ganisation interner Schulungen
und Workshops, bis hin zur Ver- Wenn also auch du gerne mithel-
Vielleicht warst du auch schon mal sorgung mit Equipment für das fen möchtest die HTU Arbeit mit-
überrascht über die kompetente eine oder andere Fest, ist es unsere zugestalten und gerne kreativ und
Antwort bei studienrechtlich rele- Hauptaufgabe, allen das Arbeiten innovativ bist, sowie gerne an der
vanten Fragen des einen oder ande- für die ÖH und die Anliegen der Organisation von diversen Veran-
ren StV-Mitarbeiters/Mitarbeiterin? Studierenden zu optimieren und staltungen mithelfen willst, bist du
die nötigen Infrastrukturen zu stel- herzlichst willkommen mitzuma-
Dies alles und noch einiges mehr len, zu verbessern und zu schaf- chen
gehört zu den Aufgaben des Refe- fen, wobei viele dieser Tätigkeiten
rates für Interne Organisation. vielleicht nicht auf den ersten Blick Liebe Grüße ,
Wir beschäftigen uns mit allem sichtbar sind.
rund um die Themen Weiterbil- Außerdem zählt es zum Aufga- Katrin
dung, interne Vernetzung, Weiter- bengebiet des Referats, diverse Referentin für interne Organisation

Basisgruppe Informatik und


Softwareentwicklung
Die BIS vertritt die Studierenden So wie jetzt werden wir auch in Zu- Die nächsten fixierten Vorträge
der Studien Informatik, Software- kunft versuchen, die Qualität der sind:
entwicklung und Lehramt Infor- Lehrveranstaltungen zu erhöhen,
matik. Unsere Basisgruppe besteht unsere Kontakte zu Professoren • Mittwoch 13. Jänner 2010 um 18:30
seit 2003 und wurde, wie der Name zu verstärken, Ideen zum besseren Uhr „Open Source Lizenzen“
schon verrät auf Ideen der basisde- Campus- Leben zu realisieren und
mokratischen Mitbestimmung von unsere Tür für Fragen und Anlie- • Mittwoch 27. Jänner 2010 um
allen Mitgliedern gegründet. Seit gen immer offen zu halten. Ziele, 18:30 Uhr „Postgres & Opensour-
dem Besteht der BIS kann man BIS welche wir im Laufe der letzten ce Entwicklung”
und Studienvertretung gleichset- Jahre gut umgesetzt haben und
zen. auch in Zukunft weiter verfolgen Die Vorträge finden jeweils im HS
werden. i7, Inffeldgasse 25/D statt. Wir freu-
Neben intensivem Kontakt zu en uns natürlich auch, wenn wir
ProfessorInnen sind wir immer Eines unserer Projekte, eine Vor- Vorschläge für weitere Vorträge
wieder darum bemüht, unsere tragsreihe, wurde am 11. Novem- bekommen.
Studienpläne zusammen mit den ber gestartet. Den Auftakt bildete
ProfessorInnen zu verbessern. Die der Vortrag „Rich Internet Appli- Unsere Treffen finden jeweils Mon-
Open-Door-Policy wird bei uns cation: WPF & Silverlight“ von DI tag um 18:00 Uhr statt. Natürlich
groß geschrieben, das heißt jedeR Schabus von Microsoft Österreich. seid ihr herzlich zu unseren Treffen
Studierende ist gerne gesehen und Im Anschluss des Vortrags stand und zur Mitarbeit eingeladen. Wir
kann immer mit seinen/ihren Fra- der Vortragende noch für eine Dis- würden uns freuen, euch dem-
gen und Problemen rund um das kussion im gemütlichen Rahmen nächst bei uns zu sehen!
Studium bei uns vorbeischauen. bereit, was bei den Anwesenden
Die Basisgruppe hat ein offenes guten Anklang fand. Informationen Liebe Grüße,
Ohr für jedes Problem rund um zu diesem sowie zu zukünftigen eure BIS
eurer Studium und ist stets darum Vorträgen und zukünftige sind auf
bemüht, dieses zu lösen. unserer Homepage [1] zu finden. [1] https://bis.htu.tugraz.at/wiki/index.php/Vortragsreihe

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Neues von der


STV Elektrotechnik &
Biomedical Engineering
Jede Studienrichtung, und natür- vertretungen als Abschluss des Tu-
lich deren StudentInnen an der toriums eine Buschenschankfahrt
TU Graz, wird offiziell durch die in die nähere Umgebung.
jeweilige Studienvertretung re-
präsentiert und vertreten. Da im Ende November sorgten wir dann
“alten” Diplomstudium das Fach- mit unserem Glühweinstand im
gebiet “Biomedizinische Technik” Inffeld für das leibliche Wohl un-
einer von vier möglichen Wahl- serer StudienkollegInnen. Neben
fachkatalogen war, aber nun wegen Glühwein und Schoko-Brezeln ser-
steigender Popularität als eigenes vierten wir auch Frankfurter und
Bachelor- und Masterstudium na- Semmeln, was so gut bei unserer Frankfurter beim Glühweinstand
mens “Biomedical Engineering” “Kundschaft” ankam, dass wir je-
geführt wird, entstand aus der den Tag mehr als 100 Paar Frank-
Studienvertretung Elektrotechnik furter und Semmeln an Nachschub
heraus die Studienvertretung Bio- heranschaffen mussten, was an-
medical Engineering. fangs gar nicht in diesem Ausmaß
geplant war.
Da beide Studien bis heute viele
gleiche Fächer beinhalten und von Nun folgt auch bei uns eine ru-
gleicher Grundsatzmaterie sind, higere Zeit der Besinnung und
treten auch beide Studienvertre- nach den Winterferien starten wir
tungen eng miteinander verknüpft wieder voll durch!
auf. Glückliche Standbetreuer
Bereits im Februar werden wir bei
Was gibt es Aktuelles? Im lau- der Maturantenberatung an der
fenden Semester haben wir schon Karl-Franzens Universität jedem
einiges auf die Beine gestellt. Nach- Interessierten wieder das Studium
dem die neuen Mandatare für die Elektrotechnik und das Studium
beiden Studienvertretungen nach Biomedical Engineering vorstellen
der letzten ÖH-Wahl eingesetzt und für neue StudentenInnen an
wurden, begannen bereits über die der TU Graz werben! Vorbeischau-
Sommerferien die Vorbereitungen en und Mitmachen!
für unsere Aktivitäten.
Abschließend möchte ich noch auf INFOBOX
Ende September hießen wir die unsere wöchentlichen Sitzungen
neuen Erstsemstrigen bei den aufmerksam machen, die für alle SITZUNG
Welcome Days herzlich in unserer öffentlich abgehalten werden! Je-
Mitte willkommen. Die Studienver- der, der gerne bei den STVen mit- Jeden Montag ab ca. 19Uhr
tretungen stellten sich in einer etwa arbeiten möchte, oder sich generell
einstündigen Präsentation den neu- für unsere Tätigkeiten und Aufga- im 324er Zimmer im 3.Stock in
en Elektrotechnik- und Biomedical ben interessiert und wissen möchte, der Kopernikusgasse 24.
EngineeringstudentInnen vor. was gerade aktuell bei uns auf der
“TO DO”-Liste steht, schaut ein- Für die genau Sitzungszeit und
Im Zuge der Präsentation wurde fach mal vorbei! die aktuelle Tagesordnung mel-
dann auch die Organisation der de dich einfach bei unserer Face-
Erstsemstrigen-Tutorien durch- Eure Studienvertretung Elektrotech- book Gruppe an!
geführt. Für die Durchführung nik & Biomedical Engineering
des Erstsemestrigen Tutoriums http://www.facebook.com
sind wir vor allem auf die Unter- und
stützung unserer ehrenamtlichen (Gruppe StV Elektrotechnik und
Mitarbeiter angewiesen, die heuer Andreas Neuhold, 1.Stellvertretender StV Biomedical Engineering)
wieder ein tolles Tutorium auf die Vorsitzender der Studienvertretung
Beine gestellt haben! Traditionell Elektrotechnik et@htu.tugraz.at
organisieren die beiden Studien- neuhold@student.tugraz.at et.htu.tugraz.at

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Bachelorstudium
Molekularbiologie:
Wieviel Platz brauchen Studierende?
ja nicht das einzige Studium mit
Problemen ist. Trotzdem muss sich
aber in der nächsten Zeit etwas än-
dern, ansonsten wird das Studium
nicht mehr studierbar!

Welche Möglichkeiten gibt es? Eine


Variante wäre die Wiedereinfüh-
rung der Zugangsbeschränkungen,
die es ja schon zweimal gegeben hat.
Damit wäre gewährleistet, dass eine
gewisse Anzahl von Studierenden
das Studium in einer vertretbaren
Zeit absolvieren und man vor allem
die Praktika der höheren Semester
besser und effizienter planen kann.
Michael A. Gadermaier Aber es gibt auch Gegenargumente:
Vorsitzender der StV Molekularbiologie
So befürchten einige, dass es dann
zu „Studienflüchtlingen“ kommt,
Hundertzwanzig Laborplätze, da- die dann statt Molekularbiologie
von schon 60 durch höhersemes- die Studien Chemie, Biologie und
trige Studierende vorbelegt, diese Pharmazie überschwemmen. Dies
Situation werden die 300 Erstsemes- ist vielleicht richtig, aber es gibt
trigen Molekularbiologen nächstes keine Daten darüber, dass es in den
Semester bei den Einführungsü- beiden Jahren mit den Zugangs-
bungen vorfinden. Das ergibt mehr beschränkungen in diesen Studien
als 300 Anwärter auf 60 Laborplät- mehr Studienanfänger gab.
ze, also je verfügbaren Laborplatz
fünf Bewerber. Jetzt werden sicher Eine weitere Frage, die Zugangs-
einige Leser fordern, dass dann beschränkungen aufwerfen ist, wie
halt mehr Laborplätze geschaffen diese durchgeführt werden sollen.
werden müssen! Aber leider ist das Ist der Modus einer Aufnahmeprü-
nicht so einfach. Natürlich sind die fung am Anfang besser, oder soll
Studienvertretungen (für das Stu- man nach einem Jahr, wenn alle
dium Molekularbiologie sind ja ungefähr das gleiche Niveau ha-
sowohl die StV Molekularbiologie ben, eine Prüfung machen? Auch
der HTU Graz, als auch die StV Bi- hier scheiden sich die Geister und
ologie der ÖH UniGraz zuständig) vor allem der soziale Gedanke
und auch die Professorenschaft da- spielt hier in der Argumentation
hinter, mehr Lehrveranstaltungs- eine große Rolle. Ist es auch sozial,
plätze zu schaffen. wenn einE interessierteR StudentIn sortiert die Uni Wien ihre Studie-
für sein/ihr Bachelorstudium län- renden mit harten Knock-Out-Prü-
Das derzeitige Hauptproblem ist, ger braucht als die Mindeststudi- fungen aus, meiner Meinung nach
dass das Studium auf ursprünglich enzeit inklusive Toleranzsemester sind solche versteckten Zulassungs-
etwa 120 Studierende ausgelegt und dann alle Ansprüche auf staat- beschränkungen/ -prüfungen nicht
war und niemand mit einem derart liche Beihilfen verliert und neben fair gegenüber den Studierenden.
heftigen Ansturm gerechnet hatte. dem Studium arbeiten gehen muss
Jetzt haben wir ein neues Institut, und eventuell auch noch Studien- Aber wenn man die Thematik ge-
und dennoch nicht genug Räum- gebühren zahlt? Vielleicht muss nau betrachtet, gibt es derzeit keine
lichkeiten um allen Studierenden jener oder jene Studierende dann Lösung, das Studienplatzproblem
einen Laborplatz zu garantieren. auch das Studium komplett abbre- zur Zufriedenheit aller zu lösen.
Die Platznot ist aber nicht das ein- chen, da es nur schwer neben einer Wie schon erwähnt wird sich die fi-
zige gravierende Problem, es gibt Erwerbstätigkeit durchführbar ist. nanzielle Lage leider nicht bessern
auch zu wenige Professoren um Wäre es nicht besser, den Studien- und somit kann man auch nicht
alle Studierenden zu betreuen. So- anfängern ein Umfeld zu schaffen, neuen Platz und neue Professuren
mit sieht derzeit die Zukunftspro- in dem ein Studium in einer erträg- schaffen. Wir müssen aber trotz-
gnose düster aus. Die Chance, dass lichen Zeit und mit einem gleich dem darauf achten, dass das Studi-
die Molekularbiologie in nächster bleibend hohen Niveau ermöglicht um studierbar bleibt und nicht zu
Zeit mehr Geld bekommt, ist eher wird? Natürlich gibt es im Bereich einer Straße ohne Wiederkehr für
schlecht, da ja erst vor zwei Jahren der Life Sciences nicht nur in Graz Studienanfänger wird!
ein neues Institut fertig gestellt Probleme, auch im restlichen Ös-
wurde und die Molekularbiologie terreich schaut es ähnlich aus. So Michael A. Gadermaier

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Gewinnspiel! a b
c
Zum ersten Mal kannst du als Leserin oder Leser im d e f g
TU-Info etwas gewinnen.
In dieser Ausgabe soll den lukullischen Begierden
der Gewinner Genüge getan werden.
1
Eigentlich einfach zu lösen - oder Namen und die Lösung per E-Mail an
2 3
doch nicht? Die nebenstehenden presse@htu.tugraz.at!
Bausteine a - g sind alle bestehenden
Möglichkeiten, vier Sechsecke zu- Unter allen Einsendungen werden
sammenhängend anzuordnen - Rota- drei Gewinner ermittelt, die je einen
tions- und Spiegelsymmetrien einmal Gutschein im Wert von 20€ für die
außen vor gelassen. Lokalkette Sägewerk, Posaune, Gram-
Die Figuren 1 - 8 sind aus jeweils 28 mophon, Zeppelin und Bierbaron
Sechsecken zusammengesetzt und erhalten - Mitmachen lohnt sich! Ein-
gleichzeitig auch aus den Bausteinen sendeschluss ist der 31.1.2010. 4 5 6
a - g herstellbar, wenn dabei jeder der
Bausteine nur einmal verwendet wer- Teilnahmeberechtigt sind alle an der TU
den darf. Graz inskibierten Studierenden mit gül-
Alle acht Figuren? Weit gefehlt! Denn tigem Studienausweis.
eine ist ganz sicher nicht unter den
gegeben Bedingungen zu konstruie-
Pro Teilnehmer ist nur eine Einsendung
zugelassen.
8
ren. Mitarbeiter der Redaktion sind von der

Wenn du weißt, um welche Figur es


Verlosung ausgeschlosen.
Der Gewinn kann nicht in bar abgelöst
7
sich dabei handelt, sende deinen werden.

Du möchtest gerne Singen?

dann komm zum UNICHOR !!!

Proben ab 15.9.2009 - 19:00 c.t. – Alte Technik, HS XII

www.uni-graz.at/unichor unichor@gmx.at kein Vorsingen

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rezept

students cooking
Die Schweinsbraten-Orgie
Eine kleine Warnung: Menschen mit Butterphobie und
Salzverweigerer hören am Besten gleich hier auf zu Lesen.
Edith Renöckl

Einige Zeit vorher aus drei Orangen und drei gerie- Das Blaukraut findet auch seinen
benen Äpfeln, wurde dem Kraut Weg auf den Herd, wird einmal
Was aus einem Kabarettbesuch al- ein nächtliches Bad in einem Liter aufgekocht und ab dann bei nied-
les so werden kann… Der harmlose gutem Rotwein bereitet (schon im riger Temperatur vor sich hin gekö-
Beginn fand also eines Herbsta- Kochtopf). chelt (umrühren nicht vergessen).
bends statt, zwei verrückte Hüh-
ner betraten die heiligen Hallen Die finalen drei Stunden Für den Serviettenknödel wurden
des Orpheums, um einem lustigen drei Zwiebel fein geschnitten und
ScienceBusters-Abend mit dem Am großen Tag selbst wurde der angebraten, vier Eier mit ca. ¼l
Titel „Kulinarische Physik“ beizu- Ofen auf 180°C vorgeheizt und eine Milch versprudelt und die Milch-
wohnen. 2 ½ Stunden umwehten große „Rein“ (gibt’s da ein hoch- mischung ordentlich mit Salz,
uns dort verlockende Essensdüfte deutsches Wort dafür?) befüllt. Die Pfeffer sowie Muskatnuss gewürzt,
(„Live-Schweinsbraten“), die uns Schweinsschulter mit der Schwar- gemeinsam mit einem Büschel ge-
das Wasser im Munde zusammen- te (uneingeschnitten!) nach unten, häckselter Petersilie wurde alles
laufen ließen, die finale Kostprobe zwei Kartoffeln pro Esser und zwei über 500g Knödelbrot gegossen und
hat uns dann beschließen lassen fingerbreit hoch Wasser kamen da mit diesem verknetet. Am Anfang
– DAS machen wir auch! hinein. So und jetzt kommt’s (und hat man da leicht den Eindruck,
wir haben wirklich nur getan, was es wäre zu wenig Flüssigkeit, ist es
Zwei Tage vorher wir im Kabarett gelernt haben!!!): aber meistens nicht – darum wei-
Das Fleisch wurde mit unge- terkneten und erst im Notfall ein
Eingedenk des gelernten Mottos fähr einem halben Packerl Butter bisserl Milch nachgießen. Die Mas-
„Am Anfang tuans immer zwenig, flächendeckend eingeschmiert se ca. 20min stehen lassen. Dann
am Schluss zvü!“ haben wir also – wenn wir das Ergebnis dieser Be- haben wir einen sehr großen Topf
zwei Tage vor der Orgie eine gan- handlung im Kabarett nicht hätten mit Wasser zum Kochen gebracht
ze(!) Schweinsschulter mit Schwar- verkosten können, spätestens jetzt und auch gesalzen. Währenddessen
te gekauft (gute Fleischhauer haben wären die Zweifel massiv groß ge- habe ich ein sauberes Geschirrtuch
sowas vorrätig, bestellen schadet worden. Also Augen zu und rein in mit Butter (schon wieder) einge-
aber sicher nicht). Kaum nach Hau- den Ofen (mittlere Schiene – Türe schmiert und auf ebendiesem einen
se gelangt, wurden in einem Mörser zu lassen und 1 ½ Stunden leiden großen Serviettenknödel geformt.
eine Handvoll Kümmel, ein bisserl – es riecht so gut!). Mit dem Geschirrtuch haben >>
weniger Koriander und ebensoviel
Pfeffer gemörsert, ein Häupel (das
ist kein Druckfehler!) Knoblauch
gehäckselt und das Ganze mit drei
Handvoll Salz verrührt. Das Salz-
gemisch und die Schweinsschulter
haben in einem großen Gefriersack
zueinander gefunden und wur-
den zwei Tage lang immer wieder
geknetet (schauen, dass die Ge-
würze überall am Fleisch landen)
– klingt komisch, war aber so!

Ein Tag vorher

Ein Kopf Rotkraut musste sein Le-


ben lassen. Kleingeschnitten (rei-
ben geht mit der richtigen Reibe
auch) und versetzt mit zwei Stan-
gen Zimt, zehn Nelken, ein bisserl
Chili, zwei Sternanis, den Filets

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rezept

KOMMENTARE
der Orgienteilnehmer

Michael G.

Allein der Anblick einer Schweins-


schulter im Ganzen, die umringt
von Erdäpfeln, aus dem Ofen-
rohr hervorgezaubert wird, lässt
das Männerherz höher schlagen.
>> wir den Knödel fest eingeschla- Nach 1 ½ Stunden wurde der Wenn die Schnitte am Teller,
gen und mit der Küchenschnur Schweinsbraten gewendet (Schwar- durch Beilagen ergänzt, ange-
rollbratenähnlich umwickelt. Den te schaut jetzt nach oben) und mit richtet ist, ist das Auge bereits be-
Knödel haben wir im Topf mit dem Hilfe der Kartoffeln dafür gesorgt, friedigt. Und auch der wichtigste
kochenden Wasser versenkt und daß die Schwarte schön plan ist, Sinn beim Essen, der Geschmack,
dort für eine Stunde belassen. die Kartoffeln werden also, wo es kommt nicht zu kurz. Zwar weicht
nötig ist, unter den Braten gescho- das Geschmeckte vom Typischen,
Das Rotkraut wurde zwischen- ben (dann wird die Kruste ebenmä- in unseren Breiten Wohlbekannten
durch noch mit einem halben Glas ßiger). Erst jetzt wurde die Schwar- etwas ab, kann aber durchaus als
Preiselbeeren versetzt (und ihr habt te, weil nun nahezu butterweich, Weiterentwicklung betrachtet
keine Ahnung, was ich da sonst eingeschnitten, optisch bietet sich werden. Vor allem lehrt uns dieses
schon an Marmeladen drin ver- dabei ein Rautenmuster an. Erneut kulinarische Meisterstück, dass ein
senkt habe). wurde der Schweinsbraten einer Schweinsbraten auch dann saftig
buttrigen Abreibung unterzogen und wohlschmeckend sein kann,
Für den (lauwarmen) Krautsalat und nochmals gesalzen (jajaja es wenn er nicht komplett durchzo-
haben wir das nächste Krauthäupel klingt arg) und für eine Stunde wie- gen ist. Auch die Beilagen schme-
(diesmal weiß) ebenfalls in feine der in den Ofen gesteckt (diesmal cken hervorragend, sodass man
Streifen geschnitten (reiben gin- obere Schiene und ein paar Grad nur mehr sagen kann: “Bitte noch
ge auch hier – eh schon wissen, es mehr). Nach einer Stunde musste eine Portion!”
funktioniert nicht jede Reibe). Wir der Braten noch 30 min ruhen (da-
haben ca. 125ml Suppe zum Ko- mit der Fleischsaft nicht ausrinnt
chen gebracht und das geschnittene – also einfach Ofen aus). Christian D.
Kraut solange gekocht, bis es nicht
mehr so „sperrig“ war (allerdings Währenddessen haben wir den dem die Teller gefüllt mit Schweins- Beim Anblick eines Schweinsbra-
noch knackig). Dann wurde die Krautsalat nochmal abgeschmeckt braten, Rotkraut, Serviettenknödel, tens müssten VegetarierInnen ei-
Suppe abgegossen und der Salat (das muss sein!) und die Knödel in Kartoffeln und Krautsalat unter der gentlich nachdenken, ob sie nicht
„ganz normal“ mit Essig, Öl, Salz, Scheiben geschnitten. Schar der geladenen Esser zuvor doch etwas falsch machen. Beim
Pfeffer und Kümmel (ganz und noch zahlreiche „ahs“ und „ohs“ Anblick genau DIESES Schweins-
gemahlen) mariniert und so zum Summasummarum haben wirs hervorgerufen hatten, breitete sich bratens, den ich wahrlich mit ei-
Auskühlen gestellt. dann nicht mehr ausgehalten, nach- gefräßiges Schweigen aus. genen Augen sehen (und später
auch schmecken) durfte, ist es
Fakt: VegetarierInnen machen de-
finitiv etwas falsch: Sie essen den
Schweinsbraten nicht. Und das
kann nur ein Fehler sein. Kein Feh-
ler war es von unserer Kolumnistin,
die Idee, einen Schweinsbraten
zu machen, weiter zu verfolgen.
Und in einer Konsequenz, die wir
schon aus etlichen Rezepten ken-
nen, wurde das Schwein auf das
Endziel des Schweinelebens vor-
bereitet: Ein perfekt gelungener
Braten. Der Anblick des Bratens
mit Rotkraut, Krautsalat, Kartoffeln
und Serviettenknödel ließ auch
jedes Bild von Picasso verblassen.
Der Geschmack aber, über den
kann kein Wort geschrieben wer-
den: Unbeschreiblich. Der Braten
saftig, die Kruste kross, dass ich
nach dem Genuss noch tagelang
Knoblauch ausströmte, kann mei-
ne Umwelt bestätigen. Wie gut,
dass wir nicht in das Geschöpf dif-
fundieren, das wir essen, ich wär
schon längst ein Schwein, saftig,
knusprig und hier abgebildet.

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KEINE RUHIGE
MINUTE?

www.BabysitterInnenpool.tugraz.at
F+

Keine Zeit für eine Auszeit? Für TU-Angehörige mit Kind haben die HTU und TU
Graz ein ganz besonderes Angebot parat. Ausgebildete und zertifizierte Baby-
sitterInnen, allesamt selbst Studentinnen und Studenten der TU Graz, bieten ihre
Dienste an, um Eltern einen entspannten Kinoabend zu ermöglichen, oder ein-
fach um die Aufsicht während einer Lehrveranstaltung zu übernehmen.
Sorgen bei der Finanzierung? Die HTU bietet allen Studierenden der TU Graz
eine Förderung an. So kann Qualität bei preislicher Attraktivität gewährleistet
werden.
Noch Fragen? Weitere Informationen zum BabysitterInnenpool gibt es im Web
unter http://studierenmitkind.htu.tugraz.at.

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