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Raumordnungsverfahren für Windpark Rüdersdorf abgeschlossen

Das Landesverwaltungsamt hat nach Abschluss eines Raumordnungsverfahrens mit Umwelt-


verträglichkeitsprüfung den Bau eines Windparks bei Rüdersdorf im Landkreis Greiz abgelehnt.
Vorgesehen waren drei Windräder, deren Gesamthöhe 150 Meter betragen sollte. Vor allem Belange
des Artenschutzes, insbesondere des Vogel- und Fledermausschutzes, lassen sich nicht mit dem
Vorhaben vereinbaren. Die durch die EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützten Brut-
vorkommen von Rotmilan, Schwarzstorch und Baumfalke könnten erheblich gefährdet werden.
Ebenso würde der Bau der Windräder an dieser Stelle das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen.

Das Raumordnungsverfahren schloss eine raumordnerische Umweltverträglichkeitsprüfung ein, um


damit die Auswirkung dieses Vorhabens auf die Schutzgüter Mensch, Tiere und Pflanzen und die
biologische Vielfalt, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft, Kultur- und weitere Sachgüter sowie
deren Wechselwirkung untereinander zu ermitteln, beschreiben und bewerten.

Am Raumordnungsverfahren wurden 55 Gemeinden, Behörden und Verbände beteiligt. In den


betroffenen Gemeinden lagen die Antragsunterlagen einen Monat lang öffentlich aus. PM 04.12.1009

Geplanter Windpark Treppendorf ist nicht raumverträglich


Der Bau von drei geplanten Windenergieanlagen östlich von Rittersdorf (Weimarer Land) und nördlich
von Treppendorf (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) entspricht nicht den Erfordernissen der Raum-
ordnung. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesverwaltungsamt nach Abschluss des Raumord-
nungsverfahrens Windpark Treppendorf.

Vor allem der Artenschutz, insbesondere der Vogelschutz stehen dem Vorhaben entgegen, heißt es in
der landesplanerischen Beurteilung. Erhebliche Gefährdungen der dort ansässigen und durch die EU-
Vogelschutzrichtlinie besonders geschützten Brutvorkommen von Rotmilan, Uhu, Baumfalke und
Wachtel sowie von Zugvögeln können durch den Betrieb der Windräder nicht ausgeschlossen werden.

In erheblichem Maße würde auch das Landschaftsbild beeinträchtigt, da der geplante Standort auf
einem weithin einsehbaren Hochplateau liegt und dieses Bild bislang durch keine Hochspannungs-
masten, Verkehrsbauten oder andere Einrichtungen gestört wird. Als weiterer Aspekt kommt hinzu,
dass der Ort Rittersorf als Denkmalensemble eingestuft ist. PM 25.09.2009

Ablehnende Beurteilung zum geplanten Windpark Milda


Die Errichtung von acht Windrädern bei Schorba und Milda im Saale-Holzland-Kreis entspricht nicht
den Erfordernissen der Raumordnung. Zu dieser Einschätzung kommt das Landesverwaltungsamt
nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens für den geplanten Windpark Milda.

Ausschlaggebend waren die Belange des Naturschutzes, die eine raumverträgliche Einordnung des
Vorhabens nicht zuließen. Die Stellungnahmen der beteiligten Behörden und Verbände sowie

Hinweise von Bürgern im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung hatten ergeben, dass vor allem der
Schutz der dort vorkommenden Vogelarten sowie von Zugvögeln keine naturverträgliche Einordnung
des Vorhabens zugelassen hätte. Eine Beeinträchtigung des Rotmilans, des Baumfalken und der
Kornweihe hätte man durch den Bau der Windräder nicht ausschließen können. Aus Sicht des
Landesverwaltungsamtes hätte das Vorhaben zu erheblichen negativen Auswirkungen auf die
Vogelwelt geführt. PM 15.09.2009

Neues Landschaftsschutzgebiet an der Grenze zu Hessen


Seit dem 22. September 2009 gibt es im Freistaat ein weiteres Landschaftsschutzgebiet. Das
Landesverwaltungsamt stellte eine Fläche von rund 38.00 Hektar im Obereichsfeld unter Schutz, die
zwischen dem Heilbad Heiligenstadt, Dingelstädt, Struth, Heyerode und der Landesgrenze zu Hessen
liegt und den größten Teil des thüringischen Obereichsfeldes in den Landkreisen Eichsfeld und
Unstrut-Hainich umfasst.

Das Landschaftsschutzgebiet "Obereichsfeld“ zeichnet sich durch einen reizvollen Wechsel von
Wald, Wiese, Weide, Acker, Streuobstwiese und Hecke aus, in die Dörfer, Burgen und Schlösser als
Zeugen einer abwechslungsreich strukturierten Kulturlandschaft eingebettet sind. Das bergige und auf
mehr als 500 Meter aufsteigende Relief prägt das Landschaftsbild. Charakteristisch sind die
ausgedehnten, naturnahen Laubmischwälder, Grünland sowie die Hochplateaus des
Muschelkalkberglandes mit tiefen Tälern und schroffen Felswänden mit steilen Abbruchkanten. Ein
Abschnitt des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens als Teil des "Grünen Bandes“ ist Bestandteil
des Landschaftsschutzgebietes.

Ziel ist es, Wasser, Boden, Luft sowie die Tier- und Pflanzenwelt im Obereichsfeld zu erhalten und zu
schützen sowie das Landschaftsbild zu bewahren und es für die Erholung zu sichern. Es ist deshalb
nicht erlaubt, dort große oberirdische Hochspannungsleitungen oder Windkraftanlagen zu errichten.
PM 21.09.2009