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10 BUDAPESTER ZEITUNG

DDEESSIIGGNN

23. - 29. SEPTEMBER 2011 • NR. 39

BZT / Aaron Taylor
BZT / Aaron Taylor

Designerin Emese Kasza ist stolz auf ihre Herrenlinie.

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MM it einem Lächeln öffnet die De- signerin Emese Kasza die Tür

zu ihrem neuen Reich und betont so- gleich bedauernd, dass sie leider noch nicht ganz fertig sei mit dem Einrich- ten des Showrooms. Dann holt sie ei- ne Tasse Kaffee und beantwortet, den kleinen grünen Platz vor ihrem Fens- ter im Blick, gelassen alle Fragen.

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Der Weg zum Design sei für sie im Grunde vorbestimmt gewesen, sagt Emese und erzählt, dass sie eigentlich seit ihrer Kindheit bewusst auf diese Laufbahn hingearbeitet habe. Kunst, Malen und Handarbeiten seien schon

immer ihr Steckenpferd gewesen. „Mein Vater ist Architekt und auch ich mag Architektur unglaublich ger- ne, deswegen habe ich mich auch lan- ge nicht entscheiden können“, meint Emese und erzählt, dass am Ende doch das Entwerfen von Kleidung die Oberhand gewonnen habe. Jedoch sei in ihrer Mode bis heute ei- ne Nachwirkung von Architektur zu spüren.

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Den Wunsch, mit ihren Entwürfen auch an die Öffentlichkeit zu gehen, erfüllte sich Emese noch während ih- res Studiums, als sie mit zwei be-

ZUR PERSON

E MESE K ASZA hat an der Moholy-Nagy Hochschule für Kunst und Design (MOME) in Budapest studiert und an der Schule für Design (Escola Su- perior de Disseny) in Spanien ihren Abschluss in Modedesign gemacht. Ihr erstes Label, das sie mit zwei Studienkollegen gründete, war „Hepp Design“, welches von 2005 bis 2008 neben Gewänder für Männer und Frauen auch Objekte designte. 2010 gründete Emese dann ihre eigene Marke „MEI KAWA“, die vorerst noch ausschließlich für Männerbekleidung steht. Sie arbeitet außerdem als Kostümbildnerin an Theatern und nimmt an Modeschauen im In- und Ausland teil.

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freundeten Designern zusammen „Hepp Design“ gründete. Die For- mation stellte damals großteils Kol- lektionen für Frauen her, aber es waren auch immer ein oder zwei Stücke für Männer dabei. „Das gute Feedback, das wir für die Entwürfe ‘für ihn’ be- kommen haben, brachte mich auf die Idee, mein eigenes Label mit einer Männerlinie zu starten“, erzählt Emese. Nachdem die Zusammenar- beit bei „Hepp Design“ ein Ende fand, entstand 2010 ihr eigenes Label „MEI KAWA“.

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Dieser etwas exotisch anmutende Name entstand aus einer Variation ih- res eigenen Namens. „Kasza Emese fand ich nicht wirklich markttaug- lich“, gibt sie unumwunden zu und so habe sie verschiedene Vorschläge und Kosenamen in ihrem Freundes- kreis zur Wahl gestellt. Das Ergebnis war, dass die Männer alle für Kawa Kawa stimmten und die Frauen für Meika. „Daraufhin machte ich dann ‘MEI KAWA’ als Kompromiss und auch als Zeichen dafür, dass ich nicht nur Männer-, sondern auch Frauen- kleidung designen will“, betont Emese.

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Der Markt für Männerkleidung sei jedoch viel schwieriger als sie gedacht hätte, meint die Designerin nach- denklich. „Ich wusste, dass dies eine hart zu knackende Nuss sein würde, aber so steinhart habe ich sie mir nicht vorgestellt.“ Männer seien nicht so mutig wie Frauen, trauten sich noch nicht wirklich Einzelstücke zu tragen, ließen selten etwas anfertigen oder die Größe anpassen. Außerdem hätten sie eine andere Einkaufsatti- tüde: Sie gehen in einen Laden und kaufen, was ihnen zusagt oder lassen es einfach. Emese erklärt, dass sie ver- suche, mit ihren Entwürfen einen Übergang zwischen individueller Kleidung und Massenproduktion zu finden, die von Männern gerne getra- gen wird.

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Positive Rückmeldungen bekom- me sie regelmäßig, sowohl im In- als auch im Ausland. Da ihre Entwürfe angenehm zu tragen und die ge– deckten Erdtöne und Schwarz-Weiß- Variationen gut kombinierbar sind, sprechen sie neben Studenten auch Geschäftsleute an. Ein T-Shirt mit Druckknöpfen zum Beispiel könne man zugeknöpft für Business oder eben aufgeknöpft als Casual tragen. „Ich achte darauf, dass alle Stücke praktisch, funktional und wandelbar sind. Wahrscheinlich stammt das von

meiner Liebe zur Architektur“, er- klärt Emese lächelnd. Mit kleinen, manchmal lustigen Extras sollen die klaren Linien ein wenig unterbrochen und aufgelockert werden.

Kristóf Galgóczy Németh (2)
Kristóf Galgóczy Németh (2)

Casual wear à la MEI KAWA.

Den Tragekomfort unterstützen auch die qualitativ hochwertigen Naturfasern, welche die Designerin fast ausschließlich nutzt. Sogar eine Regenjacke besteht aus Baumwolle und ist von außen nur mit einer was- serabweisenden Schicht bestrichen. „Da ich selbst nicht gerne Kunstfasern trage, entwerfe ich auch selten Kleidung damit. Manchmal nehme ich Mischungen, aber auch da ist der Anteil der Naturfasern höher“, be- tont sie. Die jetzige Kollektion von Emese umfasst zwölf komplette Kombina- tionen. Es gibt Hosen in allen Längen, Jacken und Oberteile mit kurzen und langen Ärmeln und in vielen verschie- denen Farben. Ihre neuen Entwürfe sollen noch dieses Jahr, gleichzeitig mit der offiziellen Eröffnung des Showrooms, im Oktober oder No- vember auf den Markt kommen.

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Der Umzug aus ihrem früheren Atelier im Tüzraktér läuft ungefähr seit zwei Monaten und war dringend notwendig, so Emese. Die Situation im Künstlerhaus sei untragbar ge- worden und deswegen habe sie sich mit ihren damaligen Mitbewohnerin- nen im Tüzraktér und drei weiteren kreativen Geistern ein neues Atelier gesucht. Insgesamt kann man also sechs Designerinnen unter der gleichen Adresse finden: Eine Hutmacherin, eine Designerin für Frauenbeklei- dung und für Frauenfahrradbeklei- dung, die Männerkollektionen von Emese und zwei Grafikerinnen, die jedoch den gleichen Stil wie die Anderen vertreten und sich so auch mal am Entwerfen von Mode auspro- bieren möchten. „Wir haben hier auch viel mehr Möglichkeiten“, betont

Emese und erklärt, dass der Show- room viel offener und zugänglicher sei als die Werkstatt im Tüzraktér. Natürlich seien ihre Entwürfe auch weiterhin in verschiedenen Läden in Budapest zu finden, aber jetzt könn- ten die Kunden auch direkt zu ihr kommen.

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Für die Zukunft plant Emese eine Frauenkollektion und einen Online- shop, damit sie auch europaweit präsent sein kann. Durch das viele Feedback von ausländischen Käufern überlege sie außerdem, ob sie es nicht einmal im Ausland versuchen sollte. „Bekannte aus Deutschland denken, dass ich insbesondere in Köln und München Chancen hätte“, sagt Eme- se und fügt hinzu, dass ihre bisheri- gen Entwürfe nicht unbedingt nur von Männern getragen werden könnten. Die Stücke seien zum Teil Unisex und deswegen kaufen auch viele Frauen ihre Oberteile. Aber genau das wäre auch das Problem in Ungarn. Ein Stylist, der bei ihr etwas bestellt habe, meinte, dass er eine andere Kreation nicht tragen könne, da ihn dann sein Umfeld womöglich für homosexuell hielte und er Schwierigkeiten bekä- me. Im Ausland sei die Gesellschaft in Bezug auf Mode längst offener und freier als in Ungarn und deswegen sieht Emese dort ihre Chance.

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Handy: +36 / 30 627 8790 Email: hello@meikawa.com www.meikawa.com

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