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10 BUDAPESTER ZEITUNG

DDEESSIIGGNN

4 - 10. NOVEMBER 2011 • NR. 45

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BZT / Aaron Taylor (4)
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Dóri Tomcsányi verbindet ökologisches und modisches Bewusstsein.

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NN eugierig hielt Dóri Tomcsányi die Tür ihres Showrooms of-

fen, lud gleich zum bequemen Sitzen auf den Kissen der Bänke vorm Fenster ein und stellte die beiden Mitverantwortlichen für „The Garden Studio“ vor. Diese grüßten lächelnd und hielten sich dann im Hintergrund.

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„Wir haben hier mehr als nur meine Kollektionen“, stellt Dóri gleich am Anfang klar und erklärt, dass das Studio erst diesen Som- mer eröffnet worden sei. Nun hofft sie, immer mehr ungarische Designer anzuziehen. Die Idee da-

sie, immer mehr ungarische Designer anzuziehen. Die Idee da- Verträglich tragbar. hinter ist im Grunde einfach:

Verträglich tragbar.

hinter ist im Grunde einfach: Ein Showroom für verschiedene De- signartikel, die zuvor auf der Web- site angesehen und bestellt oder eben im Laden besichtigt und ge- kauft werden können. Es gäbe auch viele Vorbestellungen, verrät die junge Frau. Die Designer hät- ten durch den Showroom mehr Möglichkeiten, denn sie müssten ihre Kreationen nicht abgeben, be- hielten sie also immer und seien gleichzeitig im Internet sehr viel präsenter als nur in ein-zwei Lä- den. Dóri betont auch, dass insbe- sondere Ausländer gern und vor allem viel über die Website bestellen. In Ungarn sei das jedoch noch nicht gang und gäbe. Geplant ist, dass neben der Mode, Möbeln und Schmuck auch bald Schuhe, Kinderspielzeug und ein Grafiker im Laden und Webshop zu finden sein werden.

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Ihre eigene erste Kollektion ent- stand vergangenes Jahr im Rah- men ihres Studiums. Das „Illusion Project“ war, wie der Name schon sagt, eher ein Projekt, dem eine Ausstellung ihrer Entwürfe und jetzt die Herbstkollektion folgten. „Ich finde es spannender immer mal wieder etwas Neues zu ma- chen“, meint Dóri. Der Weg zum Design ergab sich von ganz allein,

erzählt sie und fügt hinzu, dass sie schon vor dem Abitur an nichts anderes als an Modedesign habe denken können. Es ergab sich ein- fach alles automatisch. Beim Labelnamen überlegte die Designerin dann schon etwas län- ger, entschied sich aber schlussend- lich doch für ihren eigenen Namen „Dóri Tomcsányi“. Eine mutige Entscheidung, denn Dóri hofft, dass die Menschen ihn bald kennen werden, so wie die ebenso kompli- zierten Namen einiger holländi- scher Designer. Außerdem würden so Kollektionen, die sie in Zukunft vielleicht für Modehäuser entwer- fen wird gleich mit ihr und ihrem Stil verbunden.

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Ihre Mode beschreibt Dóri selbst als ein wenig minimalistisch, mit einfachen Formen und Schnitten und kleinen, aber feinen Details. „Ein wenig Draufgängertum gepaart mit zerbrechlicher Weiblichkeit“, meint sie nachdenklich. Reißver- schlüsse, Kragen und das Betonen der Taille, ebenso wie gerade Li- nien, die gebrochen werden, sei es durch unterschiedliche Texturen oder die Farben der Stoffe, sind Kennzeichen ihrer Kollektionen. Es sei fast schon wie ein Marken- zeichen für das Label. Sie spiele gern mit gegensätzlichen Ober- flächen, glatt mit rau, einfarbig mit Muster oder Leder mit Ge- stricktem, erklärt sie. Die Textilien, die sie verwende, kämen zumeist aus dem Ausland, weil die Qualität dort hochwerti- ger sei. Sie betont auch, dass sie zu

dort hochwerti- ger sei. Sie betont auch, dass sie zu Einfache Formen mit feinen Details. 80

Einfache Formen mit feinen Details.

80 Prozent mit Naturfasern wie Seide, Bambus, Baumwolle, Wolle und ein wenig Leder arbeite. Bei den Farben tobe sie sich richtig aus. Dóri mag große farbige Flä- chen. Es gäbe bei jedem Ton eine Schattierung, die sie schön finde. Die kräftigen Farben stehen bei ihr auch für Mut zur Kleidung, jedoch ist ihre Herbstkollektion etwas ent- spannter als die vorherigen Ent- würfe: Dunkelblau und Puder mi- schen sich hier und vermitteln ein weicheres Bild der Frau.

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Die jetzige Kollektion bestehe im Moment aus 16 verschiedenen Out- fits, jedoch werde sie laufend er- weitert. Auch ist Dóri für Kunden- wünsche offen und ändert ihre Entwürfe immer wieder auch ab. „Dadurch kommt es manchmal vor, dass es nicht mal zwei gleiche Teile gibt“, meint sie gelassen. Solange der Charakter und der Stil des Orginalentwurfs noch zu erkennen seien, habe sie nichts gegen Einzel- anpassungen, denn der Käufer soll sich damit und darin wohlfühlen. Sie lasse sich beim Planen ihrer Kollektionen immer von ihrer In- spiration leiten, erklärt die Desig- nerin. Manchmal sei der erste

leiten, erklärt die Desig- nerin. Manchmal sei der erste Passend von Kopf bis Fuß. Funke eine

Passend von Kopf bis Fuß.

Funke eine Farbe oder Form, aus der dann später der ganze Rest entsteht. Zeichnungen und erste Probestücke fertigt sie allein an. Erst wenn ihr der Entwurf zusagt und alles so ist, wie sie es sich vor- gestellt hat, übergibt sie die Krea- tionen einer Schneiderin. Welche Stücke sie genau kreiert, beispiels- weise Hosen oder Röcke, überlässt Dóri dem Zufall. Das ergebe sich meist eh im Laufe des Prozesses.

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Neben Frauenmode entwirft Dóri auch ab und zu Taschen und arbeitet mit zwei weiteren Desig- nerinnen zusammen, um Schmuck und Schuhe passend zu ihren Kollektionen zu schaffen. Und das will sie auch in Zukunft aufrech- terhalten. Es sollen noch mehr Designer in das „The Garden Stu- dio“ kommen, mit denen auch unterschiedliche Kooperationen realisiert werden können. Sie möchte auch öfter Taschen und Accessoires entwerfen und mehr Zeit für ihre Männerlinie aufbrin- gen. Letztere stecke im Moment noch in den Kinderschuhen, denn sie konzentriere sich vor allem auf die Frauenmode. Jedoch sind bei ihrer Fashionshow im Herbst auch ein paar zeitlose Männerkreationen wie Anzüge über den Laufsteg ge- laufen. Das will Dóri in Zukunft weiter ausbauen.

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TThhee GGaarrddeenn SSttuuddiioo V. Városház u. 14. Tel.: +36 30 259 3511 Email: info@thegardenstudio.hu www.thegardenstudio.hu

ZUR PERSON

DÓRI TOMCSÁNYI machte 2010 ihren Abschluss an der Universität für Kunst und Design (MOME) und startete kurz darauf ihr Label „Dóri Tomcsányi“. Diesen Sommer eröffnete sie mit zwei Bekannten den Showroom „The Garden Studio“, der ihr und ande- ren Designern die Möglichkeit gibt, ihre Kreationen vorzuführen. Dóri nahm während ihrer noch kurzen Karriere an verschiedenen Modeshows und Ausstellungen im In- und Ausland wie Paris und Ljubljana teil und arbeitete für das Magazin Amalie.

Modeshows und Ausstellungen im In- und Ausland wie Paris und Ljubljana teil und arbeitete für das