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17.02.2015

ÖSTERREICHISCHES GESELLSCHAFTS - UND WETTBEWERBSRECHT MMag. Ekkehard Diregger Mag. Erich Rehberger, zPM SS 2015
ÖSTERREICHISCHES
GESELLSCHAFTS - UND
WETTBEWERBSRECHT
MMag. Ekkehard Diregger
Mag. Erich Rehberger, zPM
SS 2015

Übersicht

1)

Einführung und allgemeines Unternehmensrecht

2)

Abgrenzung Personen- und Kapitalgesellschaften

a)

Geschäftsführung

b)

Prokura + Handlungsvollmacht

Exkurs: Stellvertretung

3)

Firmenbuch

4)

Personengesellschaften

a)

Gesellschaft bürgerlichen Rechts

b)

Offene Gesellschaft

c)

Kommanditgesellschaft

d)

Stille Gesellschaft

5)

Kapitalgesellschaften

a)

GmbH

b)

Aktiengesellschaft

6)

Einführung Wettbewerbsrecht und Immaterialgüterrecht

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b) Aktiengesellschaft 6) Einführung Wettbewerbsrecht und Immaterialgüterrecht ©Diregger - Rehberger 2

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17.02.2015

Einführung und allg. Unternehmensrecht (1)

 

Unternehmensrecht ist Sonderprivatrecht für Unternehmer

Unternehmensbegriff des UGB ersetzt früheren Begriff des Kaufmanns des HGB

Grundlage: Allgemeines bürgerliches Recht

 

Unternehmensrecht ergänzt bürgerliches Recht, wo für unternehmerisches Handeln notwendig

 

Publizität unternehmerischen Handelns

 

Organisation der unternehmerischen Tätigkeit (Schutz)

 

Regelungen für den Geschäftsverkehr

 

Schutz der unternehmerischen Tätigkeit (UWG, KartG, Immaterialgüterrecht)

 
 

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Einführung und allg. Unternehmensrecht (2)

 

Grundsätze unternehmerischen Geschäftsverkehrs

Grundsätze unternehmerischen Geschäftsverkehrs

Rasche + einfache Abwicklung:

Recht der Stellvertretung, Kontokorrent, Mängelrügeobliegenheit

Entgeltlichkeit: Provision Kommissionär u. Spediteur, Lagergeld, MaklerG, HVertG

Erweiterter Vertrauens- und Verkehrsschutz

 

Strenge Haftung

 

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17.02.2015

Arten von Unternehmern

Unternehmer kraft betriebenen Unternehmens Dem UGB unterliegt grundsätzlich jeder, der ein Unternehmen betreibt Unabhängig davon, ob er im Firmenbuch eingetragen ist oder nicht !

davon, ob er im Firmenbuch eingetragen ist oder nicht ! Unternehmer kraft Rechtsform (Formunternehmer) AG, GmbH,

Unternehmer kraft Rechtsform (Formunternehmer) AG, GmbH, EWIV, Gen, VVaG, Sp, SE und EGen

Unternehmer kraft unzulässiger Firmenbucheintragung Jemand, der im Firmenbuch eingetragen wurde und unter seiner Firma handelt obwohl er Nichtunternehmer ist

Scheinunternehmer kraft Auftretens Nichtunternehmer, die im Geschäftsverkehr so auftreten, dass Dritte redlicherweise davon ausgehen durften, es mit einem Unternehmer zu tun zu haben

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Elemente des Unternehmensbegriffs (1)

Wirtschaftliche Tätigkeit

Waren oder Dienstleistungen auf dem Markt gegen Entgelt Erlaubtheit im Sinne des Gewerberechts ist nicht erforderlich Marktorientiert Private Vermögenverwaltung fällt nicht darunter Abwicklung eines Projekts als ARGE nein

Selbständige Tätigkeit

eines Projekts als ARGE nein Selbständige Tätigkeit Dauer Vielzahl von Geschäften schaffen einer

Dauer Vielzahl von Geschäften schaffen einer dauernden Erwerbsquelle Ausrichtung der Tätigkeit wird beurteilt( zB Betreiben einer Skihütte, Eisverkauf)

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Elemente des Unternehmensbegriffs (2)

Organisation Planmäßige Tätigkeit, zweckdienlicher Einsatz materieller und immaterieller Mittel, Mindestgröße ist nicht notwendig

Entgeltlichkeit Gewinnerzielungsabsicht nicht erforderlich, nur ein ernstzunehmendes Entgelt, nicht symbolisch

Beginn als Unternehmer ist mit der Aufnahme des Betriebs Beachte: Vorbereitungsgeschäfte

Ende mit Einstellung des Betriebs Beachte: Löschung im FB nicht ausschlaggebend

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Der Einzelunternehmer (1)

Der Einzelunternehmer tritt als solcher im geschäftlichen Verkehr auf (natürliche Person)

Es gibt Einzelunternehmer, die im Firmenbuch eingetragen sind und solche die es nicht sind Verpflichtung zur Firmenbucheintragung: ab EUR 700.000,-- Umsatzerlöse p.a. (Rechnungslegungspflicht) Freiwillige Eintragung unterhalb der Schwelle ist möglich (Rechtsfolge: Volle Rechte und Pflichten des UGB anwendbar; unternehmensbezogene Geschäfte)

Für eingetragene Einzelunternehmer gilt ein zwingender Rechtsformenzusatz: e.U.

Die Firma ist der im Firmenbuch eingetragene Name des Unternehmers, unter dem er seine Geschäfte betreibt und seine Unterschrift abgibt

Ein Einzelunternehmer der nicht im Firmenbuch eingetragen ist, kann keine Firma i.S. unternehmensrechtlicher Grundsätze führen: Er führt den Vor- und Zunamen als Geschäftsbezeichnung

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17.02.2015

Der Einzelunternehmer (2)

Vorteile des Einzelunternehmers Einfache Gründung und geringste Kosten, Niedriger Einkommenssteuertarif bei geringen Gewinnen, Voller Einfluss des Unternehmers und keine Entnahmebeschränkung

Nachteile des Einzelunternehmers Unbeschränkte und unbeschränkbare Haftung des Einzelunternehmers Eingeschränkte steuerliche Gestaltungsmöglichkeit Keine sozialversicherungsrechtlichen Optionen Keine oder nur eingeschränkte Nachfolgeregelung

Tod des Einzelunternehmers Frage, wer führt das Unternehmen weiter Beantragung er Verfügungsgewalt des Rechtsnachfolgers über das Unternehmen

 

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Warum gründen wir eine Gesellschaft?

Gemeinsame Kapitalaufbringung

Risikobegrenzung bzw. Risikoerweiterung

Ergänzung persönlicher Fähigkeiten

Rechtsfähigkeit der Gesellschaft

Erhaltung und leichtere Übertragbarkeit eines Unternehmens

Kreditwürdigkeit

Steuern (KÖSt/KESt mit 25 %/ EStG bis zu 50 %)

 

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17.02.2015

Rechtsquellen des Gesellschaftsrechts

GesBR:

ABGB

UGB

GmbH-Gesetz

Aktiengesetz

ABGB UGB GmbH-Gesetz Aktiengesetz

OG und KG:

GmbH:

AG:

Genossenschaften:

Genossenschaftsgesetz

Privatstiftung:

Privatstiftungsgesetz

Gesellschaftsrechtliche Sondergesetze:

SE-VO/SEG

Gesellschaftsrecht betrifft auch:

UGB, UmgrStG, ArbVG, UmwG, SpaltG, GesAusG, KapBG, URG,

 

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Was regelt das Gesellschaftsrecht? (1)

Entstehung => Gründung

Entstehung => Gründung

Innenverhältnis Gewinnverteilung, Stimmenverteilung, Gesellschafterrechte- und Pflichten, Minderheitsrechte, Innenorganisation der Organe, das Verhältnis der Organe zueinander

Mitbestimmungsrechte der ArbeitnehmerInnen auf Unternehmensebene

 

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Was regelt das Gesellschaftsrecht? (2)

 

Außenverhältnis Rechts-, Handlungs- und Parteifähigkeit, Vertretung, Haftungsfragen

Außenverhältnis Rechts-, Handlungs- und Parteifähigkeit, Vertretung, Haftungsfragen

Liquidation (Abwicklung) und Auflösung

Umgründungen

außerhalb des Gesellschaftsstatutes stehende Rechtsgebiete Arbeitsrecht, Schadenersatzrecht, Steuerrecht, Strafrecht,

 

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Wesensmerkmale einer Gesellschaft (1)

 

Was ist Gesellschaftsrecht?

= objektive Recht der privatwirtschaftlichen Zweckverbände und kooperativen Vertragsverhältnisse.

 

Für Verfolgung eines gemeinsamen Zweck mehrerer Personen, stellt Rechtsordnung unterschiedliche Rechtsformen zur Verfügung.

Zweckbedingt können Beteiligte zwischen strukturell unterschiedlichen Gesellschaftstypen wählen.

 

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17.02.2015

Wesensmerkmale einer Gesellschaft (2)

Alle Gesellschaften haben gemeinsame Merkmale:

=> Gesellschaft ist eine

durch Rechtsgeschäft begründete Rechtsgemeinschaft mindestens zweier Personen, die einen bestimmten gemeinsamen Zweck durch organisiertes Zusammenwirken erreichen will.

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Wesensmerkmale einer Gesellschaft (3)

Durch Rechtsgeschäft begründete Gemeinschaft

Eine privatrechtliche Gesellschaft kann nur durch Vertrag (Gesellschaftsvertrag) entstehen

Kommt zustande durch übereinstimmende Willenserklärung aller Vertragspartner

Verpflichtung: Leistungen im gemeinsamen Interesse zu erbringen

Kein Leistungsaustausch, daher entgeltsfremder Vertrag

Gesellschaftsvertrag bildet die Verfassung der Gesellschaft

Dauerschuldverhältnis

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Vertrag Gesellschaftsvertrag bildet die Verfassung der Gesellschaft Dauerschuldverhältnis ©Diregger - Rehberger 16

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17.02.2015

Wesensmerkmale einer Gesellschaft (4)

 

Vertragspartner haben verschiedene Rechte und Pflichten

Diese Rechte und Pflichten ergeben sich aus

Gesetz

Gesellschaftsvertrag

 

Rechtsgrundsätzen des Gesellschaftsrechts (z.B.: Treuepflicht, Gleichbehandlungsgebot, actio pro socio)

Grundsätzlich gilt Formfreiheit für den Gesellschaftsvertrag (nicht bei Kapitalgesellschaften)

 

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Wesensmerkmale einer Gesellschaft (5)

 

Rechtsgemeinschaft

Durch Vertrag begründete Gemeinschaft besteht aus mindestens zwei Personen

 

=> Ausnahme:

Kapitalgesellschaften können auch als Einmanngesellschaften gegründet werden

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17.02.2015

Wesensmerkmale einer Gesellschaft (6)

Bestimmter gemeinsamer Zweck

Gesellschafter können gemeinsam einen ideellen oder materiellen erlaubten Zweck verfolgen

Welchen Zweck eine Gesellschaft verfolgen darf, richtet sich nach der Gesellschaftsform

Personen- und Kapitalgesellschaften können zu jedem erlaubten Zweck gegründet werden - Vereine nach VerG nur für ideelle Zwecke

Der Gesellschaftszweck wird durch eine Tätigkeit versucht zu erreichen

= Unternehmensgegenstand bei AG, GmbH und Genossenschaft ist dieser zwingender Bestandteil des Gesellschaftsvertrags

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Wesensmerkmale einer Gesellschaft (8)

Organisiertes Zusammenwirken der Gesellschafter

Das Zusammenwirken der Gesellschafter ist zu organisieren

Geschäftsführung, Vertretung Selbst- und Fremdorganschaft

Ergibt sich aus dem Gesetz und Gesellschaftsvertrag

Geschäftsführung, Vertretung Selbst- und Fremdorganschaft Ergibt sich aus dem Gesetz und Gesellschaftsvertrag

17.02.2015

Exkurs: Stellvertretung (1)

Rechtsgeschäftliches handeln für andere Personen

(1) Rechtsgeschäftliches handeln für andere Personen Es bestehen zwei Möglichkeiten für andere Personen

Es bestehen zwei Möglichkeiten für andere Personen rechtsgeschäftlich tätig zu werden:

Indirekte Stellvertretung:

Rechtsverhältnis (Kauf) zw. A und B und Rechtsverhältnis (Kauf) zw. B und C B handelt in seinem eigenen Namen

Direkte Stellvertretung:

Rechtsverhältnis (Kauf) zw. A und C und B handelt für A im Namen des A (fremden Namen)

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Exkurs: Stellvertretung (2)

Direkte Stellvertretung ist daher:

Ein Stellvertreter handelt rechtswirksam für einen anderen

Er hat die Befugnis, im Rahmen der ihm übertragenen Aufgaben nach eigenen Vorstellungen selbst Entscheidungen zu treffen

Voraussetzung: Offenlegung und beschränkte Geschäftsfähigkeit

Begründungsarten der direkten Stellvertretung:

Rechtsgeschäftliche Stellvertretung: Rechtsgeschäftlich begründet (Erteilung einer Vollmacht)

Gesetzliche Stellvertretung: Entsteht unmittelbar aufgrund gesetzlicher Anordnung oder richterlicher Bestellung

Organschaftliche Stellvertretung: Vertretungsbefugnis statutarischer Organe juristischer Personen (nicht beschränkbar)

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Exkurs: Stellvertretung (3)

Innen- und Außenverhältnis

Das Innenverhältnis zwischen Geschäftsherrn und Vertreter kann verschieden ausgestaltet sein:

Auftrag:

Dienstvertrag: Der Dienstnehmer muss das Geschäft ausführen Ermächtigung: Der Ermächtigte kann das Geschäft ausführen

Der Beauftragte muss das Geschäft ausführen

=> Für die Frage der Gültigkeit einer Vertretungshandlung ist nur das Außenverhältnis maßgebend!

Innen- Außenvollmacht Innenvollmacht: Interne Bevollmächtigung (Vollmachtgeber - Bevollmächtigter) Außenvollmacht: Erklärung gegenüber Dritten

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Exkurs: Stellvertretung (4)

Umfang der Vollmacht

Einzelvollmacht: Berechtigt den Vertreter zum Abschluss eines bestimmten Rechtsgeschäfts

Manche Geschäfte bedürfen einer Einzelvollmacht (zB. Errichtung eines Gesellschaftsvertrags)

Gattungsvollmacht: Berechtigt zum Abschluss bestimmter Gattungen von Rechtsgeschäften

Generalvollmacht: Berechtigt zum Abschluss aller Rechtsgeschäfte die Vollmacht zugänglich sind

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17.02.2015

Exkurs: Stellvertretung (5)

Handlungsvollmacht und Prokura => sind besondere unternehmensrechtliche Vertretungsbefugnisse

sind besondere unternehmensrechtliche Vertretungsbefugnisse Handlungsvollmacht : Erstreckt sich, sofern sie eine

Handlungsvollmacht: Erstreckt sich, sofern sie eine allgemeine Handlungsvollmacht ist, jeweils auf alle Geschäfte und Rechtshandlungen, die der Betrieb eines derartigen Unternehmens oder die Vornahme derartiger Geschäfte gewöhnlich mit sich bringt (§ 54 UGB)

Prokura: Die Prokura kann nur vom im Firmenbuch eingetragenen Unternehmer erteilt werden und muss ins Firmenbuch eingetragen werden, ist inhaltlich unbeschränkbar (Formalvollmacht wie die organschaftlichen Vertretungen) und bleibt jederzeit widerruflich

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Exkurs: Stellvertretung (6)

Anscheinsvollmacht

Schutz des Vertrauens eines Dritten auf den äußeren Tatbestand

Grundlage ist

nicht Bevollmächtigung durch Geschäftsherrn,

sondern ein dem Geschäftsherrn zurechenbarer Rechtsschein der das Vertrauen des des Geschäftspartners auf das Bestehen einer Vollmacht geweckt hat.

=> Achtung: Hätte der Geschäftspartner das Fehlen der Bevollmächtigung kennen müssen bzw. hatte er davon Kenntnis kommt es zu keiner wirksamen Vertretung!

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Exkurs: Stellvertretung (7)

Erlöschen der Vollmacht

Bei Befristungen durch Zeitablauf Bei Bedingungen durch Eintritt der Bedingung Bei Einzelvollmacht mit Geschäftsabschluss Durch Widerruf des Vollmachtgebers Durch Kündigung des Vertreters Mit dem Tod (grundsätzlich)

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Widerruf des Vollmachtgebers Durch Kündigung des Vertreters Mit dem Tod (grundsätzlich) ©Diregger - Rehberger 27

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Exkurs: Stellvertretung (8)

Falsus Procurator (Scheinvertreter)

Jemand tritt als Vertreter auf ohne Vollmacht zu haben, überschreitet Vollmacht und nicht Fälle des Fortwirkens der Vollmacht oder Anscheinsvollmacht vorliegen,

kommt Rechtsgeschäft mit dem angeblich Vertretenen nicht zustande.

Ausnahme: Nachträgliche Genehmigung oder Ansichziehen der Vorteile aus dem Geschäft

Scheinvertreter haftet Dritten als falsus procurator War Drittem Vollmachtsmangel bekannt hat er keinen Ersatzanspruch Hätte er Vollmachtsmangel erkennen müssen (fahrlässig) kann er nur teilw. Ersatz fordern (§ 1304 ABGB)

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Exkurs: Stellvertretung (9)

Missbrauch der Vertretungsmacht (Kollusion)

Missbraucht ein Vertreter die ihm eingeräumte Vertretungsmacht - im Einvernehmen - mit Dritten bewusst zum Nachteil des Vertretenen, liegt Kollusion vor.

Rechtsfolgen:

Der Dritte ist an derartige Geschäfte nicht gebunden Das geschlossene Geschäft ist sittenwidrig

Kollusion liegt schon vor, wenn Dritter den bewussten Missbrauch der Vertretungsmacht kennen musste!

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Exkurs: Stellvertretung (10)

Interessenskollisionen

Jemand vertritt jemanden und ist selbst am Abschluss des Geschäfts interessiert (Selbstkontrahieren) oder vertritt zwei Personen (Doppelvertretung)

nennt man Insichgeschäfte

Solche Geschäfte sind im Bereich der gesetzlichen Stellvertretung verboten und ein Kollisionskurator ist zu bestellen

=> Solche Geschäfte sind wirksam, wenn Machtgeber damit einverstanden sind oder Keine Gefahr der Schädigung besteht (Markt- und Börsenpreise oder ausschließlich Vorteile für Vertretenen)

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Übersicht Personengesellschaften

eingetragenes Unternehmen (e.U.) Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesBR) offene Gesellschaft (OG) Kommanditgesellschaft (KG) Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co KG (GmbH & Co KG) typische und atypische stille Gesellschaft Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV)

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Eigenheiten der Personengesellschaften

Enge Verbindung der Gesellschafter zur Gesellschaft

Identität der einzelnen Gesellschafter spielt große Rolle

IdR besteht unbeschränkte Haftung der Gesellschafter

Gesellschafter in die Leitung eingebunden

Haftung endet nicht durch Ausscheiden aus der Gesellschaft

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in die Leitung eingebunden Haftung endet nicht durch Ausscheiden aus der Gesellschaft ©Diregger - Rehberger 32

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17.02.2015

Übersicht Kapitalgesellschaften

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) Aktiengesellschaft (AG) Societas Europea (SE) Stiftung Genossenschaft

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Haftung (GmbH) Aktiengesellschaft (AG) Societas Europea (SE) Stiftung Genossenschaft ©Diregger - Rehberger 33

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Eigenheiten der Kapitalgesellschaften

Formunternehmer (§ 2 UGB) fehlende persönliche Haftung der Gesellschafter, nicht der GF keine Mitarbeitspflicht der Gesellschafter Übertragbarkeit der Anteile eingeschränkte Treuepflichten keine Auflösung bei Ausscheiden eines Gesellschafters Mehrstimmigkeitsprinzip nach Geschäftsanteilen kompliziertere Gesetze, da Erfordernis des Gläubiger- und Minderheitsgesellschafterschutzes für Rechnungslegungspflicht sind Größenklassen maßgeblich § 221 UGB

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17.02.2015

Begriff der Körperschaft

 

Körperschaft:

juristische Person, überindividuelle Verselbständigung des betreffenden Rechtsträgers

 

Kapitalgesellschaften

sind lediglich eine Unterform für Körperschaften

Weitere Beispiele für Körperschaften:

 

Vereine nach dem Vereinsgesetz Körperschaften öffentlichen Rechts: nicht durch Vertrag, sondern durch Hoheitsakt gegründet => ZB: Bund, Länder, Gemeinden, Soziaversicherungsträger, gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften, Universitäten, Österreichische Hochschülerschaft

 

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3) Firmenbuch (1)

 

Verpflichtung zur Eintragung in das Firmenbuch

Einzelunternehmer (eU) mit einem Umsatz von jährlich über 700.000,00 OG/KG und GesBR (als OG/KG) mit jährlichem Umsatz über 700.000,00 Formunternehmer = juristische Personen Ausnahme für Freiberufler sowie Land- und Forstwirte, freiwillige Eintragung möglich

 

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17.02.2015

Firmenbuch (2)

Firmenbuch (2)

Das Firmenbuch ist ein von den Landesgerichten (in Wien vom Handelsgericht Wien) geführtes öffentliches Verzeichnis. Es dient der Verzeichnung und Offenlegung von Tatsachen, die nach den unternehmensrechtlichen Vorschriften einzutragen sind.

Es ist nicht auf Unternehmer beschränkt, auch OG/KG bzw. Privatstiftungen werden eingetragen.

 

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Firmenbuch (3)

Rechtsquellen: FBG, §§ 8-16 UGB, einzelne Bestimmungen des AktG, GmbHG, AußStrG, RpflG, Öffentlichkeit des Firmenbuchs § 9 Abs. 1 UGB: Jedermann ist zur Einsicht in das Hauptbuch und in die zur Urkundensammlung eingereichten Schriftstücke berechtigt Abfrage bei Firmenbuchgerichten, Bezirksgerichten, Notaren, RA Private Abfragemöglichkeiten: www.dataweb.datakom.at, www.bundesdienste.at, www.firmenbuchgrundbuch.at, www.jusline.at

 

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Firmenbucheintragung

Konstitutive Eintragungen: wirken rechtsbegründend zB Gründen einer GmbH Deklarative Eintragungen: wirken rechtsbekundend zB Eintragen der Prokura, Geschäftsführung

Verpflichtende Angaben auf Geschäftspapieren und Webseiten Führen einer Firma

Bezeichnung, unter welcher der Unternehmer im Geschäftsverkehr auftritt

Erteilung der Prokura Volle Anwendbarkeit des UGB

Unternehmer im Geschäftsverkehr auftritt Erteilung der Prokura Volle Anwendbarkeit des UGB ©Diregger - Rehberger 39

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Einzutragende Rechtsträger

1. Einzelunternehmer;

2. offene Gesellschaften;

3. Kommanditgesellschaften;

4. Aktiengesellschaften;

5. Gesellschaften mit beschränkter Haftung;

6. Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften;

7. Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit;

8. Sparkassen;

9. Privatstiftungen;

10. Europäische wirtschaftliche Interessensvereinigungen;

11. Europäische Gesellschaften (SE);

12. Europäische Genossenschaften (SCE);

13. sonstige Rechtsträger, deren Eintragung gesetzlich vorgesehen

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Allgemeine Eintragungen bei allen Rechtsträgern

Firmenbuchnummer;

die Firma;

Rechtsform;

Sitz und die für Zustellungen maßgebliche Geschäftsanschrift

kurze Bezeichnung des Geschäftszweigs

Eventuelle Zweigniederlassungen

Name und Geburtsdatum des Einzelunternehmers, bei anderen Rechtsträgern ihrer vertretungsbefugten Personen sowie der Beginn und die Art ihrer Vertretungsbefugnis;

Tag der Feststellung der Satzung bzw. des Abschlusses des Gesellschaftsvertrags;

Prokuristen deren Name und Geburtsdatum sowie der Beginn und die Art ihrer Vertretungsbefugnis;

Abwicklung (Liquidation) Name und Geburtsdatum der Abwickler (Liquidatoren) sowie der Beginn und die Art ihrer Vertretungsbefugnis;

die im Exekutions- und Insolvenzrecht zur Eintragung in das Firmenbuch vorgesehenen Verfügungsbeschränkungen, deren Aufhebung und die Namen der gesetzlichen Vertreter;

Eintragungen im Insolvenzverfahren gemäß § 77a Abs.1 IO;

Vorgänge, durch die ein Betrieb oder Teilbetrieb übertragen wird sowie deren Rechtsgrund

Bei der Eintragung natürlicher Personen ist auch deren Anschrift ersichtlich zu machen.

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Aufbau des Firmenbuchs

Hauptbuch

Auszüge aus dem Firmenbuch Einzutragende Rechtsträger Eintragungspflichtige Tatsachen - eintragungsfähige Tatsachen Eintragungstatbestände

Urkundensammlung

Urkundenmappe ADV-Urkundensammlung

Tatsachen Eintragungstatbestände Urkundensammlung Urkundenmappe ADV-Urkundensammlung ©Diregger - Rehberger 42

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Entscheidungsorgane und Zuständigkeit

Richter

Gerichtshof 1. Instanz, Richter als Einzelrichter (§ 7a Abs. 3 JN).

Rechtspfleger

zuständig mit der Führung des Firmenbuches zusammenhängende Geschäfte ( §§ 2 Z 4, 22 RpflG). Manche, besonders wichtige Tätigkeiten bleiben jedoch dem Richter vorbehalten.

Geschäfte ( §§ 2 Z 4, 22 RpflG). Manche, besonders wichtige Tätigkeiten bleiben jedoch dem Richter

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jedoch dem Richter vorbehalten. ©Diregger - Rehberger 43 Sachliche Zuständigkeit § 120 Abs. 1 Z 1

Sachliche Zuständigkeit

§ 120 Abs. 1 Z 1 JN: Landesgerichte und (als Ausnahme) im Sprengel des LG Wien das HG Wien.

Örtliche Zuständigkeit

liegt bei jenem Gericht, in dessen Sprengel das Unternehmen seine Hauptniederlassung oder seinen Sitz hat

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Wirkung von Firmenbucheintragungen

Vertrauensschutz: jedermann kann Einsicht nehmen öffentliches Register Schutz des gutgläubigen Geschäftsverkehrs

Publizitätsprinzip (§ 15 UGB): gilt nur für den Geschäftsverkehr Negative Publizität Positive Publizität

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4) Personengesellschaften

a) GesBR - Gesellschaft bürgerlichen Rechts b) OG - Offene Gesellschaft c) KG - Kommanditgesellschaft d) Stille Gesellschaft e) EWIV Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung

d) Stille Gesellschaft e) EWIV Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung ©Diregger - Rehberger 46

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a) Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Im ABGB geregelte Gesellschaftsform Miteigentum ist Basis

Rechtsgrundlagen:

§§ 1175 1216 ABGB; §§ 833 842 ABGB (Verwaltung des Miteigentums) § 8 Abs 3 und §178 UGB

Durch den Vertrag, vermöge dessen zwei oder mehrere Personen einwilligen, ihre Mühe allein, oder auch ihre Sachen zum gemeinschaftlichen Nutzen zu vereinen, wird eine Gesellschaft zu einem gemeinschaftlichen Erwerbe errichtet (§ 1175 ABGB)

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Rechtsnatur der GesBR

Personengesellschaft Durch Vertrag begründet Personenvereinigung zum gemeinschaftlichen Nutzen Entweder Innen- oder Außengesellschaft Keine eigene Rechtspersönlichkeit; daher

Keine eigene Rechtspersönlichkeit; daher Weder Träger von Rechten und Pflichten noch

Weder Träger von Rechten und Pflichten noch Vermögensträger Keine Firmenbucheintragung / keine Firma Nicht beteiligungsfähig Fehlende Gewerberechtsfähigkeit Keine Organfähigkeit

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Grundlegende Elemente der GesBR

Gesellschaftsvertrag Personenmehrheit (zumindest 2 Gesellschafter) Gemeinsame Zweckverfolgung durch Beitragsleistungen (vermögenwerte oder reine Arbeitsleistung) Gelegenheitsgesellschaften Geschlossene Mitgliederzahl Geschäfts- bzw. Unternehmensbezeichnung ist mgl

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Gründung der GesBR

Übereinstimmende Willenserklärung der Gesellschafter Keine Formvorschriften dispositives Gesetzesrecht grundsätzlich keine zwingende Registrierung im Firmenbuch, aber bei Überschreiten der Schwellwerte (§8 Abs 3 u. 189 UGB) eine OG oder KG zur Eintragung bringen müssen

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der Schwellwerte (§8 Abs 3 u. 189 UGB) eine OG oder KG zur Eintragung bringen müssen

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Anwendungsbereiche der GesBR

Kleinunternehmen (bis 700.000,00 Umsatz/Jahr) Vermietung und Verpachtung Gelegenheitsgesellschaften Arbeitsgemeinschaften Vorgründungsgesellschaft Zusammenschluss von Freiberuflern Rechtsverhältnisse zwischen Ehegatten und Lebensgefährten Unterbeteiligungen Interessengemeinschaften Syndikatsverträge Zwischenbetriebliche Kooperationen

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Pflichten der Gesellschafter

Beitrags- und Mitwirkungspflicht (§ 1185 ABGB)

Einlagen (Geld, Sachen, Arbeit) Einbringen = alleiniges Eigentum in Miteigentum übertragen Keine Nachschusspflicht Tragen von Verlusten

Treuepflicht

persönliche Mitarbeit keine Übertragung der Mitgliedschaft Wettbewerbsverbot bzw. Konkurrenzverbot (§1186 ABGB)

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Gesellschaftsvermögen

Gesellschaftsvermögen (Hauptstamm/Kapital) = Summe aller Einlagen

Vermögensbeteiligung als Miteigentümer

Gewinn- und Verlustbeteiligung

Aufteilung im Verhältnis der Einlage oder gemäß Gesellschaftsvertrag Gesellschafter können Gewinnanteil übernehmen

Rechnungslegung und Kontrolle

jährliche Rechnungslegung jederzeitige Bucheinsicht Keine unternehmensrechtlichen Buchführungspflichten

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Geschäftsführung

Geschäftsführung Alle Gesellschafter gemeinsam (Gesamtgeschäftsführung) oder speziell bevollmächtigte Personen Kein

Alle Gesellschafter gemeinsam (Gesamtgeschäftsführung) oder speziell bevollmächtigte Personen

Kein Geschäftsführer ieS möglich

Alle rechtlichen und tatsächlichen Handlungen im Innenverhältnis Mehrstimmigkeitsprinzip nach Anteilen Geschäftsführung auch durch Nichtgesellschafter möglich Gesellschaftsvertragliche Regelungen zur Geschäftsführung im Regelfall erforderlich

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Vertretung

Rechtliche und tatsächliche Handlungen im Außenverhältnis Vertretung durch Kapitalmehrheit Klare Regelung im Gesellschaftsvertrag erforderlich Handeln Gesellschafter für die GesBR, werden alle Gesellschafter daraus berechtigt und verpflichtet

Dies gilt auch, wenn ein handelnder Gesellschafter nicht, nicht selbständig oder nur beschränkt vertretungsbefugt ist (falsus procurator) und der Dritten den Mangel der Vertretung weder kannte noch kennen musste

gesetzliche Regelung: § 833 ABGB

jede beliebige Regelung möglich

einzelne/gemeinsame und beschränkte/unbeschränkte Vollmacht §§ 1026 ff ABGB: Duldungs- und Anscheins-vollmacht

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Haftung

Haftung jedes Mitglieds für den Schaden, den es der Gesellschaft durch sein Verschulden zugefügt hat persönliche und unbeschränkte Haftung für Anteilsschulden Solidarische Haftung der Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen (entgegen dem Wortlaut von § 1203 ABGB) Jeder Gesellschafter kann in Anspruch genommen werden Regress im Innenverhältnis

ABGB) Jeder Gesellschafter kann in Anspruch genommen werden Regress im Innenverhältnis ©Diregger - Rehberger 56

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17.02.2015

Gesellschafterbeschlüsse Beendigung

Gesellschafterbeschlüsse:

Jederzeit formlos möglich Abhaltung einer formellen Gesellschafterversammlung nicht erforderlich

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Wettbewerbsverbot

Kein für die Gesellschaft schädliches Nebengeschäft

Gesetzliches Wettbewerbsverbot Kein Konkurrenzunternehmen

Vertragliche Regelung zweckmäßig

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Gesetzliches Wettbewerbsverbot Kein Konkurrenzunternehmen Vertragliche Regelung zweckmäßig ©Diregger - Rehberger 58

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b) Offene Gesellschaft (OG)

Die OG ist eine Gesellschaft

deren Zweck jede erlaubte Tätigkeit unter gemeinschaftlicher Firma gerichtet ist und deren Gesellschafter unbeschränkt gegenüber Gesellschaftsgläubigern haften (§ 105 UGB)

Bestimmungen der OG finden sich in §§ 105 - 160 UGB

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Offene Gesellschaft (OG) - 2

Vorteile:

Einfache Gründung und geringe Gründungskosten Grundsätzlich keine Kapitalaufbringungs- und Kapitalerhaltungsregeln Rechtsfähigkeit Vergleichsweise flexible Ausgestaltbarkeit der Gesellschaft Freie Bewertbarkeit der Einlagen, einschließlich Arbeitskraft Sicherheit für den Rechtsverkehr hinsichtlich der Existenz der Gesellschaft und Vertretungsbefugnis (Eintragung im Firmenbuch)

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Offene Gesellschaft (OG) - 3

Abgrenzung zur KG:

Alle Gesellschafter haften unbeschränkt

Einsatzbereich:

: Alle Gesellschafter haften unbeschränkt Einsatzbereich : Flexibilität hinsichtlich Ausgestaltung und Kapitaleinsatz

Flexibilität hinsichtlich Ausgestaltung und Kapitaleinsatz OG ist Handlungssubjekt im Rechtsverkehr (Unterschied zur GesbR) Personalistische Prägung

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Offene Gesellschaft (OG) - 4

Grundprinzipien

Zweckoffenheit: ideeller und materieller Zweck OG ist kein Unternehmer Kraft Rechtsform (§ 2 UGB) Nur OG, die Unternehmen betreibt ist Unternehmerin Gesellschafter sind keine Unternehmer Streitigkeiten der OG mit Gesellschaftern/Dritten -> Handelsgericht Selbstorganschaft: Gesellschafter geschäftsführungs- u. vertretungsbefugt (nicht Dritte) Personalistische Prägung:

Zwingende Selbstorganschaft/Anteile erschwerte übertragbar Mitunternehmerschaft der Rechtspersönlichkeit verliehen wurde OG keine KöSt -> Erträge der Gesellschafter unterliegen der Einkommenssteuer

Alle Gesellschafter haften unbeschränkt

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Offene Gesellschaft (OG) - 5

Einsatzbereich Flexibilität hinsichtlich Ausgestaltung und Kapitaleinsatz OG ist Handlungssubjekt im Rechtsverkehr (Unterschied zur GesbR) Personalistische Prägung

Grundprinzipien

Rechtsfähigkeit: unbeschränkt rechtsfähig Parteifähig im Prozess, insolvenzfähig, zivil- und strafrechtlich deliktsfähig Vertreter können OG unmittelbar berechtigen und verpflichten OG: gesamthandschaftliche Verbundenheit der Gesellschafter -> keine juristische Person OG Trägerin von Persönlichkeitsrechten wie zB Grundrecht auf Datenschutz, Namensrecht, Schutz der Ehre OG ist Eigentümerin des Gesellschaftsvermögens

 

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Offene Gesellschaft (OG) - 6

Gründung der OG

Erster Schritt: Errichtung des Gesellschaftsvertrags Zweiter Schritt: Eintragung im Firmenbuch (evtl behördliche Genehmigung notwendig (zB RA OG))

erst mit der konstitutiven Eintragung im Firmenbuch entsteht die OG

Vorgesellschaft: GesbR / Gesellschaftsvermögen im Miteigentum der Gesellschafter

Gesellschaftsvertrag:

Formlos Gestaltungsfreiheit jedoch Mindestinhalt: Insbesondere Zweck, Rechtsform, Firma, Sitz Zwingend sind Regelungen über Außenverhältnis Änderungen des Gesellschaftsvertrags bedürfen der Zustimmung aller Gesellschafter Mehrheitsprinzip kann festgelegt werden

 

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 7

Identitätsausstattung und Gesellschaftszweck

Firma der OG darf keine Namen von Nichtgesellschaftern enthalten Zwingender Rechtsformzusatz zB OG , Partnerschaft bei freien Berufen Sitz muss tatsächlichen Verhältnissen entsprechen / Geschäftsanschrift Evtl. behördliche Genehmigung notwendig (zB RA OG) Unternehmensgegenstand: Kurze Bezeichnung des Geschäftszweigs im Firmenbuch

Anmeldung und Eintragung

des Geschäftszweigs im Firmenbuch Anmeldung und Eintragung Sämtliche Gesellschafter müssen OG beim Firmenbuchgericht

Sämtliche Gesellschafter müssen OG beim Firmenbuchgericht des Sitzes der OG anmelden Vertretungsbefugte Gesellschafter haben Musterzeichnung zu hinterlegen Keine Vorlage des Gesellschaftsvertrags beim Firmenbuchgericht erforderlich

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Offene Gesellschaft (OG) - 8

Gesellschafter

Natürliche und juristische Personen sowie andere rechtsfähige Verbände Geschäftsunfähige können Gesellschafter sein Mindestens zwei Gesellschafter notwendig

Aufnahme eines neuen Gesellschafters

Aufnahme neuer Gesellschafter erfolgt durch Aufnahmevertrag (gs. formfrei) Aufgenommener Gesellschafter haftet persönlich, unmittelbar und primär für alle Gesellschaftsverbindlichkeiten Alle Gesellschafter haben Gesellschafterbeitritt beim Firmenbuch anzumelden

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 9

Ausscheiden eines Gesellschafters und Kündigung

Ausscheiden eines Gesellschafters führt zur Auflösung der Gesellschaft soweit keine Fortsetzung mit Erben Abweichendes kann vereinbart werden / jedenfalls Auflösung bei Verbleib eines Gesellschafters Hinauskündigungsklauseln ohne wichtigen Grund sind unzulässig

Gesellschafterausschluss

Ausschluss aus wichtigem personenbezogenem Grund möglich Sämtliche Gesellschafter müssen dies gerichtlich geltend machen Bei Einigung der übrigen Gesellschaft keine automatische Auflösung der Gesellschaft

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Offene Gesellschaft (OG) - 10

Auseinandersetzung mit dem ausscheidenden Gesellschafter

Herausgabe der quoad usum eingebrachten Vermögensgegenstände Berechnung der Abfindung Befreiung von Gesellschaftsschulden Ausgleichsanspruch der Gesellschaft wenn Gesellschaftsvermögen der Gesellschaftsschulden nicht ausreicht Anpassung der Gesellschaftsanteile

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 11

Innenverhältnis

Treue- und Loyalitätspflicht dienen der Förderung des Gesellschaftszwecks Gegen Verletzungen:

Unterlassungsanspruch Leistungspflicht Schadenersatz

Gleichbehandlungsgrundsatz Gesellschafter haben gegenüber Gesellschaft und ihren Organen ein recht auf formelle und materielle Gleichbehandlung Verbot willkürlicher Diskriminierung Verletzungen: -> Unwirksamkeit der Rechtshandlung

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Offene Gesellschaft (OG) - 12

Wettbewerbsverbot (dispositives Recht)

Konkretisierung der Treuepflicht Verbot des Tätigwerdens im Geschäftszweigs der OG und an anderen gleichartigen Gesellschaften als unbeschränkt haftender Gesellschafter teilzunehmen Adressat alle Gesellschafter (sowohl natürliche als auch juristische Personen) Während aufrechtem Gesellschaftsverhältnis Einwilligung der übrigen Gesellschafter möglich Rechtsfolgen bei Verletzung:

Unterlassungs-, Beseitigungs- und Schadenersatzanspruch Rechnungslegungs- und Auskunftsanspruch Eintrittsrecht der OG in Konkurrenzgeschäft Verjährung drei Monate ab Kenntnis!

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 13

Informations- und Kontrollrechte

Bucheinsichtsrecht (dispositiv) Dispositiv: Vorbehalt des Verdachts der unredlichen Geschäftsführung

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(dispositiv) Dispositiv: Vorbehalt des Verdachts der unredlichen Geschäftsführung ©Diregger - Rehberger 71

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Offene Gesellschaft (OG) - 14

Beteiligung der Gesellschafter

Geschäftsanteil ist vermögenswertes Bündel von Rechten und Pflichten, die der Mitgliedschaft an der Gesellschaft entspringen Gesellschaft ist aufgrund ihrer Rechtsfähigkeit selbst Alleineigentümer des Gesellschaftsvermögens

Gesellschafterbeitrag und Einlage

Beiträge: Beiträge zur Erreichung des Gesellschaftszwecks Unterscheide: Gesellschaftsbeitrag iwS und Einlage (Gesellschaftsbeitrag ieS) Einlagen:

Vermögenswerte Beiträge (zB Bargeld, Giroguthaben, Sacheinlagen etc) Sie gehen in das Gesellschaftsvermögen über Keine Voraussetzung für Begründung der Gesellschafterstellung => Arbeitsleistungen sowie bloße Teilnahme reicht (Gesellschaftsbeitrag iwS)

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) 14 a

Einlagen

Unterliegen freier Bewertung der Gesellschafter und werden am Kapitalkonto festgeschrieben

Bsp: A Bareinlage EUR 100.000, B Bareinlage EUR 50.000 und C Bareinlage EUR 150.000 -> Bewertung alle mit EUR 100.000 dh jeder zu 1/3 an Gesellschaft beteiligt

mit EUR 100.000 dh jeder zu 1/3 an Gesellschaft beteiligt Alle Leistungen, die nicht am Kapitalkonto

Alle Leistungen, die nicht am Kapitalkonto verbucht werden, sind Drittschulden Arbeitsleistung gs nicht als Einlage, weil Gesellschaftsbeitrag ieS

=> Gesellschafter können im Gesellschaftsvertrag vereinbaren, dass Arbeitsleistungen kapitalisiert werden dh als Einlage gelten

Fälligkeit

Gesellschaftsvertrag maßgebend Actio pro socio: Klage auf Leistung der Einlage der OG oder eines Gesellschafters

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Offene Gesellschaft (OG) 14 b

Kapitalanteil

Jedem Gesellschafter steht gs ein Kapitalanteil zu Rechnerische Bezugsgröße die wirtschaftlichen Wert der Beteiligung und des Anteils am Eigenkapital der Gesellschaft ausdrückt Kapitalanteil wird nicht im Firmenbuch eingetragen Tatsächliche Einlagenleistung ist unbeachtlich-> kommt auf Bewertung an!

Beteiligungsverhältnis

Wertrelation der Einlagen bestimmt das Beteiligungsverhältnis Abweichendes ist vereinbar Beteiligungsverhältnis maßgeblich für:

Gewinn- und Verlustverteilung Bemessung der Abfindung bei Ausscheiden Verteilung des Gesellschaftsvermögens bei Liquidation

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 15

Vermögensrechte / Gewinn- und Verlustbeteiligung

Gewinnermittlung am Geschäftsjahresende auf Basis des Jahresabschlusses bzw Einnahmen/Ausgabenrechnung Basis für Gewinn- und Verlustverteilung Abweichendes kann vereinbart werden Zweistufigkeit des gesetzlichen Modells:

Arbeitsgesellschafter ohne Kapitalanteil

Erhalten angemessenen Teil für Arbeitsleistung Maßstab Erfolg der OG Keine Beteiligung am Verlust der OG

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Teil für Arbeitsleistung Maßstab Erfolg der OG Keine Beteiligung am Verlust der OG ©Diregger - Rehberger

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Offene Gesellschaft (OG) - 16

Gesellschafter mit Kapitalanteil

Erhalten Anteil am nach Vergütung der Arbeitsgesellschafter verblieben Gewinn bzw Verlustzuweisung

Konten: Keine Veränderung bei festen Kapitalkonten (Verrechnungskonto) Klagbarer Anspruch auf Gewinnauszahlung: Gs jeder Gesellschafter Keine Kapitalaufbringungs- oder Kapitalerhaltungsregeln: gewinnunabhängiges Kapitalentnahmerecht (Treuepflicht!) Aufwandersatz: Gesellschafter haben Anspruch auf Ersatz der getätigten Aufwendungen Herausgabepflicht der Geschäftsführer des Erhaltenen an OG

Übertragung des Geschäftsanteils

Geschäftsanteil ist vermögenswerter Verfügungsgegenstand Geschäftsanteil ist übertragbar Übertragung bedarf der Zustimmung sämtlicher Gesellschafter (dispositiv) Geschäftsanteil ist unkörperliche Sache Übertragung durch Titel und Modus (formfreies Verfügungsgeschäft)

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 17

Geschäftsführung und Vertretung

Geschäftsführungsbefugnis:

= Vornahme von leitenden Maßnahmen im Rahmen der Gesellschaft, die der Verfolgung des Gesellschaftszecks dient

Selbstorganschaft: Geschäftsführung obliegt den Gesellschaftern (berechtigt/verpflichtet) Gesellschaftsvertrag kann Ausschluss bestimmter Gesellschafter von Geschäftsführung vorsehen

Geschäftsführung Dritter:

Übertragung durch Vollmacht und Auftrag Organschaftliche Geschäftsführungsbefugnis verbleibt bei Gesellschafter (Weisung- u Kontrollrecht) Übertragung bedarf Konsens der übrigen Gesellschafter

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Offene Gesellschaft (OG) - 18

Einzelgeschäftsführung -> Widerspruchsrecht der anderen Gesellschafter Widerspruch kein Einfluss auf Geschäft mit Dritten (Vertretung) Einzelvertretung betrifft nur gewöhnliche Betrieb des Unternehmens

Außergewöhnliche Geschäfte -> Zusammenwirken sämtlicher Gesellschafter

Prokurist:

Bestellung Prokurist: bedarf Zusammenwirkens aller geschäftsführenden Gesellschafter Widerruf und Beschränkung Prokurist: jeder geschäftsführende Gesellschafter allein

Grundlagengeschäfte: alle Gesellschafter (zB Änderung Gesellschaftsvertrag)

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 19

Beschlussfassungen:

Entscheidung mehrerer Personen -> Beschluss der betreffenden Gesellschafter Formfreie empfangsbedürftige Willenserklärungen Zugang an alle Gesellschafter Gs Zustimmung aller zur Teilnahme berechtigten Gesellschafter erforderlich Gesellschaftsvertrag kann Abweichung von Einstimmigkeit vorsehen

Entzug und Kündigung der Geschäftsführungsbefugnis

Entzug: aus wichtigem Grund auf Antrag der übrigen Gesellschafter bei Gericht Wichtige Gründe: Grobe Pflichtverletzung / Unfähigkeit ordnungsgemäßer Geschäftsführung Kündigung: Ein Gesellschafter kann aus wichtigem Grund Geschäftsführungsbefugnis kündigen (Krankheit / Alter)

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Offene Gesellschaft (OG) - 20

Organschaftliche Vertretung

Organschaftliche Vertretung ist unbeschränkt und unbeschränkbar Selbstorganschaft: Organschaftliche Vertreter sind Gesellschafter Einzelvertretungsbefugnis (Ausnahme: Grundlagengeschäfte) Gesellschaftsvertrag:

Gesamtvertretung kann vereinbart werden Passive Vertretungsmacht -> zwingend jeder vertretungsbefugte Gesellschafter Ausschluss einzelner Gesellschafter / Unechte Gesamtvertretung möglich Fremdorganschaft unzulässig Anmeldung der Vertretung beim Firmenbuch durch sämtliche Gesellschafter Insichgeschäfte Entzug der Vertretungsmacht aus wichtigem Grund auf Antrag der Gesellschafter bei Gericht

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 21

 

Gesellschafterhaftung

Voraussetzung: Gesellschafterstellung im Zeitpunkt des Entstehens der Verbindlichkeit Haftung neu eintretender Gesellschafter für Altverbindlichkeiten Altgesellschafter haftet für alle Verbindlichkeiten die bis zu seinem Ausscheiden / Vollbeendigung entstanden sind

Nachhaftung

Vertragliche und außervertragliche Verbindlichkeiten der Gesellschaft Öffentlich-rechtliche Verbindlichkeiten Gesellschaftsrechtliche Vereinbarungen sind im Außenverhältnis unwirksam im Innenverhältnis möglich

 
 

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Offene Gesellschaft (OG) - 22

 

Inhalt und Umfang der Haftung

Persönliche Haftung: auch privates Vermögen Unbeschränkte Haftung: keine Obergrenze Unmittelbare Haftung: Direkte Inanspruchnahme des Gesellschafters möglich Primäre Haftung: keine Ausfallshaftung Solidarische Haftung: Gesamter Betrag

 
 
 

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17.02.2015

Offene Gesellschaft (OG) - 23

 

Beendigung der OG

Zeitablauf Formfreier Auflösungsbeschluss (einstimmiger Beschluss (dispositiv)) Tod eines Gesellschafters (dispositiv) Gesellschafterkonkurs Gesellschaftskonkurs Kündigung

 

Fortsetzung Sofern kein Gesellschaftskonkurs

->Fortsetzungsbeschluss möglich

Abwicklung Liquidation Löschung im Firmenbuch anzumelden

 

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c)

Kommanditgesellschaft (KG) - 1

Begriff

Gesellschaft, die unter gemeinschaftlicher Firma geführt wird Bei der bei einem oder mehreren Gesellschaftern Haftung beschränkt ist Mindestens ein Gesellschafter haftet gegenüber Gesellschaftsgläubigern unbeschränkt

 

Rechtsfähigkeit

Gesellschaftsvermögen einer KG ist Sondervermögen Wie OG keine juristische Person Partei-, delikts-, vergleichs- und konkursfähig Kann unter ihrer Firma Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen Kann klagen und geklagt werden

 
 

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17.02.2015

Kommanditgesellschaft (KG) - 2

Wesen einer KG (UGB):

Variante der OG Komplementär: haftet unbeschränkt (wie OG) Kommanditist: haftet mit Vermögenseinlage Gesetzlich vorgegebene Ungleichbehandlung der Gesellschafter Unbeschränkt Haftenden: Geschäftsführung und Vertretung Abweichung im Innenverhältnis von beiden möglich Beschränkt Haftenden: Einlage in Geld- oder Sachwerten (Dienstleistungen in Geld bewertet) Eine Person kann nicht zugleich Kommanditist und Komplementär sein GmbH & Co KG möglich Scheidet letzte Kommanditist aus wird Gesellschaft als OG fortgeführt (2 Personen!) falls Liquidation ausgeschlossen

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Kommanditgesellschaft (KG) - 3

Für Komplementär sind die Bestimmungen der OG anwendbar

Gesetzliche Sonderstellung des Kommanditisten

Kommanditist: Beschränkte Haftung Pflichteinlage im Innenverhältnis (Beiträge ieS und iwS) Festlegung einer Haftungssumme im Außenverhältnis Keine Befugnis der Vertretung der Gesellschaft Ausschluss von der Geschäftsführung Geringere Kontrollrechte Kein Konkurrenzverbot Kommanditanteil ist vererblich Kein Entnahmerecht

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Kontrollrechte Kein Konkurrenzverbot Kommanditanteil ist vererblich Kein Entnahmerecht ©Diregger - Rehberger 86

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17.02.2015

Kommanditgesellschaft (KG) - 4

Geschäftsführung

Für Komplementäre gilt gs OG Recht Kommanditisten von Geschäftsführung ausgeschlossen bei gewöhnlichen Geschäften Kommanditisten können außergewöhnlichen Geschäften widersprechen (Zustimmung) Kommanditisten haben bei Grundlagengeschäften mitzuwirken Actio pro socio können Kommanditisten einbringen

Abweichendes kann im Gesellschaftsvertrag vereinbart werden Beschlussfassung bei außergewöhnlichen Geschäften einstimmig (alle!) Abweichendes kann Gesellschaftsvertrag vorsehen (Grenzen: Kernbereichslehre) Beschlussmängel: Feststellungsklage

Vertretung

Vertretung erfolgt ausschließlich - durch Komplementäre Organschaftliche Vertretung richtet sich nach OG-Recht Einräumung/Entzug obliegt aber allen Gesellschaftern

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Kommanditgesellschaft (KG) - 5

Haftung des Kommanditisten

Haftung: primär, unmittelbar, persönlich, solidarisch (wie bei Komplementären) Haftung bis zur Höhe der im Firmenbuch eingetragenen Haftsumme Erhöhung oder Herabsetzung der Haftsumme ist von sämtlichen Gesellschaftern im Firmenbuch einzutragen Kommanditisten haften auch für die vor Eintragung der KG begründeten Verbindlichkeiten der Vor- KG bis zur Haftsumme Haftung des Kommanditisten ausgeschlossen wenn Einlage voll geleistet Haftung lebt wieder auf:

Zurückzahlung der Einlage Gewinnentnahme, wenn Kapitalanteil unter Betrag der Einlage gemindert wurde Entnahme führt zur Herabminderung

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17.02.2015

Kommanditgesellschaft (KG) - 6

Kapitalistische KG:

Komplementären weniger Kompetenz zugeordnet, bloße Arbeitsgesellschafter ohne Kapitalbeteiligung Kommanditisten: Geschäftsführung, Bestellung oder Abberufung der Komplementäre zu Geschäftsführern

Publikums-KG

KG mit großer Zahl an Kommanditisten

GmbH&Co KG

Komplementär ist GmbH (Kapitalgesellschaft)

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d) Stille Gesellschaft - 1

Rechtsgrundlagen: UGB, ABGB

Definition der stillen Gesellschaft:

: UGB, ABGB Definition der stillen Gesellschaft : vertraglich vereinbarte Beteiligung eines Rechtsträgers am

vertraglich vereinbarte Beteiligung eines Rechtsträgers am Unternehmen eines anderen

durch Leistung einer in das Vermögen des Geschäftsinhabers übergehenden Einlage

wobei der stille Gesellschafter zumindest am Gewinn des Geschäftsinhabers beteiligt ist

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17.02.2015

Stille Gesellschaft - 2

Charakteristika

Durch Vertrag zwischen Unternehmer und Kapitalgeber (stiller Gesellschafter) begründet Stille Gesellschafter ist am Unternehmensgewinn beteiligt Keine formelle Stellung eines Gesellschafters des Unternehmensträgers Stille Gesellschaft hat keine Rechtspersönlichkeit Gesellschaftsvermögen wird nicht gebildet Keine Firmenbucheintragung Innengesellschaft Geschäfte schließt der Geschäftsinhaber in eigenem Namen Keine Gesellschaftsorgane

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Stille Gesellschaft - 3

Vorteile und Anwendungsbereich:

Weitgehende Gestaltungsfreiheit Begrenzter Kapitalaufwand ohne Leistung aktiver Mitarbeit Keine unmittelbare Haftung gegenüber Gläubigern des Unternehmers Anonymität Zivil-,verwaltungs- oder steuerrechtliche Motive Ertragsabhängige Beteiligung

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Anonymität Zivil-,verwaltungs- oder steuerrechtliche Motive Ertragsabhängige Beteiligung ©Diregger - Rehberger 92

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Stille Gesellschaft - 4

Gründung

Stiller Gesellschafter: natürliche und juristische Personen Geschäftsinhaber: jeder der ein Unternehmen iSd § 1 Abs 2 UGB betreibt Tätigkeit des Geschäftsinhabers muss auf Gewinn gerichtet sein sonst Innen-GesbR Gründung: Abschluss eines formfreien Vertrags

Beitragspflicht des stillen Gesellschafters

Pflicht Leistung der Einlage / Fälligkeit bestimmt sich nach Gesellschaftsvertrag Einlage geht in das Vermögen (aber unbedingt nicht in das Eigentum) des Unternehmensinhabers über Leistung für Entstehen nicht notwendig / Keine Nachschusspflicht Kein Kapitalkonto -> Einlage Guthaben auf dem Einlagenkonto

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Stille Gesellschaft - 5

Geschäftsführungspflicht des Geschäftsinhabers

Geschäftsinhaber führt Geschäfte auf eigene Rechnung Geschäftsführungspflicht zum gemeinsamen Vorteil Dauerhafte Verletzung der Betriebspflicht Klage auf Vertragserfüllung Schadenersatz bei Verschulden UU fristlose Kündigung der stillen Gesellschaft

Stille Gesellschafter kein Widerspruchsrecht bei ordentlichen bzw außerordentlichen Geschäften Zustimmungsrecht des stillen Gesellschafters nur bei Grundlagengeschäften

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17.02.2015

Stille Gesellschaft - 6

Gewinnbeteiligung des stillen Gesellschafters:

Teilhabe des stillen Gesellschafters am Gewinn des Unternehmens

-> kein Ausschluss möglich Gewinnberechnung am Ende des Jahres Negatives Einlagenkonto wird durch Gewinne ausgeglichen (Ausschüttungssperre)

zwingendes Kriterium

Treuepflicht

Geschäftsinhaber und stiller Gesellschafter unterliegen Treuepflicht Geschäftsinhaber -> kein gesetzliches Wettbewerbsverbot

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Stille Gesellschaft - 7

Kontroll- und Informationsrechte des stillen Gesellschafters:

Kontroll- und Informationsrechte ähnlich wie Kommanditist

Ordentliche Kontrollrecht: Abschrift Jahresabschluss / Einsicht in Bücher

Ao Kontrollrecht: Vorlage von Geschäftsbüchern bei wichtigen Gründen / Auskünfte

Dispositiv bis auf ao Kontrollrecht

Gesellschafterhaftung

Dispositiv bis auf ao Kontrollrecht Gesellschafterhaftung Keine persönlich Haftung für Verbindlichkeiten des

Keine persönlich Haftung für Verbindlichkeiten des Geschäftsinhabers

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17.02.2015

Stille Gesellschaft - 8

Atypische stille Gesellschaft zulässig:

Stille Gesellschafter ist am Unternehmensvermögen oder an der Geschäftsführung beteiligt

Auflösung, Gesellschafterwechsel, Unternehmensübertragung:

Auflösung:

Einvernehmliche Auflösung Kündigung Zeitablauf Auflösende Bedingung Zweckvereitelung Tod des Geschäftsinhabers Konkurs eines Gesellschafters

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Stille Gesellschaft - 9

Gesellschafterwechsel

Nur mit Zustimmung des Geschäftsinhabers möglich

Unternehmensveräußerung

des Geschäftsinhabers möglich Unternehmensveräußerung Beteiligungsverhältnis ist höchstpersönliches

Beteiligungsverhältnis ist höchstpersönliches Rechtsverhältnis Vertragsübernahme erforderlich Unternehmensveräußerung bedarf internen Zustimmung des stillen Gesellschafters

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17.02.2015

5) Kapitalgesellschaften

a) Gesellschaft mit beschränkter Haftung GmbH b) Aktiengesellschaft - AG

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 1

Kapitalgesellschaft mit hoher Flexibilität in Gestaltung

Eignung für Klein- und Mittelbetriebe Familiengesellschaften Konzerntochtergesellschaften

Familiengesellschaften Konzerntochtergesellschaften In Österreich am häufigsten gewählte Gesellschaftsform

In Österreich am häufigsten gewählte Gesellschaftsform (ca. 120.000)

Mindestkapital im europäischen Vergleich hoch (EUR 35.000,-; Achtung GmbH light )

Rechtsgrundlage: GmbHG; tlw analoge Anwendung des AktG; ABGB und Sondergesetze

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 2

GmbH Kapitalgesellschaft mit wenigen Gesellschaftern

Gesellschafter sind Kapitalgeber u. haben maßgeblichen Einfluss auf GmbH (Weisungsrecht)

Kein Handel von GmbH Anteilen an Börse -> personalistische Züge

GmbH ist eine juristische Person

Trennungsprinzip: Rechts- und Vermögenssphäre von Gesellschaftern verschieden

GmbH ist Unternehmerin kraft Rechtsform

Prinzip der Drittorganschaft

Zwingende Organe: Geschäftsführer, Generalversammlung, uU Aufsichtsrat

Gründung zu jedem erlaubten Zweck: materiell und ideell

Kein Betrieb von Versicherungsgeschäften und keine Tätigkeit als politischer Verein in Form der GmbH

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 3

Gründung der GmbH

Zweiaktige Gründung: Abschluss Gesellschaftsvertrag / Eintragung Firmenbuch Einpersonengründung möglich Entstehung der GmbH erst mit Eintragung im Firmenbuch Haftung im Zeitraum der Vorgesellschaft strittig: Gesellschafter / auch Geschäftsführer Vorgründungsgesellschaft möglich / Vorgesellschaft Notariatsaktpflicht

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Vorgründungsgesellschaft möglich / Vorgesellschaft Notariatsaktpflicht ©Diregger - Rehberger 102

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 4

Abschluss des Gesellschaftsvertrags

Abschluss des Gesellschaftsvertrags ist notariatsaktspflichtig GmbH gilt mit Abschluss als errichtet jedoch besteht sie im Außenverhältnis nicht GmbH entsteht mit Eintragung im Firmenbuch (konstitutiv) Einpersonengesellschaften: Errichtungserklärung Zwingender Inhalt des Gesellschaftsvertrags

Zwingender Inhalt des Gesellschaftsvertrags Firma und Sitz der Gesellschaft Gegenstand des Unternehmens

Firma und Sitz der Gesellschaft Gegenstand des Unternehmens Höhe des Stammkapitals Betrag der von jedem Gesellschafter zu leistenden Einlage (Stammeinlage) Mindesthöhe der Stammeinlage EUR 70,- Ggf Gründungskosten, wenn diese von Gesellschaft ersetzt werden, Begünstigungen von Gesellschaftern, Sacheinlagen

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 5

Abschluss des Gesellschaftsvertrags

Keine Bestellung von Gesellschafter-Geschäftsführer im Gesellschaftsvertrag -> Bestellung mindestens eines Geschäftsführers erforderlich

Bestellung von Aufsichtsratsmitgliedern falls gesetzlich oder gesellschaftsvertraglich notwendig

Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung oder Selbstberechnungserklärung

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 6

Aufbringung des Stammkapitals

Vor Anmeldung muss das Stammkapital aufgebracht werden Bar-, Sacheinlagen bzw Sachübernahmen möglich Sachübernahmen und Sacheinlagen müssen im Gesellschaftsvertrag genau und vollständig festgesetzt werden Funktion des Stammkapitals: Gläubigerschutzfunktion / Seriositätsschwelle mit Stammkapital kann gewirtschaftet werden Gesellschafter verlieren Stammkapital

mit Stammkapital kann gewirtschaftet werden Gesellschafter verlieren Stammkapital ©Diregger - Rehberger 105

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 7

Aufbringung des Stammkapitals

Reine Bargründung: Aus Gläubigerschutzperspektive unproblematisch Sachgründung: Gefahr der Gläubigerbenachteiligung Hälfteklausel: Stammkapital kann bloß zur Hälfte eingebracht werden

Ausnahmen von der Hälfteklausel: z.B. Fortführung eines oder mehrerer Unternehmen im Familienkreis

Aufbringung des Stammkapitals vor Firmenbucheintragung:

Bareinlagen: Müssen mindestens zu einem Viertel jedenfalls EUR 70,- aufgebracht werden

Sacheinlagen: Müssen in vollem Umfang aufgebracht werden

Verdeckte Sacheinlage: Bareinlagen die wirtschaftlich als Sacheinlagen zu sehen sind

Unwirksamkeit!

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 8

Aufbringung des Stammkapitals

Bankbestätigung: Schriftlicher Nachweis der freien Verfügbarkeit von Bareinlagen Kontoinhaber GmbH-Gründer oder sämtliche Geschäftsführer Kreditinstitut für Richtigkeit der Bestätigung verantwortlich

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 9

Anmeldung zum Firmenbuch

Sämtliche Geschäftsführer haben die GmbH beim Firmenbuch anzumelden Unterzeichnung durch alle Geschäftsführer Der Anmeldung sind anzuschließen:

Gesellschaftsvertrag in notariell beglaubigter Form

Urkunden über die Bestellung der Geschäftsführer ggf Aufsichtsratsmitglieder

§ 10 Erklärung

Bankbestätigung

Musterzeichnung vor Firmenbuchgericht oder in beglaubigter Form vorzulegen

vor Firmenbuchgericht oder in beglaubigter Form vorzulegen Firmenbuchgericht prüft Gesetzmäßigkeit und

Firmenbuchgericht prüft Gesetzmäßigkeit und Vollständigkeit der Anmeldung Eintragung ins Firmenbuch (konstitutiv) Eintragung in Ediktsdatei und Amtsblatt veröffentlicht

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 10

Geschäftsführer

Zwingendes Organ bei der GmbH Mindestens ein oder auch mehrere Geschäftsführer Sondergesetze verlangen mindestens zweier Geschäftsführer (KI, Kapitalanlageges.) Unterscheide Organfunktion vs. Anstellungsfunktion Unterscheide handelsrechtlicher und gewerberechtlicher Geschäftsführer

Voraussetzungen:

nur eigenberechtigte natürliche Personen

Gesellschaftsvertrag kann Qualifikationserfordernisse festlegen

Treuepflicht: keine völlig ungeeigneten Personen

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 11

Geschäftsführerbestellung

Gesellschafter bestellen Geschäftsführer Einfache Mehrheit, sofern nicht in Satzung anders festgelegt Anmeldung zum Firmenbuch Nachweis der Bestellung in beglaubigter Form Bestellung wird erst mit Annahme der Bestellung durch Geschäftsführer wirksam Bestellung eines Gesellschafters zum Geschäftsführer

Kann max. für Dauer der Gesellschafterstellung im Gesellschaftsvertrag erfolgen

Namhaftmachungs- u. Entsendungsrechte / Zustimmungsvorbehalte der Gesellschafter Anstellungsvertrag wird durch die Gesellschafter abgeschlossen Bestellung durch Gericht möglich, wenn nicht zur Vertretung erforderliche Zahl bestellt Anstellungsverhältnis: Dienstvertrag, freier Dienstvertrag, Werkvertrag Anstellungsvertrag wird durch die Gesellschafter abgeschlossen, denen insoweit Vertretungsmacht zukommt

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 12

Geschäftsführerabberufung bzw. rücktritt

Abberufung jederzeit durch Beschluss der Gesellschafter möglich Wichtige Gründe für Abberufung nicht notwendig Unabhängigkeit des Geschäftsführers damit nicht gegeben Anfechtung des Minderheitsgesellschafters gegen Abberufung möglich (Treuepflicht) Abberufungsbeschluss: einfache Mehrheit Wirksamkeit: Mitteilung an den abberufenen Geschäftsführer notwendig

Mitteilung an den abberufenen Geschäftsführer notwendig Abberufung eines Gesellschafter-Geschäftsführers kann im

Abberufung eines Gesellschafter-Geschäftsführers kann im Gesellschaftsvertrag auf wichtige Gründe eingeschränkt werden Abberufung bei Ungültigkeit bis zur gerichtlichen Unwirksamkeitserklärung gültig Einstweilige Verfügung möglich, wenn unwiederbringlicher Schaden für Gesellschaft

Abberufung eines aufgrund eines Sonderrechts auf Geschäftsführung im Gesellschaftsvertrag vereinbarten Gesellschafter- Geschäftsführers:

bedarf der Zustimmung des Betroffenen

Zustimmung nicht erteilt: wichtiger Grund und Abberufungsklage

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 13

Geschäftsführerabberufung bzw. rücktritt

Gerichtliche Abberufung aus wichtigem Grund(Grobe Pflichtverletzung oder Unfähigkeit) möglich Unterscheide: Gesellschafter-Geschäftsführer vs Fremdgeschäftsführer Gesellschafter-Geschäftsführer: Durch Klage der übrigen Gesellschafter Fremdgeschäftsführer: Klage gegen Gesellschafter, die Abberufung nicht zugestimmt haben

Abberufung mit rechtskräftigem Urteil und Zugang wirksam

Suspendierung: statt Abberufung vorerst bloße Suspendierung (bloß im Innenverhältnis wirksam)

Abberufung eines Gesellschafter-Geschäftsführers kann im Gesellschaftsvertrag auf wichtige Gründe eingeschränkt werden

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 14

Geschäftsführerabberufung bzw. rücktritt

Rücktritt: Beendigung der Stellung als Geschäftsführer durch Geschäftsführer selbst Gesetzliche Frist von 14 Tagen / Bei wichtigem Grund Rücktritt sofort möglich Rücktritt zur Unzeit Schadenersatzpflicht Erklärung in der Generalversammlung oder gegenüber allen Gesellschaftern Mitgeschäftsführer bzw Aufsichtsratsmitglieder sind zu verständigen Beendigung aus anderen Gründen: Zeitablauf, Bedingung etc. Firmenbucheintragung (Löschung des Geschäftsführers) ist unverzüglich von allen im Amt befindlichen Geschäftsführern einzutragen (deklarativ) Beendigung des Anstellungsverhältnisses gesondert vorzunehmen Nachwirkende Pflichten des Geschäftsführers: Auskunft

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 15

Geschäftsführungs- und Vertretungsmacht:

Vertretungsbefugnis: Formvollmacht (nicht beschränkbar) Einschränkungen nur hinsichtlich der Geschäftsführungsbefugnis: Kann sich ergeben aus Gesellschaftsvertrag, Dienstvertrag, Ressortverteilung oder Gesellschafterbeschlüssen

Missachtung der Geschäftsführungsbefugnis kann zu Folgendem führen Schadenersatzansprüchen oder Abberufung des Geschäftsführers

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kann zu Folgendem führen Schadenersatzansprüchen oder Abberufung des Geschäftsführers ©Diregger - Rehberger 114

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 16

Geschäftsführungs- und Vertretungsmacht:

Geschäftsführer haben insbes. Folgende Beschränkungen zu beachten:

Weisungen der Gesellschafter (Grenze zwingendes Recht)

Vorgaben aus Gesellschaftsvertrag

Zustimmungsbefugnisse der Gesellschafter (aus Gesetz oder Gesellschaftervertrag, Gesellschafterbeschluss bzw. hM a.o. Geschäfte)

Zustimmungsbefugnisse des Aufsichtsrats (Gesetz, Gesellschaftsvertrag)

Gesamtvertretung:

Dispositives Recht: Gesellschaftsvertrag kann anderes vorsehen

Gesetz sieht Gesamtvertretung durch alle Geschäftsführer vor

Passive Vertretung: jeder einzelne Geschäftsführer berufen

Prokura Erteilung: sämtliche Geschäftsführer/Widerruf einzelner (dispositiv)

Möglichkeit der Mitwirkung eines Prokuristen

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 17

Geschäftsführungs- und Vertretungsmacht:

Einzelvertretung/Ressortverteilung:

Widerspruchsrecht jedes anderen Geschäftsführer bei Einzelvertretung (dispositiv) Ressortverteilung im Gesellschaftsvertrag oder durch Beschluss gestattet IdR Reduktion der Verantwortlichkeit -> Überwachungspflicht der übrigen Geschäftsführer (Vertrauensgrundsatz) -> Informationspflicht

Kardinalpflichten: keine Reduktion der Verantwortlichkeit (wichtige Pflichten Jahresabschlusserstellung)

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17.02.2015

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 18

Geschäftsführerpflichten:

Gesetzlich ausdrücklich ausformulierte Pflichten (zB Pflicht zur Errichtung eines Rechnungswesens) Aus der Funktion des Geschäftsführers ableitbare Pflichten (zB Treuepflicht) Aus dem allgemeinen Sorgfaltsmaßstab ableitbare Pflichten (hängen vom Unternehmen, Branche und Größe ab)

Handeln zum Wohl der Gesellschaft Unternehmen ist effizient zu leiten und organisieren Informationsfluss muss funktionieren Auswahl und Kontrolle der Mitarbeiter

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organisieren Informationsfluss muss funktionieren Auswahl und Kontrolle der Mitarbeiter ©Diregger - Rehberger 117

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 19

Geschäftsführerpflichten:

GmbH-Konzernleitung: Pflicht Untergesellschaften im Rahmen seines unternehmerischen Ermessens zu leiten Pflicht/Befugnis zur Einberufung der Generalversammlung Regelmäßige Berichterstattung an den Aufsichtsrat wenn ein solcher eingerichtet ist

Jahresberichte, Quartalsberichte, Sonderberichte und Anforderungsberichte

Geschäftsführer haben alle Rechtsnormen und Verträge einzuhalten Installierung eines ordnungsgemäßen Rechnungswesens und internem Kontrollsystems Aufstellung und Einreichung sowie Unterzeichnung des Jahresabschlusses Vorlagepflicht und Auskunftspflicht des Jahresabschlusses bzw Lageberichtes gegenüber Abschlussprüfer Pflicht zur Einreichung des Jahresabschlusses und Lagebericht beim Firmenbuchgericht Pflichtverstöße Zwangsstrafen des Firmenbuchgerichtes Treuepflicht des Geschäftsführers gegenüber Gesellschaft

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 20

Geschäftsführerpflichten:

Wettbewerbsverbot (dispositiv) bedarf der Einwilligung der Gesellschaft im selben Geschäftszweig

eigene oder fremde Geschäfte einzugehen bzw.

Beteiligung als persönlich haftender Gesellschafter zu haben,

Geschäftsführer, Vorstand oder Aufsichtsrat zu sein

Verletzung des Wettbewerbsverbots:

Schadenersatzansprüche der Gesellschaft

Eintritt der Gesellschaft in die Geschäfte im Innenverhältnis

Herausgabe einer Vergütung an Gesellschaft

Herausgabe der vom Geschäftsführer erzielten Einnahmen

Ansprüche erlöschen drei Monate ab dem Zeitpunkt in dem

- alle Aufsichtsratsmitglieder oder falls solcher nicht vorhanden ist

oder falls solcher nicht vorhanden ist - alle übrigen Geschäftsführer von den Umständen

- alle übrigen Geschäftsführer von den Umständen Kenntnis erlangt haben

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 21

Geschäftsführerpflichten:

Verschwiegenheitspflicht (Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse sind geheim zu halten) Insichgeschäfte:

Zustimmung seitens der Gesellschaft der Aufsichtsrat falls vorhanden sonst sämtliche übrigen Gesellschafter Zustimmung durch Gesellschafterbeschluss Geschäfte die GmbH-Alleingesellschafter mit GmbH abschließt sind unproblematisch (Urkundenerrichtung)

Firmenbuchrechtliche Pflichten: Zwangsstrafen u Haftungsbestimmungen im GmbHG Beachtung des Verbots der Einlagenrückgewähr Insolvenzantragspflicht

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 22

Geschäftsführerhaftung:

Innenhaftung gegenüber der Gesellschaft: Organhaftung gegenüber der Gesellschaft bei rechtswidriger, schuldhafter Schädigung Sorgfaltsmaßstab: Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes (objektiv, anhand Maßfigur) jedoch abhängig von Verhältnissen der Gesellschaft (Branche und Größe des Unternehmens) Beurteilung ex ante! Business Judgment Rule Solidarhaftung Für Geltendmachung Gesellschafterbeschluss notwendig Beweislastumkehr

Solidarhaftung Für Geltendmachung Gesellschafterbeschluss notwendig Beweislastumkehr ©Diregger - Rehberger 121

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 23

Geschäftsführerhaftung:

Entlastung, Verzicht, Vergleich:

Geschäftsführer können durch Gesellschafterbeschluss von allfälligen Haftungen entlastet werden Entlastung erfolgt in der ordentlichen Generalversammlung oder durch sonstige Entlastungsbeschlüsse

Entlastungsbeschluss bewirkt Verzicht auf Ersatzansprüche sofern diese aus Berichten oder den vorgelegten Unterlagen ersichtlich waren Verzicht auf Geltendmachung des Sachverhalts als wichtigem Grund iZm einer Beendigung des Organs- bzw. Anstellungsverhältnisses Grundlose Verweigerung der Entlastung -> UU Berechtigung zur Amtsniederlegung

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 24

Geschäftsführerhaftung:

Haftung gegenüber Dritten:

aufgrund des allgemeinen Deliktrechts oder spezieller Haftungsnormen abgabenrechtliche Haftung sozialversicherungsrechtliche Haftung strafrechtliche Verantwortlichkeit verwaltungsrechtliche Haftung Haftung gegenüber einzelnen Gesellschaftern Ansprüche der Gesellschaft aufgrund v § 25 GmbHG verjähren binnen 5 Jahren (ab Kenntnis des Schadens und Schädigers/absolute Frist 40/30 Jahre Ersatzansprüche Dritter verjähren binnen 3 Jahren ab Kenntnis des Schadens und Schädigers

Ersatzansprüche Dritter verjähren binnen 3 Jahren ab Kenntnis des Schadens und Schädigers ©Diregger - Rehberger 123

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 25

Aufsichtsrat:

Aufgabe: Kontrolle der Geschäftsführung Kontrolle der Geschäftsführung in GmbH idR durch Generalversammlung

Aufsichtsratspflicht bei GmbH nur in bestimmten Fällen (§ 29 GmbHG), z.B. Stammkapital von mehr als EUR 70.000 Jahresdurchschnitt mehr als 300 Arbeitnehmer

Freiwillige Errichtung im Gesellschaftsvertrag immer möglich

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mehr als 300 Arbeitnehmer Freiwillige Errichtung im Gesellschaftsvertrag immer möglich ©Diregger - Rehberger 124

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 26

Generalversammlung (= Eigentümerversammlung ):

Aufgabe: Oberste Willensbildungsorgan der GmbH Generalversammlung im Vergleich zur AG sehr starke Stellung Geschäftsleitungsorgan (Geschäftsführer) sind der Generalversammlung untergeordnet Kompetenzen der Generalversammlung:

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 27

Generalversammlung - Kompetenzen:

Bestellung und Abberufung der Geschäftsführer

Weisungen gegenüber Geschäftsführung Feststellung des Jahresabschlusses Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns Beschlussfassung über Einforderung von Einzahlungen auf die Stammeinlagen sowie Rückzahlung von Nachschüssen Zustimmung zu außergewöhnlichen Geschäften / zu bestimmten Verträgen Entscheidung, ob Prokura oder Handlungsvollmacht zum gesamten Geschäftsbetrieb erteilt werden darf

Entscheidung über die Bestellung eines Prozessvertreters Zustimmung zu Agenden, die gesellschaftsvertraglich der Zustimmung bedürfen

Änderung des Gesellschaftsvertrags / Auflösung der Gesellschaft Zustimmung zur Verwertung des Gesellschaftsvermögens (§ 90 Abs 4 GmbH)

Entscheidung über den Ausschluss von Minderheitsgesellschaftern nach GesAusG

Entscheidung, ob Ersatzansprüche gegen Geschäftsführer und Aufsichtsratsmitglieder geltend gemacht werden

Umgründung der Gesellschaft

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 28

Generalversammlung:

Möglichkeiten der Beschlussfassung:

Beschlussfassung in einer einberufenen Versammlung (Generalversammlung) Abstimmung auf schriftlichem Weg (Umlaufbeschlüsse) sofern Gesetz keine Versammlung verlangt Alle Gesellschafter sind einer Meinung (ausdrücklich oder schlüssig): keine Abhaltung einer Versammlung notwendig (Formalitäten) Stimmrecht bei Beschlussfassung:

notwendig (Formalitäten) Stimmrecht bei Beschlussfassung: Stimmberechtigt sind alle Gesellschafter Richtet sich

Stimmberechtigt sind alle Gesellschafter Richtet sich nach Anteil am Stammkapital Grundsätzlich EUR 10,- eine Stimme außer Gesellschaftsvertrag regelt anderes Unzulässig gänzlicher Entzug des Stimmrechts / jeder Gesellschafter mindestens 1 Stimme

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 29

Stimmrecht bei Beschlussfassung:

Stimmrecht kann auch durch Bevollmächtigte ausgeübt werden

In bestimmten Fällen existiert Stimmrechtsausschluss

Stimmbindungsverträge -> Syndikatsverträge (schuldrechtliche Verpflichtung)

Keine Pflicht der Gesellschaft Nichteinhaltung der Pflicht hat keine Wirkung auf Beschluss Schadenersatzpflichten gegenüber vertragsbrüchigen Teil Ausnahmefälle: Anfechtbarkeit des syndikatswidrigen Beschlusses (str)

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Beschlussmehrheiten:

Einfache Mehrheit (mehr als 50%) der abgegebenen Stimmen

Bestimmte Beschlüsse erfordern qualifizierte Mehrheit

¾ Mehrheit z.B. bei Satzungsänderungen

Einstimmigkeit bei Änderungen des Unternehmensgegenstandes Beschlussmehrheit kann gesellschaftsvertraglich gestaltet werden

Einberufung der Generalversammlung

Gesetz enthält Regelungen für die Einberufung der Generalversammlung und die damit einhergehende Verständigung aller Gesellschafter Ordentliche GV/Außerordentliche GV/Notversammlung

Einberufungskompetenz: Geschäftsführer (Aufsichtsrat/Gesellschafterminderheit)

Form der Einberufung ist einzuhalten: Gesellschaftsvertrag / Frist / Tagesordnung

Heilung (sämtliche Gesellschafter anwesend oder vertreten)

Einberufungsmängel machen Beschlüsse fehlerhaft

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - 31

Teilnahme / Beschlussfähigkeit und Vorsitz der GV

Teilnahmeberechtigt sind alle Gesellschafter Organwalter haben auf Wunsch der Gesellschafter teilzunehmen Beschlussfähig, wenn zumindest der 10. Teil des Stammkapitals vertreten ist Gesellschaftsvertrag kann anderes vorsehen Bei Beschlussunfähigkeit kann weitere Versammlung einberufen werden Neue Versammlung kann wäre ohne Rücksicht auf die Höhe des vorhandenen Kapitals beschlussfähig hinsichtlich der Gegenstände Gesellschaftsvertrag kann anderes vorsehen Niederschrift ist aufzunehmen / keine Wirksamkeitsvoraussetzung für Beschluss

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Beschlussanfechtung und Nichtigkeit

Anfechtbare Beschlüsse Absolut nichtige Beschlüsse Scheinbeschlüsse (nicht einmal Mindeststandard iS einer Willensbildung erfüllend) Schwebend unwirksame Beschlüsse

Anfechtungsklage

Fehlerhafte Beschlussfassung Inhaltlicher Verstoß gegen Rechtsnormen oder den Gesellschaftsvertrag => Klagsberechtigt ist jeder Gesellschafter der in Versammlung gegen Beschluss Widerspruch zu Protokoll erhoben hat und jeder nicht erschienene Gesellschafter, der unberechtigt nicht zur Versammlung zugelassen/durch mangelhafte Einberufung am Erscheinen gehindert war bzw Bei schriftl Beschluss jeder der gg Beschluss gestimmt hat bzw übergangen wurde

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Anfechtungsklage

Geschäftsführern und Aufsichtsrat haben Anfechtungsrecht In bestimmten Fällen auch einzelnes Organmitglied

=> Anfechtungsklage binnen eines Monats vom Tag der Absendung der Kopie der Niederschrift. => Beklagte ist die Gesellschaft => Ausführung des Beschlusses kann mittels Erlassung einer einstweiligen Verfügung untersagt werden Stattgebendes Urteil vernichtet Beschluss ex tunc Unrichtige Beschlussfeststellungsklage

Stattgebendes Urteil vernichtet Beschluss ex tunc Unrichtige Beschlussfeststellungsklage ©Diregger - Rehberger 132

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Gesellschafter

Jeder Gesellschafter besitzt Gesellschaftsanteil Gesellschaftsanteil: Gesamtheit der Rechte und Pflichten eines Gesellschafters aus seiner Mitgliedschaft Stammeinlage gibt den Betrag an, mit dem der einzelne Gesellschafter an der Aufbringung des Stammkapitals beteiligt ist Geschäftsanteil = bewegliche körperliche Sache ist daher übertragbar, verpfändbar und pfändbar und vererblich Übertragen wird nicht die Stammeinlage als solche Gutgläubiger Erwerb nicht möglich Einheitlichkeit des Geschäftsanteils ( 1 Gesellschafter 1 Geschäftsanteil) Mehrerwerb = Anwachsung Keine Verbriefung von Geschäftsanteilen Übertragung -> siehe Buch S 257 ff.

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Austritt und Ausschluss von Gesellschaftern

Austritt Gesellschaftsvertraglich geregelter Austritt Austritt aus wichtigem Grund Gesetzlich geregelte Austrittsfälle

Gesellschafterausschluss Kaduzierung Gesellschaftsvertraglicher Ausschluss Ausschluss ohne Satzungsregelung (strittig)

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Gesellschaftsvertraglicher Ausschluss Ausschluss ohne Satzungsregelung (strittig) ©Diregger - Rehberger 134

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