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Stellungnahme der Deutschen AIDS-Hilfe und der

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur „Aids-Kritik“
Geschichte und Hintergrund
Etwa drei Jahre nach der Entdeckung des Aids-auslösenden Virus HIV (1983/84) traten Gruppen ins Licht
der Öffentlichkeit, die einen Zusammenhang zwischen HIV und Aids leugneten oder insgesamt die Existenz
von HIV in Frage stellten. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Thesen dieser so genannten
Aids-Kritiker führte bereits Ende der achtziger/Anfang der neunziger Jahre zum eindeutigen Ergebnis, dass
die bis heute immer wieder vorgebrachten Einwände und Argumente wissenschaftlich haltlos sind.
Dass Aids andere Ursachen habe als HIV, wurde erstmals 1987 von Peter Duesberg, Professor für
Molekularbiologie an der Universität von Kalifornien/Berkeley, behauptet, der als der führende Vertreter der
„Aids-Kritik“ angesehen wird. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Wissenschaft oft von Weltbildern und
Deutungen ausgeht und diese dann zu verifizieren oder falsifizieren trachtet. Unsere heute übliche
Auffassung („Deutung“) der HIV-Infektion wird in aller Welt von der weit überwiegenden Mehrheit aller
Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen getragen, die sich ernsthaft und intensiv damit auseinander
setzen. Diese Sicht der Existenz und Rolle von HIV stützt sich auf umfassende wissenschaftliche Beweise
und wird durch neue Erkenntnisse ständig weiterentwickelt. Manches von dem, was wir heute über die HIVInfektion wissen, wird sich möglicherweise zukünftig als falsch oder überholt herausstellen. So gesehen ist
– wie dies in allen Bereichen der Wissenschaft gilt - ein „aktueller Wissensstand“ immer auch potentiell
„der aktuelle Stand des Irrtums“. Einige unserer heutigen Annahmen zur HIV-Infektion sind deshalb
grundsätzlich auch angreifbar. Die bisher vorliegenden, sehr umfangreichen und tiefgehenden
wissenschaftlichen Belege zeigen allerdings mehr als deutlich, dass HIV tatsächlich der Auslöser von Aids
ist und die Kombinationstherapien das Virus über lange Zeit in Schach zu halten vermögen.
Kernsätze der Aids-Kritik
Die Argumente der Aids-Kritik kann man in folgenden Kernsätzen zusammenfassen:




HIV sei nicht die Ursache von Aids.
HIV sei nicht ansteckend.
Aids werde durch persönliches Verhalten (z.B. bestimmte sexuelle Praktiken) verursacht.
Bei der Entstehung von Aids spiele vor allem Drogenmissbrauch eine wichtige Rolle.
Aids werde erst durch die Einnahme antiretroviraler Medikamente verursacht.

Wer mit der medizinisch-biologischen Seite der HIV-Infektion nur wenig vertraut ist, dem mögen die
Kernsätze der Aids-Kritik durchaus stimmig und attraktiv erscheinen. Aber sie sind gefährlich – im
Wortsinne lebensgefährlich. Denn sie können z.B. glauben machen, man könne durch eine „richtige
Lebensweise“ gesund bleiben. Die Argumente der Aids-Kritik nähren und bestätigen fatalerweise die
Ansicht, dass gelebte Homosexualität wie auch Drogengebrauch von Übel seien, auf schützende
Verhaltensweisen verzichtet werden könne und die Schulmedizin ohnehin nur schade. „Wozu Safer Sex,
wenn HIV gar nicht Aids verursacht“, fragt sich mancher. Oder: „Wozu antiretrovirale Medikamente
einnehmen, die nichts nützen oder mich überhaupt erst krank machen?“ Gefährliche Sichtweisen, vor allem
wenn man bedenkt, dass viele jüngere HIV-Positive nichts über die einst um die Aids-Kritik geführten
Debatten wissen.

Immunologie. 1984 jedoch legte der US-amerikanische Virologe Robert Gallo umfangreiche Unterlagen aus Routine-Untersuchungen vor. mit denen die Aids-Kritik den weltweiten. Aids entsteht jedoch infolge einer erworbenen Immunschwäche. dass dieses Virus tatsächlich die Ursache von Aids war. . die man nur mit einem neuen Namen versehen hat.2 Im Folgenden werden Behauptungen und Argumentationsweisen unter die Lupe genommen. als es Wissenschaftlern in den USA und in Frankreich gelang. von diesen wiederum ist nur ein Bruchteil mit der Behandlung von Menschen mit HIV/Aids befasst. November/Dezember 2001. Diese Ergebnisse ließen den Schluss zu. dass HIV die Ursache von Aids sein muss. Behauptungen3 und Fakten (nach Martin Delaney) • Die Zahl der Wissenschaftler/innen. 9(6). die man in dieser Form erstmals im Jahr 1981 beobachtete. Zugleich ist bei Menschen mit HIV unter der Therapie die Lebenserwartung deutlich gestiegen und ihre Lebensqualität hat sich wesentlich verbessert. HIV schädigt das Immunsystem und zerstört es schließlich. und keiner aus dieser Gruppe – einschließlich Peter Duesberg – war jemals selbst in der Aids-Forschung tätig.: Getretener Quark wird breit.rki. das sich aus dem Zusammentreffen verschiedener Symptome ergibt. Zwar stimmt es. lagen noch nicht genügend Daten vor. die man schon lange kennt – die Bezeichnung „Syndrom“ steht ja auch für ein Krankheitsbild. • Aids ist nichts weiter als eine Anhäufung altbekannter Krankheiten. das Virus zu isolieren. ist festzustellen. In: Projekt Information. in denen der ursächliche Zusammenhang zwischen HIV und Aids 1 Delaney. dass HIV die Ursache für Aids ist. als immer mehr junge homosexuelle Männer an einer Lungenentzündung erkrankten. Epidemiologie und medizinische Behandlung vertritt aus sehr guten Gründen die Überzeugung. M. dass Aids durch HIV verursacht wird. Obgleich die derzeit verfügbaren Medikamente nach heutigem Kenntnisstand nur für begrenzte Zeit wirksam sind und obgleich sie starke Nebenwirkungen haben. Grundlage sind im Wesentlichen zwei Beiträge von Martin Delaney1 und Siegfried Schwarze2 zu diesem Thema.de 2 Schwarze. die jetzt „die günstige Gelegenheit nutzen“. Als das französische Forscherteam um Luc Montagnier 1983 das bisher unbekannte Virus aus den Lymphknoten eines Patienten mit Symptomen von Aids isoliert hatte. bestätigte sich schließlich 1983/84. Tatsächlich gibt es aber auch heute nur eine Handvoll Wissenschaftler. In der Folge kommt es zu „opportunistischen Infektionen“ mit ansonsten meist harmlosen Erregern. 19–21 3 Die Behauptungen der Aids-Kritiker/innen sind kursiv gesetzt und durch Zeichen X gekennzeichnet. Nur wenige von ihnen sind Mediziner. um sich ungehindert zu vermehren und schwere Erkrankungen auszulösen. die nicht HIV als die Ursache von Aids ansehen. Mittlerweile können die US-amerikanischen National Institutes of Health auf mehr als 500 wissenschaftliche Veröffentlichungen verweisen. aus denen hervorging. nicht stark: Was man von den AIDS-Skeptikern wirklich lernen kann. dass unter dem Begriff Aids eine Reihe von Krankheiten gefasst werden. nimmt immer mehr zu. um beweisen zu können. Die ganz große Mehrheit der Aids-Experten in aller Welt aus den Bereichen Virologie. AIDS and the Distortion of Science. S. breiten wissenschaftlichen Konsens zu HIV/Aids in Frage stellt. die verschiedene Aidsassoziierte Symptome aufwiesen. Dass Aids durch HIV ausgelöst wird.: HIV. Die Vermutung. die diese Sichtweise vertreten. der Auslöser müsse ein Virus sein. Infektiologie. Zu finden auf den Internet-Seiten des Robert Koch-Instituts unter www. dass die Zahl der durch Aids verursachten Todesfälle seit ihrer Einführung drastisch gesunken ist. Gallo und sein Team entwickelten daraufhin einen Bluttest zum Nachweis von HIV-Antikörpern. dass das Virus nur bei solchen Menschen gefunden wurde. wird seit vielen Jahren durch die unbestreitbaren und großen Erfolge der antiretroviralen Therapien erhärtet. • Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür. die bisher nur bei Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem aufgetreten war.

Tatsache ist nämlich. dass eine Infektion überwunden ist. Deshalb wenden die Testlabore üblicherweise ein mehrstufiges Testverfahren an. belegten jedoch. hat man Aids-Patientinnen und –Patienten wahrscheinlich mit – aus heutiger Sicht – zu hohen Dosierungen behandelt. Diese Behauptung lässt sich sehr leicht widerlegen. Sie scheinen dabei zu übersehen.) Multicenter AIDS Cohort Study 5 . dass die Therapie – trotz möglicher Nebenwirkungen – weitaus mehr 4 ELISA = (engl. Richtig ist allerdings. dieses Verfahren sei nie für die Messung der Viruslast gedacht gewesen. behauptet heute. was allerdings nur selten vorkommt. dass opportunistische Infektionen und dramatische Verluste von Immunzellen (T-Helferzellen. z. Da viele Menschen. Die Aids-Kritiker/innen beziehen sich dabei in der Regel auf Daten aus älteren Quellen. als die antiretrovirale Therapie noch in den Kinderschuhe steckte. war Drogengebrauch einer der ersten Faktoren. In der Regel kommt zunächst der ELISA4-Test zum Einsatz. antiretrovirale Medikamente einnahmen.Medikamente verursachen Aids Da auch schwule Männer Drogen konsumieren. Das Vorhandensein von Antikörpern bedeutet immer.) Polymerase Chain Reaction. dass der Drogenkonsum allein nicht zu Aids führt. dass außer HIV noch viele andere Krankheitserreger den Organismus dazu bringen können. Der einzige Unterschied zwischen den an Aids und den nicht an Aids erkrankten Männern bestand darin. sonst aber ähnliche Verhaltensweisen haben.B. europäische und US-amerikanische Studien.) Enzyme-Linked Immuno Sorbent Assay Diese Test können manchmal reagieren. überprüft. obwohl keine Infektion besteht.oder spürbaren Symptomen kommt. von denen man annahm. Außerdem wurde in mehreren großen Studien nachgewiesen. falsch positive5 Ergebnisse erbringen (bei deutlich weniger als 1 % der Tests). Kanadische. und noch Jahre nach der Ansteckung eine Erkrankung auszulösen vermögen. B. die an Aids verstorben sind.3 beschrieben ist.B. dass die gegen HIV gerichteten Medikamente – wie alle anderen Medikamente auch – Nebenwirkungen haben. zu Deutsch 9 MACS = (engl. Und Mitte der 80er Jahre. haben AidsKritiker/innen wiederholt behauptet. an der mehrere tausend HIV-Positive über Zeiträume von drei bis zehn Jahren teilnahmen. Deshalb wird jeder positive Befund durch einen Bestätigungstest. der für seine frühen Arbeiten zur Entwicklung eines Test zum Direktnachweis von HIV (PCR8Test) den Nobelpreis erhielt. dass bei Ersteren HIV-Antikörper vorhanden waren. sie könnten Aids verursachen. Sein Einwand widerspricht jedoch nicht den Ergebnissen der MACS9. Erbringt auch dieser kein klares Ergebnis. einer der größten Aids-Studien. über Jahre Antikörper zu produzieren. Aktuelle Daten aus klinischen Studien zeigen dagegen deutlich. Hepatitis-. Dieser hoch empfindliche Suchtests kann jedoch.oder Zytomegalie-Viren.. so z. 6 Gemessen wird die Zahl der Viruskopien pro Milliliter Blut 7 Gemessen wird die Zahl der CD4-Zellen pro Mikroliter Blut 8 PCR = (engl. • Drogen und HIV. in denen Drogen gebrauchende Schwule mit Schwulen verglichen wurden. Ähnliche Einwände wie gegen den HIV-Antikörpertest hat man gegen die Messung der Viruslast6 und CD4Zellzahlen7 erhoben: Diese Befunde würden nichts über den Verlauf der HIV-Infektion aussagen. Die Studie ergab. • Keine Infektion verursacht noch Jahre nach der Ansteckung oder nach der Antikörperentwicklung eine Erkrankung. Herpes. dass Menschen schon lange vor der Verfügbarkeit dieser Therapien an Aids gestorben sind. als das Testverfahren noch erhebliche Mängel aufwies. dass zwischen Viruslast und CD4-Zellzahlen einerseits und dem Verlauf der HIVErkrankung andererseits ein eindeutiger Zusammenhang besteht und diese Messdaten Auskunft über das Fortschreiten der Infektion geben. Obgleich sie längst behoben sind. muss das ganze Testverfahren wiederholt werden. auch „CD4-Zellen“ genannt) in der Regel nur bei Patientinnen und Patienten mit positivem HIV-Antikörpertest-Ergebnis auftreten. Kary Mullis z. dass er aber sehr wohl das Risiko einer HIV-Übertragung erhöht. Dann kommt es zu einem falsch positiven Ergebnis aufgrund „geringer Spezifität“. ohne dass es zu sicht. obwohl sehr genau. • Der HIV-Antikörpertest funktioniert nicht. gilt: Selbst ein hoch entwickelter Test birgt immer geringe Fehlerquellen. die im Einzelfall sogar zum Tod führen können. erst die Therapie verursache die Krankheit. den Western Blot. um zuverlässige Befunde sicherzustellen. die keine Drogen nehmen.

wenn die Medikamente nach Vorschrift eingenommen werden und eine auf den Einzelnen zugeschnittene Therapie zum individuell richtigen Zeitpunkt begonnen wird. denn die Zahl der Todesfälle hat bereits seit 1993 abgenommen. Unbehandelt entwickelt sich bei den meisten innerhalb von 8-10 Jahren Aids. Selbstverständlich können Infizierte auch ohne HIVTherapie über mehrere Jahre gesund bleiben.4 nutzt als schadet. Ein Beispiel: „Würden alle Aids-Patient(inn)en wegen HIV erkrankt sein. Die antiretrovirale Therapie kann die Entwicklung von Aids in den allermeisten Fällen verhindern. als Beweis dafür angeführt. dass zwischen dem Poppers-Gebrauch und dem Aids-Vollbild lediglich eine Korrelation bestand: Sexuell besonders aktive Schwule nahmen überdurchschnittlich oft „Poppers“ und erkrankten überdurchschnittlich häufig an Aids. ist natürlich unzulässig und führt in die Irre. weil sie nicht wussten. bei denen drei HIV Medikamente zusammen eingesetzt wurden. Aber mehr als 20 Jahre nach der Ansteckung ist der Prozentsatz jener. Daraus aber einen ursächlichen Zusammenhang – „der Storch bringt die kleinen Kinder“ – ableiten zu wollen. Daher stellten auch etablierte Wissenschaftler/innen schnell die These auf. die ohne Behandlung noch kein Aids entwickelt haben. Unzulässige Umkehrschlüsse „Alle Rosen sind Pflanzen. haben keine antiretrovirale Therapie eingenommen . Da viele aber nicht krank werden. liegt nicht an der antiretroviralen Therapie. müssten alle HIV-Positiven auch Aids bekommen. die keine HIV-Therapie machen und dennoch nicht erkranken.meist. Bei genauerer Prüfung dieses Arguments tritt zutage. Auch viele andere Krankheiten wie Krebs. Zur Argumentationsweise der Aids-Kritik (nach Siegfried Schwarze) Korrelation und Kausalzusammenhang Beide werden gerne miteinander verwechselt. Bei einem geringen Prozentsatz tritt Aids bereits in den ersten Monaten oder den ersten zwei bis drei Jahre nach der Ansteckung auf. die heute an Aids erkranken. Genauere Untersuchungen haben dann aber ergeben. verschwindend gering. „Poppers“ sei die Ursache für Aids. ohne Aids zu bekommen. • Dass heute weniger Menschen an Aids sterben. dass HIV harmlos sei. dass die Zahl der an Aids Verstorbenen in den Vereinigten Staaten bis zum Jahr 1996 kontinuierlich anstieg und erst dann deutlich abzunehmen begann. 1996 fanden erstmals Kombinationstherapien breitere Anwendung. Ein Beispiel: Während der geburtenstarken Jahrgänge stieg auch die Zahl der Störche in Deutschland an. Der zeitliche Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen (Korrelation) wird dann zu einem Ursache-Wirkungs-Verhältnis (Kausalzusammenhang) erklärt. also noch bevor die neuen Therapien verfügbar waren. So gab es – vor der Zeit antiretroviralen Therapien – tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch des sexuell anregenden Mittels „Poppers“ (Amylnitrit10) und der Entwicklung des Aids-Vollbildes. kann HIV nicht die Ursache von 10 Amylnitrit war früher ein Standardmedikament für die Behandlung von Herzattacken (Angina pectoris). Herzleiden oder Multiple Sklerose entwickeln sich – je nach Mensch und Lebensbedingungen – in unterschiedlich langen Zeiträumen. . • Keine Behandlung – und trotzdem gesund Oft werden diejenigen HIV-Positiven. allerdings ist die Schwankungsbreite sehr groß. Die Berichte des Robert Koch-Instituts (www. während einige Menschen 15 Jahre oder länger mit der HIV-Infektion leben. Es besteht also ein zeitlicher Zusammenhang zwischen der Zahl der Störche und der Zahl der Geburten. dass seither auch in Deutschland die Zahl der Aids-Erkrankungen und -Todesfälle gesunken ist.rki. So geht aus Berichten der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control) hervor. dass die Aids-Kritik die Rate der Neuinfektionen oder der an Aids Erkrankten mit der Zahl der an den Folgen von Aids Verstorbenen verwechseln.“ Solche Umkehrschlüsse verwendet die Aids-Kritik gerne. Die meisten. also sind alle Pflanzen auch Rosen.de) zeigen. dass sie mit HIV infiziert sind.

13 Pschyrembel. Dazu tragen z. Wenn dem so wäre. über viele Jahre stabile Blutwerte hat (niedrige Viruslast. Zwar stimmt es. weil man keine sterilen Spritzen verwendet oder gebrauchte nicht desinfiziert hat. 259. Verschweigen neuerer Erkenntnisse „Hämophile“. bei Massenimpfungen ungewollt HIV verbreitet. B. die der natürlich vorkommenden gleicht.“ Was natürlich unsinnig ist. da das Virus die 1884 aufgestellten „HenleKoch-Postulate“12 nicht erfülle: „1.B. Berlin: de Gruyter 2002. hohe CD4-Zellzahl). HIV ist daher nur ein harmloses Virus. aus welchen Gründen auch immer. es gab andere Risikosituationen. Klinisches Wörterbuch. sagen die Aids-Kritiker/innen. kultureller Nachweis: Der Erreger muss sich vom Kranken auf ein Nährmedium übertragen und unter Beibehaltung der charakteristischen Eigenschaften über Generationen hinweg fortzüchten lassen. die zusätzlich zu einem Rezeptor vorhanden ist. argumentiert die Aids-Kritik. Allerdings ist die Zahl der an Aids Erkrankten besonders stark in jenen Regionen gestiegen. Verwechseln von Ursache und Wirkung „Langzeit-Überlebende haben nie oder nur kurze Zeit HIV-Medikamenten genommen“. weil die Männer oft monatelang von ihren Familien getrennt sind und sie zugleich Geld haben. Die Tatsache. Aufl. wie etwa Mutationen in den Genen. ungeschützten Sex mit HIV-Positiven oder intravenösen Drogengebrauch mit einer kontaminierten Spritze). Und der wirtschaftliche Aufschwung in einigen Regionen und die damit verbundene Arbeitsmigration hat zur vermehrten Nachfrage nach käuflichem Sex geführt. sondern es sind die Medikamente. B. das lange Überleben zur Wirkung. Im Organismus des Versuchstiers müssen die betreffenden Erreger wiederum mikroskopisch und kulturell nachweisbar sein. schlechte hygienische Bedingungen und eine völlig unzureichende medizinische Versorgung“. Die Schlussfolgerung lautet: „Die meisten HIV-Positiven nehmen Medikamente. 2. 3. dem Anatom Friedrich G. um in menschliche Zellen eindringen und sie infizieren zu können. um zu Prostituierten zu gehen.5 Aids sein. die für die Entwicklung von Ko-Rezeptoren11 verantwortlich sind – diese braucht HIV. bevor sie bei der nächsten Person eingesetzt wurden. Erkennung oder Aufnahme bestimmter Substanzen. HIV könne nicht die Ursache von Aids sein. erst anders herum ergibt sich ein Sinn: Wenn ein Mensch mit HIV. „sterben nicht an den Folgen einer HIV-Infektion. dass Blutprodukte kein HIV enthalten. weil sie zu einer zusätzlichen Belastung des Immunsystems beitragen – nicht zu Unrecht wird Aids als „Krankheit der Armen“ bezeichnet. optischer Nachweis: Der Erreger muss mikroskopisch regelmäßig nachweisbar sein. Halbwahrheiten „Aids in Afrika ist nicht durch HIV verursacht.“13 11 Ko-Rezeptor: besondere Struktur an Zellen für die Bindung. wird dabei zur Ursache erklärt. Pathogenitätsnachweis: Die so fortgezüchteten Erreger müssen bei einem Versuchstier eine typische Krankheit erzeugen. schützende Faktoren bei. benannt. Rückgriff auf veraltete Postulate Oft wird behauptet. wird kaum ein Arzt zu einer antiretroviralen Therapie raten. ist kein Hämophiler mehr mit HIV infiziert worden (es sei denn. dass jemand nicht behandelt wurde. müsste sich zwischen der Anzahl der verabreichten Präparate und der Entwicklung von Aids ein Zusammenhang finden lassen – es gibt aber keinen. Seit man Blutspender auf HIV untersucht und durch bestimmte Herstellungsverfahren und durch Tests weitgehend sicherstellt. also ist nicht HIV die Ursache von Aids. So wurde z. die (auch ohne HIV-Therapie) lange Jahre gesund bleiben (siehe oben). 12 Die Henle-Koch-Postulate wurden nach ihren Urhebern. dass die Entwicklung von Aids durch die angeführten Faktoren gefördert wird. S. wo sich die sozialen Verhältnisse gebessert haben. Henle (1809–1885) und dem Bakteriologen Robert Koch (1843–1910).“ Tatsächlich gibt es viele HIV-Infizierte. z. sondern an den vielen Fremdeiweißen in den verabreichten Blutplasma-Konzentraten“. argumentieren die Aids-Kritiker/innen. 673 . sondern durch Unterernährung.

dass die Mittel für die Finanzierung von Programmen zur Unterstützung und Versorgung von HIV-Positiven und Aidskranken in einigen Ländern noch spärlicher fließen – katastrophal vor allem in manchen Entwicklungsländern. Oder wenn sie dazu führt. auch wenn HIV – da als Virus viel zu klein – nicht in einem gewöhnlichen Lichtmikroskop abgebildet werden kann. sich bei genauerem Hinschauen aber als unlogisch entpuppen und in der Gesamtschau nicht zusammenpassen. abschließender Hinweis: weder die Deutsche AIDS-Hilfe noch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beabsichtigen. genügend Möglichkeiten für tiefergehende Recherchen. die man mit Rasterelektronenmikroskopen gemacht hat. Statt dessen bringt sie Argumente ins Spiel. Fakten als solche anzuerkennen: nämlich spätestens dann. wenn das Beharren auf einer eigenwilligen Sicht der Dinge für andere gefährlich wird. dass HIV die Ursache von Aids ist. das hinreichend belegt. Belegt ist indes. dass diese alle gleich aussehen. Das dritte Postulat lässt sich zwar nicht im Wortsinn erfüllen. Jede Epidemie hat ihre Kritiker Die Aids-Kritik bezieht sich fast nie auf das in schon fast zahllosen wissenschaftlichen Studien gesammelte Datenmaterial. die auf den ersten Blick vernünftig erscheinen. es in Kultur zu züchten. die dies beabsichtigen. dass sich Laborangestellte bei Arbeitsunfällen mit HIV aus Zellkulturen infiziert haben und schließlich auch an Aids erkrankt sind. Sie werden ihre Kräfte dafür deshalb weiterhin so produktiv wie möglich einsetzen. nur weil es bisher noch nicht gelungen ist. Das heißt im Falle der Aids-Kritik sogar lebensgefährlich! Zum Beipiel wenn sie die weltweiten Bemühungen der HIVPrävention behindert. sich über dieses Papier hinaus mit der „Aids-Kritik“ auseinander zu setzen. dass Robert Koch von Viren noch gar nichts wissen konnte: Sie wurden erst viel später entdeckt. Beide Organisationen haben – wie weltweit viele andere .die wichtige Aufgabe. Jede Epidemie der Geschichte hatte ihre Kritik Es ist im Rahmen seriöser Wissenschaft auch völlig in Ordnung und kann manchmal produktiv sein. . Sehr wohl aber gibt es viele Aufnahmen von HIV. da sich einige nicht in Kulturen züchten lassen). Deshalb gelten seine Postulate streng genommen nur für Bakterien (und auch hier nicht für alle. Hepatitis C werde nicht durch das Hepatitis-C-Virus verursacht. unpopuläre oder ungewöhnliche Ansichten zu vertreten oder scheinbar festgefügte Sichtweisen herauszufordern. sondern nur Zellbruchstücke. Kurz zum zweiten Postulat: Seltsamerweise ist noch niemand auf die Idee gekommen zu behaupten. weil HIV ein humanes Virus ist. Man sollte aber auch ein Bewusstsein dafür entwickeln. Hiergegen wenden die Aids-Kritiker/innen wiederum ein. Merkwürdig nur. so ist dieser erbracht. weil Menschen fälschlich an die „Harmlosigkeit“ oder gar Nicht-Existenz von HIV glauben und sich deshalb nicht davor schützen. das zu Versuchszwecken auf Menschen zu übertragen sich verbietet. sofern sie nicht antiretroviral behandelt wurden. an welchem Punkt es geboten ist. Was den optischen Nachweis angeht. Wichtiger.6 An der Jahreszahl sieht man. so viele HIV-Infektionen und damit Aids-Erkrankungen und Todesfälle wie möglich zu verhindern. zu sehen seien keine Viren. Die genannten wissenschaftlichen Quellen geben für diejenigen. dieselben Eiweiße und dasselbe Erbmaterial enthalten.