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NIEDERSÄCHSISCHES INSTITUT

FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG

Gewerbeflächenentwicklungskonzept
für den Landkreis Wesermarsch
NIEDERSÄCHSISCHES INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG

Gewerbeflächenentwicklungskonzept

für den Landkreis Wesermarsch

von
Prof. Dr. Hans-Ulrich Jung (Projektleiter)
Matthias Franck
Timur Habekost
Kai Weber

gefördert mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums


für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

im Auftrag des
Landkreises Wesermarsch

Hannover, März 2003

Königstraße 53 ! D - 30175 Hannover ! Tel.: 0511 / 12 33 16 - 30 ! Telefax: 12 33 16 - 55 ! E-Mail: jung@niw.de


Vorstand: Prof. Dr. Ludwig Schätzl (Vorsitz), Prof. Dr. Lothar Hübl (Stellvertr.) ! Geschäftsführer: Dr. Rainer Ertel
II Gewerbeflächenentwicklungskonzept
III Landkreis Wesermarsch

Vorwort

Das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) hat sich in der Vergangenheit bereits
in zahlreichen Regionen Niedersachsens mit den verschiedenen Aspekten der Gewerbeflächenpoli-
tik auseinander gesetzt und verfügt daher über breit gefächerte Erfahrungen zu diesem Thema.

Alle diesbezüglichen Arbeiten des NIW verwenden eine regionale Betrachtungsebene, die zum
Ziel hat, die Gewerbeflächenentwicklung zwischen den verschiedenen Gemeinden abzustimmen
und Möglichkeiten der interkommunalen Kooperation auszuloten. Eine regionale Herangehensweise
hat allerdings nur dann Erfolg, wenn sie die gemeindliche Planungshoheit respektiert, d.h. die
Gemeinden eng in die Erarbeitung einer Gewerbeflächenentwicklungsstrategie eingebunden wer-
den. Ein solches durch Information, Transparenz, Koordination und Kooperation gesteuertes
Verfahren ermöglicht es, den Gemeinden einerseits hochwertige Flächen für die zukünftige Ent-
wicklung zu sichern und andererseits durch eine mit den Nachbargemeinden abgestimmte „Gewer-
beflächenpolitik mit Augenmaß“ Kosten für überdimensionierte Planungen und überzogene Boden-
bevorratung zu sparen.

Diese Grundsätze gelten auch für das vorliegende „Gewerbeflächenentwicklungskonzept für den
Landkreis Wesermarsch“ 1. Eine unverzichtbare Säule der Untersuchungen für den vorliegenden
Baustein war deshalb die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden des Landkreises. In
allen neun Städten und Gemeinden wurden Ende Mai / Anfang Juni 2002 ausführliche Gespräche
mit den Hauptverwaltungsbeamten und den für Bau- bzw. Planungsangelegenheiten sowie Wirt-
schaftsförderung zuständigen Fachleuten der Verwaltung zur Situation und zu den Perspektiven der
Gewerbeflächenentwicklung geführt. Eine umfangreiche schriftliche Gewerbeflächenerhebung
bei den Städten und Gemeinden ergänzte die Gespräche.

Eine weitere elementare Säule des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes war die Begleitung


durch eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH, der
Landkreisverwaltung sowie aller Städte und Gemeinden. Die Koordination der Bearbeitungsschritte
und die Diskussion der Zwischenergebnisse erfolgte in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber
und der Arbeitsgruppe. Das Gewerbeflächenentwicklungskonzept besteht aus folgenden Baustei-
nen:
- Als Rahmenbedingungen der Gewerbeflächenentwicklung werden in Abschnitt 2 die Standort-
bedingungen im Landkreis Wesermarsch kurz dargestellt (S. 6). Aufbauend hierauf erfolgt ei-
ne Charakterisierung und Bewertung der einzelnen Wirtschaftsstandorte (S. 9). Die Aktivitäten
der kommunalen Gewerbeflächenpolitik und der Wirtschaftsförderung im Landkreis sowie
seinen Städten und Gemeinden (S. 13) wurden im Rahmen der Gemeindegespräche erörtert.
Auch sie werden in Abschnitt 2 zusammengefasst dargestellt.

- Zur Erfassung des Gewerbeflächenangebots und der Flächennachfrage wurden in allen Städten
und Gemeinden des Landkreises die Gewerbegebiete mit noch verfügbaren Flächen, die Ge-
werbeflächenplanungen sowie der Flächenumsatz der vergangenen zehn Jahre schriftlich erho-
ben sowie im Rahmen von Gesprächen diskutiert. Die Ergebnisse werden im Abschnitt 3 Ge-
werbeflächenangebot und -nachfrage dokumentiert und bewertet (S. 24). Zusätzlich wird die
Gewerbeflächensituation in den umliegenden Landkreisen und kreisfreien Städten kurz charakte-
risiert (S. 46).

1 Das „Gewerbeflächenentwicklungskonzept für den Landkreis Wesermarsch“ ist ein Baustein des Gesamtgutachtens
„Gemeinsames Gewerbeflächenentwicklungskonzept für die Städte Oldenburg und Delmenhorst sowie die umlie-
genden Landkreise Ammerland, Oldenburg und Wesermarsch“.
IV Gewerbeflächenentwicklungskonzept

- Eine zentrale Aufgabe des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes ist die Zusammenstellung


und Bewertung potenzieller Gewerbeflächen in Abschnitt 4 Für jede dieser sogenannten Vor-
schauflächen wurde ein Profil erstellt (S. 53).

- Auf Grundlage der Abschnitte 2 (Standortbedingungen), 3 (Gewerbeflächenangebot und


-nachfrage) und 4 (Vorschauflächen) werden in Abschnitt 5 Konsequenzen und Handlungs-
empfehlungen für die künftige Gewerbeflächenentwicklung sowie das Gewerbeflächen-
marketing abgeleitet (S. 96). Insbesondere werden die Vorschauflächen vor dem Hintergrund
der Standortbedingungen und der derzeitigen Gewerbeflächensituation bewertet und mit Emp-
fehlungen für die weitere Entwicklung versehen. Dieser Abschnitt behandelt alle relevanten
Aspekte und Handlungsempfehlungen für die künftige Gewerbeflächenpolitik im Land-
kreis Wesermarsch. Um die Bedeutung dieses Abschnitts zu betonen, ist er auf farbigem Pa-
pier gedruckt worden.

Die Erarbeitung des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes bildet nur den ersten Schritt zur Um-
setzung einer langfristigen Strategie der Gewerbeflächenentwicklung und -vermarktung für den
Landkreis Wesermarsch. Bei der Realisierung der vorliegenden Handlungsempfehlungen kommt
den politischen Vertretern der Städte und Gemeinden sowie des Landkreises eine zentrale
Rolle zu. Sie müssen einen Großteil der erforderlichen Rahmenbedingungen für die umsetzenden
Akteure der Verwaltungen schaffen. Teilweise ist in der Politik das Bewusstsein hierfür noch nicht
hinreichend ausgeprägt. In den Fraktionen der Gemeinderäte und des Kreistages muss deshalb
intensiv für die Erreichung der im Gewerbeflächenentwicklungskonzept formulierten Ziele
geworben werden.

Das vorliegende Gutachten konnte nur durch eine intensive Zusammenarbeit und in enger Ab-
stimmung mit den relevanten Akteuren im Landkreis Wesermarsch erarbeitet werden. Die Städte
und Gemeinden, die Landkreisverwaltung und insbesondere die Wirtschaftsförderung Wesermarsch
GmbH haben umfangreiche Arbeitsunterlagen zur Verfügung gestellt, die Erhebungen unterstützt
und in Arbeitsgesprächen die Befunde erläutert und diskutiert. Allen Beteiligten sei an dieser Stelle
für ihre konstruktive Mitarbeit gedankt.

Die Arbeiten sind im NIW begleitet worden von Klaus-Jürgen Hentschel (Datenauswertungen), von
Mareike Bode und Susanne Endres (Redaktionsarbeiten, Datenauswertungen) sowie von Hendrik
Nee (Karten). Auch ihnen gilt unser Dank.
V Landkreis Wesermarsch

Inhalt

Seite

1. Ziele und Methodik des Konzeptes 1

1.1 Ziele des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes 1


1.2 Ablauf der Erhebungen 3

2. Standortbedingungen, Gewerbeflächenpolitik und Wirtschaftsförderung


im Landkreis Wesermarsch 6

2.1 Charakterisierung und Bewertung der Wirtschaftsstandorte 9


2.2 Gewerbeflächenpolitik und Wirtschaftsförderungsaktivitäten des
Landkreises Wesermarsch und seiner Städte und Gemeinden 13

2.2.1 Gewerbeflächenpolitik und Wirtschaftsförderungsaktivitäten


der Städte und Gemeinden 13
2.2.2 Strategische Positionen der Gemeindeentwicklung 18
2.2.3 Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Wesermarsch
(WFG) 19

3. Gewerbeflächenangebot und -nachfrage im Landkreis Wesermarsch 24

3.1 Verfügbare Gewerbeflächen 27


3.2 Gewerbeflächenplanungen 37
3.3 Gewerbeflächennachfrage 41
3.4 Gewerbeflächensituation im Umfeld des Landkreises Wesermarsch 46

4. Vorschauflächen 49

4.1 Vorschauflächen im Überblick 49


4.2 Beschreibung und Bewertung der einzelnen Vorschauflächen 53
VI Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. Konsequenzen und Empfehlungen für die künftige Gewerbeflächenpolitik 97

5.1 Zusammenfassende Bewertung der Flächenpotenziale und


Empfehlungen für die einzelnen Kommunen und Teilräume 97
5.2 Empfehlungen für eine nachfragegerechte Sicherung und
Entwicklung von Gewerbeflächen 105

5.2.1 Aufwertung der Verkehrsinfrastruktur 106


5.2.2 Spezielle Standortqualitäten für die maritime Wirtschaft
sowie luftfahrtbezogenes Gewerbe 107
5.2.3 Zielgruppenspezifische Belegung von Gewerbegebieten 108
5.2.4 Umfang des Gewerbeflächenangebots im Landkreis
Wesermarsch 111
5.2.5 Strategische Flächenvorratspolitik 112
5.2.6 Gestaltung von Gewerbegebieten 114
5.2.7 Interkommunale Kooperationen 115

5.3 Empfehlungen zur Ausgestaltung und Organisation des


Gewerbeflächen- und Standortmarketings 117

5.3.1 Wirtschaftsförderung als Voraussetzung für ein


erfolgreiches Gewerbeflächenmarketing 117
5.3.2 Zielgruppen des Gewerbeflächenmarketings 118
5.3.3 Organisation des Gewerbeflächenmarketings 120
5.3.4 Instrumente für das Gewerbeflächenmarketing 122

5.4 Fazit und Zusammenfassung der Handlungsempfehlungen 125


1 Landkreis Wesermarsch

1. Ziele und Methodik des Konzeptes

1.1 Ziele des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes

Im Rahmen des wirtschaftlichen Strukturwandels von Regionen hat, trotz der zu- Ausstattung mit Gewerbe-
nehmenden Relevanz weicher Standortfaktoren, die Ausstattung mit Gewerbeflä- flächen hat weiterhin ent-
scheidende Bedeutung
chen weiterhin entscheidende Bedeutung. Umfragen bestätigen, dass die meisten
Kommunen in Deutschland die Gewerbeflächenpolitik als eines der wichtigsten
Instrumente ihrer Wirtschaftsförderungsaktivitäten ansehen.

Die aktuellen Rahmenbedingungen der Gewerbeflächenpolitik stellen die Kommu- Herausforderungen für
nen vor besondere Herausforderungen: die Kommunen:

- Überregionale Neuansiedlungen von klassischen Produktionsbetrieben sind ... wenig Neuansiedlungen


immer schwieriger zu realisieren, wogegen Neugründungen und die Bestands-
entwicklung, d.h. Verlagerungen und Erweiterungen innerhalb von Kommunen
und Regionen, für die Flächenpolitik stark an Bedeutung gewonnen haben.

- Die gewerbliche Nachfrage richtet sich zunehmend auf qualitativ hochwertige ... räumliche Konzentrati-
Gewerbeflächen mit einer attraktiven Ausstattung an Standortfaktoren. Das on der Nachfrage
bedeutet, dass es an den Standorten, auf die sich die Nachfrage konzentriert,
häufig nicht gelingt, in ausreichendem Maße Gewerbeflächen bereitzustellen,
sich aber in den Kommunen mit ungünstigen Standortbedingungen und gerin-
ger Entwicklungsdynamik z. T. große ungenutzte Flächenreserven ergeben.

- Die Anforderungen seitens der Unternehmen an die Gestaltung und den Bran- ... Qualitätsanforderungen
chenmix in Gewerbegebieten steigen. Auch wenn sich die meisten Betriebe
noch wenig mit diesen Aspekten der Qualität von Gewerbeflächen auseinander
setzen, so sind doch zumindest bei hochwertigen Dienstleistungs- und Produk-
tionsbetrieben zunehmend höhere Ansprüche an das unmittelbare Unterneh-
mensumfeld zu verzeichnen.

- Zahlreiche Städte und Gemeinden haben sich in Hinblick auf ihr Gewerbeflä- ... Wettbewerbsdruck
chenangebot neu positioniert und so den Wettbewerbsdruck unter den Wirt-
schaftsstandorten erhöht. In einigen Landkreisen wird das Gewerbeflächenan-
gebot in Flächenpools regional gebündelt und somit effizienter vermarktet.

- Die notwendigen finanziellen Mittel zur Entwicklung hochwertiger und gut ver- ... knappe Ressourcen
marktbarer Gewerbeflächen sind in den Städten und Gemeinden i.d.R. knapp.
Das bedeutet, dass die vorhandenen Ressourcen gebündelt und auf die Pro-
jekte mit den besten Realisierungschancen konzentriert werden müssen.

- Der seit geraumer Zeit zu beobachtende Suburbanisierungsprozess, d.h. die ... Suburbanisierung
Verlagerung von Betrieben aus den Zentren (beispielsweise Bremen oder Ol-
denburg) in das nähere Umland, hat maßgeblichen Einfluss auf die Gewerbe-
flächennachfrage in den umliegenden Standorten. Die Städte und Gemeinden
des Landkreises Wesermarsch können aufgrund ihrer unterdurchschnittlichen
Lagegunst hiervon jedoch kaum profitieren. Selbst in der Gemeinde Lemwer-
der mit ihrer vergleichsweise günstigen Entfernung zu Bremen und Delmen-
horst lassen sich im Untersuchungszeitraum zwischen 1992 und 2001 lediglich
zwei Betriebsverlagerungen feststellen.

- Ein Trend zur intensiveren Nutzung von Gewerbegrundstücken ist nicht aus- ... Reserveflächen
zumachen. Vor allem bei Verlagerungen und Neugründungen wird betriebsbe-
2 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

dingt oftmals flächenextensiv, meist eingeschossig gebaut und ein möglichst


hoher Anteil an Reserveflächen angestrebt, um jederzeit flexibel reagieren zu
können.
... Grundstückskauf - Unternehmen, die sich in Gewerbegebieten ansiedeln, werden auch künftig ihr
Betriebsgrundstück überwiegend selbst kaufen. Investorenmodelle gewinnen
zwar derzeit an Bedeutung, sind aber immer noch die Ausnahme. Die anbie-
tenden Kommunen müssen sich deshalb in der Gewerbeflächenentwicklung
und -vermarktung weiterhin unmittelbar mit den unternehmerischen Zielgrup-
pen auseinander setzen.
... weitere Leistungen der - Insbesondere ansiedlungsinteressierte, aber auch ansässige Betriebe erwarten
Wirtschaftsförderung über den reinen Grundstücksverkauf hinaus zunehmend eine Reihe weiterge-
hender Dienstleistungen. Die lokalen und regionalen Wirtschaftsförderungsak-
teure sind deshalb aufgefordert, ihr Dienstleistungsangebot rund um das Ge-
werbegebiet zu erweitern.

Städte, Gemeinden und Für die Kommunen im Landkreis Wesermarsch ist es unumgänglich, sich diesen
Landkreis müssen sich Herausforderungen zu stellen und das eigene Gewerbeflächenangebot vor dem
den Herausforderungen
stellen Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen sowohl im Hinblick auf seine
Quantität als auch seine Qualität einzuordnen, weiter zu entwickeln und dann
möglichst effizient zu vermarkten.

Zielrichtungen des vorlie- Das vorliegende Gewerbeflächenentwicklungskonzept soll hierzu einen wichtigen
genden Konzeptes: Beitrag leisten, indem es schwerpunktmäßig zwei Zielrichtungen verfolgt:
... Vorschauflächen aus- - Potenzielle Standorte der Gewerbeflächenentwicklung - die sogenannten Vor-
wählen und bewerten schauflächen - werden vor dem Hintergrund des derzeitig verfügbaren und ge-
planten Angebots, der zu erwartenden Flächennachfrage sowie der Standort-
bedingungen im Landkreis und seinem Umfeld ausgewählt und bewertet.
... Empfehlungen zur Mo- - Für die Mobilisierung, Entwicklung und Vermarktung dieser Vorschauflächen
bilisierung, Entwick- werden Handlungsempfehlungen formuliert, um das künftige Flächenangebot
lung, und Vermarktung
im Landkreis Wesermarsch bestmöglich auf die innerregionale Nachfrage an-
sässiger Betriebe und den interregionalen Wettbewerb auszurichten.

Unternehmerische Ziel- Von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des kommunalen Gewerbeflächen-
gruppen von zentraler angebots sind die nachfragenden Betriebe. Die Vermarktungschancen der Ge-
Bedeutung
werbegrundstücke sind in starkem Maße davon abhängig, dass das Angebot,
insbesondere in qualitativer Hinsicht, bestmöglich auf die betriebliche Nachfrage
abgestimmt ist. Das vorliegende Gewerbeflächenentwicklungskonzept berück-
sichtigt in seinen Empfehlungen deshalb auch die potenziellen unternehmerischen
Zielgruppen des Flächenangebots.

Regionaler Ansatz des Das Gewerbeflächenentwicklungskonzept geht dabei bewusst über die einzelge-
Gewerbeflächenentwick- meindliche Betrachtung hinaus und verfolgt einen regionalen Ansatz. Interkom-
lungskonzeptes ...
munale Kooperationen oder zumindest die regionale Koordination und Schwer-
punktsetzung werden künftig wesentliche Bestandteile einer effizienten Entwick-
lung und Vermarktung eines hochwertigen Gewerbeflächenangebots im Landkreis
Wesermarsch sein.

... auch über die Land- Hierbei muss intensiv geprüft werden, inwiefern Kooperationen auch über die
kreisgrenzen hinaus Landkreisgrenzen hinaus sinnvoll sein können. Die Einbindung des Gutachtens
3 Landkreis Wesermarsch

„Gewerbeflächenentwicklungskonzept für den Landkreis Wesermarsch“ als Bau-


stein IV in das „Gemeinsame Gewerbeflächenentwicklungskonzept für die Städte
Oldenburg und Delmenhorst sowie die umliegenden Landkreise Ammerland, Ol-
denburg und Wesermarsch“ macht bereits deutlich, dass im Interesse aller Partner
die Zusammenarbeit an Stadt- und Landkreisgrenzen nicht Halt machen darf.

1.2 Ablauf der Erhebungen

Die Entwicklung von Gewerbeflächen ist und bleibt ureigenste kommunale Aufga- Quellen:
be. Die Kreisebene und z.T. auch die Bezirksebene sind zwar in die Planungs- Gemeindegespräche und
Gewerbeflächenerhebung
und Genehmigungsprozesse eingebunden, doch ausführliche Informationen zum
Stand der Planungsprozesse, zur Qualität und Ausgestaltung der Flächen und
nicht zuletzt zu Erfahrungen bei der Vermarktung und zu den angesiedelten Be-
trieben sind nur vor Ort bei den Städten und Gemeinden zu erhalten. Die einzel-
nen Aspekte der Gewerbeflächenentwicklung wurden deshalb im Rahmen der
Gemeindegespräche mit den Hauptverwaltungsbeamten und weiteren Vertretern
der Verwaltung behandelt. Als Grundlage für eine fundierte Analyse der Gewerbe-
flächensituation wurden bei den Kommunen Daten aus folgenden Bereichen ab-
gefragt:

- Gewerbegebiete mit noch verfügbaren Flächen,

- Gewerbegebietsplanungen,
- Umsatz von Gewerbeflächen und Betriebsansiedlungen in der Vergangenheit
sowie

- künftig zu entwickelnde, potenziell hochwertige Gewerbeflächen (Vorschauflä-


chen)

In einem detaillierten Fragebogen ist der Bestand an verfügbaren Gewerbeflächen Detaillierte Erhebung der
in den Kommunen erhoben worden. Dabei wurde von den Gemeindeverwaltungen einzelnen Gewerbegebiete
mit noch verfügbaren
für jedes räumlich getrennte Gewerbegebiet mit noch verfügbaren Flächen ein Flächen
eigener Fragenkatalog mit folgenden Informationen ausgefüllt:
- Name des Gewerbegebietes,

- Lage innerhalb der Gemeinde,

- Verkehrsanbindung des Gewerbegebietes,

- Flächengröße und Art der möglichen Nutzung 1 (v.a. GE- und GI-Nutzung),

- Eigentumsverhältnisse,

- Angaben zum Kaufpreis (soweit möglich),


- Angaben zu möglichen Konflikten mit Nachbarnutzungen.

In einem weiteren Fragebogen wurden bei den Städten und Gemeinden Informati- Zusammenstellung aller
onen zur Planung von Gewerbegebieten erfragt. Zusätzlich zu den o.g. Merkma- Gewerbeflächen-
planungen
len für bestehende Gewerbegebiete - soweit sinnvoll und bereits möglich - stand

1 Die Begriffe „Gewerbeflächen“ oder „Gewerbegebiet“ werden im Folgenden grundsätzlich als


Sammelbegriff für GE-, GI- und bestimmte SO-Nutzungen (z.B. Einzelhandel) benutzt. Wird
nach den einzelnen Nutzungen unterschieden, so ist dieses ausdrücklich erwähnt.
4 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

dabei der Planungsstand der Vorhaben im Vordergrund. In diesem Zusammen-


hang sind nur Flächen aufgenommen worden, bei denen die formalen Planungen
bereits begonnen hatten, d.h. mindestens ein Aufstellungsbeschluss für eine Flä-
chennutzungsplanänderung vorlag.

Gewerbeflächenumsatz Um die Gewerbeflächennachfrage in der Vergangenheit abschätzen zu können,


und angesiedelte Betriebe wurde der Umsatz (bzw. Verkauf) von Gewerbeflächen für die einzelnen Jahre
in den Kommunen
1992 bis 2001 bei den Städten und Gemeinden erhoben. Sämtliche Fälle der Ge-
werbeflächennachfrage, d.h. Betriebserweiterungen, Umsiedlungen innerhalb der
Städte und Gemeinden, Neugründungen und Ansiedlungen von außerhalb der
Kommunen wurden berücksichtigt. Betriebe, die vor 1992 Flächen nachgefragt
haben, blieben unberücksichtigt. Folgende Informationen wurden abgefragt:

- Name, Standort und Gewerbegebiet,

- Branche,

- Beschäftigtenzahl,

- belegte Fläche,

- Ansiedlungsjahr,

- Herkunft des Betriebes.

Untersuchung von Vor- Schwerpunkt der flächenbezogenen Untersuchungen des Gutachtens ist die Zu-
schauflächen als Schwer- sammenstellung und Bewertung von potenziell hochwertigen, zukünftig zu entwi-
punkt des Gutachtens
ckelnden Gewerbeflächen (Vorschauflächen), die über die bestehenden und (for-
mal) geplanten Gewerbegebiete hinaus gehen. Auf Basis der Gemeindegesprä-
che sowie des von den Kommunen zur Verfügung gestellten Datenmaterials wur-
den für alle in Betracht genommenen Vorschauflächen Profile erstellt (Ab-
schnitt 4.2).

Besichtigung der Gewer- Im Rahmen der Gemeindegespräche wurden die wichtigsten verfügbaren und
beflächen geplanten Gewerbeflächen sowie alle Vorschauflächen in Augenschein genom-
men, um unabhängig von der Datenlage einen Eindruck von den Standorten zu
erhalten.

Abgrenzung von Flächenarten

Abgrenzung der Gewerbe- Für das vorliegende Gewerbeflächenentwicklungskonzept wurde die folgende
flächenarten Abgrenzung von Gewerbeflächen gewählt:

- Vollständig belegte Gewerbegebiete: Es sind keine Flächen oder nur noch


einzelne kleine Grundstücke verfügbar. Diese Gewerbegebiete sind im Rah-
men dieser Untersuchung ausgeblendet worden. Erhoben wurden lediglich die
ansässigen Betriebe, sofern sie sich seit 1992 dort angesiedelt oder erweitert,
d.h. Flächen nachgefragt haben.
- Gewerbegebiete mit verfügbaren Flächen: Für diese Gebiete existiert ein
rechtsgültiger Bebauungsplan und es sind noch Grundstücke verfügbar. Die
freien Flächen sind nicht in allen Fällen sofort verfügbar, d.h. die Verfügbarkeit
kann durch z.B. mangelnde Verkaufsbereitschaft der Eigentümer, Optionierung
von Grundstücken oder noch fehlende Erschließung eingeschränkt sein. In der
5 Landkreis Wesermarsch

Analyse des Gewerbeflächeangebots wird deshalb nach „sofort“ und „nicht


sofort“ verfügbaren Flächen unterschieden.
- Geplante Gewerbegebiete: Die entsprechenden Flächen sind noch nicht ver-
fügbar, befinden sich aber im Planungsverfahren. Die Bandbreite reicht vom
Aufstellungsbeschluss für eine Flächennutzungsplanänderung bis zum bevor-
stehenden Satzungsbeschluss und Inkrafttreten eines Bebauungsplans.
- Vorschauflächen: Für diese potenziellen Gewerbeflächen existieren höchs-
tens informelle Planungen, ein formeller Aufstellungsbeschluss für eine Flä-
chennutzungsplanänderung ist noch nicht erfolgt. In der Regel handelt es sich
bei den Vorschauflächen um reine „Zukunftsideen“, für die bislang noch kei-
nerlei schriftliches Datenmaterial vorliegt.

Die Einstufung der untersuchten Flächen in verfügbare Gewerbeflächen, geplante Einstufung der Flächen in
Gewerbegebiete und langfristige Vorschauflächen war bei einigen Flächen nicht „verfügbar“, „geplant“
und „Vorschauflächen“
immer eindeutig möglich: nicht immer eindeutig
- Der Übergang zwischen Gewerbegebieten mit verfügbaren Flächen und sol-
chen, die sich noch in Planung befinden, ist fließend. So werden z.B. teilweise
Planungsverfahren nicht bis zur endgültigen Bebauungsreife durchgeführt, d.h.
der Satzungsbeschluss wird verzögert, wenn die erforderliche Flächennachfra-
ge von Seiten der Unternehmen nicht vorhanden ist. Solche Gewerbegebiete
sind formell noch in Planung, können aber ggf. innerhalb kürzester Zeit zur Er-
schließung freigegeben werden.

- Auch zwischen bereits in Planung befindlichen Gebieten und Vorschauflächen


ist eine Unterscheidung nicht immer klar zu treffen. So sind z.B. bei einigen
Vorschauflächen bereits umfangreiche, aber informelle Vorarbeiten für ein
künftiges Planungsverfahren geleistet worden, ohne dass die Planungen schon
formell begonnen hätten. Das eigentliche Planungsverfahren kann hierdurch
merklich verkürzt werden.

Bei den Vorschauflächen sind die räumliche Abgrenzung und die Angaben von Flächenangaben von Vor-
Flächengrößen nur größenordnungsmäßig möglich. In der Regel handelt es sich schauflächen nur größen-
ordnungsmäßig
bei den betrachteten Flächen um Bruttoangaben, von denen möglicherweise le-
diglich Teilflächen realisiert werden sollen. Eine Addition der Flächengrößen im
Landkreis Wesermarsch ist daher nicht aussagekräftig.

Die Realisierungschancen und zeitlichen Planungshorizonte von Vorschauflächen Realisierungschancen


sind je nach Rahmenbedingungen (z.B. Verkaufbereitschaft der Eigentümer, Nut- und zeitliche Planungsho-
rizonte unterschiedlich
zungskonflikte, Auflagen des Natur- und Landschaftsschutzes, noch vorhandenes
Gewerbeflächenangebot der Gemeinde) sehr unterschiedlich. Sehr kleine Vor-
schauflächen (unter 2 ha, z.B. „Stollhamm“, Gemeinde Butjadingen), die lediglich
für den lokalen Bedarf gedacht sind, wurden in der Erhebung nicht berücksichtigt.
6 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

2. Standortbedingungen, Gewerbeflächenpolitik und


Wirtschaftsförderung im Landkreis Wesermarsch

Jadebusen, Nordseeküste Der Landkreis Wesermarsch wird im Westen vom Jadebusen, im Norden von der
und Unterweser als Gren- niedersächsischen Nordseeküste und im Osten von der Unterweser begrenzt. Aus
ze
dieser Küstenlage ergeben sich einerseits spezifische Standortvorteile für Schiff-
fahrt und Häfen sowie auch für industrielle Anlagen am seeschifftiefen Fahrwas-
ser. Darüber hinaus bietet die Küstenlage bedeutsame Potenziale für den Touris-
mus, vorwiegend in der nördlichsten Gemeinde Butjadingen.

Standortnachteile: Barrie- Auf der anderen Seite sind die generellen Standortbedingungen für wirtschaftliche
ren der Küstenlinie und Aktivitäten mit nicht wassergebundenen überregionalen Verflechtungen durch die
der Unterweser
Küstenrandlage und die natürliche Grenze der Unterweser, die eine feste Land-
verbindung derzeit erst in Bremen bietet, ausgesprochen ungünstig. Die überregi-
onal bedeutsamen Linien des Straßen- und Schienenverkehrs gehen zudem groß-
räumig am Landkreis Wesermarsch vorbei. Die Küstenlage und vor allem die Lage
an der Unterweser bedeuten darüber hinaus auch für die zentralen Orte (v.a. die
Städte Nordenham und Brake), dass sie in ihren Einzugsbereichen stark be-
schnitten sind.

Wesertunnel als heraus- Vor diesem Hintergrund ist der im Bau befindliche Wesertunnel, der eine Straßen-
ragendes standortverbes- verbindung zwischen dem Landkreis Wesermarsch und den Landkreisen Cuxha-
serndes Projekt
ven bzw. Stadt Bremerhaven schaffen und damit die nördliche Wesermarsch an
die Autobahn A 27 Bremerhaven – Bremen anschließen wird, ein herausragendes
Projekt zur Verbesserung der wirtschaftlichen Standortbedingungen.

Charakteristika eines Die Bevölkerungsdichte im Landkreis liegt mit lediglich 114 Einwohnern/km² bei
dünnbesiedelten ländli- der Hälfte des Bundesdurchschnitts. Die Region zählt entsprechend zu den ver-
chen Raums
gleichsweise dünn besiedelten ländlichen Räumen in Deutschland. Der ländliche
Charakter wird auch daran deutlich, dass nur knapp 10 % der Fläche bebaut sind
und über 80 % landwirtschaftlich genutzt werden. Alle großen Wirtschaftsstand-
orte des Landkreises Wesermarsch liegen perlschnurartig entlang der Weser. Im
übrigen Landkreisgebiet befinden sich lediglich vereinzelt kleine Wirtschaftsstand-
orte.

Hoher Anteil von wert- Der hohe Anteil landschaftlich wertvoller und naturschutzrechtlich geschützter
vollen Flächen für Natur- Flächen beschränkt die Auswahl potenzieller Gewerbeflächenstandorte. Unter den
und Landschaftsschutz
Gesichtspunkten der Lebensqualität und der touristischen Nutzung ist dieser Um-
stand aber positiv zu bewerten.

Bedeutung der umliegen- Der Landkreis Wesermarsch liegt im weiteren Einzugsbereich der Oberzentren
den Oberzentren Bremen, Bremen (540.000 Einwohner) im Südosten, Oldenburg (157.000 Einwohner) im
Oldenburg, Bremerhaven
und Wilhelmshaven Südwesten und Bremerhaven (123.000 Einwohner) im Nordosten. Die Verflech-
tungsbeziehungen sind im westlichen Landkreisgebiet auf die Stadt Oldenburg
und die Mittelzentren Rastede und Varel, im Süden des Landkreises auf Bremen
und Delmenhorst ausgerichtet. Wilhelmshaven im Nordwesten ist ein kleines O-
berzentrum (unter 100.000 EW) mit vergleichsweise geringer Arbeitsmarktzentra-
lität und aufgrund seiner im Vergleich zur Stadt Oldenburg ungünstigeren Erreich-
barkeit insgesamt für den Landkreis Wesermarsch von untergeordneter Bedeu-
7 Landkreis Wesermarsch

tung. Mittelzentren im Landkreis sind die Städte Nordenham (28.000 Einwohner)


und Brake (16.000 Einwohner).

Aufgrund seiner besonderen Lage wird der Landkreis Wesermarsch durch Stich- Verkehrliche Anbindung
strecken an die bedeutsamen überregionalen Straßen- oder Schienenver- durch Stichstrecken
kehrsachsen angebunden:
- Die Bundesstraßen B 212 bzw. B 211 erschließen den Landkreis von Bremen
bzw. Oldenburg nach Nordenham. Die B 212 wurde in letzter Zeit durch Bau-
maßnahmen (Bsp. Ortsumgehung Rodenkirchen) aufgewertet. Die Ortsdurch-
fahrt Berne stellt jedoch weiterhin ein Hemmnis für den Verkehrsfluss dar. Die
Realisierung der bereits erfolgten Planungen zur Verbesserung der Situation
(B 212-neu) ist allerdings noch offen. Abschnitte der B 211 weisen ebenfalls
eine ungünstige Verkehrsführung auf. Im Abschnitt Mittelort-Brake ist allerdings
bereits eine neue Trassenführung geplant, durch deren Realisierung spätes-
tens im Jahre 2010 eine erhebliche Verbesserung der Straßenführung erreicht
werden wird.

- Die ost-westlich verlaufende B 437 verbindet den Landkreis Friesland mit der
mittleren Wesermarsch und zukünftig auch über den Wesertunnel mit der Stadt
Bremerhaven und der A 27.

- Von Bedeutung ist zudem die Bahnstrecke Hude-Nordenham. Die Strecke ist
zwar elektrifiziert, der Ausbauzustand ist aber verbesserungswürdig. Für den
Zeitraum 2004 bis 2006 ist die Sanierung geplant.

Der Landkreis Wesermarsch hat eine vergleichsweise schwache Bevölkerungs- Vergleichsweise schwa-
entwicklung. Vor allem in den 80er Jahren war die Bevölkerung stark rückläufig. che Bevölkerungsent-
wicklung
Mit der Wiedervereinigung verzeichnete der Landkreis dann zwar überdurch-
schnittliche Zuwächse, in der zweiten Hälfte der 90er Jahre schwächte sich die
Entwicklung aber wieder ab. Seit 1998 ist die Bevölkerungszahl, vornehmlich auf-
grund von Abwanderungen, sogar wieder rückläufig.

Innerhalb des Landkreises sind die Unterschiede vergleichsweise groß. Ein star- Starke Unterschiede in-
ker Bevölkerungszuwachs ist in der verkehrsgünstig gelegenen Gemeinde Jade nerhalb des Landkreises
zu verzeichnen. In den Gemeinden Berne und Stadland sowie der Stadt Elsfleth
liegen die Zuwächse etwas über dem Bundesdurchschnitt. Rückläufig ist die Be-
völkerungsentwicklung in der vom Strukturwandel gezeichneten Stadt Nordenham
und in den letzten Jahren auch in Brake.

Die Wirtschaftsstruktur im Landkreis Wesermarsch ist stark durch industrielle Be- Wirtschafsstruktur stark
triebe geprägt. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Gesamtzahl der durch industrielle Betrie-
be geprägt
Erwerbstätigen liegt über dem Durchschnitt des Bundesgebietes (West). Entspre-
chend ist der Dienstleistungssektor unterrepräsentiert. Die wichtigsten Industrie-
zweige sind

- der Luftfahrzeugbau an den Standorten Nordenham (Flugzeugteile) sowie


Lemwerder (Flugzeugwartung),

- die Elektrotechnik, u.a. in Nordenham (Elektroausrüstungen wie Schaltgeräte,


Schutzschalter, Relais u.ä., Fernmeldekabel, Meereskabel, Lichtwellenleiter,
Elektromotoren) und in Brake (Kabelbäume für Automobile, Fahrzeugleitun-
gen),
8 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

- der Schiffbau in Lemwerder (Handels-, Spezial- und Marineschiffe, Motor-


yachten, Großyachten), in Berne (u.a. Schlepper, Fähren, Feuerlöschboote,
Forschungsschiffe, Lotsenschiffe, Spezialboote, z.B. Seenotrettungskreuzer
sowie Zulieferungen an die Automobilindustrie) und in Elsfleth (Schiffsreparatu-
ren, -wartungen und –umbauten, allerdings auch Verpackungsherstellung
(Omni Pac) und Schilderfabrikation (Signature Verkehrstechnik GmbH).

Weitere Branchen des Weitere Branchen des Verarbeitenden Gewerbes sind die Kunststoffverarbeitung
Verarbeitenden Gewerbes in Brake, die Energiewirtschaft in der Gemeinde Stadland (Kernkraftwerk Unter-
weser) sowie die Chemische Industrie in Nordenham (Herstellung von Titanoxid),
die Nicht-Eisen-Metallerzeugung in Nordenham (Blei- und Zinkhütte am seeschiff-
tiefen Fahrwasser in Nordenham) sowie das Ernährungsgewerbe in Ovelgönne
(Milcherzeugnisse, Milchpulver, Speiseeis, Tiefkühlkost).

Hoher Anteil Beschäftig- Die Industrie im Landkreis Wesermarsch ist in besonderem Maße durch Groß-
ter in Großbetrieben strukturen geprägt. Der Anteil Beschäftigter in Großbetrieben 2 ist überdurch-
schnittlich hoch. In sechs Betrieben arbeiten alleine 5.000 Beschäftigte. Demzu-
folge gibt es ein Defizit bei Klein- und Mittelbetrieben.

Hoher Anteil der Großbe- Alle Großbetriebe sind in übergeordnete Konzernstrukturen eingebunden und
triebe unter externer Kon- unterliegen entsprechend der externen Kontrolle, d.h. der Steuerung durch Unter-
trolle
nehmens- bzw. Konzernzentralen außerhalb der Region. Der Anteil der Industrie-
arbeitsplätze in eigenständigen Unternehmen beträgt im Landkreis Wesermarsch
nur 35 %.

Dienstleistungssektor: Im Dienstleistungssektor steht der Verkehrssektors (Schifffahrt) besonders im


Verkehrssektor steht im Vordergrund. Überdurchschnittlich vertreten sind zudem der Bereich Erziehung
Vordergrund
und Unterricht und Öffentliche Verwaltung. Wichtigster Dienstleistungsstandort im
Landkreis ist die Stadt Brake als Hafenstandort und Kreissitz. Der Verkehrssektor
ist zudem in der Stadt Nordenham aufgrund der dortigen Hafenfunktionen stark
vertreten. In der Gemeinde Elsfleth ist der Bildungssektor von großer Bedeutung.
Der Fachbereich Seefahrt der Fachhochschule Oldenburg / Ostfriesland / Wil-
helmshaven ist mit ca. 400 Studenten vor Ort angesiedelt. Außerdem befindet sich
dort das „Maritime Kompetenzzentrum“ (MARIKO.RIS), das im Rahmen verschie-
dener Projekte die Möglichkeiten der Innovationsförderung und des Innovations-
transfers, besonders für KMU3 der maritimen Verbundwirtschaft, erforscht.

Vergleichsweise schwa- Der Landkreis Wesermarsch hat nach einer etwa durchschnittlichen Beschäftig-
che Beschäftigtenent-
tenentwicklung in den 80er Jahren zunächst von der Wiedervereinigung eher
wicklung
schwächer profitiert und seitdem aufgrund des starken industriellen Strukturwan-
dels weit überdurchschnittliche Arbeitsplatzverluste zu verzeichnen. Von 1992 bis
1999 war die Dienstleistungsentwicklung zwar überdurchschnittlich, im Produzie-
renden Gewerbe gingen aber von 1992 bis 1999 fast ein Viertel der Arbeitsplätze
verloren, so dass insgesamt ein Defizit von 12 % oder 3.300 Arbeitsplätzen zu
verzeichnen war. In den letzten Jahren steigt die Beschäftigung im Landkreis We-
sermarsch wieder leicht an.

2 mit mehr als 500 Beschäftigen


3 kleine und mittlere Unternehmen
9 Landkreis Wesermarsch

2.1 Charakterisierung und Bewertung der Wirtschaftsstandorte

Im Folgenden werden die einzelnen Wohn- und Wirtschaftsstandorte differenziert


betrachtet. Ziel ist die Charakterisierung der Städte und Gemeinden im Hinblick
auf ihre gewerbeflächenrelevanten Standort- und Vermarktungspotenziale.

Nordenham, Stadt Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

Wohnstandort: 28.000 Einwohner 4 ---5 ! Lage am seeschifftiefen


Fahrwasser, wichtiger
Pendlerbilanz: +6%6 Hafenstandort
Wirtschaftsstandort: 9.400 Beschäftigte 7 -8 ! Künftig deutlich ver-
- Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, Mittelzentrum, größter Wohn- und Wirtschaftsstandort des besserte Verkehrsan-
Landkreises bindung durch Weser-
tunnel / B 212-neu
- Leichter Einpendlerüberschuss, d.h. Wohn- und Wirtschaftsstandortfunktion gleichermaßen
ausgeprägt ! Größter Wirtschafts-
standort im Landkreis
- Hafenstandort, überwiegend Umschlag von Massengütern (v.a. Erze, Kohle, Mineralölpro-
dukte) ! Größter Wohnstandort
im Landkreis, dadurch
- Lage an der Entwicklungsachse „Unterweser / B 212“, nahe der Wesermündung, bedeutende
quantitativ großes Ar-
Hafenstadt Bremerhaven auf der gegenüberliegenden Weserseite
beitskräftepotenzial
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 62 km und Oldenburg 53 km
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 18 km über Weserfähre, A 29
38 km, künftig wesentliche Verbesserung der Verkehrsanbindung durch Fertigstellung des
Wesertunnels
- Verbesserte verkehrliche Anbindung in Richtung Süden durch die Bundesstraße B 212-neu
- Bahnhof Nordenham (Fahrzeit nach Bremen Hbf. ca. 1 Std. 10 Minuten)
- Wirtschaftsstruktur stark durch das Produzierende Gewerbe geprägt, zahlreiche größere
Industriebetriebe (Luftfahrzeugbau, Metallerzeugung, Elektrotechnik, Chemie)
- Arbeitslosenquote (10,3 % 9) über dem Landkreis- und Bundesdurchschnitt

4 Bevölkerung am 1.1.2002
5 jahresdurchschnittliche Bevölkerungsentwicklung 1996 bis 2002 (jeweils 1.1.) nach 7 Klassen
(+++: sehr stark ... o: etwa Bundesdurchschnitt ... ---: sehr schwach)
6 Einpendler abzüglich Auspendler in % der Beschäftigten am Wohnort am 30.6.2001
7 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, 30.6.2001
8 jahresdurchschnittliche Entwicklung der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (insg.) 1995
bis 2001 (jeweils 30.6.) nach 7 Klassen (+++: sehr stark ... o: etwa Bundesdurchschnitt ... ---:
sehr schwach)
9 30.6.2002
10 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Brake (Unterweser), Stadt Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Lage am seeschifftiefen
Wohnstandort: 16.400 Einwohner -- Fahrwasser, wichtiger
Pendlerbilanz: + 25 % Hafenstandort
! Gute Anbindung an die
Wirtschaftsstandort: 6.400 Beschäftigte -- B 211 und B 212, durch
- mittelgroßer Wirtschaftsstandort, zweitgrößter Wohn- und Wirtschaftsstandort des Landkrei- die B 211-neu und den
ses, Kreisstadt und Mittelzentrum Wesertunnel wird sich
- Deutlicher Einpendlerüberschuss, d.h. Funktion als Wirtschaftsstandort steht im Vordergrund in Zukunft eine deutlich
- Landeseigener Hafen, überwiegend Umschlag von Massengütern (v.a. Futtermittel, Getreide, verbessert Verbindung
Düngemittel, Zellstoffe, Holz, Stahl, sonstige Massengüter) nach Oldenburg und
zur A 27 ergeben
- Lage an der Entwicklungsachse „Unterweser / B 212“
! Großer Wirtschafts-
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 49 km und Oldenburg 36 km standort mit zentraler
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 15 km über Weserfähre mit zukünf- Lage im Landkreis,
tiger Verbesserung durch den Wesertunnel, A 29 23 km Kreisstadt und Behör-
- Bahnhof Brake (Fahrzeit nach Bremen Hbf. ca. 50 Minuten) denstandort
- Wirtschaftsstruktur leicht überdurchschnittlich durch Dienstleistungen geprägt, aber auch ! Großer Wohnstandort
einige größere Industriebetriebe (Gummi-/Kunststoffwaren, Metallverarbeitung, Elektrotech- im Landkreis, dadurch
nik) großes Arbeitskräftepo-
- Mit Abstand höchste Einzelhandelszentralität im Landkreis, einziger Standort mit Kaufkraftzu- tenzial
fluss
- Höchste Arbeitslosenquote im Landkreis (10,4 %), über dem Landkreis- und Bundesdurch-
schnitt

Elsfleth, Stadt Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Vergleichsweise kurze
Wohnstandort: 9.200 Einwohner + Entfernung zum bedeu-
Pendlerbilanz: - 32 % tenden Wirtschafts-
standort Stadt Olden-
Wirtschaftsstandort: 2.000 Beschäftigte o burg
- Kleiner Wirtschaftsstandort
- Auspendlerüberschuss, d.h. Funktion als Wohnstandort steht im Vordergrund
- Lage an der Entwicklungsachse „Unterweser / B 212“
- Hafen für Binnenschiffsverkehr
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 38 km und Oldenburg 27 km
(über L 865
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 26 km über Weserfähre, A 29 21 km
- Bahnhof Elsfleth (Fahrzeit nach Bremen Hbf. ca. 40 Minuten)
- Wirtschaftsstruktur überdurchschnittlich durch Produzierendes Gewerbe (Werften) geprägt,
ein größerer Industriebetrieb (Verpackungen)
- Arbeitslosenquote (10,2 %) über dem Landkreis- und Bundesdurchschnitt

Stadland Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Lage zwischen den


Wohnstandort: 7.900 Einwohner + beiden größten Wirt-
Pendlerbilanz: - 48 % schaftsstandorten des
Landkreises Norden-
Wirtschaftsstandort: 1.400 Beschäftigte ++ ham und Brake
- Sehr kleiner Wirtschaftsstandort ! Künftig deutlich ver-
- Auspendlerüberschuss, d.h. Funktion als Wohnstandort steht im Vordergrund besserte Verkehrsan-
- Lage an der Entwicklungsachse „Unterweser / B 212“ bindung durch Weser-
tunnel / B 212-neu
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 57 km und Oldenburg 42 km
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 13 km über Weserfähre, A 29
25 km, künftig wesentliche Verbesserung der Verkehrsanbindung durch Fertigstellung des
Wesertunnels (2003/2004)
- Verbesserte verkehrliche Anbindung durch die Bundesstraße B 212-neu
- Bahnhof Rodenkirchen (Fahrzeit nach Bremen Hbf. ca. 1 Std.)
- Wirtschaftsstruktur überdurchschnittlich durch Produzierendes Gewerbe geprägt, Standort
des Kernkraftwerks „Unterweser“
- Niedrigste Arbeitslosenquote im Landkreis (8,1 %) wie im Bundesdurchschnitt, unter dem
Landkreiswert
11 Landkreis Wesermarsch

Lemwerder Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Vergleichsweise kurze
Wohnstandort: 7.500 Einwohner o Entfernung zum bedeu-
Pendlerbilanz: -5% tenden Wirtschafts-
standort Bremen (Bre-
Wirtschaftsstandort: 2.400 Beschäftigte --- men-Nord)
- Kleiner Wirtschaftsstandort
- Leichter Auspendlerüberschuss, d.h. Wohn- und Wirtschaftsstandortfunktion gleichermaßen
ausgeprägt
- Lage an der Entwicklungsachse „Unterweser / B 212“, nordbremische Stadtteile auf der
gegenüberliegenden Weserseite
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 23 km und Oldenburg 33 km,
Entfernung nach Delmenhorst 16 km
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 8 km über Weserfähre, A 28 16 km
- Sonderflughafen vorhanden (ASL), der auch von Geschäftsleuten genutzt werden kann
- Wirtschaftsstruktur sehr stark durch Produzierendes Gewerbe geprägt, einige größere Indust-
riebetriebe (Luftfahrzeugbau, Schiffbau)
- Arbeitslosenquote (8,2 %) wie im Bundesdurchschnitt, unter dem Landkreiswert

Berne Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Vergleichsweise kurze
Wohnstandort: 7.200 Einwohner + Entfernung zum bedeu-
Pendlerbilanz: - 38 % tenden Wirtschafts-
standort Bremen (Bre-
Wirtschaftsstandort: 1.400 Beschäftigte + men-Nord)
- Sehr kleiner Wirtschaftsstandort ! Vergleichsweise kurze
- Auspendlerüberschuss, d.h. Funktion als Wohnstandort steht im Vordergrund Entfernung zum bedeu-
- Lage an der Entwicklungsachse „Unterweser / B 212“, nordbremische Stadtteile auf der tenden Wirtschafts-
gegenüberliegenden Weserseite standort Stadt Olden-
burg
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 30 km und Oldenburg 25 km,
Entfernung nach Delmenhorst 20 km
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 15 km über Weserfähre, A 29 17 km
- Bahnhof Berne (Fahrzeit nach Bremen Hbf. ca. 30 Minuten)
- Wirtschaftsstruktur stark durch Produzierendes Gewerbe geprägt, einige größere Industrie-
betriebe (Schiffbau, Metallverarbeitung)
- Arbeitslosenquote (8,6 %) unter dem Landkreisdurchschnitt, aber über dem Bundeswert

Butjadingen Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Stärken der Gemeinde


Wohnstandort: 6.600 Einwohner o beziehen sich in erster
Pendlerbilanz: - 38 % Linie auf ihre Funktion
als Tourismusstandort
Wirtschaftsstandort: 1.000 Beschäftigte --
- Sehr kleiner Wirtschaftsstandort
- Auspendlerüberschuss, d.h. Funktion als Wohnstandort steht im Vordergrund
- vergleichsweise periphere Lage im Norden des Landkreises Wesermarsch
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 74 km und Oldenburg 64 km
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 28 km über Weserfähre, A 29
41 km, künftig wesentliche Verbesserung der Verkehrsanbindung durch Fertigstellung des
Wesertunnels
- Verbesserte verkehrliche Anbindung in Richtung Süden durch die Bundesstraße B 212-neu
- Wirtschaftsstruktur stark durch Dienstleistungen geprägt, bedeutender Tourismusstandort an
der Nordseeküste mit den Nordseebädern Tossens und Burhave sowie den Küstebadeorten
Eckwarderhörne und Fedderwardersiel
- Arbeitslosenquote (8,4 %) unter dem Landkreisdurchschnitt, aber über dem Bundeswert
12 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Jade Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Vergleichsweise kurze
Wohnstandort: 5.900 Einwohner +++ Entfernung zu einer Au-
Pendlerbilanz: - 63 % tobahnanschlussstelle
(A 29 Jaderberg)
Wirtschaftsstandort: 670 Beschäftigte o ! Lage in Nähe der Ver-
- Sehr kleiner Wirtschaftsstandort kehrsachse A 29 Wil-
- Hoher Auspendlerüberschuss, d.h. Funktion als Wohnstandort steht deutlich im Vordergrund helmshaven (Jade-
- Lage in Nähe der Verkehrsachse A 29 (Wilhelmshaven - Oldenburg - Osnabrück) Weser-Port) - Olden-
burg - Osnabrück
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 65 km und Oldenburg 32 km,
Entfernung nach Wilhelmshaven (künftiger Jade-Weser-Port) 35 km
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 29 7 km
- Wirtschaftsstruktur leicht überdurchschnittlich durch Dienstleistungen geprägt, keine nen-
nenswerten Industriebetriebe
- Arbeitslosenquote (8,5 %) unter dem Landkreiswert, aber über dem Bundesdurchschnitt

Ovelgönne Stärken für das Standort- u.


Gewerbeflächenmarketing

! Vergleichsweise kurze
Wohnstandort: 5.700 Einwohner - Entfernung zum bedeu-
Pendlerbilanz: - 67 % tenden Wirtschafts-
standort Stadt Olden-
Wirtschaftsstandort: 630 Beschäftigte --- burg
- Sehr kleiner Wirtschaftsstandort
- Hoher Auspendlerüberschuss, d.h. Funktion als Wohnstandort steht deutlich im Vordergrund
- Lage im Binnenland des Landkreises Wesermarsch
- Entfernung zu den nächstgelegenen Oberzentren: Bremen 51 km und Oldenburg 26 km
- Entfernung zur nächsten Autobahnanschlussstelle: A 27 20 km über Weserfähre, A 29 16 km
- Wirtschaftsstruktur leicht überdurchschnittlich durch Produzierendes Gewerbe geprägt, ein
größerer Industriebetrieb (Nahrungsmittel)
- Arbeitslosenquote (8,8 %) unter dem Landkreiswert, aber über dem Bundesdurchschnitt
13 Landkreis Wesermarsch

2.2 Gewerbeflächenpolitik und Wirtschaftsförderungsaktivitäten des


Landkreises Wesermarsch und seiner Städte und Gemeinden

2.2.1 Gewerbeflächenpolitik und Wirtschaftsförderungsaktivitäten der


Städte und Gemeinden

Die Bestandsaufnahme der Gewerbeflächenpolitik sowie der Wirtschaftsförde- Im Rahmen der Gemein-
rungsaktivitäten der Kommunen erfolgte im Rahmen der Gemeindegespräche degespräche: Be-
standsaufnahme der ...
Ende Mai bis Anfang Juni 2002. Gesprächspartner vor Ort waren neben den je-
weiligen Hauptverwaltungsbeamten weitere Fachleute aus der Verwaltung, z.B.
Bauamtsleiter, Kämmerer sowie ggf. das für Wirtschaftsförderung zuständige
Fachpersonal.

Im Bereich Gewerbeflächenpolitik wurden in den Gesprächen schwerpunktmäßig ... Gewerbeflächenpolitik


folgende Themen behandelt: sowie der ...

- Zuständigkeiten für die Gewerbeflächenentwicklung innerhalb der Verwaltung,

- Strategien der Mobilisierung von Gewerbeflächen durch die Städte und Ge-
meinden und (kommunale) Finanzierung der Entwicklung von Gewerbeflächen,

- Aktivitäten zur Vermarktung von Gewerbeflächen,

- Möglichkeiten zur interkommunalen Kooperation.

Darüber hinaus wurden mit den Vertretern der Städte und Gemeinden deren Akti- ... Wirtschaftsförderungs-
vitäten der kommunalen Wirtschaftsförderung erörtert. Hierbei ging es in erster aktivitäten der Kommunen
Linie um

- Aufgaben, Schwerpunkte und Instrumente der lokalen Wirtschaftsförderung,

- die Zuständigkeiten und Organisation innerhalb der Verwaltung sowie perso-


nelle und finanzielle Ressourcen für Wirtschaftsförderungsaktivitäten,

- weitere lokale Akteure außerhalb der Verwaltung sowie

- die Zusammenarbeit mit der WFG und überregionalen Institutionen.

Zuständigkeiten sowie Strategien der Entwicklung von Gewerbeflächen

Die Gewerbeflächenentwicklung der Kommunen im Landkreis Wesermarsch er- Abstimmung der Gewer-
folgt in der Regel durch das Zusammenspiel der jeweiligen Hauptverwaltungsbe- beflächenentwicklung in
den Städten und Gemein-
amten mit dem Bauamt (Bauleitplanung) und der Kämmerei (Liegenschaf- den
ten / Vermarktung) unter Einbeziehung der entsprechenden politischen Gremien.
Lediglich im Fall der Stadt Nordenham existiert ein eigens für Wirtschaftsförderung
zuständiges Referat, das in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtdirektor, der
Kämmerei und dem Baudezernat für die Gewerbeflächenentwicklung zuständig
ist. Die geringe Größe der einzelnen Gemeindeverwaltungen ermöglicht in der
Regel eine direkte und unkomplizierte Abstimmung zwischen den Verantwor-
tungsträgern der beteiligten Ämter bzw. Fachbereiche unter Federführung des
jeweiligen Hauptverwaltungsbeamten.
14 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Gemeinde Berne: Stedin- Die Gemeinde Berne hat die „Stedinger Entwicklungs-, Beratungs- und Dienst-
ger Entwicklungs-, Bera- leistungsgesellschaft mbH“ (EBD) als einhundertprozentige Tochter gegründet, die
tungs- und Dienstleis-
tungsgesellschaft mbH laut Firmenprofil auf der eigenen Website10 sowohl Wohn- als auch Gewerbeflä-
(EBD) chen erschließt und entwickelt. Bisher ist sie allerdings erst in den Bereichen
Wohngebietsentwicklung, Bau öffentlicher Einrichtungen (Schulen) und als Betrei-
berin des Betriebshofes tätig geworden. An Personal verfügt die Gesellschaft über
drei Personen (Vollzeitstellen), die ursprünglich in der Gemeindeverwaltung be-
schäftigt waren. Die Tätigkeiten der EBD erfolgen in enger Abstimmung und ge-
mäß den Planungen und Beschlüssen von Rat und Verwaltung der Gemeinde.

Gewerbeflächenentwick- Derzeit stehen sämtliche Städte und Gemeinden außer Berne im Landkreis We-
lung und -vermarktung in sermarsch der Beteiligung einer Entwicklungsgesellschaft an der Gewerbeflä-
Eigenregie der Städte und
Gemeinden chenentwicklung und Vermarktung eher skeptisch gegenüber und versprechen
sich hiervon keine entscheidenden Vorteile. Sie betreiben entsprechend alle
Schritte vom Flächenerwerb bis zur Vermarktung der Gewerbegrundstücke in
eigener Regie. Selbst die Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung Berne
betrachten die Möglichkeit einer Beteiligung als zukünftige Option.

Engpässe bei der Mobili- Ein Hauptproblem bei der Mobilisierung und Entwicklung von Gewerbeflächen ist
sierung von Flächen: für alle Kommunen im Landkreis der Erwerb bzw. die eigentumsrechtliche Siche-
Haushaltslage, Verkaufs-
bereitschaft + Preisforde- rung der erforderlichen Grundstücke durch die Kommune. In einigen Fällen be-
rungen steht keine Verkaufsbereitschaft der privaten Eigentümer. Zudem haben begon-
nene Bauleitplanungsprozesse ohne vorherigen Flächenerwerb bereits einmal zu
Preissteigerungen geführt. Damit verschlechtern sich die Vermarktungschancen
bzw. werden die kommunalen Haushalte stärker belastet. Teilweise ist die Haus-
haltslage so ungünstig, dass der Kauf von Flächen zum Zwecke der Bevorratung
seit Jahren nicht mehr möglich ist.

Frühzeitige eigentums- Die überwiegende Zahl der Städte und Gemeinden im Landkreis Wesermarsch
rechtliche Sicherung der strebt grundsätzlich an, die Grundstücke, die für die Entwicklung von Gewerbeflä-
Flächen nicht immer ge-
lungen chen gedacht sind, bereits vor der Durchführung der Bauleitplanung eigentums-
rechtlich zu sichern. In der Vergangenheit ist dieses, wie u.a. die Erhebung des
Gewerbeflächenangebots zeigt (Abschnitt 3), nicht immer angestrebt worden bzw.
nicht immer gelungen. Rund 39 % der in Bebauungsplänen ausgewiesenen und
theoretisch verfügbaren Gewerbeflächen befinden sich derzeit in privatem Eigen-
tum. Im Falle der in Planung befindlichen Gewerbeflächen beträgt der nicht in
kommunalem Besitz befindliche Anteil noch 57 %.
Zukünftig wird nach Angaben der Kommunen weiterhin die Strategie einer lang-
fristigen Flächenvorratspolitik verfolgt, um die kommunalen Einstandspreise für
künftige Gewerbegrundstücke so gering wie möglich zu halten.

Aktivitäten zur Vermarktung von Gewerbeflächen

Vermarktungsaktivitäten Von den Städten und Gemeinden im Landkreis Wesermarsch werden unter-
der Kommunen im Land- schiedliche Vermarktungsaktivitäten betrieben, u.a.
kreis Wesermarsch

10 http://www.stedinger-ebd.de/
15 Landkreis Wesermarsch

- Darstellung der Gewerbeflächen im Internet (Präsentation auf den Webseiten


der jeweiligen Kommunen sowie im Gewerbeflächen-Informations-System Ge-
wIS und KomSIS),
- Informationsstände auf verschiedenen Messen und Gewerbeschauen in Zu-
sammenarbeit mit der WFG,

- Veröffentlichung der aktuellen Gewerbeflächenentwicklung im Wirtschaftsblatt


der WFG,

- vereinzelt Anzeigen in lokalen, regionalen und überregionalen Zeitungen,

- Aufstellen von Werbetafeln am Gewerbegebiet sowie an Durchgangsstraßen.

Die Mehrzahl der Kommunen betreibt keine aktive Vermarktung der Gewerbeflä- In den Kommunen teil-
chen in ihrem Gemeindegebiet, d.h. eine zielgerichtete Ansprache von Unterneh- weise keine personellen
Ressourcen für aktive
men (regional und überregional) mit der Absicht, sie zur Ansiedlung zu bewegen, Gewerbeflächenvermark-
findet nicht statt. Vielmehr wird auf eine Nachfrage seitens potenziell interessierter tung
Unternehmen gewartet und daraufhin reagiert. Dieses gilt insbesondere für die
kleineren Gemeinden, denen die personellen Voraussetzungen fehlen. In allen
Fällen besteht aber nach Angaben der Gesprächspartner eine gute Zusammenar-
beit mit der WFG bei der Gewerbeflächenvermarktung.

Oftmals sind es nach Einschätzung der Städte und Gemeinden aber nicht unbe- Aktive Vermarktungsbe-
dingt die aktiven Vermarktungsbemühungen, die zum Erfolg führen. In den meis- mühungen oftmals wenig
erfolgreich
ten Fällen wären die grundstücks- und ansiedlungsinteressierten Unternehmen
bereits vor Ort oder zumindest in unmittelbarer Nähe ansässig und von sich aus
an die Kommunalverwaltungen herangetreten. Diese Beobachtung deckt sich mit
den Erhebungen des Gewerbeflächenumsatzes und der Betriebsansiedlungen
(Abschnitt 3.3), die zeigen, dass der Großteil der Gewerbeflächennachfrage aus
den jeweiligen Städten und Gemeinden selbst stammt.

Im Hinblick auf die Zielgruppen der Gewerbeflächenvermarktung bzw. die ansied- Keine enge Abgrenzung
lungswilligen Betriebe sind die meisten Kommunen für ein breites Branchenspekt- von Zielgruppen der Ge-
werbeflächenvermarktung
rum offen. Kommunen mit Gewerbeflächen am Fahrwasser der Weser setzen
daneben den Schwerpunkt auf hafenaffine Gewerbe- und Industriebetriebe. Aus-
geschlossen ist im Regelfall die Ansiedlung großflächigen Einzelhandels, um ne-
gative Auswirkungen für die Ortskerne zu vermeiden.

Die Kommunen prüfen in der Regel - unabhängig von der Branche - zunächst die Prüfung der Betriebe
Unternehmen, indem sie Gespräche über den geplanten Investitionsumfang füh- durch die Kommunen
ren. Erst wenn grundsätzliche Konflikte am gewünschten Standort ausgeschlos-
sen werden können, wird auf die detaillierten Ansiedlungsmodalitäten eingegan-
gen.

Möglichkeiten zur interkommunalen Kooperation

Die Gemeindevertreter haben sich in den Gesprächen im Hinblick auf die Mög- Kommunen grundsätzlich
lichkeit von interkommunalen Kooperationen bei der Gewerbeflächenentwicklung zu interkommunalen Ko-
operationen bereit
grundsätzlich offen gezeigt. Allerdings wurde auch betont, dass interkommunale
Ansätze echte Vorteile für die jeweilige Gemeinde bringen müssten.
16 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Bisher nur wenig Erfah- Bei den Städten und Gemeinden im Landkreis Wesermarsch besteht im Hinblick
rung bei der gemeinsa- auf eine zwischengemeindliche Kooperation bei der Gewerbeflächenentwicklung
men Gewerbeflächenent-
wicklung bislang nur ein Beispielfall. Es handelt sich um die Gewerbegebiete „Wesertun-
nel“, Stadt Nordenham und „Hiddingen-Weserquerung“, Stadland, die interkom-
munal entwickelt werden.
An vier weiteren Standorten könnten sich die Kommunen interkommunale Gewer-
begebietsentwicklungen vorstellen, in einem Fall sogar kreisübergreifend. Der
diesbezügliche informelle Austausch befindet sich allerdings in einem noch recht
unkonkreten Stadium.
Nach Einschätzung der Gesprächspartner ist noch sehr viel Überzeugungsarbeit
in den Verwaltungen und v.a. auch der Politik nötig, um ein offenes Kooperations-
klima zwischen den Kommunen des Landkreises sowie kreisgrenzenüberschrei-
tend zu schaffen. Die Initiativen der WFG, gerade auch im Hinblick auf die erhöh-
ten Fördermöglichkeiten für die Erschließung interkommunaler Gewerbegebiete,
werden hier sicherlich auch in näherer Zukunft eine Intensivierung der kooperati-
ven Tendenzen bewirken.

„Vorteile: Gemeinsame Die generelle Bereitschaft zur interkommunalen Zusammenarbeit schlägt sich
Finanzierung und Ver- aber bereits in den Vorschauflächen (Abschnitt 4) nieder, die vom NIW gemein-
marktung, bessere Chan-
cen für Förderung“ sam mit den Gemeindevertretern ausgewählt wurden. Von 14 potenziellen Ge-
werbeflächen sind 7 Standorte als interkommunale Gewerbegebiete prädestiniert
bzw. enthalten Ansätze interkommunaler Zusammenarbeit. Die Vorteile gemein-
samer Gewerbegebiete werden von den Städten und Gemeinden u.a. in der Zu-
sammenarbeit bei der Finanzierung (Erschließung) und Vermarktung der Flächen,
hinsichtlich der Möglichkeit einer Konzentration auf qualitativ absolut hochwertige
Gewerbegebiete (z.B. hohe Verkehrsgunst) sowie im Hinblick auf bessere Chan-
cen für die Infrastrukturförderung gesehen.

Wirtschaftsförderungsaktivitäten der Städte und Gemeinden

Personelle Zuständigkei- Wirtschaftsförderung wird in den Kommunen des Landkreises Wesermarsch ü-


ten für Wirtschaftsförde- berwiegend federführend von den Hauptverwaltungsbeamten wahrgenommen
rung in den Städten und
Gemeinden („Wirtschaftsförderung als Chefsache“) und hat damit einen entsprechend hohen
Stellenwert unter den kommunalen Aufgaben. Ergänzend hierzu sind je nach Ge-
meinde die Leiter des Fachbereichs bzw. Amtes für Bauen (Berne, Butjadingen,
Lemwerder und Ovelgönne) und der Kämmerei (Berne, Brake, Butjadingen, Els-
fleth, Nordenham, Ovelgönne) in die Wirtschaftsförderungsaktivitäten eingebun-
den. Die Stadt Nordenham besitzt ein eigenes Referat für Wirtschaftsförderung, in
dem neben dem Leiter noch eine Sachbearbeiterin und eine Schreibkraft für die
Wirtschaftsförderung zuständig sind. Einige Gemeinden stellen ebenfalls weiteres
Personal, vornehmlich Sachbearbeiter, für die Wirtschaftsförderung zur Verfügung
(Elsfleth, Lemwerder).

Unternehmenskontakte Schwerpunkte der Wirtschaftsförderungsaktivitäten sind die Entwicklung des Un-


als Schwerpunkt der Wirt- ternehmensbestandes und die Kontaktpflege zur lokalen Wirtschaft. Es herrscht
schaftsförderung
eine vornehmlich zurückhaltende, eher reaktive Wirtschaftsförderung vor, die in
der Regel erst dann tätig wird, wenn Unternehmen mit Anliegen an sie herantre-
ten. Einzelne Städte und Gemeinden (bspw. Nordenham, Lemwerder) bemühen
sich diesbezüglich um eine aktivere Strategie. Allgemein wünscht sich die Mehr-
17 Landkreis Wesermarsch

zahl der Gemeinden eine Intensivierung der Wirtschaftsförderungsaktivitäten,


aufgrund der allgemein problematischen kommunalen Finanzsituation sind Ver-
besserungen auf diesem Gebiet jedoch schwierig.

Darüber hinausgehende Aufgaben der Wirtschaftsförderung wie z.B. die überregi- Weitere Aufgaben der
onale Ansiedlungswerbung, die Beratung von Existenzgründern, die Förderung Wirtschaftsförderung
des Technologietransfers oder Komponenten des Standort- und Stadtmarketings
werden lediglich von der Stadt Nordenham wahrgenommen, die über entspre-
chende personelle Ressourcen verfügt.

Bei spezialisiertem Beratungsbedarf - überwiegend handelt es sich hierbei um Bei spezialisiertem Bera-
Fördermittel- und Existenzgründungsberatung - werden die Unternehmen von den tungsbedarf Weiterleitung
an die WFG
Städten und Gemeinden in der Regel an die WFG weitervermittelt. Die Zusam-
menarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises wird durch-
weg als sehr positiv bezeichnet. Die WFG gilt unter den Gemeinden als zentraler
regionaler Ansprechpartner in weitergehenden Fragen der Wirtschaftsförderung.

Weitere verwaltungsexterne Akteure auf dem Feld der Wirtschaftsförderung vor Weitere Wirtschaftsförde-
Ort sind bisher nur in den Städten Brake und Nordenham aktiv. Der gerade ge- rungsakteure
gründeten „Marketing und Tourismus e.V.“ in Brake, in dem die Stadt neben Mit-
gliedern aus Gewerbe und Handel vertreten ist, verfolgt das Ziel einer positiven,
strategischen Entwicklung der Stadt Brake in gewerblicher und touristischer Hin-
sicht. Der „Nordenham Marketing & Touristik e.V. (NMT) ist ebenfalls für die Wirt-
schaftsförderung in weiterem Sinne zuständig. Aufgabenfelder sind Stadtmarke-
ting, Citymanagement sowie Einzelhandels- und Tourismusförderung.

Insgesamt haben die Gespräche gezeigt, dass sich die Gemeinden im Landkreis Personelle und finanzielle
Wesermarsch der Bedeutung der kommunalen Wirtschaftsförderung für die Ent- Ressourcen für Wirt-
schaftsförderung weiter
wicklung der Unternehmen vor Ort bewusst sind. Allerdings sind die personellen ausbaufähig
Ressourcen für Wirtschaftsförderungsaktivitäten eingeschränkt. Vorwiegend liegt
die Zuständigkeit für Wirtschaftsförderung bei den Hauptverwaltungsbeamten
sowie weiteren leitenden Mitarbeitern der Verwaltung, die allerdings auch eine
Vielzahl anderer kommunaler Aufgaben zu erledigen haben. Der Wunsch der
Städte und Gemeinden, in naher Zukunft zusätzliches Personal für diese Aufga-
ben zur Verfügung zu stellen, wird aufgrund der finanziellen Lage nur unter
Schwierigkeiten zu verwirklichen sein.
18 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

2.2.2 Strategische Positionen der Gemeindeentwicklung

Wohn-, Wirtschafts-, Ein- Ergänzend zur Bestandsaufnahme der Gewerbeflächenpolitik und der Wirt-
kaufs-, Freizeit- und Tou- schaftsförderungsaktivitäten wurden in den Gemeindegesprächen die allgemeinen
rismusfunktionen der
Gemeinden Ziele und Strategien der Gemeindeentwicklung diskutiert. Hierbei ging es vor al-
lem um die Position der jeweiligen Gemeinde im Spannungsfeld zwischen den
Funktionen als Wohn-, Wirtschafts-, Einkaufs- sowie Freizeit-, Erholungs- und
Tourismusstandort.

Tendenziell eher gemäßig- Im Vergleich der Kommunen zeigt sich im Falle der Bevölkerungsentwicklung ein
te Einwohnerentwicklung differenziertes Bild. Jade weist diesbezüglich eine überdurchschnittliche Entwick-
und Wohnbauaktivitäten
lung auf, im Gegensatz zu den Städten Brake und Nordenham, deren Bevölke-
rungsentwicklung im Zeitraum 1996 – 2001 rückläufig war. Jade profitiert sicher-
lich von der günstigen Autobahnanbindung nach Oldenburg und beabsichtigt
demgemäss, weitere Wohngebiete in Jaderberg auszuweisen. Die Wohnbauent-
wicklung wird von den übrigen Städten und Gemeinden der Wesermarsch zurzeit
bedarfsorientiert moderat geplant, um einer Überlastung kommunaler Infrastruktur
vorzubeugen und teilweise bereits vorhandene monofunktionale Ausrichtungen
(Auspendlerstandorte) nicht zu verstärken.

Tourismus ist für Butja- Eine Strategie als Tourismusstandort im klassischen Sinne verfolgt vornehmlich
dingen wichtigster Wirt- die Gemeinde Butjadingen. Der Grund hierfür liegt in den naturräumlichen Poten-
schaftsfaktor
zialen als Küstengemeinde. Pro Jahr werden in etwa 1 Mio. Übernachtungen ge-
zählt, die sich vornehmlich auf die Badeorte Burhave und Tossens konzentrieren.
Durch die Erweiterung des Angebots und den Ausbau der touristischen Infra-
struktur versucht die Gemeinde eine Verlängerung der Saison zu erreichen.

Weitere Tourismusstand- In der Gemeinde Jade befindet sich in der Ortschaft Sehestedt ein Strandbad mit
orte im Landkreis Weser- Campingplatz. Daneben bemühen sich auch die anderen Städte und Gemeinden
marsch
im Landkreis unterschiedlich stark um eine Verbesserung des touristischen Ange-
bots. Besonders die Städte Elsfleth, Nordenham und Brake sowie die Gemeinden
Berne, Lemwerder und Stadland (50.000 Übernachtungen pro Jahr) versuchen,
die Lage an der Weser touristisch (z.B. Segelsport, historische Schifffahrt) zu nut-
zen sowie ansprechende Angebote für Radtouristen anzubieten (Weserradweg,
Deutsche Sielroute). Auch die Binnengemeinde Ovelgönne lockt mit attraktiver
Landschaft und dem kulturhistorisch interessanten Ortskern vornehmlich Radtou-
risten an. Für Campingtouristen und Wohnmobilisten sind Stellplätze vorhanden
(z.B. in Lemwerder). Teilweise ist eine Aufwertung der Uferbereiche (Marina und
Promenade in Nordenham und Brake) geplant. Mit den Gemeinden der östlichen
Weserseite befinden sich kooperative Tourismusprojekte im Aufbau.

Potenziale für Freizeit und Die Übergänge zwischen Naherholung und Tourismus sind fließend. Für die nicht
Erholung unbeträchtlichen Einwohnerzahlen in den benachbarten Städten Bremen, Olden-
burg und Delmenhorst und die eigene Bevölkerung bieten die Städte und Ge-
meinden der Wesermarsch ein in stetigem Ausbau befindliches Angebot an Frei-
zeit- und Erholungsmöglichkeiten. Hier werden von den Gemeinden weitergehen-
de Entwicklungsmöglichkeiten gesehen, die auch in aktuellen Projekten zum Aus-
druck kommen (z.B. Ausbau des Freizeitbades Störtebecker in Nordenham).
19 Landkreis Wesermarsch

Die Auswertung der Einzelhandelszentralität aller Gemeinden im Landkreis We- Wichtigste Einkaufs-
sermarsch zeigt, dass die Städte Brake und Nordenham einen Zufluss an einzel- standorte im Landkreis:
Städte Brake und Nor-
handelsrelevanter Kaufkraft schwerpunktmäßig im Segment Lebensmittel / tägli- denham
cher Bedarf verzeichnen können. Generell besteht seitens der Einwohner im
Landkreis die Tendenz, Güter des längerfristigen Bedarfs (u.a. Textilien) in den
Oberzentren Oldenburg und Bremen sowie teilweise in den Städten Delmenhorst,
Bremerhaven und Varel zu kaufen, da Auswahl und Angebot vor Ort nicht als aus-
reichend bewertet werden. Demzufolge sind Nordenham und Brake bemüht, ihre
Attraktivität als Einzelhandelsstandort durch qualitätssteigernde Maßnahmen (z.B.
Schaffung gut erreichbarer Parkflächen) zu verbessern, um den Kaufkraftabfluss
bei Gütern des längerfristigen Bedarfs zu reduzieren.

Insgesamt wurde in den Gesprächen betont, dass die Kommunen im Landkreis Insgesamt ausgewogene
Wesermarsch eine ausgewogene Stadt- und Gemeindeentwicklung mit tenden- Stadt- Gemeindeentwick-
lung angestrebt
ziellem Schwerpunkt Wirtschaftsentwicklung anstreben. Eindeutige Schwerpunkte,
d.h. die Konzentration auf einzelne Funktionen sind, außer im Falle von Butjadin-
gen, nicht auszumachen.

2.2.3 Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Wesermarsch (WFG11)

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Wesermarsch (WFG) mit Rechtsform und Gesell-
Sitz in der Kreisstadt Brake wurde im Sommer 1998 in der Rechtsform der GmbH schafterstruktur
gegründet. Sie ist aus dem Amt für Wirtschaftsförderung beim Landkreis Weser-
marsch hervorgegangen. Hauptgesellschafter ist der Landkreis Wesermarsch, der
51 % der Gesellschaftsanteile hält. Weitere Gesellschafter sind die Städte und
Gemeinden des Kreises (Berne, Brake, Butjadingen, Elsfleth, Jade (seit 2000),
Lemwerder, Nordenham, Ovelgönne und Stadland), drei Kreditinstitute 12 sowie
die EWE AG und die Wohnungsbaugesellschaft Wesermarsch.

Die WFG beschäftigt derzeit 11 Mitarbeiter auf sieben Vollzeit- und vier Teilzeit- Personelle und finanzielle
stellen (z.T. mit befristeten Verträgen). Als Haushaltsbudget stellt der Landkreis Ressourcen
ca. 500.000 € pro Jahr zur Verfügung, wovon 2/3 für Personalkosten aufgewendet
werden.

Hauptziel der WFG ist laut Gesellschaftsvertrag, die „wirtschaftliche Entwicklung Hauptziele der WFG
im Landkreis Wesermarsch voranzutreiben und zu begleiten“, um die regionale
Wirtschaftsstruktur zu verbessern. In diesem Zusammenhang hat die Sicherung
der bestehenden und die Schaffung neuer Arbeitsplätze eine hohe Priorität. Mit
Hilfe der kooperativen Beteiligung regionaler Akteure versucht die WFG ein wirt-
schaftsfreundliches Klima zu schaffen, das endogene Potenzial zu stärken sowie
Image und Identität des Landreises Wesermarsch zu schärfen und zu verbessern;
diesbezüglich werden auch EU-Projekte initiiert und koordiniert. Die WFG versteht
sich als Dienstleistungsanbieter und Ansprechpartner für die Unternehmen und
Kommunen bei wirtschaftsrelevanten Fragestellungen und Problemen. Sie fungiert
als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Politik. Zur Erreichung die-

11 im Folgenden mit WFG abgekürzt, die Angaben der WFG stammen aus dem Geschäftsbericht
2001 und einem Gespräch mit Herrn Wilke
12 Bremer Landesbank Oldenburg, Raiffeisenbank Varel-Nordenham eG, Landessparkasse zu
Oldenburg)
20 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

ser Oberziele nimmt die WFG vielfältige Aufgaben der kommunalen Wirtschafts-
förderung und des Regionalmarketings wahr.

Aufgabenschwerpunkte Die Arbeitsfelder der WFG sind in Anbetracht der verfolgten Ziele ausgesprochen
weit gefächert (Wirtschaftsförderung, Europa, Regionalmarketing / ländlicher
Raum sowie Tourismus). Im Bereich der klassischen Wirtschaftsförderung sind
neben der Förderung von Existenzgründern vor allem die Unterstützung investiti-
onswilliger Unternehmen (z.B. Fördermittelberatung) und die Bestandsentwicklung
von entscheidender Bedeutung; in diesem Zusammenhang sind auch die Aktivi-
täten zur Innovations- und Technologietransferförderung zu sehen.

Aufgaben im Einzelnen Das Leistungsangebot der WFG umfasst:

- Existenzgründungsberatung,

- Fördermittelberatungen bei Unternehmensgründungen oder –erweiterungen,


Schwerpunkt GA-Förderung - diesbezüglich auch Antragsannahme und Wei-
terleitung an die Bezirksregierung Weser-Ems,

- Beratung über Inanspruchnahme öffentlicher Finanzierungshilfen,

- Vermittlung von Kontakten zu Behörden (Arbeitsämter), Kammern (Hand-


werkskammer, IHK) und Institutionen (Kreditinstitute der Wesermarsch),

- Förderung des Technologietransfers, z.B. durch kooperative, kreisübergreifen-


de Finanzierung eines Technologietransfer- und Innovationsberaters für KMU
am Regio Institut Oldenburg,

- Aufnahme von Firmen und Gewerbeflächen in ein qualifiziertes Wirtschaftsin-


formationssystem (RegIS-Online / GewIS, demnächst nur noch KomSIS), das
im Internet zugänglich ist. Dies geschieht im Verbund mit Kreisen und Kommu-
nen Nordwest-Niedersachsens und in Kooperation mit dem Regio Institut in
Oldenburg,

- Tourismusförderung, Schwerpunkt maritimer Tourismus und Radtourismus,


durch die 1989 gegründete Tourismusgemeinschaft Wesermarsch (TGW), die
organisatorisch eng mit der WFG verknüpft ist; Koordination des Arbeitskreises
Traditionsschifffahrt,

- EU-Förderung in Verbindung mit Unternehmensberatung,

- Kooperation mit der BEA (Beratung-Entwicklung-Arbeit GmbH) im Rahmen des


2001 gegründeten „Europa-Büros“, dessen zwei Mitarbeiter vor allem Projekte
an der Schnittstelle von Beschäftigungs- und Wirtschaftsförderung initiieren
und organisieren,

- Initiierung und Koordinierung verschiedener EU-Aktivitäten (Projekte im Be-


reich der Gemeinschaftsinitiativen) 13,

- Herausgabe und regelmäßige Versendung eines Wirtschaftsbriefes an ansäs-


sige Unternehmen und „Multiplikatoren“,

- Mitarbeit in regionalen, nationalen und internationalen Netzwerken (Struktur-


konferenz Oldenburg, RAG, BMWA , North Sea Commission).

13 vgl. WFG (Hrsg.): Wesermarsch-Aktions-Programm (WAP) 2000, S. 6


21 Landkreis Wesermarsch

Folgende Maßnahmen werden von der WFG umgesetzt: Marketingmaßnahmen

- Veröffentlichung eines jeden zweiten Monat erscheinenden Wirtschaftsblattes,

- Bereitstellung einer Website,


- Erstellung und Verteilung eines Gastgeberverzeichnisses (auch im Internet),

- Erstellung und Verteilung von Informationsbroschüren (Bsp. Imagebroschüre),

- Mitarbeit an verschiedenen Büchern (z.B. „Im Land der Moore“),


- Präsenz der WFG auf Gewerbeschauen und Regionalmessen,

- Präsenz auf verschiedenen überregionalen Messen und Gründungstagen


(2001 beispielsweise auf der Gründermesse „NEXT“ in Oldenburg, der CeMAT
in Hannover oder der „Grünen Woche“ in Berlin),

- aktive Pressearbeit,

- gelegentliche Anzeigen in Printmedien (geringe Resonanz).

Im Jahr 2001 wurden durch die WFG an die 180 Unternehmenskontakte und An- Stetige Dienstleistungen
fragen gezählt:

- ca. 110 Existenzgründungsberatungen, davon ca. die Hälfte im Rahmen der


Aktion „Existenzgründungsberatung vor Ort“. In ca. 78 % dieser Beratungen
ging es um den Bereich Dienstleistungen/Handel; außerdem wurden 44 Infor-
mationspakete zur Existenzgründung versandt,

- 19 Innovations- und Technologieberatungen in Kooperation mit dem Regio


Institut Oldenburg. Zwei dieser Kontakte werden vermutlich zu weitergehenden
Projekten führen,

- ca. 50 Investitionsberatungen im Bereich GA / Ziel-2 / PROLAND.

Verschiedene zeitlich begrenzte Aktivitäten, die teilweise auch eine besondere Aktionen / Konzepte
Relevanz für die Gewerbeflächenentwicklung besitzen, sind im Folgenden aufge-
führt:

- Die WFG führt seit September 2000 die Aktion „Existenzgründungsberatung


vor Ort“ durch. Einmal monatlich finden hierzu Beratungen in den Rathäusern
der Städte und Gemeinden im Kreis statt. Diese Aktion wurde bisher sehr gut
angenommen,

- Im Mai 2000 erfolgte die Fertigstellung einer „Grundlage für ein Regionales
Entwicklungskonzept (REK)“ durch die WFG,

- Ein Konzept zur Positionierung der TOP Gewerbestandorte in der Weser-


marsch wurde 2001 im Auftrag des Oberkreisdirektors erstellt,

- Mit dem Ziel, die Beratungstätigkeit der WFG zu evaluieren, wurde 2001 ein
Fragebogen an bereits beratene Existenzgründungswillige versandt,

- Das Projekt „Chancen der Biomilch aus der Wesermarsch“ mit dem Ziel des
Erhalts einer nachhaltigen ökologischen Landbewirtschaftung wurde durchge-
führt,
22 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

- www.Bauernfrische.de: Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte im


Internet, Marktplatz soll im August 2002 eröffnen; Zusammenarbeit der Kreise
Ammerland, Oldenburg, Wesermarsch und der Stadt Oldenburg,

- Im Oktober 2001 erstmals Beteiligung am „Tag der Regionen“ in Form eines


landwirtschaftlichen Informationsevents in der Braker Innenstadt,

- Durch die WFG wurde ein länder-, kreis-, und gemeindeübergreifendes Tou-
rismuskonzept „maritimer Tourismus“ (Traditionsschifffahrt) entwickelt,

- Erstellung eines Gewerbeflächenentwicklungskonzepts für den Landkreis We-


sermarsch durch das NIW im Jahr 2002/2003.

Investitionsvolumen der Zum Jahresende 2001 waren kommunale GA-Förderanträge mit einem Investiti-
GA - geförderten Aktivitä- onsvolumen von 23 Mio. DM in Bearbeitung. Das Investitionsvolumen von Aktivi-
ten
täten der gewerblichen Wirtschaft, für die eine Förderung beantragt wurde, betrug
258 Mio. DM. Ziel dieser Fördermaßnahmen ist unter anderem die Schaffung von
mind. 582 Dauerarbeitsplätzen. Die Verschärfung der Förderkriterien und Vermin-
derung der Förderhöchstsätze durch das Niedersächsische Wirtschaftsministeri-
um wird im Jahr 2002 und den folgenden Jahren zu einer erschwerten und redu-
zierten Förderung führen.

EU - Förderung Bis auf wenige Bereiche im Stadtgebiet Nordenham und Brake ist die Weser-
marsch seit dem 01.01.2000 Ziel-2 Fördergebiet der EU. Mittel fließen allerdings
erst seit März 2001. Im Geschäftsjahr 2001 wurden neben unternehmensorien-
tierten GA-Anträgen vor allem fünf kommunale Investitionsvorhaben gefördert:

- Das interkommunale Gewerbegebiet „am Wesertunnel“ (50% Förderung bei


den Erschließungskosten),
- Drei touristische Infrastrukturprojekte im Rahmen des Konzeptes zum „mariti-
men Tourismus“ wurden ebenfalls durch die EU zu 50% mitfinanziert, dabei
handelt es sich um die Renovierung einer Strandhalle in Tossens, die Erweite-
rung einer Spielscheune in Burhave sowie das Info-Haus am Elsflether Hafen,
- Die Stadt Elsfleth erhielt für das Info-Haus am Elsflether Hafen ca. 108.000 €
EU-Fördermittel,
- Für die Errichtung einer Pontonanlage an der Braker Kaje wurden EU-Mittel
von 189.000 € bereitgestellt,
- Das INTERREG IIc Projekt „A string of pearls along the North Sea“ wurde als
Gemeinschaftsinitiative auf internationaler Ebene entscheidungs- und antrags-
reif vorbereitet. Die WFG ist zusammen mit dem LK für die Projektleitung in
Deutschland zuständig,
- Im Jahr 2000 sind 6,6 Mio. DM an EU-Fördermitteln in die Wesermarsch ge-
flossen, größtenteils für den Ausbau landwirtschaftlicher Wege (4,8 Mio. DM,
Pro-Land-Programm). 650.000 DM wurden für die Erschließung von GE-
Gebieten bereitgestellt, 190.000 DM für das Wiesenvogelschutzprogramm
Stollhammer Wisch; 450.000 DM für das Projekt String-of-Pearls sowie
545.000 DM für die Beschäftigungsförderung,
- Im Jahre 2001 wurden Ziel-2-Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von
300 Mio. DM gestellt. Allerdings ist die notwendige Gegenfinanzierung durch
das Land Niedersachsen zurzeit nicht gesichert (Verpflichtungsermächtigung
bis 2004), so dass eine Freigabe der EU-Gelder behindert wird.
23 Landkreis Wesermarsch

Seitens der WFG wird grundsätzlich die Tendenz festgestellt, dass die Qualität der Zielgruppe Unternehmen
Existenzgründungen sinkt, weil die meisten Gründungsvorhaben zunehmend aus und Existenzgründer
Notlagen heraus (Arbeitslosigkeit) erfolgen und demgemäss kaum vorbereitet
sind. In diesem Zusammenhang ist das fehlende Eigenkapital dieser Gründer ein
weiteres Problem. Um die Beratungstätigkeit der WFG besser bewerten zu kön-
nen, wurden im Jahr 2001 Fragebögen an Existenzgründungswillige versandt, die
bereits eine Beratung in Anspruch genommen hatten. Der Rücklauf erwies sich als
eher dürftig. Tendenziell lässt sich aus den Angaben jedoch ableiten, dass die
Beratungen und das Informationsmaterial der WFG den Gründungswilligen wei-
terhelfe, weil nur ein Drittel der Beratenen auf zusätzliche Beratungsmöglichkeiten
(Kammern etc.), auf die durch die WFG verwiesen wird, zurückgegriffen habe.
Weiterhin wurde ermittelt, dass vor allem die Finanzierung für die Mehrheit der
Existenzgründer problematisch ist. Insgesamt ist es nur bei der Hälfte der zurück-
gesandten Fragebögen zu einer Existenzgründung gekommen.

Die seitens der WFG für die neun Städte und Gemeinden erbrachten Dienstleis- Zielgruppe Städte und
tungen werden von den Kommunen als sehr positiv bewertet, besonders im Be- Gemeinden
reich der Fördermittelbeantragung, der Koordination und Kontaktvermittlung, aber
auch was touristische Fragestellungen anbelangt. Beispielsweise hat die WFG im
Rahmen der regionalen Innovationsstrategie (RIS) den Antrag zur Errichtung ei-
nes Maritimen Kompetenzzentrums (MARIKO.RIS) am Standort Elsfleth wesent-
lich begleitet sowie die Ziel-2 Fördergebietsanerkennung vorbereitet und zu einem
erfolgreichen Abschluss gebracht.

Verglichen mit anderen Regionen in Niedersachsen sind die Wirtschaftsförde- Wirtschaftsförderung auf
rungsaktivitäten auf Landkreisebene von den unternommenen Anstrengungen und Landkreisebene über-
durchschnittlich
Ergebnissen her als überdurchschnittlich einzustufen. Allerdings sind die zur Ver-
fügung stehenden Ressourcen in finanzieller und personeller Hinsicht für die zu
erledigenden Aufgaben etwas knapp bemessen. Da eine Intensivierung der Ver-
marktungsaktivitäten in Anbetracht der vorhandenen Defizite in der Wirtschafts-
struktur der Wesermarsch anzuraten ist, sollte in naher Zukunft eine Verbesse-
rung der personellen und finanziellen Ausstattung der WFG in Erwägung gezogen
werden.
24 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

3. Gewerbeflächenangebot und –nachfrage im Landkreis


Wesermarsch

Erhebung von Gewerbe- Die Erhebung des Gewerbeflächenangebots im Landkreis Wesermarsch wurde
flächenangebot und – mit Hilfe einer schriftlichen Befragung bei allen Gemeinden durchgeführt. Zusätz-
nachfrage im Landkreis
Wesermarsch lich wurden die Gewerbeflächenstandorte mit noch verfügbaren Flächen und die
Planungsvorhaben im Rahmen der Gemeindegespräche ausführlich erörtert. Er-
gänzende Informationen sind der im Internet verfügbaren Gewerbeflächendaten-
bank GewIS entnommen worden.

Untersuchung des Ge- Die Untersuchung des Gewerbeflächenangebots im Landkreis Wesermarsch er-
werbeflächenangebots im folgt auf drei Ebenen:
Landkreis Wesermarsch
auf drei Ebenen - Gesamtschau aller im Landkreis verfügbaren (Abschnitt 3.1) und geplanten
(Abschnitt 3.2) Gewerbeflächen sowie die Analyse nach Flächeneigenschaften
wie Nutzungsart, Eigentum, Verfügbarkeit und Entfernung zu den Autobahnen
und Bundesstraßen.

- Beschreibung und Bewertung der einzelnen Gewerbeflächenstandorte mit


verfügbaren Flächen (Übersicht 3-1) sowie der einzelnen Planungsvorhaben
(Übersicht 3-2).

- Ausführliche Auswertung der Gemeindeangaben zu den Gewerbeflächenum-


sätzen und den angesiedelten Betrieben (Abschnitt 3.3).

Überregional, regional Die Bewertung der Gewerbeflächen (Übersichten 3-1 und 3-2) erfordert die Einbe-
und lokal bedeutsame ziehung vielfältiger Kriterien, da sich die Flächen hinsichtlich ihrer Standortqualität
Gewerbeflächen
und der Eignung für unternehmerische Zielgruppen erheblich unterscheiden. Nach
der NIW-Klassifikation für Gewerbegebiete werden demzufolge grundsätzlich drei
Kategorien von Gewerbeflächenstandorten gebildet:
- Überregional bedeutsame Flächen (Ü), d.h. absolut hochwertige Flächen
(ohne nennenswerte Nutzungseinschränkungen), die sich in besonderer Weise
auch für die überregionale Akquisition eignen,
- Regional bedeutsame Flächen (R), d.h. Flächen mit gewissen qualitativen
Nutzungseinschränkungen und damit Einschränkungen der überregionalen
Akquisition, schwerpunktmäßig für die regionale Um- und Ansiedlung von Be-
trieben,
- Lokale Flächen (L), d.h. Flächen mit deutlichen Einschränkungen der überre-
gionalen und regionalen Akquisition, für die Umsiedlung und Erweiterung von
lokal gebundenen Betrieben.

- Wegen des differenzierten Angebots werden neben den Kategorien „Ü“, „R“
und „L“ auch die Misch- oder Zwischenformen „Ü/R“ bzw. „R/L“ zugewiesen.

Kriterien für die Bewer- Zur Bewertung und Einordnung der Gewerbeflächen werden im Wesentlichen die
tung von Gewerbegebie- folgenden Kriterien herangezogen:
ten
- Verkehrsanbindung,

- Bedeutung des Wirtschaftsstandortes,


- Verfügbarkeit der Fläche (kein Kriterium für geplante Gewerbegebiete),
25 Landkreis Wesermarsch

- Größe der Gewerbefläche,

- planerische Ausweisung,
- angesiedelte Betriebe (kein Kriterium für geplante Gewerbegebiete).

Kriterien Ausprägungen der Kriterien Konsequenzen für die Bewertung


Bedeutung des - große, dominierende Wirtschaftstandorte: " Ü müssen in unmittelbarer Nähe zu einem
Wirtschafts- angrenzende Städte Bremen und Olden- der dominierenden Wirtschaftsstandorte
standortes 14 burg sowie mit Einschränkungen Bremer- liegen.
haven und Delmenhorst, " R müssen entweder in oder unmittelbar
- mittelgroßer Wirtschaftsstandort im Land- an einem mittelgroßen Wirtschaftsstandort
kreis: > 5.000 Beschäftigte, liegen.
- kleiner Standort im Landkreis: 1.500 bis
5.000 Beschäftigte,
- sehr kleiner Standort im Landkreis: < 1.500
Beschäftigte.
Verkehrs- - Nähe zur Autobahn, zu einer bedeutenden " Ü, Ü/R und R sollten möglichst direkt an
anbindung Bundesstraße oder sonstigen wichtigen einer wichtigen Verkehrsachse liegen; an-
Verbindungen, sonsten sollte der Weg dorthin keine nen-
- Zahl der Ortsdurchfahrten zur nächsten
nenswerten Ortsdurchfahrten enthalten
bedeutenden Verkehrsachse, und maximal wenige Kilometer lang sein.

- konfliktfreie Anbindung im Ort, " Standorte direkt an einer Autobahnan-


schlussstelle sind i.d.R. mindestens Ü/R.
- Nähe zu wichtigen Wasserstraßen (Unter-
weser), " Nur L dürfen in Wohnsiedlungsbereichen
liegen.
- ggf. Anbindung anderer Verkehrsträger
(Bahn, Binnenschiff, Flughafen). " Die Anbindung an andere Verkehrsträger
kann die Gewerbefläche aufwerten.
Verfügbarkeit - öffentliches oder privates Eigentum bzw. " Sofort verfügbare Flächen in öffentlichem
der Flächen Verkaufbereitschaft privater Eigentümer, Eigentum sind grundsätzlich höher zu be-
- sofort oder nicht sofort verfügbar (nur bei werten, da sie uneingeschränkt zur Verfü-
Gewerbegebieten mit verfügbaren Flä- gung stehen und zudem als Instrument
chen). der Wirtschaftsförderung eingesetzt wer-
den können.
Größe der - < 10 ha 15 Nettofläche: klein " Ü und Ü/R sollten mindestens mittelgroß
Gewerbefläche - 10 bis 25 ha Nettofläche: mittelgroß (besser: groß) sein.
" L sind i.d.R. klein, ggf. auch mittelgroß.
- > 25 ha Nettofläche: groß

Planerische - Industriegebiet (GI), Gewerbegebiet (GE) " GI-Ausweisung wertet ein Gewerbegebiet
Ausweisung oder andere (Sonderbaufläche SO, Misch- auf, da die Nutzungseinschränkungen für
gebiet MI) die ansässigen Betriebe geringer sind.

14 Zur Bewertung der Wirtschaftsstandorte im Landkreis Wesermarsch siehe Abschnitt 2.2.


15 einschließlich bereits belegter Grundstücke
26 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Kriterien Ausprägungen der Kriterien Konsequenzen für die Bewertung


Angesiedelte - Magnetbetriebe " Bei Ü, Ü/R und R sollten die angesiedel-
Betriebe - Wertigkeit des Branchenmixes ten Betriebe der Wertigkeit des Gewerbe-
gebietes entsprechen, d.h. es müssen
- Größe der Betriebe (Beschäftigtenzahl)
mindestens einige hochwertige Unter-
nehmen (ggf. Magnetbetriebe) und mög-
lichst wenige minderwertige Betriebe (z.B.
Schrotthändler, reine Lagerhallen) vor-
handen sein.
" Nur bei L und R/L darf der Branchenmix
lediglich aus kleinteiligen, relativ unbe-
deutenden Betrieben bestehen.

Weitere Bewertungskrite- Daneben spielen mögliche Nutzungskonflikte im Umfeld der Gewerbefläche, die
rien Wertigkeit der Gewerbegebietsgestaltung (nur bei verfügbaren Flächen) sowie die
städtebauliche Einbindung der Gewerbefläche eine Rolle. Für die Einschätzung
der Vorschauflächen ist zudem die Frage der regionalplanerischen und natur-
schutzrechtlichen Bewertung der Flächen teilweise von entscheidender Bedeu-
tung. Beispielsweise können Auflagen des Naturschutzes die Verwirklichung einer
ansonsten hochwertigen potenziellen Gewerbefläche verhindern oder die Kosten
für die Entwicklung der Flächen soweit in die Höhe treiben, dass kein marktgängi-
ger Verkaufspreis mehr zu erreichen ist. Ebenso verhält es sich mit eventuell vor-
handenen Altlasten, deren Sanierung zu einer Erhöhung des Verkaufspreises und
infolgedessen zu einer geringeren Attraktivität der Fläche für potenzielle Investo-
ren führt.

Bedeutung der Standort- Die oben gewählte Reihenfolge entspricht in etwa dem Gewicht der einzelnen
faktoren Faktoren, d.h. die Frage der Nähe zu einem der großen Wirtschaftsstandorte so-
wie die verkehrliche Anbindung sind von ganz besonderer Bedeutung für die Be-
wertung einer Gewerbefläche. Mängel bei einzelnen Faktoren können nur z.T.
durch andere Qualitäten ausgeglichen werden.
27 Landkreis Wesermarsch

3.1 Verfügbare Gewerbeflächen

Nach den Ergebnissen der Gewerbeflächenerhebung gibt es im Landkreis We- 174 ha verfügbare Gewer-
sermarsch insgesamt 21 Gewerbegebiete mit z.Zt. noch verfügbaren Gewerbeflä- beflächen, davon 90 ha
sofort verfügbar
chen 16. Diese Gewerbegebiete haben zusammengenommen eine Größe von
rund 301 ha, darunter sind rund 174 ha an noch verfügbaren Flächen. Hiervon
sind nach den Einschätzungen der Gemeinden 90 ha sofort und 84 ha nicht sofort
verfügbar 17. Das größte Angebot an verfügbaren Gewerbeflächen (über 20 ha)
haben die Standorte:

Gemeinde Verfügbare Flächen davon:


insgesamt (in ha) sofort verfügbar (in ha)

Nordenham 48,8 32,6


Elsfleth 34,3 8,4
Ovelgönne 32,6 4,2

Einen geringeren Umfang an verfügbaren Flächen (weniger als 20 ha) haben:

Gemeinde Verfügbare Flächen davon:


insgesamt (in ha) sofort verfügbar (in ha)

Brake 18,3 18,3


Stadland 18,3 11,4
Lemwerder 11,3 11,3
Jade 9,1 3,8

Verfügbare Gewerbeflächen mit einer Größe von unter 2 ha befinden sich in den
Gemeinden Berne und Butjadingen.

16 Stand: Februar 2003


17 Kriterien, welche die sofortige Verfügbarkeit für die Vermarktung im Rahmen der kommunalen
Wirtschaftsförderung einschränken können, sind z.B. fehlende Erschließung oder einge-
schränkte Verkaufsbereitschaft privater Eigentümer.
28 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Abb. 3.1-1: Sofort verfügbare Gewerbeflächen in den Standorten im Landkreis Weser-


marsch

Flächen in ha

50
nicht sofort verfügbar
45 sonstige Nutzungsarten
GE-Flächen
40 GI-Flächen

35

30

25

20

15

10

n
nd
ne

de
th

rne
e
am

er

ge
ak
fle

erd
dla
ön

Ja
nh

Be
Br

din
Els

elg

mw
Sta
rde

tja
Ov

Le
No

Bu
Quelle: Gewerbeflächenerhebung des NIW, Stand Februar 2003

135 ha Gewerbe- und Nach Nutzungsmöglichkeiten sind von den verfügbaren Flächen im Landkreis
20 ha Industriefläche Wesermarsch insgesamt 135 ha oder 77 % für gewerbliche Nutzung (GE), 20 ha
(11 %) als Industrieflächen (GI) und 20 ha (11 %) als sonstige Nutzungen (SO)
ausgewiesen (Abb. 3.1-1). Die GI-Flächen sind:

Gewerbegebiet Verfügbare davon sofort


GI-Fläche verfügbare
(in ha) GI-Fläche (in ha)

„Industriebrache ehem. Guano“, Nordenham 10,7 0,0


„Industriegebiet Süd“, Elsfleth 4,8 4,8
„Im Gewerbepark“, Rodenkirchen (Stadland) 4,3 0,0

Von diesen GI-Flächen sind allerdings nur 4,8 ha sofort verfügbar, die sich aus-
schließlich im „Industriegebiet Süd“ in Elsfleth befinden.

Anteil von Industrieflä- Der Anteil von GI-Flächen am gesamten Flächenangebot im Landkreis Weser-
chen (GI) an verfügbaren marsch ist folglich im Vergleich zu anderen Regionen Niedersachsens als unter-
Flächen insgesamt unter-
durchschnittlich durchschnittlich zu bezeichnen. Dieses gilt insbesondere bei Betrachtung der so
fort verfügbaren Flächen sowie der innerregionalen Verteilung der Industrieflä-
chen.
29 Landkreis Wesermarsch

Abb. 3.1-2: Eigentumsverhältnisse der sofort verfügbaren Gewerbeflächen in den Stand-


orten im Landkreis Wesermarsch

Flächen in ha
50

45
nicht sofort verfügbar
40 privates Eigentum
öffentliches Eigentum
35

30

25

20

15

10

0
ne

nd

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n
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ge
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Le
No

Quelle: Gewerbeflächenerhebung des NIW, Stand Februar 2003 Bu

Die größten derzeit sofort zur Vermarktung stehenden Flächen 18 im Landkreis Flächen zur sofortigen
Wesermarsch mit mindestens 2 ha verfügbarer Fläche (GE, GI und SO) sind: Vermarktung

Gewerbegebiet Sofort verfüg- davon in


bare Fläche öffentlichem
(in ha) Eigentum (ha)

„Gewerbepark Blexen“, Nordenham 20,8 20,8


"Ehem. Kasernengelände", Brake 14,419 14,4
„Wesertunnel“, Nordenham 10,2 10,2
„Hiddingen- Weserquerung“, Rodenkirchen 9,9 9,9
„Deichshausen“, Lemwerder 7,0 7,0
„Wesermarsch-Mitte“, Ovelgönne 5,2 5,2
„Industriegebiet-Süd“, Elsfleth 4,8 4,8
„Hammelwarden“, Brake 3,9 0,0

18 Sofort verfügbar sind solche Flächen, die ohne nennenswerte zeitliche Einschränkung ansied-
lungswilligen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden können.
19 Es handelt es sich um eine Fläche mit Sondernutzung (SO) beschränkt auf hafengebundenes
Gewerbe, Lagerhallen und Umschlagflächen.
30 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Gewerbegebiet Sofort verfüg- davon in


bare Fläche öffentlichem
(in ha) Eigentum (ha)

„Raiffeisenstraße“, Jade 3,8 3,8


„Bahnhof Altenesch“, Lemwerder 3,8 3,8

Weitere Gewerbegebiete mit sofort verfügbaren Flächen unter 2 ha existieren


darüber hinaus in Lemwerder, Elsfleth, Butjadingen, Stadland und Berne.

Verfügbarkeit von priva- Eine wichtige Voraussetzung für die Vermarktung von Gewerbeflächen sind die
ten Flächen für Zwecke Eigentumsverhältnisse. Da die Nutzungs- bzw. Preisvorstellungen privater Eigen-
der Wirtschaftsförderung
eingeschränkt tümer durchaus andere sein können, sind die Vermarktbarkeit und die Verfügbar-
keit von privaten Flächen für die Zwecke der kommunalen Wirtschaftsförderung
oftmals eingeschränkt bzw. unsicher. Städte und Gemeinden haben im Falle pri-
vater Flächen kaum Einfluss auf die Vergabe an spezifische Betriebe und können
den Flächenpreis nicht als strategisches Element der kommunalen Wirtschaftsför-
derung einsetzen.

66 % der verfügbaren Von den verfügbaren Gewerbeflächen insgesamt befinden sich im Landkreis We-
Gewerbeflächen in öffent- sermarsch 66 % (115 ha) in öffentlichem Eigentum; über ein Drittel (59 ha) befin-
lichem Eigentum
det sich in privater Hand (Abb. 3.1-2). Die sofort verfügbaren Gewerbeflächen sind
mit 90 % (81 ha) weitestgehend in öffentlicher Hand. Im Rahmen der Gemeinde-
gespräche hat sich ergeben, dass in einigen Städten und Gemeinden eine Ver-
marktung von Gewerbeflächen durch mangelnde Verkaufsbereitschaft von priva-
ten Grundstückseigentümern erschwert wird.

Hoher Anteil Flächen mit In qualitativer Hinsicht ist das Gewerbeflächenangebot im Landkreis - vor allem im
ungünstiger Lage zur Hinblick auf die Anbindung an den Fernverkehr sowie die benachbarten großen
Autobahn
Zentren - als tendenziell ungünstig zu bewerten. Diese Standortfaktoren werden
von vielen Unternehmen als die wichtigsten gewerbeflächenrelevanten Faktoren
bezeichnet. Lediglich in einem Fall (Jade) beträgt die Entfernung weniger als 5
km. 40 % (35 ha) der sofort verfügbaren Flächen liegen in einer Entfernung zwi-
schen 5 und 10 km zur nächsten Autobahnanschlussstelle. Der Anteil der Flächen
in relativ weiter Distanz, d.h. zwischen 10 und 15 km zur nächsten Autobahn be-
trägt 45 % (41 ha). In mehr als 15 km, teilweise über 20 km Entfernung von einem
Autobahnanschluss, sind immerhin noch 12 % (11 ha) der sofort verfügbaren Flä-
chen lokalisiert (Abb. 3.1-3 und Karte 4-1).

63 % (57 ha) der sofort Die B 212 stellt in ihrem parallelen Verlauf zur Weser die Verbindung zwischen
verfügbaren Gewerbeflä- den wichtigsten Wirtschaftsstandorten des Landkreises Wesermarsch her. Die
chen liegen direkt an ei-
ner Bundesstraße B 211 und die B 437 sind ebenfalls bedeutende Verkehrsachsen im Landkreis.
Demzufolge ist es im Sinne einer verkehrlichen Anbindung auch an das Fernstra-
ßennetz als positiv zu bewerten, dass 63 % (57 ha) der sofort zur Verfügung ste-
henden Gewerbeflächen direkt an einer dieser Bundesstraßen liegen, und weitere
28 % (26 ha) sich in einem Radius von bis zu 5 km dazu befinden (Abb. 3.1-4 und
Karte 4-1).

Vorteil Wasserstraße Un- Ein weiterer positiver und für die Wesermarsch durchaus entscheidender Stand-
terweser ortfaktor verkehrlicher Erschließung ist die Lage einiger Flächen direkt an der Un-
terweser, vor allem in Nordenham und Brake, so dass Branchen, die einen Zu-
31 Landkreis Wesermarsch

gang zum schiffbaren Fluss benötigen, geeignete Standorte finden können. Der
Standortfaktor Unterweser kann demzufolge für Unternehmen von überregionaler
Bedeutung sein.

Die Grundstückspreise für Gewerbeflächen im Landkreis Wesermarsch (je m², voll Grundstückspreise für
erschlossen) bewegen sich zwischen 9 und 18 € und sind damit etwas günstiger Gewerbeflächen im Land-
kreis Wesermarsch
als im regionalen Umfeld. Über 20 € kostet der m ² Gewerbefläche lediglich in den
Gewerbegebieten „Edenbüttel“, Lemwerder (20,50 €) und „Hammelwarden“, Brake
(25 €).

Abb. 3.1-3: Entfernung der sofort verfügbaren Gewerbeflächen zu den nächsten Auto-
bahnanschlussstellen

Flächen in ha

35 über 10 km
5 bis 10 km
unter 5 km
30

25

20

15

10

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No

Bu

Quelle: Gewerbeflächenerhebung des NIW, Stand Februar 2003


32 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Abb. 3.1-4: Entfernung der sofort verfügbaren Gewerbeflächen zu den nächsten Bundes-
straßen

Flächen in ha

5 bis 10 km
unter 5 km
30 unter 1 km

25

20

15

10

0
ne
nd

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Ja
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No

Bu

Quelle: Gewerbeflächenerhebung des NIW, Stand Februar 2003


33 Landkreis Wesermarsch

Übersicht 3-1: Bewertung der Gewerbegebiete mit verfügbaren Flächen

Stadt / Gewerbe- verfüg- davon Be- Beschreibung des Gewerbegebietes


Gemeinde gebiet bare sofort wer-
Fläche verfügb. tung

Berne Ranzen- 1,1 ha 0,0 R/L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –
büttel Lage direkt an der B 74, vergleichsweise kurze Entfernung
zu den bedeutenden Wirtschaftsstandorten Oldenburg und
Bremen – ausschließlich GE(E)-Flächen – 1,1 ha in priva-
tem Eigentum, allerdings nicht sofort verfügbar, da die
Verkaufsbereitschaft eingeschränkt ist – bislang 12 Betriebe
angesiedelt (breiter Branchenmix) – Magnetbetrieb mit
überregionaler Bedeutung vorhanden (Aljo) (vgl. auch
Vorschaufläche Nr.2)

Berne Campe 0,2 ha 0,2 ha L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –


Lage direkt an der B 212 – ausschließlich GE(E)-Flächen –
0,2 ha in öffentlichem Eigentum und sofort verfügbar –
Fläche ist zur Zeit komplett frei

Brake Hammel- 3,9 ha 3,9 ha L Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, zweitgrößter im Landkreis,


warden Mittelzentrum und Kreisstadt – kleines Gewerbegebiet –
Lage direkt an der B 212 – GE-Flächen – alle noch
verfügbaren Flächen in privatem Eigentum, sofortige
Verfügbarkeit ist gegeben – 5 Betriebe angesiedelt (vor
allem Handwerksbetriebe) – aus Sicht der Gemeinde
besonders geeignet für nichtstörendes Gewerbe und kleine
Handwerksbetriebe

Brake SO-Hafen 14,4 ha 14,4 ha R Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, zweitgrößter im Landkreis,


„ehemali- (Ü20) Mittelzentrum und Kreisstadt – mittelgroßes Gewerbegebiet
– etwas ungünstige Erschließung über die Boitwarder Str.
ges Ka- zur L 889 oder B 212 – relative Nähe zur A 27, Auffahrt
sernen- „Hagen“, allerdings über Weserfähre – Bahnlinie vorhanden
gelände“ – nur SO-Flächen, dadurch Einschränkung auf Lagerhallen,
Umschlagflächen und hafengebundenes Gewerbe – Moor-
boden ab 4 m kann eventuell zu baulichen Einschränkun-
gen bzw. Mehrkosten führen – Vorteil: alle verfügbaren
Flächen befinden sich in öffentlichem Eigentum - aus Sicht
der Gemeinde besonders geeignet für hafengebundenes
Gewerbe, insbesondere für die Errichtung eines Logisitk-
zentrums - (vgl. auch Vorschauflächen Nr. 3 u. 5)

Butjadingen Stollhamm 0,5 ha 0,5 ha L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –


ungünstige verkehrliche Lage (B 212: 7 km entfernt) – es
sind nur GE-Flächen vorhanden – alle verfügbaren Flächen
befinden sich in öffentlichem Eigentum – vergleichsweise
hoher Quadratmeterpreis - bislang 4 Betriebe angesiedelt
(Handwerksbetriebe) – aus Sicht der Gemeinde besonders
geeignet für Kleingewerbe

Elsfleth Industrie- 4,8 ha 4,8 ha R/L Kleiner Wirtschaftsstandort – großes Gewerbegebiet – gute
gebiet Anbindung an die B 212, vergleichsweise weit von Auto-
bahnanschlussstellen entfernt - Bahnstrecke vorhanden –
Süd Lage an der Hunte – reine GI-Flächen – verfügbare Flächen
befinden sich in öffentlichem Eigentum - bislang 4 Betriebe
angesiedelt – keine Konflikte mit Nachbarnutzungen, kein
Ausschlusskatalog

Ü: Überregional bedeutsame Flächen, R: Regional bedeutsame Flächen, L: Lokale Flächen (Erläuterungen hierzu siehe S. 24)

20 im Hinblick auf die Eignung für hafenaffines Gewerbe ggf. auch überregionale Bedeutung
34 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Stadt / Gewerbe- verfüg- davon Be- Beschreibung des Gewerbegebietes


Gemeinde gebiet bare sofort wer-
Fläche verfügb. tung

Elsfleth Oberrege 27 ha 1,1 ha R/L Kleiner Wirtschaftsstandort – großes Gewerbegebiet – gute


West Anbindung an die B 212, vergleichsweise weit von Auto-
bahnanschlussstellen entfernt - reine GE-Flächen – 26 ha
I+II+Alt der verfügbaren Flächen befinden sich in privatem Eigen-
tum und sind vorerst nicht verfügbar - lediglich 1,1 ha in
öffentlichem Eigentum sofort verfügbar - bislang 32 Betrie-
be angesiedelt – Lebensmittelhandlungen sind ausge-
schlossen – Gewerbegebiet vermittelt einen sehr unorgani-
sierten Eindruck – eigenwilliger Branchenmix - (vgl. auch
Vorschaufläche Nr. 6)

Elsfleth Am 0.9 ha 0,9 ha L Kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet – gute


Schöpf- Anbindung an die B 212, vergleichsweise weit von Auto-
bahnanschlussstellen entfernt - reine GE-Flächen – 0,9 ha
werk
in privatem Eigentum sofort verfügbar – angrenzend ist ein
Lienen / Betrieb vorhanden, der im Dezember 2002 geschlossen
Hunte wird (Kornbrennerei) – störende Emissionen sind nicht
zulässig

Elsfleth Kaser- 1,7 ha 1,7 ha L Kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet – gute


nenstraße Anbindung an die B 212, vergleichsweise weit von Auto-
bahnanschlussstellen entfernt – reine GE-Flächen – 1,7 ha
in privatem Eigentum sofort verfügbar – 5 Betriebe vorhan-
den, Kleingewerbe – Fläche vermittelt provisorischen Ein-
druck

Jade Raiffei- 9,1 ha 3,8 ha Ü/R Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –
senstraße sehr gute verkehrliche Lage, 2,5 km bis zur A 29 – aus-
schließlich GE-Flächen – 3,8 ha der verfügbaren Fläche
sofort verfügbar, 5,3 ha befinden sich in Privatbesitz und
sind vorerst nicht verfügbar – aus Sicht der Gemeinde
besonders für Produzierendes Gewerbe geeignet – 4 Be-
triebe werden sich zwischen Ende 2002 und Anfang 2003
ansiedeln

Lemwerder Edenbüt- 0,5 ha 0,5 ha R/L Kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –


tel relativ verkehrsgünstige Lage (9 km zur A 27 und 15 km zur
A 29, 3 km zur B 212) – relative Nähe zu Bremen-Nord –
ausschließlich GE-Flächen – alle noch verfügbaren Flächen
in öffentlichem Eigentum – Nutzungskonflikte werden nicht
vermutet – 18 Betriebe angesiedelt (Branchenmix, Handel,
Handwerk, Dienstleistungen) – aus Sicht der Gemeinde
besonders geeignet für Betriebe, die Ortsnähe benötigen -
(vgl. auch Vorschaufläche Nr. 9)

Lemwerder Bahnhof 3,8 ha 3,8 ha R/L Kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –


Altenesch relativ verkehrsgünstige Lage, etwas ungünstiger als Eden-
büttel (14 km zur A 27 und 18 km zur A 29, 5 km zur B 212)
– relative Nähe zum bedeutenden Wirtschaftsstandort
Bremen – ausschließlich GE-Flächen – alle noch verfügba-
ren Flächen in öffentlichem Eigentum – Nutzungskonflikte
werden nicht vermutet - 13 Betriebe angesiedelt (Bran-
chenmix) – Quadratmeterpreis günstiger als im Gewerbe-
gebiet Edenbüttel

Lemwerder Deichs- 7,0 ha 7,0 ha R/L Kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –


hausen (Ü21) relativ verkehrsgünstige Lage (9 km zur A 27 und 15 km zur
A 29, 3 km zur B 212) – Bahnanschluss und Flughafen
vorhanden – ausschließlich GE-Flächen – alle noch verfüg-
baren Flächen in öffentlichem Eigentum (NILEG/Gemeinde)
– Planungsstand: F-Plan und B-Plan rechtskräftig – Er-
schließung läuft – keine Nutzungskonflikte – Ausschluss
von Tankstellen, kulturellen Einrichtungen und Vergnü-
gungsstätten – aus Sicht der Gemeinde besonders geeig-
net für Zulieferer der Schiffbau- und Luftfahrtbetriebe

21 im Hinblick auf die Eignung für Betriebe des Luftfahrzeugbaus /-wartung ggf. auch überregionale Bedeutung
35 Landkreis Wesermarsch

Stadt / Gewerbe- verfüg- davon Be- Beschreibung des Gewerbegebietes


Gemeinde gebiet bare sofort wer-
Fläche verfügb. tung

Nordenham Weser- 10,2 ha 10,2 ha Ü/R Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, größter im Landkreis,


tunnel Mittelzentrum – mittelgroßes Gewerbegebiet – Lage direkt
an der B 212 und B 437-neu, gute Anbindung an die A 27
nach Fertigstellung des Wesertunnels – nur GE-Flächen
ausgewiesen – alle noch verfügbaren Flächen in öffentli-
chem Eigentum, sofortige Verfügbarkeit ist gegeben –
vergleichsweise günstiger Quadratmeterpreis – 3 Betriebe
angesiedelt (Handwerk und Logistik) – aus Sicht der Ge-
meinde besonders geeignet für Logistik, Betriebe mit Kun-
denverkehr, Handel, prod. Gewerbe, Handwerk – (vgl.
auch Vorschaufläche Nr. 11)

Nordenham Industrie- 10,7 ha 0 ha R Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, größter im Landkreis,


brache (Ü22) Mittelzentrum – mittelgroßes Gewerbegebiet – Entfernung
zur B 212 ca. 2,5 km – Gleisanschluss und Seehafenanlage
„ehem. vorhanden – etwas ungünstige Anbindung an die A 27 in
Guano“ Bremerhaven-Mitte über Weserfähre (10 km) – nur GI-
Flächen ausgewiesen – alle noch verfügbaren Flächen
befinden sich in privatem Besitz (Erweiterungsflächen) und
sind vorläufig nicht verfügbar – 4 Industriebetriebe (Mag-
netbetrieb Airbus Deutschland) bereits angesiedelt

Nordenham Gewerbe- 20,8 ha 20,8 ha R Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, größter im Landkreis,


park Ble- (Ü23) Mittelzentrum – großes Gewerbegebiet – direkte Lage an
der B 212 – kurze Entfernung zum Oberzentrum Bremerha-
xen ven – Gleisanschluss vor Ort, Seehafenanlage in 0,5 km –
etwas ungünstige Anbindung an die A 27 in Bremerhaven-
Mitte über Weserfähre (8 km) – GE und GI-Flächen ausge-
wiesen – Ausschluss großflächiger Einzelhandel – alle noch
verfügbaren Flächen befinden sich in öffentlichem Besitz –
12 Betriebe vorhanden (Branchenmix), aus Sicht der Ge-
meinde besonders geeignet für hafenaffines Gewerbe,
diesbezüglich auch überregionale Bedeutung

Nordenham Nordsee- 7,1 ha 1,6 ha R/L Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, größter im Landkreis,


Center Mittelzentrum – mittelgroßes Gewerbegebiet – nah an der
B 212 (0,2 km) – relativ kurze Entfernung zum Oberzent-
rum Bremerhaven – nur GE-Flächen ausgewiesen – alle
sofort verfügbaren Flächen (1,6 ha) befinden sich in Privat-
besitz, die längerfristig verfügbaren ebenfalls – 17 Betriebe
(Handel, Handwerk Dienstleistungen) bereits angesiedelt –
aus Sicht der Gemeinde für diesen Branchenmix besonders
geeignet

Ovelgönne Weser- 32,6 ha 4,2 ha R/L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – mittelgroßes Gewerbe-
marsch- gebiet – relative Nähe zum Wesertunnel und der A 27 – von
den 33 ha Flächen im Besitz der Kommune sind lediglich
Mitte 4,2 sofort verfügbar – Quadratmeterpreis relativ günstig –
soweit bekannt keine Nutzungskonflikte – 2 Handwerksbe-
triebe ansässig – aus Sicht der Gemeinde besonders für
Handel, Handwerk und Speditionen geeignet

Stadland Garten- 1,2 ha 1,2 ha L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –


straße vergleichsweise nah zum Wesertunnel und der A 27 –
sämtliche noch verfügbare Flächen befinden sich in priva-
tem Eigentum – soweit bekannt keine Nutzungskonflikte –
bislang 6 Betriebe angesiedelt

22 im Hinblick auf die Eignung für Betriebe des Luftfahrzeugbaus /-wartung ggf. auch überregionale Bedeutung
21 im Hinblick auf die Eignung für hafenaffines Gewerbe ggf. auch überregionale Bedeutung
36 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Stadt / Gewerbe- verfüg- davon Be- Beschreibung des Gewerbegebietes


Gemeinde gebiet bare sofort wer-
Fläche verfügb. tung

Stadland Hiddin- 9,9 ha 9,9 ha Ü/R Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet –
gen- kurze Entfernung zum Wesertunnel und der A 27 – sämtli-
che noch verfügbare Flächen sind öffentliches Eigentum,
Weser- allerdings nicht sofort verfügbar – soweit bekannt keine
querung Nutzungskonflikte – relativ günstiger Quadratmeterpreis –
Erschließung ist noch nicht abgeschlossen – aus Sicht der
Gemeinde geeignet für überregional tätige Spezialunter-
nehmen – (vgl. auch Vorschaufläche Nr. 13)

Stadland Im Ge- 7,2 ha 0,3 ha L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – mittelgroßes Gewerbe-


werbepark gebiet – vergleichsweise nah zum Wesertunnel – 1 km bis
zur B 212, 2 km zum Wesertunnel - keine direkte Anbin-
dung an eine Bundesstraße – GE und GI-Flächen sind
vorhanden - lediglich 0,3 ha GE-Flächen in öffentlichem
Besitz, 6,9 ha GI und GE-Flächen sind in Privatbesitz und
nicht sofort verfügbar – soweit bekannt keine Nutzungskon-
flikte – bislang 9 Betriebe angesiedelt
37 Landkreis Wesermarsch

3.2 Gewerbeflächenplanungen

Bei den Gewerbeflächenplanungen sind verschiedene Stadien der „Planungsreife“ Abgrenzung der aufge-
zu unterscheiden. Grundsätzlich sind nur solche Gewerbeflächenplanungen in die nommenen Gewerbeflä-
chenplanungen
Erhebung aufgenommen worden, für die mindestens eine Flächennutzungsplan-
änderung in Vorbereitung ist oder bereits ein Aufstellungsbeschluss existiert. Da-
mit sind zunächst Flächen ausgeblendet, die zwar als langfristige „Vorschauflä-
chen“ in Frage kommen könnten, deren Realisierung aber noch sehr unsicher ist.
Aber auch rechtswirksam in Flächennutzungsplänen dargestellte gewerbliche
Bauflächen sind dann nicht einbezogen worden, wenn die Gemeinden diese Pla-
nungen offensichtlich nicht mehr weiter verfolgen. Bei den im Folgenden betrach-
teten Planungsvorhaben liegen noch keine rechtskräftigen Bebauungspläne vor,
womit diese gegenüber den oben genannten Gewerbegebieten mit verfügbaren
Flächen abgegrenzt sind.

Nach der Gewerbeflächenerhebung gibt es derzeit im Landkreis Wesermarsch 6 Gewerbeflächenplanun-


6 Planungsvorhaben mit zusammen rund 56 ha Gewerbefläche (brutto). Abzüglich gen mit zusammen 42 ha
Nettofläche
Infrastruktur- und Ausgleichsflächen entspricht dies an die 42 ha Nettofläche
(Abb. 3.2-1). Die größten Gewerbegebietsplanungen ab 5 ha Nettofläche sind:

geplantes Gewerbegebiet Fläche


(netto)
„Tecklenburg“, Lemwerder 12,0 ha
„Ehem. MAN-GHH“, Nordenham 9,8 ha
„Brake Süd“, Brake24 9,0 ha
„Bei Felten & Guilleaume“, Nordenham 7,5 ha

Darüber hinaus existieren noch zwei weitere Planungsvorhaben unter 5 ha bei


Großenmeer (Ovelgönne) und in Berne. In Butjadingen, Elsfleth und Jade befin-
den sich keine Gewerbeflächen in der Planung.

24 Als Erweiterungsfläche eines bereits ansässigen Betriebes geplant, demzufolge nicht frei
verfügbar.
38 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Abb. 3.2-1: Gewerbeflächenplanungen in den Standorten im Landkreis Wesermarsch

Flächen in ha

20 noch offen
GE-Flächen
18 GI-Flächen

16

14

12

10

0
n

nd
ne

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No

Bu

Quelle: Gewerbeflächenerhebung des NIW, Stand Februar 2003

Planungsstand der Vor- Die Planungsstände der genannten Gewerbeflächenplanungen sind sehr unter-
haben sehr unterschied- schiedlich. Ein wirksamer Flächennutzungsplan mit entsprechender Darstellung
lich
als „Gewerbliche Baufläche“ liegt lediglich im Falle der Industriebrache "Ehem.
MAN-GHH", Nordenham vor.

Verfahren zur Flächennutzungsplanänderung laufen z.Zt. im Falle der folgenden


Projekte unter gleichzeitiger Aufstellung von Bebauungsplänen:

laufende Flächennutzungsplanänderungen

„Rennbahn“, Berne
„Tecklenburg“, Lemwerder
„Gildestraße“, Ovelgönne

Für das Planungsvorhaben „Bei Felten & Guilleaume“, Nordenham, gibt es den
Beschluss zur Aufstellung eines Flächennutzungs- und eines Bebauungsplanes.
Im Falle des Projekts „Brake Süd“ ist die Fertigstellung des Bebauungsplanes im
Frühjahr 2003 geplant.
39 Landkreis Wesermarsch

Für beinahe sämtliche geplanten Flächen stehen die beabsichtigten Nutzungsar- Geplante Nutzungsarten
ten bereits fest. Hiervon sind ca. 18 ha (44 %) für GE-Nutzung und über 22 ha
(54 %) für industrielle Nutzungen (GI-Flächen) vorgesehen. Lediglich bei 1 ha der
Flächen (2 % der Nettofläche) ist die Nutzungsart noch offen.

Von den in Planung befindlichen Flächen sind derzeit bereits 49 % (20 ha) in öf- Bereits 49 % der geplan-
fentlichem Eigentum. Die privaten Flächen (21 ha, 51 %) werden teilweise von ten Nettoflächen in öf-
fentlichem Eigentum
den Eigentümern zurückgehalten (12 ha, 29 %) oder befinden sich bereits im Be-
sitz von Firmen, die Erweiterungsmaßnahmen planen (9 ha, 22 %). Im Falle fol-
gender Gewerbeflächenplanungen befinden sich bereits Grundstücke in öffentli-
chem Eigentum:

geplante Gewerbeflächen in öffentlichem Eigentum

„Rennbahn“, Berne (teilweise)


„Tecklenburg, Lemwerder (Eigentümer NILEG/Gemeinde)
„Bei Felten & Guilleaume“, Nordenham

In der Gemeinde Stadland befindet sich an der Dedesdorfer Str. das Kernkraft- Fläche des KKU nach
werk Unterweser (KKU), dessen Stilllegung voraussichtlich im Jahre 2012 erfolgen Stilllegung als SO-Fläche
für Institutionen und Un-
wird. Die Gesamtgröße der KKU-Fläche beträgt ca. 50 ha. Nach Beendigung der ternehmen der Energie-
nuklearen Nutzung plant die Gemeinde, das Areal als SO-Fläche für Institutionen wirtschaft
und Unternehmen der Energiewirtschaft auszuweisen, die sich mit Forschung und
Entwicklung sowie mit nichtnuklearer Energieproduktion befassen. Aufgrund der
bereits vorhandenen Infrastruktur, eignet sich die Fläche besonders für Groß-
kraftwerke. Da es sich um eine reine SO-Fläche handelt, deren konkrete zukünfti-
ge Nutzung aufgrund der Eigentumsverhältnisse und der derzeitigen Nutzung
noch längerfristig offen ist, wird sie hier gesondert behandelt und erscheint nicht in
den graphischen Darstellungen.
40 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Übersicht 3-2: Bewertung der geplanten Gewerbegebiete

Stadt / Planungs- geplante Bewer- Beschreibung des Planungsvorhabens


Gemeinde vorhaben Fläche tung
(netto)

Berne Rennbahn 1,0 ha L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet – Lage


direkt an der B 74, vergleichsweise kurze Entfernung zu den bedeu-
tenden Wirtschaftsstandorten Oldenburg und Bremen – ausschließ-
lich GE(E)-Flächen geplant – 0,25 ha in privatem Eigentum – Pla-
nungsstand: F-Plan und B-Plan-Verfahren laufen – frühestens Sep.
2002 verfügbar – aus Sicht der Gemeinde besonders für einen
Verbrauchermarkt geeignet

Brake Brake-Süd 9,0 ha L Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, zweitgrößter im Landkreis, Mittel-


zentrum und Kreisstadt – kleines Gewerbegebiet – direkte Lage an
der B 212 – ausschließlich GI-Flächen – Erweiterungsfläche für vor-
handenen Betrieb – Planungsstand: B-Plan Aufstellungsbeschluss
wirksam – Verfügbarkeit 2003 oder 2004, nach Bedarf – eventuell
bauliche Einschränkungen, bzw. Mehrkosten durch Moorboden ab
4 m unter GOK - Eigentum: privat

Lemwerder Tecklen- 12 ha R/L Kleiner Wirtschaftsstandort – mittelgroßes Gewerbegebiet – relativ


burg (Ü25) verkehrsgünstige Lage (15 km zur A 27 und 18 km zur A 29, 6 km zur
B 212, 3 km zur B 212-neu), Bahnanschluss und Flughafen vorhan-
den – in unmittelbarer Nähe zur Weser gelegen – ausschließlich GE-
Flächen – alle noch verfügbaren Flächen in öffentlichem Eigentum
(NILEG/Gemeinde) – Planungsstand: Aufstellungsbeschluss B-Plan
– frühestens 2005 verfügbar – keine Nutzungskonflikte – bauliche
Höhenbeschränkung – aus Sicht der Gemeinde besonders geeignet
für Zulieferer der Schiffbau- und Luftfahrtbetriebe

Nordenham Industrie- 9,8 ha R Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, größter im Landkreis, Mittelzentrum


brache (Ü26) – kleines Gewerbegebiet – 0,1 km zur B 212 – kurze Entfernung zum
Oberzentrum Bremerhaven – Gleisanschluss vor Ort – Lage direkt an
„Ehem. der Weser (Schiffsanlegestelle) – etwas ungünstige Anbindung an die
MAN- A 27 in Bremerhaven-Mitte über Weserfähre (8 km) – nur GI-Flächen
GHH“ geplant – Fläche komplett in Privatbesitz, Eigentümer will keine Par-
zellierung der Fläche – Planungsstand: im F-Plan ausgewiesen –
Verfügbarkeit offen – aufgrund der Lage für hafenbezogenes Gewer-
be auch überregional interessant – weitere Optionen in der Überle-
gung: städtebauliche Nutzung „Ocean Park“, „Energiepark“ (Wind-
kraft/Biomasse-Heizkraftwerk)

Nordenham "Bei Fel- 7,5 ha R Mittelgroßer Wirtschaftsstandort, größter im Landkreis, Mittelzentrum


25 – kleines Gewerbegebiet – Entfernung zur B 212 - 2,5 km – Gleisan-
ten & (Ü )
schluss und Seehafenanlage vorhanden – etwas ungünstige Anbin-
Guilleau-
dung an die A 27 in Bremerhaven-Mitte über Weserfähre (10 km) –
me" GE und GI-Flächen ausgewiesen – verfügbare Flächen in öffentli-
chem Eigentum – Planungsstand: Aufstellungsbeschluss für F- und B-
Plan ergangen – Ausschlussnutzung Einzelhandel – aus Sicht der
Stadt vor allem für Zulieferer- und Servicebetriebe für die Industrie
geeignet

Ovelgönne Gildestra- 2,3 ha R/L Sehr kleiner Wirtschaftsstandort – kleines Gewerbegebiet – relative
ße Nähe zu Oldenburg / A 29 – Flächen befinden sich vollständig in
Privatbesitz – Planungsstand: F-Plan und B-Plan-Verfahren laufen –
Verfügbarkeit Ende 2002 – Quadratmeterpreis sehr günstig – soweit
bekannt keine Nutzungskonflikte – aus Sicht der Gemeinde beson-
ders für Handel und Handwerk geeignet – (vgl. auch Vorschauflä-
che Nr. 12)

Ü: Überregional bedeutsame Flächen, R: Regional bedeutsame Flächen, L: Lokale Flächen (Erläuterungen hierzu siehe S. 24)

25 im Hinblick auf die Eignung für Betriebe des Luftfahrzeugbaus /-wartung ggf. auch überregionale Bedeutung
26/25 im Hinblick auf die Eignung für hafenaffines Gewerbe ggf. auch überregionale Bedeutung
41 Landkreis Wesermarsch

3.3 Gewerbeflächennachfrage

Umsatz von Gewerbeflächen in der Vergangenheit

Von 1992 bis 2001 wurden im Landkreis Wesermarsch fast 57 ha Gewerbeflächen 57 ha Gewerbeflächen-
umgesetzt; dies entspricht einem Jahresdurchschnitt von fast 6 ha. Hierbei umsatz zwischen 1992
und 2001
schwankte der Umsatz zwischen 1,9 ha im Jahre 1993 und knapp 22,5 ha im Jahr
2000 (Abb. 3.3-1). Tendenziell ist im Landkreis Wesermarsch seit Beginn der 90er
Jahre - wie auch in anderen Regionen Niedersachsens - ein Anstieg der Flächen-
nachfrage zu verzeichnen. Der aktuell bundesweit zu beobachtende, konjunkturell
bedingte Einbruch des Gewerbeflächenumsatzes ist im Rahmen der Gewerbeflä-
chenbefragung noch nicht erfasst worden.

Alleine an den zwei umsatzstärksten Standorten des Landkreises, den Städten Schwerpunkte der Flä-
Nordenham (17 ha) und Brake (14 ha), wurden zusammen über die Hälfte aller chennachfrage: Städte
Brake und Nordenham
Gewerbeflächen im Landkreis Wesermarsch verkauft. Im Gegensatz dazu sind in
den Gemeinden Butjadingen (0,5 ha) und Ovelgönne (0,4 ha) nur sehr geringe
Flächenumsätze in den letzten zwei Jahren zu verzeichnen. Zwischen 1992 und
1999 erfolgten in diesen Gemeinden keine Ansiedlungen.

Insgesamt konzentrierten sich die Flächenumsätze stark auf ausgewählte Gewer- Fünf umsatzstärkste Ge-
begebiete. 32 ha, d.h. 57 % der Grundstücksverkäufe wurden alleine in den fünf werbeflächenstandorte:
57 % des Umsatzes
umsatzstärksten Gewerbeflächenstandorten im Landkreis Wesermarsch realisiert.
Im Einzelnen waren dies:

Gewerbegebiet Flächenumsatz
1992 bis 2001

„Weserstraße“, Brake 9,3 ha


„Ehem. Guano“, Nordenham 7,6 ha
„Edenbüttel“, Lemwerder 6,7 ha
„Nordsee-Center“, Nordenham 4,6 ha
„Oberrege West“, Elsfleth 4,2 ha
42 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Abb. 3.3-1: Entwicklung des Gewerbeflächenumsatzes im Landkreis Wesermarsch

20 Fläche in ha

15

10

0
1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001

Quelle: Gewerbeflächenerhebung des NIW, Stand Februar 2003

Abb. 3.3-2: Gewerbeflächenumsatz der Standorte im Landkreis Wesermarsch 1992-2001

20 Fläche in ha

15

10

0
de

e
e

th

ne
am

nd

en
de

rn
ak

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Ja

ön
la

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or

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O
Bu
N

Quelle: Gewerbeflächenerhebung des NIW, Stand Februar 2003

Flächenumsatz und -angebot im Vergleich

Eine vereinfachte Gegenüberstellung von Flächenumsatz und -angebot zeigt,


dass im Landkreis Wesermarsch insgesamt ein reichlicher Umfang an z.Zt. sofort
verfügbarer Flächen vorhanden ist. Hinzu kommt eine beträchtliche Zahl nicht
sofort verfügbarer Flächen, bei denen größtenteils mit einer Verfügbarkeit in den
nächsten Jahren gerechnet werden kann.
43 Landkreis Wesermarsch

Dieser zunächst pauschale Vergleich von Gewerbeflächenangebot und -nachfrage Standortbezogen teilwei-
darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass an Standorten mit derzeit geringem se Engpässe möglich
oder auf spezielle Betriebe zugeschnittenem Flächenangebot - insbesondere in
den Gemeinden Berne und Lemwerder - in naher Zukunft Engpässe auftreten
können. In der Gemeinde Lemwerder befinden sich bereits weitere Flächen in
Planung, die 2005 zur Verfügung stehen sollen. Der Umfang geplanter Flächen in
der Gemeinde Berne ist nur sehr gering.

Im Vergleich mit anderen Regionen Niedersachsens weist der Landkreis Weser- Insgesamt quantitativ
marsch - bei einem in etwa durchschnittlichen Flächenumsatz - ein insgesamt überdurchschnittliches
Gewerbeflächenangebot
quantitativ überdurchschnittliches Gewerbeflächenangebot auf. Die Entwicklung
und Vermarktung weiterer Gewerbeflächen muss demzufolge auf Grundlage von
regional angepassten, bedarfsorientierten und qualitativen Schwerpunktsetzungen
erfolgen.

Ansiedlung von Betrieben in Gewerbegebieten

Die im Rahmen der Gemeindebefragung durchgeführte Erhebung der Belegung In der Vergangenheit an-
von Gewerbeflächen mit Betrieben gibt Auskunft über die in der Vergangenheit gesiedelte Zielgruppen
angesiedelten Zielgruppen. Einbezogen wurden solche Unternehmen, die ihren
Betrieb von 1992 bis 2001 in Gewerbegebieten eröffnet oder erweitert haben 27.
Bei den Ansiedlungen von außerhalb der Gemeinde wurde zwischen Ansiedlun-
gen aus anderen Standorten des Landkreises (regionale Ansiedlungen) und Be-
triebsansiedlungen von außerhalb des Landkreises (überregionale Ansiedlungen)
unterschieden.

Die Qualität der erhobenen Daten ist nicht in allen Gemeinden gleich. Vor allem Qualität der Unterneh-
Beschäftigtenzahl und Herkunft der Betriebe, teilweise auch das Ansiedlungsjahr, mensdaten sehr unter-
schiedlich
waren in einigen Fällen nicht zu ermitteln. Insofern können die folgenden Ausfüh-
rungen nur als Anhaltspunkte für die Struktur der angesiedelten Betriebe dienen.
Insgesamt konnten 129 Betriebe in die Analyse einbezogen werden, wobei den
einzelnen Auswertungen - je nach Informationslage - kleinere Bezugszahlen
zugrunde liegen.

Die Auswertung der betrieblichen Nachfrage macht deutlich, dass die Bereitstel- Gewerbeflächennachfrage
lung von Gewerbeflächen überwiegend der Sicherung des Bestandes und der überwiegend für Be-
standsentwicklung
Entwicklung der ortsansässigen bzw. im Landkreis Wesermarsch beheimateten
Betriebe dient. Von den insgesamt 108 Betrieben, deren Herkunft bekannt ist,
betreffen 94 % der Grundstücksverkäufe innergemeindliche (90 %) bzw. innerre-
gionale (4 %) Erweiterungen, Verlagerungen und Neugründungen.

27 Dieses betrifft sowohl Betriebe in Gewerbegebieten mit noch verfügbaren Flächen als auch
solche, die sich in mittlerweile vollständig belegten Gewerbegebieten angesiedelt haben.
44 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Übersicht 3-3: Herkunft der betrieblichen Gewerbeflächennachfrage im Landkreis Weser-


marsch (1992 bis 2001)

Herkunft der Betriebe Anzahl der Anteil


Betriebe (in %)

aus dem Landkreis We- innerhalb der eigenen Gemeinde Erweiterungen 17 15,7
sermarsch

(innerregional) Verlagerungen 38 35,2

Neugründungen 42 38,9

Verlagerungen zwischen den 5 4,6


Gemeinden des Landkreises

von außerhalb des Städte Oldenburg, Bremen 2 1,9


Landkreises Weser- und Delmenhorst
marsch

(überregional) andere Nachbargemeinden des 3 2,8


Landkreises Wesermarsch

übrige überregionale Ansiedlungen 1 0,9

Summe 108 100

(Übersicht 3-3). Lediglich 6 % der nachfragenden Unternehmen stammen aus


Standorten außerhalb des Landkreises.

Überregionale Ansiedlun- Die geringe Zahl überregionaler Ansiedlungen stammt aus dem angrenzenden
gen vornehmlich aus Zentrum Bremen, der Stadt Delmenhorst und der Gemeinde Rastede. Von einem
benachbarten Zentren
und Gemeinden
für die Wesermarsch profitablen Suburbanisierungsprozess aus den benachbarten
großen Zentren kann in Anbetracht der geringen Zahl von Ansiedlungen kaum die
Rede sein.

Überregionale Ansiedlun- Bei näherer Betrachtung der Ansiedlungen von außerhalb des Landkreises stellt
gen: Handwerksbetriebe sich heraus, dass es sich um kleine Handwerksbetriebe, Produzierendes Gewerbe
und Händler
und Handelsbetriebe mit im Durchschnitt lediglich drei Mitarbeitern handelt.

Verteilung der erhobenen Die Analyse der Unternehmen nach Branchen zeigt, dass unter den Gewerbeflä-
Betriebe auf einzelne chennachfragern im Landkreis Wesermarsch Betriebe des Produzierenden Ge-
Wirtschaftszweige
werbes (53 %) etwas stärker vertreten sind als Dienstleistungsunternehmen
(47 %). Der Gewerbeflächenumsatz verteilt sich folgendermaßen auf die einzel-
nen Wirtschaftszweige:
45 Landkreis Wesermarsch

Branchen Anzahl der Betriebe Anteil Anzahl der Betriebe Anteil


(innerreg. Herkunft) (in %) (überreg. Herkunft) (in %)

sonstiges Handwerk 35 29 2 33
Baugewerbe 10 8 1 17
Kfz-Gewerbe 7 6 0 0
Verarbeitendes Gewerbe 12 10 1 17
Handel 25 20 2 33
Unternehmensbezogene Dienstleist. 3 2 0 0
Verkehr 11 9 0 0
sonstige Dienstleistungen 19 16 0 0
Summe: 122 100% 6 100%

Die Gewerbeflächennachfrage seit 1992 saldiert sich auf gut 57 ha (s.o.). Die Verteilung auf Grund-
durchschnittliche Grundstücksgröße je Betrieb lag damit bei 5.000 m². Die Größen stücksgrößenklassen
der einzelnen Gewerbegrundstücke differieren sehr stark und bewegen sich in
einer Spanne zwischen 200 m² und 3 ha. 72 % der Grundstücksgrößen liegen
aber zwischen 2.000 m² und 5.000 m². Die erhobenen Betriebe verteilen sich auf
die Grundstücksgrößenklassen wie folgt:

Grundstücksgrößenklassen Anzahl der Anteil


Betriebe (in %)
< 2.000 m² 25 22
2.000 m² bis < 3.000 m² 26 23
3.000 m² bis < 5.000 m² 30 27
5.000 m² bis < 1 ha 18 16
1 ha bis 2 ha 8 7
> 2 ha 5 4
Summe: 112 100%
46 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

3.4 Gewerbeflächensituation im Umfeld des Landkreises Wesermarsch 28

Stadt Bremen

Große Flächenreserven in Im Vergleich zu zahlreichen anderen großen Wirtschaftsstandorten ist die Gewer-
Bremen, aber z.T. nur beflächensituation in der Stadt Bremen in geringerem Maße durch Flächeneng-
eingeschränkt verfügbar
pässe gekennzeichnet. Aufgrund der großen räumlichen Ausdehnung Bremens
findet ein nicht unbeträchtlicher Teil des Suburbanisierungsprozesses innerhalb
der Stadtgrenzen statt. Allerdings besteht sehr wohl das Problem, dass von dem
erheblichen Umfang an Flächenreserven, die für die Gewerbeentwicklung theore-
tisch geeignet wären, zahlreiche Flächen aus verschiedenen Gründen nur einge-
schränkt verfügbar sind. Hierunter sind eine Reihe altindustrieller Recyclingflä-
chen. Die Schwerpunkte des Gewerbeflächenangebots in der Stadt Bremen sind
der „Gewerbepark Hansalinie“ unmittelbar an der A 1, der „Bremer Industrie-Park“
auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks sowie das „Güterverkehrszentrum“
in Niedervieland.

Stadt Delmenhorst

Kaum noch Gewerbeflä- Die Stadt Delmenhorst verfügt nur noch über ein marginales Gewerbeflächenan-
chenangebot in Delmen- gebot. Auch für die künftige Entwicklung ist nur sehr eingeschränkt hochwertiges
horst
Flächenpotenzial vorhanden, u.a. aufgrund enger Stadtgrenzen sowie vielfältiger
Restriktionen. In Zukunft wird die Stadt in der Gewerbeflächenentwicklung ver-
stärkt auf Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden setzen müssen.
Aufgrund der im Vergleich zum Landkreis Wesermarsch höheren Lagegunst dürf-
ten sich diese Kooperationen vorerst überwiegend auf die Gemeinde Ganderke-
see und die SG Harpstedt beziehen. Im Falle der Realisierung der B 212 neu und
der Anbindung an die entstehende A 281 im bremischen Niedervieland sowie der
damit einhergehenden gesteigerten Standortgunst des nördlichen Stadtgebiets
können sich langfristig interkommunale Kooperationen bei der Gewerbeflächen-
entwicklung auch zwischen der Stadt Delmenhorst und Lemwerder anbieten.

Stadt Oldenburg

Relativ niedrige Grund- Auch die Gewerbeflächensituation in der Stadt Oldenburg ist durch zunehmende
stückspreise in der Stadt Flächenknappheit gekennzeichnet. Allerdings besteht im Gegensatz zur Stadt
Oldenburg
Delmenhorst derzeit noch ein ausreichendes verfügbares Angebot auch hochwer-
tiger Gewerbeflächen. Darüber hinaus bieten der Flächennutzungsplan der Stadt
sowie die im Rahmen des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes für die Stadt
ermittelten Vorschauflächen noch Reserven für die künftige Entwicklung. Der
Grundstückspreis je m² erschlossener Gewerbefläche liegt mit 23 bis 31 € für eine
Stadt von der Größenordnung Oldenburgs auf einem relativ niedrigen Niveau.

28 Quellen:
- GewIS (Gewerbeflächeninformationssystem von RegIS-Online, www.regis-online.de),
- Senator für Wirtschaft und Häfen: Wirtschaftsstandort Bremen 2000 - 2001
sowie www.wfg-bremen.de
- Gewerbeflächenentwicklungskonzept für den Landkreis Oldenburg sowie Zwischenberichte
zu den Gewerbeflächenentwicklungskonzepten Stadt Oldenburg und Landkreis Ammerland
- Gespräch mit Vertretern der Wirtschaftsförderung der Stadt Delmenhorst
47 Landkreis Wesermarsch

Landkreis Ammerland

Im Landkreis Ammerland ist die Anbindung an das überregionale Autobahnnetz Landkreis Ammerland:
und den wichtigen Wirtschaftsstandort Stadt Oldenburg sehr gut. Die der Stadt am Teilweise sehr hochwerti-
ges Flächenangebot
nächsten liegenden Gemeinden Bad Zwischenahn („Industriepark Bad Zwischen-
ahn“), Wiefelstede („Westerholtsfelde“) und Rastede („Wahnbek / Ipwege“,
„Leuchtenburg“) verfügen über qualitativ hochwertige, verfügbare Gewerbegebiete
an den Autobahnen A 28 und A 29. Zudem ist keiner der genannten Standorte
weiter als 15 km vom Stadtzentrum Oldenburg entfernt. Die Quadratmeterpreise
für diese Gewerbeflächen liegen zwischen 20 und 30 €.

Landkreis Oldenburg

Der Landkreis Oldenburg ist über die Autobahnen A 1, A 28 und A 29 sehr gut an Qualitativ hochwertige
die Städte Bremen, Oldenburg und Delmenhorst angebunden. Zentraler Standort- Gewerbegebiete entlang
der Autobahnen A 1, A 28
vorteil des Landkreises ist die Lage zwischen diesen Wirtschaftszentren. Entlang und A 29
der Autobahnachsen befinden sich diverse hochwertige Gewerbegebiete mit regi-
onaler und überregionaler Bedeutung. Die im Rahmen des Gewerbeflächenent-
wicklungskonzeptes für den Landkreis vorgeschlagenen Vorschauflächen werden
darüber hinaus langfristig ein hochwertiges Flächenangebot sichern. Die Quad-
ratmeterpreise für Gewerbeflächen liegen zwischen 16 und 31 €.

Landkreis Friesland

Im Landkreis Friesland liegen die hochwertigen Gewerbegebiete mit größerem Gewerbeflächenentwick-


Flächenpotenzial tendenziell im Umfeld der A 29. Das Angebot verfügbarer Flä- lung vornehmlich entlang
der Autobahn A 29
chen ist im Vergleich zum Landkreis Wesermarsch quantitativ deutlich geringer.
Im Rahmen der Entwicklung des Jade-Weser-Ports ist allerdings eine Ausweitung
und Aufwertung des Gewerbeflächenangebots vorgesehen. Insbesondere die
geplante Entwicklung eines zentralen, interkommunalen Gewerbegebietes mit
Ausrichtung auf den neuen Tiefwasserhafen wird die Wettbewerbsposition des
Landkreises Friesland stärken.

Stadt Bremerhaven

Die Stadt Bremerhaven weist vergleichsweise große Gewerbeflächenreserven Großes Flächenangebot,


auf. Rund 150 ha sind sofort verfügbar, zusätzlich sind noch 90 ha nicht sofort speziell für hafenaffine
Betriebe
verfügbare Gewerbeflächen (GE und GI) vorhanden. Fast 90 % der sofort verfüg-
baren Flächen verteilen sich auf Gewerbegebiete, die im Norden der Stadt liegen.
Bereits angesiedelte Betriebe gehören der Logistik- und Verkehrsbranche und
dem hafenorientierten Gewerbe an. Teilweise sind auch Textil- und Autoveredler
ansässig. Die Anbindung dieser Flächen an die A 27 ist allerdings nicht optimal.
Entscheidender Standortfaktor ist die unmittelbare Nähe zum Containerterminal.
Die Flächen sind vergleichsweise etwas teuerer; die ermittelten Quadratmeter-
preise liegen in etwa zwischen 30 und 40 €. Die Gewerbegebiete mit Hafenzu-
gang und Bahnanschluss im Landkreis Wesermarsch weisen demzufolge einen
nicht unerheblichen Preisvorteil gegenüber Standorten in der Stadt Bremerhaven
auf.
48 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Landkreis Cuxhaven

Hochwertige Gewerbege- Der Landkreis Cuxhaven weist ein großes Angebot an verfügbaren Gewerbeflä-
biete vor allem im westli- chen auf. Qualitativ hochwertige Gewerbegebiete befinden sich vor allem im west-
chen Kreisgebiet entlang
der A 27 lichen Gemeindegebiet im Umland von Bremerhaven und entlang der A 27 in den
Gemeinden Loxstedt („Gewerbepark Wedenberg“), Nordholz („An der Wusterhei-
de“, „Knill“), Langen („Debstedt“) sowie in der Stadt Cuxhaven („Eurokai“, „Mehr-
zweckumschlagsanlage“). Die Gemeinde Loxstedt plant den „Gewerbepark östlich
des Wesertunnels“ im Bereich der Auffahrt B 437 / A 27, um von der Fertigstellung
des Wesertunnels direkt profitieren zu können. Die Bruttogröße wird ca. 40 ha
betragen, mit der Fertigstellung ist im Frühjahr 2003 zu rechnen. Für dieses Vor-
haben konnten in erheblichem Umfang GA und Ziel 2 Fördermittel eingeworben
werden. Eine starke Konkurrenz zum Standort Wesertunnel lässt sich in diesem
Fall nicht von der Hand weisen, zumal die Straßenanbindung günstiger ist. Durch
die A 27 hat der Landkreis Cuxhaven generell, im Vergleich zum Landkreis We-
sermarsch, den Vorteil einer etwas günstigeren Anbindung nach Bremen und
Bremerhaven. Die Quadratmeterpreise sind - soweit diesbezüglich Informationen
vorliegen - durchaus vergleichbar und liegen zwischen 13 und 23 €.

Landkreis Osterholz

Gewerbegebiete mit Flä- Der Landkreis Osterholz wird entscheidend durch die Lage am Rande des überre-
chenpotenzial im Umfeld gional bedeutsamen Wirtschaftsstandortes Bremen geprägt. Aufgrund der unmit-
der A 27 und Bremens
telbaren räumlichen Nähe zu Bremen und der Anbindung an die A 27 hat der
Landkreis zumindest in Teilen eine sehr hohe Lagegunst. Aus dem Gewerbeflä-
chenangebot ist insbesondere das interkommunale Gewerbegebiet „Heilshorn /
Brundorf“ (Stadt Osterholz-Scharmbeck / Gemeinde Schwanewede) hervorzuhe-
ben. Dieser Standort hat ein großes Potenzial an gut angebundenen, sofort ver-
fügbaren GE und GI-Flächen. Die Quadratmeterpreise liegen bei knapp 30 €.

Fazit zur Konkurrenzsituation

Teils sehr hochwertiges Im Umfeld des Landkreises Wesermarsch gibt es eine Reihe von Wirtschafts-
Gewerbeflächenangebot standorten und Gewerbeflächen mit hoher Lagegunst, großem Flächenpotenzial
im Umfeld ...
und einer attraktiven Ausstattung an Standortfaktoren. Hervorzuheben sind die
unmittelbare Nähe zu den zentralen Verkehrsachsen sowie die direkte, konflikt-
freie Anbindung an die großen bedeutenden Wirtschaftsstandorte der Region. Mit
Ausnahme der Stadt Delmenhorst sind im Umfeld keine wesentlichen Flächen-
engpässe auszumachen. Im kommunalen Wettbewerb um mobile Betriebe befin-
det sich der Landkreis Wesermarsch folglich in einer schwierigen Ausgangslage.

... aber auch spezifische Dennoch weisen auch die Gewerbeflächen im Landkreis Wesermarsch einige
Wettbewerbsvorteile der Standortvorteile auf, die zu einer erfolgreichen Positionierung im interregionalen
Gewerbeflächen im Land-
kreis Wesermarsch Wettbewerb beitragen können. Hierzu gehören die Lage am seeschifftiefen Fahr-
wasser, die Verfügbarkeit von Standorten für großflächige Ansiedlungen, die Nähe
zu industriellen Großbetrieben sowie die überwiegend günstigen Flächenpreise.
Darüber hinaus wird der bereits in Bau befindliche oder projektierte Ausbau von
Verkehrswegen die Konkurrenzsituation zugunsten des Landkreises Weser-
marsch verbessern.
49 Landkreis Wesermarsch

4. Vorschauflächen

4.1 Vorschauflächen im Überblick

Ein Blick auf die Verteilung der Standorte im Landkreis (Karte 4-1, Übersicht 4-1)
macht deutlich, dass die Vorschauflächen - wie auch schon die verfügbaren und
geplanten Gewerbegebiete - überwiegend entlang der B 212 bzw. der Unterweser
liegen. Lediglich zwei Vorschauflächen befinden sich an der westlichen Kreisgren-
ze in relativ kurzer Entfernung zur Verkehrsachse A 29.

Übersicht 4-1: Vorschauflächen im Landkreis Wesermarsch - Lage und Flächengröße

Nr. Gemeinde Ortsteil Vorschaufläche Bruttofläche (in ha)


1 Berne Harmenhausen Harmenhausen 50
2 Berne Ranzenbüttel Ranzenbüttel 20
3 Brake Boitwarden Boitwarder Groden 50
4 Brake Wesermarsch-Mitte 30
5 Brake Boitwarden SO-Hafen 60
6 Elsfleth Oberrege – Ost 25
7 Jade Jaderberg Raiffeisenstraße 10
8 Lemwerder Butzhausen Butzhausen 20
9 Lemwerder Edenbüttel 12
10 Lemwerder Ritzenbüttel Ritzenbütteler Sand 9
11 Nordenham Havendorf Wesertunnel 43
12 Ovelgönne Großenmeer Gildestraße 25
13 Stadland Hiddingen – Weserquerung 10
Die Flächengrößen sind nur ungefähre Angaben, i.d.R. handelt es sich um Bruttogrößen. Teilweise sind die betrachteten
Flächen Suchräume, von denen nur ein noch nicht definierter Teilbereich realisiert werden soll. Die Flächenangaben zu
summieren ist methodisch daher nicht sinnvoll. Die Vorschaufläche der Gemeinde Butjadingen wurde aufgrund ihrer gerin-
gen Größe (unter 2 ha) nicht berücksichtigt.
50 Gewerbeflächenentwicklungskonzept
Landkreis Wesermarsch

Karte 4-1: Vorschauflächen sowie verfügbare und geplante Gewerbeflächen im Landkreis Wesermarsch

Wesertunnel
(in Bau)

IC

IC

IC
ICE

IC

Verfügbare Gewerbeflächen Flächengrößen (Brutto) Autobahn


Kartengrundlage:
Küstenautobahn A 22 (geplant, Trassenführung ÜKN 1:500.000
Geplante Gewerbeflächen noch offen) und A 281 (geplant)
2 ha Landesvermessung und
(Außerhalb des LK Wesermarsch Bundesstraße Geobasisinformation
nur ausgewählte Standorte) Wesertunnel (in Bau), B 211-neu (geplant), Niedersachsen
Vorschauflächen 5 ha B 212-neu (geplant) (Maßstab verändert)
(ohne Größenangabe) wichtige Landesstraße
Teilräume 10 ha Bahnverbindung
NIEDERSÄCHSISCHES INSTITUT
Wichtige Tourismusstandorte
IC ICE Wichtige Bahnhöfe FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG
52 Gewerbeflächenentwicklungskonzept
53 Landkreis Wesermarsch

4.2 Beschreibung und Bewertung der einzelnen Vorschauflächen

Auf Basis der Gespräche in den Gemeinden wurde für jede der 13 Vorschauflä- Gewerbeflächenprofile zur
chen ein Gewerbeflächenprofil erstellt, das den jeweiligen Standort - soweit dies Beschreibung und Bewer-
tung der Vorschauflächen
zum jetzigen Zeitpunkt bereits möglich und sinnvoll ist - detailliert beschreibt
(Übersicht 4-2). Diese Profile dienen der Bewertung der einzelnen Flächen und
ermöglichen die Festlegung vorrangig zu sichernder bzw. zu entwickelnder Pro-
jekte.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Qualität bzw. Verfügbarkeit der bei den Qualität und Verfügbarkeit
Gemeinden abgefragten Informationen sehr unterschiedlich ist. Für einen Teil der der Flächeninformationen
sehr unterschiedlich
Vorschauflächen sind bei den entsprechenden Gemeindeverwaltungen relativ
detaillierte Entwicklungsvorstellungen vorhanden bzw. bereits informelle Pla-
nungsvorbereitungen im Gange. Bei anderen Flächen wiederum existieren nur
vage Vorstellungen bzw. die jeweilige Projektidee ist erst im Verlauf der Gemein-
degespräche entwickelt worden. Im Einzelnen wurden folgende Daten abgefragt:

- Stadt / Gemeinde / Ortsteil Grunddaten

- Name der Vorschaufläche (+ lfd. Nummer)

- Bedeutung des Projektes

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde Lage / Anbindung

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Gewerbe

- Entfernungen zu Autobahn-Anschlussstellen, Bundesstraßen sowie Kreis- bzw.


Landesstraßen

- Anbindung durch andere Verkehrsträger und den ÖPNV

- Die Flächenangaben sind überwiegend nur grobe Schätzungen bzw. die erho- Flächengröße
bene Fläche ist ein Suchraum für das zu entwickelnde Gewerbegebiet.

- Planungsstand (z.B. informelle Planungsvorbereitungen, Grundstückverhand- Planungsstand


lungen)

- voraussichtliche Planungsabschnitte

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit

- geplante Aufteilung in GE- / GI- / SO-Flächen

- bisherige Darstellung im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP)

- Einschränkungen bzw. Nutzungsausschluss Geplante Einschränkun-


gen / Zielgruppen
- Eignung für bestimmte Zielgruppen

- bisherige Nutzung Flächeneigenschaften

- Erschließung (sofern bereits Ansätze vorhanden sind)


54 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

- Einschränkung z.B. durch Bodenbeschaffenheit

Eigentumsverhältnisse - Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat)


- Verkaufsbereitschaft (Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb der Flächen angestrebt?

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb)

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Erschließung)

Umweltkonflikte - naturschutz-, gewässerschutz- und wasserschutzrechtliche Auflagen


- Altlasten (-verdacht)

Konflikte im Umfeld der - Konflikte mit Nachbarnutzungen


Vorschaufläche
- Konflikte mit zu- und abfließendem Verkehr

Abschließende Bewertung - Vorteile und Nachteile der Vorschauflächen unter Berücksichtigung der Be-
der Vorschauflächen sichtigung durch die Gutachter im Rahmen der Gemeindegespräche

- Bewertung der Vorschauflächen und ihre Bedeutung für die künftige Gewerbe-
flächenentwicklung im Landkreis Wesermarsch
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen (einschließlich noch offener Fragen,
die vor der Entwicklung der Vorschauflächen geklärt werden müssen)

Standort- und Vorschau- Analog zur Bewertung der verfügbaren und geplanten Gewerbeflächen (Ab-
flächenbewertung schnitt 3) gilt für die Vorschauflächen, dass die Wertigkeit einer Gewerbefläche
stark von der Bedeutung des jeweiligen Wirtschaftsstandortes beeinflusst wird.
Entsprechend muss auch die Bewertung der einzelnen Vorschauflächen vor dem
Hintergrund des wirtschaftlichen Potenzials und der Lagegunst des jeweiligen
Wirtschaftsstandortes gesehen werden (Abschnitt 2.1).

Verschiedene Prioritäten Für die Bewertung der Vorschauflächen gelten im Wesentlichen die im Abschnitt 3
der Vorschauflächen genannten Kriterien und die daraus resultierende Einstufung in die Klassen „Ü“,
„R“ oder „L“ bzw. deren Mischformen. Darüber hinaus stellt sich bei potenziellen
Gewerbeflächen die Frage, mit welcher Priorität und welchem Zeithorizont ein
solches Projekt von der jeweiligen Gemeinde verfolgt werden sollte. Die Band-
breite reicht von Vorschauflächen, die z.B. aufgrund eines momentanen Flächen-
engpasses kurzfristig realisiert werden sollten, bis zu Flächen, für die auf abseh-
bare Zeit kein Bedarf gesehen wird oder die nur als Alternativstandorte zum Zuge
kommen sollten. Entsprechend werden die Vorschauflächen in folgende Prioritä-
tengruppen eingestuft (Übersicht 4-2):
I: Prioritär d.h. kurzfristig zu entwickelnde Projekte (Flächenentwicklung),

II: Mittelfristig bzw. langfristig, in Abhängigkeit von der Flächennachfrage und dem
Ausbau der Verkehrswege zu entwickelnde Projekte (Flächensicherung),
III: Nachrangige, z.Zt. weniger bedeutsame Projekte (ggf. sehr langfristig weiter zu
verfolgen oder als Alternativflächen zu entwickeln, falls sich prioritär eingestufte
Standorte nicht realisieren lassen).
55 Landkreis Wesermarsch

Bei den Prioritätensetzungen handelt es sich um Empfehlungen der Gutachter vor Probleme bei der Flä-
dem Hintergrund der jeweiligen Standort- und Nachfragebedingungen sowie der chenmobilisierung
weiteren Flächenpotenziale im Umfeld. Probleme bei der Flächenmobilisierung,
können aber die Entwicklung von prioritär eingestuften Vorschauflächen erheblich
verzögern bzw. sogar verhindern. In diesen Fällen kann es erforderlich sein, dass
andere, zunächst nachrangig bewertete Flächenprojekte vorgezogen werden.

Bei allen Vorschauflächen ist zu beachten, dass die Maßnahmen zur eigentums- Lange Entwicklungszeit-
rechtlichen Sicherung der Grundstücke und zur Beplanung der Flächen teils er- räume
hebliche Zeit in Anspruch nehmen können. Selbst die Realisierung prioritär einge-
stufter, d.h. kurzfristig zu entwickelnder Vorschauflächen kann noch einige Jahre
dauern.

Übersicht 4-2: Bewertung der Vorschauflächen im Landkreis Wesermarsch

Nr. Gemeinde Vorschaufläche Bewertung und Priorität


1 Berne Harmenhausen - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche mit relativ
guter Verkehrsanbindung
- II: Langfristiges Projekt, ggf. als Alternativfläche bei Nicht-
Verwirklichung der Vorschaufläche „Butzhausen“ (Nr. 8) entwi-
ckeln
2 Berne Ranzenbüttel - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche mit relativ
guter Verkehrsanbindung
- I: Prioritäres, d.h. kurzfristig zu entwickelndes Projekt, da in der
Gemeinde kaum noch Flächen verfügbar sind
3 Brake, Boitwarder - R/L (Ü): Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche mit re-
Stadt Groden lativ guter Verkehrsanbindung, im Hinblick auf die Eignung für
hafenaffines Gewerbe auch überregionale Bedeutung
- II: Langfristig, in Abhängigkeit von der Flächennachfrage zu
entwickelndes Projekt
4 Brake, Wesermarsch- - R: Regional bedeutsame Vorschaufläche mit deutlich verbes-
Stadt Mitte serter Verkehrsanbindung nach Neubau der B 211
- I: Prioritär, d.h. kurzfristig zu entwickelndes Projekt, als Teil des
künftig interkommunalen Gewerbegebietes „Wesermarsch-
Mitte“ mit der Gemeinde Ovelgönne
5 Brake, SO-Hafen - R (Ü): Regional bedeutsame Vorschaufläche mit relativ guter
Stadt Verkehrsanbindung, im Hinblick auf die Eignung für hafenaffines
Gewerbe auch überregionale Bedeutung
- III: Nachrangiges Projekt, ggf. sehr langfristig in Abhängigkeit
von der Flächennachfrage zu entwickeln, da noch in großem
Umfang Flächen für haffenaffines Gewerbe vorhanden sind
6 Elsfleth, Oberrege-Ost - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche mit etwas
Stadt ungünstiger Verkehrsanbindung
- III: Nachrangiges Projekt, ggf. sehr langfristig in Abhängigkeit
von der Flächennachfrage zu entwickeln, da noch in großem
Umfang Gewerbeflächen an diesem Standort vorhanden sind
7 Jade Raiffeisen- - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vorschaufläche mit
straße sehr guter Verkehrsanbindung
- I: Prioritäres, d.h. kurzfristig zu entwickelndes Projekt
56 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Nr. Gemeinde Vorschaufläche Bewertung und Priorität


8 Lemwerder Butzhausen - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vorschaufläche bei
Realisierung einer Anbindung an die B 212-neu und die A 281
- II: Langfristiges Projekt, in Abhängigkeit vom Neubau der B 212
zu entwickelndes Gewerbegebiet, Standort sollte interkommunal
um Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Berne ergänzt wer-
den
9 Lemwerder Edenbüttel - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche mit etwas
ungünstiger Verkehrsanbindung
- I: Prioritäres, d.h. kurzfristig für den lokalen Erweiterungs- und
Verlagerungsbedarf zu entwickelnde Fläche, derzeit Engpässe
im Gewerbeflächenangebot der Gemeinde
10 Lemwerder Ritzenbütteler - L (Ü/R): Lokal bedeutsame Vorschaufläche mit ungünstiger Ver-
Sand kehrsanbindung, ggf. für Schiffbauindustrie und Zulieferer von
überregionaler bis regionaler Bedeutung
- III: Nachrangiges, z.Zt. weniger bedeutsames Projekt, ggf. sehr
langfristig weiter zu verfolgen
11 Nordenham, Wesertunnel - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vorschaufläche mit
Stadt guter Anbindung an die A 27 (nach Fertigstellung des Weser-
tunnels), interkommunaler Standort mit der Gemeinde Stadland
- II: Mittelfristig, in Abhängigkeit von der Flächennachfrage zu
entwickelndes Projekt
12 Ovelgönne Gildestraße - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche mit relativ
kurzer Entfernung zur A 29, aber umfangreiches und besser
angebundenes Konkurrenzangebot in der Gemeinde Rastede
- III: Nachrangiges, z.Zt. weniger bedeutsames Projekt, ggf. sehr
langfristig weiter zu verfolgen
13 Stadland Hiddingen – - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vorschaufläche mit
Weserquerung guter Anbindung an die A 27 (nach Fertigstellung des Weser-
tunnels), interkommunaler Standort mit der Stadt Nordenham
- II: Mittelfristig, in Abhängigkeit von der Flächennachfrage zu
entwickelndes Projekt
57 Landkreis Wesermarsch

Übersicht 4-3: Vorschauflächenprofile

1. GRUNDDATEN Nr. 1
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Berne
- Ortsteil Harmenhausen

- Name der Vorschaufläche Gewerbegebiet Harmenhausen


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / das derzeitige Angebot ist knapp
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde Westlich der B 212 an der Gemeindegrenze zu Lem-
werder, 5,5 km zum Zentrum Berne

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Nein


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Oldenburg: 38 km über die B 212 und die A 28
schaftsstandorten Bremen: 30 km über die B 212, A 28 und die B 75
Brake: 26 km über die B 212
Delmenhorst: 18 km über die B 212 und die A 28
Bremen-Nord: 10 km

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 1 „Groß Mackenstedt“: 24 km A 27 „Br. Burglesum“:


22 km über L875 und B 74
A 28 „Ganderkesee“ 10 km
A 29 „Kreuz Oldenburg-Ost“: 30 km über B 212 / A 28)
A 281(gepl.): 20 km, falls B 212-neu gebaut wird

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 212: direkt


B 212-neu: 1,5 km
B 74: 6 km (Berne)

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 875: direkt

- Anbindung durch andere Verkehrsträger Bahnhof Berne: 6 km

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- direkt


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 50 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand

- voraussichtliche Planungsabschnitte

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit 2004 – 2008

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO GE

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für Grünlandbewirtschaftung, -pflege


und Entwicklung; Vorranggebiet für Landwirtschaft
und Erholung)
58 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss

- Eignung für bestimmte Zielgruppen

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung Weideland

- Erschließungsansätze

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb angestrebt? ja

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb)

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er-


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz

- Auflagen Wasserschutz

- Altlasten (-verdacht)

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen keine

... zu- und abfließendem Verkehr keine


59 Landkreis Wesermarsch

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - vergleichsweise kurze Entfernung zur A 28, direkte
Anbindung an die B 212
- Lage zwischen den bedeutenden Wirtschaftsstand-
orten Bremen (Bremen-Nord) und Oldenburg in
vergleichsweise kurzer Entfernung zu Bremen, spe-
ziell Bremen-Nord
- relative Nähe zum Mittelzentrum Delmenhorst
- großes Flächenpotenzial
- weitgehend konfliktfrei, räumliche Trennung zu
Wohngebieten
- Möglichkeit zur interkommunalen Kooperation mit
der Gemeinde Lemwerder
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- ungünstige Straßenanbindung nach Bremen-Nord
über Weserfähren
- mangelnde städtebauliche Einbindung, gänzlich
neuer Standort
- im RROP als Vorranggebiet für Grünlandbewirt-
schaftung, -pflege und Entwicklung sowie Landwirt-
schaft und Erholung ausgewiesen
- Bewertung der Fläche - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche
mit relativ guter Verkehrsanbindung
- II: Langfristiges Projekt, ggf. als Alternativfläche bei
Nichtverwirklichung der Vorschaufläche „Butzhau-
sen“ (Nr. 8) entwickeln
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Projekt in Abstimmung mit der Fläche „Butzhausen“
(Nr. 8) entwickeln, wenn sich die Verwirklichung der
B 212-neu abzeichnet, zunächst „Butzhausen“ in-
terkommunal mit der Gemeinde Lemwerder entwi-
ckeln
- Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die
beteiligten Gemeinden sichern
- ausreichend GI-Flächen ausweisen
- Aufgrund des großen Flächenpotenzials prüfen, ob
Grundstücke für die Ansiedlung von großflächigen
Betrieben reserviert werden können
60 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

1. GRUNDDATEN Nr. 2
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Berne
- Ortsteil Ranzenbüttel

- Name der Vorschaufläche Ranzenbüttel


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / derzeitiges Angebot knapp
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde südöstlich der B 74 an das vorhandene Gewerbege-
biet Ranzenbüttel angrenzend, 1,5 km zum Zentrum
Berne

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes ja


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Oldenburg: 47 km über die B 74, B 212 und die A 28
schaftsstandorten Bremen: 33 km über die B 74, A 27 und B 6
Delmenhorst: 26 km über die B 74, B 212 und A 28
Oldenburg: 22 km über die B 212 und die L 865

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Br. Burglesum“: 15 km


A 28 „Ganderkesee“: 19 km
A 29: „Kreuz Oldenburg-Ost“ 39 km über die B 212
und die A 28
A 29: „Ohmstede“ 21 km über B 212 und L 865

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 212: 2 km


B 74: direkt

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 868: 1,5 km


L 865: 4 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger Bahnhof Berne: 2 km

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- direkt


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 20 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand

- voraussichtliche Planungsabschnitte

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit 2004 – 2008

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO GE

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Südwestlicher Bereich der Fläche Vorranggebiet für


Grünlandbewirtschaftung, -pflege und Entwicklung
61 Landkreis Wesermarsch

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss

- Eignung für bestimmte Zielgruppen

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung Weideland

- Erschließungsansätze über das vorhandene Gewerbegebiet

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb angestrebt? ja

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb)

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er-


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz

- Auflagen Wasserschutz

- Altlasten (-verdacht)

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen

... zu- und abfließendem Verkehr


62 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - vergleichsweise kurze Entfernung zu den Autobah-
nen A 27 und A 28, direkte Anbindung an die B 212
und B 74
- Lage zwischen den bedeutenden Wirtschaftsstand-
orten Bremen (Bremen-Nord) und Oldenburg
- vergleichsweise kurze Entfernung zum bedeuten-
den Wirtschaftsstandort Bremen, speziell Bremen-
Nord
- Sollte die Ortsumgehung Berne (B 212-neu) ver-
wirklicht werden, wäre ein direkter Anschluss an die
B 212 gegeben.
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- ungünstige Straßenanbindung nach Bremen-Nord
über Weserfähren
- die vergleichsweise kurze Strecke nach Oldenburg
über die Landesstraße L 865 ist aufgrund des Stra-
ßenzustandes nicht sonderlich schnell; die schnelle-
re Verbindung über die B 212 und die A 28 ist mehr
als doppelt so lang
- Verkehr in Richtung Südosten entlang der B 212
muss zurzeit den Ort Berne durchqueren. Die be-
engte Verkehrsführung in diesem Bereich ist bereits
sehr konfliktträchtig; eine Verbesserung der Situati-
on würde sich durch den Bau der Ortsumgehung
(B 212-neu) erreichen lassen
- Konflikte mit nordwestlich liegender Wohnbebauung
durch Emissionen möglich (Lärm, Luftschadstoffe)
- im RROP teilweise als Vorranggebiet für Grünland-
bewirtschaftung ausgewiesen
- Bewertung der Fläche - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche
mit relativ guter Verkehrsanbindung
- I: Prioritäres, d.h. kurzfristig zu entwickelndes Pro-
jekt, da in der Gemeinde kaum noch Flächen ver-
fügbar sind
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die
Kommune sichern
- die Ansiedlung von stark störenden Betrieben ver-
meiden
- eine zügige Verwirklichung der Ortsumgehung Ber-
ne (B 212-neu) anstreben
63 Landkreis Wesermarsch

1. GRUNDDATEN Nr. 3
- Stadt / Gemeinde Stadt Brake
- Ortsteil Boitwarden

- Name der Vorschaufläche Boitwarder Groden


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / groß
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde nördlich des Stadtzentrums an der Boitwarder Str.

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Anschluss an das Gewerbegebiet SO-Hafen, B-Plan


Gewerbegebiet Nr. 61

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Bremen: 54 km über die B 212, B 74, A 27 und B 6
schaftsstandorten Bremen: 48 km über die L 889, A 27 und B 6
Bremerhaven: 39 km über die B 212, B 437, (WT)
B 437 und die A 27
Bremerhaven: 31 km über die L 889 und die A 27
Oldenburg: 40 km über B 211 und A 293

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Hagen“: 8 km über Weserfähre


A 28 „Oldenburg“: 36 km
A 29 „Kreuz Oldenburg-Nord“: 28 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 211: 2,8 km


B 212: 2,5 km

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 889: 0,3 km


Boitwarder Str.: direkt
Weserstr.: 0,5 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger Bahnstrecke anliegend, Bahnhof Brake 3 km

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- 0,5 km


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 50 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand Darstellung im FNP

- voraussichtliche Planungsabschnitte B-Plan je nach Nachfrage

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit ungewiss, nachfrageabhängig

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO GI und GE(E)

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für industrielle Anlagen


64 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss teilweise GE(E)

- Eignung für bestimmte Zielgruppen großflächige Betriebe

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung landwirtschaftliche Nutzung

- Erschließungsansätze über die Nordstraße

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf- ab 4 m unter Oberfläche Moorboden


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) öffentlich/privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb angestrebt?

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb)

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- ca. 23 €


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz nein

- Auflagen Wasserschutz nein

- Altlasten (-verdacht) nein

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen nein, z.T. in der Nähe von WA

... zu- und abfließendem Verkehr nein


65 Landkreis Wesermarsch

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - relativ kurze Entfernung zur A 27 und B 212
- relativ kurze Entfernung zum Wesertunnel
- Lage zwischen den bedeutenden Wirtschaftsstand-
orten Bremerhaven und Oldenburg
- direkter Bahnanschluss vorhanden
- Nachbarschaft zum Hafen
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- vergleichsweise weit von den großen Wirtschafts-
standorten Bremen und Oldenburg entfernt
- zur Zeit noch ungünstige Straßenanbindung zur
A 27 und nach Bremen über Weserfähren
- möglicherweise zusätzliche Verkehrsbelastungen
auf der Weser- und Berliner Str. von und in Rich-
tung Oldenburg
- Bahnstrecke verläuft streckenweise über instabilem
Untergrund (Moorboden), eine Sanierung der ge-
samten Strecke Hude – Nordenham ist seit einiger
Zeit im Gespräch
- ab 4 m unter GOK befindet sich Moorboden, dies
ist, je nach Art der baulichen Maßnahmen, zu be-
achten und kann zu Mehrkosten führen (spezielle
Fundamente)
- Bewertung der Fläche - R/L (Ü): Regional bis lokal bedeutsame Vorschau-
fläche mit relativ guter Verkehrsanbindung, im Hin-
blick auf die Eignung für hafenaffines Gewerbe
auch überregionale Bedeutung
- II: Langfristiges, in Abhängigkeit von der Flächen-
nachfrage zu entwickelndes Projekt
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - private Teilflächen frühzeitig eigentumsrechtlich
durch die Kommune sichern
- Entwicklung der Fläche in Abstimmung mit der Flä-
che B-Plan Nr. 61 und der Vorschaufläche SO-
Hafen, vorerst nur die Fläche „SO-Hafen“ entwi-
ckeln und die Fläche „Boitwarder Groden“ als Re-
servefläche vorhalten
- wenn die Vorschaufläche „Wesermarsch-Mitte“
(Nr. 4) aufgrund rechtlicher Schwierigkeiten nicht
entwickelt werden kann, sollte stattdessen eine
mittelfristige Entwicklung der Fläche „Boitwarder
Groden“ erfolgen
- aufgrund des relativ großen Flächenpotenzials
prüfen, ob Grundstücke für die Ansiedlung von
großflächigen Betrieben reserviert werden können
66 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

1. GRUNDDATEN Nr. 4
- Stadt / Gemeinde Stadt Brake
- Ortsteil

- Name der Vorschaufläche Wesermarsch-Mitte


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / groß
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde westlich des Ortskerns Brake

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Anschluss an das Gewerbegebiet Bereich Weserstr.,


Gewerbegebiet B-Plan Nr. 12

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Bremen: 55 km über die L 889, A 27 und B 6


schaftsstandorten Bremen: 48 km über die B 212, B 74, A 27 und B 6
Bremerhaven: 39 km über die B 212, B 437, (WT)
B 437 und die A 27
Bremerhaven: 37 km über die B 212, L 889, A 27
Oldenburg: 33 km über B 211 und A 293

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Hagen“: 14 km


A 28 „Oldenburg“: 29 km
A 29 „Kreuz Oldenburg-Nord“: 22 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 211-neu: direkt


B 212: direkt

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 889: 2,5 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger nein

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- direkt


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 30 ha, in Teilflächen realisierbar

4. PLANUNG

- Planungsstand FNP-Änderung eingeleitet

- voraussichtliche Planungsabschnitte evtl. im Zuge des Planfeststellungsverfahrens B 211-


neu ebenfalls Durchführung der Bauleitplanung

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit ungewiss

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO GE, in Teilbereichen auch GI

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für Siedlungsentwicklung


67 Landkreis Wesermarsch

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss keine

- Eignung für bestimmte Zielgruppen alle

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung landwirtschaftliche Nutzung

- Erschließungsansätze über B 211 und B 212 (in Zukunft auch B 211-neu)

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf- Moorboden


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb angestrebt? ja

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb)

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- noch nicht bekannt


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz nein

- Auflagen Wasserschutz nein

- Altlasten (-verdacht) nein

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen nein

... zu- und abfließendem Verkehr nein


68 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - relativ kurze Entfernung zur A 27, direkter An-
schluss an die Bundesstraße B 211-neu und 212
- vergleichsweise kurze Entfernung zum Wesertunnel
- Lage zwischen den bedeutenden Wirtschaftsstand-
orten Bremerhaven und Oldenburg
- städtebauliche Einbindung
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- zur Zeit ungünstige Straßenanbindung nach Bre-
men über Weserfähren
- Konflikte mit den südlich der B 211 geplanten WA-
Flächen möglich
- Moorboden kann zur Verteuerung der Baumaß-
nahmen beitragen, wenn zur Verhinderung von Sa-
ckungen spezielle Fundamente angelegt werden
müssen
- Bewertung der Fläche - R: Regional bedeutsame Vorschaufläche mit relativ
guter Verkehrsanbindung
- I: Prioritär, d.h. kurzfristig zu entwickelndes Projekt,
als Teil des künftig interkommunalen Gewerbege-
bietes „Wesermarsch-Mitte“ mit der Gemeinde O-
velgönne
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - interkommunale Entwicklung eines gemeinsamen
Gewerbestandortes „Wesermarsch-Mitte“ zusam-
men mit der Gemeinde Ovelgönne anstreben
- Flächen hochwertig gestalten und für verschiedene
Nutzungsarten und Branchen untergliedern
- Die Entwicklung sollte abschnittsweise und von der
B 211-neu ausgehend, erfolgen
- Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage besonders
für die Ansiedlung von Produzierendem Gewerbe
und Logistikbetrieben sowie Dienstleistungsbetrie-
ben mit Ortsbezug geeignet
69 Landkreis Wesermarsch

1. GRUNDDATEN Nr. 5
- Stadt / Gemeinde Stadt Brake
- Ortsteil Boitwarden

- Name der Vorschaufläche SO-Hafen


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / groß
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde nördlich des Ortskerns Brake

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Anschluss an das Gewerbegebiet Bereich der NEAG,


Gewerbegebiet B-Plan Nr. 33

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Bremen: 54 km über die B 212, B 74, A 27 und B 6
schaftsstandorten Bremen: 48 km über die L 889, A 27 und B 6
Bremerhaven: 31 km über die L 889 und die A 27
Bremerhaven: 39 km über die B 212, B 437, (WT)
B 437 und die A 27
Oldenburg: 40 km über B 211 und A 293

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Hagen“: 8 km


A 28 „Oldenburg“: 36 km
A 29 „Kreuz Oldenburg-Nord“: 28 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 211: 2,8 km


B 212: 2,5 km

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 889: direkt


Boitwarder Str.: 0,1 km
Weserstr.: 0,5 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger nein

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- 0,5 km


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 70 – 80 ha Nettofläche

4. PLANUNG

- Planungsstand Darstellung im FNP

- voraussichtliche Planungsabschnitte nachfrageorientiert

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit gemäß Nachfrage

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO SO (Hafen)

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für hafenorientierte industrielle Anlagen


70 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss nein

- Eignung für bestimmte Zielgruppen Hafengewerbe / Industrie

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung Außendeichbereich

- Erschließungsansätze Nordstraße

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf- Vordeichflächen


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) Nds. Hafenamt

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb angestrebt? Nds. Hafenamt

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er-


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz Deichvorland

- Auflagen Wasserschutz Bundeswasserstraße, Deichflächen

- Altlasten (-verdacht)

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen nein

... zu- und abfließendem Verkehr nein


71 Landkreis Wesermarsch

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - relativ kurze Entfernung zur A 27 und B 212
- vergleichsweise kurze Entfernung zum Wesertunnel
- Lage zwischen den bedeutenden Wirtschaftsstand-
orten Bremen, Bremerhaven und Oldenburg
- Lage direkt an der Weser
- die große Vorschaufläche Boitwarder Groden
grenzt westlich an, eine gemeinsame Entwicklung
ist möglich
- auch für industrielle Nutzung geeignet
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- vergleichsweise weite Entfernung nach Bremen,
z.Zt. über Weserfähren und Oldenburg
- Deichvorland, Überschwemmungsgebiet, Neuein-
deichungen notwendig
- zusätzliche Verkehrsbelastungen auf der Weser-
und Berliner Str. von und in Richtung Oldenburg
- Bewertung der Fläche - R (Ü): Regional bedeutsame Vorschaufläche mit
relativ guter Verkehrsanbindung, im Hinblick auf die
Eignung für hafenaffines Gewerbe auch überregio-
nale Bedeutung
- III: Nachrangiges Projekt, ggf. sehr langfristig in
Abhängigkeit von der Flächennachfrage zu entwi-
ckeln, da noch in großem Umfang Flächen für haf-
fenaffines Gewerbe vorhanden sind
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - die Entwicklung der Fläche in Abstimmung mit der
Vorschaufläche „Boitwarder Groden“, vorerst nur
die Fläche „SO-Hafen“ entwickeln und die Fläche
„Boitwarder Groden“ als Reserve vorhalten
- aufgrund des großen Flächenpotenzials für großflä-
chige Ansiedlungen geeignet, Schwerpunkt hafe-
naffines Gewerbe
- für störende Betriebe geeignet
72 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

1. GRUNDDATEN Nr. 6
- Stadt / Gemeinde Stadt Elsfleth
- Ortsteil

- Name der Vorschaufläche Oberrege - Ost


- Bedeutung des Projektes für die Stadt /
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde südlich der Industriestraße

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes nein


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Oldenburg: 51 km über die B 212 und die A 28
schaftsstandorten Bremen: 45 km über die B 212, A 28 und die B 75
Bremen: 40 km über die B 212, B 74, A 27 und die B 6
Delmenhorst: 30 km über die B 212 und die A 28
Oldenburg: 22 km über die B 212 und die L 865

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Br. Burglesum“: 25 km


A 28 „Ganderkesee“ 23 km
A 29 „Oldenburg-Ost“ 43 (B 212 / A 28) km
A 29 „Oldenburg-Ohmstede“ 19 (B 212 / L 865) km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 211: 11 km


B 212: direkt

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 865: 1 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger Bahn (Deich liegt zwischen Bahnstrecke und Vor-
schaufläche)

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- Bahnhof Elsfleth: 1 km


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 25 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand keine

- voraussichtliche Planungsabschnitte keine

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit nicht bekannt

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO nicht bekannt

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für hafenorientierte industrielle Anlagen


73 Landkreis Wesermarsch

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss

- Eignung für bestimmte Zielgruppen

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung überwiegend landwirtschaftliche Nutzungen

- Erschließungsansätze B 212

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum) unbekannt

- öffentlicher Erwerb angestrebt? noch nicht bekannt

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb) noch nicht bekannt

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- noch nicht bekannt


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz noch nicht recherchiert

- Auflagen Wasserschutz noch nicht recherchiert

- Altlasten (-verdacht) noch nicht recherchiert

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen noch unklar

... zu- und abfließendem Verkehr noch unklar


74 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - Lage in relativer Nähe zum bedeutenden Wirt-
schaftsstandort Oldenburg und zu Bremen-Nord
- Anbindung an die B 212
- weitgehend konfliktfrei
- im RROP bereits als Vorranggebiet für hafenorien-
tierte industrielle Anlagen ausgewiesen, demzufolge
ist die Ausweisung von GI-Flächen möglich
- Nachteile - vergleichsweise weit von Autobahnanschlüssen
entfernt
- ungünstige Straßenanbindung nach Bremen über
Weserfähre, nach Oldenburg über die stark abge-
nutzte die L 865 mit ungünstiger Auffahrtsituation
zur A 29
- Bewertung der Fläche - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche
mit etwas ungünstiger Verkehrsanbindung
- III: Nachrangiges Projekt, ggf. sehr langfristig in
Abhängigkeit von der Flächennachfrage zu entwi-
ckeln, da noch in großem Umfang Gewerbeflächen
an diesem Standort vorhanden sind
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Flächen längerfristig eigentumsrechtlich durch die
Kommune sichern
- laut RROP für hafenaffine industrielle Nutzung vor-
gesehen, demzufolge evtl. GI-Flächen ausweisen
- Entwicklung der Fläche in Abstimmung mit der Ge-
werbefläche Oberrege-West
- für störende Betriebe geeignet
75 Landkreis Wesermarsch

1. GRUNDDATEN Nr. 7
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Jade
- Ortsteil Jaderberg

- Name der Vorschaufläche Raiffeisenstraße


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / mittelfristige Erweiterung in interkommunaler Zusam-
Gemeinde menarbeit mit der Gemeinde Rastede

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde westlich Jaderberg, sowie angrenzend auf dem Ge-
meindegebiet Rastede

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Anschluss an das Gewerbegebiet Raiffeisenstraße


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Wilhelmshaven: 35 km über L 862 und A 29


schaftsstandorten Oldenburg: 25 km über L 862, A 29 und A 293
Rastede: 13 km über L 862 und A 29
Varel: 10 km über L 862, A 29 und B 437
Wesertunnel: 29 km über die L 862 und die B 437

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 1 „Ahlhorner Heide“: 60 km über die A 29


A 27 „Sotel“: 38 km
A 28 „Kreuz Oldenburg-Ost“: 29 km
A 29 „Jaderberg“: 2,5 km
A 293 „Kreuz Oldenburg-Nord: 17 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 437: 9 km

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 862: direkt

- Anbindung durch andere Verkehrsträger Bahnhof Varel: 11 km


Bahnhof Rastede: 13 km

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- Bahnhof Jaderberg: 1,5 km


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 10 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand grobe Vorplanung

- voraussichtliche Planungsabschnitte z.Zt. keine Angaben möglich

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit z.Zt. keine Angaben möglich

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO z.Zt. keine Angaben möglich

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorsorgegebiet für Erholung


76 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss

- Eignung für bestimmte Zielgruppen Produzierendes Gewerbe und Logistik

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung landwirtschaftliche Flächen, Gärtnerei

- Erschließungsansätze L 862

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf- größtenteils Sandboden, teilweise sumpfig / moorig


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum) unbekannt

- öffentlicher Erwerb angestrebt? unbekannt

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb) unbekannt

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- unbekannt


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz gering

- Auflagen Wasserschutz gering

- Altlasten (-verdacht) nein

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen gering, (M und WA-Gebiete) angrenzend

... zu- und abfließendem Verkehr nein


77 Landkreis Wesermarsch

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - in unmittelbarer Nähe zur A 29
- relativ nah an den Mittelzentren Rastede und Varel
- vergleichsweise kurze Entfernung nach Oldenburg
- Nachteile - große Entfernung zu den bedeutenden Wirtschafts-
standorten Bremen und Bremerhaven
- Flächen werden teilweise als Gärtnerei genutzt,
demzufolge muss, je nach Verkaufbereitschaft des
Eigentümers, eventuell mit einem erhöhten Ein-
kaufspreis gerechnet werden
- Konflikte mit Nachbarnutzung möglich (WA-Gebiet)
- zusätzlicher Zulieferer- und Kundenverkehr auf der
L 863 in Richtung Wesertunnel würde zur Vergrö-
ßerung der Emissionslast für die anwohnende Be-
völkerung führen
- Bewertung der Fläche - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vor-
schaufläche mit sehr guter Verkehrsanbindung
- I: Prioritäres, d.h. kurzfristig zu entwickelndes Pro-
jekt
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Flächen eigentumsrechtlich sichern
- mit Rastede klären, ob eine interkommunale Ent-
wicklung über die Kreisgrenze hinweg gewünscht
wird, im positiven Fall sollte die Fläche gemeinsam
entwickelt und vermarktet werden, die Wahrschein-
lichkeit ist allerdings als gering einzustufen
- störende Betriebe aufgrund der angrenzenden
Wohngebäude möglichst vermeiden
78 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

1. GRUNDDATEN Nr. 8
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Lemwerder
- Ortsteil

- Name der Vorschaufläche Butzhausen


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / Anschlussmöglichkeit durch den Bau der B 212-neu
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde an der Gemeindegrenze zu Berne

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Oldenburg: 40 km über die L 875, B 212 und A 28
schaftsstandorten Oldenburg: 33 km über die L 875, B 212 und die L 865
Bremen: 35 km über die L 875, B 212, A 28, B 6
Bremen: 31 km über die L 875, B 74
Delmenhorst: 20 km über die L 875, B 212 und A 28

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Br. Burglesum“: 17 km


A 28 „ Ganderkesee“: 13 km
A 29 „Kreuz Oldenburg-Ost“: 32 km
A 281 (gepl.): 20 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 212: 1,5 km


B 212-neu: direkt

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 875: 0,1 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger

- Entfernung zur nächsten ÖPNV-


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 22 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand Ausweisung im F-Plan

- voraussichtliche Planungsabschnitte

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für Grünlandbewirtschaftung, -pflege


und -entwicklung, teilweise Vorranggebiet für Roh-
stoffgewinnung (Klei)
79 Landkreis Wesermarsch

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss

- Eignung für bestimmte Zielgruppen

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung landwirtschaftliche Nutzung

- Erschließungsansätze (L 875)

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum) ja

- öffentlicher Erwerb angestrebt? ja

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb noch nicht bekannt

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- ca. 30 €


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz

- Auflagen Wasserschutz

- Altlasten (-verdacht)

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen

... zu- und abfließendem Verkehr


80 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - Nähe zum bedeutenden Wirtschaftsstandort Bre-
men (Bremen-Nord), vergleichsweise kurze Entfer-
nung nach Delmenhorst
- Im Falle der Verwirklichung der B 212-neu relativ
guter Anschluss an die in Planung befindliche A 281
- Nachteile - relativ weit von Autobahnanschlüssen entfernt
- ungünstige Straßenanbindung nach Bremen über
Weserfähre
- Verbindung nach Oldenburg über die B 212 und
L 865 ungünstig (Ortsdurchfahrt Berne, Straßenzu-
stand L 865), Strecke über B 212 und A 29 ist wie-
derum länger
- abhängig vom Bau der B 212-neu 29
- Bewertung der Fläche - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vor-
schaufläche bei Realisierung einer Anbindung an
die B 212-neu und die A 281
- II: Langfristiges Projekt, in Abhängigkeit vom Neu-
bau der B 212 zu entwickelndes Gewerbegebiet,
Standort sollte interkommunal um Flächen auf dem
Gebiet der Gemeinde Berne ergänzt werden
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - zunächst die Planungen bezüglich der B 212-neu
abwarten
- interkommunale Entwicklung zusammen mit der
Gemeinde Berne, sollte sich die Realisierung der
B 212-neu und deren Verlängerung zur A 281 als
sehr unwahrscheinlich herausstellen, eventuell den
Standort „Harmenhausen“ (Nr. 1) kooperativ entwi-
ckeln
- Flächen eigentumsrechtlich durch die Kommune
sichern
- aufgrund des großen Flächenpotenzials auch für
großflächige Betriebe geeignet
- Flächen hochwertig gestalten und für verschiedene
Nutzungsarten und Branchen untergliedern
- für störende Betriebe geeignet, demzufolge wäre
auch eine Ausweisung von GI-Flächen anzuraten

29 entscheidend ist die Verwirklichung der B 212 und deren Anbindung an die A 281
81 Landkreis Wesermarsch

1. GRUNDDATEN Nr. 9
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Lemwerder
- Ortsteil

- Name der Vorschaufläche Edenbüttel


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / Erweiterung des bereits bestehenden Gewerbegebie-
Gemeinde tes

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde Ortseingang L 885 von Süden

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes ja


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Oldenburg: 43 km über die L 885, B 212 und die A 28
schaftsstandorten Oldenburg: 36 km über die L 885, B 212 und die L 865
Bremen: 25 km über L 885 und B 74
Delmenhorst: 22 km

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Br. Burglesum“: 9 km


A 28 „Ganderkesee“ : 15 km
A 29 „Kreuz Oldenburg-Ost“: 35 km
A 281 (gepl.): 22 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 212: 3,5 km


B 212-neu: 2 km (evtl.)

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 875: 0,5 km


L 885: direkt

- Anbindung durch andere Verkehrsträger

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- 0,1 km


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 12 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand z. Zt. keine Planung

- voraussichtliche Planungsabschnitte

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für Siedlungsentwicklung


82 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss

- Eignung für bestimmte Zielgruppen Betriebe mit Anspruch auf Ortsnähe

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung Weideflächen

- Erschließungsansätze L 885

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat)

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb angestrebt?

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb)

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er-


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz

- Auflagen Wasserschutz

- Altlasten (-verdacht)

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen

... zu- und abfließendem Verkehr


83 Landkreis Wesermarsch

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - Nähe zum bedeutenden Wirtschaftsstandort Bre-
men (Bremen-Nord), vergleichsweise kurze Entfer-
nung nach Delmenhorst
- vergleichsweise relativ günstige Lage zu Autobahn-
anschlussstellen
- Verbesserung des Anschlusses, wenn B 212-neu
verwirklicht wird
- Nachteile - ungünstige Straßenanbindung nach Bremen über
Weserfähre
- Verbindung nach Oldenburg über die B 212 und
L 865 ungünstig (Ortsdurchfahrt Berne, Straßenzu-
stand L 865), Strecke über B 212 und A 29 ist wie-
derum länger
- Bewertung der Fläche - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche
mit etwas ungünstiger Verkehrsanbindung
- I: Prioritäres, d.h. kurzfristig für den lokalen Erweite-
rungs- und Verlagerungsbedarf zu entwickelnde
Fläche, derzeit Engpässe im Gewerbeflächenange-
bot der Gemeinde
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Flächen zügig eigentumsrechtlich durch die Kom-
mune sichern, Projekt kurzfristig verwirklichen
- Zielgruppen regional und lokal tätige Handwerks-
betriebe, Zulieferer für die Schiffbauindustrie
84 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

1. GRUNDDATEN Nr. 10
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Lemwerder
- Ortsteil

- Name der Vorschaufläche Ritzenbütteler Sand


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / Ansiedlung von maritim geprägten Betrieben
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde Außendeichgelände nordwestlich vom Ortskern Lem-
werder

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes nein


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Oldenburg: 47 km über die L 885, B 212 und die A 28
schaftsstandorten Delmenhorst: 26 km über die L 885, B 212 und die
A 28
Bremen: 24 km über die B 74, A 27 und die B 6

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Br. Burglesum“: 9 km


A 28 „Ganderkesee“: 18 km
A 29 „Kreuz Oldenburg-Ost“: 39 km
A 281: 21 km (gepl.)

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 212: 2,5 km


B 212-neu: 1,5 km (evtl.)

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 875: 2,5 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger Wasserstraße (Weser)

- Entfernung zur nächsten ÖPNV-


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) ca. 9 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand noch keine Planung vorhanden

- voraussichtliche Planungsabschnitte keine Angaben

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit keine Angaben

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO keine Angaben

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf teilweise Gebiet zur Verbesserung der Landschafts-


struktur und des Naturhaushaltes
85 Landkreis Wesermarsch

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss -

- Eignung für bestimmte Zielgruppen maritim ausgerichtete Betriebe

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung Sukzessivflächen

- Erschließungsansätze K 217

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) Eigentum der Gem. Lemwerder

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum)

- öffentlicher Erwerb angestrebt?

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb)

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er-


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz

- Auflagen Wasserschutz

- Altlasten (-verdacht)

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen

... zu- und abfließendem Verkehr


86 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - Nähe zum bedeutenden Wirtschaftsstandort Bre-
men (Bremen-Nord), vergleichsweise kurze Entfer-
nung nach Delmenhorst
- Fläche befindet sich bereits im Besitz der Gemein-
de
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- ungünstige Straßenanbindung nach Bremen über
Weserfähre
- Verbindung nach Oldenburg über die B 212 und
L 865 ungünstig (Ortsdurchfahrt Berne, Straßenzu-
stand L 865), Strecke über B 212 und A 29 ist län-
ger
- Flächengröße mit 9 ha klein
- Bewertung der Fläche - L (Ü/R): Lokal bedeutsame Vorschaufläche mit un-
günstiger Verkehrsanbindung, ggf. für Schiffbauin-
dustrie und Zulieferer von überregionaler bis regio-
naler Bedeutung
- III: Nachrangiges, z.Zt. weniger bedeutsames Pro-
jekt, ggf. sehr langfristig weiter zu verfolgen
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Schwerpunkt regional und lokal tätige Handwerks-
betriebe, Zulieferer für die Schiffbauindustrie, hafe-
naffines Gewerbe
87 Landkreis Wesermarsch

1. GRUNDDATEN Nr. 11
- Stadt / Gemeinde Stadt Nordenham
- Ortsteil Havendorf

- Name der Vorschaufläche Wesertunnel


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / mittelfristig hohe Bedeutung für die Stadt Nordenham
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde südliche Gemarkungsgrenze

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Erweiterung des Gewerbegebietes Wesertunnel


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Bremen: 64 km über die L 143, A 27 und die B 6
schaftsstandorten Oldenburg: 47 km über die B 212, B 211 und A 293
Bremerhaven: 26 km über die L 143 und die A 27

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Stotel“: 9 km


A 28 „Oldenburg“: 47 km
A 29 „Varel Bockhorn“: 30 km über B 437
A 29 „Jaderberg“: 30 km über B 437 und L 862
A 29 „Kreuz Oldenburg-Nord“: 39 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 212: direkt


B 437: direkt

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen K 344: 1 km

- Anbindung durch andere Verkehrsträger ÖPNV (Bus), Hafenanlagen in der Nähe (ca. 3 km)

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- voraussichtlich Errichtung einer Bushaltestelle


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) 43 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand bisher nur als Erweiterungsmöglichkeit angedacht

- voraussichtliche Planungsabschnitte noch nicht festgelegt

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorsorgegebiet für Natur und Landschaft sowie Erho-
lung
88 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss großflächiger Einzelhandel

- Eignung für bestimmte Zielgruppen Logistik, Betriebe mit Kundenverkehr, Handel, Produ-
zierendes Gewerbe, Handwerk

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung Grünland

- Erschließungsansätze

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum) unbekannt

- öffentlicher Erwerb angestrebt? evtl.

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb noch unbekannt

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- noch unbekannt


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz nicht zu erwarten

- Auflagen Wasserschutz nicht zu erwarten

- Altlasten (-verdacht) nicht zu erwarten

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen

... zu- und abfließendem Verkehr


89 Landkreis Wesermarsch

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - relativ kurze Entfernung zum bedeutenden Wirt-
schaftsstandort Bremerhaven, nach Fertigstellung
des Wesertunnels Verbesserung der Anbindung
- direkte Lage an der B 212 und der B 437
- weitgehend konfliktfrei, räumliche Trennung zu
Wohngebieten
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- vergleichsweise große Entfernung zu den bedeu-
tenden Wirtschaftsstandorten Oldenburg und Bre-
men
- keine städtebauliche Einbindung
- Bewertung der Fläche - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vor-
schaufläche mit guter Anbindung an die A 27 (nach
Fertigstellung des Wesertunnels), interkommunaler
Standort mit der Gemeinde Stadland
- II: Mittelfristig, in Abhängigkeit von der Flächen-
nachfrage zu entwickelndes Projekt
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die
beteiligten Kommunen sichern
- Projekt als interkommunales Gewerbegebiet entwi-
ckeln und vermarkten, in Kooperation der Stadt
Nordenham mit der Gemeinde Stadland
- Großflächige Betriebe können sich aufgrund des
großen Flächenpotenzials ebenfalls ansiedeln
- für störende Betriebe geeignet, deswegen auch die
Ausweisung von adäquat dimensionierten GI-
Flächen in Erwägung ziehen
- die Erweiterungsfläche gestalterisch und vom Bran-
chenmix in Abstimmung mit dem vorhandenen Ge-
werbegebiet „Wesertunnel“ entwickeln
- Flächen hochwertig gestalten und für verschiedene
Nutzungsarten und Branchen untergliedern
90 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

1. GRUNDDATEN Nr. 12
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Ovelgönne
- Ortsteil Großenmeer

- Name der Vorschaufläche Gildestraße


- Bedeutung des Projektes für die Stadt / Schaffung von Gewerbeflächen in Nähe eines Auto-
Gemeinde bahnanschlusses

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde südliches Gemeindegebiet nahe der Ortschaft Gro-
ßenmeer

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Gewerbegebiet Gildestraße


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Bremen: 61 km über die B 212, A 29 und die B 75
schaftsstandorten Wilhelmshaven: 55 km über die B 211 und die A 29
Varel : 33 km über die B 211 und die A 29
Oldenburg: 15 km über die B 211 und die A 293
Rastede: 14 km über die B 212 und die A 29

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 28 „Oldenburg“: 15 km


A 29 „AK Oldenburg-Nord“: 7 km

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 211: 0,5 km

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen L 864: 2,5 km


K 215: direkt

- Anbindung durch andere Verkehrsträger Bahnhof Oldenburg 16 km

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- Buslinie Wesersprinter: 0,5 km


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) 25 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand informelle Planungsvorbereitungen

- voraussichtliche Planungsabschnitte Änderungen Flächennutzungsplan und Aufstellung


Bebauungsplan in mehreren Planungsabschnitten

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit mittel- bis langfristig

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO GE

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf Vorranggebiet für Grünlandbewirtschaftung, -pflege


und Entwicklung
91 Landkreis Wesermarsch

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss

- Eignung für bestimmte Zielgruppen

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung landwirtschaftliche Nutzung

- Erschließungsansätze Fortsetzung der bereits vorhandenen Gewerbestraße


„Gildestraße bis zur Kreisstraße K 215

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf-


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum) ja

- öffentlicher Erwerb angestrebt? ja

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb) 6€

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- 12,50 €


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der Bauleitpla-


nung

- Auflagen Wasserschutz evtl. Regenrückhaltung (Oberflächenentwässerungs-


plan muss abgewartet werden)

- Altlasten (-verdacht)

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen

... zu- und abfließendem Verkehr


92 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - relativ kurze Entfernung zum bedeutenden Wirt-
schaftsstandort Oldenburg
- direkte Lage an der B 211
- relative Nähe zur Autobahn A 29
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- vergleichsweise große Entfernung zum bedeuten-
den Wirtschaftsstandort Bremen
- Nutzung widerspricht dem RROP
- Bewertung der Fläche - R/L: Regional bis lokal bedeutsame Vorschaufläche
mit relativ kurzer Entfernung zur A 29, aber umfang-
reiches und besser angebundenes Konkurrenzan-
gebot in der Gemeinde Rastede
- III: Nachrangiges, z.Zt. weniger bedeutsames Pro-
jekt, ggf. sehr langfristig weiter zu verfolgen
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die
beteiligten Kommunen sichern
- für störende Betriebe geeignet
93 Landkreis Wesermarsch

1. GRUNDDATEN Nr. 13
- Stadt / Gemeinde Gemeinde Stadland
- Ortsteil Hiddingen

- Name der Vorschaufläche Hiddingen - Weserquerung


- Bedeutung des Projektes für die Stadt /
Gemeinde

2. LAGE / ANBINDUNG

- Lage innerhalb der Stadt / Gemeinde

- Erweiterung / Anschluss an bestehendes Hiddingen – Weserquerung


Gewerbegebiet

- Entfernungen zu den bedeutenden Wirt- Bremen: 67 km über die B 212 alt, L 143, A 27, B 6
schaftsstandorten Wilhelmshaven 53 km über die B 212, L 437, A 29
Oldenburg: 40 km über die B 212, B 211, A 293
Bremerhaven: 29 km über die L 143 und die A 27
Nordenham: 11 km über die B 212

- Entfernungen zu BAB-Anschlussstellen A 27 „Stotel“ : 13 km


A 28 „Oldenburg“: 40 km
A 29 „Varel Bockhorn“: 30 km über die B 437
A 29 „Jaderberg“: 28 km über die B 437 und die L 862
A 29 „Kreuz Oldenburg-Nord“: 33 km über die B 212,
B 211 und die A 293

- Entfernungen zu Bundesstraßen B 212: 0,5 km


B 437: 1,5 km durch die Ortschaft Rodenkirchen, 2 km
über B 212-neu

- Entfernungen zu Kreis- / Landesstraßen direkt (nach Abstufung B 212-alt)

- Anbindung durch andere Verkehrsträger

- Entfernung zur nächsten ÖPNV- direkt


Haltestelle

3. FLÄCHENGRÖßEN

- Flächengröße (ungefähre Angabe) 10 ha

4. PLANUNG

- Planungsstand keine konkreten Planungen

- voraussichtliche Planungsabschnitte keine konkreten Planungen

- geplanter Zeitpunkt der Verfügbarkeit keine konkreten Planungen

- geplante Aufteilung in GE / GI / SO keine konkreten Planungen

- bisherige Darstellung im RROP-Entwurf ist im RROP ohne Darstellung


94 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

5. GEPLANTE EINSCHRÄNKUNGEN / ZIELGRUPPEN

- Einschränkungen / Nutzungsausschluss keine konkreten Planungen

- Eignung für bestimmte Zielgruppen Logistik, Betriebe mit Kundenverkehr, Handel, Produ-
zierendes Gewerbe, Handwerk

6. FLÄCHENEIGENSCHAFTEN

- bisherige Nutzung Grünland

- Erschließungsansätze keine

- Einschränkungen durch Bodenbeschaf- nicht bekannt


fenheit

7. EIGENTUM

- Eigentumsverhältnisse (öffentlich / privat) privat

- Verkaufsbereitschaft (bei Privateigentum) keine konkreten Planungen

- öffentlicher Erwerb angestrebt? keine konkreten Planungen

- Bodenpreis (kommunaler Erwerb) keine konkreten Planungen

- angestrebter Verkaufspreis (inkl. Er- keine konkreten Planungen


schließung)

8. UMWELTKONFLIKTE

- Auflagen Landschafts- und Naturschutz keine Prüfung bisher

- Auflagen Wasserschutz keine Prüfung bisher

- Altlasten (-verdacht) keine Prüfung bisher

9. KONFLIKTE IM UMFELD DES GEWERBEGEBIETES MIT ...

... Nachbarnutzungen keine Prüfung bisher

... zu- und abfließendem Verkehr keine Prüfung bisher


95 Landkreis Wesermarsch

10. ABSCHLIEßENDE BEWERTUNG DER VORSCHAUFLÄCHE


- Vorteile - relativ kurze und schnelle Verbindung zur A 27,
nach Fertigstellung des Wesertunnels, direkter An-
schluss an die B 212-alt sowie eine gute Anbindung
an die wichtige Ost-West Verbindung B 437
- kurze Entfernung zum Wesertunnel
- Nachteile - nicht unmittelbar an der Autobahn gelegen
- Bewertung der Fläche - Ü/R: Überregional bis regional bedeutsame Vor-
schaufläche mit guter Anbindung an die A 27 (nach
Fertigstellung des Wesertunnels), interkommunaler
Standort mit der Stadt Nordenham
- II: Mittelfristig, in Abhängigkeit von der Flächen-
nachfrage zu entwickelndes Projekt
- Empfehlungen für das weitere Vorgehen - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die
beteiligten Kommunen sichern
- Projekt als interkommunales Gewerbegebiet entwi-
ckeln und vermarkten, zusammen mit der Stadt
Nordenham
- auf hochwertige Gestaltung achten
96 Gewerbeflächenentwicklungskonzept
97 Landkreis Wesermarsch

5. Konsequenzen und Empfehlungen für die künftige Gewerbe-


flächenpolitik

Aus den veränderten Rahmenbedingungen und Aufgabenschwerpunkten der


Gewerbeflächenpolitik (Abschnitt 1.1), den Standortbedingungen (Abschnitt 2),
dem Gewerbeflächenangebot und der Flächennachfrage (Abschnitt 3) sowie den
im Abschnitt 4 dargestellten Vorschauflächen werden im Folgenden Konsequen-
zen für die künftige Gewerbeflächenentwicklung und -politik im Landkreis Weser-
marsch abgeleitet.

5.1 Zusammenfassende Bewertung der Flächenpotenziale und Empfehlun-


gen für die einzelnen Kommunen und Teilräume

Um eine Bewertung der Vorschauflächen im Landkreis Wesermarsch unter Be- Isolierte Betrachtung der
rücksichtigung der verfügbaren und bislang geplanten Gewerbeflächen vorneh- Gewerbeflächensituation
in den einzelnen Gemein-
men zu können, ist eine isolierte Betrachtung der einzelnen Städte und Gemein- den nicht sinnvoll ...
den nicht sinnvoll. Vielmehr sind die aktuelle Situation und mögliche zukünftige
Entwicklungen in einem größeren räumlichen Zusammenhang zu sehen, da Um-
fang, Qualität und Vermarktungschancen eines kommunalen Flächenangebots
immer durch die im Umfeld befindlichen Gewerbeflächen beeinflusst werden.

Andererseits ist der Landkreis Wesermarsch aufgrund seiner flächenmäßigen ... deswegen Untersu-
Ausdehnung und seiner teilräumlich unterschiedlichen Standortqualitäten als al- chung der Gewerbe- und
Vorschauflächen auf der
leinige räumliche Untersuchungsebene zu groß. Daher wird im vorliegenden Gut- Basis von Teilräumen
achten neben einer einzelgemeindlichen und landkreisweiten Betrachtung zusätz-
lich eine Analyse der Vorschauflächen auf der Basis von Teilräumen vorgenom-
men. Für die Abgrenzung dieser Teilräume ist die Lage der jeweiligen Vorschau-
flächen zu den Verkehrsachsen (Bundesstraßen, Unterweser, Wesertunnel, A 29
etc.) und die Nähe zu den überregional bedeutenden Wirtschaftsstandorten Bre-
men und Oldenburg sowie zu den wirtschaftlichen Schwerpunktstandorten Brake
und Nordenham im Landkreis entscheidend. Die Definition der Teilräume dient
lediglich als Arbeitshilfe für die Bewertung der Gewerbeflächensituation und be-
rührt keine weiteren Felder der Kreisentwicklung. Folgende Gemeinden wurden
zu Teilräumen zusammengefasst:

- Südliches Kreisgebiet: Berne, Stadt Elsfleth und Lemwerder,

- Mittleres Kreisgebiet: Stadt Brake und Ovelgönne (Ost),


- Nördliches Kreisgebiet / Wesertunnel: Stadt Nordenham, Stadland, Butja-
dingen
- Westliches Kreisgebiet: Jade, Ovelgönne (West)

Südliches Kreisgebiet

Insgesamt gesehen ist der südliche Teilraum im Vergleich mit den anderen Teil- Vergleichsweise hohe
räumen des Landkreises durch eine relativ hohe Lagegunst gekennzeichnet, die Lagegunst des Teilrau-
mes
aus der Nähe zu den Oberzentren Bremen und Oldenburg sowie dem Mittelzent-
98 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

rum Delmenhorst resultiert. Die verkehrliche Infrastruktur und Anbindung weist


allerdings insgesamt, trotz des Vorteils eines auch von Geschäftskunden nutzba-
ren Flughafens, noch Defizite auf. Demzufolge ist eine zügige Realisierung der
Verkehrsprojekte B 212-neu und A 281 dringend anzuraten, um eine deutliche
Verbesserung der verkehrlichen Anbindung zu erzielen.

Starke Konkurrenzstand- Die Gewerbeflächen in diesem Teilraum stehen in starker Konkurrenz zu Stand-
orte im Umfeld orten im Umfeld. In Bremen und im Landkreis Oldenburg befinden sich Gewerbe-
gebiete mit größtenteils höherer Lagegunst. Eine entscheidende Aufwertung der
Standorte im südlichen Gebiet des Landkreises Wesermarsch wäre durch die
Umsetzung der Verkehrsprojekte A 281 und B 212-neu zu erreichen.

Berne: Die Gemeinde Berne weist als sehr kleiner Wirtschaftsstandort im Untersu-
Nachfragepotenzial und chungszeitraum zwischen 1992 und 2001 nur geringe Gewerbeflächenumsätze
derzeitiges Angebot
auf. Die von Jahr zu Jahr schwankenden Umsätze wurden ausschließlich im Ge-
werbegebiet „Ranzenbüttel“ erzielt. Die Gemeinde konnte, trotz der relativen Nähe
zum bedeutenden Wirtschaftsstandort Bremen, bisher nicht von Agglomerations-
und Suburbanisierungseffekten profitieren. Berne verfügt derzeit lediglich über
marginale Flächenreserven.

Berne: Demzufolge ist es von großer Wichtigkeit für die Gemeinde, dass eine kurzfristige
Empfehlungen für die zu- Entwicklung weiterer Gewerbeflächen angestrebt wird. Speziell die Vorschauflä-
künftige Flächenentwicklung
che Nr. 2 als Erweiterung des vorhandenen Gewerbegebietes Ranzenbüttel sollte
zügig in Planung genommen werden, da aufgrund der Lage von einem relativ
guten Vermarktungspotenzial für die lokale und ggf. auch regionale Nachfrage
ausgegangen werden kann. Die Vorschaufläche Nr. 1 „Harmenhausen“ sollte
lediglich als Alternative zum Standort „Butzhausen“ (Nr. 8, Lemwerder) betrachtet
werden. Dieser hätte im Falle einer interkommunalen Entwicklung der Gemeinden
Berne und Lemwerder, insbesondere bei Realisierung der B 212-neu, eine deut-
lich bessere Lagegunst und höhere Standortqualität. Auf Berner Gemeindegebiet
sind entsprechende Vorschauflächen im Bereich Butzhausen noch zu diskutieren.

Stadt Elsfleth: In der Gemeinde Elsfleth als kleinem Wirtschaftsstandort konzentrierte sich die
Nachfragepotenzial und Nachfrage vor allem auf das Gewerbegebiet „Oberrege-West“, das sich südlich
derzeitiges Angebot
des Stadtkerns Elsfleth direkt an der B 212 befindet. Die Ansiedlungen, Neugrün-
dungen und Erweiterungen hatten bis auf wenige Ausnahmen ihren Ursprung in
der Stadt selbst, womit auch in Zukunft weiterhin zu rechnen ist. Die Stadt Elsfleth
besitzt ein gutes Angebot sofort verfügbarer Flächen, darunter auch GI-Flächen.
Für einzelne Betriebe kann die sofortige Verfügbarkeit von GI-Flächen ein ent-
scheidender Standortfaktor sein.

Stadt Elsfleth: Die Stadt Elsfleth ist im Vergleich zu den beiden anderen Gemeinden im südli-
Empfehlungen für die zu- chen Kreisgebiet ungünstiger angebunden und insbesondere weiter von Bremen
künftige Flächenentwicklung
entfernt. Kürzer ist die Entfernung zur Stadt Oldenburg, allerdings erfolgt die An-
bindung über die sanierungsbedürftige und konfliktträchtige L 865. Auch für Els-
fleth würde die Verwirklichung der Verkehrsprojekte B 212-neu und A 281 eine
Verbesserung der Standortqualität bedeuten.
Die Vorschaufläche Nr. 6 „Oberrege-Ost“ stellt eine adäquate Ergänzung des
Gewerbegebietes „Oberrege-West“ dar. Sie sollte allerdings nur langfristig und
bedarfsorientiert entwickelt werden, da noch genügend Gewerbeflächen verfügbar
sind. Geeignet wäre der Standort auch für hafenaffine industrielle Betriebe, vor
99 Landkreis Wesermarsch

allem, weil im angrenzenden Industriegebiet-Süd schon ein Werftbetrieb ansässig


ist. Die Flächen sind im RROP-Entwurf bereits entsprechend festgelegt. Generell
ist der Kommune anzuraten, ein größeres Augenmerk auf das Erscheinungsbild
der Gewerbegebiete mit noch verfügbaren Flächen zu legen. Dies betrifft vor al-
lem den Standort „Oberrege-West“, der aus gestalterischer Sicht einen eher un-
vorteilhaften Eindruck vermittelt.

In Lemwerder als kleinem Wirtschaftsstandort haben sich im Untersuchungszeit- Lemwerder:


raum an den zwei Ansiedlungsschwerpunkten „Altenesch“ und „Edenbüttel“ Be- Nachfragepotenzial und
derzeitiges Angebot
triebe angesiedelt. Vereinzelt erfolgten sogar Ansiedlungen aus den Städten Bre-
men und Delmenhorst. Da im Gewerbegebiet „Altenesch“ nur noch in geringem
Umfang Flächen verfügbar sind, wurde das Gewerbegebiet „Deichshausen“ ent-
wickelt und steht seit kurzem potenziellen Ansiedlern zur Verfügung. Auch in Zu-
kunft, insbesondere bei einer Verbesserung der regionalen Verkehrssituation,
muss mit weiterer Flächennachfrage v.a. aus Bremen und Delmenhorst gerechnet
werden, so dass zusätzliche Gewerbeflächen zur Verfügung gestellt werden soll-
ten. Die Gemeinde beplant demzufolge die Fläche „Tecklenburg“ westlich des
Flughafengeländes der ASL, die im Jahr 2005 verfügbar sein wird. Sie ist wie die
Gewerbefläche „Deichshausen“ vor allem für Zulieferer der Luftfahrtindustrie und
des Schiffbaus interessant.

Als hochwertige, wenn auch eher langfristig zu realisierende Gewerbeflächenpla- Lemwerder:


nung ist die Vorschaufläche „Butzhausen“ einzustufen, die in Kooperation mit der Empfehlungen für die zu-
künftige Flächenentwicklung
Gemeinde Berne entwickelt werden sollte. Für die lokale Nachfrage ist eine kurz-
fristige Entwicklung der Vorschaufläche Nr. 9 als Erweiterung des fast vollständig
belegten Gewerbegebietes „Edenbüttel“ zu empfehlen.

Zusammenfassung: Südliches Kreisgebiet

! Bislang konnten die Gemeinden Berne und Lemwerder sowie die Stadt Elsfleth Nachfragepotenzial und
derzeitiges Angebot
36 % des Gewerbeflächenumsatzes im Landkreis auf sich vereinigen. Da es
sich dabei vornehmlich um Neugründungen, Verlagerungen und Erweiterun-
gen innerhalb der Gemeindegebiete handelt, ist die Entwicklung des endoge-
nen Potenzials weiterhin von entscheidender Bedeutung. Überregionale An-
siedlungen aus Bremen und Delmenhorst sind vornehmlich in der Gemeinde
Lemwerder erfolgt. Auch in Zukunft kann mit einer gewissen Nachfrage aus
diesen Städten gerechnet werden. Bei Verwirklichung der B 212-neu und der
A 281 wird das Nachfragepotenzial deutlich steigen.
100 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Vorschauflächen, inter- ! Im Teilraum sind einige hochwertige potenzielle Gewerbeflächen vorhanden,


kommunale Kooperation
so dass die Kommunen der Flächennachfrage gerecht werden können. Diese
Vorschauflächen sind in der Mehrzahl Erweiterungen vorhandener oder ge-
planter Gewerbegebiete bzw. liegen in der Nähe existierender Gewerbeflä-
chen. Zwei Vorschauflächen sind gänzlich neue Standorte („Harmenhausen“,
„Butzhausen). Seitens der Gutachter wird vorrangig die interkommunale Ent-
wicklung der Vorschaufläche „Butzhausen“ durch die Gemeinden Berne und
Lemwerder empfohlen, soweit sich eine Realisierung der Verkehrsprojekte
B 212-neu und A 281 abzeichnet. Die Vorschaufläche „Oberrege-Ost“ könnte
für Betriebe mit Hafenbezug bzw. Zulieferbetriebe der ansässigen Werft von
Interesse sein, allerdings ist aufgrund des bereits vorhandenen Angebots ver-
fügbarer Flächen in der Stadt Elsfleth eine langfristige und nachfrageorientierte
Entwicklung der Vorschaufläche anzustreben.

Mittleres Kreisgebiet

Lagegunst Die Straßenanbindung in den Raum Bremen ist im Vergleich zum südlichen
Kreisgebiet weniger günstig. Von einer verbesserten Verbindung in Richtung A 27
durch den Wesertunnel wird dieser Teilraum weniger profitieren als das nördliche
Kreisgebiet. Die B 211 nach Oldenburg weist aufgrund von Ortsdurchfahrten eine
Reihe von Engpässen auf. Im Februar 2003 ist allerdings mit dem Planfeststel-
lungsverfahren zur Verbesserung der Straßenführung im Abschnitt Mittelort-Brake
(B 211-neu) begonnen worden. Es ist geplant, die Baumaßnahmen im Jahre 2010
abzuschließen. Die Entscheidung zur Realisierung der Ortsumgehung Loyerberg
wird vermutlich erst im nächsten Jahr gefällt. Positiv ist die Lage an der schiffba-
ren Unterweser zu bewerten, so dass hafenbezogenes Gewerbe geeignete
Standorte finden kann. Der Bahnanschluss für Güter- und Personenverkehr ist für
den Standort Brake und bestimmte Zielgruppen ebenfalls von Vorteil, allerdings
wäre im Sinne einer effektiveren Nutzung die möglichst zügige Sanierung der
Strecke zu empfehlen. Derzeit werden Baugrunduntersuchungen entlang der
Strecke vorbereitet.

Konkurrenzstandorte im Konkurrenzstandorte sind im Falle des mittleren Kreisgebietes in erster Linie Ge-
Umfeld werbeflächen im Landkreis selbst, beispielsweise in den Kommunen Nordenham
und Elsfleth, da diese entweder näher am Wesertunnel oder in kürzerer Entfer-
nung zum bedeutenden Wirtschaftsstandort Stadt Bremen liegen.

Stadt Brake: Die Stadt Brake ist zweitgrößter Wirtschaftsstandort im Landkreis. Besonders
Nachfragepotenzial und Ende der 90er Jahre wurden verstärkt Flächen umgesetzt, teilweise aufgrund
derzeitiges Angebot
flächenextensiver Ansiedlungen. Im Untersuchungszeitraum entstand die Nach-
frage im Stadtgebiet selbst. Zur Zeit stehen in der Stadt Brake für potenzielle Inte-
ressenten 4 ha am Standort „Hammelwarden“ und über 14 ha auf dem „ehem.
Kasernengelände SO-Hafen“ zur sofortigen Verfügung. Das Gewerbegebiet
„Hammelwarden“ ist für die Deckung der lokalen Nachfrage der nächsten Jahre
von Bedeutung. Die Fläche „ehem. Kasernengelände SO-Hafen“ ist im Bebau-
ungsplan für hafenaffines Gewerbe vorgesehen. Deswegen sollten die Flächen in
unmittelbarer Nähe zum schiffbaren Fluss auch bei vorerst fehlender Nachfrage
längerfristig für diese spezifischen Branchen vorgehalten werden.
101 Landkreis Wesermarsch

Um regional und lokal nachfragenden Betrieben ohne Hafenbezug auch zukünftig Stadt Brake:
geeignete Flächen anbieten zu können, ist in Abhängigkeit von den Vermark- Empfehlungen für die zu-
künftige Flächenentwicklung
tungsfortschritten der verfügbaren Gewerbeflächen eine Erweiterung des Flä-
chenangebots notwendig. Anzustreben ist die Entwicklung der Fläche Nr. 4 „We-
sermarsch-Mitte“ im Kreuzungsbereich der B 211-neu und der B 212, die vor al-
lem für regionale bis lokale Betriebe günstige Standortbedingungen bietet.

Für die Vorschaufläche Nr. 5 „SO-Hafen“ gilt vergleichbares wie für die bereits
verfügbare Fläche „ehem. Kasernengelände SO-Hafen“. Von einer überregionalen
Bedeutung für hafenorientierte gewerbliche und industrielle Nutzungen kann aus-
gegangen werden. Die Entwicklung dieser Fläche sollte langfristig in Abhängigkeit
von der Nachfrage im Gebiet „ehem. Kasernengelände SO-Hafen“ erfolgen und
spezifisch auf hafenbezogenes Gewerbe ausgerichtet sein.

Die Gemeinde Ovelgönne konnte im Untersuchungszeitraum am einzigen Stand- Ovelgönne (Ost):


ort „Wesermarsch-Mitte“ im östlichen Gemeindegebiet nur einen marginalen Ge- Nachfragepotenzial, derzei-
tiges Angebot und
werbeflächenumsatz erzielen. Durch die geplante Verlegung der B 211 und den Empfehlungen für die zu-
interkommunalen Zusammenschluss mit der Vorschaufläche Nr. 4 der Stadt Bra- künftige Flächenentwicklung
ke wird der Standort erheblich aufgewertet. In diesem Zusammenhang ist mittel-
fristig eine Erschließung der Erweiterungsfläche „Wesermarsch–Mitte II“ sinnvoll.

Zusammenfassung: Mittleres Kreisgebiet

! Der Gewerbeflächenumsatz in der Vergangenheit konzentrierte sich fast voll- Nachfragepotenzial und
derzeitiges Angebot
ständig auf die Stadt Brake. Fast das gesamte Nachfragepotenzial entstand in
der Stadt selbst. Da z.Zt. vornehmlich Sonderflächen für hafenaffines Gewerbe
verfügbar und lediglich betriebsspezifische Erweiterungsflächen geplant sind,
besteht kurzfristig Handlungsbedarf zur Entwicklung weiterer hochwertiger
Gewerbeflächen für die regionale bis lokale Nachfrage.

! Das „mittlere Kreisgebiet“ verfügt über drei bedeutsame, teilweise für hafenaf- Vorschauflächen, inter-
kommunale Kooperatio-
fines Gewerbe geeignete, potenzielle Gewerbeflächen, deren sukzessive Ent-
nen
wicklung die Voraussetzung für erweiterte Vermarktungsmöglichkeiten und
höhere Flächenumsätze schaffen wird. Durch eine interkommunale Entwick-
lung der Vorschaufläche „Wesermarsch-Mitte“ (Nr. 4) und der noch nicht er-
schlossenen aber planungsrechtlich verfügbaren Erweiterungsfläche „Weser-
marsch-Mitte II“ (Ovelgönne) würde kurz- bis mittelfristig ein hochwertiger ge-
werblicher Entwicklungsschwerpunkt entstehen, der nach Aufwertung der
B 211 verkehrlich gut angebunden sein wird.

Nördliches Kreisgebiet / Wesertunnel

Die Lagegunst des nördlichen Kreisgebietes ist aufgrund der großen Entfernung Lagegunst
zu den wirtschaftlichen Zentren Oldenburg und Bremen derzeit etwas geringer
einzustufen als die der übrigen Teilräume. Nach Fertigstellung des Wesertunnels
(2003/2004) wird jedoch eine schnellere West-Ost Verbindung zur A 27 bestehen,
die zu einer erheblich aufgewerteten überregionalen Anbindung führen wird. Zur
Verbesserung der regionalen Verkehrsanbindung sind die Umbauprojekte B 212-
102 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

neu und B 211-neu ebenfalls von Wichtigkeit. Speziell für die Stadt Nordenham ist
die Lage direkt an der schiffbaren Unterweser ein spezifischer Standortvorteil, der
für Unternehmen des hafenaffinen Gewerbes auch überregional nachgefragt wer-
den könnte.

Konkurrenzstandorte im Wichtiger Konkurrenzstandort für das nördliche Kreisgebiet mit der Stadt Norden-
Umfeld ham ist die angrenzende Stadt Bremerhaven mit ihrem großen Angebot an ver-
fügbaren Gewerbeflächen, die teilweise auch besonders für hafenaffines Gewerbe
geeignet sind. Der Landkreis Cuxhaven besitzt ebenfalls hochwertige Standorte
entlang der A 27 und im Umland von Bremerhaven, wobei die Planung der Ge-
meinde Loxstedt im Mündungsbereich der B 437 in die A 27 besonders erwäh-
nenswert ist. Der dort entstehende „Gewerbepark östlich des Wesertunnels“ soll
hochwertig gestaltet und bereits im Frühjahr 2003 fertiggestellt werden. Aufgrund
der unmittelbaren Lage direkt an der A 28 und der größeren Nähe zur Stadt Bre-
men erwächst den Gewerbegebieten „Wesertunnel“ und „Hiddingen-
Weserquerung“ eine ernstzunehmende Konkurrenz. Demzufolge ist eine hoch-
wertige Gestaltung sowie angepasste Preispolitik von entscheidender Bedeutung.

Stadt Nordenham: Die Stadt Nordenham ist der größte Wirtschaftsstandort im Landkreis Weser-
Nachfragepotenzial und marsch. Entsprechend waren auch die Gewerbeflächenumsätze in der Vergan-
derzeitiges Angebot
genheit die höchsten im Landkreis. Erwartungsgemäß stammen die angesiedelten
und erweiternden Betriebe fast ausschließlich aus Nordenham selbst. Auch künf-
tig werden die Gewerbeflächen in der Stadt in hohem Maße dem innergemeindli-
chen Verlagerungs- und Erweiterungsbedarf dienen. Allerdings haben einige vor-
handene Gewerbegebiete das Potenzial, regional und überregional Betriebe zu
akquirieren. Hier ist besonders die Fläche „Wesertunnel“ zu nennen, die als inter-
kommunale Entwicklung im nächsten Jahr von den Vorteilen der schnelleren
West-Ost-Verbindung profitieren wird. Weiterhin sind die teilweise noch in Pla-
nung befindlichen Flächen für hafenbezogenes Gewerbe entlang der Unterweser
für spezifische Zielgruppen von Bedeutung. Der Bahnanschluss für Güter- und
Personenverkehr ist für die Stadt Nordenham und bestimmte Zielgruppen (hafen-
bezogenes Gewerbe, Hafenbetriebe) ebenfalls von Vorteil. Die Strecke ist aller-
dings sanierungsbedürftig.

Stadt Nordenham: Unter Berücksichtigung der vorhandenen und geplanten Flächen sowie der Vor-
Empfehlungen für die zu- schaufläche Nr. 11 weist die Stadt eine im Vergleich auch langfristig sehr gute
künftige Flächenentwicklung
Ausstattung mit Gewerbeflächen für unterschiedliche Ansprüche auf. Im Falle der
Vorschaufläche handelt es sich um eine erhebliche Erweiterung des Gewerbege-
bietes „Wesertunnel“, die mittelfristig und nachfrageorientiert entwickelt werden
sollte. Von überregionaler Bedeutung sind vor allem die Flächen für hafenaffines
Gewerbe. Demzufolge stellt die Unterweser als Verkehrsweg eine besondere
Standortqualität dar, die es gesondert zu vermarkten gilt.

Stadland: Als sehr kleiner Wirtschaftsstandort wies Stadland in der Vergangenheit eine ver-
Nachfragepotenzial und gleichsweise geringe Flächennachfrage auf, die vermutlich auch im ehemals feh-
derzeitiges Angebot
lenden Angebot gut angebundener Flächen begründet lag. Mittlerweile wurde
jedoch in Kooperation mit der Stadt Nordenham der Standort „Hiddingen-
Weserquerung“ entwickelt. Nach Fertigstellung des Wesertunnels ist hier eine im
Vergleich mit anderen Gewerbegebieten des Landkreises sehr gute Anbindung an
die A 27 gegeben, wodurch sich eine stärkere Nachfrage entwickeln dürfte. Vor
103 Landkreis Wesermarsch

diesem Hintergrund ist das derzeitige Angebot quantitativ und qualitativ langfristig
ausreichend.

Wenn sich eine stärkere Nachfrage einstellen sollte, besteht die Möglichkeit, vor- Stadland:
handene Potenzialflächen zu entwickeln (Vorschaufläche Nr. 13). Die Fläche des Empfehlungen für die zu-
künftige Flächenentwicklung
KKU wird nach der voraussichtlichen Stillegung im Jahr 2012 ebenfalls zur Verfü-
gung stehen. Die Gemeinde plant bereits jetzt die Ausweisung als SO-Fläche für
Großkraftwerke (nichtnuklear) und Unternehmen der Energiewirtschaft.

Die Gemeinde Butjadingen ist der herausragende Tourismusstandort im Land- Butjadingen:


kreis. Die Gewerbeflächenentwicklung ist demzufolge nur auf den lokalen Bedarf Nachfragepotenzial, derzei-
tige Situation sowie Emp-
ausgerichtet. Auf dem Gemeindegebiet existiert lediglich ein Gewerbegebiet mit fehlungen für die Zukunft
verfügbaren Flächen bei der Ortschaft Stollham. Im Untersuchungszeitraum wur-
de der zweitgeringste Flächenumsatz auf Kreisebene erzielt. Auch in Zukunft wird
sich an diesem geringen Nachfragepotenzial nicht viel ändern, darum ist die Ge-
meinde mit den bereits verfügbaren Flächen und potenziellen Erweiterungsmög-
lichkeiten am Standort Stollham für die zu erwartende endogene gewerbliche
Nachfrage langfristig gut ausgestattet.

Zusammenfassung: Nördliches Kreisgebiet / Wesertunnel

! Trotz der Lagedefizite wurde beinahe ein Drittel aller Gewerbeflächenumsätze Nachfragepotenzial und
derzeitiges Angebot
der Kommunen des Landkreises Wesermarsch im nördlichen Kreisgebiet rea-
lisiert, vornehmlich auf dem Gebiet der Stadt Nordenham. Auch in Zukunft
dürfte der Großteil der Flächennachfrage aus den Kommunen selbst stammen.
Dennoch sollte künftig versucht werden, verstärkt regional und überregional
mobile Unternehmen zu gewinnen, die von den günstigen und demnächst ver-
kehrlich gut angebundenen Gewerbestandorten „Wesertunnel“ und „Hiddin-
gen-Weserquerung“ in unmittelbarer Nähe des Wesertunnels profitieren kön-
nen. Generell besteht auch ein überregionales Nachfragepotenzial für die in
Nordenham entlang der Weser liegenden Flächen mit besonderer Eignung für
hafenaffines Gewerbe. Um für zukünftige Entwicklungen gerüstet zu sein,
sollten die Flächen für hafenaffines Gewerbe langfristig vorgehalten und ge-
zielt vermarktet werden.

! Das nördliche Kreisgebiet verfügt über zwei hochwertige Vorschauflächen, die Vorschauflächen und
interkommunale Koopera-
sich durch ihre nach Fertigstellung des Wesertunnels vergleichsweise gute
tionen
verkehrliche Lage und ihr mittelgroßes bis großes Flächenpotenzial auszeich-
nen. Diese Standorte sollten, orientiert an der Nachfrage in den bereits vor-
handenen Gewerbegebieten „Wesertunnel“ und „Hiddingen-Weserquerung“,
mittel- bis langfristig und nachfrageorientiert interkommunal entwickelt werden,
um ein hochwertiges Angebot an diesem Standort zu gewährleisten. Sollte in
Zukunft die Küstenautobahn A 22 realisiert werden, würde sich daraus eine
weitere Aufwertung der tunnelnahen Standorte ergeben.
104 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Westliches Kreisgebiet

Lagegunst Das westliche Kreisgebiet orientiert sich in Richtung der A 29 und somit zum be-
deutenden Wirtschaftsstandort Oldenburg sowie zu den Mittelzentren Rastede
und Varel. Von der im Vergleich geringen Entfernung zur Autobahn profitiert vor-
nehmlich der Standort „Raiffeisenstraße“ in Jaderberg. Falls die Küstenautobahn
A 22 realisiert werden sollte, würde der Standort Jaderberg erheblich von der
Aufwertung der West-Ost Verbindung und der Lage an einem BAB-Kreuz profitie-
ren. Zusätzliches Nachfragepotenzial besteht auch nach Fertigstellung des Jade-
Weser-Ports.

Konkurrenzstandorte im Als Haupt-Konkurrenzstandorte sind die Gewerbeflächen in der Gemeinde Raste-


Umfeld de (Landkreis Ammerland) anzuführen, die aufgrund ihrer unmittelbaren Lage an
der A 29, ihrer größeren Nähe zur Stadt Oldenburg und ihres teilweise großen
Flächenpotenzials auch für überregionale Ansiedlungen interessant sind. Im
Landkreis Friesland befinden sich nur wenige Standorte mit größerem Flächen-
potenzial. Im Rahmen der Entwicklung des Jade-Weser-Ports sind aber größere
Gewerbeflächen in Planung. Von der Fertigstellung des Jade-Weser-Ports werden
die Gewerbestandorte im Landkreis Friesland besonders profitieren.

Jade: Die Gemeinde Jade weist als sehr kleiner Wirtschaftsstandort immerhin einen
Nachfragepotenzial und relativ großen Flächenumsatz insbesondere gegen Ende der 90er Jahre auf. Bei
derzeitiges Angebot
den Betrieben handelte es sich vornehmlich um Handwerks-, Dienstleistungsbe-
triebe sowie Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes, die fast ausschließlich aus
dem Gemeindegebiet stammen. Neuansiedlungen sind zurzeit im Gebiet „Raiffei-
senstrasse“ möglich, dessen Erschließung teilweise noch nicht abgeschlossen ist.
Die bereits verkauften Flächen gingen zur Hälfte an Unternehmen aus dem Land-
kreis Ammerland. In Zukunft sollte aufgrund der kurzen Entfernung zur Autobahn
A 29 auch mit weiteren Anfragen aus angrenzenden Kreisen gerechnet werden.

Jade: Da es sich im Falle der „Raiffeisenstraße“ um ein im Vergleich mit den anderen
Empfehlungen für die zu- Flächen im Landkreis verkehrlich sehr gut angebundenes Gewerbegebiet handelt,
künftige Flächenentwicklung
dessen Flächen bereits von Betrieben aus angrenzenden Gemeinden nachgefragt
werden, besteht in näherer Zukunft die Gefahr, dass nicht mehr in ausreichendem
Maße Flächen zur Verfügung gestellt werden können. Deshalb sollte die bereits in
Betracht gezogene Vorschaufläche Nr. 7 möglichst kurzfristig und nachfrageori-
entiert entwickelt werden. Es bestünde auch die Option einer Weiterentwicklung
des Gewerbegebietes in westlicher Richtung über die Kreisgrenze hinweg. Dazu
wäre allerdings die Bereitschaft der Gemeinde Rastede vonnöten, eine interkom-
munale Zusammenarbeit in die Wege zu leiten. Zurzeit konzentriert sich Rastede
aber auf Standorte in größerer Nähe zur Stadt Oldenburg. Bei sich abzeichnender
Realisierung der A 22 ist eine Änderung der Prioritätensetzung allerdings wahr-
scheinlich.

Ovelgönne (West): Im Verlauf des Jahres 2002 ist eine Erweiterung des Gewerbegebietes „Gilde-
Nachfragepotenzial, Ange- straße“ um 2,4 ha in Richtung Kreisgrenze geplant, was in Anbetracht des Nach-
bot und Empfehlung für die
zukünftige Flächenentwick- fragepotenzials mittel- bis langfristig ausreichen sollte. Falls sich aufgrund eines
lung Ausbaus der B 211 im Abschnitt Loyerberg und der daraus resultierenden Ver-
besserung der Anbindung nach Oldenburg und zur A 29 eine verstärkte Nachfra-
105 Landkreis Wesermarsch

ge einstellen sollte, besteht zusätzlich die Möglichkeit einer Entwicklung der Vor-
schaufläche Nr. 12.

Zusammenfassung: Westliches Kreisgebiet

! Im Vergleich weist das westliche Kreisgebiet den mit Abstand geringsten Flä- Nachfragepotenzial und
derzeitiges Angebot
chenumsatz auf, was in Anbetracht der sehr kleinen Wirtschaftsstandorte und
der geringen Anzahl an Gewerbegebieten nur zu verständlich ist. Für die Zu-
kunft sind z. Zt. zwei Gewerbeflächen nebst möglichen Vorschauflächen zur
Erweiterung vorhanden. Das Gewerbegebiet „Raiffeisenstraße“ in Jaderberg
wird auch in Zukunft aufgrund der im Vergleich geringen Entfernung zur Auto-
bahn und der günstigen Quadratmeterpreise ein regionales bis überregionales
Nachfragepotenzial besitzen. Der Standort „Gildestraße“ liegt zwar im Ver-
gleich mit anderen Standorten im Landkreis Wesermarsch in relativer Auto-
bahnnähe; die bereits in den 80er Jahren angesiedelten Betriebe sprechen
aber eher dafür, dass vornehmlich mit einem regionalen bis lokalen Nachfra-
gepotenzial zu rechnen ist.

! Das „westliche Kreisgebiet“ verfügt über zwei als Erweiterungen ausgelegte Vorschauflächen
und interkommunale Ko-
Vorschauflächen. Vorschaufläche Nr. 7 (Erweiterung „Raiffeisenstraße“) sollte
operationen
möglichst kurzfristig und in Abhängigkeit von der Nachfrage im Gewerbegebiet
Raiffeisenstraße entwickelt werden. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind aller-
dings durch die Untergrundbeschaffenheit und die Kreisgrenze beschränkt. Im
Falle der Vorschaufläche Nr. 12 „Gewerbegebiet Gildestraße“ ist eher mit ei-
nem mittel- bis längerfristigen Bedarf zu rechnen. Vorerst wäre die Nachfrage
im geplanten Erweiterungsbereich des Gewerbegebietes „Gildestraße“ abzu-
warten, bevor weitere Entwicklungsschritte eingeleitet werden.

5.2 Empfehlungen für eine nachfragegerechte Sicherung und Entwicklung


von Gewerbeflächen

Ziele für eine nachfragegerechte Sicherung und Entwicklung von Gewerbeflächen Ziele für eine nachfrage-
im Landkreis Wesermarsch sind gerechte Sicherung und
Entwicklung von Gewer-
- die Aufwertung der Straßeninfrastruktur, d.h. die Verbesserung der verkehrli- beflächen
chen Anbindung der Gewerbeflächen durch Realisierung der B 212-neu mit
Anbindung an die A 281, der Ausbau der B 211 in den Abschnitten Loyerberg
und Mittelort-Brake 30 sowie den Bau der Küstenautobahn A 22 als Ost-West
Verbindung; weiterhin sollte die Bahnstrecke Hude-Nordenham saniert und
aufgewertet werden 31,

- die Förderung der ansässigen Wirtschaft sowie die Ansiedlung neuer Betriebe
zur Bereitstellung wohnstandortnaher Arbeitsplätze im Landkreis und damit zur
Verringerung des Auspendlerüberschusses,

- ein an der zu erwartenden unternehmerischen Nachfrage ausgerichtetes An-


gebot von hochwertigen Gewerbeflächen; dabei gilt es, die Hafenflächen bzw.

30 Planungsmaßnahmen bereits eingeleitet


31 Baugrunduntersuchungen entlang der Strecke laufen bereits
106 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Flächen für hafenaffines Gewerbe gerade als Option für überregionale An-
siedlungen zu betonen,

- eine langfristig orientierte, strategische Vorratspolitik zur Sicherung der hoch-


wertigen Gewerbeflächenstandorte,

- eine an den Bedürfnissen der Betriebe und dem Erscheinungsbild der Gewer-
begebiete ausgerichtete zielgruppenspezifische Belegung der Flächen,

- die Förderung von Synergieeffekten und Kooperationen in Gewerbegebieten,

- eine nachfragegerechte und differenzierte städtebauliche Gestaltung von Ge-


werbegebieten sowie

- die effiziente Bündelung der kommunalen Ressourcen zur Flächenentwicklung


durch zwischengemeindliche Kooperationen.

5.2.1 Aufwertung der Verkehrsinfrastruktur

Ziel der Regionalent- Die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Wesermarsch und somit auch die
wicklung: Aufwertung der Intensität der Gewerbeflächennachfrage hängen in hohem Maße von der verkehr-
Verkehrswege
lichen Erschließung des gesamten Landkreises, speziell der verschiedenen vor-
handenen, geplanten und potenziellen Gewerbegebiete ab. Die weitere Verbesse-
rung und Aufwertung der Verkehrswege im und um den Landkreis Wesermarsch
muss eines der Hauptziele der Regionalentwicklung sein.

Mangel an leistungsfähi- Wie bereits des Öfteren betont, mangelt es im Landkreis Wesermarsch bislang
gen und schnellen Stra- noch an leistungsfähigen und schnellen Straßenverbindungen speziell zu den
ßenverbindungen, Defizite
im Schienennetz wichtigen Zentren Oldenburg und Bremen. Die vorhandenen Bundesstraßen und
vor allem die Landesstraßen sind teilweise in schlechtem Zustand, verlaufen
durch Ortschaften (z.B. B 212: Berne, B 211: Mittelort und Loyerberg) oder wer-
den durch die Weser unterbrochen (B 74), so dass Fähren zu benutzen sind. Die
Bahnstrecke Hude-Nordenham, die unter anderem für den Massenguttransport
von und zu den Häfen Nordenham und Brake von großer Bedeutung ist, bedarf
der Sanierung und Aufwertung, um ihrer Funktion besser gerecht werden zu kön-
nen.

Wesertunnel als heraus- Demzufolge bestehen teilweise seit Jahrzehnten Planungsansätze und konkrete
ragendes standortverbes- Planungen, die bei Verwirklichung zu einer deutlichen Verbesserung der Situation
serndes Projekt fast fer-
tiggestellt beitragen würden. Eine herausragende standortverbessernde Planung befindet
sich kurz vor ihrer Vollendung. Durch die Fertigstellung des Wesertunnels im Jah-
re 2003 wird die erste feste Querung der Unterweser nördlich von Bremen ge-
schaffen. Positive Effekte der bequemeren und schnelleren Verbindung zur A 27
werden sich sicherlich sehr schnell nachweisen lassen, speziell im Fall der tun-
nelnahen Gewerbeflächen. Der Erfolg dieser infrastrukturverbessernden Maß-
nahme könnte dazu beitragen, dass weiteren Verkehrsprojekten im Landkreis
etwas mehr Nachdruck verliehen wird. Dabei handelt es sich vornehmlich um drei
entscheidende Projekte:
- Die Ortsumgehung Berne (B 212-neu) und deren Weiterführung bis zur noch
fertigzustellenden A 281 würde das südliche Kreisgebiet erheblich besser an
Bremen und Delmenhorst anbinden. Auch das mittlere und nördliche Kreisge-
107 Landkreis Wesermarsch

biet würden von der konfliktfreien und schnelleren Verbindung nach Süden
profitieren.
- Die B 211 weist in ihrem Verlauf Engpässe in den Ortschaften Mittelort und
Loyerberg und eine ungünstige Straßenführung im Westen der Stadt Brake
auf. Durch eine Aufwertung der Straßenführung wird die Anbindung zur Stadt
Oldenburg erheblich verbessert. Das Straßenbauamt in Oldenburg hat mittler-
weile mit Planungsmaßnahmen im Abschnitt zwischen Mittelort und der B 212
begonnen. Die Realisierung der Umbaumaßnahme ist bis 2010 projektiert. Für
das zu entwickelnde interkommunale Gewerbegebiet „Wesermarsch-Mitte“ ist
diese Aufwertung der Straßenanbindung von besonderer Bedeutung. Im Ab-
schnitt Loyerberg steht eine Entscheidung zur Realisierung der Umgehung
noch aus 32.
- Die Küstenautobahn A 22 in ihrem Abschnitt zwischen der A 28 und dem We-
sertunnel ist für den Landkreis Wesermarsch verkehrlich von sehr hoher Be-
deutung als überregionale Ost-West Verbindung. Bei Umsetzung der Planung
wäre für die mittleren, westlichen und nördlichen Kreisbereiche eine sehr gute
Anbindung nach Westen zu den Autobahnen A 28 und A 29 und nach Osten
zur A 27 sowie weiter nach Hamburg gegeben.

5.2.2 Spezielle Standortqualitäten für die maritime Wirtschaft sowie luft-


fahrtbezogenes Gewerbe

Der entscheidende Standortfaktor, mit dem sich der Landkreis Wesermarsch von Schwerpunktstandorte
den meisten anderen Landkreisen und Städten abhebt, ist die Lage am seeschiff- mit Hafenaffinität in Bra-
ke, Nordenham, Elsfleth
tiefen Fahrwasser. Flächen für hafenbezogenes Gewerbe entlang der Unterweser und Lemwerder
befinden sich vornehmlich in den beiden größten Wirtschaftsstandorten des Land-
kreises, den Städten Brake und Nordenham sowie der Stadt Elsfleth und der Ge-
meinde Lemwerder:

- Besonders am Standort Brake sind die bereits verfügbaren Flächen und Vor-
schauflächen dermaßen lokalisiert, dass bereits vorhandene Kaianlagen ver-
längert werden könnten bzw. landseitig Flächen für Speditionen und Lager-
hausbetriebe zur Verfügung stehen. Die Kombination von ineinandergreifen-
den Nutzungen im Bereich Transport/Verladung, räumlich konzentriert im Nor-
den Brakes, gibt der Stadt die Möglichkeit, Unternehmen aus entsprechenden
Branchen auf längere Sicht geeignete Flächen anbieten zu können.
- In Nordenham liegen die geplanten Flächen vergleichsweise weit auseinander,
vereinzelt blockieren Eigentümer eine adäquate Nutzung. Trotzdem gilt auch
für Nordenham, dass die Stadt ebenfalls langfristig die Option besitzt, entspre-
chende Flächen anzubieten.

- Die Gemeinden Elsfleth und Lemwerder können Flächen in Planung nehmen,


die für Zulieferer der bereits ansässigen Werften bedeutsam sind. Am Standort
Elsfleth befinden sich zudem der Fachbereich Seefahrt der Fachhochschule
Oldenburg / Ostfriesland / Wilhelmshaven sowie das „Maritime Kompetenz-
zentrum“ (MARIKO.RIS), das für die Förderung kleiner und mittlerer Unter-
nehmen der maritimen Verbundwirtschaft zuständig ist. In diesem Zusammen-

32 Entscheidung evtl. im Jahr 2004


108 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

hang laufen verschiedene Projekte, die sich mit Möglichkeiten der Innovati-
onsförderung und des Innovationstransfers befassen.

Schwerpunktstandorte Im Umfeld der vorhandenen Luftfahrtindustrie in Nordenham und Lemwerder


mit Luftfahrtaffinität in sollten die Kommunen Reserveflächen zur Verfügung stellen, um für eventuelle
Lemwerder und Norden-
ham Erweiterungsmaßnahmen oder ansiedlungswillige Zulieferer Flächen bereitstellen
zu können. Dies ist im Fall der Stadt Nordenham bereits gegeben. In der Gemein-
de Lemwerder laufen diesbezüglich Planungen im Bereich „Deichshausen“. Die
langfristige Verfolgung des Zieles, den Sektor Luftfahrtindustrie und luftfahrtorien-
tiertes Gewerbe als speziellen Standortvorteil in der Wesermarsch weiterhin aus-
zubauen, ist zu empfehlen.

Gesonderte Berücksichti- Beide Standortqualitäten gilt es bei der Gewerbeflächenentwicklung gesondert zu


gung bei der Gewerbeflä- berücksichtigen. Erforderlich ist zudem eine spezielle Vermarktung der Flächen in
chenentwicklung erfor-
derlich Kooperation mit privaten Akteuren, insbesondere den bereits ansässigen Betrie-
ben. Mehr noch als bei anderen zielgruppenspezifisch ausgerichteten Gewerbe-
gebieten ist bei diesen Flächen ein „langer Atem“ der kommunalen Liegen-
schaftspolitik unerlässlich. Die Tatsache, dass kurzfristige Erfolge nicht wahr-
scheinlich sind, darf nicht dazu verleiten, diese einmaligen Flächenqualitäten auf-
zugeben und einer allgemeinen, unspezifischen gewerblichen Nutzung zuzufüh-
ren.

5.2.3 Zielgruppenspezifische Belegung der übrigen Gewerbegebiete

Branchenmix ist wichti- Der Branchenmix, d.h. die Belegung eines Gewerbegebietes mit verschiedenen
ger, aber nicht bedeu- Betrieben, wird von den Unternehmen als Standortfaktor in der Regel weniger
tendster Standortfaktor
bedeutsam eingestuft als die dominierenden Faktoren „Verkehrsanbindung“, „Nä-
he zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort“ und „Verfügbarkeit der Flächen“.
Unter bestimmten Bedingungen kann die Frage des Branchenmixes dennoch von
großer Bedeutung sein:

- Die Nähe zu unansehnlichen Betriebsstätten und stark emittierenden Betrie-


ben wird von den meisten Unternehmen möglichst gemieden.

- Für Unternehmen, deren Umsatz durch den Kundenverkehr profitiert, der von
so genannten Frequenzbringern ausgeht (Einzelhandel und Haushaltsorien-
tierte Dienstleistungen), hat der Branchenmix eine hohe Bedeutung.

- Je höherwertiger ein Unternehmen ist, desto mehr legt es Wert auf die Aus-
wahl und das Erscheinungsbild der benachbarten Betriebe.

Branchenspezifische Bei der Entwicklung und Vermarktung von Gewerbegebieten ist aber insgesamt
Belegung im engeren zu beachten, dass für viele Betriebe, insbesondere des Produzierenden Gewer-
Sinne in der Regel nicht
erforderlich bes, eine branchenspezifische Belegung im engeren Sinne nicht erforderlich ist.
Zudem ist für die Mehrzahl der Gewerbestandorte zu bezweifeln, dass bei einer
zu starken Einengung von Zielgruppen noch ausreichend Nachfragepotenzial
vorhanden ist. Eine ausgewogene betriebliche Mischung und Vielfalt verschiede-
ner oder auch ähnlicher Branchen dürfte an den meisten Standorten ausreichen.
109 Landkreis Wesermarsch

Für die Belegung von Gewerbegebieten im Landkreis Wesermarsch folgt hieraus, Sensibilität bei Ansied-
dass die Ansiedlung von potenziell störenden Betrieben mit Bedacht angegangen lung von störenden Be-
trieben gefragt
werden sollte. Zu diesem Betriebstyp zählen z.B. Recyclingbetriebe, Schrott- und
Altreifenhändler, Betriebe mit hohem Verkehrsaufkommen sowie andere
emittierende Betriebe. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Ansiedlung solcher
Unternehmen vermieden werden sollte. Stattdessen wird empfohlen, Teile von
Gewerbegebieten für diesen Betriebstyp zu reservieren und somit zu einer räumli-
chen Trennung von störenden und nicht-störenden Betrieben zu gelangen. Vor-
raussetzung ist, dass bei den in Frage kommenden Gewerbeflächen möglichst
keine Konflikte mit Nachbarnutzungen bestehen und der Gesamteindruck eines
Gewerbegebietes nicht beeinträchtigt wird.

Konzeptionell besteht die Möglichkeit, Gewerbegebiete in verschiedene Nut- Unterteilung eines Ge-
zungssektoren für unterschiedliche Zielgruppen mit beispielsweise begrünten werbegebietes ...
Trennstreifen und einer gezielten Verkehrsführung zu untergliedern (Dienstleis-
tungen, GE, GI). Nicht zueinander passende Nutzungen werden somit voneinan-
der getrennt. Durch diese Vorgehensweise kann die Gemeinde die Zusammen-
stellung der Betriebe positiv steuern und behält dennoch eine ausreichende Flexi-
bilität bei der Vergabe von Gewerbegrundstücken.

Die Untergliederung des Gewerbegebietes könnte sogar noch weiter geführt wer- ... für unterschiedliche
den, indem z.B. nicht-innenstadtrelevanter und nicht-großflächiger Einzelhandel Zielgruppen
und Haushaltsorientierte Dienstleistungen einbezogen werden und auch diesen
Branchen ein abgegrenzter Teil des Gewerbegebietes reserviert wird. Hierdurch
würde das Dienstleistungsangebot im Gewerbegebiet verbreitert und damit die
Attraktivität des Standortes weiter gesteigert. Außerdem können konsumentenori-
entierte Betriebe vom Kundenverkehr der jeweils anderen profitieren. Die Umset-
zung einer solchen Untergliederung setzt aber eine gewisse Mindestgröße des
gesamten Vorhabens voraus.

Die Übertragung des skizzierten Modells auf die im Rahmen des vorliegenden Insbesondere hochwerti-
Gutachtens untersuchten Vorschauflächen sollte von den Gemeinden entspre- ge Gewerbeflächenstand-
orte für Unterteilung ge-
chend geprüft werden. Aus Sicht der Gutachter eignen sich insbesondere hoch- eignet
wertigere Gewerbeflächenstandorte für ein solches Konzept, da die hier zu er-
wartende Nachfrage die Steuerung der Grundstücksvergabe erleichtert und zu-
dem mit einer größeren Bandbreite an ansiedlungsinteressierten Betriebe gerech-
net werden kann. Als mögliche Modellflächen wären die potenziellen Schwer-
punktgewerbegebiete am Wesertunnel sowie „Butzhausen“ und „Wesermarsch
Mitte“ geeignet.

An hochwertigeren Gewerbeflächenstandorten, die sich für die Ansiedlung ebenso Bei besonders hochwerti-
hochwertigerer Betriebe eignen, sollte bei der Auswahl und der Platzierung von gen Gewerbegebieten
Betriebe sorgfältig aus-
Unternehmen sorgfältiger vorgegangen werden. Unbedingt zu vermeiden ist, dass wählen
„Filetstücke“ des Gewerbeflächenangebots im Landkreis Wesermarsch durch eine
willkürliche Ansiedlung verschiedenster, nicht zueinander passender Betriebe
entwertet werden. Als Standorte mit der Eignung und dem Potenzial für die An-
siedlung hochwertiger Unternehmen gelten insbesondere die oben genannten
Vorschauflächen sowie darüber hinaus in der Gemeinde Jade die Erweiterung
des Gewerbegebietes „Raiffeisenstraße“.
110 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Auswahl und Anordnung Aber auch für die übrigen Standorte gilt, dass die Mischung der Betriebe die Wer-
der Betriebe als „Visiten- tigkeit eines Gewerbegebietes mit beeinflusst. Die Auswahl der Betriebe gilt als
karte“ des Gewerbegebie-
tes „Visitenkarte“ eines Gewerbegebietes. Um in dieser Hinsicht von Seiten der
Kommunen positiv Einfluss nehmen zu können, ist es erforderlich, nicht alle
Grundstücke pauschal allen ansiedlungsinteressierten Unternehmen anzubieten.
Unter Umständen müssen die Unternehmen überzeugt werden, dass ein anderes
als das zunächst ins Auge gefasste Grundstück im Interesse des eigenen Betrie-
bes, der anderen ansässigen Betriebe sowie des Erscheinungsbildes des Gewer-
begebietes insgesamt geeigneter ist. Gegebenenfalls sollten den Betrieben auch
Grundstücke an anderen Gewerbeflächenstandorten angeboten werden. Dass
dies in Anbetracht der teilweise geringen Nachfrageintensität keine leichte Aufga-
be ist, steht außer Frage, allerdings ist dieses Vorgehen im Sinne einer nachhalti-
gen und umfassend positiven Entwicklung der verschiedenen Gewerbegebiete
anzustreben.

Kaum Austausch oder In Gewerbegebieten ist oftmals zu beobachten, dass es trotz der räumlichen Nähe
Kooperationen zwischen zueinander an Austausch oder Kooperationen zwischen den ansässigen Betrie-
Betrieben in einem Ge-
werbegebiet ben mangelt. Gemeint ist hierbei weniger eine Zusammenarbeit welche die zent-
ralen Geschäftsfelder sich ergänzender Unternehmen betrifft, sondern vielmehr
die Nutzung von Synergieeffekten teils ganz unterschiedlicher Betriebe. Hierzu
zählen beispielsweise
- die Einrichtung einer Gewerbeflächen- und Gewerberaumbörse, d.h. einer
Datenbank aller ungenutzten privaten Grundstücke und Gebäude, um diese an
andere erweiternde Betriebe mit Flächen- oder Raumbedarf weitervermitteln
zu können,

- der gemeinschaftliche Einkauf (z.B. Material, Energieversorgung), um hier-


durch Kostenvorteile zu erzielen,

- die gemeinsame Inanspruchnahme von Sicherheitsdienstleistungen zum


Schutz der Betriebe,

- die gemeinsame Nutzung vorhandener Ressourcen (z.B. Spezialmaschinen,


Messmittel, Geräte, Kantine), um diese besser auszulasten und Betrieben, die
über diese Ressourcen nicht verfügen, den Zugang zu erleichtern,

- gemeinsame Werbeaktionen aller ansässigen kundenorientierten Unterneh-


men, um das Image und den Bekanntheitsgrad des Gewerbegebietes zu för-
dern,

- die Einstellung gemeinschaftlicher Sicherheits- und Umweltschutzbeauftragter,


um die diesbezüglichen gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen sowie

- der Austausch von Mitarbeitern, um den Beschäftigungsbedarf zu Spitzenzei-


ten kurzfristig decken zu können.

Förderung von Synergie- Diese Formen der Kooperation zu fördern, ist grundsätzlich in allen Gewerbege-
effekten in Gewerbegebie- bieten im Landkreis Wesermarsch möglich. Hierbei handelt es sich allerdings
ten als Aufgabe der Wirt-
schaftsförderung weniger um Aufgaben der Gewerbeflächenpolitik im eigentlichen Sinne, sondern
vielmehr um Instrumente der kommunalen Wirtschaftsförderung. Größtenteils ist
eine Beschränkung auf die räumlichen Grenzen eines Gewerbegebietes nicht
unbedingt erforderlich. Notwendig ist in jedem Fall das Engagement der beteilig-
ten Betriebe; die Wirtschaftsförderung kann nur als Initiator aktiv werden.
111 Landkreis Wesermarsch

5.2.4 Umfang des Gewerbeflächenangebots im Landkreis Wesermarsch

Die Erhebung der Gewerbeflächenumsätze im Landkreis Wesermarsch (Ab- Gewerbeflächennachfrage


schnitt 3.3) verdeutlicht, dass die Nachfrage im Verlauf der 90er Jahre tendenziell im Verlauf der 90er Jahre
tendenziell angestiegen
angestiegen ist. In den letzten drei Jahren (1999 bis 2001) konnte ein Umsatz von
jahresdurchschnittlich über 7 ha realisiert werden, so dass in den nächsten Jahren
nach Überwindung der aktuellen konjunkturellen Probleme mit einer vergleichba-
ren Flächennachfrage zu rechnen ist.

Der Vorrat an verfügbaren Flächen, die derzeitigen Planungsvorhaben und die Flächenvorrat meist aus-
Entwicklung von Vorschauflächen sind vor dem Hintergrund dieser Umsatzzahlen reichend, nur vereinzelte
Flächenengpässe
auf die unternehmerische Nachfrage auszurichten. Insgesamt gesehen ist das
quantitative Gewerbeflächenangebot im Landkreis Wesermarsch derzeit über-
durchschnittlich, allerdings sind an einigen Standorten die verfügbaren Flächen
etwas zu knapp bemessen, so dass vereinzelte Flächenengpässe nicht auszu-
schließen sind. Hiervon können in näherer Zukunft z.B. Lemwerder oder auch
Berne betroffen sein.

Bei einer regionalen Betrachtung der Gewerbeflächensituation ist zu beachten, Verschiedene Flächen-
dass die verschiedenen Flächenqualitäten an den einzelnen Standorten im Land- qualitäten sind nicht ge-
geneinander aufzurech-
kreis Wesermarsch nicht gegeneinander aufgerechnet werden können. Das Flä- nen
chenangebot ist vor dem Hintergrund der zu erwartenden Flächennachfrage
räumlich sehr unterschiedlich zu bewerten. So kann z.B. ein auf den lokalen Er-
weiterungs- und Verlagerungsbedarf ausgerichtetes Gewerbeflächenangebot in
der peripher gelegenen Gemeinde Butjadingen nicht mit den erheblich besser
angebundenen und damit überregional vermarktbaren Flächen in Jaderberg oder
in Lemwerder verglichen werden.

Da sich die unternehmerische Nachfrage insbesondere auf Flächen mit einer at- Umfang an hochwertigen
traktiven Ausstattung an Standortfaktoren konzentriert, ist für die Beurteilung des Gewerbeflächen ent-
scheidend
Gewerbeflächenangebots im Landkreis Wesermarsch sowie des erforderlichen
Vorrats an verfügbaren Flächen der Umfang an hochwertigen Gewerbeflächen
entscheidend. Zu den wichtigsten Kriterien zählen die Verkehrsanbindung, die
sofortige Verfügbarkeit der Flächen und die Nähe zu einem bedeutenden Wirt-
schaftsstandort sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landkreises.

Die Gemeinden im Landkreis sind in der ungünstigen Situation, durch die fehlen- Relativ wenige und spe-
den direkten Autobahnanbindungen und die teilweise weite Entfernung zu den zielle Möglichkeiten
hochwertige Flächen zu
Oberzentren über eine eher geringe Lagegunst und eingeschränkte Möglichkeiten entwickeln
zur Entwicklung von hochwertigen Gewerbeflächenstandorten zu verfügen. Dem-
zufolge muss das vorhandene, wenn auch im Vergleich mit anderen Regionen
geringere Nachfragepotenzial bestmöglich genutzt werden, um eine insgesamt
positivere regionalwirtschaftliche Entwicklung des Kreises umsetzen zu können.
Die Verwirklichung verschiedener Verkehrsprojekte (B 211-neu, B 212-neu und
A 281) wird mittel- bis langfristig zu einer erheblichen Verbesserung der Standort-
situation im Landkreis beitragen und damit zu einer anziehenden Nachfrage.

Die Erschließung der Gewerbegebiete sollte grundsätzlich schrittweise und unter Schrittweise Erschließung
Berücksichtigung der Vermarktungsfortschritte erfolgen. Uneingeschränkt lassen der Gewerbegebiete an-
streben
sich in der Regel aber nur vollständig erschlossene Gewerbeflächen vermarkten,
112 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

d.h. es ist ständig ein ausreichender Umfang an voll erschlossenen Gewerbeflä-


chen in den verschiedenen Teilräumen vorzuhalten. Andererseits muss aber eine
übermäßige Bindung kommunaler Finanzmittel durch zu großzügig ausgelegte
Erschließungen vermieden werden.

Flexible Parzellierung der Die Analyse der Gewerbeflächennachfrage hat gezeigt, dass die Größen der ver-
Gewerbegebiete erforder- kauften Grundstücke eine sehr große Spannweite aufweisen. Auch wenn sich der
lich
Großteil der Grundstücksverkäufe in der Größenklasse 2000 bis 5000 m² abge-
spielt hat, ist eine flexible Parzellierung der Gewerbegebiete sinnvoll, die es den
ansiedlungsinteressierten Unternehmen ermöglicht, eine ihren Bedürfnissen ent-
sprechende Grundstücksgröße zu erwerben. Diese betrifft insbesondere größere
Ansiedlungsvorhaben, schließlich fand über ein Viertel aller Grundstücksverkäufe
im Betrachtungszeitraum in der Kategorie über 5000 m² statt.

GI-Flächen bei Unterneh- Da die Ausweisung Industriegebiet (GI) nach Baunutzungsverordnung (BauNVO)
men oftmals besonders eine höhere Emissionslast zulässt als GE-Nutzungen, sind solche Flächen bei
begehrt
Unternehmen oftmals besonders begehrt. Dieses gilt nicht nur für die klassischen
Industriebetriebe, sondern auch für Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes oder
beispielsweise Speditionen.

In ausreichendem Umfang Das Angebot an Industrieflächen (GI) im Landkreis Wesermarsch ist vor dem
GI-Flächen bereitstellen Hintergrund der potenziellen Nachfrage als zu gering einzustufen. Derzeit sind nur
in Elsfleth GI-Flächen sofort verfügbar, in der Gemeinde Stadland könnten nach
entsprechenden Erschließungsmaßnahmen ebenfalls GI-Flächen zur Verfügung
stehen. Geplant ist die Ausweisung von GI-Flächen in Brake und Nordenham, in
Brake allerdings als unternehmensspezifische Erweiterungsflächen. Im Falle der
Fläche „MAN-GHH“ in Nordenham ist die Verfügbarkeit aufgrund spezieller Ziel-
vorstellungen der Eigentümer längerfristig offen. Demzufolge ist das Angebot an
GI-Flächen in Brake, Lemwerder, Berne und im westlichen Kreisgebiet zu verbes-
sern.

5.2.5 Strategische Flächenvorratspolitik

Mangelnde Verkaufsbe- Mangelnde Verkaufsbereitschaft und zu hohe Preisforderungen privater Eigentü-


reitschaft und zu hohe mer sind zentrale Engpässe bei der Mobilisierung von Gewerbeflächen durch die
Preisforderungen stellen
zentrale Engpässe dar Kommunen. Zur Nutzung von Gewerbeflächen als strategisches Instrument der
Wirtschaftsförderung, so um beispielsweise die Auswahl der anzusiedelnden Be-
triebe steuern zu können, ist es für die Städte und Gemeinden unerlässlich, den
eigentumsrechtlichen Zugriff auf die Gewerbegrundstücke zu haben.

Nach Darstellung der Erfahrungsgemäß steigen die Preisforderungen der Grundstückseigentümer deut-
Flächen im Flächennut- lich an, wenn durch die Darstellung im Flächennutzungsplan bekannt wird, dass
zungsplan steigen die
Preisforderungen oftmals die Ausweisung von Gewerbeflächen zu erwarten ist. Eine rechtzeitige eigentums-
deutlich an rechtliche Sicherung hilft den Einstandspreis der Kommunen für künftige Gewer-
begrundstücke möglichst gering zu halten, so dass anschließend ein größerer
Spielraum bei der Preisgestaltung für Gewerbeflächen besteht.
113 Landkreis Wesermarsch

Die Auswertung der Eigentumsverhältnisse von derzeit bereits verfügbaren Ge- Verfügbare Gewerbeflä-
werbeflächen im Landkreis Wesermarsch hat gezeigt, dass der Anteil von Flächen chen in hohem Maße in
öffentlicher Hand
in öffentlichem Eigentum vergleichsweise hoch ist. In anderen Regionen Nieder-
sachsens sind teilweise deutlich mehr Gewerbeflächen in privatem Eigentum.

Bei den geplanten Gewerbegebieten, d.h. bei jenen Flächen, für die derzeit eine Privates Eigentum über-
Flächennutzungsplanänderung oder die Bebauungsplanung läuft, sieht das Ver- wiegt im Falle der geplan-
ten Flächen
hältnis etwas anders aus. Noch über die Hälfte der Flächen sind in privater Hand:
Daraus folgt, dass es nicht allen Kommunen gelungen ist, Flächen rechtzeitig
eigentumsrechtlich zu sichern. Beispielsweise hatten die Städte Brake, Norden-
ham und Ovelgönne aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten, eine langfristi-
ge Flächenvorratspolitik zu betreiben.

Demzufolge wird den Städten und Gemeinden im Landkreis Wesermarsch zur Langfristig orientierte,
Entwicklung der Vorschauflächen eine langfristig orientierte, d.h. strategische d.h. strategische Flächen-
vorratspolitik empfeh-
Flächenvorratspolitik empfohlen. Für die Mehrzahl der erhobenen Vorschauflä- lenswert
chen sind bislang noch keine formellen Planungsverfahren begonnen worden. Für
diese Standorte besteht deshalb die Möglichkeit, sich bereits vor der Darstellung
im Flächennutzungsplan Grundstücke eigentumsrechtlich durch die jeweilige
Kommune zu sichern.

Dies erfordert von den Gemeinden aufgrund der notwendigen Bindung von Kapital Politik muss strategische
einen „langen Atem“ der kommunalen Liegenschaftspolitik und setzt seitens der Flächenbevorratung mit-
tragen
politischen Vertreter ein entsprechendes Verständnis voraus. Die Verantwortli-
chen für Gewerbeflächenentwicklung und Wirtschaftsförderung müssen für diese
politische Unterstützung aktiv werben, um eine erfolgreiche Flächenbevorratungs-
strategie überhaupt zu ermöglichen.

Sollte sich aufgrund mangelnder Verkaufsbereitschaft privater Eigentümer die Informelle Planungsvor-
eigentumsrechtliche Sicherung von künftigen Gewerbeflächen und damit auch arbeiten können Pla-
nungsverfahren verkürzen
das Planungsverfahren verzögern, so besteht für die Kommunen zumindest die
Möglichkeit, mit informellen Planungsvorarbeiten zu beginnen. Auf diese Weise
wird eine Verkürzung und Vereinfachung der anschließenden formellen Pla-
nungsschritte erreicht.

Darüber hinaus sollten Alternativen in die Gewerbeflächenentwicklung einbezo- Alternative Vorschauflä-


gen werden. Fast alle Gemeinden sind an mindestens zwei Vorschauflächen be- chenstandorte helfen
Engpässe zu vermeiden
teiligt und haben somit die Möglichkeit, die Planung mehrerer Standorte gleichzei-
tig voranzutreiben. Im Fall von Engpässen bei einem Vorhaben kann eine alterna-
tive Planung weitergeführt werden.

Im Falle der Gewerbeflächenverkaufspreise ist eine stringente Preispolitik von Konkurrenzorientierte


entscheidender Bedeutung. Die Quadratmeterpreise sollten in Relation zu ver- Preispolitik von entschei-
dender Bedeutung
gleichbaren Angeboten in angrenzenden Städten und Landkreisen merkbar nied-
riger angesetzt werde.

Die Frage der Einbindung einer Grundstücksentwicklungsgesellschaft in die Ge- Einbindung einer Grund-
werbeflächenentwicklung muss von den Gemeinden individuell vor dem Hinter- stücksentwicklungsge-
sellschaft nur individuell
grund der jeweiligen kommunalen Finanzsituation und personellen Ressourcen zu entscheiden
entschieden werden. Eine eindeutige Empfehlung kann hierzu nicht gegeben
werden. Die meisten Städte und Gemeinden im Landkreis beurteilen die Beteili-
114 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

gung einer Grundstücksentwicklungsgesellschaft v.a. unter Kostengesichtspunk-


ten skeptisch. Solange die kommunale Finanzsituation die Gewerbeflächenent-
wicklung weiterhin ermöglicht, beispielsweise auch mit Hilfe von Krediten, betrei-
ben die Kommunen den Erwerb und die Entwicklung der Flächen vorzugsweise in
Eigenregie.

5.2.6 Gestaltung von Gewerbegebieten

Weiche Standortfaktoren Die Betrachtung weicher, qualitativ orientierter Standortfaktoren hat im Rahmen
auch in Gewerbegebieten der regionalwissenschaftlichen Standortdiskussion der vergangenen Jahre deut-
zunehmend bedeutsam
lich an Gewicht gewonnen. Im Hinblick auf Gewerbeflächen zählen hierzu z.B.
das Erscheinungsbild des Gewerbegebietes und die Qualität der Erschließungs-
maßnahmen. Vielfach wird konstatiert, dass von den Unternehmen zunehmend
eine ansprechende, hochwertige Gestaltung von Gewerbeflächen gefordert wird.
Hierbei darf jedoch nicht übersehen werden, dass sich gestalterische Maßnahmen
in Kosten für die ansiedlungsinteressierten und ansässigen Unternehmen ausdrü-
cken. Längst nicht alle Unternehmen sind bereit, diese zusätzlichen Kosten in
Kauf zu nehmen. Die Frage der Gestaltung von Gewerbegebieten erfordert des-
halb eine differenzierte Herangehensweise:

- Hochwertige Standorte bzw. dortige Teilflächen, die für die Ansiedlung ebenso
hochwertiger Betriebe geeignet sind, sollten sich durch eine entsprechende
Gestaltung vom übrigen Gewerbeflächenangebot abheben. Bei den dort anzu-
siedelnden Zielgruppen kann erwartet werden, dass sie aufgrund der besonde-
ren Qualität eines Standortes höhere Grundstückspreise in Kauf nehmen.

- Auf der anderen Seite ist auch ein ausreichendes Gewerbeflächenangebot für
eher preissensible Betriebe bereitzuhalten. Es kann unterstellt werden, dass
für eine Vielzahl von Unternehmen ein günstiger Grundstückspreis sehr viel
wichtiger ist als eine hochwertige Gestaltung.

Für hochwertige Gewer- Bei der künftigen Gestaltung der als besonders hochwertig eingestuften Vor-
beflächen hochwertige schauflächenstandorte sollte der qualitative Anspruch v.a. über die öffentliche
Erschließung erforderlich
Erschließung des Geländes angestrebt werden. Entsprechende bauplanerische
Festsetzungen für die Unternehmen müssen diese Maßnahmen flankieren. Diese
Vorgehensweise hat den Vorteil, dass bereits bei der Erschließung des Gewerbe-
gebietes der Anspruch einer hochwertigen Gestaltung sichtbar wird und somit
frühzeitig als Vermarktungsargument eingesetzt werden kann. Im Bebauungsplan
festgesetzte gestalterische Auflagen für Unternehmen machen sich in der Regel
erst sehr viel später im Erscheinungsbild des Gewerbegebietes bemerkbar.

Teilflächen hochwertig Für die im vorliegenden Konzept untersuchten Gewerbe- und Vorschauflächen
gestalten und entspre- dürfte das Ansiedlungspotenzial für Unternehmen mit hohen Ansprüchen an das
chend vermarkten
Erscheinungsbild voraussichtlich nicht für eine hochwertige Gestaltung des ge-
samten Gewerbegebietes ausreichen. Dennoch sollten zumindest Teilflächen für
eine hochwertige Gestaltung reserviert werden. Dieses wäre z.B. für die Flächen
am Wesertunnel sowie die Vorschauflächen „Raiffeisenstraße“ (Nr. 7) und „Butz-
hausen“ (Nr. 8) möglich.
115 Landkreis Wesermarsch

Im Rahmen der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten eines Gewerbegebietes hat Name, Logo und Beschil-
auch die Auswahl des Namens eine gewisse Bedeutung. Die im vorliegenden derung als Gestaltungs-
merkmal von Gewerbege-
Gutachten verwendeten Namen der Vorschauflächen sind nur Arbeitstitel. Der bieten beachten
Name eines Gewerbegebietes sollte eingängig und positiv besetzt sein und wenn
möglich einen lokalen Bezug haben. Eher technische Bezeichnungen wie „Ge-
werbegebiet Ost“ sollten vermieden werden. Zusätzlich förderlich sind die Ver-
wendung eines Logos, das den ausgewählten Namen unterstützt und im Sinne
einer „Corporate Identity“ auch auf den Info-Prospekten verwendet wird sowie
eine entsprechende Beschilderung des Gewerbegebietes.

5.2.7 Interkommunale Kooperationen

Die kommunale Gewerbeflächenpolitik findet in vielerlei Hinsicht unter zunehmend Kommunale Gewerbeflä-
erschwerten Rahmenbedingungen statt: Steuereinnahmen und Subventionen chenpolitik unter zuneh-
mend erschwerten Rah-
gehen zurück, die Verfügbarkeit von Flächen für gewerbliche Entwicklungen wird menbedingungen
immer problematischer, die zwischengemeindliche Konkurrenz wird intensiviert
und der beschleunigte Strukturwandel der Wirtschaft stellt die Kommunen vor
immer neue Herausforderungen. Vor allem aufgrund eingeschränkter Verwal-
tungskapazitäten sind zahlreiche Gemeinden mit der Bewältigung dieser Proble-
me überfordert.

Kooperationen in der Gewerbeflächenpolitik können gerade im Hinblick auf ein Interkommunale Koopera-
qualitativ hochwertiges Flächenangebot durch eine Bündelung der Kräfte dazu tionen stärken die Positi-
on aller beteiligten Ge-
beitragen, die Position aller beteiligten Gemeinden zu stärken und die genannten meinden
Schwierigkeiten zu überwinden. Eine echte zwischengemeindliche Zusammenar-
beit umfasst alle Stadien der Planung und Entwicklung bis hin zur gemeinsamen
Vermarktung der Gewerbegebiete. Interkommunale Kooperationen in der Gewer-
beflächenpolitik bieten im Einzelnen folgende Vorteile:

- Es besteht die Möglichkeit zu Flächenoptionen, die Gemeindegrenzen über-


schreiten. Hierdurch erhöht sich die Zahl der Alternativen, und es kann ein
Standort gewählt werden, der in besonderer Weise unternehmerischen Anfor-
derungen entspricht.

- Die Schaffung eines zentralen Gewerbegebietes, an dem verschiedene Kom-


munen beteiligt sind, verringert im Vergleich zu mehreren kleinteiligen Ent-
wicklungen den Flächenverbrauch und die Zersiedelung.

- Kooperationen eröffnen dadurch Chancen zur Entwicklung und Vermarktung


von Gewerbegebieten, die sich mit ihren spezifischen Merkmalen aus der
Masse des Gewerbeflächenangebots herausheben.

- Die Bündelung von Finanzkraft und Verwaltungskompetenz stärkt die Position


der Gemeinden gegenüber den nachfragenden Unternehmen, anderen Kom-
munen und anderen Verwaltungsebenen.

- Durch eine Kooperation kann die ansonsten teilweise belastende zwischen-


gemeindliche Konkurrenz überwunden werden.

- Die derzeitige Förderpolitik begünstigt interkommunale Gewerbegebiete.


116 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Chance zur Entwicklung Die Forderung nach interkommunalen Kooperationen darf kein Selbstzweck sein.
von besonders hochwer- Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden sind im-
tigen Gewerbegebieten
mer im Einzelfall zu prüfen. Sowohl die Kosten als auch die Erträge eines inter-
kommunalen Gewerbegebietes sind fair unter den beteiligten Partnern aufzutei-
len.

Bereits erste interkom- Die interkommunale Kooperation bei der Gewerbeflächenentwicklung ist für die
munale Gewerbegebiete Gemeinden des Landkreises Wesermarsch noch ein relativ neues Betätigungs-
im Landkreis Weser-
marsch vorhanden feld. Bislang existieren nur zwei interkommunale Gewerbegebiete, die von der
Stadt Nordenham zusammen mit der Gemeinde Stadland entwickelt wurden und
sich in der Nähe des Wesertunnels befinden („Wesertunnel“, Nordenham und
„Hiddingen-Weserquerung“, Stadland). Erste Überlegungen zu kooperieren sind
im Falle folgender Flächen angestellt worden.:

- „Butzhausen“ (Nr. 8) bzw. „Harmenhausen“ (Nr. 1), Gemeinden Lemwerder


und Berne,
- „Wesermarsch – Mitte“ (Nr. 4)“ und Wesermarsch Mitte II (ehem. Logemanns-
deich), Stadt Brake und Gemeinde Ovelgönne,

- „Raiffeisenstraße“ (Nr. 7), Gemeinden Jade und Rastede (Landkreis Ammer-


land).

Weiterer Gesprächsbedarf In der Mehrzahl sind dies allerdings eher einseitige Überlegungen der verschie-
bezüglich Prioritätenset- denen Kommunen, die beispielsweise auch differierende Prioritätensetzungen der
zung und Zielvorstellun-
gen potenziell beteiligten Gemeinden zum Ausdruck bringen. Dies betrifft die Gemein-
den Berne und Lemwerder sowie Jade und Rastede. Um sich über die Standort-
präferenzen und Zielvorstellungen klar zu werden und die eventuelle Art und Wei-
se der Zusammenarbeit konkretisieren zu können, besteht hier weitergehender
Gesprächsbedarf.

Soweit möglich Konzen- Neben den bereits genannten potenziellen Partnern ist eine Einbindung weiterer
tration auf interkommu- Kommunen in diese interkommunalen Projektansätze zu überlegen. Ziel muss
nale Schwerpunktstandor-
te im jeweiligen Teilraum sein, der Entwicklung einiger großflächiger und hochwertiger Vorschauflächen
den Vorrang vor der Realisierung vieler kleinerer Standorte zu geben. Dies be-
deutet, dass ausgewählte Vorschauflächen zeitnah gemeinsam entwickelt werden
und andere als langfristige Reserveflächen verbleiben. Anzustreben ist die Kon-
zentration in den vier Teilräumen des Landkreises Wesermarsch auf jeweils ein
oder zwei hochwertige Schwerpunktstandorte:

- Mittelfristige Konzentration der Gemeinden im Umland der Stadt Bremen auf


zunächst eine der beiden Vorschauflächen: „Butzhausen (Nr. 8)“, falls sich die
Verwirklichung der B 212-neu nebst Verlängerung zur A 281 abzeichnet, sonst
„Harmenhausen (Nr.1)“.

- Im mittleren Kreisgebiet empfiehlt sich die kooperative Entwicklung des Ge-


werbegebietes „Wesermarsch-Mitte“ (Vorschaufläche„Wesermarsch-Mitte und
verfügbare aber unerschlossene Fläche Wesermarsch-Mitte II)“.

- Die Stadt Nordenham und die Gemeinde Stadland könnten ihre in Nähe zum
Wesertunnel liegenden Gewerbegebiete nebst den mittelfristig zu entwickeln-
den Vorschauflächen „Wesertunnel“ (Nr. 11) und „Hiddingen-Weserquerung“
(Nr. 13) trotz räumlicher Trennung kooperativ zu hochwertigen Standorten
117 Landkreis Wesermarsch

entwickeln. Zu prüfen ist, ob die räumliche Lücke zwischen den Standorten


geschlossen werden kann.

- Im westlichen Kreisgebiet bieten sich keine konkreten Kooperationen zwischen


den Gemeinden Ovelgönne und Jade an. Vorerst dürfte sich die gewerbliche
Entwicklung am Standort Jaderberg „Raiffeisenstraße“, Vorschaufläche Nr. 7
konzentrieren. Im Falle einer Aufwertung der B 211 im Abschnitt Loyerberg
könnte auch der Standort Ovelgönne „Gildestraße“ profitieren.

Weitergehende interkommunale Kooperationen, beispielsweise mit den angren- Z.Zt. keine weitergehen-
zenden Städten Oldenburg, Delmenhorst und Bremen oder den angrenzenden den interkommunalen
Kooperationen
Landkreisen Ammerland und Cuxhaven, werden derzeit nicht gesehen.

5.3 Empfehlungen zur Ausgestaltung und Organisation des Gewerbeflä-


chen- und Standortmarketings

Die Aktivitäten des Gewerbeflächenmarketings und des Standortmarketings dür- Gewerbeflächenmarketing


fen nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Gewerbeflächenmarketing ist ist integraler Bestandteil
des Standortmarketings
ein integraler Bestandteil des Standortmarketings. Dies bedeutet auch, dass die
Aufgaben der Wirtschaftsförderung mit denen des Gewerbeflächenmarketings in
engem Zusammenhang stehen.

Folgende Ziele sollten für das Gewerbeflächenmarketing im Landkreis Weser- Ziele des Gewerbe-
marsch gelten: flächenmarketings im
Landkreis Wesermarsch
- eine räumliche Differenzierung nach unternehmerischen Zielgruppen, insbe-
sondere innerhalb von Gewerbegebieten, teilweise aber auch zwischen den
Standorten (z.B. hafenaffines Gewerbe, Flugzeugbauzulieferer, Logistik),

- die innerregional ausgerichteten Vermarktungsaktivitäten sollten effizient orga-


nisiert werden und in Arbeitsteilung erfolgen,

- Ressourcen für das überregionale Marketing sollten gebündelt und benach-


barte Städte und Landkreise einbezogen sowie

- Marketinginstrumente sollten effizient eingesetzt werden.

5.3.1 Wirtschaftsförderung als Voraussetzung für ein erfolgreiches


Gewerbeflächenmarketing

Unternehmen legen bei Ansiedlungen, Verlagerungen und Erweiterungen großen Unternehmen fordern
Wert auf kurze Wege zu kompetenten und entscheidungsbefugten Ansprechpart- kurze Wege in der Verwal-
tung („one-stop-agency“)
nern in der kommunalen Verwaltung sowie auf schnelle und unkomplizierte Ent-
scheidungsprozesse. Die Funktion dieses Ansprechpartners im Sinne einer „one-
stop-agency“ sollte sich tatsächlich auch in einer Person bündeln und nicht auf
verschiedene Mitarbeiter in unterschiedlichen Ämtern aufgeteilt sein.
118 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Unkomplizierte Abstim- Vor diesem Hintergrund ist die direkte Abstimmung bei Unternehmensansiedlun-
mung innerhalb kleiner gen, -verlagerungen und -erweiterungen innerhalb der meist relativ kleinen Ge-
Gemeindeverwaltungen
als positiver Standortfak- meindeverwaltungen des Landkreises Wesermarsch unter Federführung der
tor Hauptverwaltungsbeamten positiv zu bewerten. Dies lässt sich gegenüber größe-
ren Städten durchaus als Standortvorteil bezeichnen. Wichtig ist das Bewusstsein,
dass Wirtschaftsförderung eine der zentralen Aufgaben der Gemeindeverwaltung
ist. Wirtschaftsförderung sollte als „Chefsache“ aufgefasst und von den jeweiligen
Hauptverwaltungsbeamten als Schwerpunktaufgabe betrieben werden. Der di-
rekte und relativ unkomplizierte Kontakt zu den jeweiligen Hauptverwaltungsbe-
amten in den einzelnen Kommunen sowie die kleine und schlagkräftige Organisa-
tionsstruktur der Verwaltungen wird von Unternehmern in der Regel als sehr posi-
tiv bewertet und sollte deshalb als Standortfaktor weiter ausgebaut werden.

Zusammenarbeit und Systematische Unternehmenskontakte vor Ort und das „Aufspüren“ von Bera-
Arbeitsteilung zwischen tungsbedarf durch die lokalen Wirtschaftsförderungsakteure sind unabdingbare
Gemeinden und WFG
weiter führen Voraussetzungen für erfolgreiche regionale Wirtschaftsförderungsaktivitäten. Bei
spezialisierten Anliegen der Unternehmen - beispielsweise Fördermittelfragen -
sollten die Städte und Gemeinden die bisherige Praxis einer Weiterleitung an die
WFG fortführen. Schließlich hat sich diese Verfahrensweise bisher im Interesse
aller Wirtschaftsförderungsakteure sehr bewährt.

Arbeitsteilung zwischen Die Gemeinden werden sich auch künftig aufgrund ihrer beschränkten finanziellen
WFG und Gemeinden und personellen Ressourcen kein eigenes Fachpersonal für Wirtschaftsförderung
wichtig
leisten können, d.h. sie sind auf die Dienstleistungen der WFG angewiesen. Den-
noch dürfte die jeweilige Gemeindeverwaltung für die meisten Unternehmen die
erste Anlaufstelle sein. Die Gemeinden müssen also entscheiden, welche Prob-
leme gemeinsam mit der WFG gelöst werden sollen und für welche unternehmeri-
schen Anliegen die Mittel der Gemeinde ausreichen. Da sich die Wirtschaftsförde-
rung auf Landkreisebene in ihrer Arbeit auf die wichtigsten Unternehmen (Produ-
zierendes Gewerbe, Unternehmensbezogene Dienstleister etc.) konzentrieren
soll, können nicht alle wirtschaftsförderungsrelevanten Probleme durch die WFG
bearbeitet werden.

5.3.2 Zielgruppen des Gewerbeflächenmarketings

Hauptzielgruppe des Ge- Hauptzielgruppe des Gewerbeflächenangebots sind neben den spezialisierten
werbeflächenangebots: Zielgruppen die bereits im Landkreis Wesermarsch ansässigen Betriebe, d.h.
Ansässige Betriebe
Neugründungen, Erweiterungen sowie lokale und innerregionale Verlagerungen.
Selbst innerregional sind die Verlagerungsdistanzen meist nur gering. Eine län-
gerfristige Veränderung dieser Situation kann nur mit Hilfe einer Aufwertung der
verkehrlichen Erschließung erreicht werden (vgl. Abschnitt 5.2.1).

Aufgabenschwerpunkt: Demzufolge muss die Gewerbeflächenvermarktung nach innen weiterhin Schwer-


Gewerbeflächenvermark- punkt der Vermarktungsaktivitäten sein. Vornehmlich ist von Bedeutung, die be-
tung nach innen ...
reits ansässigen Betriebe im Landkreis zu halten und Erweiterungs- und Verlage-
rungsbedarf im Rahmen der Wirtschaftsförderungsaktivitäten rechtzeitig zu er-
mitteln. Einerseits sollten die ansässigen Betriebe ständig über das aktuelle An-
gebot verfügbarer Gewerbeflächen informiert sein. Andererseits empfiehlt sich für
die einzelnen Kommunen, speziell für die mit Wirtschaftsförderung betrauten Per-
119 Landkreis Wesermarsch

sonen, bezüglich der Unternehmensentwicklung der angesiedelten Betriebe im-


mer auf dem neusten Stand sein. Überregionale Vermarktungsanstrengungen
werden konterkariert, wenn durch mangelnde Aktivitäten der Bestandsentwicklung
Unternehmen aus dem Landkreis abwandern.

In diesem Zusammenhang sollte die innerregionale Konkurrenz - zumindest in ... unter Überwindung der
Teilbereichen - zugunsten einer intensiven Abstimmung und Kooperation aller zwischengemeindlichen
Konkurrenz
Städte und Gemeinden im Landkreis Wesermarsch überwunden werden. Die
Priorität, ansässige Betriebe im Landkreis zu halten und ihre Weiterentwicklung zu
fördern, kann in Konsequenz dazu führen, dass einem Unternehmen aufgrund der
Standortbedingungen und des Gewerbeflächenangebots ein Grundstück in einer
Nachbargemeinde angeboten wird. Die Kommunen müssten sozusagen ihren
lokalen Blickwinkel zugunsten einer regionalen Sichtweise erweitern, was sicher-
lich viel Überwindung und noch mehr Überzeugungsarbeit, besonders seitens der
Wirtschaftsförderung auf Landkreisebene, verlangt.

Eine weitere wichtige Zielgruppe sind Unternehmen aus den benachbarten Städ- Weitere wichtige Ziel-
ten Bremen, Delmenhorst, Oldenburg und eventuell auch Bremerhaven sowie gruppe: Unternehmen aus
den benachbarten Zentren
angrenzenden Gemeinden. Da lediglich im Umland der Stadt Bremen sehr leichte und Gemeinden
Suburbanisierungseffekte vornehmlich in der Gemeinde Lemwerder festzustellen
sind, sollte die Wirtschaftsförderung des Landkreises Wesermarsch durch geeig-
nete Marketingmaßnahmen auf die vorhandenen hochwertigen Standorte hinwei-
sen. Eine offensive Abwerbung von Betrieben aus den Städten und angrenzenden
Gemeinden sollte wegen der damit verbundenen negativen Folgen für die regio-
nale Kommunikations- und Kooperationskultur aber vermieden werden. Mögli-
cherweise erwachsen gerade aus den noch zu entwickelnden überregionalen
kooperativen Bemühungen Prozesse, die zur überregionalen Weitervermittlung
von Betrieben, beispielsweise aus den Zentren, führen. Verbesserte Vermark-
tungschancen ergäben sich vor allem durch den Ausbau der Verkehrsanbindung
zu den Zentren Bremen und Oldenburg.

Eine generelle zielgruppenspezifische Einengung des Gewerbeflächenmarketings Keine Beschränkung auf


im Landkreis Wesermarsch auf spezielle Branchen ist nicht sinnvoll. Ziel sollte spezielle Branchen
vielmehr sein, den unterschiedlichen ansiedlungsinteressierten Betrieben ent-
sprechend ihrer Eigenschaften ein besonders gut geeignetes Gewerbegebiet bzw.
-grundstück anzubieten (vgl. Abschnitt 5.2.3 „Zielgruppenspezifische Belegung
von Gewerbegebieten“). Lediglich die folgenden Branchen sind in Anlehnung an
die im Landkreis Wesermarsch vorhandenen spezifischen Flächenqualitäten be-
sonders zu berücksichtigen:

- Vermarktung der entsprechenden Flächen entlang der Weser für hafenaffines


Gewerbe. Hierbei kommt überregional bis international tätigen Institutionen wie
der Port-Promotion-Agency33 sowie der vorhandenen Hafenbetriebe eine
wichtige Bedeutung zu,

- Nutzung der sich künftig durch den Jade-Weser-Port ergebenden Chancen für
die Ansiedlung von Logistikbetrieben (z.B. am Wesertunnel und in der Ge-
meinde Jade),

33 http://www.port-promotion.de
120 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

- Zulieferer im Umfeld ansässiger Fahrzeugbaubetriebe (Luftfahrt, Schiffbau).


Die Einbeziehung der Fahrzeugbaubetriebe in eine Vermarktungsstrategie ist
unerlässlich.

5.3.3 Organisation des Gewerbeflächenmarketings

Innerregionale Gewerbeflächenvermarktung

Bei der innerregionalen Vermarktung von Gewerbeflächen ist zu unterscheiden


zwischen

- lokal ausgerichteter Gewerbeflächennachfrage, d.h. Erweiterungen am beste-


henden Standort, innergemeindlichen Verlagerungen von Kleinbetrieben etc.
sowie

- dem Verlagerungsbedarf regional und überregional ausgerichteter Unterneh-


men.

Lokales Gewerbeflä- Die Bearbeitung der lokalen Gewerbeflächennachfrage sollte auch weiterhin so-
chenmarketing durch die weit wie möglich im Aufgabenbereich der einzelnen Kommunen verbleiben, da sie
einzelnen Gemeinden
durch ihre Kenntnisse der spezifischen Situation vor Ort und ihre Kontakte zu den
lokalen Unternehmen hierzu die besten Voraussetzungen haben.

Einbeziehung der WFG im Wenn es allerdings zu größeren Verlagerungsvorhaben kommt, sollte der Be-
Falle größerer Verlage- deutung des Unternehmens entsprechend auch die WFG als regionaler Wirt-
rungsvorhaben
schaftsförderungsakteur einbezogen werden. Der optimale Betriebsstandort in-
nerhalb des Landkreises Wesermarsch muss das Ziel sein, d.h. die Städte und
Gemeinden des Landkreises müssen kundenorientiert gemeinsam unter Feder-
führung der WFG das Wohl des jeweiligen Unternehmens im Blick haben und
dessen Bedürfnisse möglichst befriedigen. Dabei sollten innerregionale Konkur-
renzen in den Hintergrund treten.

Überregionale Gewerbeflächenvermarktung

Kaum Ressourcen für Die erfolgreiche überregionale Vermarktung von Gewerbeflächen ist eine finan-
überregionales Gewerbe- ziell aufwendige Angelegenheit. Bei den Gemeinden im Landkreis Wesermarsch
flächenmarketing in den
Gemeinden sind die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen sowie das Know-
how für ein effizientes und Erfolg versprechendes überregionales Gewerbeflä-
chenmarketing nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Hinzu kommt, dass klei-
nere Einzelstandorte oder auch einzelne Landkreise überregional kaum wahrge-
nommen werden.

Ziel: Überregionale Ver- Um die knappen kommunalen Ressourcen effektiv einsetzen zu können, empfiehlt
marktungsaktivitäten sich die Kooperation mehrerer Partner bei den Vermarktungsaktivitäten. Der Ko-
regional bündeln ...
operationsansatz hat zudem den Vorteil, dass Ansiedlungsinteressenten eine sehr
breite Palette von unterschiedlichen Flächenqualitäten angeboten werden kann.
121 Landkreis Wesermarsch

Dies gilt besonders im Falle der Hafenstandorte Nordenham, Brake sowie Elsfleth ... besonders im Falle der
und Lemwerder, die auf eine überregionale Vermarktungsstrategie angewiesen Flächen für hafenbezoge-
nes Gewerbe
sind. Um eine unproduktive innerregionale Konkurrenz zu vermeiden, sollte eine
kooperative Vermarktungsstrategie verfolgt werden.

Die Auswahl der Partner, d.h. in erster Linie der beteiligten Gebietskörperschaf- Sinnvollen Zuschnitt der
ten, muss auf einen regionalwirtschaftlich sinnvollen und organisatorisch machba- „Vermarktungsregion“
wählen
ren räumlichen Zuschnitt der Region abzielen. Die Region sollte dabei so gewählt
sein, dass sie nach außen auch überregional als eigenständiges „Produkt“ wahr-
genommen werden kann.

Folglich wird bereits deutlich, dass eine effiziente überregionale Gewerbeflächen- Einbeziehung benachbar-
vermarktung nicht auf die Städte und Gemeinden des Landkreises Wesermarsch ter Städte und Landkreise
anstreben
allein beschränkt bleiben darf. Die Einbeziehung der unmittelbar benachbarten
Städte Bremen, Delmenhorst und Oldenburg sowie ausgewählter weiterer Ge-
meinden bzw. Landkreise sollte angestrebt werden.

Die Optionen gemeinsamer, überregionaler Vermarktungsaktivitäten können


erst abschließend bewertet werden, wenn auch die anderen Bausteine des
Gutachtens „Gemeinsames Gewerbeflächenentwicklungskonzept für die
Städte Oldenburg und Delmenhorst sowie die umliegenden Landkreise
Ammerland, Oldenburg und Wesermarsch“ fertig gestellt sind. Es ist in der
Region zu diskutieren, inwiefern im Hinblick auf ein gemeinsames Standort-
und Gewerbeflächenmarketing eine Kooperation der am Konzept beteiligten
Gebietskörperschaften sinnvoll und möglich ist.

Die Darstellung der Ergebnisse dieser Diskussion und eine abschließende


Bewertung durch die Gutachter erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt in Bau-
stein V „Zusammenfassende Bewertung der regionalen Flächenpotenziale in
den Städten Oldenburg und Delmenhorst sowie den umliegenden Landkrei-
sen Ammerland, Oldenburg und Wesermarsch sowie Konsequenzen für die
künftige Gewerbeflächenpolitik“.

Auch bei der Koordination und Bündelung der überregionalen Vermarktungsakti- Weitere Akteure für über-
vitäten sollte die WFG federführend für alle Kommunen im Landkreis Weser- regionales Marketing
wichtig ...
marsch tätig sein. Zusätzlich wird empfohlen, weitere Akteure (Unternehmen,
Sparkassen, Banken, Verbände, Kammern und Vereine etc.) für die Unterstüt-
zung und Durchführung überregionaler Marketingaktivitäten zu gewinnen.

Bezüglich der Hafenflächenvermarktung kommt Institutionen wie der Port- ... speziell im Fall der
Promotion-Agency oder dem Verein Niedersächsischen Hafenvertretung34 eine Hafenflächenvermark-
tung ...
wichtige Bedeutung zu. Beide befassen sich mit der überregionalen und internati-
onalen Vermarktung niedersächsischer Seehäfen. Durch eine Intensivierung des
kooperativen Informationsaustauschs zwischen diesen Institutionen und den Wirt-
schaftsförderern der Hafenstädte und des Landkreises bestünde die Option, ge-
meinsam Vermarktungsalternativen zu entwickeln und umzusetzen. Dies gilt
ebenfalls für private Hafenbetreiber, deren strategische Planungen für die Kom-
munen von großem Wert sein können.

34 http://www.seaports.de/
122 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

... und der Flächen für Eine vergleichbare Vorgehensweise wird im Falle der Zuliefererstandorte im Um-
Zulieferer der Großbetrie- feld der Großbetriebe für Schiff- und Flugzeugbau empfohlen. Es sollten geson-
be (Werften, Luftfahr-
zeugbau) derte überregional orientierte Vermarktungsaktivitäten in Kooperation mit den
Fahrzeugbaubetrieben entwickelt und umbesetzt werden.

5.3.4 Instrumente für das Gewerbeflächenmarketing

Marketingaktivitäten auf Besondere Aktivitäten für ein regional gebündeltes Gewerbeflächenmarketing


wenige, konzentriert sollten sich auf wenige, konzentriert durchgeführte Maßnahmen und Instrumente
durchgeführte Maßnah-
men beschränken beschränken. Parallel hierzu sind Standardinstrumente (Pressearbeit, Infomap-
pen, Broschüren, Internetdarstellung etc.) weiterhin bereitzuhalten bzw. durchzu-
führen. Ein ständiges Monitoring der Vermarktungsaktivitäten ist unerlässlich. Im
Folgenden werden die möglichen Marketinginstrumente dargestellt und bewertet
(Übersicht 5.3-1).
123 Landkreis Wesermarsch

Übersicht 5.3-1: Instrumente für das Gewerbeflächenmarketing

Marketingmaßnahme Vorteile Nachteile / Grenzen Bewertung / Effizienz


Imagebroschüre - vielfältige Gestaltungsmög- - nur geringe Verbreitung - Standardinstrument; darf
(einschl. Internetdar- lichkeiten aufgrund vergleichsweise nicht fehlen
stellung) - kostengünstige Erstellung hoher Distributionskosten - dient zur Ergänzung ande-
möglich rer Instrumente (z.B. Di-
rektansprache, Mailaktio-
nen)
Gewerbeflächen- - hoher Informationswert - nur geringe Verbreitung - Standardinstrument; darf
broschüre / Infoblätter / - kostengünstige Erstellung aufgrund vergleichsweise nicht fehlen
Infomappe möglich hoher Distributionskosten - dient zur Ergänzung ande-
rer Instrumente (z.B. Di-
rektansprache, Mailaktio-
nen)
Darstellung der Gewer- - hoher Informationswert - kein gezielter Einsatz - Standardinstrument; darf
beflächen im Internet - ständig aktualisierbar und möglich nicht fehlen
flexibel - dient zur Ergänzung ande-
- interaktive Präsentation rer Instrumente
möglich
- kostengünstige Erstellung
möglich
Regionale Zeitschrift - hoher Informationswert - hohe Herstellungskosten - gut geeignet zur Imagebil-
für den Wirtschafts- - vielfältige Gestaltungsmög- - nur geringe Verbreitung dung des Landkreises We-
standort Landkreis aufgrund vergleichsweise sermarsch und zur Infor-
lichkeiten
Wesermarsch mation / Motivation regio-
hoher Distributionskosten
naler Akteure und Unter-
nehmen
- auch für überregionalen
Einsatz geeignet
- ggf. in Kooperation mit
umliegenden Städten und
Landkreisen
Anzeige in einschlägi- - weniger teuer als überregi- - für die überregionale Ver- - geeignet zur Information
gen Zeitschriften (z.B. onale Anzeigen marktung weniger geeignet der bereits ansässigen und
IHK-Nachrichten) - erreicht alle Unternehmen regionalen Betriebe (er-
gänzendes Instrument der
im Kammerbezirk
Bestandsentwicklung)
Anzeige in regionalen - weniger teuer als überregi- - erreicht in erster Linie - geeignet zur Information
und lokalen Zeitungen onale Anzeigen bereits ansässige Unter- der bereits ansässigen und
und Zeitschriften nehmen regionalen Betriebe (er-
gänzendes Instrument der
Bestandsentwicklung)
Anzeige in über- - Ansprache von Unterneh- - nur geringe Wahrnehmung - ungünstiges Kosten-
regionalen Zeitungen men in anderen Regionen durch Zielgruppen, hohe Nutzen-Verhältnis
und Zeitschriften möglich Streuverluste - nur sinnvoll in speziellen
- meist hohe Kosten Zeitschriften
- in Kooperation mehrerer
Partner durchzuführen
Pressearbeit - relativ niedrige Kosten bei - nicht immer direkt steuer- - Standardinstrument; darf
guten, kontinuierlichen bar nicht fehlen
Kontakten zur Presse - muss kontinuierlich durch-
- i.d.R. gute Verbreitung der geführt werden
Informationen durch die
regionale Presse
124 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Marketingmaßnahme Vorteile Nachteile / Grenzen Bewertung / Effizienz


Mailaktion (ggf. mit - Ansprache von Unterneh- - hohe Streuverluste - nur sinnvoll bei überschau-
Faxantwortmöglichkeit) men in anderen Regionen - Adressen der Zielgruppen barer, zuverlässiger Ad-
möglich bzw. der relevanten An- ressdatenbank
- gezielt einsetzbar sprechpartner in den Be-
trieben schwer zu be-
schaffen
Direktansprache von - gezieltes Instrument - Multiplikatoren vertreten in - Instrument sehr stark von
Unternehmensberatern, - mit relativ wenig Aufwand erster Linie eigene Interes- der Qualifikation, der Moti-
Maklern, Agenturen etc. zu realisieren, wenn An- sen vation und dem Arbeitsbe-
als Multiplikatoren reich der einzelnen Multi-
sprechpartner bekannt
plikatoren abhängig
Direktansprache von - gezieltes Instrument - Motivation der Multiplikato- - Instrument sehr stark von
ausgewählten ansässi- - mit relativ wenig Aufwand ren durch die Wirtschafts- der Qualifikation, der Moti-
gen Unternehmen als zu realisieren, wenn An- förderung u.U. schwierig vation und dem Arbeitsbe-
Multiplikatoren reich der einzelnen Multi-
sprechpartner bekannt
plikatoren abhängig
- überregionale Geschäfts-
- nur ausgewählte, z.B.
partner der Unternehmer
innovative Unternehmer
ansprechen
Telefonaktion (ggf. - gezieltes Instrument - hohe Streuverluste - nur sinnvoll bei überschau-
durch Call-Center) - telefonische Kontakte - Kompetenz von Call-
barer, zuverlässiger Ad-
ermöglichen persönlichere Centern fraglich ressdatenbank
Ansprache als Mailaktio- - Kompetenz von Call-
- Telefonnummern der
nen Zielgruppen schwer zu be- Centern kritisch überprüfen
- Ansprache von Unterneh- schaffen
men in anderen Regionen - nur zeitlich begrenzt ein-
möglich
setzbar
Kombination von - differenziertes mehrstufi- - hoher Aufwand - aufwändiges zeitintensives
- Befragung, ges Instrument (mehrere
- Erfolg ungewiss
Instrument, dass zur Iden-
- Telefonaktion, Selektionsebenen) tifikation einer interessier-
- gezielten Mailings - selektierte Unternehmen ten Zielgruppe führt
- sowie anschließenden gehören zum Kern der
Veranstaltungen / Zielgruppe und können
Einladungen sehr gezielt angesprochen
werden
Teilnahme an Messen - sehr gezielt, da direktes - vergleichsweise sehr zeit- - ggf. ungünstiges Kosten-
und Gewerbeschauen und unmittelbares Reagie- und kostenaufwendig (An- Nutzen-Verhältnis
ren auf Anfragen von Be- schaffung Messestand,
- weiterführendes Instrument
suchern bzw. ansied- Vorbereitung, Standgebüh-
lungsinteressierten Unter- ren, Personalkosten) - ggf. in Kooperation mehre-
nehmern gegeben rer Partner (z.B. Gemein-
den, Kreditinstitute) durch-
zuführen
125 Landkreis Wesermarsch

5.4 Fazit und Zusammenfassung der Handlungsempfehlungen

Im Landkreis Wesermarsch bestehen im Vergleich mit angrenzenden Landkreisen Höherer Gewerbeflächen-


deutliche Defizite in der Straßenverkehrsanbindung. Dies ist in Anbetracht der umsatz durch Ausbau der
Verkehrswege ...
Konkurrenz der Landkreise um überregionale Betriebsansiedlungen ein großer
Nachteil. So konnte bisher nur geringfügig von den Suburbanisierungsprozessen
aus den bedeutenden Zentren Oldenburg und Bremen profitiert werden. Demzu-
folge ist an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich die Bedeutung der in Abschnitt
5.2.1 angeführten Verkehrsprojekte (B 212-neu, B 211-neu und A 22, Sanierung
der Bahnstrecke Hude-Nordenham) zu betonen. Je zügiger eine Realisierung
dieser drei Projekte gelingt, desto eher werden sich auch positive Effekte beim
überregionalen und innerregionalen Gewerbeflächenumsatz bemerkbar machen.

Besonders von den verbesserten Verkehrsverbindungen würden die im vorliegen- ... insbesondere in den
den Konzept vorgeschlagenen Schwerpunktstandorte der Gewerbeflächenent- künftigen Schwer-
punktstandorten der Ge-
wicklung profitieren. Dieses sind die Gewerbeflächen im Umfeld des Wesertunnels werbeflächenentwicklung
(Stadt Nordenham und Gemeinde Stadland), das interkommunale Gewerbegebiet
im Süden des Landkreises (Gemeinden Berne und Lemwerder) ergänzt um be-
stehende Flächen der Stadt Elsfleth sowie der interkommunale Standort „Weser-
marsch-Mitte“ (Stadt Brake und Gemeinde Ovelgönne). Die verkehrliche Anbin-
dung der Gewerbeflächen in der Gemeinde Jade ist schon heute als sehr gut zu
bezeichnen. Insbesondere die Standorte Wesertunnel und Jaderberg können von
den Verkehrsströmen des geplanten Jade-Weser-Ports und der Ansiedlung von
Logistikbetrieben profitieren. Auch wenn konkrete Annahmen über zusätzliche
Verkehre noch verfrüht sind, sollte der Landkreis Wesermarsch für diese künftigen
Chancen vorbereitet sein.

Ein wichtiger Standortvorteil des Landkreises Wesermarsch ist die Lage am see- Lage am seeschifftiefen
schifftiefen Fahrwasser. Die Hafenstädte entlang der Weser besitzen bereits Ge- Fahrwasser als wichtiger
Standortvorteil des Land-
werbeflächen für hafenbezogenes Gewerbe bzw. können mittel- bis langfristig kreises Wesermarsch
entsprechende Flächen bereitstellen. Diesen Standortvorteil gilt es langfristig zu
bewahren, weiterzuentwickeln und entsprechend zu vermarkten. Die Zusammen-
arbeit der Wirtschaftsförderungsakteure im Landkreis mit spezialisierten Ver-
marktungsinstitutionen sowie den Hafenbetreibern und bereits ansässigen hafe-
naffinen Betrieben sollte weiter ausgebaut werden.

In der Stadt Nordenham und der Gemeinde Lemwerder sind Betriebe der Luft- Flächen im Umfeld der
fahrtindustrie ansässig. Im näheren Umfeld dieser „Magnetbetriebe“ wurden im Fahrzeugbaubetriebe
sichern und spezifisch
Sinne einer langfristigen Flächenvorratspolitik bereits Standorte für die Ansiedlung vermarkten
von Zulieferbetrieben gesichert. Teilweise laufen hierzu konkrete Planungen. Auch
für diese Flächen gilt, dass der spezifische Standortvorteil mit seinen Chancen
weiterentwickelt werden sollte. Weil die Vermarktung in Anbetracht der anzusie-
delnden Zielgruppen eher überregional ausgerichtet sein muss, sind hierfür - wie
auch bei den hafenaffinen Flächen - gesonderte Vermarktungsaktivitäten in Ko-
operation mit den Luftfahrzeugbaubetrieben notwendig. Im Wesentlichen lässt
sich dieser Ansatz auch auf die Schiffbauindustrie sowie andere industrielle Groß-
betriebe und ihre Standorte im Landkreis Wesermarsch übertragen.
126 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Bestandsentwicklung ist Neben diesen speziellen unternehmerischen Zielgruppen ist die besondere Be-
und bleibt Hauptzielgrup- deutung der Bestandsentwicklung, d.h. des innerregionalen Erweiterungs- und
pe des Gewerbeflächen-
angebots Verlagerungsbedarfs, zu betonen. Überregionale Vermarktungsanstrengungen
werden konterkariert, wenn durch mangelnde Aktivitäten der Bestandsentwicklung
ansässige Unternehmen aus dem Landkreis abwandern. Durch einen Ausbau der
Verkehrswege kann zudem die Zielgruppe der Verlagerungen aus den großen
Zentren (insbesondere Bremen) künftig an Bedeutung gewinnen. Im Übrigen
stammen aber auch in Regionen mit einer deutlich höheren Lagegunst als der
Landkreis Wesermarsch i.d.R. mindestens drei Viertel der Gewerbeflächennach-
frage aus dem Landkreis selbst.

Preisniveau für Gewerbe- Aufgrund der Defizite in der Lagegunst des Landkreises Wesermarsch darf die
grundstücke sollte unter Frage der Gewerbeflächenpreise nicht unterschätzt werden. Das Preisniveau für
dem der umliegenden
Regionen bleiben Gewerbegrundstücke im Landkreis sollte tendenziell unter dem der besser ange-
bundenen umliegenden Regionen liegen. Die Auswertung der Gewerbeflächen-
preise hat gezeigt, dass dieses derzeit i.d.R. bereits der Fall ist. Auch weiterhin
müssen die Städte und Gemeinden anstreben, preislich günstige Gewerbe-
grundstücke anzubieten.

Allgemeine Empfehlungen

Handlungsfeld Handlungsempfehlungen
Aufwertung der Verkehrs- - Die B 212-neu und A 281 sollten realisiert werden
infrastruktur - Durch die begonnenen Planungen zur B 211-neu wird eine Verbesserung
(5.2.1) der Straßenführung im Abschnitt zwischen Mittelort und der B 212 erreicht.
Im Abschnitt Loyerberg besteht allerdings noch Handlungsbedarf, da noch
keine Entscheidung zur Realisierung der Umbaumaßnahme gefallen ist.
- kreisübergreifende Zusammenarbeit mit den Landkreisen Ammerland und
Cuxhaven, um die Realisierung der A 22 forcieren
- Sanierung der Bahnstrecke Hude-Nordenham erwirken

Standortqualitäten für mari- - Flächen für hafenbezogenes Gewerbe langfristig an den Standorten Nor-
time Wirtschaft sowie luft- denham, Brake sowie Elsfleth und Lemwerder vorhalten
fahrtbezogenes Gewerbe - Standorte für Zulieferer der Luftfahrtindustrie in den Kommunen Nordenham
(5.2.2) und Lemwerder sichern bzw. ausbauen
Zielgruppenspezifische - bei der Ansiedlung von störenden Betrieben sensibel verfahren (räumliche
Belegung von Gewerbege- Trennung zu anderen Unternehmen)
bieten, Förderung von zwi- - konsumentenorientierte Betriebe (v.a. Einzelhandel und Haushaltsorientierte
schenbetrieblichen Syner- Dienstleistungen) in Nähe zueinander ansiedeln
gieeffekten - an besonders hochwertigen Gewerbeflächenstandorten bei der Auswahl und
(5.2.3) der Platzierung von Unternehmen sorgfältig vorgehen
- „Filetstücke“ des Gewerbeflächenangebots nicht durch eine willkürliche An-
siedlung verschiedener, nicht zueinander passender Betriebe entwerten
- teilräumliche Untergliederung von einzelnen Gewerbegebieten nach Ziel-
gruppen anstreben, im Falle der hochwertigen potenziellen Gewerbestand-
orte eine entsprechende Unterteilung in Erwägung ziehen
- Flächen in unmittelbarer Nähe zum schiffbaren Fluss sollten vornehmlich für
hafenaffine Betriebe hergerichtet und langfristig vorgehalten werden
- Förderung von Synergieeffekten und Kooperationen in Gewerbegebieten als
Aufgabe der Wirtschaftsförderung wahrnehmen
127 Landkreis Wesermarsch

Handlungsfeld Handlungsempfehlungen
Umfang des Gewerbeflä- - für die Gewerbeflächenpolitik einen Flächenumsatz von jährlich mindestens
chenangebots im Landkreis 7 ha im Landkreis Wesermarsch voraussetzen
Wesermarsch - Nutzung des Flächenpotenzials im Landkreis zur Entwicklung von möglichst
(5.2.4) hochwertigen Gewerbeflächen
- GI-Flächen sollten in ausreichendem Umfang bereitgestellt werden
- flexible Parzellierung der Gewerbegebiete

Strategische Flächenvor- - eigentumsrechtliche Sicherung künftiger Gewerbegrundstücke wenn möglich


ratspolitik noch vor der Darstellung im Flächennutzungsplan, um den Einstandspreis
(5.2.5) der Kommunen möglichst gering zu halten
- politische Unterstützung einer strategischen Flächenvorratspolitik sicher
stellen
- bei zunächst noch fehlender Verkaufsbereitschaft privater Eigentümer be-
reits mit informellen Planungsvorarbeiten beginnen
- bei der Gewerbeflächenentwicklung in Alternativen planen
- Gewerbegebiete schrittweise und den Vermarktungsfortschritten entspre-
chend erschließen
Gestaltung von Gewerbe- - besonders hochwertige Standorte (siehe 5.2.7 und 5.4), die für die Ansied-
gebieten lung hochwertiger Betriebe geeignet sind, durch eine entsprechende Ges-
(5.2.6) taltung vom übrigen Gewerbeflächenangebot abheben
- Gestaltung in erster Linie über eine hochwertige Erschließung erzielen, ggf.
nur Teilflächen aufwendig gestalten
- ausreichendes Gewerbeflächenangebot für eher preissensible Betriebe be-
reithalten, die an einer hochwertigen Gestaltung nicht interessiert sind
Interkommunale Kooperati- - interkommunale Kooperationen zur Bündelung der Ressourcen, insbesonde-
onen re zur Entwicklung hochwertiger Gewerbeflächenstandorte, nutzen
(5.2.7) - in jedem Teilraum des Landkreises Konzentration auf interkommunale
Schwerpunktstandorte (5.2.7) anstreben
- Kooperationen mit angrenzenden Städten und Landkreisen ggf. realisieren
- Kosten und Erträge eines interkommunalen Gewerbegebietes fair unter den
beteiligten Partnern aufteilen
Wirtschaftsförderung als - für die Unternehmen auch weiterhin kurze Wege zu kompetenten und ent-
Voraussetzung für ein er- scheidungsbefugten Ansprechpartnern in der kommunalen Verwaltung an-
folgreiches Gewerbeflä- bieten („one-stop-agency“)
chenmarketing (5.3.1) - Wirtschaftsförderungsaktivitäten der Gemeinden intensivieren (insbesondere
Ausbau von systematischen Unternehmenskontakten vor Ort)
- Zusammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen den Gemeinden und der WFG
weiterführen
Zielgruppen des Gewerbe- - Gewerbeflächenvermarktung nach innen auch weiterhin als Schwerpunkt der
flächenmarketings (5.3.2) Vermarktungsaktivitäten verfolgen
- zielgruppenspezifische Einengung des Gewerbeflächenmarketings im Hin-
blick auf Branchen grundsätzlich nicht sinnvoll
- Vermarktung der entsprechenden Flächen entlang der Weser für hafenaffi-
nes Gewerbe
- Nutzung der sich künftig durch den Jade-Weser-Port ergebenden Chancen
für die Ansiedlung von Logistikbetrieben (z.B. am Wesertunnel und in der
Gemeinde Jade)
- Zulieferer sind für Flächen im Umfeld ansässiger Fahrzeugbaubetriebe
(Luftfahrt, Schiffbau) eine weitere wichtige Zielgruppe des Gewerbeflächen-
marketings
128 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Handlungsfeld Handlungsempfehlungen
Organisation des Gewerbe- - lokale Gewerbeflächennachfrage auch weiterhin durch die einzelnen Ge-
flächenmarketings (5.3.3) meinden betreuen
- bei größeren Verlagerungsvorhaben innerhalb des Landkreises die WFG als
regionalen Wirtschaftsförderungsakteur einbeziehen (optimalen neuen
Standort im Landkreis Wesermarsch finden)
- die knappen kommunalen Ressourcen für überregionale Vermarktungsakti-
vitäten im Landkreis bündeln sowie ggf. benachbarte Städte und Landkreise
einbeziehen; zu diesem Punkt werden im Dachkonzept konkretere Aussagen
getroffen werden
- Flächen für hafenaffines Gewerbe und Zulieferbetriebe der Fahrzeugbauin-
dustrie (Flugzeugbau, Werften) benötigen überregional ausgerichtete Ver-
marktungsstrategien, die beispielsweise in Zusammenarbeit mit bereits an-
sässigen Unternehmen und spezialisierten Vermarktungsinstitutionen (Port-
Promotion-Agency) entwickelt werden könnten
Instrumente für das Gewer- - Aktivitäten des Gewerbeflächenmarketings auf wenige, konzentriert durch-
beflächenmarketing (5.3.4) geführte Maßnahmen und Instrumente beschränken
- Standardinstrumente (Pressearbeit, Infomappen, Broschüren, Internetdar-
stellung etc.) weiterhin bereithalten bzw. durchführen

Vorschauflächenspezifische Empfehlungen

Nr. Beteiligte Arbeitstitel der Empfehlungen für das


Gemeinden Vorschaufläche weitere Vorgehen
1 Berne und Harmenhausen - Projekt nur in Abstimmung mit der Fläche „Butzhausen“ (Nr. 8)
Lemwerder entwickeln. Wenn sich die Verwirklichung der B 212-neu abzeich-
net, zunächst „Butzhausen“ interkommunal mit der Gemeinde
Lemwerder entwickeln
- Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die beteiligten Ge-
meinden sichern
- ausreichend GI-Flächen ausweisen
- Aufgrund des großen Flächenpotenzials prüfen, ob Grundstücke
für die Ansiedlung von großflächigen Betrieben reserviert werden
können
- geeignet für störende Betriebe

2 Berne Ranzenbüttel - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die Kommune sichern


- die Ansiedlung von stark störenden Betrieben vermeiden
- eine zügige Verwirklichung der Ortsumgehung Berne (B 212-neu)
anstreben
3 Stadt Brake Boitwarder - private Teilflächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die Kom-
Groden mune sichern
- Entwicklung der Fläche in Abstimmung mit der Fläche B-Plan
Nr. 61 und der Vorschaufläche SO-Hafen, vorerst nur die Fläche
„SO-Hafen“ entwickeln und die Fläche „Boitwarder Groden“ als
Reservefläche vorhalten
- aufgrund des relativ großen Flächenpotenzials prüfen, ob
Grundstücke für die Ansiedlung von großflächigen Betrieben re-
serviert werden können
129 Landkreis Wesermarsch

Nr. Beteiligte Arbeitstitel der Empfehlungen für das


Gemeinden Vorschaufläche weitere Vorgehen
4 Stadt Brake, Wesermarsch- - interkommunale Kooperation der Stadt Brake und der Gemeinde
Gemeinde Mitte Ovelgönne anstreben
Ovelgönne - Flächen hochwertig gestalten und für verschiedene Nutzungsarten
und Branchen untergliedern
- Die Entwicklung sollte Abschnittweise und von der B 211-neu
ausgehend erfolgen
- Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage besonders für die Ansied-
lung von Produzierendem Gewerbe und Logistikbetrieben sowie
Dienstleistungsbetrieben mit Ortsbezug geeignet
5 Stadt Brake SO-Hafen - die Entwicklung der Fläche in Abstimmung mit der Vorschaufläche
„Boitwarder Groden“, vorerst nur die Fläche „SO-Hafen“ entwi-
ckeln und die Fläche „Boitwarder Groden“ als Reserve vorhalten
- aufgrund des großen Flächenpotenzials für großflächige Ansied-
lungen geeignet, Schwerpunkt hafenaffines Gewerbe
- für störende Betriebe geeignet

6 Elsfleth Oberrege-Ost - Flächen längerfristig eigentumsrechtlich durch die Kommune


sichern
- laut RROP für hafenaffine industrielle Nutzung vorgesehen, dem-
zufolge evtl. GI-Flächen ausweisen
- Entwicklung der Fläche in Abstimmung mit der Gewerbefläche
„Oberrege-West“
- für störende Betriebe geeignet

7 Jade Raiffeisenstra- - Flächen eigentumsrechtlich sichern


ße - mit Rastede klären, ob eine interkommunale Entwicklung über die
Kreisgrenze hinweg gewünscht wird, im positiven Fall sollte die
Fläche gemeinsam entwickelt und vermarktet werden, die Wahr-
scheinlichkeit ist allerdings als gering einzustufen
- störende Betriebe aufgrund der angrenzenden Wohngebäude
möglichst vermeiden
8 Lemwerder, Butzhausen - zunächst die Planungen bezüglich der B 212-neu abwarten
eventuell Ber- - interkommunale Beteiligung der Gemeinde Berne prüfen, sollte
ne sich die Realisierung der B 212-neu und deren Verlängerung zur
A 281 als sehr unwahrscheinlich herausstellen, eventuell den
Standort „Harmenhausen“ (Nr. 1) kooperativ entwickeln
- Flächen eigentumsrechtlich durch die Kommune sichern
- aufgrund des großen Flächenpotenzials auch für großflächige
Betriebe geeignet
- Flächen hochwertig gestalten und für verschiedene Nutzungsarten
und Branchen untergliedern
- für störende Betriebe geeignet, demzufolge wäre auch eine Aus-
weisung von GI-Flächen anzuraten
9 Lemwerder Edenbüttel - Flächen zügig eigentumsrechtlich durch die Kommune sichern,
Projekt kurzfristig verwirklichen
- Zielgruppen regional und lokal tätige Handwerksbetriebe, Zuliefe-
rer für die Schiffbauindustrie
10 Lemwerder Ritzenbütteler - Zielgruppe regional und lokal tätige Handwerksbetriebe, Zulieferer
Sand für die Schiffbauindustrie, hafenaffines Gewerbe
130 Gewerbeflächenentwicklungskonzept

Nr. Beteiligte Arbeitstitel der Empfehlungen für das


Gemeinden Vorschaufläche weitere Vorgehen
11 Stadt Norden- Wesertunnel - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die beteiligten Kom-
ham, Gemein- munen sichern
de Stadland - Projekt als interkommunales Gewerbegebiet entwickeln und ver-
markten, in Kooperation der Stadt Nordenham mit der Gemeinde
Stadland
- großflächige Betriebe können sich aufgrund des großen Flächen-
potenzials ebenfalls ansiedeln
- für störende Betriebe geeignet, deswegen auch die Ausweisung
von adäquat dimensionierten GI-Flächen in Erwägung ziehen
- die Erweiterungsfläche gestalterisch und vom Branchenmix in
Abstimmung mit dem vorhandenen Gewerbegebiet „Wesertunnel“
entwickeln
- Flächen hochwertig gestalten und für verschiedene Nutzungsarten
und Branchen untergliedern
12 Ovelgönne Gildestraße - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die beteiligten Kom-
munen sichern
- für störende Betriebe geeignet

13 Stadland Hiddingen- - Flächen frühzeitig eigentumsrechtlich durch die beteiligten Kom-


Weserquerung munen sichern
- Projekt als interkommunales Gewerbegebiet entwickeln und ver-
markten, zusammen mit der Stadt Nordenham
- auf hochwertige Gestaltung achten