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Biologie Band 1

Zytologie und Genetik

4., komplett überarbeitete Auftage

Für Jenni fe r

www.medi-learn.de

(!)

Autor: Dr. Sebastian Huss

Herausgeber:

MEDI-LEARN Verlag GbR

Elisabethstr. 9 , 35037

Marburgj Lahn

Herstellung:

MEDI-LEARN Kiel Dorfstraße 57, 241 07 Ottendorf Tel : 0431 j7 8025-0, Fa x: 0431 /7 8025 -262 E-Mail: redaktion @medi-learn .de, www.medi-learn .de

Verlagsreda ktion Dr. Waltraud H aberberger, Jens Plasger, Christian Weier, Tobia s

Fachlicher Beirat: Jen s-Peter Reese

Lektorat: Thomas Brockfeld, Jan-Peter Wulf, Almut Hahn-Mieth Grafike r : lrina Kart, Dr. Günter Körtner, Alexa nder Dospil , Christine Marx Layout und Satz: Fritz Ramcke, Kristins Junghans Illustration: Daniel Lüdeling, Rippenspreizer.com Druck: Druckerei Wen zel , Marburg

4 . Auflage 2011

Happ

Teil 1 des Biologiepaketes. nur im Paket erhältlich

ISBN-13: 978-3-938802-72-4

© 2011 MEDI-LEARN Verlag GbR, Marburg

Das vorliegende Werk ist in allseinen Te ilen urheberrechtlich gesch ützt. Alle Rechte sind vorbehal- ten, insbesondere das Recht der Übersetzung, des Vortrags, der Reproduktion, der Vervielfältigung auf fotomechanischen oder anderen Wegen und Speicherung in elektronischen Medien. Ungeachtet der Sorgfalt, die auf die Erstellung von Texten und Abbildungen verwendet wurde, können weder Verlag noch Autor oder Herausgeber für mögliche Fehler und deren Folgen eine juristische Verantwortung oder irgendeine Haftung übernehmen.

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Die Medizin ist als Naturwissenschaft ständigen Veränderungen und Neuerungen unterworfen. Sowohl die For- schu ng als auch klinische Erfahrungen führen dazu. dass der Wissensstand stän dig erweitert wir d. Dies gilt insbe- sondere für medikamentöse Therapie und andere Behand lungen. Alle Dosierungen oder Angaben in diesem Buch unterliegen diesen Veränderungen.

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walten lasse n. kann es hierfür keine Gewäh r übernehmen. Jeder Leser ist an gehalten, durc h genaue Lektüre der Be ipackzettel oder Rücksprache m it einem Spezialisten zu überprüfen , ob die Do sierung oder die Applikationsdauer oder -menge zutrifft. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers. Sollten Fehler auffa ll en, bitten wir drin gend darum, un s darüber in Kenntnis zu setze n.

hat

Vorwort

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser, da ih r euch entsch lossen habt, den steinigen Weg zum Medicus zu beschreiten, müsst ihr euch früher oder später sowohl gedank li ch als auch praktisch mit den wirklich üblen Beg leiterscheinungen dieses ansonsten spannenden Studiums auseinander setzen, z.B. dem Physikum. Mit einer Durchfallq uote von ca . 25 % ist das Physikum die unangefochtene Nummer eins in der Hitliste der zahlreichen Selektionsmechanismen.

Grund genug für uns, euch durch die vorliegende Skriptenreihe mit insgesamt 32 Bänden fachlich und lern- strategisch unter die Ar me zu greifen. Oie 31 Fachbände beschäftigen sich mit den Fächern Physik, Physio- logie , Chemie, Bioch em ie , Biologie, Mathe , Histologie. Anatomie und Psychologie/ Soziologie. Ein gesonderter Band der MEOI-LEARN Skr iptenre ihe widmet sich ausführl ich den Themen Le rnstrategien, MC-Techniken und Prüfungsrhetorik Aus unserer langjährigen Arbeit im Bereich professioneller Prüfungsvorbereitung sind uns die Probleme der Studenten im Vo rfe ld des Physikums bestens bekannt. Ange s ichts des enormen Lernstoffs ist klar, dass nicht

klar ist dagegen, wie eine Minim ie rung der

Faktenflut bei gleichze it iger Max imierung der Bestehenschancen zu bewerkstelligen ist. Mit der MEDI-LEARN Skriptenreihe zur Vorbereitung auf das Physikum haben wir dieses Problem für euch gelöst. Un sere Autoren haben durch die Analyse der bisherigen Exam ina den examensrelevanten Stoff für jedes Prüfungsfach he rau sgefiltert. Auf diese Weise sind Skripte entstanden, die eine kurze und prägnante Darstellu ng des Prüfungsstoffs liefern. Um auch den mündlichen Teil der Physikumsprüfung nicht aus dem Auge zu verlieren, wurden die Bände

jeweils um Themen ergänzt, die für die mündliche Prüfung von Bedeutung sind. Zusammenfassend kön nen wir feststellen, dass die Kenntnis der in den Bänden gesammelten Fach informa- tionen genügt, um das Examen gut zu bestehen. Grundsätzlich empfehlen wir, die Examensvorbereitung in drei Phasen zu gliedern. Dies setzt voraus, dass man mit der Vorbereitung schon zu Semesterbeginn [z.B. im April für das August-Examen bzw. im Oktober für das März-Examen] startet. W enn nur die Semesterferien für die Examensvorbereitung zur Verfügung stehen. so llte direkt wie unten beschrieben mit Phase 2 begonnen werden.

100% jedes Prüfungsfachs gelernt werden können. Weit wen iger

• Phase 1: Die erste Phase der Examensvorbereitung ist der Erarbeitung des Lernstoffs gewidmet. Wer zu Semesterbeginn anfängt zu lernen, hat bis zur schriftlichen Prüfung je drei Tage für die Erarbeitung jedes Skriptes zur Verfügung . Möglicherweise werden einzelne Skripte in weniger Zeit zu bewältigen sein, dafür bleibt dann mehr Zeit für andere Themen oder Fächer. Während der Erarbeitungsphase ist es sinnvoll, ein- ze ln e Sachverha lte durch die punktuelle Lektüre ein es Lehrbuchs zu ergänzen. Al lerdings sollte sich diese punktue lle Lektüre an den in den Skripten dargeste llten Themen orientieren! Zur Festigung des Gelernten empfehlen wir, bere its in dieser ersten Le rnphase themenwe ise zu kreuzen . Während der Arbeit mit dem Skript Biologie so ll en z. B. beim Thema "Zelltod" auch schon Prüfungsfragen

zu diesem Thema bearbeitet werden. Als Fragensammlung empfehlen wir in dieser Phase die

Reihen". Die jüngsten drei Examina sollte n dabei Jedoch ausgelassen und für den Endspurt{= Phase 3)

aufgehoben werden.

Schwarzen

\111

• Phase 2 : Die zweite Phase setzt mit Beginn der Semesterferien ein. Zur Festigung und Vertiefung des Gelernten empfeh len wir, täglich ein Skript zu wiederholen und parallel examensweise das betreffende Fach zu kreuzen. Während der Bearbeitung der Biologie [hierfür sind zwei bis drei Tage vorgesehen) emp- fehlen wir , a ll e Bio logiefragen aus drei bis sechs Altexamina zu kreuzen. Bitte hebt euch auch hier die drei aktuellsten Examina für Phase 3 auf.

• Phase 3: ln der dritten und letzten Lernphase sollten die aktuellsten drei Examina tageweise gekreuzt werden. Praktisch bedeutet dies. dass im tageweisen Wechsel Tag 1 und Tag 2 der aktuellsten Examina bearbeitet werden sollen.

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®

IV I Vorwort

Im Bedarfsfall können einzelne Prüfungsinhalte in den Skripten nachgeschlagen werden.

Als Vorbereitung auf die mündliche Prüfung können die in den Skripten enthaltenen "Basics fürs Münd- liche" wiederholt werden. Wir haben in den kleinen Fächern die Themen als Basics fürs Mündliche aufge- führt, die erfahrungsgemäB auch in den groBen Fächern mündlich gefragt werden.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine erfolgreiche Prüfungsvorbereitung und viel Glück für das bevorstehende Examenl

Euer MEDI-LEARN-Team

Online-Service zur Skriptenreihe

Die mehrbändige MEDI-LEARN Skriptenreihe zum Physikum ist eine wertvolle fachliche und lernstrategische Hilfestellung. um die berüchtigte erste Prüfungshürde im Medizinstudium sicher zu nehmen. Um die Arbeit mit den Skripten noch angenehmer zu gestalten. bietet ein spezieller Online-Bereich auf den MEDI-LEARN Webseiten ab sofort einen erweiterten Service. Welche erweiterten Funktionen ihr dort findet und wie ihr damit zusätzlichen Nutzen aus den Skripten ziehen könnt. möchten wir euch im Folgenden kurz erläutern.

könnt. möchten wir euch im Folgenden kurz erläutern. Volltext-Suche über alle Skripte Sämtliche Bände der

Volltext-Suche über alle Skripte

Sämtliche Bände der Skriptenreihe sind in eine Volltext-Suche integriert und bequem online recherchierbar:

Ganz gleich, ob ihr fächerübergreifende Themen noch einmal Revue passieren lassen oder einzelne Themen punktgenau nachschlagen möchtet: Mit der Volltext-Suche bieten wir euch ein Tool mit hohem Funktionsum- fang, das Recherche und Rekapitulation wesentlich erleichtert.

Digitales Bildarchiv

Sämtliche Abbildungen der Skriptenreihe stehen euch auch als hochauflösende Grafiken zum kostenlosen Download zur Verfügung. Das Bildmaterial liegt in höchster Qualität zum groBformatigen Ausdruck bereit. So könnt ihr die Abbildungen zusätzlich beschriften. farblieh markieren oder mit Anmerkungen versehen. Ebenso wie der Volltext sind auch die Abbildungen über die Suchfunktion recherchierbar.

Errata-Liste

Sollte unstrotzeines mehrstufigen Systems zur Sicherung der inhaltlichen Qualität unserer Skripte ein Fehler unterlaufen sein, wird dieser unmittelbar nach seinem Bekanntwerden im Internet veröffentlicht. Auf diese Weise ist siche r gestellt. dass unsere Skripte nur fachlich korrekte Aussagen enthalten. auf die ihr in der

Prüfung verlässlich Bezug nehmen könnt.

Den Onlinebereich zur Skriptenreihe findet ihr unter www.medi-learn.dejskripte

Inhaltsverzeichnis

1

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

1

\ V

1.1 Aufbau einer menschlichen Zelle- Überblick

1

1.2 Membranen der Zellen

1

 

1.2 .1

Aufgaben der Zellmembran

1

1.2.2

Aufbau der Membranen

2

1.2.3

Zeii-Zeii-Kontakte

4

1.2.4

Zell-Matrix-Kontakte

8

1.3 Zytoskelett

 

9

 

1.3.1 Komponenten des Zytoskeletts

9

1.3.2 Amöboide Zellbewegung

12

1.3.3 Zytoskelett der Erythrozyten

12

1

.4

Zellkern

 

13

 

1

.4.1

Nucleolus

13

1.5 Zytoplasma

 

14

 

1

.5.1

Caspasen

14

1.5.2

Proteasom

14

1.6 Zellorganellen

 

14

 

1.6.1 Mitochondrien

14

1.6.2 Ribosomen

16

1.6.3 Endoplasmatisches Retikulum[= ER)

17

1.6.4 Go lgikomplex (=Golgi-Apparat)

19

1

.6.5

Exkurs: Rezeptorvermittelte Endozytose

20

1.6.6 Exkurs:

Phagozytose

20

1.6.7 Lysosomen

20

1

.6.8

Peroxisomen

21

1

.7

Zellvermehrung und Keimzellbildung

24

 

1

.7.1

Zellzyklus

24

1.7.2

Mitose

26

1

.7.3

Meiose

28

1.7.4

Stammzellen

31

1.8 Adaptation von Zellen an Umwelteinflüsse

32

1.9 Zelltod

 

32

 

1 .9.1

Nekrose

32

1 .9.2

Apoptose

33

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Ci)

VI I Inhaltsverzeichnis

2

Genetik

 

37

2.1

Organisation eukaryontischer Gene

 

37

2.1

.1

Übersicht

37

2.1.2 Struktur der DNA

 

37

2.1.3 Genetischer Code

.'

38

2.1.4 Struktur der RNA

39

2.1

.5

Replikation

40

2.1.6 Trans kription

 

41

2.1.7 Translatio n

42

2.1.8 Posttranslationale Modifikation

42

2 .2

Chromosomen

45

2

.2.1

Karyogrammanalyse

47

2

.2.2

Chromosomenaberrationen

47

IMPP-Bilder

50

Index

 

52

Aufbau einer menschlichen Zelle

11

1 Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Dieses umfangreiche Kapitel beinhaltet eine ganze Reihe relevanter Punkte für das Physi- kum. Zunächst wird hier der allgemeine Aufbau der Zelle vorgestellt, anschließend geht es um die Prinzipien der Zellvermehrung und ganz am Ende steht der Zelltod. Also ein Kapitel beinahe wie das richtige Leben .

1 .1

Aufbau einer menschlichen Zelle -Überblick

Abbildung 1 zeigt stark vereinfacht die Bestand- teile einer menschlichen Körperzelle. Die einzel- nen Strukturen werden in den kommenden Ka- piteln näher besprochen.

1.2 Membranen der Zellen

Zellen sind nach außen hin durch eine Zell- membran abgegrenzt. Weitere Membransysteme unterteilen eine Zelle in bestimmte Kompar- timente. Da alle biologischen Membranen im Prinzip denselben Aufbau haben, nennt man sie auch Einheitsmembranen. Bestandteile solcher Einheitsmembranen sind verschiedene Lipide wie Phospholipide, Cholesterin usw., Proteine und Zucker.

1.2.1 Aufgaben der Zellmembran

Die Zellmembran stellt einen mechanischen

da r. Diese Ab-

grenzung des Zellinhalts gegen die Umwelt ist auch die Voraussetzung dafür, dass innerhalb der Zelle ein spezifisches Milieu aufrechterhal- ten werden karu1. Die Kommunikation mit ande- ren Zellen und Botenstoffen wird über Rezep-

Schutz gegen Umwelteinflüsse

toren auf der Zellmembran ermöglicht.

 

Zellmembran mit

Mikrovilli --- -- --1

Glykokalix

Exozytosevesikel

primäres Lysosom Desmosom Zellkern :lf!-- ~- 1-- Nucleolus Kernpore Mitochondrium in basaler - -1--J-- ~;:51
primäres
Lysosom
Desmosom
Zellkern
:lf!-- ~- 1-- Nucleolus
Kernpore
Mitochondrium
in basaler
- -1--J-- ~;:51
Invagination

Abb. 1: Menschliche Zelle, Überblick

1

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(!)

2j Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

1.2.2 Aufb au der M embranen

Die wichtigsten Grundbausteine der Einheits- membranen sind die Phospholipide. Das häu- figste Phospholipid in Membranen ist das Leci- thin.

Glycerin+

Phosphat

~
~

polarer Kopfbereich

(hydrophil)

~-unpolarer Schwanzbereich

J

(hydrophob)

gesättigte

ungesättigte

Fettsäure

Fettsäure

Abb.2:Phospho~~de

Phospholipide zeiclu1en sich durch einen hydro- philen Kopf und einen lipophilen Schwanz aus. Ein Stoff ist hydrophil (= wasserliebend) oder lipophob (= fettfeindlich), wenn er polar ist. Ist ein Stoff lipophil(= fettliebend) oder hydrophob (= wasser feindlich), dann ist er unpolar und löst sich nur schlecht in Wasser. Eine Substanz, die sowohl polar als auch unpolar ist, bezeichnet man als amphipathisch (oder amphiphil).

MERKE:

• hydrophil = lipophob

• hydrophob = lipophil

• Phospholipide sind amphipathisch

Der polare Kopf hat die Möglichkeit, Wasser- stoffbrückenbindungen mit ihn umgebenden wässrigen Medien zu bilden, der hydrophobe Schwanzteil wird die Berührung mit Wasser mei- den. Somit haben die Phospholipide verschie- dene Möglichkeiten, sich im Wasser anzuordnen

(s. Abb. 3a+b).

Der gezeigte Monolayer an der Grenzfläche Wasser/Luft zeichnet sich dadurch aus, dass die hydrophilen Bereiche der Phospholipide in Rich- tung Wasser zeigen. Der gezeigte Monolayer an der Grenzfläche Öl/Luft orientiert sich genau andersherum: die hydrophoben= lipophilen Be- reiche zeigen in Richtung Öl. Mizellen hingegen sind kugelförmige Gebilde. Ihre hydrophilen Domänen sind in Richtung Wasser ausgerichtet; die hydrophoben Bereiche nach innen. Bei der Doppelmembran sind die hydrophilen Köpfe nach außen gerichtet und können Wasser- stoffbrückenbindungen mit der wässrigen Um- gebung eingehen. Die hydrophoben Schwänze sind zueinander gerichtet und durch Van-der- Waals-Kräfte verbunden. Kugelig zusammenge- schlossene Doppelmembranen bezeichnet man als Vesikel (oder Liposomen).

MERKE:

Der Bilayer ist der Grundbauplan aller biologischen Einheitsmembranen.

Luft

 

}

Obo"äcl>onfilm -----,

Luft

Öl

Abb. 3a: Monolayer

Luft   } Obo"äcl>onfilm -----, Luft Öl Abb. 3a: Monolayer Monolayer Mizelle -------' 2

Monolayer

Mizelle -------'

2

Membranen der Zellen

\ 3

Membranen der Zellen \ 3 Doppelmembran ~ ===; Abb. 3b: Bilayer Übrigens Wichti g ist ,

Doppelmembran ~ ===;

Abb. 3b: Bilayer

Übrigens

\ 3 Doppelmembran ~ ===; Abb. 3b: Bilayer Übrigens Wichti g ist , dass KEINE kova

Wichti g ist , dass KEINE kova lente n Ato mbindungen zwisc hen den Phospholipiden bestehen. son dern nur schwächere An ziehungskräfte [= Van- der-

W

aa ls - Krä ft e). Dad urc h w ird verstä ndli c h, dass es

in

der Einh eitsme m br an ein e laterale Diffusion gibt

(= eine se it lic he Bew egung der einzeln en M olekü le).

Die la terale Diffu sion ve rl eiht d er Me mb r an ei - nen quasi flü ssigen Ch arakter. Diese Fluidität wird du rch me hrer e Fa kt oren beeinflu ss t:

1.

Je höhe r die Umgebungstemperatur

is t} um so

höher ist auch der Grad der Fluidität. (Unterhalb einer bestimmten Übergangstemperatur liegt die Membran in einer visköskri stallinen Form vor.)

2.

Fettsä uren beeinflu ssen durch ihren SäHigungs- grad und durch ihre Kettenlänge den Grad der lateralen Diffusion. Lan ge Ketten bilden mehr Van-der-Waals-Kräfte au S 1 der Zusammenhalt wird stabiler und die Fluidität sinkt. Ungesät-

Bilayer

VesikeiJLiposom -

tigte Fe tturen bilden aufgrundd er cis- Doppel- b in dm1gen " Knicke" . Diese "Knicke" bewirken, dass die Ke tten nicht mehr en g zu sammenliegen . Dah er kö nn e n we ni ge r Va.n-d er-Waa ls- Kr äft e

ausgebilde t werden und

3. Cholesterin wirkt bei hohen und niedrigen Temperaturen als Fluiditätspuffer und verhin- de rt bei thermi sch en Belas tungen d en Zu sa m - menbruch der Membran.

die Fluidität steigt.

M ERKE

J e kürzer und unge sä ttigter di e Fettsä uren sind, desto höher ist die Fluidität einer M embran.

Übrigens

Ein Flip-Flop -a lso ein W ec hsel der

Membran-

seite

ein es Ph ospho lip ids [s. Ab b. 4 ) - find et nu r

se hr

se lte n statt, es se i den n , er wird durch

geeign ete Enzym e (= Flip ase n] ka t alysiert.

extrazelluläre Seite
extrazelluläre Seite

Diffusion

 

integ rales

intrazelluläre Seite

Membran protein

Ab b. 4 : Pl asm a membr a n

3

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Ci)

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Hinsichtlich der Verteilung von Proteinen und Zuckern lassen sich wichtige Aussagen machen:

• Zucker befinden sich NIE auf der zytoplasma- tischen Seite der Membran, sie ragen immer nach extrazellulär. Dadurch entsteht ein Zu- ckermantel, den man Glycokalix nennt.

• Proteine können auf der Außen- und In- nenseite lokalisiert sein oder auch ein- oder mehrmals durch die Membran reichen. Trans- portproteine bilden z.B. einen Tunnel, der die Durchschleusung von verschiedenen Stoffen

) durch die anson-

sten fast unpermeable Membran ermöglicht. An der Membran sind die Proteine durch un- terschiedliche lipophile Anker befestigt, z.B. durch Isoprene, bestimmte Fettsäuren (C14 = Myristinsäure oder C16 =Palmitinsäure) oder den GPI-Anker (= Glykosyl-Phosphatidyli- nositol).

(= Aminosäuren, Zuckern

Üb r ige n s

ln diesem Zusammenhang taucht auch gerne der Begriff Fluid-Mosaik-Mode ll auf:

er beschreibt die Membran als eine Art flüssiges Mosaik. Der Begriff Mosaik bezieht sich darauf, dass einige Proteine durch- aus ortsgebunden sind( = an bestimmten Membranregionen verbleiben] und damit

keiner lateralen Diffus ion über

Membran unterworfen sind. Ergebnis ist eine Art Flickenteppich. (einer der Gründe dafür = Zonula occludens, s. Spalte 2]

die gesamte

Caveolae

Caveolae sind sehr kleine (50 - 100 nm), sack- förmige Einbuchtungen einer Zellmembran. Da sie wie Flöße (engl. = rafts) auf der Zellmembran schwimmen, gehören sie zu den Lipid Rafts. So nennt man cholesterinreiche Mikrodomänen in einer Doppelmernbran. Caveolin ist das wich- tigste Protein der Caveolae. Zu ihren Aufgaben gehören der Membrantransport und regulato- rische Funktionen.

1

.2.3

Zell-Zell-Ko ntakte

Und weiter geht's mit den verschiedenen Zell- Zell-Kontakten am Beispiel einer Epithelzelle. Dieses Thema ist zwar umfangreich und auch etwas dröge, mit den entsprechenden Kennt- )~ nissen lassen sich aber viele Punkte erzielen, denn die vermittelten In- halte werden teilweise auch in der Anatomie geprüft. Die hier inve- stierte Zeit lohnt sich also doppelt!

(
(

Zonula occludens (= Tight Junction} Die Zonulae occludentes (= verschließende Gürtel oder englisch Tight Junctions) bilden ein komplexes System aus anastomosierenden (=sich verbindenden) Proteinleisten, die am obe- ren Zellpol lokalisiert sind. Die beteiligten inte- gralen Membranproteine nennt man Occludine und Claudine. Es entsteht eine Naht aus Prote- inversduusskontakten, wodurch der Interzellu- larraum quasi verschwindet. Die Anlagerung der Epithelzellen aneinander ist also sehr dicht.

Abb. 5: Zell-Zell-Kontakte

g§. •---- Gap junction ~··· ··· · ·· ·
g§.
•---- Gap junction
~··· ··· · ·· ·

4

Die Tight Junctions bilden eine Permeabilitäts- barriere aus und behindern den parazellulären Transport. Je nach Gewebetyp ist diese Fähigkeit unterschiedlich ausgeprägt. Im Harnblasenepi- thel gibt es z.B. sehr viele anastomosierende Lei- sten, sodass das Epithel hier hochgradig dicht ist. Dies ist auch funktionell erwünscht, da der Harn ja nicht ins interstitielle Gewebe ablaufen soll. Beim Dünndarmepithel findet man dagegen we- sentlich weniger Leisten. Das wird auch verständ- lich, wenn man sich die Hauptaufgabe dieses Or- gans vor Augen hält, nämlich die Resorption (= Ionen und Wasser sollen und können hier para- zellulär aufgenommen werden). Zusätzlich zu ihren verschließenden Aufgaben stellt die Zonula occludens eine Zellpolarität her. Der Interzellularraum verschwindet und die Zell- membranen zweier Zellen sind quasi verschmol- zen. Dies verhindert die laterale Diffusion von Membranproteinen über diese Grenze hinweg. So unterteilen die Tight Junctions die Zelle (im Sirme des Fluid-Mosaik-Modells s. S. 4)in einen apikalen (= oberen) und einen baselateralen (= unteren) ZellpoL

apikal

0

basal

Abb. 6: Zellpolarität

lateral

baselateral

5

Membranen der Zellen

Zonula adhaerens

Die Zonulae adhaerentes (= Gürteldesmosomen) verlaufen bandförmig und meistens in geringem Abstand unterhalb der Zonulae occludentes im lateralen Bereich der Zelle. Ihre Hauptaufgabe ist die mechanische Befestigung der Zellen.

Übrigens

Der Interzellularspalt wird durch die Zonulae adhaerentes NICHT verschmälert.

Zu einer Zonula adhaerens gehören inte- grale Proteine, die die Verbindung der beiden Epithelzellen herstellen. Diese Proteine heißen Cadherine. Je nach Gewebe gibt es unterschied- liche Isotypen: Bei unserer Epithelzelle kommen z.B. die E-Cadherine zum Einsatz.

MERKE:

E-Cadherine ~ epitheliale Zel len

N-Cadherine

~ Nervenzellen

P-Cadherine

~ Plazentazellen

Des Weiteren sind Haftplatten am Aufbau betei- ligt. Sie verstärken die Zellmembran und beste- hen hauptsächlich aus den Proteinen a-Aktinin und Vinculin. An diesen Haftplatten sind zum einen die Cadherine befestigt, zum anderen Aktinfilamente verankert, die eine Verbindung ins Innere der Zelle herstellen. Dies garantiert besondere Strapazierfähigkeit.

Haftplaque

(a-Aktinin, Vinculin)

Strapazierfähigkeit. Haftplaque (a-Aktinin, Vinculin) Verbindungs- Verbindung proteine mit Kittsubstanz

Verbindungs- Verbindung

proteine

mit Kittsubstanz

(Cadherine) Der Kreis in der Mitte

nach Intrazellulär

(Aktin)

symbolisiert ein Ca 2 •- lon

Abb. 7: Zonula adhaerens

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6 I Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod Desmosomen Desmosomen (= Maculae adhaerentes) sind run- de

6 I Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Desmosomen

Desmosomen (= Maculae adhaerentes) sind run- de Zellhaftkomplexe, die den Interzellularspalt nicht verschließen. Sie sind vergleichbar mit be- sonders starken Druckknöpfen, die die Zellen zusammenhalten.

Haftplaque (Piakoglobin, Desmoplakin)

Zellen zusammenhalten. Haftplaque (Piakoglobin, Desmoplakin) Verbindungs- Verbindung proteine= nach

Verbindungs-

Verbindung

proteine=

nach Intrazellulär

Kittsubstanz

(lntermediärfilamente)

(Desmogleine) Der Kreis in der Mitte

symbolisiert ein Ca 2 •-lon

Abb. 8: Desmosomen

Der Aufbau ähnelt den Zonulae adhaerentes, je- doch werden andere Proteine verwendet:

• Desmagleine stellen die Verbindung der bei- den Zellen her.

• Die Haftplaques bestehen aus Plakoglobin und Desmoplakin.

• Die Verbindung ins Innere der Zelle wird durch Intermediärfilamente gewährleistet. Desmosomen kommen in Epithelien und im Herzen an den Glanzstreifen vor.

Hemidesmosomen werden im Abschnitt 1.2.4 auf Seite 8 besprochen.

Übrigens

Der Pemphigus vulgaris ist eine Erkrankung, bei der Auto-Antikörper gegen Desmagleine gebildet werden. Dadurch werden die Desmo- samen zerstört, die Zellen weichen auseinander und intradermal bilden sich Bläschen. Aufgrund dieser Bläschen wird der Pemphigus vulgaris auch Blasensucht genannt.

Nexus (=Gap Junctions)

Nexus(= Gap Junctions) sind Verbindungen zwi- schen Zellen. Sie sind - mit Ausnahme von freien Zellen (z.B. Makrophagen) und Skelettmuskelzel- len- ubiquitär verbreitet. Oft liegen sie zu Tausen- den zusammen in bestimmten Arealen, wodurch der Interzellularspalt stark verkleinert wird, olme dass er jedoch ganz verschwindet. (s. Abb. 9).

Der Grundbaustein der Gap Junctions ist ein Connexin. Sechs solcher Connexine lagern sich zu einem Connexon (Merkhilfe: Pore) zusam- men. Zwei solcher Connexone verschiedener Zellen bilden dann einen ProteintunneL Damit sind die Intrazellularräume der beiden Zellen miteinander verbunden, und Ionen sowie Mole- küle bis zu einer Größe von 1,5 kDa können frei von einer zur anderen Zelle diffundieren.

Gap Junctions erfüllen verschiedene Aufgaben:

• elektrische Kopplung:

Herz~ Reizweiterleitung

• metabolische Kopplung:

Nährstoffaustausch

• lnformationskopplung:

Embryonalentwicklung ~ Wachstumsfaktoren

Abb. 9 : Nexus

Connexon

=nt="'

Zelle B Gap junclion
Zelle B
Gap junclion

~~

c~""'"~

~eB

Connexon

Zelle A

xn

-

Abb. 9 : Nexus Connexon =nt="' Zelle B Gap junclion ~~ c~""'"~ ~eB Connexon Zelle A

6

Membranen der Zellen

Tabellarische Zusammenfassung

Hier sind die wichtigen Fakten noch einmal in einer Lerntabelle zusammengefasst:

Fakten noch einmal in einer Lerntabelle zusammengefasst: Zonula occludens Occludine, Claudine keine keine
Fakten noch einmal in einer Lerntabelle zusammengefasst: Zonula occludens Occludine, Claudine keine keine
Fakten noch einmal in einer Lerntabelle zusammengefasst: Zonula occludens Occludine, Claudine keine keine

Zonula occludens

Occludine, Claudine

keine

keine

• Zellpolarität

 

• Verhinderung von parazellulärem Transport

Zonula adhaerens

Cadherine

a-Aktinin, Vinculin

Aktinfilamente

• mechanisch

Desmosom

Desmagleine

Plakoglobin

Intermediärfilamente

• mechanisch

 

Desmoplakin

Gap Junction

Connexine

keine

keine

• funktione ll e Kopplung von Zellen

Tabelle 1: Zell-Zell-Kontakte

Zur Veranschaulichung der Zell-Zell-Kontakte folgt ein kleiner Ausflug in die Histologie:

folgt ein kleiner Ausflug in die Histologie: L--t-- SL Abb. 1 0: Darmepithel mit Schlussleisten BZ

L--t--

SL

Abb. 1 0: Darmepithel mit Schlussleisten

BZ

ZK

MV

Zur histologischen Orientierung: Zunächst sieht man hier ein hochprismatisches (Zylinder- )Epithel. Eine einzelne Zelle hiervon nennt man Darmzelle oder Enterozyt. Man erkennt ihre dunklen ovalen Zellkerne (= ZK) und das etwas heller gefärbte Zytoplasma. Das Epithel grenzt mit einer etwas dunkler ange- färbten Schicht(= MV für Mikrovilli) an ein Lumen (= L). Bei der dunklen Schicht handelt es sich um einen Mikrovillibesatz, den man auch Bürsten- saum nennt (s. 1.3.1, S. 9). Femer gibt es im Epithel zwei "helle Stellen"(= BZ). Hier handelt es sid1 um

schleimproduzierende Becherzellen, die im Dann- epithel eingestreut vorkommen. Deren Sdueim ist allerdings durd1 die Präparation des Schnittes he- rausgelöst, wodurch sie hell erscheinen. Sieht man nun ganz genau hin, so erkemlt man am apikalen Zellpol der Enterozyten kleine dunkle Verdickungen an der Grenze zwischen zwei Zellen (= SL). Hier imponieren Zonula occludens, Zonula adhaerens und Desmosomen gemeinsam als "schwarze Punkte" und werden somit als Schlussleistenkomplex (= junktionaler Komplex) bezeichn e t.

7

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17 I

Cl)

I Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Übr i gens

Die einzelnen Proteinbestandtei le des Schlussleistenkomplexes kann man licht- mikroskopisch nicht differenzieren. Dafür bra uchte man ei n El ektro n enm ikroskop .

1.2.4

Zell-Matrix-Kontakte

ei n El ektro n enm ikroskop . 1.2.4 Zell-Matrix-Kontakte Neben Zell-Zell-Kontakten gibt es auch noch

Neben Zell-Zell-Kontakten gibt es auch noch Zell-Matrix-Kontakte, die die Zelle mit der Um- gebung ver bind en. Die fo lgenden zwei Kontakte sind physikumsrelevant

Hemidesmosomen

Hemidesmosomen sehen aus wie halbe (griech.

hemi

mige Kontakte an der basalen Seite von Epithel- und Endothe lzellen zu finden und b efes ti gen diese an der Basalmembran. Somit wird verhin- dert, dass die Zellen "herumrutschen" können oder sich ablösen. Abbildung 10 zeigt den struk- turellen Aufbau eines Hemidesmosoms.

=halb) Desmosomen. Sie si nd als punktför-

Fibronektin
Fibronektin

Kollagenfibri ll e

Sowohl Fibronektin als auch lntegrin sind als dimere

Proteine dargestellt.

Abb. 11: Hemidesmosom

Eine Zelle kann sich also nicht "einfach so" an Kollagen verankern, sondern benötigt dazu eine ganze Reihe spezialisierter Proteine.

Übrigens

• Die Intermediärfilamente einer Epithelzelle heißen auch Zytokeratine oder Tonofilamente

[s .a. ln termediärfilamente,

setzen sich aus

einer u- und einer ß-Untereinheit zusammen. Diese Untereinheiten existieren in verschiedenen lsoformen . Für Hem idesmosomen ist beispiels-

weise das u 6 ß 4 -lntegrin charakt eri

S. 9].

• lntegrine sind Hetero dimere und

stisch.

• Auch Fibronektin ist ein Dimer.

Fokale Kontakte

Fokale Kontakte sind den Hemidesmosomen sehr ähnlich. Wie Abbildung 11 zeigt, sind b eide Zell-Matrix-Kontakte aus den gleichen Proteinen aufgebaut. Der Unterschied ist, dass die Haft- plaques der fokalen Kontakte auf der zytoplas- ma tischen Seite mit Aktinfilamenten assoziiert sind.

ma tischen Seite mit Aktinfilamenten assoziiert sind. Aktinfilamente lntegrin Fibronektin Kollagenfibrille Sowohl

Aktinfilamente

lntegrin

Fibronektin

Kollagenfibrille

Sowohl Fibronektin als auch lntcgrin sind als dimere

Proteine dargestellt.

Die

Verstärkung im

Zellinneren

erfolgt

auch

hier

durch

Haftplagues.

Genau

wie

bei

den

Abb. 12: fokaler Kontakt

Desmosomen si nd daran auf der zytoplasma- tischen Seite Intermediärfilamente befestigt. Die Verbindung nach extrazellulär wird durch Integrine gewährleistet, die wiederum an Fibro- nektin binden. Fibronektin seinerseits kann an Kollagen binden. Da Kollagen ein Bestandteil der extrazellulären Matrix ist, ist damit der Zell- Matrix-Kontakt hergestellt.

Funktionell unterscheiden sich fokale Kontakte sd1on von Hemidesmosomen: Während Hemides- mosomen besonders stabile Kontakte sind, können sich die fokalen Kon takte lösen und neu formieren. Daher findet man diese Form der Zell-Ma trix-Kon- takte auch weniger bei Epithelzellen sondern u.a. bei bewegun gsfähigen Zellen z.B. Makrophagen.

8

Zytoskelett

I

1 .3

Zytoskelett

Ebenso wie das vorherige Thema Zell-Zellkon- takte ist das Thema Zytoskelett ziemlich trocken. Aber auch hier gilt: ein passables Wissen über diesen Teilbereich sichert wertvolle Punkte 1m schriftlichen Examen.

Übrigens

Mit MTOC [= microtubule organizing center) be- zeichnet m an ein en Ort, an dem das W achstum von Mikrotubuli (s. S. 1 0) beginnt. Charakteri- stisch ist eine 9 · 3 + 0-Struktur. Die wichtigsten beiden MTOCs sind die Basalkörperehen und die Zentriolen.

1.3 .1 Komponenten des Zytoskeletts

Das Zytoskelett ist ein kompliziertes intrazellu- läres Netzwerk aus verschiedenen Proteinen, das der Strukturaufrechterhaltung, intrazellulären Transportvorgängen und der Zellteilung dient. Außerdem ist es noch an der amöboiden Fortbe- wegung bestimmter Zellen (s. 1.3.2, S. 12) beteiligt.

MERKE:

Durchmesser der Protein-Filame nte = Mikrotubuli > Intermediärfilamente > Mikrofilamente.

Die Protein-Filamente sind - je nach Art - unter- schiedlich in der Zelle angeordnet:

• MikrofilamentebildeneinquervernetztesSystem, das 1-mter der Zellmembran besonders dicht ist (= peripheral dense bands). Dadurch entsteht ein wabenartiges Relief. Auch in den Mikrovi1li sind die Mikrofilamente so angeordnet (s . Abb. 13a). • Intermediärfilamente sind recht gleichmäßig über die Zelle, vom Kern bis zur Zellmembran verteilt (s. Abb. 13b).

• Mikrotubuli weisen ein stemförmiges Muster auf. Ausgehend vom paranukleären MTOC bil- den sie Strahlen aus, die in Rid1tung Peripherie ziehen (s. Abb. 13c).

Mikrofilamente

Die kleinsten der Filamente sind die Mikrofila- mente. Sie bestehen aus polymerisiertem Ak- tin w 1d weiteren assoziierten Proteinen wie z.B. Fimbrin und Villin. Aktinfilamente sind polar = sie haben ein Minusende und ein Plusende. Die wichtigste Aufgabe der Mikrofilamente ist die Aufrechterhaltung der Strukturintegrität ei-

z. B. in Mikrovilli, den

fingerfönnigen Ausstülpungen der Zytoplas- mamembran am apikalen ZellpoL Daneben gibt es Mikrofilamente in Stereozilien. Stereozilien sind extrem lange Mikrovilli, die man im Duch1s epididymidis (Anteil an der Spermienreifung)

n e r Z e lle . Man findet sie

und im Innenohr (Signaltransduktion) findet.

Übrigens

Mikrovilli dienen der Oberflächenvergröße- rung. Daher findet m an si e vor allem dort, wo viele Resorptionsprozess e stattfinden, z.B. im Dünndarm.

Intermediärfilamente

Intermediärfilamente entstehen durch Polymeri- sation von einzelnen fibrillären Untereinheiten.

Mikrov illi

von einzelnen fibrillären Untereinheiten. Mikrov illi Kern a) Mikrofilamente - w abenartig unter der Ze ll-

Kern

a) Mikrofilamente - w abenartig unter der Ze ll- membran und in Mikrovilli

- w abenartig unter der Ze ll- membran und in Mikrovilli b) Intermediärfilamente - gleichmäßig in

b) Intermediärfilamente - gleichmäßig in der Zelle ve rte ilt

MTOC (m icrotubule organizing center)

der Zelle ve rte ilt MTOC (m icrotubule organizing center) c) Mikrotubuli - sternfö rmig in

c) Mikrotubuli - sternfö rmig in der Zelle angeordnet

Abb. 13: Intrazelluläre Anordnung des Zytoskeletts

9

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(J

10 /

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Die dabei gebildeten Polymere sind stabil tmd weisen im Gegensatz zu Mikrofilamenten tmd

~ M ikrotubuli KEINE Polarität auf. Thre Aufgabe

<( besteht in der Aufrechterhaltung der strukturellen Integrität der Zelle. Da In- termediärfilamen te gewebespezifische Strukturproteine sind, kann man ver- schiedene Klassen nnterscheiden. Die folgende Tabelle ist absolut prüfungs- relevant tmd sollte am besten auswendig gelernt werden:

Da es unterschiedliche Un terfamilien von Zyto- keratinen gibt, kann auch ein spezifisches Zy- tokeratinmuster auf einen bestimmten Tumor hinweisen und einen anderen eher ausschließen. Das ist besonders bei der Untersuchung von Me- tastasen hilfreich, denn man möchte ja w issen, woher der Primärtumor kommt.

Übrigens

Die autosomal-dominant vererbte Erkrankung

Epidermiolysis bullosa simplex hereditaria be-

ruht

Dies führt da zu, dass sich bereits bei m inima len Traumata zwischen den basa len Keratino zyten

Spalten und auf der Haut Bl asen

Diese Erkrankung manifestiert sich oft bereits im Säuglings- und Kleinkindesalter, verbessert sich aber m it zunehmendem Alter der Kinder.

auf Mutationen in der (Zyto -)Keratinfami li e.

bilden.

Mikrotubuli

Bevor es darum geht, wie die Mikrotubuli ihren "Dienst an der Zelle verrichten ", hier zunächst ihr ultrastruktureller Aufbau : Die Mikrotubuli beste- hen aus Proteinen, die wie Bauklötze zu immer hö- heren Funktionseinheiten zusammengesetzt sind. Die Grnndeinheiten (= Bauklötze) sind die Tubu- line. Davon gibt es Alpha- tmd Betatubuline, die sich zu einem Heterodimer zusammenlagem. Aus den Heterodimeren bilden sich Protofilamente, die wiederum durch "Seit-zu-Seit"-Anlagernng weiter zu den eigentlichen Mikrotubuli aggregie- re n. Ein (dann endlich fertiger) Mikrotubulus (= Singulette) besteht aus 13 solcher Protofilam en te . Es gibt aber auch zellu läre Strukturen, bei denen sich zwei Mikrotubuli zusammenlagem. Der erste

bei denen sich zwei Mikrotubuli zusammenlagem. Der erste A-Tubulus (Mikrotubulus) IIL - • I . -

A-Tubulus

(Mikrotubulus)

zusammenlagem. Der erste A-Tubulus (Mikrotubulus) IIL - • I . - . I • : -

IIL

-

I.

-

.

I

:

-

Epithelien

Zytokeratin e

[= Tonofilamente)

Mesenchym

Vimentin

M

uskelzellen

Desmin

Nervenzellen

Neurofilamente

Astrozyten

Glia l Fibrillary Acidic Proteine(= GFAP)

Kernlamina [keine Gewe-

Lamine

bespezifität, sandem alle

Ze ll en, s. a. Zellkern . S. 1 3 )

Tabelle 2: Gewebespezifität der Intermediärfilamente

Eine Analyse der Intermediärfilamente kann bei einer histologischen Tumordiagnose hilfreich sein:

Beispie lsweise würde ein GFAP-anfärbbarer Tu - mor im ZNS auf ein Astrozytom hin weisen . Viele Tumoren gehen auch aus Epithelgewebe hervor. Diese exprimieren folgl ich Zytokeratine.

0

a -

G> -

ß-

Q) -

Cll1I1IlTIJJJJl"l) -

Prolofilament

a / ß-

Hete ro dimer

Tubulin

- Prolofilament a / ß- Hete ro dimer Tubulin   Singulette Ouplette Triplette 1 3 P
- Prolofilament a / ß- Hete ro dimer Tubulin   Singulette Ouplette Triplette 1 3 P
- Prolofilament a / ß- Hete ro dimer Tubulin   Singulette Ouplette Triplette 1 3 P
 

Singulette

Ouplette

Triplette

13

Prolofilamente

13 + 10 Prolofi lamente

13

+ 10 + 10 Prolofi lamente

Abb. 14: Mikrotubuli

10

Zytoskelett

111

= A-Tubulus besteht dann aus 13 Protofilamenten,

d er angelagerte B- Tubulus nur aus 10 Protofila- menten. A- und B-Tubulus zusammen nennt man Duplette. Analog dazu kann sich auch ein e Tri- plette bilden, bei der der dritte = C Tubulus eben-

falls nur 10 Protofilamente enthält. Solche "kombi- nierte n " Mikrotubuli findet m an z .B. in Kino zilien (s. u). Welche Eigensd1aften und Aufgaben haben nw1 die Mikrotubuli? Mikrotubuh sind reversible und polare Strukturen. Das bedeutet

• sie können schnell auf- und abgebaut werden,

sie haben ein Plus- und ein Minusende. Mikrotubuli dienen als Gleitschienen innerhalb der Zelle. Bildlich kann man sie sich auch als Autoba hn en der Zelle vo rstellen . Mit den Mo- torproteinen Dynein und Kinesin können auf diesen Mikratuhuli-Autobahnen z.B. Zellorga- nellen transportiert werden. Anband der Neu- rotubuli - den Mikrotubuli der Nervenzellen - stellen wir nun diese beiden Motorproteine etwas gerrauer vor:

Penkaryon

nun diese beiden Motorproteine etwas gerrauer vor: Penkaryon Mikrol ubul i ~sin anterograd -- retrograd -

Mikrol ubul i

~sin

anterograd

--

retrograd

-

-Dynein

Abb. 15: Neurotubuli

Synapse

Kinesin sorgt für den anterograden mikrotubu- lusassozüerten Transport, Dynein für d en retro-

g raden . Ein anterograder Transport vollzieh t sich vom Perikaryon zur Synapse, der retrograde Trans- port von der Synapse zurück zum Perikaryon.

M ERKE:

~esin~anterograder Transport

• oynein

~ retrograder Transport

Übrigens

ln Gegenwart der Pflanzengifte Colchizin , Vincri- stin oder Vinblastin können keine Mikrotubulusfi-

lamente aufgeba ut werden . Diese "Mitosespinde l- gifte" binden an freie Tubuline und hemmen so den

Zusammenbau

man sich bei der Chromosomenanalyse zu Nutze

(s. Karyogrammanalyse, S. 47 ).

de s Sp indel apparats. Dies macht

Rolle der Mikrotubuli bei Zilien und Mitosespindel

Kinozilien enthalten Mikrotubuli und das Mo- torprotein Dynein, das für den Zilienschlag be- nötigt wird. Kinozi li e n kommen z.B . im Respira- tionstrakt vor, wo sie Staub über einen oralwärts

gerichteten Schlag nach draußen befördern. An einer Kinozilie lassen sich- anhand der elektro- nenmikroskopisch sid1tbaren Organisationsmu- ster der Mikrotubuli - drei Zonen unterscheiden.

• Eine 9 · 2 + 2-Struktur b edeute t, dass sich neun Dupletten (= 9 · 2) um zwe i zentrale Mikrotu- buh (= + 2) anordnen. Diese Anordnung findet man im oberen Bereich der Kinozilie - dem Achsenfaden. Hier findet m an auch die nach innen strahlenden radialen Speichenproteine und das Protein Nexin, das die einzelnen Du- pletten untereinander verbind et (s. Abb. 16).

• Eine 9 · 2 + 0-Struktur heißt, dass sich wiederum neun Dupletten ringförmig anordnen, die zwei zen tralen M ikrotubuli (= + 0) jedoch fehlen . Dies ist in der Intermediärzone der Fall.

• Im Basalkörperehen (= Kinetosom) findet m an eine 9 · 3 + 0-Struktur. Hier ordnen sich neun

Tripletten (= 9 · 3) kreisförmig an.

_,

II

Zel lmembran

!

_

l

(= 9 · 3) kreisförmig an. _, II Zel lmembran ! _ l 11 Zi l

11

Zi lie=

Achsenfaden

9·2+2

lntermediärzone

9·2+0

Kine tosom=

Basalkörperehen

9·3+0

Duplette

Speichenprotein

Dyneinarm

zentrale Mikrotubuli Nexin

Plasmamembran

Abb. 16: Zilien

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C1)

zj

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Übrigens

Die Reinigungsfunktion der Kinozilien nennt man auch mukoziliäre Clearance. Beim Kartagener-Syndrom kommt es auf Grund ein er Mutation im Oynein-Gen zu einer

Funktionsbeein tr ächtigung der Kinozi li en. Die

Folge sind Sekretverhalt und/ Bronchitis.

oder chronische

Übrigens

Unter Chemotaxis versteht man die Fähigkeit von Zellen, eine gerichtete amöboide Bewegung - ausgelöst von chemischen Reizen - auszu- führen. Zum Beispiel können Leukozyten auf diese Weise in eine bestimmte Richtung gelockt werden, in der gerade eine Immunabwehrreakti- on stattfindet.

Neben dem Zilienschlag sind die Mikrotubuli auch an der Ausbildung der Mitosespindel beteiligt. Die- se Mikrotubuli werden an den Zentriolen gebildet, weisen eine 9 · 3-Struktur auf und wandern wäh- rend der Mitose zu den Zellpo len (s. Mitose, S. 26) .

1.3.2 Amöboide Zellbewegung

Amöboide Bewegung findet nicht durch Zilien- schlag, sondern durch Zytoplasmafluss statt. Dodt

wie funktioniert das? Bei Amöben können zwei Zo- nen in ihrem Zytoplasma unterschieden werden:

• das randständige Ektoplasma und

• das zentral gelegene Entoplasma.

Das Ektoplasma hat eine gelartige festere Konsi- stenz und ist zur Ausbildung von Pseudopodien (= Sd1einfüßchen) befähigt. Das Entoplasma hat eine flüssigere Konsistenz und fließt daher der veränderten Form nach . Folge: die Amöbe be- wegt sich. Der zugrunde liegende molekulare Mechanismus beruht auf der Tätigkeit ATP-ver- brauchender kontraktiler Filamente (= Aktin und

Myosin). Doch nicht nur Amöben haben diese Art der Fortbewegung, auch menschliche Zellen kön- nen auf diese Weise wandern. Zu diesen nicht- sesshaften Zellen gehören z .B. embryonale Zellen, Ma- krophagen, Granulozyten und Lymphozyten.

1.3.3 Zytoskelett der Erythrozyten

Das Zytoskelett der roten Blutkörperchen hat eini-

ge Besonderheiten zu bieten, schließlid1 muss sich ein Erythrozyt durch Milzsinus und enge Kapilla- ren "quetschen". Für diese enorme Verformbarkeit sorgen spezielle Proteine, die in Abbildw1g 17 dar- gestellt sind. Das hiervon wid1tigste Protein ist das Spectrin. Es besteht aus o- und ß-Untereinheiten und wird mittels Ankyrin und dem Protein 4.2 an der Zellmembran (genauer einem integralen Mem- branprotein nahmens "Band 3") befestigt. Spec- hin kann sich aber auch an Aktin anlagern, Aktin befestigt sich dann an Protein 4.1 und Protein 4.1

Dieses recht spezi-

wieder an der Zellmembran .

fische Wissen ist nicht unwichtig, denn an jedem dieser Zytoskelettbestandteile kann durch Mutati- on eine Sphärozytose (Kugelzellanämie) verurs- acht werden. Dabei verlieren die Erythrozyten ihre spezifischen Verformungseigenschaften und ihre charakteristische bikonkave Form. Folge: Die roten Blutkörperchen runden sich ab und werden ver- mehrt in der Milz abgebaut, was zur Anämie führt.

Spectrin
Spectrin

Abb. 17: Zytoskelett der Erythrozyten

führt. Spectrin Abb. 17: Zytoskelett der Erythrozyten Erythrozyt • S p h ä r o z

Erythrozyt

führt. Spectrin Abb. 17: Zytoskelett der Erythrozyten Erythrozyt • S p h ä r o z
führt. Spectrin Abb. 17: Zytoskelett der Erythrozyten Erythrozyt • S p h ä r o z

Sphärozyt

Milz Makrophage

12

Zellkern

I

Übr i gens

Überunspezifische Alterungsprozesse genau

dieser Zytoskelettante il e erklärt man sich auch die 120-tägige Lebensdauer der Erythrozyten.

Da

ihnen die Grundvoraussetz ung dafür. fe hlerhafte Proteine nachzubauen. Folge: Fehlerhafte Pro- teine häufen sich an , die Erythrozyten sind nic ht mehr optimal verformbar. bleiben in den M ilzs i- nus stecken und finden ihr Ende in Makrophagen.

Erythrozyten keinen Ze ll kern besitzen. fehlt

1.4 Zellkern

Ribosom

Nucleolus

Ze ll kern besitzen. fehlt 1.4 Zellkern Ribosom Nucleolus inne re Kernmembran äußere Kernmembran Heterochromatin

inne re Kernmembran

äußere Kernmembran

Heterochromatin

Euchromatin

Abb. 18: Zellkern

Kernlamina

Der Zellkern ist das übergeordnete Steuerungs- zentrum der Zelle. Hier w ird die genetische Information in Form von Chromosomen gespei- chert sowie das Genom repliziert(= kopiert) und transkribiert(= in RNA umgeschrieben). Liegt das genetische Materiallocker und entspi- ralisiert vor, spricht man von Euchromatin, der aktiven Form d es Chromatins. Bei einer stark stoffwechsel-aktiven Zelle kann man daher eine

funktionelle Zellkernschwellung und ein ver-

m ehrtes Auftreten des Euchromatins erwarten. Heterochromatin hingegen ist stärker spirali- s iert und ersch ein t i m Mikroskop dunkler. Au f- grund der höheren Spiralisierung wird es nicht

ab gelesen und ist somit in aktiv.

Der Inhalt des Zellkerns ist durch die Kernhülle

13

vom Rest der Zelle abgegrenzt. Diese besteht aus einer inneren und einer äußeren (Kern-)Mem- bran. Solch eine Doppelmembran findet man üb- rigens auch bei den Mitochondrien. Die äußere Kernmembran steht mit dem rauen e n doplasmatischen Retikulum in Verbindun g. Hier können membrangebundene Ribosomen lo- kalisiert sein. Direkt unter der inneren Membran liegt eine Schich t aus Intermediärfi lamenten (= Laminen), die die Kernlamina bilden. Diese Schicht ist u.a. für die Kernform verantwortli ch und erfüllt daher mechanische Aufgaben.

Übrigens

Beim Hutchinson-Gilford-Syndrom [Progerie= ,.frü- hes Alter") vergreisen betroffene Patienten bereits im Kindesalter. Oie Erkrankung ist auf eine Mutation im Lamin-A-Gen zurückzuführen. Wenn man weiß, dass Lamine die Intermed iärfi lamente der Kern hüll e s ind , kann man sich herle ite n, dass ein Kennzeichen di eser Erkrankung deformierte Zellkerne sind.

Zwischen dem Kerninnenraum und dem Rest der Zelle besteht ein reger Stoffaustausch durch die Kernporen:

• mRNAs, rRNAs und tRNAs gelangen so in das Zytoplasma

• Importine sind Proteinkomplexe, die den Transport bestimmter Proteine vorn Zytoplas- ma in den Zellkern erleichtern. Hierzu erken- nen sie Kernlokalisierungssignale (= nuclear localization signals, kurz: NLS). Nucleäre Proteine (z.B. Histone) - die wie a ll e Proteine für den Eigenbedarf im Zytoplasma an frei- en Ribosomen synthetisiert werden - werden durch diesen Transportweg in den Kern ein- geschleust.

Übrigens

Die Kernhü lle ist nur während der Interphase exi-

stent. Bei

der

Ze llteilu ng wird sie in kleine Bl äschen

abgebaut

und mu ss so später in den Tochterzel le n

nicht

chen wieder zur Kernhü ll e recycelt werden können .

komplett neu synthetisiert werden, da die Bl äs-

1.4.1

Nucleolus

Der Nucleolus (= Kemkörperchen) fällt histolo- gisch durd1 eine starke Anfärbung auf. In ihm

w i rd ribosemale RNA (=

für die Ribosomenbildung notwendig ist. Im Nu- cleolus findet sich noch eine weitere RNA-Art: die

co-

snoRNA (= srnall nucl eolar RNA). Diese RNA

rRNA) hergestellt, die

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~

/ Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

diert nicht für Proteine, sondern ist an der Prozes- sierung der rRNA beteiligt. Die Nucleoli können nur von den NORs (= Nucleolus-Organizer-Re- gions = bestimmten Regionen auf den akrozenhi- schen Chromosomen 13, 14, 15, 21 und 22) gebildet werden. Hier li egen die Gene, die für di e rRNA co- dieren, in vielen Kopien (=redundant) vor.

Übrigens

• Die Nucleoli sind von KEINER M embran umgeben und stellen somit auch KEIN eigenes Kompartiment dar.

• Nucleoli sind nur in der Interphase vorhanden. Bei der Zellteilung[= Mitose. s. S. 26) verschwinden sie. da die Chro m osomen dann maximal ko nden sieren und somit keine Möglichkeit besteht, weiterhin rRNA abzulesen .

• Bei stark stoffwechselaktiven Zellen [z.B. Hepatozyten] kön nen in ein em Kern auch me hrere Nucleoli vorhan - den sein, wodurch mehr Ribosomen für die Translation gebildet werden.

Einige Proteine des Nucleolus sind klinisch interessant. Bei der Sklerodermie, einer Kol- lagenase (= Bindegewebserkrankung), die mit Verhärtung der Haut und/oder innerer Organe einhergeht, werden Autoantikörper gegen die Nudeolusproteine Fibrillarin, Nucleolin oder die RNA-Polyrnerase I gebildet. Da bei der Sklerodermie Antikörper gegen körpereigenes Material gebildet werden, zählt sie zu den Au- toimrnunerkrankungen.

1.5

Zytoplasma

Das Zytoplasma ist ein mit Proteinen, Wasser, Nucleinsäuren, Zuckern (auch Glykogen!), Ionen und anderen Metaboliten angefüllter Raum. Dazu zählen auch die Zellorganellen, nicht jedoch der Zellkern. Der hat sein s peziell es Karyoplasma.

M ERKE:

Glykogen wird im Zytoplasma gespeichert und

zwar in Form elektronendichter

Übrigens

Gra nula.

ln diesem Zusammenhang ist der Begriff Kern· Plasma-Relation von Bedeutung. Er beschreibt das Verhältnis zwischen Kernvolumen und Zy- toplasmamenge der Ze lle. So kann man bei be- sonderen Leistungen der Ze lle ei ne funktion el le Kernschwellung und die Ausbildung mehrerer Nuc leo li (s . 1.4. 1 , S. 13) beobachten. Es gi lt: J e mehr Kernvolumen. de sto mehr Leistung kann de r Kern als Steuerung sze nt r ale vo llbring en.

1.5.1 Caspasen

Caspasen sind spezifische, im Zytoplasma loka- lisierte Proteasen, die nach Aktivierung zur Apo- ptase (=programmierter Zelltod) führen (s.a. 1.9.2, S. 33). Sie spalten zahlreiche andere Proteine und aktivieren DNAsen, die das Genom zerstören. Fer- ner ist die Freisetzung von Cytochrom c aus den Mitochondrien für eine Apoptose charakteristisch.

1.5.2 Proteasom

Das zy topla sma ti sch lo kali sierte Proteasom dient der kontrollierten intrazellulären Prote- olyse. Üb eralterte oder fehlgefa ltete Proteine werden hi erbei mit einem Markerprotein - dem Ubiquitin - versehen. So als Müll gekennzeich- net, werden s ie in da s fa ssförmige Proteasom aufgenommen und dort abgebaut.

Übrigens

We itere intrazelluläre Proteasen fi ndet man in den Lys osomen [s . 1 .6 .6 . S. 20] .

1.6

Zellorganellen

Nun geht es um die einzelnen Organellen, die in der Zelle zu finden sind. Für eine orientierende Übersicht schaut man sich am besten noch ein- mal di e Zellskiz ze aus Seite 1 an, da hier auch die wic htigsten Zellorganellen eingezeichn et sind .

1.6.1 Mitochondrien

Das Thema Mitochondrien wird sehr oft im

schri ftlichen

dass es eine Fülle von interessanten Fakten zu dieser Organelle gibt - das Mitochondrium hat sogar eine eigene (!) DNA Doch nun der Reihe nach

Examen geprüft. Das liegt daran,

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Sie kommen in fast allen eukaryontischen Zellen in untersch iedlicher Anzahl vor.

14

Übrigens

Eine bedeutsame Ausnahme stellen r eife

Erythrozyten erklären? Oie Laufe i hr es

da. W ie kan n man sich das

roten

Blutkörperchen hab en im

Fertigungsprozess es" ihre n Kern

ausgestoßen. Als Folge dieses Verl ustes der übergeord neten Steuerzentrale sind auch Or-

ganel len w ie das endop lasmatische Retikulum

(s. a. 1.6.3 , S 17 ] oder eben Mitochondrien

verloren gegangen.

Zellorganellen

I

Mitochondrien haben zwei Membranen:

• Die äußere Membran ist relativ glatt und ent- hält Porine, die Moleküle bis zu einer Größe von lOkDa durchlassen,

• die innere Mitochondrienmembran ist stark gefaltet und relativ undurchlässig. Man unterscheidet den Tubulus- und den Cris- tae-Faltungstyp, diebeideeine Oberflächenver- größen.mg zur Folge haben.

• Der Cristae-Typ ist für stark stoffwechselaktive Zellen (z.B. Herzmuskelzellen) charakteristisch.

• Den Tubulus-Typ findet man in Zellen, die Stero- idhomlOne produzieren.

In termembranraum

innere Membran

(gefaltet) Matrix
(gefaltet)
Matrix

mtDNA

Intermembranraum

innere Membran (gefaltet) Matrix mtDNA Intermembranraum Abb. 19 : Mitochondrium a) Cristae-Typ b) Tubulus-Typ

Abb. 19 : Mitochondrium a) Cristae-Typ b) Tubulus-Typ

Eingebettet in der inneren Membran liegen die Enzyme der Atmungskette und der ATP-Syn- these. Den Raum, den die innere Mitochondri- enmembran umschließt, nennt man Matrixraum. Hier sind die Enzyme der ß-Oxidation und des

15

Citratzyklus lokalisiert. In der äußeren Mitochondrienmembran befinden sich z .B. die zwei für den Abbau von Katechola- minen wichtigen Enzyme Monoaminooxidase ("" MAO) und Catechol-0-Methyltransferase (""COMT). Innerhalb der Membranen sitzen außerdem zahl- reiche Transporterproteine (u.a. TIM und TOM == transporter inner membrane und tra:nsporter ou- ter mernbrane), die für den Austausch von Meta- boliten (== Stoffwechselprodukten) zuständig sind. Für die Mitochondrien bestimmte Proteine, die im. Zytoplasma synthetisiert wurden, tragen z.B. eine spezifische Signalsequenz ( == Erkennungsseq u enz, Adressaufkleber) und werden damit in das Mi- tochondrium eingesdtleust. Im Matrixraum wird dieses Signalpeptid durch eine Signalpeptidase entfemt.

Die innere Mitochondrienmembran ist reich an einem besonderen Fett - dem Cardiolipin - das

sonst nur in Bakterienmembranen vorkommt. Die Antwort auf die Frage, warum es dann im Mitochondrium lokalisiert ist, gibt die Endo- symbiontentheorie:

Diese Hypothese nimmt an, dass Mitochondrien ursprünglich Bakterien waren, die in andere Zel- len aufgenommen wurden und dort fortan in einer symbiotischen Beziehung lebten. Die Bak- terien sollen durch Endozytose in die Wirtszellen gelangt sein. Dies v.rürde auch das Vorhandensein von zwei Membranen erklären, wobei die innere Membran sich von den Bakterien ablei tet tmd da- her passender Weise auch das spezifische Bakte- rienlipid Cardiolipin beinhaltet. Auch andere spe- zifische Eigenschaften der Mitochondrien lassen sich mit dieser Endesymbiontentheorie erklären:

• Mitochondrien haben ihr eigenes Genom - eine doppelsträngige zirkuläre DNA - die mehrfach vorh anden ist. Diese mtDNA zeich- net sich dadurch aus, dass sie quasi nackt (== olme Histonschutz) vorliegt; eine Eigen- schaft, die auch bakterielle DNA hat (s. Skript Biologie 2) . Die mtDNA besitzt etwa 16,5 kB (nicht kilobyte sondern kiloBasenpaare =

16.500 Basenpaare

)

und codiert für 13 Protei-

ne, die für die Atmungskette wichtig sind. Die

Atmungskette wird aber nur teilweise über das mitochondriale Genom codiert, den Rest übernimmt die Kern-DNA. Weiterhin codiert die mtDNA für eigene tRNAs und rRNAs.

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16j

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

• Der genetische Code der mtDNA unterschei- det sich von dem der Kern-DNA, das bedeu- tet, dass teilweise andere Codons für Amino- säuren codieren.

• Mitochondriale Ribosomen zeigen ebenfalls einen bakterienähnlichen Aufbau. Es sind 70S- Ribosomen, während normale eukaryontische Ribosomen 80S-Ribosomen sind (s. a. 1.6.2 Ri- bosomen). • Mitochondrien vermehren sich azy- klisch (bezogen auf den Zellzyklus) durch einfache Teilung. So kann die Zelle auf vermehrte Belastungen reagieren und ihren Stoffwechsel anpassen.

Belastungen reagieren und ihren Stoffwechsel anpassen. M ERKE: Aufgnmd der relativen Nähe der Atmungskette mit

M ERKE:

Aufgnmd der relativen Nähe der Atmungskette mit ihren gefährlichen Sauerstoff-Metaboliten, dem fehlenden Histonschutz und einem ineffizienten Re- paraturmechanismus resultiert eine 10 mal höhere Mutationsrate der mtDNA als bei der Kem-DNA. Das ist eine mögliche Erklärung für bestimmte mi- tochondriale Erkrankungen. (Genaueres zu diesen Krankheiten wurde bislang im Physikum nicht ge-

Begriff Heteroplas-

fragt

mie kennen: Darunter versteht man ein Gemisch normaler nnd mutierter mt-DNA innerhalb einer Zelle. Angenorrunen, eine Zelle habe 100 Mitochon- drien. Mutiert in einem die mtDNA, enthält diese Zelle nnterschiedliche mtDNA-Sequenzen, was als Heteroplasmie bezeichnet wird.

). Jedoch sollte man den

Zu Mitochondrien und Endosymbiontentheori e:

• zwei Membranen, in der inn eren Membr an Bakterienlipid Cardiolipin.

• eigene mtDNA, teilweise anderer genetischer Code,

• 70S-Ribosomen.

Übrigens

• Die Aufteilung der Mitochondrien auf die beiden

Tochterze ll en

bei der Ze llte ilung erfolgt zufällig.

• Zyankali, das Salz der Blausäure, ist ein Gift, das in der Atmungskette das Enzym Cytochrom-c-

Oxidase hemmt.

• Mitochondrien werden maternal

(=v on der

Mutter] vererbt. Der Grund dafür ist. dass die pa- ternalen (=vom Vater stammenden] Mitochon- drien bei der Befruchtung gar nicht in die Eizelle

eindringen [s. a. S 30 und Skript Biologie 2].

1 .6.2 Ribosomen

Ribosomen bestehen aus rRNA und Proteinen. Das eukaryontische 80S-Ribosom setzt sich aus einer 60S- und einer 40S-Untereinheit zusam- men. Es ist üblich, die Sedimentationskoeffizi- enten der Ribosomen anstatt der Masse anzuge- ben. DieseS-Werte sind NICHT additiv (denn 60

+ 40 gibt ja nicht genau 80

Die beiden ribosemalen Untereinheiten lagern sich an einem Strang mRNA zusammen, und an diesem Komplex können dann Proteine entste- hen (s. Translation, S. 42). Je nachdem, wo die zusammengesetzten Ribosomen lokalisiert sind,

haben sie unterschiedliche Funktionen - Ribo- som ist also nicht gleich Ribosom

).

Übrigens

Eukaryontische (= 80S-] und prokaryontische (=70S-) Ribosomen sind unterschiedlich aufge- baut (s. Skript Biologie 2].

Lysosom @ Membranprolein
Lysosom @
Membranprolein

Golgi-

Apparat

Cytoplasm ame mbran

Abb. 20: Endoplasmatisches Retikulum

16

Zellorganellen

111

! I1J I

-

-

I

~h

Zytoplasma

Hier liegen freie Ribosomen vor.

An ihnen

werden Zytoplasmat ische und

nucleäre Proteine hergestellt. Freie Ribosomen , die mit demselben Strang mRNA assoziiert si nd, nennt man auch Polysemen . Da sie alle die- selbe mRNA ablesen , produzieren sie natürlich auch alle das gleiche Protein.

rER

An den memb rangebu ndenen Rib oso- men werden Exportpr ote in e, Mem - branpr oteine und Iysosomaie Proteine synthetisiert. Viel rER findet man z.B. in aktiven Drü se nze llen , da dies e viele Exportprote ine benötigen .

Mitoc hondrium

Di e hier lokalisierten Ribo somen lesen die mRNA der mitochondrialen DNA (= mtDNA) ab.

Tabelle 3: Lokalisation von Ribosomen

1.6.3 Endoplasmatisches Retikulum [= ER) Das endoplasmatische Retikulum ist ein drei- dimensionales, aus Membranen aufgebautes Hohlraumsystem innerhalb der Zelle. Im Zel-

lalltag ist es ständig im Umbau: die Membra- nen schaffen neue Formen und Vesikel wer-

d en abgegeben.

Vereinfacht ausgedrückt die nt da s ER der Kompartimentierung von Stoffwechselräu-

m en (für die Protein- und Steroidsynthese),

dem

Stoffen. Zum Autbau muss man sich merken, dass das ER im Bereich d es Zellkerns in die äußere Kernmembran übergeht. Auf der an- deren Seite steht es mit dem Golgi-Apparat in Verbindung. Morphologisch unterscheide t man

Membranflu ss und d em Transport von

• das rER = rough ER= raues ER und

• das

sER = smooth ER =g lattes ER.

Diese beiden unterschiedlichen Arten des ER

werden im Folgenden näher besprochen.

rER [= raues endoplasmatisches Retikulum) Die Aufgabe des rER ist es, Exportproteine, Membranproteine und auch lysosomale Pro- teine herzu stellen. Zur Erinnerung: Protein e, die für das Zytoplasma oder den Zellkern be- stimmt sind, werden von Polysamen syntheti- siert (s . Ribo so m en, S. 1 6).

17

Übrigens

• Das rER ist deshalb ra u. we il es membrange- bundene Ribosomen besitzt, die seine Ober- fläche unter dem Elektronenmikroskop körnig aussehen lassen.

• Di e Nisselsehollen in d en Nervenperikaryen

sind ebenfa lls rE R. Man nennt

da sie unter dem Elektro nenm ikr oskop wie ein Tigerfe il aussehen .

sie auch Tigroid , äh nl ich

Doch wie gelangen die Ribosomen überhaupt auf das ER? Zw1äd1st muss sich ein Ribosom an einer mRNA zusammengesetzt haben, die ein Signalpeptid (= eine Signalsequenz, Adressaufkleber) für das ER trägt. Solch eine Erkemltmgssequenz tragen die nillNAs, die für Proteine codieren, die - im Gegen- satz zur polysomalen Tran slation- für den Export, die Membran oder für Lysosomen bestimmt sind.

·-
·-

mR~I-\·- - ······

freies

Ribosom

bestimmt sind. ·- mR~I-\·- - ······ freies Ribosom ER-Lumen Abb. 21 a: Ribosom und Signa lpeptid

ER-Lumen

Abb. 21 a: Ribosom und Signa lpeptid

An dieses Signalpeptid bindet ein SRP (=Signal Recogniti on Particle) . Das SRP besteht u. a. a us einer speziellen RNA, der scRN A (= small cyto- plasmic RNA, s. S. 40).

SRP

RNA, der scRN A (= small cyto- plasmic RNA, s. S. 40). SRP SRP-Rezeptor Abb .
RNA, der scRN A (= small cyto- plasmic RNA, s. S. 40). SRP SRP-Rezeptor Abb .

SRP-Rezeptor

Abb . 21 b: Ribosom und SRP

Translocon

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Cl)

I Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Dieses SRP bindet wiederum an einen SRP- Rezeptor, der in der Membran d es ER sitzt. Da- durch wird das Ribosom auf einem Translocon (=ein integrales Membrantmmelprotein) positi- oniert, durch das anschließend die synthetisierte Polypeptidkette ins Innere des rER abgegeben wird.

Translocon, SRP und SRP-Rezeptor

des rER abgegeben wird. Translocon, SRP und SRP-Rezeptor u Abb . 21 c: Ribos om auf
des rER abgegeben wird. Translocon, SRP und SRP-Rezeptor u Abb . 21 c: Ribos om auf

u

Abb . 21 c: Ribos om auf Translocon

Da das SRP reversibel bindet, kann es nach ge- taner Arbeit wieder abdissoziieren. Die Signal- sequenz w ird noch während der Translation ab- gespal ten, die fertige Polypeptidkette schließlich noch gefaltet und posttranslational modifiziert (z.B. N -Gl ykosy lie run g, s . 2.1.8, S. 42).

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J~v~~~~vvvv~~~vuvvvu~vuuu vuuvvu1

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~

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OZ,

vuuvvu1 ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~ \ OZ, posttransl. Modifizierung r · Abb . 21 d: Fertigstellung

posttransl. Modifizierung

r·

Abb . 21 d: Fertigstellung des Polypeptids

sER (= glattes endoplasmatisches Retikulum)

Dort, wo keine Ribosomen gebunden sind, hat das ER eine glatte Oberfläche und wird daher sER (= s mooth ER) genannt. Folgende Aufgaben des sER sind im schriftlichen Physikum von Bedeutung:

• Biotransformation = Entgiftung von schäd- lichen Stoffen sowie Inaktivierung von Arz- ne imitteln. Es kann aber auch zu einer Gif- tung - also einer Erhöhung der Toxizität kommen. Das Enzym Cytochrom P450 spielt bei der Biotransformation eine große Rolle. Es kann durch b es timmte Stoffe indu zie rt (= m engenmäßig vermehrt) werden. Solche In- duktoren sind z.B. Barbiturate und Rifarnpicin. Ein Beispiel für die klinisdte Bedeutung dieses Wissens: Orale Kontrazeptiva werden über das Cytochmm P450-System abgebau t. Wird dieses System induziert, so werden die Kontrazeptiva sdmeller abgebaut w1d somi t unwirksam. Als

18

Zellorganellen

Zellorganellen Folge kann es zu einer w1erwünschten 1 , Schwangerschaft kommen. Das Cyto- · ~~ den

Folge kann es zu einer w1erwünschten 1 ,

Schwangerschaft kommen. Das Cyto- · ~~ den Golgi-Apparat per vesikulärem Transport bis chrom P450 hat seinen Namen übrigens zur trans-Seite weitergeleitet. Dort sclmüren daher, dass es bei einer Wellenlänge von sich die Vesikel ab rmd wandern zur Zytoplas- 450 nm fluoresziert. Weiteres zur Bio- z::~~r?"-~mamembran, mit der sie verschmelzen. Dabei

• • •• Inhalt zur Exozytose bestimmt ist, werden durch

,

.=~ --

transformationfindet ilu· im Skript Biod1emie 7. wird ilu Inhalt (z.B. Hormone oder Sekrete) frei - • Fettstoffwechsel = Synthese von Steroidhor- gesetzt. Aufgrw1d der Membran-verschmelzung

werden bei der Exozytose ständig neue Membra-

• Calciumspeicher, vor allem in der Muskula- nanteile in die Zellmembran integriert. Auf cliese

monen und Phospholipiden.

tur. Im Muskelgewebe nennt man das glatte Weise können aud1 Transporter rmd Rezeptoren

ER auch sarkoplasmatisches Retikulum. Von

sarkos (gr.) = Muskelfleisch. Der zytoplasmatische Teil eines Proteins bleibt dabei zum Zytoplasma gerichtet, während der

Anteil des Proteins, der in den Vesikel ragt, später in den Extrazellulärraum weist. Für glykosylierte Proteine, die ihren Zuckerbaw11 im Inneren des Vesikels tragen, wird dadurch gewährleistet, dass dieser später auch korrekt nach außen gerimtet ist. Doch woh er wissen die Proteine, wo sie hin sollen? Diese Zielsteuerung geschieht über Signalpeptide und Signalzucker, die von Rezeptoren erkannt werden und so den weiteren Weg eines Proteins festlegen. Nach Erfüllw1g iluer Aufgabe werden diese Signalsequenzen durch Signalpeptidasen abgespalten. Mannose-6-Phosphat stellt z.B. eine sold1e Signalgruppe für Iysosomale Proteine dar. Diese werden dadurch sid1er zu ihrem Ziel - den Lysosomen - geleitet.

in die Zytoplasmamembran eingebaut werden.

Üb r igens

Das sER kann jederzeit durch Anlagerung von Ribosomen in ein rER umgewandelt werden.

1 .6.4 Golgikomplex [=

Golgi-Apparat ]

Der Golgi-Apparat setzt sich aus mehreren Sta- peln glattwandiger Membransäckchen zusam- men. Diese e inze ln en Stapel bezeidmet man als Diktyosomen oder Zisternen. Der Golgi-Apparat ist polar aufgebaut und besitzt eine Bildungs (= cis)-Seite und eine Abgabe(= trans)-Seite. Er dient der Reifung, Sortierung rmd Verpackung von Proteinen. Zur cis-Seite werden Vesikel mit Proteinen vom rER transportiert. I:tmerhalb des Golgi-Komplexes wird die schon im rER begon- nene posttranslationale Proteinmodifiziel'W1g fortgeführt (z.B. eine 0-Glykosylierung, Sulfatie- rung oder Phosphorylierrmg). Diese Aufgabe über- nehmen die Enzyme des Golgiapparats, u.a. das Leitenzym Galactosyl-Transferase. Vesikel, deren

M ERKE:

Die Hauptzielorte der Proteine aus dem Golgi-Appa- rat sind der Extrazellulärraum, die Plasmamembran und die Lysosomen.

Abb. 22 : Golgi-Apparat

die Plasmamembran und die Lysosomen. Abb. 22 : Golgi-Apparat --- - - ---- Vesikel Golgi-Apparat 19

--- - - ---- Vesikel

Golgi-Apparat

19

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\

(

20 I Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

1 .6.5

Exkurs:

Rezeptorvermittelte Endozytose

Ligand

Rezeptor

.6.5 Exkurs: Rezeptorvermittelte Endozytose Ligand Rezeptor coated Pit Clath ri n coated Vesicle Abdiffusion der

coated Pit

Clath ri n

Endozytose Ligand Rezeptor coated Pit Clath ri n coated Vesicle Abdiffusion der Clathrinmoleküle =
Endozytose Ligand Rezeptor coated Pit Clath ri n coated Vesicle Abdiffusion der Clathrinmoleküle =

coated Vesicle

Ligand Rezeptor coated Pit Clath ri n coated Vesicle Abdiffusion der Clathrinmoleküle = uncoating Abb. 23:

Abdiffusion der Clathrinmoleküle = uncoating

Abb. 23: Rezeptorvermittelte Endozytose

Die rezeptorvermittelte Endozytose läuft in cha- rakteri stischen Schritten ab.

1. Zunächst binden in einer bestimmten Region der Zellmembran die aufzunehmenden Stoffe an spezifische Rezeptoren.

2. Diese Bindung bewirkt, dass sich Clathrin- rnoleküle auf d er zytop lasma ti schen Seite der Membran anla gern, was zu e iner Ei nd ell un g führt. Diese Delle nennt man au ch Coated Pit.

3. Die Clathrinmoleküle haben das Bestreben eine hexagonale, fast kugelige Struktur auszu- bilden, wodurch ein Vesikelbläschen = Coated

Vesicle entsteht,

das in d ie Zelle sch wimmt.

4. Dort angeko mm en, diffundieren die Clathrin-

mo lekül e von der Vesikelmembran ab (= un - coating) und der Vesikel reift dadurch zum Endosom heran.

Übrigens

• Als Transzytose bezeichnet man einen vesi- kulären Transport durch die Zelle hindurch:

Auf der einen Seite werden die Stoffe mittels Endozytose aufgenommen. auf der anderen Seite durch Exozytose abgegeben.

• Als Pinozytose bezeichnet man den Transport

flüssiger Stoffe in die Zelle hinein .

1.6.6 Exkurs: Phagozytose

Durch Phagozytose können Makrophagen und immunkompetente Leukozyten "größere" feste Partikel und sogar ganze Zellen ab einem Durch- messer von ca. 250 nm aufnehmen. Dazu umflie- ßen die phagozy tierenden Zellen den aufznneh- menden Partikel und schnüren ihn anschließend nach intrazellulär ab. Eine Voraussetzung zur Phagozytose ist das koordinierte Zusammenspiel der kontraktilen Filamente Aktin nnd Myosin, die das Umfließen erst ermöglichen.

1.6.7 Lysosomen

alte Organe lle

sekundäres Lysosom

Autolysosom

>* @\

r

@/

E~:~~e~8

Endocytose
Endocytose

_"

@ Telelysosom

(!)

Endosom

sekundäres Lysosom

Heterolysosom

@ Telelysosom (!) Endosom sekundäres Lysosom Heterolysosom Zellmembran Abb. 24: Lysosomen Die Lysosomen werden vom

Zellmembran

Abb. 24: Lysosomen

Die Lysosomen werden vom Golgi-Apparat ge- bildet. Sie sind membranumgrenzte Organellen, die für den Materialabbau zuständig sind. Zu diesem Zweck enthalten sie als Enzyme saure Hydrolasen. Je nachdem welche Stoffe aufge- nommen werden, unterscheidet man:

• Autolysosomen = bauen überaltertes zelleige- nes Material ab und

• Heterolysosornen = verdauen unerwünschtes FremdmateriaL

20

Leere Lysosomen, die noch nicht mit Abfall ge- füllt sind, nennt man primäre Lysosornen . Aus diesen entstehen nach Aufnahme von abzubau- end em Material die sekundären Lysosomen. Unverdau liche s oder un verwertbares Material landet in den Telolysosomen, die auch als Resi- dualkörper oder tertiäre Lysosomen bezeichnet werden. Telalysosomen können als Pigmente in der Zelle "endgelagert" werden und akkumu- lieren mit zunehm e ndem Alter ein e r Zel1e (z .B. in alten Nervenzellen). Bekanntestes Beispiel ist das braungelb e Alterspigment Lipofuscin . Es besteht aus nicht mehr für den Körper verwert- baren Granula, die von einer Doppelmembran umgeben sind. Man findet es besond ers in äl- teren Zellen, die sich nicht mehr teilen und da- mit in der GO-Phase befinden.

Übrigens

• Akrosomen si nd eine Sond erfo rm von Lyso- somen, die im Spermienkopf vorko mmen. Sie

besitzen ebenfalls hydrolysie rende Enzyme,

die sie

allerdings für die Durchd r ingung der Coron a rad i-

ata und der Zona pellucida der Eize ll e benötigen .

• Melanosomen sind ebenfalls Verwa ndte der Lysosomen. Sie speichern das Pigment Melanin und we rden von M elanozyten in der Haut gebil-

det.

die sie umgebenden (H aut-]Keratinozyten ab, die dadurc h vor UV-Strahl en geschützt w erden.

Die Melanozyten gebe n die M elanosomen an

MERK E:

Akrosomen sind die Lysosomenäquivalente der Spermien.

21

1_6.8 Peroxisomen

Zellorganellen

\21

Peroxisomen (= Microbodies) sind membranbe- grenzte Organellen, die besonders zahlreich in Le-

ber- und Nierenzellert vorkomm en. Sie enthalten die

Enzyme Katalase und Peroxidase, die dem Abbau von intrazellulär entstandenem ~0 2 (= Wasserstoff- peroxid) dienen. Leberperoxisomen sind daneben aud1 in den Fettstoffwechsel involviert und bauen besonders lange Fettsäuren ab.

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(!)

~j Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

~ j Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod Das Thema Zytologie erfreut sich regelmäßig groß- er Beliebtheit

Das Thema Zytologie erfreut sich regelmäßig groß- er Beliebtheit unter den fragenformulierenden Pro- fessoren. Unbedingt merken so llte man sich daher zum Unterthema Zell-Zell-Kontakte, dass

• die Zonula occludens (Strukturproteine = Occlu- dine] zwei Hauptfunktionen hat, und zwar:

-als Permeabilitätsbarriere und -zur Zellkompartimentierung.

• Zonula adhaerens und Macula adhaerens prinzipi- el l gleichartig aufgebaut sind [interzelluläres Kitt- material - Plaque - Verbindung nach intrazellulär], Unterschiede aber zum einen in der Ultrastruktur der Proteinkomponenten liegen und zum anderen die Macula adhaerens punktförmig und die Zonula adhaerens streifenförmig aufgebaut ist.

• die Gap Junctions aus je zwei Connexonen bestehen [ein Connexon ist wiederum aus sechs Connexinen aufgebaut]. Gap Junctions verbinden die Zytoplas- maräume verschiedener Zellen miteinander und können sie so metabolisch und elektrisch koppeln .

Für das Unterthema Zytoskelett ist absolut wis- senswert, dass

• nach zunehmender Größe Mikrofilamente < Interme- diärfilamente < Mikrotubuli unterschieden werden.

• Mikrofilamente hauptsächlich aus Aktin bestehen und mechanische Aufgaben erfüllen .

• Intermediärfilamente ortsspezifisch sind [s. Tab. 2 . S. 1 0] und ebenfalls mechanische Aufgaben haben.

• Mikrotubuli aus Tubulinen bestehen und dass sie zum einen für Transportprozesse (= Motorprote- ine Dynein und Kinesin) aber auch für die struktu- relle Integrität der Zelle wichtig sind. Außerdem sind Mikrotubuli an der Ausbildung von Kinozilien [=Oberflächendifferenzierung] und des Spindelap- parats (Zellteilung] beteiligt.

Bei den Themen Zellkern und Zytoplasma sollte man sich folgende Fakten gut merken:

• Der Zellkern ist die Steuerzentrale der Zelle; er ent- hält die DNA.

• Der Zellkern ist durch eine Doppelmembran - die Kernhülle - vom Zytoplasma abgegrenzt. Diese Hülle kann auf der Außenseite mit dem rER in Verbindung stehen, auf der Innenseite wird sie durch die Kernlami- na unterstützt. ln der Hülle befinden sich Kernporen.

• Der Nucleolus (= Kernkörperchen) ist nicht[!) von einer Membran umgeben. Er besteht aus RNA und Proteinen.

• Caspasen sind spezielle Proteasen, die nach ihrer Aktivierung zur Apoptose führen.

• Das Proteasom ist ein fassförmiger Komplex, der ubiquitinmarkierte Proteine abbaut. Es werden sol- che Proteine markiert, die alt oder fehlgefaltet sind.

Zu den Zellorganellen ist folgendes Wissen unabdingbar:

• Mitochondrien haben zwei Membranen, dadurch entstehen der Matrixraum und der lntermembran- raum (s . Abb. 19, S. 14).

• Mitochondrien enthalten Enzyme der Atmungsket- te, der Beta-Oxidation und des Citratzyklus.

• Mitochondrien haben ihre eigene DNA - die mtDNA.

• Als Heteroplasmie bezeichnet man einen mutati- onsbedingten intraindividuellen Mix verschiedener mtDNA-Sequenzen.

• Man unterscheidet 70S- [= prokaryontische] und 80S- [= eukaryontische] Ribosomen .

• Man unterscheidet freie [= zytoplasmatisch lo kali- sierte) und membrangeb unden e [= am rER] Ribo- somen. Freie Ribosomen synthetisieren Proteine für den Eigenbedarf, membrangebundene Riboso- men meist Exportproteine [aber auch z.B. Iysoso- maie Proteine).

• Das sER (=glattes endoplasmatisches Retikulum] ist in die Biotransformation und den Fettstoffwechsel in- volviert. Zusätzlich dient es als Calciumspeicher.

• Der Golgi-Apparat dient der Reifung und Sortie- rung von Proteinen. Man unterscheidet eine c is- [= Bi ldungs-] und eine trans- [= Abgabe-]Seite.

• Lysosomen bauen zelleigenes oder Fremdmaterial ab. Man nennt sie folglich Autolysosomen oder He- tero lysosomen. Für den Materialabbau benutzen sie saure Hydrolasen.

• Die Akrosomen der Spermien sind Lysosomenä- quivalente.

• Peroxisomen bauen intrazellulär entstandenes H 2 0 2 ab. Dafür benutzen sie die Enzyme Katalase und Peroxidase.

22

Basics Mündliche

I

Basics Mündliche I Wie ist die Zellmembran aufgebaut? Die Zellmembran besteht aus einer Phosphol ip id-

Wie ist die Zellmembran aufgebaut? Die Zellmembran besteht aus einer Phosphol ip id- doppelschicht. ln diese Schicht sind Proteine wie bei einem Flickenteppich eingewebt (Fluid-Mosaik-Modell). [M an kann natürlich noch weiter ausholen und den Aufbau eines Phospholipids sowie von Mono- und Bila- yern beschreiben [s. Zellmembran, S. 2).

Nennen Sie bitte die wichtigsten Ze ll-Zel l-Kontakte einer Ep it helzel le.

• Zonula occludens (Tight Junction)

• Zonula adhaerens

• Macula adhaerens (Desmosomen)

• Gap Junction [N exus]

W as ist das Zytoskelett? Das Zytoskelett besteht aus verschiedenen Protei-

nen,

die innerhalb der Zelle für Stabilität sorgen . Ei-

nige Proteine haben auch spezifische Aufgaben. Im

Einzelnen unterscheidet man:

• Mi krof il amente

• Intermediärfilamente

• Mikrotubuli

Wie sehen die einzelnen Zytoskelettanteile morp ho- logi sch in der Zelle aus? Mikrofilamente bilden ei n wabenart iges M uster, sie sind an den Zellgrenzen konzentriert. Intermediärfila- mente sind recht gleichmäßig angeordnet. Mikrotubuli hingegen weisen ein sternförmiges Wuchsmuster auf.

Erläutern Sie bitte den Unterschied zwischen Euch- romatin und Heterochromatin. Euchromstin ist die aktive Form des Chromatins . Das genetische Material liegt relativ locker vor und kann gut abgelesen werden. Heterochromatin hinge- gen ist wesentlich höhe r spiral isiert. Da es nicht ab- gelesen wird. kann man es als ina ktives genetisches Material beschreiben. Euchromstin erscheint im Mi- kroskop he ller als Heterochrom atin .

Welche m itochondrialen Eigenschaften bringen Sie mit der Endosymbiontentheorie in Verbindung?

Mitochon-

Die Endosymbiontenth eorie besagt, dass

drien ursprünglich Bakterien waren, die in andere

23

Zellen aufgenommen wurden. Ab dann lebten sie in einer symbiotischen Beziehung. Mitochondrien ha- ben also noch einige "Relikte" aus ihrer prokaryon- t ischen Vergangenheit zu bieten:

wie bei Bakterien, doppelsträngig und ringförmig. • Mitochondriale Ribosomen ze ig en ebenfa ll s einen bakterienähnlichen Aufbau [70S-Ribosomen].

Mitochondrien haben ih r

eigenes Genom. Dieses ist,

(Weitere "Relikte " s. 1 .6.1 . S. 14)

Wie läuft eine rezeptorverm ittelte Endozytose ab? Die Stoffe , die aufgenommen werden sollen, binden zunächst über spezifische Reze ptoren an der Zell- membran. Durch diese Bindung lagern sich Clathrin- molekü le an der Innenseite der Membran an. Sie bewirken eine Eindellung - ein Coated Pit entsteht. Diese Ein dellung rundet sich nun zu einem Vesikel- bläschen ab - ein Coated Vesicle entsteht. Im An - schluss diffundieren die Clathrinmoleküle vom Mem- branbläschen ab.

Was sind Lysosomen und welch e Aufgabe haben sie? Lysosomen sind Organellen in denen zel leigenes oder fremdes M ateria l abgebaut wird (Auto- vs. He- terolysosomen] Zu diesem Zweck besitzen die Lyso- somen saure Hydrolasen. Ein Lyso so m. das noch keine Abbaustoffe aufgenom- men hat, bezeichnet man als primäres Lysosom , nach Aufnahme abzubauender Stoffe wird es zum sekundären Lysosom .

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(

24/

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

1.7 Zellvermehrung und Keimzellbildung

In diesem Kapitel geht es um die Methoden, mit denen sich Zellen vermehren können. Dieser Ab- schnitt ist absolut prüfungsrelevant, da Fragen zur Mitose und/oder Meiose bislang in nahezu jedem Physikum vorkamen. Beginnen wir daher den munteren Reigen mit dem Zellzyklus

1.7.1

Zellzyklus

' ' '
'
'
'

Abb. 25: Zellzyklus

Zellen, die sich vermehren, durchlaufen einen

Zellzyklus.

Phasen ein: G 1 ~ S -? G 2 -? M. Zusätzlich gibt es ein G 0 -Stadium . Die Phasen G 1 , Sund G 2 be- zeichnet man auch als Interphase.

Man teilt ihn in vier versch iedene

man auch als Interphase. Man teilt ihn in vier versch iedene Gap" [eng l. Lücke) Synthe

Gap" [eng l. Lücke)

Synthe se

"Gap" (engl . Lücke]

Mi tose

Interphase

W

ac hstums-

ONA-Ver-

Kontroll-

Ze

llteilu n g

phaseoder ~

dopplung

phase

G 0 -Stad iu m

Tabelle 4: Übersicht Zellzyklus

24

Übrigens

• Ein Ze llzyklus kann je nach Zel lart unterschied- lich lange dauern. Zwei Beispiele aus dem Epithelbereich: das Darmepithel braucht drei bis vier Tage, das ve rhorn te Plattenepithel der Ha ut

bis zu 30

Tage, um sich vollstän dig zu erneuern.

• Krebsbehand lung mit Zytostatika ge-

Bei einer

hen ne ben den Tumorzellen auch so lche Zellen zugrunde, die physiologischerweise ein e hohe Teilungsrate habe n. Eine gefürchtete Nebenwir- kung sind daher heftigste, blutige Du rchfälle.

G 1 -Phase

Die G 1 -Phase ist eine Wachstumsphase von vari- abler Dauer. Sie beginnt direkt im Anschluss an

di e Zell teilung und ist durch eine hohe Protein-

und RNA-Syntheserate gekennzeichnet. Dabei

werden neben Strukturproteinen au d1 die Prote- ine hergestellt, die für die anschließende S-Phase von Nöten sind = Replikationsenzyme für die DNA, Proteine des Spindelapparats u.a. Am Ende der G 1 -Phase befindet sich der

G

­
­

1 /S-Kontrollpunkt. N ur wenn a ll e Vo -ta!!!~

raussetzungen für die Synthesephase erfüllt sind, kann die Zelle ihn passieren und in die S-Phase eintreten.

Übrigens

Ze ll en . die sich nicht weiter te ilen , kö nn en von

der G,-Phase in ein G 0 -Stad ium (=

gelangen. ln di ese m Ruhestadium können sie ge-

raume

zurück in den Zellzyklus eintreten. Nur den Zel- len, die ei ne termina le Differenzierung durchge-

macht haben (= z.B. adulte Nervenzellen), ble ibt

der Weg zurück für immer versperrt

Ruhestad ium ]

Zeit verweilen und ansch ließend wieder

Bevor ihr euch der S-Phase des Zellzyklus wid- met, hier noch die Definition zweiersehr wich- tiger Buchstaben: Was bedeuten "n" und "C" im Z usammenhang mit Zellvermehrun g?

• n steht für den Chromosomensatz: ln ist die Bezeichnung für ei nen haploiden(= einfachen) Chromosornensatz, 2n bezeichnet einen diplo- iden (==doppelten) Chromosomensatz.

• C steht für Chromatide. Als Chromatide be- zeidmet man einen DNA-Strang, der ein Chro- mosom aufbaut. Ein Chromosom kann aus einer oder zwei Chromatiden bestehen. Folgerichtig bezeidmet man es dann auch als ein- oder zwei- chromatidiges Chromosom (s.a. Abb. 26). Die Chromosomen einer Körperzelle in der Inter- phase werden durd1 den Term 2n 2C charakteri-

siert. 2n 2C bedeutet zunächst, dass wir Menschen einen diploiden Chromosomensatz haben (= 2n). Da in der Interphase einchromatidige Chromo- somen vorliegen, könnte man fälschlicherweise denken, im Term müsse stehen 1C. Richtig ist jedoch 2C, da wir ja einen diploiden Chromosomensatz haben, und die einchromati- digen Chromosomen folglich zweimal vorliegen.

S-Phase

digen Chromosomen folglich zweimal vorliegen. S-Phase 2n 2c 2n 4c Abb. 26: S-Phase In der S-Phase
2n 2c 2n 4c
2n 2c
2n 4c

Abb. 26: S-Phase

In der S-Phase wird die DNA verdoppelt:

Zu beachten ist, dass der Chromosomensatz so- wohl in der G 1 -Phase als auch in der S-Phase di- ploid (= 2n) vorliegt. Es haben sich nämlich nur die Chromatiden verdoppelt (von 2C zu 4C).

MERKE :

In der G 1 -und G 0 -Phase besteht ein Chromosom aus einer, in der G 2 -Phase aus zwei Chromatiden. Eine Reduktion auf einen haploiden Chromosomensatz findet nur bei der Meiose (s. 1.7.3, S. 28) statt.

Übrigens

Neben der DNA werden auch ein paar Proteine in der S-Phase produziert. Hier sollte man sich die Histone merken.

Das Tumorsuppressorgen (= Anti-Onkogen) p53 verhindert mittels seines Genproduktes Protein p53 bei DNA-Schäden den Eintritt der betroffenen Zellen in die S-Phase des Zellzyklus und damit die Vermehrung der Zellen. Defekte des p53-Gens erhöhen daher das Tumorrisiko. Bei Keimbahnmutationen des p53-Gens wie z.B. dem Li-Fraumeni-Syndrom, erkranken die Betroffenen überzufällig häufig an Krebs z.B. an Mammakarzinom.

25

Zellvermehrung und Keimzellbildung

25

G 2 -Phase

Nach der Synthesephase gelangt die Zelle in die relativ kurze G 2 -Phase. Hier werden die letz- ten Vorbereitungen für die anstehende Mitose getroffen. Analog zur G 1 -Phase gibt es wieder einen wichtigen Kontrollpunkt = G 2 /M-Kon- trollpunkt . Nur wenn die DNA einwandfrei repliziert oder nach fehlerhafter Replikation in der G 2 -Phase repariert wurde, wird die Mitose eingeleitet.

M-Phase

In der Mitose-Phase kommt es zur Zell- teilung. Die einzelnen Stadien werden im folgenden Kapitel ausführlich be- sprochen.

kommt es zur Zell- teilung. Die einzelnen Stadien werden im folgenden Kapitel ausführlich be- sprochen. www.medi-learn.de

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kommt es zur Zell- teilung. Die einzelnen Stadien werden im folgenden Kapitel ausführlich be- sprochen. www.medi-learn.de

t>/

Zellvermehrung und Keimzellbildung

Aktivierung

Inaktivierung

cBEBl:J

proteolytischer

Inaktivierung c B E B l : J proteolytischer G Thr Phos phorylierung T h r

G

Thr

Phos phorylierung

Thr

Tyr

~ Abbau des Cyclins ~T hr Thr Tyr ~/ ~ ~ CDK1 weitere Phosphory- lierung
~
Abbau des Cyclins
~T hr
Thr
Tyr
~/
~
~
CDK1
weitere Phosphory-
lierung der CDK1
~
Thr
Thr:={V
®-- Thr
Tyr-®
®-r hr
Tyr
~

Abb. 27: Regulation der cyclinabhängigen Kinase 1 (= CDK1)

Exkurs: Regulation des Zellzyklus durch

CDKs und Cycline

Der Zellzyklus wird in seinem Ablauf sehr ge- nau reguliert. Hieran sind Cyclin-abhängige Ki- nasen (engl. = cyclin-dependent kinases, kurz:

CDKs) beteiligt. Die unterschiedlichen CDKs sind zwar den gesamten Zellzyklus über expri- miert, werden aber nur bei Komplexbildung mit passenden Cyclinen aktiv und phosphorylieren dann eine Vielzahl anderer Proteine. Beim Übergang von der G2-Phase in die M-Pha- se ist CDKl/Cyclin B beteiligt. Dieser Komplex wird auch mitosis promoting factor (= MPF) genannt. In seiner aktiven Form phosophoryJiert MPF verschiedenste Proteine, die an der Mitose beteiligt sind: Proteine der Mitosespindel, Hi- ston Hl und weitere Enzyme. Dieser Komplex kann durch drei Wege inaktiviert werden:

• durch proteolytischen Abbau,

• durch weitere Phosphorylierung eines Threo- nin- und Tyrosinrests oder

• durch einen CDK-Inhibitor.

Die Regulation der CDKl wird exemplarisch für die anderen CDKs in Abbildung 27 (s. S. 26) ver- deutlicht.

CDKIG~

®--rhr

CDK1

Thr

Tyr

CDK-Inhibitor

Übrigens

Beim Übergang von der G1-Phase zur &Phase sind COK4/ Cyclin 0 beteiligt.

1.7.2 Mitose

Die Mitose führt zur Ausbildung von zwei ge- netisch identischen Tochterzellen. Sie kann nur ablaufen, wenn vorher im Rahmen des Zellzy- klus das genetische Material verdoppelt wurde. Somit liegt zu Beginn der Zellteilung (= nach der S-Phase) ein diploider (zweichromatidiger) Chromosomensatz vor:

~·-

l.i!!J.I~ -

·Ur:l

-"Trr:l

li'l'mlh~·J~

·~

11iTili

-

::

- -

Tabelle 5: Mitose

lll!ili'ellllll:l

-

;

2n

2n

2n

WA

~~-

2C

4C

2C

26

J

I

J

Zellvermehrung und Keimzellbildung

I 27

Mitosestadien

Chromosomen

Zentriolen

Keimzellbildung I 27 Mitosestadien Chromosomen Zentriolen Kernhüllen- fragment - -+---1'\ Prophase Prometaphase

Kernhüllen-

fragment -

-+---1'\
-+---1'\
Prophase Prometaphase sic h bi ld ende Kernhüllen Mitosespindel
Prophase
Prometaphase
sic h bi
ld ende Kernhüllen
Mitosespindel

Metaphase

Anaphase

Abb. 28: Mitosestadien

Morphologisch und funktionell lässt sich die Mitose in fünf Stadien eintei- len (s. IMPP-Bild 2 im AnhangS. 51):

1

Prophase

Kondensation der Chromosomen

Zentriolen beginnen sich zu teilen

2

Prometaphase

Auflösung der Kernhülle

Spindelapparat formiert sich

Telophase

Kernhülle • Spindelapparat formiert sich Telophase 3 Metaphase • maximale Kondensation der Chromosomen •

3 Metaphase

• maximale Kondensation der Chromosomen

• Anordnung der Chromosomen in der Tei- lungsebene/Äquatorialebene

• Spindelapparat ist fertig ausgebildet (ausgehend von den Zentriolen bis zu den Ki- netochoren, s. a. Tab. 11, S.46)

4 Anaphase

• Trennung der Schwesterchromatiden

• Bewegung der Chromatiden in Richtung Spindelpole

5 Telophase

• Ausbildung neuer Kernhüllen

• Ausbildung von Nucleoli

• Entspiralisierung des genetischen Materials

Am Ende schließt die Cytokinese die Mitose ab. Dabei schnüren kontraktile Aktin- und Myosin- filamente die Zelle auf Höhe der Äquatoriale- bene in der Hälfte durch. Die Cytokinese fängt schon parallel zur späten Telophase an.

Übrigens

Bis lang fehlte in der

deutschen Lehrbuchliteratur

meist die Prometaphase, da die Fragmentierung der Kernhülle zur Prophase gerechnet wurde. Somit gab es auch nur vier Stadien. Mittlerweile wird all erdings genau diese Kernhüllenfragmen- tierung als Alleinstellungsmerkmal einer fünften Phase - der Prometaphase -gesehen.

Endomitose

Bei der Endomitose wird KEINE Zellteilung durchgeführt. Der Chromosomenverdopplung folgt daher weder die Auflösung der Kernhülle noch die Spindelbildung. Somit verbleiben alle Tochterchromosomen im Mutterkern, der nun die doppelte Chromosomenanzahl enthält.

Übri ge n s

Endomitose findet beim Menschen häufig in

funktionel l

stark beanspruchten Zellen statt, z.B. in den Hepatozyten

der Leber und den Megakaryozyten des Knochenmarks.

Amitose

Unter Amitose versteht man die Bildung von Toch- terzellen durch Zellkemdurchschnürung. Auch hier wird weder die Kernhülle aufgelöst, noch ein Spindel- apparat gebildet. Vielmehr wird der Kern fraktioniert.

Synzytium

Synzytien(= mehrkemige Zellverbände) entstehen durch sekundäre Zellfusion, bei der die Zellmem- branen der beteiligten Zellen miteinander ver- schmelzen. Dies findet z.B. an der quergestreiften Muskulatur statt und führt dazu, dass eine solche Zelle mehrere Hundert Kerne haben kann.

Exkurs: Praktische Anwendung

Stellen wir uns folgendes Gedankenexperiment vor:

Würde man 1.000.000 menschliche Bindegewebszel- len auf ihren DNA-Gehalt w1tersuchen, so würde dieser 2C sein, wenn sich alle Zellen in der G 1 - oder

aj

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

G 0 -Phase befänden. Das wird aber in unserem Kör-

per kaum der Fall sein, denn die Bindegewebszellen

teilen sich natürlich. Somit sind von den 1.000.000

Zellen einige in der S--Phase, andere in der

Lmd wieder andere in der M-Phase. In der S--Phase ist die DNA im Begriff verdoppelt zu werden. Der DNA-Gehalt einer Zelle in der S-- Phase liegt daher zwischen 2C und 4C. Die Zellen, die die S--Phase durduaufen haben (= G2- Phase und M-Phase) ha- ben den doppelten DNA-GehaJt von 4C. Wird die Zellteilung mit der Cytokinese vollzogen, beträgt der DNA-Gehalt einer einzelnen Zelle wieder 2C. Isoliert man solch e Bindegewebszellen (= Fibroblas- ten) und lässt sie in einer Zellkultur wachsen, so kann man beobachten, dass sich die einzelnen Phasen wie in Tabelle 6 dargestellt, zei tlid1 wie folgt w1terteilen :

G 2 -Phase

~

G1

s

G2

M

.,.I; 11\H~

-;j

9-1 Dh

7h

5-6h

1h

-

-

~

If.\'1 ~[1l:!äffiJl'ölil

22-24h

Tabelle 6: Zellzyklus-Phasendauer von Fibroblasten

Würde man (beispielsweise mittels eines Durchfluss- zytometers) den DNA-Gehalt der einzelnen Zellen bestimmen, so würde man folgendes Bild erwarten, wenn sich alle Zellen in der G 1 - oder G 0 -Phase befän- den. So etwas kann man experimentell beispielsweise durch einen Nährmediumentzug erreichen.

c

Q)

Q)

N

.>=

ro

N

1::

<(

a

erreichen. c Q) Q) N .>= ro N 1:: <( a 2 3 4 ONA-Gehalt (relat.

2

3

4

ONA-Gehalt (relat. Maß)

Abb. 29: Nährmittelentzug

Die mit a bezeichnete Fraktion weist einen DNA- Gehalt von 2C auf und befind et sich somit in der

G 1 - oder G 0 -Phase.

c

Cl.l

Q)

N a

b

c

.>=

ro

N

c

<X:

G 0 -Phase. c Cl.l Q) N a b c .>= ro N c <X: 1

1

2

3

4

DNA-Gehalt (relat. Maß)

Abb. 30: Normale Kultur

Unter optimalen Bedingungen fangen die Zel- len an sich zu teilen. Die a-Fraktion bezeiclmet in diesem Piktogramm wieder die 2C-Fraktion.

Zellen, die in der b-Fraktion li egen, weisen ei-

nen DNA-Gehalt zwischen 2C und 4C auf, somit sind sie in der S-Phase. Die c-Fraktion stellt mit

dem

4C-DNA-Gehalt die G 2 - und M-Phase dar.

1.7.3 Meiose

Die meiotische Teilung findet in den Ge- schlechtszellen statt. Durch die Meiose ent- steh en h a pl oi d e (= ln) Ei ze ll en und Spermien . Wenn diese miteinander verschmelzen, bildet sich wieder eine diploide(= 2n) Zygote. So w ird gewä hrl eistet, dass di e Körperzell en der jeweils fo lgend en Generation auch wieder einen dip lo- iden Chromosomensatz haben.

auch wieder einen dip lo- iden Chromosomensatz haben. 2n 2C 2n 4C 1n 2C 1n 1C
auch wieder einen dip lo- iden Chromosomensatz haben. 2n 2C 2n 4C 1n 2C 1n 1C

2n

2C

2n

4C

1n

2C

1n

1C

2n

2C

1n

2n = diploid = 46 Chromosomen, 'IC =eine Chromatide

=ha ploid = 23 Chromosomen ,

Tabe ll e 7: Me iose

28

Zellvermehrung und Keimzellbildung

I 29

S-Phase

DNA-Replikation

und Keimzellbildung I 29 S-Phase DNA-Replikation Geschlechtszelle 2n 2c 2n 4c Crossing-over ~ in der

Geschlechtszelle

2n 2c

2n 4c

Crossing-over ~ in der Prophase \31

1. Reifeteilung

Abb. 31: Meiose

Trennung homologer f*\ Chromosomen ~

I

\

Schwesterchromatiden Trennung der ~

(f)lTC 1 n 2 c

I

\

88 881n1c

~

~

2. Reifeteilung

Letzte prämeiotische Interphase

Bevor die Zellen in die Meiose eintreten können, durchlaufen sie eine 5-Phase, in der ihr gene- 6sches Material verdoppelt wird. Auf diese Pha- se folgen zwei Reifeteilungen.

1. Reifeteilung {= RT)

Während der 1. RT wird der diploide Chromoso - mensatz getrennt und ein haploider Satz entsteht (= 1n, 2C). Merken sollte man sich besonders, dass dabei die homologen Chromosomen von- einander getrennt werden. Die Prophase der ersten meiotischen Teilung kann man noch in folgende Stadien weiter un- terteilen:

Leptotän~Zygotän~Pachytän~Diplotän

~Diakinese

Mit folgendem Merkspruch kann man sich die Reihenfolge dieser Stadien gut merken:

MERKE:

Liebe Zel le paar dich doch.

Im Leptotänstadium werden die einzelnen Chro- mosomen durch Spiralisierung sichtbar und sind nur locker organisiert. Im Zygotän kommt es zur Paarbildung. Im Pachytän sind die Chro- mosomen gespannt und stark kondensiert. Da die gepaarten Chromosomen (= Bivalente) mit jeweils 4 Chromatiden vorliegen, spricht man auch vom Tetradenstadium. Im Diplotän wer- den die Parallelkonjugationen wieder aufgelo- ckert und in der Diakinese trennen sich die ho- mologen Chromosomen. In der Prophase der ersten meiotischen Teilung findet bei der beschriebenen Paarbildung der Chromosomen das Crossing-over statt. Dabei wird genetisches Material zwischen väterlichen und mütterlichen Chromosomen ausgetauscht. Lichtmikroskopisches Korrelat des Crossing- over sind die Chiasmata, sie treten mehrfach pro Chromosomenpaar auf. Diese Rekombina- tion genetischer Information erhöht die gene- tische Vielfalt.

29

www.medi-learn.de

(!)

mI Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

2. Reifeteilung Die 2. RT schließt sich der 1. RT unmittelbar an . Es kommt daher NICHT zu einer weiteren S-Phase, sondern die Schwesterchromatiden werden - wie bei einer normalen Mitose- vone:i.nan.der geh·ennt.

Spermatogenese Die Geschlechtszelle, die beim Mann in die Meio- se eintritt, nennt man Spennatozyte 1. Ordnung. Nach der 1. RT entstehen daraus zwei Spennato- zyten 2. Ordnung. Daraus bilden sich bei der 2. RT dann vier Spennatiden mit je 22 Autosomen w1d einem Gonosom (s. Chromosomen, S. 45). Diese Spermatiden sind aber noch lan- ge keine Spermien sondern vielmehr klei- ne rundliche Zellen. Die Spermien entwi- ckeln sich aus den Spermatiden und erst sie haben einen fertig ausdifferenzierten Kopf,

Cll ro I ~ (.) ::::J Cll
Cll
ro
I
~
(.)
::::J
Cll

a.

::I ro I N c ro 3 .r:. (.) (/)
::I
ro
I
N
c
ro
3
.r:.
(.)
(/)

Abb. 32: Spermium

Akrosom

Kernäquivalent

(1n, 1C)

Zentriole

Mitochondrien

Axonema

einen Halsteil, ein Mittelstück und einen Schwanz. In diesen Abschnitten befinden sich wichtige prü- fungsrelevante Strukturen, die in Abbildung 32 zusammengefasst und hier erläutert werden.

Erläuterungen:

• Das Kernäquivalent trägt die genetische In- formation (ln, lC).

• Oie Zentriole dient dem Spermium als Ur- sprungsort für sein Axonema.

• Das aus Mikrotubuli zusammengesetzte Axo- nerna des Spermiums dient der Fortbewegung.

• Das Akrosom ist ein Lysosomenäquivalent und wird vom Spermium zum Öffnen der Eizelle bei der Befruchtung benötigt. Da Spermien vor- wärts schwimmen, erklärt sich dem aufmerk- samen Leser auch die Lokalisation am KopfteiL

• Die Mitochondrien finden sich beim Spermi- um nur im Mittelstück. Bei einer Befruchtung verschmilzt lediglich der Kopfteil des Spermi- ums mit der Eizelle. Da somit der Mittelteil "draußen" bleibt, gelangen keine väterlichen Mitochondrien in die Eizelle. Das erklär t die maternale Vererbung mitochondrialer Er- krankungen (s. a. S. 16 und Skript Biologie 2).

Übrigens

Ab der Pubertät werden Spermien das gesamte Leben lang gebildet. Sie reifen aber erst im weib- lichen Geschlechtstrakt komplett aus. Diesen Vorgang nennt man Kapazitation. Begünstigt durch den Zervixschleim wird dabei ein Glyko· proteinüberzug vom Spermienkopf entfernt, was Voraussetzung für die Befruchtung der weiblichen Eizellen ist.

Oogenese

Bei der Frau startet die Oozyte 1. Ordnung die Meiose. Analog zur Sperrnatogenese gibt es auch Oozyten 2. Ordnung. Allerdings entsteht am Ende nur eine Eizelle, die anderen Zellen bilden sich zu degenerierten Polkörperehen zurück. Beim zeit- Lichen Verlauf gibt es wichtige Besonderheiten:

• Die Meiose der Frau beginnt im Gegensatz zum Mann schon in der Embryonalentwicklung. Etwa ab dem 3. Entwicklungsmonat treten die Oozyten 1. Ordnung in die 1. RT ein. Diese wird jedoch nicht vollendet, sondern stoppt in der Prophase, genauer im Diktyotän-Stadium. • Weiter geht es erst mit Beginn der Pubertät, in der dann zyklusabhängig einige Dutzend Eizel- len die Meiose fortsetzen.

30

Adaption von Zellen an Umwelteinflüsse

I 31 1

\

 

I

Erst zu diesem Zeitpunkt wird die 1. RT vollen-

MERKE:

I

det. Doch auch der weitere Verlauf der Oogenese

• Bei Mannern gibt es KEINE Non-Disjunction von

gestalte t sich stockend, da die 2. RT in

phase arretiert wird.

der Meta-

• Die 2. RT wird erst beendet, wenn ein Ei im

Eileiter befruchtet wurde.

Übrigens

• Norma lerweise verlässt nur ein Ei bei der Ovulation den Eierstock und wandert durch den Eileiter in Richtung Uterus.

• Ein Ei kann auch mal den falschen W eg einsch lagen und in die Bauchhöhle gelangen. Dadurch kommt es mitunter zu einer Bauchhöhlensc hwangerschaft.

MERKE:

Die 1. RT endet kurz vor der Ovulation , die 2 . RT

wird erst nach der Befruchtung vollendet.

Non-Disjunction

Unter einer Non-Disjw1Ction versteht man die

"Nichttrennung" von Chromosomen. Passiert dies während der 1. RT, werden homologe Chro- mosomen nicht voneinander getrennt, tritt es während der 2. RT auf, findet keine Trennung der Schwesterchromatiden statt. Solche Chro- mosomenfehlverteilungen können in beiden Tei- ltmgen der Meiose und bei beiden Geschlechtern auftreten. Wissenswerte Ausnalunen gibt es bei den Geschlechtschromosomen:

• Eine Non-Disjunction von zwei X-Chromo- somen kann im Regelfall in allen Teilungssta- dien vorkommen, außer während der 1. meio- tischen Teilung beim Mann. Der Grund dafür heißt xy: Bei der 1. RT werden ja die homologen Chromosomen getrennt und der Mann hat eben im Regelfall nur ein X-Chromosom und nkht wie die Frau zwei homologe X-Chromosomen.

• Eine Non-Disjunction von zwei V-Chromo- somen kann nur bei der 2. RT und nur beim Mann geschehen. Die Frau besitzt kein Y-Chro- mosom, somit gibt es bei ihr auch keine Non-

Disjunction zwe ier

Y-Chromosomen. In der 1.

RT beim Mann paart sich sein Y-Chromosom mit dem X-Chromosom. Da hi er nur ein Y- Chromosom vorhanden ist, kann es zu diesem Zeitpunkt auch keine Y-Non-DisjwKtion geben. Diese Fehlverteilung ist erst während der 2. RT mög li ch, bei der di e Schwesterchromatiden des Y-Chromosoms voneinander getrennt werden.

zwei X-Chromosomen während der 1. RT

• Eine Non-Disjunction von zwei V-Chromosomen gibt

es nur beim Mann und nur während der 2 . RT.

Übrige n s

Non-Disjunction tritt in den Keimzellen von Frauen häufiger auf als in den Keimzellen von Männern. Grund: Zwischen dem Beginn und dem Ende der 1 . Reifeteilung bei der Frau können 40 Jahre liegen. ln dieser Zeit ist die Oozyte vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt, wodurch das Risiko einer Non-Disjunction steigt.

1.7.4 Stammzellen

Nw1nochein paarwichtige Worte zu den Stamm- zellen und ihren besonderen Eigenschaften:

Stammzellen sind lebenslang teilungsfähig (= unsterblid1) und besitzen die Fähigkeit z ur diffe- renziellen Zellteilung. Darunter versteht man fol- gendes Teilungsverhalten: Bei einer differenziellen Zellteilung entstehen aus einer Stammzelle eine neue Stammzelle und eine Zelle, die sid1 weiter differenziert. Somit wird gewährleistet, dass die Stammzellpopulation nicht abnimmt, trotzdem aber immer neue Zellen in den Differenzierungs- pool kommen. Ein wid1tiges Beispiel hierfür sind die Stammzellen der Haut im Stratum basale.

Übrigens

Den Zusammenschluss von Stammzellen in einem Epithel nennt man Blastem.

32 I Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

1.8 Adaptation von Zellen an Umwelteinflüsse

Je nachdem, welchen Umwelteinflüssen Zellen ausgesetzt sind, werden sie unterschiedlich rea- gieren: Bei starker Beanspruchung beginnen sie reaktiv zu wachsen, um mehr leisten zu können, bei Unterforderung können sie schrumpfen.

Für das Physikum und auch das spätere Leben als Mediziner sollte man unbedingt folgende De- finitionen parat haben:

Hypertrophie

000

OOO

OOO

Hyperplasie

00

00

t

00

00

~

CD

CD

Atrophie

DD

DD

Metaplasie

Abb. 33: Hypertrophie, Atrophie, Hyperplasie, Metaplasie

• Hypertrophie= Volumenzunahme durch funk- tionelle Zellschwellung, Beispiel: Bodybuilding.

• Atrophie = Das Gegenteil der Hypertrophie, also eine Volumenabnahme der Zellen, Bei- spiel: Muskelabnahme bei schlaffer Lähmung oder nach einer langen Lernphase, bei der man die meiste Zeit sitzend am Schreibtisch und liegend im Bett zugebracht hat

• Hyperplasie = Volumenzunahme durch Ver- mehrung der Zellzahl, Beispiel: Uterus während der Schwangerschaft.

• Metaplasie = Umdifferenzierung von Gewebe, Beispiele: Bei einem Raucher kann sich das respiratorische Epithel in den Bronchien zu einem Plattene- pithel umwandeln, bei chronischem Sodbrennen kann im unteren Ösopha- gus Magenschleimhaut gebildet werden (= Barrett-Metaplasie).

gus Magenschleimhaut gebildet werden (= Barrett-Metaplasie). 1.9 Zelltod Und nun kommen wir zellbiologisch zum Ende -mit

1.9

Zelltod

Und nun kommen wir zellbiologisch zum Ende -mit den verschiedenen Ar ten des Zelltods

1.9.1

Nekrose

Bei einer Nekrose gehen die Zellen durch irrever- sible Schädigung zugrunde. Auslöser dieser Schä- den können sowohl endogene (z.B. Ischämie) als auch exogene (z.B. Toxine) Noxen (= schädliche Substanzen) sein. Die morphologischen Zeichen einer Nekrose sind:

• Karyorrhexis = Fragmentierung des Zellkerns,

• Kernpyknose =Verdichtung des Zellkerns,

• Karyolyse= Auflösung des Zellkerns und

• Ruptur= Platzen der Ze ll en und dadurch aus- gelöste Entzündungen.

M ERKE:

Nekrose geht immer mit einer Entzündung einher.

32

Zelltod

\ 33

1.9.2 Apoptose

Unter Apoptose versteht man den program- mierten, natürlichen Zelltod ohne das Auftreten einer Entzündungsreaktion. Als prüfungsrele- vantes Beispiel sollte man sich die Embryogene- se merken, bei der die Zellen, die ihre Funktion erfüllt haben und damit überflüssig sind durch Apoptose beseitigt werden.

Die Apoptose umfasst vier Phasen (s. Abb. 34):

1. Initiation 2. Exekution 3. Phagozytose der Vesikel durch umliegende Makrophagen und weitere Zellen 4. Degradation der Vesike l in den genannten Zel- len

Die Initiation kann durch bestimmte intra- und extrazelluläre Faktoren eingeleitet werden. Man unterscheidet

• einen intrinsischen und einen

• extrinsischen Weg,

die allerdings nicht völlig getrennt voneinander ablaufen. Der intrinsische Weg kann durch zellinterneVor- kommnisse, wie etwa eine DNA-Sd1ädigung aus- gelöst werden. Das Schlüsselereigniss hier ist eine Erhöhung der Permeabilität der äußeren Mito- chondrienmembran (engl: MOMP = Mitochon- drial outer Membrane Permeabilization). Eine MOMP-positive Zelle wird w<weigerlich die Apo- ptase durchlaufen. Daher ist auch der Austritt von Cytochrom c aus Mitochondrien ins Zytoplasma ein untrügliches Zeichen für eine Apoptose. Der extrinsische Weg kann durch zytotoxische T-Zellen oder natürliche Killerzellen (= NK-Zellen) gesta rtet werden. Auch der Tumornekrosefaktor Alpha (= TNF-Alpha) hat als Initiator eine fü h-

rende Rolle.

Die Exekutionsphase beginnt mit der Aktivie- rung bestimmter Caspasen, u.a. der Caspasen 3 und 6, die denAbbau der DNA bewirken.

Dadurch entstehen Apoptosekörper (= engl. apoptotic bodies), die durch Phagozytose von umliegenden Zellen aufgenommen w1d dort durch intrazelluläre Degradation vollständig abgebaut werden.

Übrigens

Diese Einführung in d ie Apopto se ist der Prüfu ngsrelevanz zuliebe stark vereinfacht. Von den zahlreichen anderen. an der Apo- ptase beteiligten Faktoren, solltet ihr noch Bax [= Bcl-2 associated X-proteine] als Beispiel für ei n proapoptotisches Protein und Bcl-2 (= B-eeil Iymphoma 2 proteine) als ein antiapoptotisches Pr ote in kennen.

2 proteine) als ein antiapoptotisches Pr ote in kennen. Initiation E x e k u t

Initiation

Exekution

Phagozytose

in kennen. Initiation E x e k u t i o n Phagozytose Abb. 34: Die

Abb. 34: Die vier Phasen der Apoptose

Proteinasen

-

Degradation

e k u t i o n Phagozytose Abb. 34: Die vier Phasen der Apoptose Proteinasen

33

www.medi-learn.de

(!)

S4/

Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod
Allgemeine Zytologie, Zellteilung und Zelltod

Zum Thema Zellzyklus sollte man folgendes Wissen parat haben:

• Zellen, die sich vermehren. durchlaufen einen Zell- zyklus G 1 ~ S ~ G 2 ~ M Ein Zellzyklus kann je nach Zellart unterschiedlich lange dauern.

• Die Phasen G 1 , Sund G 2 bezeichnet man auch als lnterphase.

• Die G 1 -Phase ist eine Wachstumsphase , die durch

RNA-Synthese rate gekenn-

eine hohe Protein- und

zeich net ist.

• in der S-Phase wird die DNA verdoppelt.

• Oie G 2 -Phase entspricht einer Kontrollphase. Es werden die letzten Vorbereitungen für die anste- hende Mitose getroffen.

• in der M-Phase findet die Zellteilung statt.

• Der Zellzyklus wird durch cyclinabhängige Kinasen [= COKs) und Cycline reguliert.

Wie bereits erwähnt, sind die mitotische und mei- otische Zellteilung absolute Dauerbrenner in den

schriftlichen Fragen. Besonders gut einprägen sollte man sich folgende Sachverhalte:

• Die Mitose dient der Produktion von zwei genetisch identischen Tochterzellen.

• Die vier versch iedenen Mitosestadien [s. Basics fürs Mündliche ).

• Bei der ersten meiotischen Teilung werden die ho- mologen Chromosomen getrennt.

• Bei der zweiten meiotischen Teilung werden die Schwesterchromatiden getrennt.

• Das Crossing-over findet in der Prophase der er- sten meiotischen Reifeteilung [RT) statt.

• Bei Männern tritt KEINE Non-Oisjunction von zwei X-Chromosomen während der 1. RT auf.

• Eine Non-Disjunction von zwei V-Chromosomen ist nur während der 2. RT beim Mann möglich .

Bei den Abschnitten Adaptation und Zelltod sollte man sich Folgendes unbedingt merken:

• Die verschiedenen Adaptationsarten [s. Basics fürs Mündliche ).

• Apoptose ist ein genetisch gesteuerter Zelltod ohne Entzündungsreaktion.

• Oie Apoptose wird über Caspasen vermittelt.

• Die Nekrose wird durch endogene oder exogene Schadstoffe hervorgerufen. Im Gegensatz zur Apo- ptase lö st sie eine Entzündungsreaktion aus.

Charakterisieren Sie bitte die Mitosestadien . Morphologisch, aber auch funktionell lässt sich die Mitose in fünf Stadien einteilen:

1.Prophase: Hier kondensieren die Chromosomen. 2. Prometaphase: Hier kommt es zur Auflösung der Kernhülle. 3. Metaphas e: Das genetische Material ist nun maximal verdichtet [= kondensiert]. Die Chromo- somen ordnen sich in der Äquatorialebene an. An den Zentromeren greifen die Spindelfasern [aus Mikrotubuli] an. 4. Anaphase: Durch den Spindelapparat werden die Schwesterchromatiden getrennt und bewegen sich in Richtung der Spindelpole . 5 Telophase: in dieser letzten Phase bilden sich die Kernhüllen und auch Nucleoli wieder aus. Das ge- netische Material wird entspiralisiert. Zuletzt wird der Zellleib in zwei Tochterzellen geteilt, diesen Vorgang nennt man auch Cytokinese.

Nennen Sie bitte verschiedene Möglichkeiten, wie eine Zel le auf unterschiedliche Umwelteinflüsse re- agieren kann.

• Atrophie = Schrumpfen der Zelle bei fehlender Be- lastung [z.B. Bürohengst),

• Hypertrophie = Volumenzun ahme einer Zelle bei stärkerer Belastung [z.B. Gewichte stemmen],

• Hyperplasie = Volumenzunahm e eines Gewebes durch Vermehrung der Zellzahl [z.B. Uterus wäh- rend der Schwangerschaft] und

• Metaplasie = Umdifferenzierung eines Gewebes in ein anderes. [z.B. Epithel bei Rauchern] .

Welche Phasen unterscheidet man bei der Apoptose?

1 . Bei der Initiation wird die Apoptose

über einen ex-

trinischen oder intrinsischen Weg eingeleitet.

2 .Bei der Exekution wird die DNA durch Caspasen abgebaut. 3. Die entstehenden Vesikel werden bei der Phagozy- tose durch umliegende Makrophagen und weitere Ze llen aufgenommen .

4

. Diese Vesikel werden dann in den genannten Zel- len degradiert[= vollständig abgebaut).

den genannten Zel- len degradiert[= vollständig abgebaut). SUI\f-ßf 'OOUl 2\JR AßWfLI!SL\JN& ~f-N

SUI\f-ßf 'OOUl 2\JR AßWfLI!SL\JN& ~f-N PAUSf-N2Y'KLUS

~L

34

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36

2

Genetik

Im zweiten Kapitel dieses Skripts stellen wir zu- nächst d ie Organisation der Nucleinsäuren vor und gehen anschließend näher auf die Chromo- somen u nd deren Fehlverteilungen ein. In Bio- logie 2 geht es dann mit den Mendel-Gesetzen,

der V~rerbungslehreun~ weiteren YffiHII

hoch mteressanten - we1l gern ge- fragten- Themen weiter.

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2.1

Organisation eukaryontischer Gene

Hinter diesem Ausdruck versteckt sich eine Ana- lyse der men schli ch en Nucleinsäuren und wich- ti ger Grundlagen der Speicherung, Verdopplung und Ablesung der genetischen Information.

2.1.1

Übersicht

<~----------~Z~e~llt~e~ilu~n~g----------~

DNA

Übersicht <~----------~Z~e~llt~e~ilu~n~g----------~ DNA Transkription DNA Translation Protein Abb. 35: Flu ss der

Transkription

DNA

DNA Transkription DNA Translation Protein Abb. 35: Flu ss der genetischen

Translation

DNA Transkription DNA Translation Protein Abb. 35: Flu ss der genetischen Information

Protein

Abb. 35: Flu ss der genetischen Information

Organisation eukaryontischer Gene

137

Die genetische Information ist in Form von DNA gespeichert und wird über den Weg der Tran- skription und Translation in Proteine übersetzt.

tiilt- -

(J;t~ tlii~GI~ltlll

.

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"1:1

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als DNA

DNA-Verdopplun g

Abschreiben de r DNA-Info in hnRNA

hnRNA wird zu mRNA

Überset zung der Info auf der mRNA in ei ne Aminos äuresequenz

Tabelle 8: Grundlagen/Begriffe zur genetischen Information

Bevor wir uns den einzelnen Schritten näher zuwenden, stellen die folgenden Abschnitte zu- nächst die Struktur der DNA und RNA vor.

2.1.2 Struktur der DNA

5'

5'

der DNA und RNA vor. 2.1.2 Struktur der DNA 5' 5' 3' Abb. 36 : DNA-Doppelhelix

3'

Abb. 36 : DNA-Doppelhelix

10 Basenpaare

pro Umdrehung

37

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(!)

381

Genetik

Die DNA (= Desoxyribonucleic Acid, Desoxy ri- bonucleinsäure) befindet sich im Zellkern und in den Mitochondrien. Sie besteht aus Nucleotiden = Bausteinen, die selbst au s je einem CS-Zucker (= 2' -Desoxyribose), Phosphat und e iner Base zusammengesetzt sind. Diese Nucleotide poly-

erisieren zu einem langen Molekülstrang. Zwei solcher Stränge lagern sich nun mit gegenläufiger Polarität zu einem Dop- pelstrang zusammen und bilden so die

DNA-Doppelhelix . Nach

m

zusammen und bilden so die DNA-Doppelhelix . Nach m ca. 10 Base n- paarungen erreicht man

ca. 10 Base n-

paarungen erreicht man eine volle Um- drehung der DNA, denn jede Base ist im Verhälh1is zur Nachbarbase um

ca . 35 Grad gedreht. Dabei ist die zelluläre DNA rechtsgängig und die Basen sind senkrecht zu- einander orientiert (s. Abb. 36, 5.37).

Diese Zusammenlagerung der Basen ist nur

möglich, weil sich zwischen den Molekülsträn-

(= zusammenpas-

senden) Basen paaren, d .h. sich durch Wasser- stoffbrückenbindungen aneinander heften. Die Wa ssers to ffbrücken lassen sich auch wieder lö- sen, sind also reversibel. Dies ist eine ihrer wich-

tigen Eigen schaften, d enn sowohl zur Re plikati- on als auch zur Transkription müssen die beiden Stränge voneinander getrennt werden. Insgesamt kommen vier Basen im Bauplan der DNAvor: