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TSGIusak

Funktionalstilistik

des

Deutschen

Допущено Министерством высшего и среднего специального образования БССР в качестве учебного пособия для студентов факультетов и институтов иностранных языков

Minsk

Verlag „Wyschejschaja Schkola“

1981

4

Г /4 2

ББК 81.2 Нем-9

Г

55

Автор несет ответственность за аутентичность цитируемого
Автор
несет
ответственность
за
аутентичность
цитируемого
материала
Рецензенты:
кафедра
немецкого
языка
Горьковского
го­
сударственного
педагогического
института
иностранных
язы­
ков
Н.
филол. наук, профессор
им.
А.
Добролюбова;
А.
а
им. А. И. Герцена)
И.
Д
о
м
ш
и
е
в,
доктор
(Л ГП
И

г 70104— 131

М 304(05)—81 149—81

4602010000

© Издательство

«Вышэйшая

школа»,

1981

VORWORT

Die deutsche Stilistik hat sich in den letzten zwei Ja h r­ zehnten recht stark entwickelt. Indem sie am A nfang der sechziger Jahre nur über wenige geschlossene D arstellun­ gen, die als E inführung in die gesam te Stilkunde gedacht waren, verfügte, konnte sie sich kurz danach, schon in den 70er Jahren auf zahlreiche Einzeluntersuchungen stilisti­ scher Probleme stützen und auf dieser G rundlage eine beträchtliche Zahl neuer Beiträge schaffen. Man müßte eigentlich von einer unaufhörlichen Abfolge wichtiger Publikationen und wissenschaftlicher Konferenzen auf dem Gebiet der Linguostilistik im Rahmen dieses kurzen Zeitraum s sprechen. Zu nennen sind z.B. die Namen sol­ cher durch ihre Arbeiten bekannt gewordenen Stilforscher aus der DDR wie W. Fleischer, G. Michel, G. Möller, D. Faulseit, G. Kühn, J. Scharnhorst u. a. Die Entw icklung der deutschen L inguostilistik verlief in der ständigen W echselbeziehung mit der internationalen W issenschaftsentwicklung und vor allem mit der Ausarbei­ tung der stilistischen Probleme in der sowjetischen Sprachwissenschaft. Gerade den sowjetischen Stilforschern verdankt die deutsche Stilistik manche A nregungen, die zu ihrer fruchtbaren Entwicklung führten. Davon zeugen alle schon erschienenen Bücher und viele neu erscheinende spezielle Aufsätze zur Problem atik der Linguostilistik. Im M ittelpunkt dieser Problem atik steht heutzutage sowohl in der sowjetischen als auch in der deutschen Sprachw is­ senschaft die sogenannte Funktionalstilistik, sie w ird immer mehr zum Kern der ganzen modernen Linguostili­ stik. Prof. G. Michel schreibt darüber in seinem Aufsatz „Entw icklung und Aufgaben der Sprachstilistik in der DDR“ (Sprachpflege, 10/1979) folgendes: „R ichtungsw ei­ send für die gesam te Entw icklung der Stilistik in der DDR ist die O rientierung an der vor allem von tschechischen

3

und sowjetischen Sprachwissenschaftlern konzipierten

und der durch sie gegebene Ansatz,

das Stilphänom en aus seinen Beziehungen zu gesell­ schaftlich wesentlichen Tätigkeitsbereichen zu erklären und von dorther in seinem Wesen zu bestimmen.“ Im Sinne der Funktionalstilistik ist die „Sprache im Gebrauch“ ein System von Subsystemen — funktionalen Stilen, in denen bestimmte eigene Gesetzmäßigkeiten sprachlicher Form ung oder Regularitäten herrschen. In ihrer Gesamtheit besitzen sie in jedem Funktionalstil einen eigenartigen System ­

charakter und bedingen auf solche Weise die Spezifik des Stils. Die Funktionalstilistik schließt in sich jene Einzel­ bereiche (Teildisziplinen) der Linguostilistik ein, die sich schon mehr oder weniger deutlich herausgebildet haben:

die lexikalische Stilistik, die morphologische, syntaktische Stilistik, die stilistischen Aspekte der W ortbildung, der Phraseologie usw. Die theoretische Fundierung und prak­ tische Ausarbeitung der Funktionalstilistik ist mit den N amen vieler sow jetischer Sprachforscher verbunden, in Bezug auf die deutsche Sprache in erster Linie mit solchen wie E. Riesel, E. Schendels, W. Admoni, O. M oskalskaja,

Funktionalstilistik

K. Jarnatow skaja, N. Semenjuk, T. Silm an u. a.

Mit dem vorliegenden Beitrag wird eine möglichst komp­ rim ierte D arlegung der wichtigsten Probleme und konkre­ ten stilistischen Fragen angestrebt, die es möglich machen, die deutsche Funktionalstilistik in ihren G rundzügen zu­ erfassen. Dabei ist von keiner vollen Erfassung des Gegen­

standes die Rede, weil sie beim heutigen Stand der For­ schung und ihrer Resultate einfach nicht möglich wäre. Das Büch soll den Studenten der sprachspezialisierten Hochschulen und Fakultäten bei ihrem Studium der deut­

schen Stilistik eine zusätzliche Stütze sein, denn ihre H auptstütze sind die bekannten W erke von E. Riesel und E. Schendels, W. Fleischer und G. Michel. Der Autor beruft sich sehr oft auf diese, sowie auf einige andere nützliche und interessante Arbeiten, in denen verschie­ dene Problemknoten der deutschen Stilistik, vorwiegend der Funktionalstilistik, ergründet, sprachliche Fakten gesammelt, theoretisch ausgewertet, system atisiert und

weniger sichere Ergebnisse dargestellt

sind. Der Autor fühlt sich verpflichtet, allen die ihm m it Rat und konkreten Hinweisen geholfen haben, aufs herzlichste

als

mehr

oder

zu danken. Es seien mit D ankbarkeit Prof. Dr. A. I. Do-

m aschnew (L eningrad), Prof. Dr. L. M. M ichailow (Mos­

kau), Doz. W. A. Portjanikow und der Lehrstuhl für G er­

m anistik des Staatlichen Pädagogischen Instituts für

Frem dsprachen

(G orki), Doz.

Dr. H. Koch

(Karl-M arx-

U

niversität Leipzig) erwähnt.

 
 

T. S. Glu§ak

Kapitel

I

GRUNDBEGRIFFE UND GRUNDPROBLEME DER STILISTIK

Über die Grundproblem e der gegenw ärtigen Linguosti- listik könnte m an viel schreiben, weil sich die M öglichkei­ ten und R egularitäten des Sprachgebrauchs in stilistischer

Sicht sehr m annigfaltig und verzweigt darbieten,

auch mehrere Aspekte der theoretischen Betrachtung (jeder mit seinem eigenen Problemkreis) ermöglichen. Aber auf die Beleuchtung dieser M annigfaltigkeit wird hier verzich­ tet, weil es einfach nicht möglich wäre, die vielen stark verwickelten Problem knoten zu lösen. Da aber das eigentliche Ziel des.V orhabens darin b e steh t,. an die B egründung lind Beschreibung der funktionalsti­ listischen V arianten der deutschen Gegenwartssprache (der Funktionalstile) von verschiedenen Ebenen des Sprachsystem s (der lexikalischen, morphologischen, syn­ taktischen) anhand der M aterialbelege heranzugehen, wird ausschließlich zu denjenigen Problemen und Fragen Stellung genommen, die dam it unm ittelbar verbunden’ sind. Die Probleme selbst und die auf sie bezogenen Grundbegriffe ergeben sich aus der stilwissenschaftlichen Forschungsarbeit der letzten Jahrzehnte in der sowjeti­ schen und in der DDR-Linguostilistik, zu deren Kern­ bereich schon ganz deutlich die funktionalstilistische Differenzierung des Sprachgebrauchs geworden ist. Und

daher

in diesem ersten Kapitel soll es sich dem entsprechend um Grundbegriffe und Grundprobleme der deutschen Linguo­ stilistik mit hauptsächlicher Beachtung der Funktional­ stilistik handeln.

6

G egenstand

und Aufgaben

der Stilistik

Stilistik als wissenschaftliche D isziplin, ihre A uf­ gaben .— Die E ntw icklungsgeschichte der Stilistik.

Die bedeutendsten

schen S t i l i s t i k D i e Stellung der Stilistik in der

modernen Sprachwissenschaft.

Werke auf dem

Gebiet der deut­

Uber die Stilistik als W issenschaft existieren verschiedene

M einungen in der sprachwissenschaftlichen Literatur. Un­

ter ihnen gelten zwei Auffassungen als bestimmend: nach

der ersten A uffassung ist die Stilistik keine selbständinge

W issenschaft, sie existiert nur im Rahmen der allgem einen

Philologie; nach der zweiten A uffassung ist die Stilistik eine besondere .wissenschaftliche Disziplin, nämlich ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft. Gerade diese zweite Auffkssuftg liegt den modernen linguistischen V orstellun­ gen zugrunde, während die erste, hauptsächlich mit der

alten Tradition in der Sprachw issenschaft verbunden ist. Im Rahmen der Stilistik, wie z.B. auch innerhalb der G ram m atik oder Phonetik usw., unterscheidet m an nach ihrem Inhalt und ihren Aufgaben die allgemeine Stilistik (genauso wie die allgem eine G ram m atik, die allgem eine Phonetik) und die S t i l i s t i к einer kon­ kreten Sprache. Die letztere basiert auf der allgem ei­

nen Stilistik, geht bei der Betrachtung des entsprechenden Sprachm aterials von ihren Grundbegriffen und Grund­ prinzipien aus, mit Berücksichtigung aller Ebenen des Sprachsystems: der phonetisch-phonologischen, der gram ­ matischen, der lexikalischen.

W enn man diese vielseitigen Beziehungen in Betracht

zieht, so kann man

senschaftsstruktur der Linguistik eine Art Integrationsdis­ ziplin darstellt:^es besteht ein enger Zusam m enhang“d e r1 stilistischen Forschungen mit dem Studium und den Ergeb­ nissen der Grammatik, Lexikologie und Phonetik. Ihrer­ seits erw eitert die Stilistik die Basis für die weitere Aus­ arbeitung der Gram m atik, Lexikologie und Phonetik im

Rahmen einer konkreten Sprache. Der Unterschied zwi­ schen der Stilistik und allen diesen sprachwissenschaftli­ chen Disziplinen liegt darin, daß sprachliche Tatsachen von ihr „unter funktionalem und expressivem Gesichts­

behaupten, daß die Stilistik in der W is­

punkt betrachtet werden, während die Gram m atik, Lexiko­ logie und Phonetik ähnliche Erscheinungen losgelöst vorr ihren verschiedenen Anwendungsbereichen untersuchen und F ragen der sprachlichen Expressivität belselle'tassen** [57, S. 134]. Im großen und ganzen also handelt es sich bei der Stilistik um den funktionalen Aspekt der Sprach­ forschung und Sprachbeschreibung [46, S. 533].

Die Definition

m ung ihres G egenstandes bilden in der Sprachw issenschaft

ein strittiges Problem. Darüber existieren verschiedene M einungen. Doch läßt sich in ihnen eine gem einsame Linie erkennen, die als Grundposition der modernen Sprachfor­ scher bestimm t werden kann. Davon zeugt der Vergleich

einiger konkreter Definitionen: E. R i e s e l u. E.

der

Stilistik,

die A bgrenzung und

Bestim ­

S c h e n ­

dels— Stilistik „ist die W issenschaft von der Verwen­ dungsweise und A usdrucksgestaltung der Sprache in säm t­ lichen Kommunikationsbereichen und Kommunikationssi­

tuationen“ [54, S. 5]: W. F l e i s c h e r u. G. M i c h e l — Der Gegenstand der Stilistik als wissenschaftlicher Diszi­ plin ist „die funktional bestimmte N utzung der sprachli­ chen Ausdrucksmöglichkeiten auf allen Gebieten der gesellschaftlichen P raxis“ [37, S. 13]; I. W. Arnold —

Sprachw issenschaft, das

die Prinzipien der Auswahl und den G ebrauchswert ver­ schiedener lexikalischer, gram m atischer, phonetischer, überhaupt sprachlicher M ittel in verschiedenen Kommuni­ kationssituationen erforscht [2. S. 6]. Aus den angeführten Definitionen ergibt sich, trotz ihrer scheinbaren Unterschiedlichkeit^ die erw ähnte G rundposi­ tion der Autoren# die zusamrfieftfassend folgenderweise wiedergegeben werden kann: die Stilistik ist die sprach­

w issenschaftliche Disziplin, die die Art und Weise unter­ sucht, in welcher die sprachlichen A usdrucksm ittel in

und von

A bhängigkeit von C harakter und Ziel der A ussage

den Bedingungen der Kommunikation gebraucht werden. Mit anderen W orten: die Stilistik untersucht „die Gesetz­ mäßigkeiten der Entstehung und Entwicklung der -funk­

tional-kommunikativen

renzierung im System einer N ationalsprache“ [57, S. 133—

Die Stilistik ist ein Teilgebiet der

und

expressiv-sem antischen

Diffe­

134].

Dem so bestim m ten Wesen der Stilistik entsprechen ihre Aufgaben, die sich in Thesen so form ulieren lassen:

— die Erforschung des Zusam m enhangs zwischen In­

halt und Ausdrucksform in sprachlichen Äußerungen» Tex­ ten, Kommunikationsbereichen;

— die Aufdeckung und

B egründung

der Differenzen

in

verschiedenen Verwendungsweisen der Sprache vom Stand­

punkt ihrer sozialen Bedingtheit aus;

— die U ntersuchung verschiedener Arten von Expressi­

vität m it ihren säm tlichen Schattierungen im Rahmen des sprachlichen Ausdrucks;

der

Textanalyse. Eine spezielle Aufgabe der modernen Stilistik besteht in der kritischen Überprüfung des Nachlasses der traditio­ nellen Stilistik. Neben der breiten sprachtheoretischen Bedeutung hat die Stilistik, wie aus den aufgezählten Aufgaben folgt, auch ihre engere praktische Bedeutung als A nleitungslehre zur Textinterpretation. Indem sie sprachliche Erscheinungen — W örter, W ortverbindungen, Formen, Satzkonstruktionen usw.— unter dem Gesichtspunkt ihrer angemessenen Ver­ wendung, ihrer funktionalen Bedeutung und Expressivität untersucht, lehrt sie ihre richtige Auswahl für bestimmte Ziele der Kommunikation, für den w irksam sten Ausdruck eines bestim m ten Inhalts [57, S. 134]. Die Stilistik, wie auch jede andere w issenschaftliche D is­ ziplin, ist nicht traditionslos. Sie hat einen langen E nt­ wicklungsweg hinter sich, Zu ihrer Entstehung haben zwei sehr alte W issenschaften wesentlich beigetragen: die antike Rhetorik (die Lehre über die Kunst des Redens) und die P о e t i к (die Lehre über die Dichtkunst, die K unst des Schreibens). Davon sag t z. B. G. Michel:

„Bekannt ist die Tatsache, daß die traditionelle Stilistik stark von der Rhetorik und Poetik beeinflußt ist und viele

Begriffe und Termini von den Griechen des Altertums übernommen h at“ [45, S. 13]. Die W urzeln der S tilistik sind in den Werken der altgriechischen Philologen und Philo­ sophen zu suchen. Schon Aristoteles schrieb über drei

— die

Entwicklung

von

Methoden

und

Kriterien

G

rundtypen des Stils (der öffentlichen R ede): die j u d i-

z

i а 1e Rede (die Kunst des Auftretens im G ericht); die

deliberative Rede (die Redekunst beim politischen

D isput); die epideiktische Rede (die K unst des

Sprechens bei Festakten, .feierlichen Ansprachen, Entlar-

vungsreden usw.) К Die speziellen Mittel zur A usgestal­ tung der Rede, ihrer Verschönerung nannte er Tropen (Tropus — Tropen). Die Beschreibung und System atisie­ rung der Tropen und Redefiguren gehörte später zur

H auptaufgabe der Stilistik im Laufe vieler Jahrhunderte.

Die alte Rhetorik hatte „bis tief in die Neuzeit“ nachge­

w irkt [30, S. 35].

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts, besonders in seiner zwei­ ten Hälfte, trat die Rhetorik in den H intergrund, weil es in der Sprachw issenschaft überhaupt zu einer entscheiden­ den Wende kam: immer mehr lenkten die Forscher ihre Aufm erksamkeit auf die konkreten, „lebenden“ .Sprachen

in ihrem gegebenen Zustand. Diese Zeit (das Ende des

19. Jahrhunderts) bereitete allm ählich die G ründung der

eigentlichen Stilistik vor, die nicht mehr intuitiv, sondern

nach Möglichkeit objektiv wissenschaftlich sein sollte. Die deutsche Stilistik bekam seit dem 19. Jahrhundert eine zweifache Orientierung: nach der alten Tradition auf die Literaturw issenschaft, mit Einbeziehung der Rheto­ rik und Poetik; nach der neuen Tradition auf die Sprachw issenschaft. Die beiden Linien entwickelten sich parallel, obwohl die zweite immer produktiver wurde, bis sie gegen M itte des 20. Jahrhunderts zur endgültigen Behauptung der Linguostilistik geführt hat. Die bedeutendsten W erke auf dem Gebiet der deutschen Stilistik beginnen gerade am A nfang des 20. Jahrhun-

derst zu erscheinen, obwohl die ersten von ihnen noch keine

Linguostilistik im eigentlichen Sinne des

ten. So enthält das Buch von K. H. Meyer „Deutsche Stilistik“ (1906) eine produktive Kritik an der alten S ti­ listik, die ganz der Rhetorik untergeordnet war. Diese Kritik wird mit der Zett schärfer. Im Jahre 1929 erfolgt

E. Winklers „G rundlegung der Stilistik“, und 1948

veröffentlicht W. К а у s e r sein Buch „Das sprachliche

K unstw erk“. In diesem letzten Werk muß der, V erfasser

W ortes darstell­

1 Diese

Begriffe

werden

in

den

Nachschlagewerken

von

heute

folgenderweise präzisiert: “Die judiziale G attung der Rede k la g te n und verteidigt; sie hat als Modellfall die Rede des A nwalts vor Gericht.

hat als M odellfall vor der Volksver­

Die deliberative

die Rede des V ertreters einer politischen Partei

sam m lung. Die epideiktische G attung lobt oder tadelt; sie hat als M odellfall die Festrede auf eine zu lobende Person (Krahl S. V. K urz J.

G attung

rät

zu

oder

rät

ab

und

Kleines W örterbuch der Stilkunde.— Leipzig,

1975, S. 93.)

zugeben, daß die veraltete A uffassung der Stilistik noch lebendig sei: Dieser A uffassung zugrunde liegt die Vor­

stellung

einem

kraft und seine stilistische Q ualität nur solchen Ausdrucks­ mitteln wie Tropen und Figuren der alten Rhetorik ver­

dankt. In den 50er Jahren gibt meine Stilistik** heraus.

seine W irkungs­

von

Vom

ausdrucksstarken

Stück

Text

(Dichtung)

das

als

ausgeputzten

Sprache,

H. S e i d 1e r sein Werk „Allge­ Es bildet, nach der allgem einen

Anerkennung, eine gewisse Brücke zwischen der alten •Tradition und der neuen O rientierung in der Stilistik. Die alte Stilistik befaßte sich nur mit der Sprache der schöngei­ stigen Literatur (m it dem belletristischen Stoff), die anderen Verwendungsweisen der nationalen Sprache (ihr Funktionieren in säm tlichen anderen Kommunikationsbe­ reichen) wurden nicht berücksichtigt. H. Seidler über­

schritt

diese verbotene Grenze und w andte sich der S pra­

che in

ihrem vollen Um fang zu. D arin läßt sich der

Übergang zur Linguostilistik, nämlich zur Funktionalsti- ЫШк der G egenw art erkennen.

Die moderne Linguostilistik untersucht die G esetzm äßig­ keiten der funktional-kommunikativen und expressiv-se­

m antischen D ifferenzierung im System einer N ational­

sprache. D ie Funktionalstilistik beschäftigt sich hauptsächlich mit dem ersten Aspekt dieser Differen­ zierung— mit der unterschiedlichen Verwendung der Sprache in verschiedenen Kommunikationsbereichen, sie richtet ihr Augenmerk auf die Auswahl von W örtern, W ort­ verbindungen, Formen und Satzkonstruktionen aus dem System einer N ationalsprache zur G estaltung der diesem oder jenem Kommunikationsbereich angem essenen Aus­ drucksweise. Sie beginnt sich besonders seit den 50er Jahren sehr inten­ siv zu entwickeln, dabei, was die deutsche Stilistik anbe- trifft, unter starkem Einfluß der sowjetischen Sprachwis­ senschaft. Das betonen die deutschen Stilforscher selbst, indem sie z. B. schreiben, daß „die stilistische Lehre und

viele

A nregungen verdankt** [57, S. 133].

Forschung in der DDR der sowjetischen Stilistik

Im Ergebnis einer gründlichen A usarbeitung ihrer H aupt­ problematik verfügt die deutsche Stilistik heutzutage über

m ehrere

wohl in der Sowjetunion, als auch in der DDR erschienen

zusam m enfassende

und

bekannte

Werke,

die

so­

sind, darunter: E. Riesel. Stilistik der deutschen Spra-

she.— Moskau,

Deutsche Stilistik.— Mosicau, 1975; W. Schneider.

1963;

T.

R i e s e l

u

E. S c h e n d e l s .

S ti­

listische deutsche G ram m atik.— Wien, 1967; G/Michel. Einführung in die Methodik der Stiluntersuchung — Ber­ lin, 1968; W. F l e i s c h e r u. G. M i c h e l . Stilistik der deutschen G egenw artssprache.— Leipzig, 1975; D. F а u 1- s e i t u. G. Kühn. Stilistische M ittel und M öglichkeiten der deutschen Sprache.— Leipzig, 1962 (1975); G. Möl-

1e r. Praktische Stillehre.— Leipzig, 1970 u,a. Alle genannten Verfasser bemühen sich in ihren Werken um die G rundlegung der deutschen Linguostilistik in ihrem vollen Um fang. W ährend die tradiMoftelljtJSiiUstik

nur auserw ählte Stilerscheinungen; betrachtet^ttnä*'klassi­

fiziert hat', gehen zeugung aus, daß

figuren den Stil bestimmen und deshalb nicht sie der H auptgegenstand der Forschung sein sollen. Jede sprach­ liche Einzelerscheinung steht im D ienst des Stils, sie schließt sich in ein ganzheitliches System von M itteln und Gesetzm äßigkeiten ihrer Verwendung ein, das nach den Funktionsbereichen differenziert aussehen muß. Und nur aus diesem System von Gesetzm äßigkeiten oder Normen erwachsen die Stilbedeutungen (Stilw erte) einzelner sprachlicher M ittel, einzelner Redefiguren. Somit hat sich der Inhalt der modernen Stilistik im Ver­ gleich zur traditionellen Problem atik sehr erweitert. Das wird besonders klar, wenn m an in B etracht zieht, daß die alte Stilistik nur der Kunstprosa und Dichtung mit .ihren spezifischen A usdrucksm itteln die H auptaufm erksam keit geschenkt hat. Aus dieser philologisch orientierten $tilkun- de sind zwei w issenschaftliche Disziplinen entstanden! die heute von den Stilforschern als verschiedenartig orien­ tierte Forschungsrichtungen betrachtet werden:Lgie Wera- t urwis sensch a ft liehe Stilistik und die Lin guo stjl isfik{T5as Wesen und die Aufgaben jeder von ihnen sind m ehr oder weniger geklärt, obwohl ihre Abgrenzung voneinander immer noch auf manche Schwierigkeiten stö ß tiD ie litera­ turw issenschaftliche Stilistik interessiert sich für" die./ Sprache als G rundm aterial der schönen Literatur. Im Buch von. I. Arnold w ird sie z?B. so charakterisiert: sie erforscht die G esam theit von Äusdrucksm itteln, die im Dienst der Bildlichkeit stehen und für ein bestimmtes literarisches

die modernen &trforsdher von der Ü ber­ nicht die auserw ählten M ittel und Rede­

We^k, für einen bestim m ten Schriftsteller, für eine be-

Epoche

typisch sind [2, S. 11— 12]. Die Linguostilistik beschäftigt sich

den Gesetzm äßig-

k ette n d e r Sprachverwendung in v e rs c h o n e n Bereichen der gesellschaftlichen Kommunikationjlmit den Ausdrucks­

w erten „Verschiedener sprachlicher Erscheinungen in ver­

schiedenen Kontexten usw. Im Buch von I. Arnold heißt es:

<№ ~ttogaö$tllistlk' vergleicht die aligem eingültigen Nor­

men, das System einer Natiönajsprache mit ihren beson­ deren Subsystemen, die für verschiedene Kommunikations-

berelcüe spezifisch sind und Funktionalstile heißen. Außerdem erforscht v sie die Sprachelem ente vom S tand­ punkt ihrer Fähigkeit aus, bestimmte gefühlsm äßige Bedeutungssphattierungen auszudrücken, bestimmte Asso­ ziationen und Bew ertungen hervorzurufen [2, S. 10— 11]. Die Linguostilistik wird in zwei große: Teile gegliedert — in dielilikrostiT!stik-m d''dieM a¥rosfflisti(c [54; S. 11— 12]. Zum Gegenstand .der M ikrostilistik gehört die Erforschung und System atisierung von Verwendungsmöglichkeiten "verschiedener sprachlicher Einheiten (lexikalischer, gram ­ matischer, phonetisch-phonologischer), ihrer stilistischen F unktionen im Zusam m enhang des Kontextes, sem antisch­

s4imVt6-4iterarisch§

Richtung oder

für die

mit

ganze

expressiver stik hat zu

wie die Funktionalstile, Textsorten usw., sie erforscht ihre-

Ö rganisationsprinzipien in linguistischer und extralin­

guistischer H insicht. Die so aufgefaßte M akrostilistik entspricTit^eigenttichf der schon charakterisierten Funktio­

nalstilistik, die zu einem der w ichtigsten Forschungsbe­ reiche der modernen Sprachwissenschaft geworden ist. So betonen W. Fleischer und G. Michel, daß die Funktional- stiiistik (die Theorie der Funktionalstile) „innerhalb der gegenw ärtigen linguistischen Stilforschung in immer stärkerem Maße zum tragenden Fundam ent der m arxis­ tisch-leninistischen Linguostilistik w ird“ [37, S. 23—24]. Und der übergreifende Gegenstand der ganzen modernen Stilistik als eigenständiger wissenschaftlicher Teildiszip­ lin liegt laut der schon erwähnten Bestimmung von W. Fleischer und G. Michel „im Bereich der funktional bestimmten N utzung der sprachlichen Ausdrucksmöglich­ keiten auf allen Gebieten der gesellschaftlichen Praxis“.

Effekte ihres Gebrauchs usw. Die M akrostili­ ihrem G egenstand solche G anzheitsstrukturen

Der Funktionalstil und die funktional begründete Stilklassifikation

Die B estim m ung des Begriffes „Funktionalstil'f.

Das System der Funktionalstile des Deutschen. — S trittig e Fragen der Stilklassifikation.— Sprach­

liche

Funktionen

und

einzelne

Funktionalstile,

Der funktionale Stif bildet den Grundbegriff der modernen

Stilistik, um so mehr der Funktionalstilistik. Seine Defini­ tion ist eitle sehr komplizierte Frage. Der Term inus „S til“ kommt, wie bekannt; vorn lateinischen stilus in seiner ursprünglichen Bedeutung „Schreibgriffel“ — „das, womit man schreibt“. Dann erw eitert sich diese Bedeutung zu „Art und Weise des Schreibens“, und noch später zu „Art

und

Weise der D arstellung überhaupt“ . Wie M. Brandes

und M. Pironkowa schreiben, wurde das W ort Ende des 18 Jahrhunderts „von der Kunstgeschichte beschlagnahm t; Stil bedeutete fortan nicht nur die Schreib-, sondern auch

Das 19. Jahrhundert hatte es nicht schwer,

den Begriff noch mehr auszuweiten: auf Möbel, auf Bilder,

[30, S. 36]. In der Sprachw issenschaft ist die

allgem eine Bedeutung dieses Terminus — „Art oder Weise der sprachlichen D erstellung“. Aber wenn man vom Funktionalstil als Grundbegriff der stilistischen Forschungen spricht, genügt eine solche allge­

meine Bestim m ung nicht. Ein Grundbegriff bedarf der PrfzisleVürig. Die vorhandenen Definitionen des Funktionalstils streben gerade nach seiner P räzi­ sierung. M an braucht nur einige von ihnen anzuführen. Die

Definition von I. Arnold lautet: Funktionalstile sind Subsy­ steme der Sprache, wobei jedes von ihnen über seine eige­ nen spezifischen Besonderheiten in der Lexik, Phraseolo­

gie,

nalstile ist durch die Spezifik des Sprachverkehrs in verschiedenen Sphären'der menschlichen Tätigkeit bedingt [2, S. 54]. W. Fleischer und G. Michel behaupten: „Stil ist

die auf charakteristische Weise strukturierte Gesam theit der in einem Text gegebenen sprachlichen Erscheinungen,

die als A usdrucksvarianten

m unikativen Funktion in einem bestimmten Tätigkeitsbe­ reich ausgew ählt worden sind.“ [37, S. 41]. E. Riesel und E. Schendels meinen, daß der Stil eine Gesamtheit sprach­ licher M ittel darstellt, die auf Grund bestim m ter Normen

die Bauweise

auf Kleider

Syntax u. a. verfügt. Die H erausbildung der Funktio­

zur R ealisierung einer kom­

in einem bestimmten Kommunikationsbereich realisiert

ist [54, b.

W enn m an sich dem „Kleinen W örterbuch der Stilkunde“ von S. Krahl und J. Kurz zuwendet, so findet man, daß der Funktionalstil einfach als Bereichsstil bestimm t wird, ln dieser äußerst lakonischen Bestimmung liegt der eigent­ liche Kern der Frage: die Norm des Kom m unikationsbe­ reichs ist maßgebend, und der einzelne Autor muß sich ihr, unabhängig von seinem eigenen Stil und der konkreten

Aussageabsicht, völlig unterordnen. Als stilprägende Kommunikationsbereiche werden hauptsächlich drei aner­ kannt, nämlich Alltagsverkehr, Sachprosa, Belletristik (künstlerische Prosa), denen zwei Kommunikationsarten entsprechen: die m ündliche (A lltagsverkehr) und die schriftliche (Sachprosa, K unstprosa). Die Sachprosa ist dabei vielumfassend, sie kann in engere Bereiche (amtlicher Verkehr, w issenschaftliche Kommunikation u. a.) gegliedert werden. Vom Standpunkt der nach gesellschaftlichen Be­ reichen gegliederten Kommunikation aus ist ein Funktio­ nalstil die Gesam theit der für bestimm ten Bereich charak­ teristischen Stilzüge bzw. Stilprinzipien [42, S. 22]. In allen diesen Definitionen sin'd folgende allgem eine Mo­ mente zu erkennen:

1. Der Funktionalstil ist keine zufällige Sam m lung oder

Anhäufung von sprachlichen M itteln, sondern ein organi­

16].

siertes System.

2. Er beruht- auf der Einheit seines typisierten Inhalts und

der ihm zukommenden Ausdrucksform.

3. Der Inhalt hängt im allgem einen vom betreffenden Kom­

munikationsbereich ab; die Ausdrucksform entsteht auf Grund der zweckentsprechenden, auf den Inhalt orientier­ ten Auswahl und O rganisierung sprachlicher Mittel.

4. D as G rundprinzip der V erw endung verschiedener

sprachlicher M ittel im Rahmen des Funktionalstils ist ihre

funktionale Angemessenheit. Und der ganze Funktionalstil

bedeutet in

diesem Sinne die V erw endungsw eise der S pra­

che, die dem ehtsprechenden Kommunikationsbereich ange­ messen ist. Aber auch Unterschiede liegen vor: während die sow jeti­ schen Stilforscher (I. Arnold, E. Riesel, E. Schendels) im Funktionalstil ein Subsystem der Sprache sehen, betrachten Fleischer und Michel ihn als strukturierte G esam theit im

Rahmen des Textes. Doch übereinstim mend meinen alle,

daß die Auswahl der V arianten für die Strukturierung der Gesam theit von der Realisierung der kommunikativen Funktion in einem bestimmten gesellschaftlichen/Bereich abhängig ist. Der Text erscheint also jedesm al als Reprä- sentierung eines bestimmten Funktionalstils oder als Wi­ derspiegelung der Gesetzmäßigkeiten des sprachlichen Gebrauchs im entsprechenden Bereich der gesellschaftlichen Kommunikation. All dies berücksichtigend, kann man folgende allgem eine Definition des Grundbegriffs vorschlagen: der Funktlonal- stil ist eine A bart der Nationalsprache, die m jeinem be­ stimmten Kommunikationsbereich zum Zweck' der ange­ messenen Realisierung seines typisierten Inhalts verwendet w ird und durch die Tür ihn charakteristische Gesam theit von lexikalischen, syntaktischen, morphologischen u. a. Zügen und Elem enten gekennzeichnet ist. Die Züge und Elem ente selbst können auch in einem anderen Funktio­ n alstil wiederholt erscheinen, aber ihre bestim m te Kombi- nierung, zahlenm äßige V ertretung (Häufigkeit), anders gesagt die A rt (der Typ) ihrer O rganisierung bildet gerade die Spezifik (die Eigenart) nur dieses Funktionalstils [13, S. 9]. Das zentrale Problem der Stilistik ist die Stifklassifikation oder Stiltypologie — die A ussonderung und B egründung der wichtigsten Stiltypen. Der Lösung dieses Problems sind zahlreiche Untersuchungen gewidmet. Wie bekannt, beruht jede Klassifikation auf einer V erallge­ meinerung, es können bei ihr nur allgem eine und we­ sentliche M erkmale in Betracht gezogen werden. Da die Merkmale der Sprachverwendung zahlreich sind und ihren verschiedenen Seiten angehören, sind im Prinzip verschie­ denartige Stilklassifikationen möglich, abhängig davon, welche Seite oder welches Kriterium der Einteilung zugrun­ de gelegt wird. Für die Ausgliederung der Funktionalstile gilt als Aus­ gangspunkt d a s Kriterium ihrer sozialen oder gesellschaftlichen Funktion, ihrer kommunika­ tiven Aufgaben Der Stiltyp ist dadurch bestimmt, in wel­ chem Bereich der gesellschaftlichen Kommunikation die Sprache ihre Funktion als V erständigungsm ittel erfüllt. Es handelt sich also um die funktional begründete Stilklassifi­ kation. In bezug auf die deutsche G egenw artssprache!un- terscheiden die Stilforscher folgende Funktionalstile:

Stil

des

öffentlichen V erkehrsader sachlich-offizielle Stil)

Stil

den

W issenschaft (der w issenschaftliche Stil)

Stil

deA Presse

und

Publizistik

(der

Pressestil,

der

Zei-

tungsstif)

Stil

der Alltagsrede

(der

Alltagsstil,

auch

der

Konversa­

tionsstil) Stil der schönen Literatur (der belletristische Stil). In den Arbeiten der meisten deutschen Stilforscher kann m an oft finden, daß die ersten drei Stile (Presse und P ub­ lizistik, offizieller Verkehr und W issenschaft) unter einem

p r o-

s a. Ihnen wird der Stil der schönen Literatur als Kunst­

Begriff und Term inus vereinigt w erden — die

S

а

с

h

prosa gegenübergestellt. Die genannten fünf Stiltypen sind in der deutschen Stilistik

Anerkannt, aber

manche

Fragen

bleiben dabei

strittig und rufen von Zeit zu Zeit Diskussionen

Hervor, j fttr fflig

betreffend den Stil der Presse und Publizistik: sie bezwei­

feln die Einheitlichkeit dieses

zwei selbständige Stiltypen ungerecht vereinigt werden —

der. eigentliche, R ressestil (Zeitungsstil) und der publi­ zistische Stil. Die M einungen gehen'nocfr w eiter auseinan- derr wie es aus dem „Kleinen W örterbuch der Stilkunde“

des Pressejournalism us, der

S tils und meinen, 4aß hier

ist für einige Stilförscher eine Frage

ersichtlich ist: „

innerhalb

dem publizistischen Sprachstil zugeordnet wird, hat die sa­ tirische Glosse eine andere Funktion als die Nachricht, diese eine andere als der Leitartikel und dieser eine andere als

das schon eine

andere Frage, näm lich die U nterscheidung nach G attungen

Genres (nach den D arstellungsarten) innerhalb ein-

und desselben Stils. Der Stil als Ganzes kann trotzdem einheitlich bleiben К

die R eportage.“ [42, S. 22—23] Doch ist

und

1 «Выделить общие черты

газетного

стиля

все

ж

е

можно,

а

для

стилистики как науки предметом является общее и закономерное, а и Совершенно очевидно, что система экстралингвистических стилеобразую щ их'фак­ торов имеет много общего даже в разных типах газетных матери­ алов, а поскольку организация языковых элементов стиля самым тесным

факторов, специ­

там, безусловно, имеется жанровая дифференциация

не возможные частности. Выделяем

же

мы

научный

стиль,

хотя

зависит фика газеты и вообще специфика массовой коммуникации объектив­ но приводят к необходимости признания газетного стиля как одного из функциональных стилей» (Арнольд И. В. Стилистика современ­ ного английского языка.— Л., 1973, с. 75—76).

от экстралингвистических

образом

Noch strittiger ist die B etrachtung der

U m gangssprache) als eines Funktionalstils: es gjfot S til­ forscher, die die Existenz eines solchen Stils stark bezwei­ feln. Doch verstehen die m eisten sowjetischen wnd deut­ schen Stilisten darunter die Verwirklichung am äglrcher

Sprachkontakte unter den Menschen (deshalb nennt m an ihn noch K onversationsstil), die ihren bestimm ten O rgani­ sationsregeln untergeordnet ist. E. Riesel hat in diesem Zusam m enhang eine spezielle M onographie [52] herausge­ geben, in welcher sie versucht, auf alle strittigen Fragen gründlich einzugehen und so den Stiltyp, seine Existenz zu begründen. Sehr problematisch ist in der heutigen Stilistik auch der ., ^unktionalstil der schönen L iteratur. Die Frage wird manchmal sogar so gestellt: gibt es einen Funktionalstil der schönen Literatur? Anlaß zu M einungsverschiedenhei­ ten und Zweifeln geben folgende charakteristische Beson­ derheiten dieses Stils:

Alltagsrede

(der

ist nicht einheitlich, sie ist sehr m annig­ L iteratur erstreckt sich auf alle Gebiete

des menschlichen Lebens, ist also nicht nur m it einem bestimmten Kommunikationsbereich verbunden, sondern

mit allen. 2. Die A usdrucksm ittel dieses Stils sind auch sehr m annig­ faltig, ihre Auswahl und Verwendung müssen nach der M einung einiger Stilforscher vorwiegend als Geschmacks­ sache des Verfassers beurteilt werden.

3. In der schönen L iteratur findet m an infolge der beiden

genannten Faktoren Merkmale und Elemente aller anderen Funktionalstile l. 4. Die schöne L iteratur erfüllt eine ganz spezifische Auf­ gabe, die nur ihr eigen ist — die sogenannte ästhetische Funktion. Aus diesem Grund müßte m an sie (nach be­ stimmter Auffassung) zum Bereich der Künste und nicht zum System der Funktionalstile rech n en 2. Es ist in der Tat so, daß der Stil der schönen L iteratur eine besondere Erscheinung darstellt. Aber trotz der M annig-

L Seine Thematik

faltig. Die schöne

1 «Прозаик

неограниченной В оказывается самой «всеядной» речью из всех возможных» (В. Кожи­ ной. Происхождение романа.— М., 1963, с. 371).

худож е­

ственной литературы в номенклатуру функциональных стилей, по-

с

свободой

речь

берет

и

сводит слова

из

прозы

самых

различных

2

А.

Федоров

сфер.

«не

результате

художественной

включать

стиль

считает

возможным

\

faltigkeit des them atischen Stoffs bestehen im Rahmen dieses S\iis innere Gesetzmäßigkeiten, nach welchen der Stoff verarbeitet wird. Auch die Verwendung sprachlicher A usdruckänittel wird hier trotz ihrer M annigfaltigkeit durch bestimmte Faktoren geregelt, sie ist keine bloße W illkür des Verfassers und darf nicht ausschließlich auf seinen'"' Geschmack zurückgeführt werden. Richtig ist weiter die Behauptung, daß eine enge V erbindung von kommunikativer und ästhetischer Funktionen für den Funk- tionalistil der schönen L iteratur typisch ist. Aber auch für die anderen Funktionalstile kann m an ihre spezifischen Funktionen feststellen, die sich mit der kommunikativen Funktion sehr eng verbinden, was unten gerade versucht

werden soll. Die Frage nach

ziehung zu den einzelnen Funktionalstilen ist in der S ti­ listik noch nicht allgem ein ausgearbeitet. Es werden nur verschiedene individuelle Lösungen dieser Frage vorge­ schlagen. Im Buch von I. Arnold finden wir z.B. eine Stelle, an der folgender Gedanke als G rundsatz form uliert ist:

Die Spezifik jedes Stils ist durch die Besonderheiten der sprachlichen Funktionen in jedem Kommunikationsbereich bedingt. Jeder Funktionalstil hat eine andere Zusammen- w irkung von Funktionen [2, S. 55]. Von allen Funktionen der Sprache ist nur eine bei jedem Gebrauch unbestreit­ b a r — ihre kommunikative Funktion, die als M itteilung und A ustausch von Gedanken verwirklicht wird. Sie ist die H auptfunktion in allen Funktionalstilen. Neben ihr existieren noch andere Funktionen, und jeder Stil ist durch seine spezifische V erbindung der H auptfunktion mit diesen anderen Funktionen gekennzeichnet, er besitzt also sein spezifisches Bündel von Funk­ t i o n e n [2, S. 55]. Zur Veranschaulichung dieser Verhältnisse und Beziehun­ gen wird im Anschluß das allgem eine Schema der Ver­ teilung sprachlicher Funktionen nach den einzelnen Funk­ tionalstilen angeführt. Ähnliches gibt I. Arnold in ihrem Buch [2, S. 55].

den sprachlichen

Funktionen in ihrer Be­

скольку он обладает качественной особенностью, отличающей его от остальных функциональных стилей: каждое истинно художественное

произведение предстайляет предмет искусства

К общей концепции понимания функциональных стилей.— В сб.: Осо­ бенности стиля научного изложения.— М., 1976, с. 68).

С.

»

(Троянская

Е.

koa^

thetische

luntative

kom­

die emo­

munika­

taktive

vo-

äs­

i tive

tive

die

die

die

die

Funktionalstil

der Alltagsrede der schönen Literatur der Presse und Publizistik

+ des öffentlichen Verkehrs +

+

der Wissenschaft

+

-i-

Funktionen der Sprache

 

+

+

+

 

+

+

+

(+ )

 

+

 

 

Auf dem Schema sind zwei Funktionalstile deutlich einan­ der gegenübergestellt: der Funktionalstil der Alltagsrede und der Funktionalstil der W issenschaft. Der erste ist durch die höchste Anzahl der Funktionen charakterisiert, w ährend dem zweiten nur eine Funktion eigen ist, die in diesem Stil als intellektuell-inform ierende verwirklicht wird.

Andere Stilklassifikationen in der deutschen Stilistik

Das Kriterium

Stilklassifikation .— Die B egriffe N om inalstil" und

„ Verbalstil".— Die inhaltlich-stilistische Leistung der beiden S tiltypen .— Die allgemeinsprachliche Tendenz zur Nominalisierung.

der

Wortarten als

Grundlage der

Neben der funktional begründeten Stilklassifikation sind in der deutshen Stilistik auch andere Versuche der Stilty­

penbestimmung

tion, die auf dem Kriterium der Wortar­ ten au fg eb a u t wird. Als Hauptm erkm al des Stils betrachten die Stilforscher das vorwiegende Auftreten einer der drei Hauptw ortarten: des Substantivs, des Verbs, des Adjektivs. Sie begründen auf solche Weise drei Stiltypen:

den substantivischen Stil (den Substantivstil), den verba­

len Stil (den V erbalstil), den adjektivischen Stil (den Adjektivstil). Die Bedeutung und die stilistische Leistung der W ortarten,

bekannt, vor allem d i e Klassifika­

nach, welchen diese Stiltypen bestimmt sind, ist ver­ schieden:

allge­

a)

das

Substantiv

verkörpert G egenstände,

die

im

meinen

als

Realien

der W irklichkeit aufgefaßt werden

könrien;

b) das

Verb

drückt Tätigkeiten, Vorgänge

aus

somit die Idee des

sion);

Prozesses, der Bewegung

und träg t (Expres­

c) das Adjektiv

ist

Träger

der

Eigenschaften, Merkmale,

wodurch

verschiedene

Eindrücke

(Im pressionen)

be­

wirkt werden. In Abhängigkeit von

dieser inhaltlichen Leistung bekom­

men die drei genannten Stile noch andere Bezeichnungen, die in der deutschen Stilistik bekannt sind: der Substan- tivstil heißt „realistischer Stil“, der Verbalstil ist „expres­ sionistischer Stil“, der Adjektivstil gilt als „im pressionisti­

scher Stil“. Die K lassifikation nach dem Kriterium der H auptw ortarten Weist hauptsächlich auf die B evorzugung bestim m ter W ör­ ter im Text oder im Gebrauch, sie sagt nur w enig über das Wesen des Stils und noch weniger über seine funktionale kommunikative Aufgabe aus. Deshalb kann diese”K lassi­ fikation nur als eine zusätzliche gelten, die in keinem W iderspruch zu der funktional begründeten Stilklassifika­ tion steht oder stehen kann. Im Gegenteil, sie behält ihre G ültigkeit auch im Rahmen der Funktionalstile. Als Beispiele seien konkrete Textauszüge gegeben:

— Substantivstil:

„Dam als lebte sein Herz; Sehnsucht w ar darin und schwerm ütiger Neid und ein klein w enig V erachtung und eine ganze keusche Seligkeit.“ (Th. M ann, Tonio Kröger.)

Schwindel, eine

gedäm pfte B etäubung hervorrief, in der die Erinnerung an alles Böse, an Qual und Irrsal, an Wollen und Mühen träge und selig unterging.“ (Ebenda.)

— Verbalstil:

„Tonio sprach nicht. Er empfand Schmerz. Indem er

seine etwas schrägstehenden Brauen zusammenzog und

Salzwind,

der

einen

gelinden

zum

w ärts ins W eite.“ (Ebenda.)

die Lippen

Pfeifen

gerundet hielt, blickte er seit­

— A d j e k t i v s t i l :

„M an sah von dort, von einem m oränenartigen Wall

aus, auf drei kleine Seen hinunter, deren zwei nie gänz­

lich auftauten,

Forellen führten mit rosigem Fleisch; und man sah den

ansteigenden nen W endung

die aber eine köstliche A rt kräftiger

Talkessel hinauf mit seiner geschwunge­ “

[30]

Weiter folgen die Bestim mungen: eine sanfte Rosenglut, die nachtblauen Klippenwände, rotes Gold, bräunliche Schatten, himbeerrote Schneehänge usw. [30, S. 129— 130]. In dieser Beschreibung herrschen Adjektive vor, sie w ir­ ken beeindruckend (im pressiv): es ist ein typischer Adjek­ tivstil. Noch eine Begründung der Stiltypen ist in der deutschen Stilistik als das Problem Nominalstil — Verbalstil bekannt. Das Kriterium der Unterscheidung bildet hier einerseits die äußere (formale) S eite— das V orhandensein v erhält­ nism äßig vieler Nomina ö d e r Verbformen im Gebrauch, im Text — und andererseits der Gestaltungstyp der Sätze Das äußert sich beim Vergleich in folgender G egenüber­

stellung:

N о m i n

а

1s

t

viele

derer, nominaler Typ der

Satzstruktur

Nomina,

ein

beson­

i 1

V e r

b

а

1s t

i 1

viele Verbformen, ein ge-,

wohnlicher, verbaler der Satzstruktur

Typ

Mit diesen beiden G estaltungstypen der A ussage sind be­

stimmte inhaltliche Differenzen

verkörpert immer eine starke K om pnm fSlm g

dank vielen Substantiven, besonders ihren bestimmten

Typen: den deverbativen suffixlosen und abgeleiteten

W örtern

stantivierten Infinitiven und anderen gnippensefzeriden

W örtern, d. h. solchen, 'die im stande sind, erw eiterte G rup­

pen um sich zu entfalten. Weit ausgebaute S ubstantivgrup­ pen sind T räger eines stark komprimierten Inhalts, z. B.:

der weitere Aufschwung der W irtschaft jedes M itgliedlan­ des der sozialistischen Gemeinschaft; die Bew ertung der

Leistungen auf der Grundlage der gültigen Prüfungsord-

der Nominalstil

des Inhalts,

d ie it^ k e it^ sub­

auf

-ung,

deadjektlvischen

auf

nung; das Ergebnis der großartigen Leistungen des sozia­ listischen deutschen Staates in edlen Bereichen der Gestal­ tung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft. Die A ussage im V erbalstil trä g t dagegen einen_gewöhn­ lichen, oft einm aligen Inhalt, zeigt den SacH verhalt im Wechsel, in einer NacheiBänderfolge von Ereignissen oder Handlungen:

„Eines Tages,

gähnte und ging zum Fenster. Er sah einen Fuchs. Er

dachte, er träum e und rieb sich doch ein Fuchs.“ [30]

die Augen. Aber da w ar

auf. Er

es w ar erst 6 Uhr, wachte Peter

G. Möller charakterisiert die beiden Stiltypen folgender­ weise: Nom inalstil strebt danach, die im Verb vorhandene T ätigkeiTlrTein Substantiv zu überführen, also Tätigkeiten und Prozesse n ich f durch Verben, wie im VerbSlstil, son­ dern hauptsächlich durch Substantive wiederzugeben. Dabei gehen Nebensätze verloreri,"statt der Satzgefüge erscheinen vielgliedrige Einfachsätze. Ein solcher Eihfach- sätz enthält bei einer finiten Verbform viele substanti­

vische Glieder mit stark k o n z e n trie rte t Inhalt [48, S. 71].

Vom kommunikativen Standpunkt

Nom inaler Stil entsteht,

ist, eine ganze Reihe von

aus bestim m t die Spezi­

h. sim ultan

fik beider Stiltypen G. Schreinert:

'w enn der M itteilende bestrebt Sachverhalten mit einem Mal,

d.

auszudrük-0

ken — in einem erweiterten Einfachsatz mit nur einer fini­ ten Verbform. Verbaler Stil entsteht, wenn der M itteilende bestrebt ist, die Sachverhalte nacheinander, d. h. sukzessiv h£t mitzuteilen — durch mehrere Sätze, jeder mit seiner eige­ nen finiten Verbform [60, S. 27—28]. W enn das M erkmal des

Nominalstils lange, vielgliedrige Finfachsätze (große Schritte der Information) sind, bevorzugt der Verbalstil

kürzere und kurze Sätze mit eigenen Verbprädikaten

ne Schritte der Inform ation). Auch im Bereich der russischen Sprache zieht diese Erscheinung die Aufm erksamkeit der Forscher auf sich. Die Forscher erklären den Unterschied so: der Text kann nach dem Prinzip einer Kleindosierung des Inform ations­ gehalts aufgebaut werden, d. h. der Inhalt zerfällt in kleine Portionen, und jede von ihnen gruppiert sich um ihren eigenen verbalen Kern (finite Verbform). Die ganze Infor­ mation besteht also aus M ikroetappen. Das bewirkt den

(klei­

Eindruck eines schnellen Wechsels von Sachverhalten und

steigert auf solche Weise

die Expressivität der D arstellung

[19, S. 305]. Vgl. folgendes Beispiel:

„Das Geräusch des Regens drang stärker herein. Er lärm te förmlich. Alles rauschte, plätscherte, rieselte und schäumte. Der Wind war wieder aufgekommen und fuhr lustig in den dichten W asserschleier, zerriß ihn

und

lung.“ [60]

Einen ganz anderen Charakter bekommt der Text, wenn er nach dem Prinzip einer Großdosierung des Inform ations­ gehalts aufgebaut wird: er besteht aus vielumfassenden

Sätzen,

die D arstellung erfolgt in großen Schritten, der

Inhalt ist stark komprimiert und erfordert vom Empfänger (Leser) eine stärkere geistige Konzentration. Das sehen wir ganz deutlich im folgenden Beispiel:

trieb

ihn

umher. Jede

M inute

brachte

neue

Küh­

auf die Verwirklichung der

Idee zur Schaffung stabiler V erhältnisse für die Gewährleistung des Friedens und der Zusammenarbeit durch gemeinsame A nstrengungen der Völker und

„Das sind M aßnahmen, die

Staaten Asiens gerichtet sind.“

(Neues Deutschland.)

Die stilistische Leistung der beiden Stile hängt von ihrer inhaltlich-kom m unikativen Spezifik ab und läßt sich auf folgende Weise bestimmen: d e r Vorzug des Ver­ balstils besteht darin, daß er durch eine relativ hohe Zahl von Verben Dynamik und Bewegung verkörpert und dadurch expressiver wirkt als nominaler Stil. D e r Vor­ zug des Nominalstils besteht aber darin, daß man mit ihm eine verhältnism äßig große Zahl von Sachverhal­ ten, die m iteinander in enger Beziehung stehen, auf ein­ mal, in einer A ussage m itteilen kann. Der Nom inalstil verkörpert Gegenständlichkeit und Begrifflichkeit, deshalb erfordert er eine stärkere geistige Konzentration als der V erbalstil [60, S. 83]. Die V erwendungspotenzen der beiden Stiltypen in ver­ schiedenen Funktionalstilen sind unterschiedlich. Im

allgem einen lassen sich folgende

feststellen: für die Funktionalstile, die zur Sachprosa gehören, also für die Texte der Presse, Publizistik, W issen­

schaft, Technik, W irtschaft, Verwaltung, diplomatische

Gebrauchstendenzen

Dokumente ist der Nominalsti! als G estaltungstyp sehr charakteristisch. Er bedeutet die Realisation der allgemein- sprachlichen Tendenz zur Nominalisierung, die gerade in diesen Funktionalstilen sehr produktiv wirkt. In der schönen Literatur können beide Stiltypen auftreten. Inhalt und Zweck der M itteilung entscheiden darüber, welcher Typ — Nominal- oder Verbalstil — bevorzugt w er­ den muß. Einige Verfasser zeigen sogar Vorliebe entweder

z. B. Th. M ann, oder für den

V erbalstil, wie z. В. B. K ellerm ann usw. Aber gewöhnlich

dem

findet m an in ein und demselben Werk Textstellen in

einen oder anderen Stil. Vgl. einige Textproben aus dem

Rom an „Der 9. November“ von B. Kellermann:

Der Himmel stand voller

Schrapnellwolken, Schwärme von Fliegern brausten im

für den N om inalstil, wie

„Und

das

Feuer

rollte

Frühlicht.

Die

Geschütze

stam pften,

pochten,

knack­

ten

Ein

H agelsturm

von zerfetzten Leibern fegte

über

die Erde. Millionen

Herzen verkram pften sich in

Todesangst.“

Diese Schilderung hat alle M erkmale des V erbalstils,

schafft das Bild

Noch ein Auszug aus demselben Roman:

das

w ar Europa, nichts sonst. Die europäischen G roßstaaten

. hatten das Raubritterwesen ins Gigantische gesteigert.

höchster

H abgier,

Dynamik, wirkt sehr expressiv.

Heuchelei,

Schamlosigkeit,

„Verbrechen,

G estützt auf ihre Heere und Flotten

In dieser zweiten Schilderung herrscht der Nom inalstil vor, die T räger der Inform ation sind hier Substantive, der Inhalt ist stärker komprimiert.

Der Normbegriff in seiner Bedeutung für die Funktionalstilistik

Allgem einer Begriff „Sprachnorm ".— Die Unterscheidung der System norm und der Ver­ w endungsnorm .— Die Stilnorm en .

Die Sprache als M ittel der Kommunikation innerhalb

menschlichen

sein, daß

für

der

gekennzeichnet

Gesellschaft

ihren

muß

dadurch

Gebrauch

gewisse

übereinstim m ende

Momente und Bedingungen gegeben sind. Anders gesagt

m üssen in der entsprechenden Sprachgem einschaft für die

sprachlichen Mittel und ihre Verwendung bestimmte allge­

mein akzeptierte Regeln

der ihre Ü bereinstim m ung ist, um so besser kann die Sprache als Kommunikationsmittel ihre gesellschaftliche

Funktion erfüllen.

Der allgemeine Begriff „Sprachnorm “ kann gerade als Übereinstim m ung im Sprachgebrauch einer bestimmten Gem einschaft verstanden werden. Die Norm ist in der Sprache von vornherein vorhanden, eine Sprache ohne

der A uffassung

der Sprachnorm lassen sich deutlich zwei Richtungen er­ kennen. Die sogenannte traditionsorientierte

A uffassung will den Normbegriff nur auf die Vorschriften

oder Normen gelten. Je w eitgehen­

Norm ist nicht S. 320]. Aber in

von G ram m atiken und W örterbüchern beschränken. Die neuere Ansicht vertritt eine funktionale N orm auffas­ sung, sie richtet sich nach der lebendigen Sprachentwick­ lung, nach dem tatsächlichen Zustand einer konkreten S pra­ che. Die letztere A uffasung basiert -auf dem Grüffäfcafz,’ daia die Norm sowohl auf das Sprachsystem als auch auf die Sprachverwendung bezogen sein muß. Die Sprachnorm als S y s t e m n o r m um faßt die zu einem bestimmten Zeitpunkt "heräusgebildeten und bestehenden Gesetzm äßigkeiten, die den G ebrauch der gegeben'en_ Sprache in ihrer mündTicheiv und schriflichen Form regeln.

Es handelt sich eigentlich um* die realisierten sprachlichen

M öglichkeiten, die von den konkreten kommunikativen

Bedingungen , und Situationen nicht abhängig sind.

D. Nerius bemerkt in diesem Zusam m enhang: gleichgültig,

welche kommunikativen Bedingungen oder Situationen vor­

liegen, werden in der deutschen G egenw artssprache

in

keinem Falle beispielsweise Form en wie: das Tisch,

er

taufte, gestern ich habe getroffen ihn o. ä. gesellschaftlich akzeptiert, y/eil sie der System norm der Sprache nicht

entsprechen [50, S. 323]. Die Sprachnorm als V e r w e n d u n g s n о r m ist dagegen durch die kommunikativen Bedingungen oder Kommunika­ tionsbereiche bestimmt. Sie ist eine solche Realisierung der

der

sprachlichen M ittel beruht, die selbst aus der Situation oder

dem .funktionalen Bereich resultiert. Die V erw endungsnorm wird gewöhnlich als Stilnorm bezeichnet. Da es sich aber

sprachlichen M öglichkeiten, die auf der Auswahl

um die Differenzierung der V erw endungsnorm nach den verschiedenen funktionalen Bereichen handelt, spricht man nicht von einer einheitlichen Stilnorm ,-sondern von Stil­ normen.

a|s System norm nur als

Doch ist auch

die

Sprachnorm

allgemeiner Begriff anzunehmen. In W irklichkeit'gibt'es

in jeder entwickelten Sprache, auch im Deutschen, nicht

nur eine Systemnorm, sondern stehen mehrere Nor­ men nebeneinander. Einerseits die Existenzform en der Sprache (die Literatursprache, die U m gangssprache, die

M undart), andererseits ihre . Teilsysteme (die Ebenen)

besitzen ihre eigenen Normen

Sinne unterschieden: Aussprachenormen, die mit der pho- netisch-phonologischen Ebene verbunden sind; gram m ati­ sche Normen, die sich im Rahmen der morphologischen und syntaktischen Ebenen behauptet haben; lexikalisch-seman­ tische Normen usw. (man könnte noch von orthographi­ schen u.a. Normen sprechen). Es gibt weiter Unterschiede nach dem Grad der A usprä­ gung dieser Normen. Das. ^eigt sich in einem besonderen ■Verhältnis von friVariänz {die Summe der Invarianten) und

V arianten in jedem Teilsystem der Sprache; Den höchsten

G rad von Invarianz (Stabilität) repräsentiert 'z. B. die deutsche O rthographie, hier bestechen'nur wenige V arianten.

Auch im m orphologisch-syntaktischen Teilsystem der Sprache ist die Norm relativ deutlich ausgeprägt und rela­

tiv stabil, obwohl hier schon zahlreiche V arianten vorhan­ den sind. Eine, hohe V ariabilität-charakterisiert den. lexika­ lisch-sem antischen Bereich, der »von verschiedenen extra­ linguistischen" Faktoren sehr stark beeinflußt wird. Die

N orm 'ist in diesem Teilsystem der Sprache nicht so stabil

wie z. B. in der Grammatik. Im großen und ganzen abstrahieren die Sprachsystem nor­ men (die invarianten Bereiche aller Ebenen) von den kon­ kreten kommunikativen Bedingungen. ,Die Stilnormen da­ gegen, als Normen der sprachlichen, Verwendung* sind.^n die kommunikativen Bedingungen unm ittelbar gebunden.

Nach der Bestim mung von E. Riesel differenzieren sie „die Verwendung der allgemeinen Sprachnormen nach funktio­ nalen und sem antisch-expressiven M omenten“ [52, S. 44].

So

werden in diesem letzten

D. Nerius bestim m t ihre W irkung auf folgende Weise: „Die

Stilnorm en bewegen sich somit innerhalb der durch die Sprachsystem norm en gegebenen Möglichkeiten und treffen

aus diesen eine

charakteristische Auswahl. Diese Aus­

wahl m anifestiert sich in der statistisch faßbaren Bevorzu­ gung bestim m ter sprachlicher M ittel in dem jeweiligen

A nw endungsbereich.“ [50, S. 331]

W. Fleischer

die

Frage, die in jeder wissenschaftlichen Diskussion über die Probleme der Stilistik auftaucht: ob der Sprecher (der Autor) willkürlich, frei wählen kann, oder ob der Stil doch auf G esetzm äßigkeiten (auf Stilnorm en) beruhe, die die

W illkür (die

im Zusam m enhang

mit dem Begriff „Auswahl der sprachlichen M ittel“

und G. Michel

erheben

Freiheit) ausschließen? [24, S. 50] Die richtige

Antwort auf diese Frage ist nach ihrer M einung nur die,

daß die W ahl im Rahmen des Stils, näm lich des Funktio­

nalstils

und SprlOT0¥ffleft pSprachelem ente), die von der G ram ­ matik, von dem Lexikon, von dem Phonem bestand usw. weitgehend vorgeschrieben sind, sind als obligatorisch (als System norm en im Rahmen des Stils) zu begreifen. Aber es j kommen in zwei oder mehr Texten mit gleichem typisiertem / Inhalt (d. h. zu'eindm Funktionalstil gehörig) auch solche/

(Formen,

G estaltungsprihzipien

s a c h lic h e n

V arianten

W örter

usw.)

vor, did

im iiy id u e ir berdfngt, also vom Sprecher

(Autor)

fakultativ

(T rerp id ^ew an it sind. D ibseTakuItativitat kann bestimm­

te Grenzen nicht überschreiten, i sie ist sfefs durch die iRTIglßpFachTlchen und außersprachlichen B edingungen der Kommunikation begrenzt. Wie die beiden Stilforscher beto­ nen, determ iniert doch die außersprachliche M itteilungssi­ tuation die Auswahl der M ittel und die Entscheidung des Autors (des Sprechers). Diese Einschränkung der Fakulta- tivität (der Freiheit in der Auswahl) ist eben ein wichtiger Aspekt für die A uffassung des Stilbegriffs, weil sie auf bestim m te geltende Stilnorm en zurückzuführen ist. In verschiedenen Funktionalstilen ist die Freiheit der Aus­

wahl und somit der Bereich des Fakultativen unterschied- Irchrsehr groß im Stil der schönen L iteratur, im A lltagsstil und ziemlich4 eingeschränkt im Stil der W issenschaft, im sachlich:offiziellen Stil.» Die firfasfciiri'g und F estlegung der ‘Norm für einzelne Funktionalstile erreicht man in theoretischer Hinsicht mit Hilfe des Begriffs „Stilzüge“, und das soll in der weiteren

D arlegung versucht werden.

Was ihre

kann man sich auf folgende Feststellung von E. Riesel und

praktisch-linguistische E rm ittlung angeht, so

E. Schendels berufen: „Die Sprach- und Stilnormen werden durch den statistischen Hinweis ihres Häufigkeitsvorkom­ mens zu bestimmten Zeitabschnitten in bestimmten kom­ m unikativen Bereichen erschlossen.“ [54, S. 4 4 ]1

Die C harakteristik einzelner Funktionaistile nach ihren Stilzügen

Der B egriff „S tilzü g e".— E inzelne Funktional­

stile

chen Verkehrs, S til der

Presse und Publizistik, Stil der Alltagsrede, Stil der schönen Literatur.

m it

ihren

Stilzügen:

S til

des

öffentli­

Wissenschaft, S til der

Der Begriff „Stilzüge“ hängt mit der Eigenart des Funktio­ nalstils zusammen, mit seiner kommunikativen und sprach­ lichen Spezifik. Für diesen Begriff gibt es noch keine be­

friedigende Definition in der Stilistik. Die

Stilforscher beschäftigen sich m it dem Problem der S til­ züge sehr viel, in ihi'en Arbeiten findet m an verschiedene

gegenw ärtigen

M einungen über den Begriff selbst und tung für die Theorie der Funktionalstile.

Zuerst w urde der Begriff stim m t, daß m an darunter

nalstile verstehen so llte 2. In ihrer P räzisierung bedeuten

die Stilzüge nach E. Riesel „innere Eigentüm lichkeiten“ der Funktionalstile, ihre „stilbildenden und gleichzeitig

auch- stilregelnden O rdnungsprinzipien“ [52, S. 57—58].

über seine Bedeu­

„Stilzüge“ von E. Riesel so be­ die H auptm erkm ale der Funktio­

 

1

Vgl.

in

diesem

Buch

die

Absätze

über

den

W andel

der

Norm,

über

den

Verstoß

gegen

die

Norm

und

über

andere

dazu

gehörige

Fragen, wie auch die konkreten Beispiele.

2

«Заслуга

(стилевая

в лингвистическую литературу этого терми­ .) работе «Полярные стилевые черты

принадлежит Э. Г. Ризель.

черта.— Т.

воплощение»,

функциональных стиля».

целом,

представление,

речи, которые

шущим. Обозначение таких примет стиля термином «стилевая черта» Э. и трактует

отходит

«стилевая

мета)

С.

фактов

в Цит. соч., с. 50).

представлялось очень удачным

и

от

своей

нерта»

уже

фактор,

как

различных

двояко:

Однако в дальнейшем

формулировки

стилеооразующий

как

отбор

»

стилях

Г. Ризель

термин

(при­

языковых

Е.

первоначальной

фактор

(Троянская

регулирующий

функциональных

определенных

Anders gesagt sind sie W esensmerkmale eines Funktional­

stils,

und ein bestimmtes System von sprachlichen M itteln aller

Ebenen nach sich ziehen, W. Fleischer und G. Michel sehen in den Stilzügen „textim m anente Q ualitäten“ , d. h. solche charakteristischen Besonderheiten des Stils, die im Text gegeben sind, sich in der V erteilung, Kom bination und H äufigkeit sprachlicher Elem ente erkennen lassen [37,

S. 63]. Von den anderen Stilforschern werden die Stilzüge

als „wesentliche

stilbedingende Faktoren“ bestim m t [57,

die

aus

seiner

gesellschaftlichen

Spezifik

entstehen

S.

142] oder

als

„Q ualitäten der Rede“ verstanden [30,

S.

6—7].

Wenn man die angeführten Definitionen m iteinander ver­ gleicht, so kommt m an zu folgender Feststellung: während W. Fleischer und G. Michel hauptsächlich sprachliche Besonderheiten als Stilzüge auffassen, betont E. Riesel in erster Linie ihren außersprachlichen Charakter, nämlich die Tatsache, daß die Stilzüge die Auswahl und A nordnung

der sprachlichen Elem ente im Text von außen bedingen und motivieren. Will m an die beiden Ansichten vereinigen,

speziellen U ntersuchungen gem acht w ird so

muß man folgende Definition dieses Begriffes für richtig halten: S tilz ü ^ e&ind stilbildende Faktoren, die die sprach­ liche JSpezifik desb'betreffenden Funktionalstils unm ittelbar bedingen. Die Zweideutigkeit des Begriffs erlaubt es, zwei Arten der Stilzüge zu unterscheiden: 1) die extralin­ guistischen W esensmerkmale des Stils als Q ualitäten des entsprechenden Redetyps; 2) seine linguistischen W esensmerkmale, die nur in der Struktur eines Großtextes bzw. einer größeren Texteinheit voll realisiert und dadurch erkannt w erden können [14, S. 96]. Jeder Funktionalstil muß bei seiner Charakteristik nach diesen beiden A rten betrachtet werden, in Ü bereinstim m ung mit der kommunikativen Aufgabe, die noch als soziale

(gesellschaftliche) Funktion des Stils angesehen wird. Im weiteren folgt die Charakteristik der Funktionalstile des Deutschen nach solchen Prinzipien.

wie es in

 

1 «По

M.

П.

Кульгава,

сертации,

 

(нормами)

стиле,

или ответствующих языково-стилистических Цит. соч., с., 51).

средств»

(Троянская

Е.

С.

Stil des öffentlichen Verkehrs

Die soziale Funktion dieses Stils ist die Erm öglichung der

offiziellen V erständigung zwischen den öffentlichen ►Behör­

den,

Dabei muß. die Bevölkerung, also der Em pfänger der Infor­

mation, zu einem

ihre H andlungen müssen offiziell geregelt werden. Daher

auch die voluntative

Verhalten gebracht werden,

öffentlichen

O rganisationen

bestimmten

und

der

Bevölkerung.

Funktion, die diesem Stil innewohnt.

W. Fleischer und G. Michel bezeichnen ihn als „funktiona­ len Stiltyp der D irektive“ [37, S. 264]. Der offizielle Stil ist in Amtsdokumenten, offiziellen M itteilungen, Vorträgen, Ansprachen, Gesetzbüchern, Verordnungen usw. verkör­

pert. Die Gesam theit dieser Quellen bildet das M aterial zur Erforschung des Stils.

I. Extralinguistische

Stilzüge. Da der V er­

kehr im offiziellen Bereieh konkret sachbezogen ist, grlt die Sachlichkeit als eine der Haupt.qualitäten des Stils. Sie

bedingt in höKem G rad seinen W ortschatz. 2um zweiten wichtigen Merkmal gehört das.sachbedingte Fehlen von

de£ StiTsT’W eiter von Em otionalität

genannt werden. Die P r ^ M ^ T s t ’aucfi einer "Her Stilzüge, die mit dem Streben nach V erdeutlichung verbunden sind. In diesem Sinne kann man auch den Stilzug „Eindeutig­ keit“ erklären [37, S. 264]. Wie die Sprachforscher unterstreichen, wurzelt der Stil des öffentlichen Verkehrs (der Amts,st Ц) im alten, deyt§chen

K anzleistil. Daher stam m en sbine §teifti ei t',Tna nefte Vera 1-

tete Formen, weswegen der Stil oft schwerfällig und unbe­

Individualität — die

у,Ш ре^оЫ[сЬкеЦ:

müssen seine P o n n ti^ k ^ ^ ^ ^ T ^ ^ n

w egt wirkt. Manchmal bezeichnet man den offiziellen Stil

als „papiernes Deutsch“ (Papierdeutsch). II. Linguistische Stilzüge. An der lexischen Seite des Stils (in seinem W ortschatz) tritt in den Vorder­ grund die sogenannte funktional gefärbte Lexik — spezielle sachliche Bezeichnungen, darunter Termini, nicht selten Fremdwörter, Form ulierungen und Fachausdrücke am tli­ chen C harakters als erstarrte sprachliche Formeln, wie z.B. vonstatten gehen, unter Anw endung aller Kräfte, unter Ausnutzung, H eranziehung usw. Typisch ist für diesen Stil die Verwendung von Pronom inaladverbien: hiermit, hiervon, hierfür usw.; allgem einer Verben: unternehm en, durchführen, vornehmen, erfordern usw.; bestimmter

„A m tspräposilionen“ : zw ecks, laut, infolge^ gem äß ü. a. In

diesem Stil

tivische W ortverbindungehT T'^^ 'FerTeswftg“ bringen, zur

Durchführung bringen, unter Beweis stellen,

setzen usw. Dem Stil und seiner Lexik ist überhaupt eine mehr oder

weniger

sind z u s a m m e n g e se t^ ^ b stä n tiy e (aus dem Streben nach

V erdeutlichung), abstrakte substantivische W örter auf -ung, -heit, -keit, substantivierte Infinitive! Sie stehen alle im D ienst des N om inalstils.

Die gram m atische Seite

zifische^KsonBeifTieIfenr gekennzeichnet. Vielgliedrige. Ш й . l^nge Einfachsätze bilden ein auffа1lendes ‘Merkm a ls a c h -- licfT-offrzfeller Texte. Die Tendenz zur NomjnaHsierung offenbart sich in der Tnrwtegerfd suhstantivischen Satz- Struktur: Substantive besetzen alle Satzpositionen, sogar dTS des P rädikats, sie entwickeln um fangreiche Gruppen — Substantivgrupjjen (Blockbildungen) — um sich,'die ganze Ketten von G enitivattributen einschließen können. Ge­ bräuchlich sind .Paßsiykonstruktionen zur G estaltung un­ persönlicher Aussagen, Partlzipiälgruppen und andere syntaktische Gruppen. Ein ganz spezifisches Merkmal ist d’äs" Vorkommen von Im perativform en. Das hängt dam it zusammen, daß dadurch offizielle Anordnungen, Vorschrif­ ten, Anweisungen ausgedrückt werden. Manchmal erschei­ nen ^HißtischfiJSItefiL Sie dienen dem .ЯШ агаегжёск sowie dazu/bestim m te Anweisungen, Überschriften, Aufforderun­ gen u. a. zu verdeutlichen. Zu den archaischen Formen und Konstruktionen der gram m atischen Seite des Stils gehören das vorangesteilte Adjektiv in Kurzform als A ttri­ but (rein Wolle, echt Gold), das nachgestellte unflektierte Adjektiv als A ttribut (B utter extra fein, Wirkwaren anschm iegsam , pflegeleicht u. a.). Dieser Gebrauch ist haupsächlich für die W erbesprache (Reklame) charakteri­ stisch. Der nachstehende Text aus dem „Gesetz über den Mini­

erscheinen ölt Streckformen

(verbal-substan­

in Kenntnis

gehoben-offizielle Färbung eigen? Sehr produktiv-

des Stils ist ihrerseits durch spe­

sterrat

der

Deutschen

Demokratischen

Republik

vom

16. Oktober 1972“ soll eine Illustration des am tlich-offi­

ziellen Stils sein:

§ 2

„(1) Der M inisterrat erfüllt seine Aufgaben ili V erwirk­ lichung der Beschlüsse der Partei der Arbeiterklasse auf der G rundlage der Gesetze und Beschlüsse der Volkskammer. (2) Der M inisterrat ist dafür verantw ortlich, daß die bei der G estaltung der entwickelten sozialistischen Gesell­ schaft zu lösenden Aufgaben der staatlichen Innen- und Außenpolitik ausgearbeitet werden. Er hat der Volkskammer die von ihr zu treffenden Entscheidungen rechtzeitig zur Beschlußfassung vorzulegen. Er unter­ breitet der Volkskammer Entwürfe von Gesetzen und Beschlüssen. (3) Der M inisterrat, sein V orsitzender und seine M it­ glieder sind der Volkskammer für ihre Arbeit verant­ wortlich und rechenschaftspflichtig. Der Vorsitzende des M inisterrates gibt zur Neuwahl die R egierungserklä­ rung über die Ziele und H auptaufgaben der Tätigkeit des M inisterrates ab, vertritt bei der Behandlung grund­ legender Fragen der Durchführung der Staatspolitik in der Volkskammer den Standpunkt des M inisterrates und legt Rechenschaft über die geleistete Arbeit ab. (4) Der M inisterrat unterstützt die Arbeit der A usschüs­ se und der Abgeordneten der Volkskammer. Er sichert, daß die Ausschüsse über wichtige Fragen der Durchfüh­ rung der Staatspolitik informiert werden und wertet Ergebnisse ihrer Tätigkeit für seine Arbeit aus.4*[30]

S til der

W issenschaft

Die funktionale S p e z ^ c des w issenschaftlichen Stils be­ steht in der VefBrnfluner von E rkenntnissen. Das können. Eorm ulieriing von^Gesetzen, Auf sfellufig? ' untf E rörteru n g von Problemen, D arlegung vörTTälsächeh und Beweisen

u. a. se in ^ D a b e i geht es um V erallgem einerungen über den konkreten Einzelfall hinaus”, bemerken W. Fleischer und

G. Michel [37, S. 260]. Es handelt sich immer um die soge­

nannte rationelle Kommunikation. Deutlich ist dabei das Streben nach einer vollständigen Ausformulierung. I. Als extralinguistische Besonderhei­ ten dieses Stils gelten folgende für ihn charakteristische M erkmale: die Logik — sein allgem einer und obligatori-

2

Т.

C.

Глушак

33

scher Stilzug, mit welchem noch andere charakteristische

M erkmale verbunden sind,—jdi.fi.,Klarheit, die Folgerichtig­

keit. Die G edankengänge müssen l<lär uM'tO^keitrös'&htwik-

kelt sein, „Sprünge“ und A uslassungen sind in diesem Stil unzulässig. Typische extralinguistische Merkmale des wissenschaftlichen Stils sind weiter die Sachbezogenheit

und Präzision. Die letztere kann als das Streben näcn Defi­ nitionen verstanden werden. Neben der Logik existiert noch

ein sehr allgem einer - te — die A bstraktion.

Stilzug der wissenschaftlichen Tex- W. Fleischer und G. Michel betrach­

ten sie als „G rundzug“ [37, S. 260]. D as Fehlen der emo­

tionalen Expressivität ist in diesem Stil natürlich, hier kann nur von der logischen Expressivität die Rede sein. Sie hängt mit dem Stilzug „Logik“ zusammen und offen­

bart sich in Aufbau und A ufgliederung der Texte, in' spe­ ziellen Arten der V erbindung zwischen einzelnen Teilen des Textes, im C harakter der Schlußfolgerungen usw.

M an muß noch darauf hinweisen, daß im w issenschaftli­

chen Stil die objektive D arlegung der Zusam m enhänge

dominieren muß, das Subjektive tritt hier zurück.

II. Die linguistischen Stilzüge des w issen­

schaftlichen Stils spiegeln sich in den Regeln der Auswahl und Verwendung sprachlicher M ittel, in ihrer A nordnung

bei der T extgestaltung usw. wider. Das betrifft in erster Linie die lexikalische Ebene der T extgestaltung, d.h. die

W ortwahl. W issenschaftliche Texte, enthalten viel spezielle

term inologische/ WorT-

ver Bindungen, spezielle Realienbezeichnungen; W issen­ schaftliche Termini und Realien bilden Stützpunkte der them atischen O rganisierung der Wortwahl. Ihre Verwen­ dung dient gerade der D arlegung und präzisen Verm itt­ lung des w issenschaftlichen Inhalts. Die meisten w issen­ schaftlichen Termini sind Fremdwörter, sowohl bekannte und deshalb verständliche als auch solche, die nur an einen bestimmten Adressatenkreis gerichtet sind. An der strukturellen Seite der W örter läßt sich die Ten­ d e n z zur Zusammensetzung feststellen: das Vorhanden­ sein zahlreicher zusam m engesetzter Substantive (i^ompo- sltaTTst " е т Г \<feenfficfie iingutsflschV G härakleristik des Stils. Zusam m engesetzte Substantive stehen im Dienst der Präzision, sie % й ^ п ^ е п ио?Г Definitionen und E rläute­ rungen ur\d leisten auf solche Weise ihren B eitrag zur Komprimierung des Inhalts und Ökonomie der Ausdrucks-

LexiF.HDazu

gehören

Termini

und

form. Viele .A bstrakta dienen zur Bezeichnung und W ie­ dergabe abstrakter W issenschaftlicher Begriffe. Die mei­ sten von solchen Bezeichnungen sind deverbative Ablei­ tungen mit dem Suffix-ung. Zur Spezifik des Stils gehört auch häufiger Gebrauch von verbal-substantivischen W nrtvprhindungen oder ЪйеаеШ&т&п: die Streckformen В ёТ Ш гН й Г r VerЗеШТГсЬипg ^ ü h d M"" A usform ulierung: die N otw endigkeit anerkennen, in eine N achprüfung eintre- ten, eine Fortführung finden, eine H ebung bringen, Em pfehlungen erarbeiten usw. Zusammenfassend kann man also sagen: das- Vorherr­ schen substantivischer Termini, eine große Zahl von zu­ sam m engesetzten Substantiven, die V erw endung vieler Streckform en (Funktionsverbfügungen), .zahlreiches Auftretea^von Substantiven fiuT^ung) sind Hauptm erkm ale dlTTexikalischen Ebene der w issenschaftlicnen Texte. TSie.

zeugen

von

stark. uomin.alerri

C harakter, dieses

Stils.

►wSeite"

des Stils betrachtet, so

erkennt man dizur Nominalisiermig. noch deutlicher. S i^ w irH ^ u rc h folgende syntaktische Beson­

derheiten gekennzeichnet: Satz Struktu ren m it s tar ke r - ne-

mit

deF Tendenz zur" Blockbildung (m ehrgliedrige Substan-

tivgruppen); GebraülfH/vüTr^ Passivsätzen

zweigliedriger^StruktuF) im D ienst der U npersönlichkeit,

d. h. zum Ausd ruck der Prozesse, unabhängig von ihrem

Urheber. Der unj^x^pH che Charakter der M itteilungen is t für den w issenschaftlichen Stfl im allgem einen ein cha­ rakteristisches Merkmal. Als Satztyp dominiert der Vor­ gangssatz,; er tritt als Hauptform der W iedergabe verschie- derreFProzesse auf. Der A ussagesatz ist dominierend als kommunikativer Satztyp. Ausrufe- und Fragesätze als Kennzeichen der emotionalen Rede erscheinen in diesem Stil selten. Kurzsätze und besonders Ellipsen sind hier auch nicht am Platz.

minaler

Konzentration;

zahlreiche -Substantivgruppen

(vorwiegend

Als Illustration des wissenschaftlichen Stils dienen fol­ gende Texte:

„Eine neue Methode

kard-Infarkts mit Hilfe von Blutferm enten ist von so­ wjetischen M edizinern entwickelt worden. Ein führender sowjetischer Internist erklärte dazu auf einer Plenartagung

der sowjetischen kardiologischen Gesellschaft in Kischi- njow, daß zusätzlich zum Elektrokardiogram m Menge

zur

D iagnostizierung

des

Myo­

und

ermögliche es, den M yokard-Infarkt selbst bei atypischen Fällen, insbesondere bei älteren Menschen, mit Sicherheit zu diagnostizieren.

Zur

setzt. Zu diesem Zweck .wurde eine m athem atische Metho­ de zur M engenanalyse der Ferm ente entwickelt. Die A nä:

lysenergebnisse werden ten.“ [30]

Aktivität von

Blutfermenten

festgestellt werden. Das

Auswertung

der

M eßdaten

werden

Computer

einge­

auf einem

Lochstreifen

festgehal­

„Der Entwurf binärer Zählschaltungen vorgegebener Kodierung besteht in der Bestim mung eines kombina­ torischen Netzwerkes, das die A usgänge der N Kippstu- fen des Zählers auf die V orbereitungseingänge rück- koppelt. Falls der Entwurf aus einem vorgegebenen Zählzyklus erfolgt, der weniger als 2N Zustände

geschlossenen

um faßt, besteht die Möglichkeit eines

Nebenzyklus. Um das zu erkennen, wird vorgeschla­ gen, den Schaltungsentw urf mit Hilfe des Zustandsdia­

gram m s zu analysieren.“ [30]

Stil der Presse und Publizistik

Seine soziale Funktion ist Inform ierung und Propaganda. Der Pressestil inform iert die M assen über aktuelle E reig­ nisse in der .Politik, im Gesellschaftsleben, in der W elt überhaupt; zugleich gehört es zu seiner Aufgabe, den Le- ser im Sinne einer bestim m ten politischen und ideologi­ schen Einstellung zu beeinflussen und zu erziehen. Dem Z iel'd er M einungsbeeinflussung und der kollektiven E r­ ziehung ist eigentlich die gesam te Textherstellung unter­ geordnet. Für diesen Stil ist die M annigfaltigkeit von Erscheinungsarten (Textsorten) charakteristisch: Leit­ artikel, Bericht, Kommentar, Chronik, R eportage. N ach- rieht, Zeitungsnotiz, M eldung u. a. Das bedeutet, daß die sprachlichen Äußerungen in Presse und Publizistik sehr verschiedenartig, sind.

I. D i e extralinguistischen Züge des Stils

können folgenderweise bestimmt werden: eine deutliche ideologisch-politische O rientierung; die A ktualität der

Thematik, d.h. die Beleuchtung der E reignisse des Tages (daher die Benennung „Tagespresse“); der unm ittelbare Appell an den Leser. Im letzteren Fall soll das gemeint

sein, worüber W. Fleischer und G. Michel in ihrer Stilistik

e-

z u g

als ein Gesprächspartner einbezogen oder als Leser direkt angesproctien.“ [37, S. 267] W eiter m üssen, das Streben nach O bjektivität und die Konkretheit , genannt werden.

schreiben: „Es w ird ständig versucht, einen spürbaren

В herzustellen. Vielfach wird er

z u m

Empfänger

Doch wird dabei nicht selten und bewußt die Persönlich­ keit (eines Berichterstatters, eines Staatsm annes, eines po­ litischen Führers usw.) ins Spiel gebracht.

II.

D ie

linguistischen

Stilzüge

hängen

mit

dert oben aufgezählten M erkm alen zusammen. Die E igen­ art der lexischen Seite bewirken folgende Erscheinun­ gen: viele Realienbezeichnungen (Namen, Titel, Orts- Zeitangaben u. a.); gesellschaftlich-politische Termini, darunter viele Frem dwörter, hauptsächlich Internationa­ lismen; Neuwörter (Neologismen) als Bezeichnungen tü r neue aktüelle Begriffe auf allen Gebieten des gesell­ schaftlichen Lebens. Sie finden gewöhnlich in der Presse ihre erstm alige Verwendung und werden dann weiter verbreitet. U nter ihnen sind oft M odewörter, die nicht nur im alltäglichen Spraphyerkehr, sondern auch in der poli­ tischen Sprache auftauchen können. Für die Bezeichnung sehr aktueller und im gesellschaftlichen Leben bekannter Ideen und Sachverhalte gebraucht m an im Pressestil die sogenannten Schlagwörter. Sie können als Überschriften stehen, müssen dem Leser sofort ins Auge fallen und bei ihm ein bestimm tes V erhalten hervorrufen, sein Interesse

erwecken usw. Die Sonderlexik und Sonderphraseologie,

d. lu stark em otional gefärbte W örter und W endungen,

hauptsächlich politischen C harakters, gehören auch in den W ortschatz des Pressestils. Sie dienen in der Regel dem Zweck der politischen E ntlarvung. Die B erichterstatter betonen durch die W ahl solcher Lexik ihre persönliche Position oder die Stellungnahm e ihres Landes, ihrer P a r­ tei usw. Der syntaktischen Seite des Pressestils gehören ,auch be­ stim m te allgem eine M erkmale an, die als seine sprachli­ chen Stilzüge gelten könneh. Dazu gehört erstens so eine auffällige Erscheinung wie die .variierte W ortfolge j n Schlagzeilen und Überschriften: man bezweckt dam it eine starke inhaltliche Hervorhebung, Betonung usw. Das cha­ rakterisiert nicht so sehr die offiziellen Texte,, als verschie­ dene M itteilungen, Reportagen, M eldungen über die Ge­

Dienst

steht ferner die V erw endung.von elliptischen S ätzen (die

Erscheinung der Ellipse), die ebenfalls als Schlagzeilen und Ü berschriften charakteristisch sind. Die Aufgabe der Ellipse besteht bekanntlich darin, den Kern des Inhalts, den w ichtigsten Sinngehalt sofort in kurzer Form anzuge­ ben/ Gerade deshalb spielt sie eine große Rolle in Schlag­ zeilen und. Überschriften, Reklam eangaben usw., zu deren kommunikativen Aufgabe es gehört, die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich zu lenken. Als eigene Besonderheit im Vergleich zii den, arideren Sachstilen kann im Pressestil der Gebrauch von Frage- und Ausrufesätzen gewertet

werden. Sie sind zum Unterschied vom A ussagesatz

tionell gefärbt und verleihen bestimmten Zeilen oder Stel­ len, auch Überschriften, Schlagzeilen expressive Schattie­ rungen. Em^aUgme^.S£Lachlicher Stilzug des Pressestils ist das Vorhandensein vieler Substantive, die oft als Sub­ stantivgruppen, Blockbildungen, Aufzählungen, Ketteri v o n . G enitivattributen (genitivische Ketten) auftreten.

In ihnen gerade liegt die H auptinform ation. Also ist auch to„diesem Stil die Tendenz zur N om inalisierung ein sehr wichtiges Kennzeichen der Textgestaltung. 'D er vorwie­ gend nominale Satzbau ermöglicht eine starke Komprimie­ rung und Kompaktheit, was vom Standpunkt der kommu­ nikativen H auptaufgabe dieses Stils aus — m öglichst viel auf begrenztem Druckraum mitzuteilen — seh r wichtig und notw endig ist. W. Fleischer und G. Michel bezeichnen diese Charakteristik des Pressestils als „das Streben nach ökonomischem A usdruck“ [37, S. 267]. U nten folgt eine Reportage über die Leistungen im Ge­ sundheitsw esen aus der Zeitung, deren Text die besproche­ nen Stilzüge erkennen läßt:

schehnisse

des

alltäglichen

Lebens.

Im

gleichen

emo­

„Die weitere Entwicklung des Gesundheits- und Sozial­

wesens in unserer H auptstadt steht im M ittelpunkt der

am

D onnerstag begann. In zahlreichen Gesprächen- mit W erktätigen in den Betrieben, mit Schwestern, medi­ zinisch-technischen A ssistentinnen und Ärzten in Polik­ liniken, Am bulatorien und Apotheken hatten die Abge­ ordneten und M itglieder des M agistrats diese Tagung gründlich vorbereitet. Vor Beginn der B eratung konnten sich die Stadtver­

8.

T agung

der

Stadtverordnetenversam m lung,

die

ordneten im W appensaal. über leistungsfähige Einrich­ tungen des Gesundheitswesens informieren. So lernten sie das Modell des G esundheitszentrum s mit 50 ärzt­ lichen A rbeitsplätzen kennen, das im Neubaugebiet am

W eißenseer

ten wurden weitere Anregungen aus der Praxis ver­

mittelt. Prof. Dr. Sch. ging in seinem Bericht zunächst' auf die bisher erfüllten Aufgaben ein, die sich aus den Be­ schlüssen des VIII. Parteitages und dem Gemeinsamen Beschluß für die H auptstadt ergaben. Er nannte in diesem Zusam m enhang besonders die V erbesserung im

W ohnungsbau,

in Kindereinrichtungen, die V erbesserung der Schul­

speisung und der D ienstleistungen, die Förderung kinderreicher Fam ilien und die wirksam e B etreuung betagter B ürger.“ [30]

Weg

entstehen

wird.

In

lebhaften

Debat­

die

Erhöhnug

der

Anzahl von

Plätzen

Stil der Alltagsrede

Seine gesellschaftliche Funktion ist die sprachliche Ge­ staltung des alltäglichen Sprachverkehrs in der nichtoffi­ ziellen Sphäre der gesellschaftlichen Kommunikation.

Die Kommunikation wird dabei vorwiegend mündlich re­ alisiert. Einige Stilforscher fassen diesen Stil als „sprachliche Ä ußerungen des A lltags“ [57, S. 139] auf. Als Realisierungsform en gelten M itteilungen und Berichte,

M einungsaustausch privater Natur,

tive Feststellungen, U rteile über die Geschehnisse und

V orgänge in der Welt und in der nächsten Um gebung usw.

Für den alltäglichen Sprachverkehr ist der unm ittelbare Kontakt zwischen G esprächspartnern charakteristisch,

objektive

und

subjek­

.der D ialog ist hier die Hauptform

des Redeverlaufs.

I. Zu den extralinguistischen Stilzügen der

A lltagsrede gehören: i-hre Konkrethei^ die U ngezw ungen­

heit und eine bestim m te Nachlässigkeit. Die U ngezw un­ genheit der Sprechweise, zeigt sich in der geringen Selbst­

kontrolle und Selbstbeherrschung, in einer entspannten

G esam thaltung, der Sprecher [37, S. 254—255]. Die Subjek­

tivität, die KnäJppHeit* des Ausdrucks, der dynam ische V er­ lauf der Gespräche, die em otionale E xpressivität sind wei­ tere wesentliche Charakteristika des A lltagsstils. II. Linguistische Stilzüge ergeben sich aus

dem Besonderheiten extralinguistischen Charakters. In der Texischen Seite der A lltagsrede sind das: zahlreiche^WorTer und W endungen, ä u s ü n te r e n SprachscffichTen^ mlt^ um ­ gangssprachlicher Färbung; M undartwörter; Ließlings- uhd Modewörter; Schimpfwörter und G roblexik;' seltener Gebrauch von Fremdwörtern, eine beschränkte Verwen­ dung von abstrakten Substantiven; V orhandensein spe*

zieller W örter, die E. Riesel „Flickw örter“ [52, S. 83] nennt.

D arunter versteht sie: M odalwörter: gewiß, natürlich,

sicher, klar, bestim m t usw.; Partikeln (verstärkende, beja­ hende, verneinende u.a.): ja, doch, wohl, aber, nun; In­ terjektionen als Gefühlsäußerungen aller Art; sp e zie ll

W ägeausdrücke, die keine eigentliche Fragefunktion erfül­ len: N iehl wahr? Stim m t?; viele Adverbien: hin, het, her­ über, "H erauf u.a.m. ^Charakteristisch sind hier auch „Schw am m wörter“, d.h. W örter ohne, irgendwelche, kon­ krete Bedeutung, die als Ersetzung, verschiedener W örter dienen können. Sie sindHEfequein, weil m an bei ihrem Gebrauch nicht auszuwählen braucht, immer bei der Hand, z.B. Ding, Sache, Zeug, machen* tun, n e tt, großartig u.a. [52, STÜ9=7ÜT.

die A lltagsrede W örter, die in

UfffiP Struktur eim ach una in ihrer Sem antik konkret und

anschaulich sind; vielgliedrige Komposita, komplizierte

A bleitungen (auf -urig, -keit, -heit) sind für sie nicht cha­

Im

allgem einen

bevorzugt

rakteristisch.

~ ‘i:rrr'

vAn der gram m atischen Seite des Stils lassen sich gleich- la lls'^ S lM fh fe typische Merkmale feststellen: Vermeidung langer vielgliedrfger und kom plizierter Sätze; BevÖrzu-

gung"der "Parataxe

fm'W ergleich

zu

der

Hypotaxe;

VoT^

herrschen Kurzer A ussagesätze, die als s y n t a k t i s c h e H a u p f-

Törin

tesätze,

Auflockerung des" Sätzbaüs. Sie äußert sich in folgenden trscheinungen: Satzäbbrüche, verschiedenartige elliptische S atze"' (mit unvollständiger syntaktischer Struktur), m annigfaltige V ariationen (V eränderungen) bis zur völ- fipifrV erletzung der normativen Wortfolge, N achtrags­ konstruktionen usw. Wegen der allgemeinen Tendenz zur Verm eidung der Hypotaxe werden oft Nebensätze als gewöhnliche H auptsätze gestaltet, d.h. ohne. K onjunktio­ nen und ohne Umbau der Wortfolge. Ein relativ seltener Gebrauch von Passivsätzen ist dadurch zu erklären, daß

zur

aüftreten;

V orhandensein

vieler

FragesafeeT Ajißru-

Tendenz

Aufforderungssätze;

allgem eine

H if

A u s s a g e n

im

A llta g rsstil

im m e r

p e rs ö n lic h

g e f ä r b t

Sind, yicht jjebräuc^.ch jsjnd au°h solche komplizierten Konstr^tTönen/'wie vefschiedene Arten von Partizipiäl- gruppeh, Sübstantivgruppen usw. W as die einzelnen^spezifischen Besonderheiten dieses

S tils anbetrifft, kann" m an noch folgendes nennenTTPlu- гдЩидаеп auf -s: M ädels, Jungs; E rsatz der Genitivform durch die V erbindung „von +.SubstjLgtiv“ : die Worle von Väter, der Vorschlag von ihm ; Verw endung des Pronom ens des, statt er, die sta tt sie usw. Eigerfarfi^uis f in diesem Stil die Verwendung_dcL_yerba- •len ^ellTormen, wobei die gram m atischen Regeln in dieser ТПйэТсНГ nicht streng beiolgt und sogar, geprochen wer- den. Für die V ergangenheit erscheint fast auschTießlich,das Präteritum . selten ist das Futurum . Eine breitere Verwen­

d u n g

als sonst findet das

Präsens, es Rann situationsbe­

dingt verschiedene Zeitsm fen pezeldlllieir. Die jS lltagsrede ist s e h rs ta rk durch die M ittel des bild- .

licH^^usdfitücEsi gekennzeichnet” S ie z e ig t

e m estark e T

TёНЙ5ЙЙ'"Ъи expressiver

Ausdrucksweise,

„zur

Erhöhung

der em otionalen W irkung" [52, S. 221]. In deT A llla^ärede llndet mafn unzählige bewertende £pitheta, bildhafte Vergleiche,. Hyperbeln, M etaphern u.a. Sie d ien en ' der ^nschatilichkeit, der emotionalen Einschätzung, aber auch zum ^A usdruck der persönlichen Einstellung oder des sübjektlvenV erhaltens. Der folgende Text enthält viele M erkmale des A lltagsstils:

„W enn die Leute hören, daß wir zu H ause elf Kinder sind, werden sie neugierig. Und sie stellen immer dieselben Fragen und staunen dann jedesmal, wenn wir erzählen, daß wir jeden Tag zwei Vierpfundbrote einkaufen, freitags sogar fünf, und daß wir für ein M ittagessen einen Eimer Kartoffeln schälen müssen. Für uns ist das norm al, w ir sind eben 13. Allerdings ist unsere Familie in den letzten Jahren zusammengeschrumpft. Klaus und Ingeborg haben geheiratet und wohnen nicht mehr bei uns. Dafür bin ich schon dreim al Onkel, komisch, w as? Als nächste

müßte M arion die Koffer packen. Sie sagt zwar, sie habe noch keine Lust zum H eiraten, aber m it 19 ist m an da

Eva. (17), die bestimm t

froh sein wird, wenn wir ihr nicht mehr auf den

nie

sicher.

D ann

kommen

Wecker fallen, und Angelik, die ist 16 und tut keinem was. Und schließlich wir sechs Schulkinder: Reinhard (14), Detlef (13), ich, Erik (10), M atthias (9) und Thomas (8).

Die

M ädchen arbeiten in der Film fabrik

Wolfen und wollen dort ihren Facharbeiter machen. Da ist Vater hinterher. Er hat die drei näm lich in

Reichweite, sie arbeiten alle zusam m en in der Abtei­ lung S-Zellstoff

ist

,Die Arbeit muß rollen*, sagt V ater immer, ,das

das Wichtigste.* Klare Sache, daß

damit seine drei Töchter anständig mitrollen. Schon we­

gen der Familienehre M utti ist bestimmt genauso fleißig, aber sie ist nicht Aktivist, sondern H ausfrau. Sie hat von früh bis abends mit uns zu tun. Ist ja klar, wenn wir alle das Hemd

wechseln, hängt

drei

großen

er m ächtig aufpaßt,

der halbe

Hof voll W äsche.“ [30]

Stil der schönen Literatur

Die gesellschaftliche Spezifik dieses Stils kann nicht

eindeutig bestim m t w erden, weil es sicn um "einen Ver-

der alle Sphären

desILgb-ens-umiaflt. Der Stil bleibt deshalb ein Objekt der

Diskussionen in der Stilistik. Dieser Stil stellt eine ganz

wendUngsbereTch der

Spräche handelt,

besondere funktionale V erw endungsw eiseTIer spräche

d ar.

^E r wird

durch

die V erbindung von kom m unikativen

und

ästhetischen Faktoren in einem so hohen Grade gekenn­ zeichnet, wie sie keinem anderen Stil eigen ist.“ [54, S. 21]. Im_ großen und ganzen J cann m an dje soziale Funktion des S tils jö lg e nderweise bestimmen: die schöneT T teratur _ist

däzu verpflichtet, die W irklichkeit in künstlerischer Form widerzus^iegeln und~dabei zu den wichtigsten F r a g ^ fo s T eb en s entschieden Stellung zu nehmen. Somit soll sip an der E rz ie h u n g ^ er Menschen, an ihrem Kampf um die . besseren Ideale, am gesellschaftlichen T ortschrift jjhpr-

Eaupt em en aktiven_Antjeil haben. Ihre ästhetische W irkung

keinem

darf

„W ortzauber“, wie W. Fleischer und G. Michel sagen, son­

den

kom m unikativen

deshalb

sie

muß,

zu

keinem

!Sel bst zweck

mit

werden,

dem

zu

dern

übereinstimmend

Effekt

Inhalt,

auf

gezielt sein [37, S. 259].

-_D i e Л i.n_g u i s4-i-Sj:Jue S^p e z i f i к des Stils, der .schö­

nen Literatur ist es vor allem, daß in ihm säm tliche Ele-

mente anderer Funktionalstile Gebrauch finden, daß sie herangezogen werden, um die T extgestaltung reich und variabel zu machen. Dem Leser werden verschiedene Erscheinungen des gesellkT7änirchen“Lebens, seine Konf­ likte und'W idersprüche ins Bewußtsein 4gehoben, wofür 3er gesam te Reichtum einer N ationalsprache ajs B aum a- b ria l dienen soll. D araus erklärt sich, w arum НтГЗВГ der schönen Literatur alle Mittel des ^A usdrucks „vorhanden seioJkönnen. E. Riesel und E. Schendels sind der M einung, daß die Iinguostilistische Spezifik der schönen L iteratur die fast unbegrenzte Auswahl sprachlicher M ittel im Dienst der thematisch-ideologischen und künstlerischen E r­ kenntnis der W irklichkeit bildet [54, S. 21]. W. Fleischer und G. Michel äußern denselben Gedanken noch konkreter:

„Der Schriftsteller schöpft alles, was er braucht, aus den verschiedensten Funktionalstilen — im Dienste der ästhe­ tischen U m setzung“ [37, S. 260], d.h., daß er es auf eigene Art verarbeitet, seinem Werk und seinem individuellen -

Allgemein

mal die^TTdkraftrm it der dieB egriffe „Bildhaftigkeit“ und »TBildTicfifeli verbunden sind. D ie_ Bildhaftigkeit w ird durch die Anschaulichkeit der W ortw ahl erreichL Die ШГй- lichkeit entsteht dank dem G ebrauelTbesonderer Stilm it­ tel — der traditionelleaJb o p e iL die gerade für den Funk­ tionalstil 3 e rS c h ö n e n 'E n e rS u r einen sehr wesentlichen sprachlichen StilzugJjedeuten. Die Texte" der schorierTT-dteratur können abhängig von ihre r Thematik, von der A bsichf^des V erfassers/'v o m konkretem Inhalt em ^ner^IC extsM lerL im Nominal- und V erhalstil verfaßt sein, dann im Substantiv-, AdjeKFiv- oder Verbstil dargestellt werden. Sie können einen einfachen und auch einen komplizierten ^at^üau.autw eisen, für Tan­ ge oder kurze Sätze Vorliebe zeigen. In ihnen können sehr verschiedene Verletzungen der Gebrauchsnormen auf allen sprachlichen Ebenen Vorkommen. Diesj[Jiöchste V ariabili­ tät „des Ausdrucks ist eigentlich, wie es schon betont wurde, 3ie auffälligste Besonderheit der literarischen Texte. Zur Illustration wird ein Text gegeben, der alle Merkmale der Kunstprosa besitzt:

Stil .angepaßt.

gilt für

diesen

Stil

als sein spezifisches Merk­

„M an

sah

von

dort,

von

einem

m oränenartigen

Wall

aus,

auf

drei

kleine

Seen

hinunter,

deren

zwei

nie

gänzlich auftauten, auch jetzt im Juli nicht, die aber eine köstliche Art kräftiger Forellen führten mit rosigem Fleisch; und m an sah den ansteigenden Talkessel hinauf mit seiner geschwungenen W endung nach Süden

Schnee

Das Gletscherfeld

drüben

glut aus, von der m an die Augen nicht wenden konnte Und die Taustellen im Silbergrau des See-Eises unten

w aren wie m it Türkisen eingelegt

blauen KHppenwänden hinauf lösten sich sacht zwei

W asserfällen im

Schatten verhalten hatten, traten ins Licht des G let­

scherfeldes und schwebten, wie Gespinste aus rotem Gold in einem Hauche sich bewegend, vorüber. Unter ihnen zogen zwei bräunliche Schatten leicht über die him beerroten Schneehänge mit fort. Die. Sonne stand im Norden hinter der Berglehne. In den lautlosen, seidigen Lüften spielten die Mücken, sonst kein Laut außer dem der Giesbäche und dem an- und abschwel­ lenden Rauschen des FoIIaeven in das tiefe ö sterd al hinab.“ [30]

und

zur

Paßhöhe

und

sah

den

Paßboden

eine

mit

und V ergletschungen

oberhalb

der

bedeckt

Seen

strahlte

sanfte

Rosen­

Von den nacht­

Nebelwölkchen, die lange von den

Allgemeine

Charakteristik der

Stiimlttel

Der B egriff „S tilm ittel".— Die E inteilung der Stilm ittel in Gruppen.— Die Charakteristik jeder

Gruppe.— Die

Verwendung

verschiedener

Gruppen

von Stilm itteln in verschiedenen Funktionalstilen.

Neben

stik gehört, existiert in der Stilistik der Begriff „S til“ im

engeren Sinne des Wortes, als Stil eines Tex_te_s.

Der Stil eines Textes ist nach W. Fleischer und G. Michel

keine einfache Summe „G anzheitscharakter“,

G estaltung gekennzeichnet [37, S. 52]. Es handelt sich um die bew ußte s p r a c h lic h e G e s t a l t u n g des Aussageinhalts. Als Elemente dazu treten verschie­ dene Sprachm ittel auf. Die alte Stilistik hob die Rolle nur besonderer, traditioneller M ittel in der Textgestaltung — der Tropen und Stilfiguren — hervor. Heute betonen die'

Stilforscher; daß nur die Gesam theit aller Sprachm ittel

„Funktionalstil“,

dem

Begriff

der

zur

Makrostili­

einzelner Stilm ittel, er besitzt einen

d.h. er

ist durch

die Einheit seiner

den Stil des Textes aüsmachen kann. Der Begriff „Ge­ sam theit“ bedeutet, daß jede Ebene des Sprachsystems durch itire Einheiten an der S tilgestaltung teilnim m t. „Die sinnvolle und angemessene Verflechtung der Gesam theit der Sprachformen eines Textes macht dessen Stil aus“, lesen wir bei D. F aulseit und G. Kühn [35, S. 15]. Im Text erhalten die sonst gewöhnlichen Sprachm ittel —

W örter, gram m atische Formen, syntaktische Konstruktio­

nen, phraseologische Verbindungen — ihre kontextualen Stilbedeutungen, d.h. sie realisieren ihre „konnotativen Potenzen“ [38, S. 553]. Sie w erden auf solche Weise zu den

stilbildenden Elementen. „Als stilistische Seite des Textes werden häufig konnotative Merkmale der verwendeten

sprachlichen M ittel

S. 539].

D. Faulseit und G. Kühn unterstreichen, daß „alle sprach­ lichen Mittel zugleich stilistische Mittel sind oder sein können“ [35, S. 15]. Selbst der Term inus „stilistische M ittel“ oder ,»Stilmittel“ entstand in der traditionellen Stilistik, er ist also keine Neubildung. „Wir halten den traditionellen Terminus

.Stilmittel* (»stilistische Mittel*) durchaus für verw endbar“, schreiben W. Fleischer und G. Michel, „wenn dam it alle diejenigen sprachlichen Erscheinungen eines Textes ge­

meint sind, die

sprachlichen Fixierung eines Sachverhalts teilhaben.“ [37,

S. 53]

verstanden“, bem erkt G. Michel [46,

;

stilbildend sind, also an der V ariation der

Bei der Einteilung der Stilmittel lassen sich die Stilforscher von dem G rundsatz leiten, daß ihre Erfassung „dem natürlichen System der Sprache folgen muß, also „von den verschiedenen Bereichen der sprachli­ chen Form ungsm öglichkeiten ausgehen muß: von der Lexik und Phraseologie, von der W ortbildung, von der Morpholo­ gie und von der Syntax.“ [35, S. 15] Afehängig-von ihrer sprachlichen.Natur, ihrer Zugehörig­ keit zu einer bestimmten Ebene des SpracEsy^m sTlkann

m an alte M ittel der Text (bzw. Stil-) gestaltung in folgende

HaupfgrüflP'eh 1'effleiTen: lexisch-pfi^seoiogische M ittel.

Mittel,

ijonelle

Sehen-

dels „S tiH stik a"g en an n t). F ür die Gestaltu n g der mündli-

chen JRede

wichtige Rolle.

gTammatisch-stilTs?i^rbp

Stilm ittel Tim

spielen

besondere

E. Riesel

ode^

Buch von

auch

uncfE .

phonostilisTIscKe

-frlittei

eine

M ittel , eines

dem Problem seiner „.Wartwähl verbunden.

Der W ortschatz jeder Sprache HeteF reTcHe M öglichkeiten Tür die Textgestaltung, aber die Auswahl des sogenannten

Die _1 e x i sch-phra.seo.logischen

Textes sfncl mit

Fleischer

üniTGrMicEein&efonen, daß die W ortwahl nicht nur durch die objektive Seite der Erscheinungen der Wirklichkeit bestimmt ist, sondern auch durch die Einstellung des Ver­ fassers dem Objekt der Beschreibung, dem Sachverhalt gegenüber [37, S. 69—70]. H auptschw ierigkeiten der W ort­ wahl in sprachlicher H ins!сЖ erwachsen aus der Vieldeu­ tigkeit der W örter und ihrer Synonymie,, Die Synonyme bilden durch dle^nannigfattlgen* Varlätionsm öglichkeiten

„treffenden ^Wortes“

ist

nicht

immer Telcht.

W.

nach ihrer sem antischen und stilistischen Seite die G rund­ lage der T extgestaltung (vor allem im Bereich der lexikali­ schen Ebene, obwohl sie auf allen Ebenen vertreten sind). In diesem Zusam m enhang sei als ein spezielles Problem der Textgestaltung auf der Ebene seiner W ortwahl die Be­ rücksichtigung der . emotional (expressiv) -stilistischen

D ifferenzierung ^ e r JWofTef^'erw ähnt: ~j |d e s ^ T .s i m l

Bes1 1m nTfe“~eXf)r essive Schattierungen^erforderlich, die der gesam ten Stilatm osphäre des Textes gut angepaßt sein müssen. Das läßt sich so auffassen, daß nicht nur sach­ lich-nüchterne Benennungen von Gegenständen, V orgän­ gen, Eigenschaften für eine Schilderung notwendig sind, sondern auch Bezeichnungen betont emotionellen'

C harakters, die

haft“, „abschätzig“, „grob“, „ironisch“, „schonend“, „poetisch“ u. a. m.) hervorheben helfen und ihre Textum ­ gebung stark stilistisch beeinflussen können *. Ein w eiterer stilistisch bedeutsam er Faktpr ist die A usnut­ zung " der ^W örteT mit funktirm^reri "M är¥lerungen (der"

entsprechende

Schattierungen

(„scherz-

'sogenannten funktionalen Lexik)Ti>ie' sintt innerhalb des W ortschatzes durch das allgemeine Merkmal der Ge­ brauchsbeschränkung gekennzeichnet und verteilen sich

nach verschiedenen

der

aus- diesem

Grund

nicht

Ihre

gleichm äßig Verwendung

Funktionalstilen.

in

den

Texten

1 «В

значений Так, мер, одно поэтическое слово, включенное в нейтральный контекст, может сделать возвышенным целый абзац» (Арнольд И. В. Цит. соч., с. 95).

лежит

основе

свойство

возникающих

иррадиации

при

этом

стилистической

дополнительных

функции.

напри­

t

schöneVi Literatur kann zu einem entscheidenden Moment der Textgestaltung werden L

Die Phraseologie kann ihrerseits zur T extgestaltung viel таТгяреп. E. Kiesel uiitei^T!hetxidr-d^'neutra_lje P hraseo-

I& ^ p d ie

keine

besonderen. stilistiseben Aufgaben

erfüllt,

TmridTe 'ex p ressiv ^

Pbragpnlng-ipj

bei der

dene Äusdt'ücksschatfi’erüngen vorhanden

[51,

S.

184].

W ährend

dift

ersfcrP

Abart

ganz

verschie­

sein können

Exempel

(ein

liefern,

in

die

rechte

Lage

bringen,

im

Namen

der

Wahrheit

u.

a.)

in

allen

Fpnktjnnalstilen

vertreten

sein

kann, . erscheinen

expressive

Phraseologism en

(etw as

gefressen

haben,

sich

Geschichten

machen

u.

ins

a.)

Mauseloch

verkriechen, lange

schönen

hauptsächlich

in

der

Literatur, in der A lltagsrede und zum spezlellenTGeBräueff

auch in aen Zeitun g sartikeln. In der Gruppe_ der_ g y m m .a t-i-sg h - s t i 1i s t i s c.he n

syntaktischei Erscheiriun -

^glTvereinigt. Dem entsprechend heißen" z.B. ЪеШгштй'ё Kapitel im Buch von E. Riesel und E. Schendels „M orpho­ logie aus stilistischer Sicht“, „Syntax aus stilistischer Sicht“. Die gram m atischen Form en und K onstruktionen

können

Bedeutungen auch' l^ntextu'al-stilistische_ B edS tu n g erf

erhalten. Das betrifft die gram m atischen K ategorien^und

M ittei

sinä 'm^

und

genauso

wie

diT^WoHer

neben

ihren

absoluten

Form en des Kasus,

Genus,

Modus,

Tempus

usw.

Bei

ihrem

Gebrauch

sind

verschiedene

Transpositionen

mög­

lich ,

die

stilistische—W kkuägen” Лп

sich

,bergen.“

Die

Ausdrucksmöglichkeiten

der

Syntax

sind

noch reicher,

w orauf

der Syntax offenbaren sich die Stilunterschiede deutli­

cher

E. Schendels fest [54, S. 140]. g u

der syntaktischen

Shlzstruktur, V ariationen in der W ortfolge, verschiedene

E. Riesel und

übereinstim m end hinweisen. „In

die

Stilforscher

in

der

als

M orphologie“,

stellen

den stilistischen M itteln

Ebene zählt man M odifikationen in der

Verletzungen

""syntaktischer

Kegeln

his

zum

völligen

Ja

tz b ru c h ,

spezielle

im

Satzbau:

P aren-

TheseiL "Aufzя hl i1n gen

Erscheinungen za bbr üche.

N achtragskonstruk-

tionen usw .

1 ^Функция

и первой главе «Холодного Дома» Диккенса нагромождение юриди­ ческих терминов показывает невозможность для нормального чело­ веческого рассудка разобраться в запутанном лабиринте судопроиз­ водства в Верховном канцелярском суде» (Арнольд Я. ß. Цнт. соч., с. 96).

такой

лексики

может

быть

весьма

в

специфична:

>Zu den t г-Д- d i t i о n e 11 e n M itteln (S'tilistika) der eslaltung geKorfin in ""ersl^r'^nnie Tropefl — spe­ zielle M ittel der B ildlichkeit: die M etapher,. iflit ihren

a. ln dieser

Gruppe befinden sich auch SlilfigiU£fl, d. h. traditionelle Ausdruclcsformen lexisch-gram m atischen C harakters: Wie; derholung, Antithese, Parallelism us u.a. W eiter g ib fe s spezielle M itleP ^ m ^ Äus3ructf~von Hum or und_Satire:

SulbVuch. Zeugma, öxymbYbn usw. A hPp h o n q l s "1i s T iT tif e ' M ittel gelten verschiedene lautliche Erscheinungen, die eine stilistische W irkung

der

Aussprache, m it zahlreichen modalen Schattierungen der

Intonation, mit Verschiebungen der •Betonung usw. zu­

sammen l. Die genannten Gruppen von A usdrucksm itteln verfügen im großen und ganzen über verschiedene M öglichkeiten des Gebrauchs in verschiedenen Funktionalstileh. Sehr

reich an traditionellen Stilm itteln

sttT der schönen Literatur, sie werden auch im verwendet.

W as die Sachprosa anbetrifft, so sind Tropen

stika für die Sachstile überhaupt nicht charakteristisch, nur im Funktionalstil der Presse und Publizistik können sie Vorkommen. Die E igenart der Sachstile ergibt sich aus der für sie norm gerechten Verwendung, Häufigkeit und spezifischen A nordnung aller Arten von Sprachmit- teln, aus ihrem spezifischen W ortschatz usw.

Stili-

A lltagsstil

z. B. der Funktional*

Ab a rte n d ЗаТ 5*Epitheton! " die Periphrase u.

erzeugen können. Sie hängen m it den V ariationen in

ist

oder

Die Stilfärbung und

die stilistische

Bedeutung

Der B egriff „Stilfärbung“, seine A rten .— Die Skala der absoluten (norm ativen) Stilfärbungen .— Die kon- textuale Stilfärbung .— Die stilistische Bedeutung und der Begriff „Konnotation“.

Die Begriffe „Stilfärbung“ und „stilistische Bedeutung“ sind Stützpunkte der Textbetrachung und der stilistischen C harakteristik sprachlicher Einheiten überhaupt. Die Definition dieser Begriffe, ihre Abgrenzung voneinander stellen ein aktuelles Problem der Linguostilistik dar, dem

1 Diese Gruppe wird vom Standpunkt der Funktionalstilistik aus nicht behandelt, weil es sich dabei vorw iegend um Erscheinungen der mündlichen Rede handelt, die mit den Funktionalstilen in ihrer heutigen A usarbeitung schwer zu verbinden sind.

viele spezielle Arbeiten der sowjetischen und deutschen Stilfor^cher gewidmet sind. M an braucht in diesem Zu­ sam m enhang nur auf die Artikel von W. Fleischer, G. Michel [38, 46] und besonders die von E. Riesel und J. Scharnhorst [53, 56] zu verweisen, in denen speziell die Fragen der stilistischen Bedeutung, der Stilfärbüng, der Konnotation, der stilistischen V arianten u. a. m. behan­ delt werden. J. Scharnhorst versteht unter dem Begriff „Stilfärbüng“ die besondere stilistische P rägung einer sprachlichen Einheit, ihre Spezialisierung für bestimmte stilistische Aufgaben. -Dieser Begriff bezieht sich nach seiner M einung insbesondere auf lexische Einheiten, (auf die W örter) [56]. Die Stilfärbung nach E. Riesel ist eine spezielle A usdrucksschattierung, die die H auptbedeutung des betreffenden W ortes überlagert [56]. Dabei bestehen die beiden Stilforscher darauf, daß m an zwei Arten der S t i 1f ä r b u n g unterscheiden muß: die absolute Stilfärbung und die kontextuale Stilfärbung (für die

erstere existiert noch

färbung“) . W as die absolute Stilfärbung anbetrifft, so ist sie vom Gebrauch im Kontext abstrahiert und

stellt eine geregelte Erscheinung im System der Sprache

dar. Sie wird oft in

textuale Stilfärbüng ist dagegen, wovon die Benen­ nung selbst zeugt, immer kontextbedingt, d. h. an einen

bestimmten Kontext gebunden. Der Sprache sind mehrere normative (oder absolute) Stilfärbungen eigen, ihre Gesamtheit weist eine bestimmte

am

dargestellt werden, wie sie unten angeführt ist. Das Aufbauprinzip dieser Skala wird daraus abgeleitet, daß sich im Rahmen des W ortschatzes stilistisch nichts

G radation auf und

die Bezeichnung „norm ative S til­

W örterbüchern angegeben. Die kon­

kann

besten als eine Skala

m arkierte und stilistisch m arkierte W örter beobachten

Scharnhorst nennt sie die W örter „ohne und

mit besonderer stilistischer C harakteristik“ [56]. Die nichtm arkierten W örter gehören in die M itte der Skala, zur Stufe „neutrale Stilfärbung“ (oder auch norm al­ sprachliche Stilfärbung). Sie bedeutet N ullexpressivität und bildet den A usgangspunkt für die B etrachtung an­ derer Stilfärbungen (die G rundlage aller sprachlichen Äußerungen).

Tassen. J.

Die anderen Stufen oder Skalapunkle liegen über oder unter dem Nullpunkt: die erste Stufe in der Richtung

„nach

in erster Linie für die schöne L iteratur

charakteristisch,

oben“

ist

„die

dann

gehobene

für

die

Stilfärbung“. £ie

feierliche

ist

(besonders Poesie)

Aus­

offizielle,

drucksweise

(Ansprachen,

Gratulationen,

Danksagungen

usw .).

Die

oberste

Stufe

in

dieser

R ich tu n g 'trag t

den

Sinn

„die

geschraubte

Stilfärbung“.

Sie

ist

für

ungebräuchliche

Höflichkeits- und

usw. M an zieht sie meistenfalls zum Zweck

des speziellen Gebrauchs heran, besonders in der schönen Literatur.

„geschwollene“

Ausdrücke

Anredeformen

archaische

W örter

für

und

charakteristisch,

einige

Rieh-

tung

J

с)

1

f

Stilfärbung

Beispiele

geschraubt

zur ewigen

in den heiligen

das

A n­

(geschwol­

Ruhe ein­

Stand der Ehe tre­

gesicht

len)

gehen

ten; den Bund fürs Leben schlie­ ßen

gehoben

verschei­

die Ehe eingehen;

das Ant­

den

sich vermählen

litz

 

(der Gemahl,

die

Gemahlin)

neutral

sterben

heiraten (der Gat­

d as

Ge­

 

te, die Gattin)

sicht

literari sch-

eingehen

j-n zu seiner Frau

umgangs-

(seinem M ann)

spr.

machen; Hochzeit machen (halten)

salopp

ins

Gras

einen

M ann,

ei­

die Fratze

beißen

ne

Frau kriegen

grob (vul-

krepieren,

die Fresse

g ä r)

verrecken

 

In der Richtung „nach unten“ vom Nullpunkt befindet sich im allgem einen „die gesenkte Lexik“ . Sie ist in ihrer M asse nicht einheitlich und erlaubt, . m indestens drei Stufen auszugiiedern. Die erste Stufe in der Richtung „nach unten“ bedeutet „die literarisch:umgangs- sprachliche Stilfärbung, die zweite Stufe ist „die saloppe (fam iliär-um gangssprachliche) F är­ bung“, die dritte Stufe träg t den Sinn „die grobe (vul­ gäre) Stilfärbung“. Alle diese Färbungen kennzeichnen den sprachlichen .V erkehr im Bereich der A lltagsrede, wodurch sie auch in der schönen L iteratur möglich sind. Neben dem Begriff „Stilfärbung“ steht oft der Begriff

„Stilschicht“. Die beiden Begriffe

der verbunden: die Stilschicht ist nach J. Scharnhorst die

G esam theit aller W örter m it gleicher Stilfärbung [56].

Der deutsche W ortschatz besteht aus mehreren Stil­ schichten, solchen wie neutrale Lexik, grobe Lexik, saloppe

Lexik, poetische Lexik u.a.m. Einer näheren E rläuterung bedarf w eiter die к о n t e x t u-

a l e Stilfärbung. Sie unterscheidet sich von der absolu­

sind sehr eng m iteinan­

ten Stilfärbung durch folgendes: sie erscheint nicht bei isolierten W örtern, sondern entsteht nur im Kontext,

unter dem Einfluß seiner thematischen und stilistischen

Faktoren. Sie kann mit der absoluten Stilfärbung einzel­

ner W örter zusammenfallen, wenn der

oder sie weicht von der absoluten Stilfärbung ab und wirkt sogar in der entgegengesetzten Richtung (beein­ flußt durch den Kontext). Im B u ch ,v o n W. Fleischer und G. Michel findet sich folgendes Beispiel: Ankauf von altem Krimskrams und der Verkauf von Antiquitäten. In dieser Aufschrift befinden sich nebeneinander zwei substantivische W örter (K rim s­ krams Antiquitäten) mit gegensätzlichen Stilfärbun­ gen — „salopp“ und „gehoben“. Der Kontext aber und die hinter ihm stehende Situation lassen die gehobene Stilfärbung nicht zu, deshalb wirkt diese M itteilung als etw as Scherzhaftes. Ebenfalls paßt die A ussage Wir spei­ sten zu M ittag in einer kleinen G aststätte nicht in ein alltägliches Gespräch,* gerade wegen der gehobenen S til­ färbung des Ausdrucks zu M ittag speisen: die Situation läßt es nicht zu. J. Scharnhorst gibt folgende Definition der kontextualen Stilfärbung: „U nter kontextualer Stilfärbung eines_ W_or_-

Kontext es erlaubt,

tes

.fien.

ist

seine

spezielle

d. h.

solche,

die

stilistische

das

W ort

Schattierung

im

zu

verste-

Textzusammenhan'g

annim m t“ [56]. M an kann

sie ohne w eiteres

akzeptieren.

Die

stilistische

Bedeutung

ist

im

Vergleich

zur

S tilfär­

bung

ein

allgem einerer

und

deswegen

ein

komplizierte­

läßt.

Nach E. Riesel vereinigt die stilistische' Bedeutung drei

Komponenten:

rer Begriff, der

sich

schwer

eindeutig

definieren

1) die funktional-stilistische Komponente. Sie gibt an, für welchen Funktionalstil (Funktionsbereich) das betreffende W ort (die betreffende sprachliche Äuße­ rung) typisch ist;

die norm ativ-stilistische Komponente. Sie bedeutet die norm ative (absolute) Stilfärbung des W ortes;

2)

3) die expressiv-stilistische

Komponente,

oder

die

ex­

pressive (emotionale) A usdrucksschattierung beim betreffenden Wort (betreffender sprachlicher Erschei­

nung).

pressivität. Verschiedene W örterbücher

für mehrere Bezeichnungen, solche wie „vertraulich“, „verhüllend“, „übertrieben“, „spöttisch“, „scherzhaft“» „abw ertend“ usw.

Sie

ist

Träger

einer

bestim m teibA rt der Ex­

enthalten da­

Die S truktur der stilistischen B edeutung (der stilistischen

Charakteristik)

und J.

Riesel

eines W ortes

kann

(siehe

auch

E.

Scharnhorst)

als ein Schema dargestellt werden:

Struktur der stilistischen

Bedeutung

fuktional-stil.

Sprach- Komponente

beispiele

Funktionalstil

t

normativ-stil.

Komponente

normative

färbung

Stil­

expressiv-stil.

Kom ponente

A rt und Grad der Expressivität

kapieren

Alltagsrede

salopp

oft abwertend

Lenz

Poesie (schöne

gehoben

positiv

ge­

Literatur)

fühlsbetont

Fahrrad

neutral

normal-sprach­ lich

Sinuskur­

Wissenschaft

funktionale Le­

ve

xik (Fachwort)

Die stilistische Bedeutung im Kontext bezeichnet man oft als konnotative B edeutung1. Der Begriff „Konnota- tion“ („Konnotationen“) wird verschiedenartig gedeutet. So verstehen E. Riesel und E. Schendels unter Konnota­ tionen Begleitmomente des H auptinhalts — Gefühle, Stimmungen, Bewertungen, Empfindungen, Einstellun­ gen. Ihre G esam theit bewirkt die stilistische Atmosphäre eines Textes, durch welche die stilistischen W erte einzel­ ner W örter und anderer sprachlicher Einheiten im Kon­ text beeinflußt werden [54, S. 35]. Nach W. Fleischer wird der Begriff „Konnotation“ zur Erfassung zusätzlicher oder indirekter Informationen, der sogenannten „M itin­ form ationen“ verwendet — Einstellungen, Emotionen, Be­

ertungen u. a., die als konnotative Elem ente der W ort­ bedeutungen erscheinen [38, S. 543-^-545]. Die konnota­ tive Potenz ist im Sprachsystem angelegt, aber ihre

w

R

ealisierung bekommt sie im Text, deshalb betrachtet

m

an die stilistische Bedeutung eines W ortes im Kontext

als seine konnotative Bedeutung. Und wenn z. B. G. Mi­ chel die Frage stellt, was an einem Text seine stilistische Seite ist, beantw ortet er sie selbst wie schon früher ange­

führt: „Als stilistische Seite werden häufig konnotative M erkmale der verwendeten sprachlichen M ittel und die auf dieser Ebene entstehende Textisotopie verstanden“. [38, S. 539] Es ist nämlich so, daß dem Autor trotz aller im Prozeß der Textproduktion geltenden N orm regeln noch „ein Toleranzraum für die Sprachw ahl“ verbleibt, welcher ihm „spezifisch stilistische Entscheidungen abverlangt“ [ebenda], die in ihrer G esam theit die erw ähnte Textiso­ topie (stilistische Gleichheit des Textes) bewirken.

1 «

Первой

части информации соответствует денотативное зн а­ соот­ ветствует коннотация, куда входят эмоциональный, оценочный, экс­ Все четыре ком­ понента коннотации могут выступать вместе, или в разных комбина­ циях, или вообще отсутствовать» (А рнольд И. В. Цит. соч., с. 105).

прессивный и стилистический компоненты значения

чение слова, называющее понятие

Kapitel

STILFRAGEN

UND

IM LEXISCHEN

II

STILMITTEL

BEREICH

Die Gebrauchsm öglichkeiten und R egularitäten des lexi­ kalischen Bestandes der deutschen Sprache in funktional­ stilistischer Hinsicht, d.h. im Hinblick auf A rt und Grad seiner Abhängigkeit von Besonderheiten des entsprechen­ den Kommunikationsbereichs und der darin einbezogenen sozialen und situativen Bedingungen, sind heute bei wei­ tem noch nicht genügend erforscht und zusammengefaßt. Es liegen aber manche mehr oder weniger begründete Forschungsergebnisse über funktionalstilistische Potenzen einzelner lexischer Gruppen oder Typen von lexikalischen Einheiten vor, sie schaffen die G rundlage für den Inhalt und Aufbau dieses Kapitels. So soll es von vornherein klar sein, daß die D arlegung in seinem Rahmen aus objektiven Gründen keine Vollständigkeit anstreben kann und manche Lücken zeigen wird.

Das

Problem

der

stilistischen

Differenzierung

des deutschen Wortschatzes

Die allgemeine Charakteristik des Problems. Die Idee der Klassifikation von E. Riesel. Die Gliederung des deutschen W ortschatzes nach J. Scharnhorst.

Für die stilistische C harakteristik des gesam ten deutschen W ortschatzes braucht man neben dem Begriff „Stilfär­ bung“ noch 'einen Begriff — „die funktionale F ä r b u n g “ d e s W o r t e s . Funktionale Färbungen

sind für besondere Gruppen von W örtern charakteristisch:

bestimmte W örter können eine zeitliche M arkierung haben, d.h. als „neu“ oder „veraltet“ gelten; ferner gibt es W örter,

die eine regionale M arkierung tragen

So stellt der deutsche W ortschatz im allgem einen ein bun-

usw.

tes

G ruppierungen von W örtern,

Bild

dar:

in

seinem

Rahmen

existieren

einerseits

emotio­

die verschiedenartig

ЗШ 'Gruppen mit funktionalen F ärbungen, d.h. mit_bestimmten

ergibr~%fcfi für die

Forschung ein wichtiger G egenständ — das

Problem der_stilistischen DiLferenzLeumg des W ortschatzes.

an d ererseits" lexische

nal

(expressiv)

ш ес!

.sffid,

D araus

еш

G ebrauchsbeschränkungen.

linguistische

U ПГёг"“fferucksfcfitigung

zierungslinien entwerfen die Stilforscher verschiedene

M uster für di.e K lassifikation des deutschen W ortschatzes.

Stilistik

der

beiden

genannten

deutschen

Differen­

. Zwei

von

ihnen

sind

in

der heutigen

besonders gut bekannt.

E. Riesel versuchte in ihrer Stilistik, den gesam ten Wort-

schätz in zwei Teile zu gliedern: den ,,funktional-stilistisch^

undifferenzierten“ und

den „funktion^stiK S nsch^dilÖfgreo-

zierter?* TeTTdes W ortschatzes TSTV'ST65]. Der erste Teil

(„Allgem eingebräuchlichkeit“

und „stilistische N eutralität“ gStTOTr/SlcfTTTEt dem zweiten Teil dagegen sollten die M erkmale^ „ n ic h ta llg e - meingebräuchlichV und „nicht stilistisch n e u frlT —Ztf- 'kom m en.

. sollte

durch

die

M erkmale

U

nter dem ersten Teil verstand E. Riesel den sogenannten

K

ernw ortschatz — das sprachliche Fundam ent in allen

Funktionalstilen. Die W örter des zweiten Teils sollten als funktionalstilistisch begrenzt aufgefaßt werden. „Sie kön- * nen in einem Stil wenig oder gar nicht, in einem anderen hingegen viel gebraucht werden oder sogar für ihn typisch “

sein

Diese Idee der

A uffassung sehr produktiv zu sein,

[51, S. 67]

Einteilung

schien

in ihrer theoretischen aber in der Praxis w ar

1sie nur teilweise realisierbar. Die U rsache aller Schwie­

rigkeiten mußte m an nicht.in der Idee, sondern im W ort­ schatz selbst suchen: seine beiden Teile „sind in ständigem Fluß“, betont E. Riesel. Oie-W örter des einen Teils gehen in den anderen -über, der Charakter ihrer funktionalen

Verwendung unterliegt ständigen Änderungen und

flussungen. Etwas später unternim mt J. Scharnhorst seinen Versuch,

die stilistische D ifferenzierung des deutschen W ortschatzes

zu erfassen [56].

Er geht von der Vorstellung aus, daß der gesamte W ort­ schatz unter drei Aspekten zu betrachten'ist: unter Jlenrem otionalen, dem funktionalen und dem funktional-

Beein­

mit einem

klar

übersichtlichen

Schema

.stilistischen Д^реИ D e m e n ts p r e c h e n d werden nach seiner

TO assifikationm eErere

W prtschichten

ausgegliedert.

U nter dem em otionalen Aspekt sindjLUJiniersphei.den:

I. W örter . mit

.

allgemeinemotionaler

S tilfär­

bung. Dazu gehören alle diejenigen Ausdrüc'ksschattie- rungen, die die Skala, der norm ativen Stilfärbungen bil­

den. Gerade die norm ative Stilfärbung wird bei J. S ch arn ­ horst 'a ls „allgemeinemotionale S tiltärbung“ bezeichnet.

II. W örter mit s p e z i e 11 e m о t i о n а 1er S tilfär­

bung. U nter dem- Terminus „speziell-em otional“ werden alle expressiven Schattierungen vereinigt*, die zur allge- mememotionalen Stilfärbung hinzutreten können. Sie be­

deuten, wie es schon früher betont wurde, zusätzliche sti­ listisc h e Tönungen, die'sich weniger bei isolierten W örtern und sehr stärk im Kontext fühlen lassen. In der stilistischen

C harakteristik des W ortes bilden sie seine expressiv-stili­

stische Komponente.

U nter dem funktionalenJtspekt lassen, sich abgrenzen:

I. W örter m it

f

a c k L ic J h e r .

Färbung. In ihrer G esam t­

Nach

J. Scharnhorst gibt es so viele'Ä rten tacfl'fldher S tilfärbüng

wie es Fachgebiete gibt. W ichtig ist dabei folgendes: der

W örtern

verschieden sein; bei einem Teil der W örter tritt ihre fachliche Zugehörigkeit in geringem M aße auf, bei dem anderen dagegen sehr stark. Das erklärt sich aus der Be­ schaffenheit des Fachw ortschatzes selbst: ejn Teil der

Fachlexik steht den allgemeingebräuchlichen und allge­

m einverständlichen W örtern sehr nahe, diese Fachwörter

befinden sich an der Grenze des speziellen und des ge­ wöhnlichen, funktional unbegrenzten Sprachgebrauchs; der andere Teil (spezielle Termini, spezialisierte Fachle­ xik) ist vom A llgem einwortschatz entfernt und_ nur den

heit existieren ^sie^im

G rad

einer

fachlichen

W ortschatz

Färbung

als

Fachtexik“.

bei

den

kann

V

ertretern

bestimmter

Fachgebiete

zugänglich.“

II.

W örter

m it

z e

i 1 1i с

h

e

r

(„chronologischer“ —

W.

Fieiscner und GT M ichel) Färbung. J. Scharnhorst

unterscheidet hier drei Arten: neüe Färbung, charakte­ ristisch für Nfeuwörter (Neologism en); alte F ärbung als Merkmal der Archaismen; historische Färbung, den Wör­ tern eigen, die yerscffi&tfene Realien (G egenstände, Sitten und Bräuche) Vergangener historischer Epochen bezeich­

nen. In der Gegenwartssprache hat jede dieser Färbungen *ihre unterschiedliche Geltung.

TTT W n r te r

regionaler

Цр.ГП^П^РГ)

F 5rh l,tlC- D a z iL

gehören Frsrheiniingen aus versrhierienery M undarten j^ e r

'Ö jälekjeiT^TlTrTfehrauch ist hauptsächlich auf den Stil der 'A fH agsrede eingeschränkt, obwohl sie auch dem Stil der

ganz -Unter dem funktionalstilistischen Aspekt könnte man, wie

E. Riesel vorgeschlägen hat, den gesam ten/ deutschen

W ortschatz in zwei große Bestandteile gliedern: den funktionalstilistisch undifferenzierten Teil und den funktio­ nalstilistisch differenzierten Teil; Aber wie es schon gezeigt worden ist und wie J. Scharnhorst selbst-bem erkt, is.t eine

solche Einteilung zur Zeit noch sehr problematisch. Die Erforschung der Stilwerte des deutschen W ortschatzes unter diesem Gesichtspunkt steht erst am Anfang. Auch das System der Funktionalstile ist noch nicht endgültig festgelegt und in seinen Einzelheiten ausgearbeitet. Deshalb bildet der letzte Aspekt ein aktuelles Problem der gegenw ärtigen Stilistik, das der weiteren Forschung offen steht. Das oben angeführte Schema der stilistischen Cha­ rakteristik des deutschen W ortschatzes ist in seinen G rund­ zügen, nur mit wenigen A bänderungen, auch in den neue­ sten Stilbüchern angenom m en [54, S. 60—63; 37, S. 69—

72].

' schönen

Literatur

nicht

fremd

sind.

Stilistische

Potenzen

der Synonymie

Allgem eines über die Synonym ie.— Die Quellen

und' Regelungsfaktoren des synonymischen

Gebrauchs.

Die stilistischen

kontextualen Synonyme.

Potenzen

der Synonym ie .— Die

Der Begriff „Synonymie“ („Synonym e“) ist in der sprach­ wissenschaftlichen Literatur noch nicht befriedigend

geklärt. Es, entstehen dabei m anche strittige Fragen, z.B.

der

alte Streit über die Existenz

der sogenannten

Voll­

ständigen Synonyme in der Sprache. Viele Sprachfor­

scher vertreten die M einung, daß es überhaupt

ständigen Synonyme gebe. Im Duden-Stilwörterbuch und besonders im Synonymwörterbuch wird anhand zahlreicher sprachlicher Beispiele gezeigt, daß sogar sehr ähnliche W örter nicht in allen Fällen als Synonyme behandelt w er­ den können [31; 32]: sie besitzen feine B edeutungsunter­ schiede, die bei isolierten W örtern nicht auffällig sind, aber

keine voll­

im Kontext deutlich hervortreten. M an braucht zum Be­ weis nur eine entwickelte synonymische Reihe näher zu betrachten, z.B. die Abjektive ausgezeichnet hervorragend prächtig vollkommen usw. Isoliert ge­ nommen, bedeuten sie alle den höchsten Grad einer Eigen­ schaft. Aber bei diesem . gem einsamen Bedeutungskern bringen die einzelnen Glieder der Reihe verschiedene se­ mantische Varianten oder Schattierungen zum Ausdruck. M it Recht schreiben W. Fleischer und G. Michel: „Die sy­ nonymische Beziehung besteht streng genommen nicht zwischen W örtern, sondern zwischen JBfideutungsvarian- ten. M an kann z.B. nicht ohne weiteres Zim m er oder Stube als Synonyme von Raum bezeichnen,“ [37, S. 73] Eben das charakterisiert die angeführten W örter: jedes W ort ver­

körpert eine_ andere Bedeutungsvariante, weswegen sie nicht in jecTem Kontext einander ersetzen können: ein herrlicher Tag ist z.B. nicht dasselbe, was ein hervorragen­ der Tag bedeutet; ein hervorragendes Ereignis kann nicht ein herrliches Ereignis heißen; eine ausgezeichnete Frau bedeutet auf keinen Fall eine prächtige Frau usw. Die Differenzen treten klar an den Tag, obwohl die gemeinsame semantische Grundlage aller W örter — „hoher Grad der positiven Einschätzung“— dieselbe bleibt, sie konstituiert gerade die synonymische Reihe. „Die B estandteile einer

solchen Synonymreihe

haben einen gleichen außersprach-

lishen B ezugspunkt“, heißt es bei W. Fleischer und G. Michel [37, S. 74], Ein anderes Beispiel solcher Art ist die synonymische Reihe von Substantiven Betrübnis K um m er S ch m e rz Gram. D. Faulseit hält schon die Anordnung selbst für bedeutsam: jedes Wort drückt im Vergleich zum vorgestellten „immer stärkeres Leidempfin­ den“ aus [34, S. 17]. Betrübnis kann m an nach seiner Mei­

nung über eine nicht sehr bedeutungsvolle Angelegenheit empfinden. Kummer dagegen sitzt tiefer und hat ernstere Ursachen. Schm erz (als „seelischer Schmerz“ verstanden) sitzt sehr tief, ihm liegt m eistens ein erschütterndes Ereignis zugrunde. Gram bedeutet einen starken Kummer, der lange dauern und zur völligen seelischen Erschöpfung führen kann. Also, wie m an sieht, geben die angeführten synonymischen Substantive ihren einheitlichen Bedeu­ tungskern — „seelisches Leidempfinden“ — in seinen ver­ schiedenen sem antischen Schattierungen wieder. Zahlreiche Beispiele der Bedeutungsunterschiede innerhalb

der synonymischen Reihen liefert auch das W örterbuch

Lexik

von-H . Küpper [43]. Es handelt sich dabei um die

"Her U m gangssprache. Ein Beispiel dazu kann die syno­

auf den gem ein­

nymische Reihe von Verben sein, die sich

samen Bedeutungskern „schimpfen“ („j-n anschreien“) be­ ziehen: j-n heftig ansprechen, j-n anblasen, anhusten,

anpfeifen, anschnauzen, anwettern. Diese Verben tragen

verschiedene Bedeütungsschattierungen, jedes von ihnen konkretisiert die Art des Schimpfens, spezifiziert den allge­ meinen Begriff, zerteilt den Bedcutungskern in mehrere semantische Möglichkeiten. Aus vielen Beispielen dieses W örterbuchs ist einerseits die Tatsache ersichtlich, daß JLa&t zu,- jedem G rundbegriff des Lebens neben den litera- tursprachficKen W örtern noch um gangssprachliche Syno­ nyme Vorhänden sjnd. Die m eisten von ihnen .geben solche

V arianten der betreffenden"Bedeüjtung, die konkreter und

anschaulicher sind ' als ~ die “B edeutungen der literatur- sprachlichen W örter. A ndererseits überzeugen die Bei­ spiele davon, daß auch in der U m gangssprache die syno­ nymischen W örter nicht ohne Differenzierung gebraucht

w erden können, weil sie unter sich sem antisch spezifiziert sind. Das soll noch ein Beispiel aus dem W örterbuch von Küpper veranschaulichen: zum literatursprachlichen Wort sehen existieren um gangssprachliche Synonyme gucken — „neutrales Blicken“;