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L.Abg. Andreas Pöder BürgerUnion Südtirol Ladinien Silvius Magnago Platz 6, 39100 Bozen Tel.: 0471/946308 Fax 0471/946365 info@buergerunion.st andreas.poeder@buergerunion.st

An den Präsidenten des Südtiroler Landtages

An den Präsidenten des Südtiroler Landtages Freitag, 20. März 2015 Landesgesetzentwurf Bestimmungen im
An den Präsidenten des Südtiroler Landtages Freitag, 20. März 2015 Landesgesetzentwurf Bestimmungen im

Freitag, 20. März 2015

Landesgesetzentwurf Bestimmungen im Bereich der erlaubten Spiele und Maßnahmen gegen die Spielsucht

Bericht

Gemäß einer im März 2015 veröffentlichen Erhebung zum Glücksspielangeboten in Südtirol, an der sich 109 von 116 Gemeinden beteiligten haben stehen in den betreffenden Gemeinden eine Gesamtzahl von 1.045 Automaten, die an 220 einzelnen Spielstätten aufgestellt sind. Die Verteilung der Automaten nach Gemeinden ist recht ungleich. Absolut gesehen stehen natürlich die größten Ortschaften an der Spitze der Liste, allen voran die Städte Meran (317 Automaten), Bruneck (100) und Brixen (78). Von der Gemeinde Bozen sind zur Anzahl der Automaten keine Daten vorhanden. Relativ gesehen (Automaten je 1.000 Einwohner) hat ebenso Meran die Spitzenstellung, doch dann folgen mittlere und kleinere Gemeinden (Neumarkt, Corvara, Prad, Vahrn und Nals). Im Durchschnitt stehen je 1.000 Einwohnern 2,7 Automaten zur Verfügung, wobei die örtliche „Automaten- dichte“ zwischen 8 in Meran und Neumarkt und null in den automatenfreien Gemeinden variiert Insgesamt 38 der erhobenen Gemeinden, allesamt mit eher ländlichem Charakter, sind vollständig automa- tenfrei

Gut die Hälfte, nämlich 56 der 107 befragten Gemeinden haben in den letzten 4 Jahren Maßnahmen zur Ver- ringerung des Angebots an Glücksspielen getroffen. Am öftesten wurden die Erstellung eines Zonenplans und die offizielle Aufforderung an die Betreiber, Automaten zu entfernen, als Maßnahme gesetzt. In drei Viertel aller Gemeinden, die entsprechend aktiv geworden sind und in den letzten vier Jahren Maßnahmen gesetzt haben, konnten damit auch konkrete Erfolge erzielt werden, indem einige oder sogar aller Automa- ten entfernt wurden.

Der vom Abgeordneten Dieter Steger im Jahr 2010 eingebrachte und in einer Endfassung als Landesgesetz Nr. 13/2010 genehmigte Gesetzentwurf hat erste zielführende Maßnahmen zur Eindämmung der Aufstel- lung von Spielhallen und Spielgeräten eingeführt, wie die Vorschrift des Abstandes von 300 Metern von ver- schiedenen Einrichtungen. Dieser jetzt vorliegende Gesetzentwurf soll die Bestimmungen für Maßnahmen gegen die Spielsucht auswei- ten. Art. 1 sieht vor, dass die 300-Meter-Grenze auf 500 angehoben wird, wie dies in einem ähnlichen lautenden Gesetz bereits in der Lombardei angewandt wird.

Art. 2 sieht steuerliche Maßnahmen vor. Abs. 1) dieses Artikels erhöht den Irap-Satz für jene Betriebe, die Spielgeräte anbieten und streicht alle vor- gesehenen Verringerungen des Irap-Satzes damit sollen Maßnahmen zur Bekämpfung und Bewältigung der Spielsucht finanziert werden. Abs 2) sieht im Gegenzug eine zeitlich befristete Reduzierung der Wertschöpfungssteuer für jene Schankstät- ten, Gastbetriebe und Unterhaltungslokale vor, die bereits aufgestellte Spielgeräte nachweislich entfernen und keine neuen mehr aufstellen.

1)

Landesgesetzentwurf

Art. 1 Änderung des Art. 11, Abs. 1/bis des Landesgesetzes vom 14. Dezember 1988, Nr. 58 Im Abs. 1/bis, Art. 11 des Landesgesetzes vom 14. Dezember 1988, Nr. 58, wird die Zahl „300“ durch die Zahl „500“ ersetzt und nach dem Wort „Sozialbereichs“ werden die Worte „Haltestellen für den öffentlichen Personennahverkehr“ eingefügt.

Art. 2 Änderung des Art. 21/bis des Landesgesetzes vom 11. August 1998, Nr. 9 (Anwendung der regionalen

1)

Wertschöpfungssteuer) Im Art. 21/bis des Landesgesetzes vom 11. August 1998, Nr. 9 wird nach dem Abs. 7/bis folgender Abs. 7/ter eingefügt:

„(7/ter) Für Steuersubjekte, die Spiele und Spielgeräte im Sinne des Art. 110, Abs. 6 des Einheitstex-

2)

tes über die öffentliche Sicherheit, genehmigt mit königlichem Dekret vom 18. Juni 1931, Nr. 773, in geltender Fassung, anbieten wird zur Mitfinanzierung von öffentlichen Maßnahmen zur Bekämpfung und Bewältigung die pathologische Spielsucht ab dem 1. Jänner 2016 der ordentliche nicht verrin- gerte Steuersatz für die IRAP gemäß den für die Kategorie geltenden Bestimmungen des gesetzes- vertretenden Dekretes vom 15. Dezember 1997, Nr. 446, angewandt. Alle in diesem Artikel vorgese- hen Reduzierungen des Steuersatzes kommen nicht zur Anwendung. Entfernt ein Steuersubjekt im Laufe eines Steuerbezugsjahres nachweislich alle Spiele und Spielgeräte im Sinne dieses Absatzes so findet ab dem 1. Jänner des darauffolgenden Steuerjahres dieser Absatz keine Anwendung auf das betreffende Steuersubjekt mehr. Im Art. 21/bis des Landesgesetzes vom 11. August 1998, Nr. 9 wird nach dem Abs. 7/bis folgender Abs. 7/quater eingefügt:

3)

„7/quater: Ab dem 1. Jänner 2016 bis zum 31. Dezember 2018 ist für Schankbetriebe, Speisebe- triebe, Unterhaltungslokale im Sinne des Landesgesetzes vom 14. Dezember 1988, Nr. 58 die nach- weislich vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes Spiele und Spielgeräte im Sinne des Art. 110, Abs. 6 des Einheitstextes über die öffentliche Sicherheit, genehmigt mit königlichem Dekret vom 18. Juni 1931, Nr. 773, in geltender Fassung anbieten und diese innerhalb des 31. Dezember vor dem Steuer- jahr, ab dem die Verringerung laut diesem Absatz zur Anwendung kommen soll, entfernen, der Steu- ersatz für die IRAP laut gesetzesvertretenden Dekretes vom 15. Dezember 1997, Nr. 446 ab dem auf die Entfernung folgenden Steuerjahr um 0,60 Prozent verringert. Diese Verringerung findet zusätz- lich zu den in diesem Artikel für die jeweilige Kategorie vorgesehenen Verringerungen des Steuersat- zes Anwendung. Wer in der Folge neue Spiele und Spielgeräte im Sinne dieses Absatzes anbietet ver- liert den Anspruch auf die in diesem Artikel vorgesehene Verringerung des Steuersatzes ab dem 1. Jänner des jeweiligen Bezugsjahres.“ Die Landesregierung regelt innerhalb von 30 Tagen ab Inkrafttreten dieses Gesetzes in einer Durch- führungsverordnung die Kriterien zur Anwendung der Absätze 1 und 2.

Art. 3. Finanzbestimmung

1.

Dieses Gesetz sieht keine neuen Ausgaben für den Landeshaushalt vor.

1. Dieses Gesetz sieht keine neuen Ausgaben für den Landeshaushalt vor. Andreas Pöder Landtagsabgeordneter

Andreas Pöder Landtagsabgeordneter