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Ralf Gustke Der göttliche Groove Wenn es jemanden gibt, der vor allem für seine geschmackvollen
Ralf Gustke
Der göttliche
Groove
Wenn es jemanden gibt, der vor allem für seine geschmackvollen wie trickreichen
Grooves bekannt ist, dann ist es wohl ohne Zweifel Ralf Gustke
D iesen Nukleus allen Trommelns
stellt Ralf Gustke immer wieder
gerne bei Xavier Naidoo oder
den Söhnen Mannheims, also
mitten in der Königsklasse deutscher
Soulmusik, unter Beweis. Aber auch mit
seinem eigenen Projekt »Electric Outlet«
ist er, so ihm Zeit bleibt, gerne unter-
wegs. Bei allem Erfolg steckt in ihm
aber weniger der exzentrische Künstler
als vielmehr immer der arbeitende
Dienstleister: Es gehe bei einer Produk-
tion schließlich nicht darum, sich selbst
als möglichst abgefahren darzustellen,
sondern vielmehr darum, ein gutes, rund
laufendes musikalisches Produkt abzu-
liefern. Um das zu erreichen, lässt sich
auch ein Ralf Gustke gerne mal von
einem Produzenten ins Zeug reden.
Wenn er nicht gerade selbst »Musical
Director« wie bei Xavier Naidoo ist.
Ein ganz anderer Aspekt seines
Schaffens sind die beeindruckenden
Solo-Konzerte, wie beispielsweise un-
längst die Clinictour mit Wolfgang
Haffner und Felix Lehrmann. Da zeigt
der leidenschaftliche Koch und Hob-
bytaucher Gustke dann natürlich gerne
genauer, was er unter »Spurendenken«
und einem »Solo à la Gustke« versteht –
und lässt damit die Unterkiefer der
Zuhörer regelmäßig 'gen Boden sinken.
Bei alldem ist er aber vor allem eins: ein
Profi, der einfach weiß, wann und in
welchem Umfang was wo angebracht
oder gefordert ist. Dabei steht natürlich
der Groove immer wieder im Zentrum
seiner Arbeit, wofür er schon so man-
ches Attribut eingeheimst hat.
Du hast eine Karriere hingelegt, von
der viele Drummer träumen: Beim
Drummermeeting in Koblenz vor über
zwanzig Jahren warst du unter den
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Besten – und danach ging's erst richtig steil und zügig bergauf. Heute sitzt Du bei
Besten – und danach ging's erst richtig
steil und zügig bergauf. Heute sitzt Du
bei Xavier Naidoo auf einer Art deut-
schem Popolymp
»[Pause] Du sagst mir das jetzt so
Aber ich kann auf gar keinen Fall be-
haupten, dass ich in irgendeiner Form
eine Art von Höhenflug erlebt hätte.
Trotzdem habe ich auf der letzten Tour
so ein bisschen gemerkt, dass da was
passiert ist, denn es waren einfach mehr
Leute da. Es ging in die Zehntausender.
Dann denkst du natürlich auch: Meine
Fresse, das ist schon abgefahren, dass
ich hier spielen kann! Aber eigentlich
mache ich nur meinen Job. Den liebe
ich und tue alles dafür. Im Prinzip weiß
ich auch nicht, ob man wirklich von
einer Art 'Olymp' sprechen kann, ich für
meinen Teil mache einfach nur mein
Ding und hab’ davor auch keine Angst.«
Na ja, nun sind Xavier Naidoo re-
spektive Söhne Mannheims natürlich
auch nicht unbedingt Eintagsfliegen.
Das wird ja auch wirtschaftlich gese-
hen ziemlich interessant sein, oder?!
»Ja klar, auf jeden Fall. Das ist schon
beruhigend. Mich nervt's manchmal nur
ein wenig, dass meistens doch ein Jahr
'Söhne' und ein Jahr 'Xavier' angesagt
ist. Das klingt zwar jetzt vielleicht ko-
misch, ist aber so. Du hast halt immer
damit zu tun und daher eben wenig Zeit,
mal deine eigenen Geschichten zu ma-
chen. Aber, hey, ich habe auch drei
Kinder und muss schauen, wo das Geld
herkommt (lacht)! Ich bin mit 23 Jahren
Vater geworden und habe direkt Zwil-
linge bekommen, wollte aber nun auch
nicht irgendeinen anderen Job machen
müssen, um mein Geld zu verdienen,
sondern Schlagzeug spielen! «
Daher bist Du auch nicht der
Künstlertyp, sondern eher ein 'Arbei-
ter'?
»Richtig. Ich mag das einfach, was
ich mache – egal, ob es nun Xavier,
Söhne oder Gianna Nannini ist. Ich
habe mir immer einfach die Musik
angeguckt und versucht, meinen Job zu
erfüllen, und das heißt eben vor allem,
musikdienlich zu spielen. Es ist immer
eine Herausforderung, sich in eine Sa-
che hineinzubegeben, die eigentlich
nicht deiner persönlichen Vorliebe ent-
spricht. Man bekommt einfach immer
einen größeren musikalischen Weit-
blick. So etwas bringt einen dann auch
nach vorne. Das würde ich – in Maßen
– jedem empfehlen. Bei mir war das
zum Beispiel die Nannini-Sache: Das
war schon ein sehr straightes Ding mit
viel Rockdrumming, und ich bin jetzt
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nicht unbedingt der 'Geradeaustromm- ler', der stundenlang 'zwei' und 'vier' spielt, habe die
nicht unbedingt der 'Geradeaustromm-
ler', der stundenlang 'zwei' und 'vier'
spielt, habe die Herausforderung aber
angenommen, weil an dieser Stelle
offensichtlich ein Defizit war.«
mit einem Gitarristen – ziemlich Soft-
Latin-mäßig und eher straighte Grooves.
Bei 'Zebra' haben wir dann gespielt,
worauf wir Lust hatten: Brecker-Bro-
thers, Scofield und solche Sachen
«
Ausbildungstechnisch bist Du auch
nicht den klassischen Weg mit Studi-
um und so weiter gegangen, sondern
kommst ursprünglich aus einem
Trommlercorps und hast anschließend
auf eigene Faust weitergearbeitet?
hat mich ebenfalls sehr geprägt, als ich
damals anfing, in Clubs zu spielen –
unterschiedlichste Musikrichtungen: Da
gab's Deutschrockbands wie 'Gute Laune'
– eine Mischung aus Folk und Fusion. Der
Gitarrist war Stefan Zobeley, der jetzt bei
Grönemeyer spielt. 'Pink und Pur' hat
New-wave-artiges Zeugs in Richtung
'Ideal' gemacht. In der Band 'Komatzu
Baumaschinen GmbH’ habe ich zum
ersten Mal mit einem zweiten Drummer
zusammengespielt: zwei Bassisten, zwei
Ich kämpfe genauso wie
jeder Anfänger auch!
Heute wirst Du manchmal schon
fast wie ein 'Groove-Gott' behandelt
und gibst Dir ja selbst auch diesen
Fokus – immerhin heißen Deine DVD,
Dein Buch und Deine Webseite alle
'World of Groove'? Wie gehst Du also
an einen Groove heran?
»Ja, der Groove ist schon ziemlich
zentral bei mir. Das Wichtigste beim
Erarbeiten eines Grooves ist es wohl,
dass man ein Verständnis für den Puls
entwickelt. Ich gehe die Sache jetzt mal
ein bisschen vom Elektronischen her an:
»Ja, genau. Ich bin in Heidelberg
geboren, und dort gibt es auch viele ame-
rikanische Einflüsse wegen der Kasernen
und so weiter. Mein Bruder hatte ein
Tonband, und da waren die ganzen Soul-
Sampler drauf. Das ist die eine Sache. Zum
anderen habe ich vieles quergehört, vor
allem natürlich durch AFN, diesen ame-
rikanischen Radiosender in Frankfurt.
Da lief zum größten Teil R'n'B, Soul und
Funk – die amerikanische Mucke. Das
Schlagzeuger, zwei Saxophonisten und
ein Gitarrist. In der Besetzung haben
wir viel Monk, Sachen wie Caravan
oder sogar die Dallas-Melodie gespielt.
Alles so ein bisschen schräg. Wir sind
schließlich auch immer bei Kunstvereinen
aufgetreten [lacht]. Der Schlagzeuger
war übrigens der Erwin [Ditzner], der
heute bei der Mardi-Gras-Bigband die
Snare spielt. Der Bassist ist auch bei
Mardi-Gras. Dann gab's noch ein Projekt
Jeder Loop ist wie eine Schleife, hat
einen gewissen Bogen. Meiner Meinung
nach entsteht ein Groove überhaupt nur
dann, wenn dieser gewisse Bogen da ist.
Man hat das Gefühl einer Welle. Das
klingt jetzt vielleicht ein wenig esote-
risch, aber wenn du einfach nur auf
einen Click, also sehr quantisiert spielst,
dann lebt die Sache einfach nicht rich-
tig. Manchmal muss die Snare eben ein
bisschen hängen oder die HiHat nicht
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maschinenmäßig zur Snare passen, sondern eher ein wenig versetzt sein. Diese Dinge ergeben in der
maschinenmäßig zur Snare passen,
sondern eher ein wenig versetzt sein.
Diese Dinge ergeben in der Summe den
Groove, und zwar immer den eigenen:
Jeder hat nämlich seinen subjektiven
Groove, seine eigene Art, zum Beispiel
einen ganz normalen Achtelbeat zu
spielen. Wenn man nun ein bestimmtes
Pattern hört und spielen will, sollte man
sich zudem auch über Levels usw. klar
werden: Wie laut sollen die Snare, die
HiHat, die Ghostnotes im Rhythmusge-
flecht eigentlich sein? Wie sollen die
Doubles sein? Spiele ich den ersten oder
den zweiten Schlag lauter? Das alles
ergibt in der Summe den Groove.«
Wenn das vom Spielen her nicht funk-
tioniert, versuche ich zunächst, die
Sache straighter anzugehen und mir die
einzelnen Spuren so einzuverleiben,
dass ich zum Beispiel für die Bassdrum
nicht mehr nachdenken muss. Dann
versuche ich, diese drei Schleifen, diese
drei Spuren, zusammen zu spielen.
Natürlich ist da auch immer eine Rei-
bung, weil man ja schließlich immer ein
bisschen mit sich kämpft! Das halte ich
auch für ziemlich wichtig, weil, wenn
man mit sich kämpft, die Grooveenergie
besser zum Vorschein kommen kann.
Kampf ist nun vielleicht ein wenig über-
trieben, aber so ähnlich ist es schon
«
Was ist denn, ganz subjektiv, Deine
Eigenheit beim Spielen? Gehst Du da
sehr kopfmäßig ran?
»Ich sag es mal so: Ich denke eigent-
lich immer in Spuren. Ich habe also zum
Beispiel, im einfachen Fall, eine HiHat-
spur, eine Snarespur und eine Bass-
drumspur. Dann denke ich mir ein Hi-
Hat-Ostinato aus, das nächste Ostinato
wäre dann die Snare, das dritte die
Bassdrum. Das ist natürlich zuerst alles
sehr steril, aber trotzdem versuche ich,
die Sachen so zusammenzusetzen.
Das hört sich nun bei einem Kaliber
wie Dir ziemlich seltsam an
»Ich kämpfe genauso wie jeder An-
fänger auch!«
Das wird mancher nicht unbedingt
glauben wollen
»Na ja, ich erlege mir dann natürlich
Pattern in einer anderen Schwierigkeits-
stufe auf – wo andere eben aufgeben
Ich will diese Dinger aber spielen
[lacht]! Die übe ich dann so lange, bis
sie auch funktionieren.«
Machst Du bei Produktionen die
Vorschläge für Grooves oder kommen
die von den Produzenten?
»Das ist unterschiedlich: Bei Xavier
ist sehr vieles bereits im Vorfeld pro-
grammiert. Deshalb wird meist eher das
Programmierte adaptiert, auf dem
Schlagzeug umgesetzt. Bei verschiede-
nen HiHatspuren, drei oder vier Snares
muss man natürlich manchmal schon
sehen, wie man das Ganze überhaupt
am Set machen kann. Ich versuche
meist, die Essenz herauszuziehen und
spiele dann die Sachen. Bei anderen
Sessions sieht es so aus, dass wir die
Songs erarbeiten, ich erst einmal die
Basics spiele und dann weitersehe. Im
Prinzip hängt bei mir hinten immer
noch so ein kleiner Percussionist dran,
der sagt: 'Hey, ich bin nicht nur Drum-
mer, sondern auch ein Soundmaler,
jemand, der Akzente in einem Groove
setzen kann!' Ich versuche also, das
alles in einem durchzuziehen. Wenn ich
zum Beispiel ein Sechzehntelpattern in
der HiHat haben will, wir spielen eine
Nummer und ich merke, dass etwas
fehlt, versuche ich, eine bestimmte
Linie in der HiHat mitzunehmen und zu
verstärken. Solche Dinge werden dann

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für mich wirklich wichtig, denn sie machen die ganze Sache insgesamt mit zum Beispiel dem
für mich wirklich wichtig, denn sie
machen die ganze Sache insgesamt mit
zum Beispiel dem Bass musikalischer,
etwa so: [singt eine Begleitung vor]. Ich
denke immer an die Musik.«
Wie viele Freiheiten hast Du in
dieser Hinsicht?
»Das ist ebenfalls unterschiedlich: Es
gibt manchmal Charts. Da sind keine
Drumnoten drauf, sondern nur die
Changes. Da habe ich dann alle Freiheit
der Welt. Natürlich würde ich nicht
unbedingt ein Fusionlick in einer Balla-
de spielen [lacht]! Ich bin in dieser
Hinsicht aber völlig offen: Wenn mir ein
Produzent erzählt, dass ihm dies und
jenes nicht gefällt, dann lasse ich mich
gerne sofort leiten. Das muss auch so
sein, denn es gehört zum Job. Man ist
schließlich auch Dienstleister! Ich ma-
che mir da auch keine Gedanken, weil
man ja eh hört, dass ich es bin [lacht]!
Jeder hat eben seinen Sound.«
Wie würdest Du denn Deinen per-
sönlichen Sound beschreiben?
»Durchsichtig im Sinne von 'struktu-
riert hörbar' vielleicht. Man kann halt
alles klar hören. Schwer auszudrücken.
Man sollte jedenfalls jede 'Spur' gut
identifizieren können
«
Welche Rolle spielt Elektronik in
Deinem Set?
»Ich arbeite auch live mit einem
Ddrum. Es ist einfach so, dass es Groo-
ves gibt, bei denen doch irgendetwas
straight durchlaufen muss. Das überlas-
se ich dann der Elektronik und spiele
eher die Percussionabteilung dazu. Das
wäre eine Möglichkeit. Die zweite ist
der Sound: Ich habe ja nur eine Bass-
drum, also auch nur einen limitierten
Sound. Ich könnte natürlich triggern,
dann hätte ich zwar zwei Sounds, aber
die wären halt immer in der gleichen
Zeit. Wenn ich mir jetzt einen Bass-
drumsound oder ein -pattern auf ein Pad
lege, kann ich das sehr musikalisch
einsetzen. Eine dritte Geschichte sind
etwas kürzere Fetzen [singt einige vor],
die man im Groove abrufen kann. Das
addiere ich dann zu dem Spielen.«
halt auch gerne mal an Kuba oder
Drum'n'Bass, an viele programmierte
Sachen. Alles völlig frei, und man spielt
damit rum. So kann man jedenfalls zu
zweit sehr gut zusammenspielen – eben
auf eine ganz andere Art und Weise.«
Du bist also ein Elektronikfan?
»Ja, schon. Es ist halt manchmal von
Vorteil, Sachen zu programmieren und
mir dann draufzuschaffen.«
weil die Maschine Dich festlegt?
»Ja, manchmal. Das kann ein Weg
sein. Es kann auch so sein, dass ich den
straighten Hauptanteil spielen will und
außen herum die Kurven entsprechend
programmiere. Das ist wie bei einem
Drummer und einem Percussionisten, hat
aber eine ganz andere Soundvielfalt.«
Wie beurteilst Du – als Nachwuchs-
wettbewerbgewinner – die Situation
des Nachwuchses heute? Das Niveau
liegt ja relativ hoch, und Leute wie Du
sorgen ja auch nicht gerade unwesent-
lich dafür, dass es immer weiter
steigt
»Mein Sohn Max [18] zum Beispiel
trommelt ja auch: Bei uns beiden ist es
so, dass er mich manchmal ermahnt, ich
solle doch mal straighter spielen [lacht]!
Er ist mehr auf dem Rage-against-the-
machine-Trip. Ich weiß also nicht, ob es
die Jungs heute schwerer haben – man
muss sich einfach entscheiden. Sagen
wir es mal so: Es gibt ja gerade heute
sehr viele geile Trommler und unglaub-
lich viel Material, das man sich aus dem
Netz herunterziehen kann. Diese Flut
verwirrt einen natürlich. Ganz klar. Ich
denke, man muss einfach seinen Weg
finden und das fokussieren, was man
will und kann. Austesten muss natürlich
jeder einmal: Jeder sollte auch versu-
chen, alles zu spielen. Irgendwann sollte
aber der Punkt kommen, an dem man
sich festlegt und in diesem Bereich dann
Gas gibt, die Sachen kultiviert und zum
eigenen Ding macht. Das ist ganz wich-
tig! So entwickelt sich schließlich die
Persönlichkeit. Man hört zum Beispiel
immer wieder Grooves von Steve Jor-
dan oder Steve Gadd und spielt die
nach. Aber, wenn du diesen Groove
spielst, beherrschst, und irgendwann
nicht mehr darüber nachdenkst, wird es
zu einem großen Teil eben auch dein
eigener. Du kannst die Sachen schließ-
lich nicht wirklich hundertprozentig
imitieren, denn du hast immer eine
andere Persönlichkeit. Dadurch wird die
Sache transformiert. Dazu kommt die
eigene Kreativität, da noch ein bisschen
mehr zu geben. Dann ist es dein Beat.«
Inwiefern ergänzt Du Dich da mit
Bernd Herrmann, dem zweiten
Trommler bei den Söhnen?
»Bernd macht meist den 'Percussioni-
sten' mit Bongorolls oder längeren Sam-
ples. Dann spiele ich dazu. Statt einer
Bassdrum hat er vielleicht einen Shaker
auf dem Pad. Das ergibt ein Percussion-
Loop. Dazu spiele ich sozusagen die
zweite Stimme. Das alles ergibt dann
ein regelrechtes Drumdesign. Ich denke
Du bist auch musikalischer Direk-
tor (MD) bei Xavier Naidoo und den
Söhnen Mannheims?
»Nein, nur bei Xavier Naidoo. Zwi-
schen den beiden Gruppen gibt's größe-
re Unterschiede: Bei Xavier ist es zum
Beispiel so, dass er seine Beats meistens
selber macht. Die Platten sind insgesamt
viel programmierter als die von den
Söhnen Mannheims. Bei Xavier bin im
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Grunde ich der MD, weil ich die pro- grammierten Sachen live mit der Band umzusetzen
Grunde ich der MD, weil ich die pro-
grammierten Sachen live mit der Band
umzusetzen habe. Dazu muss ich zwi-
schen Künstler und Band vermitteln.
Wir erarbeiten also die Stücke und ver-
suchen, aus der ganzen Sache ein funk-
tionierendes Livekonzept zu bauen. Bei
den Söhnen ist es so, dass es mit Micha-
el Herberger einen eigenen Produzenten
gibt. Der ist dann bei den Aufnahmen
auch MD. Xavier ist maßgeblich für die
Texte verantwortlich, aber die ganze
Band erarbeitet und arrangiert halt die
Songs. Dafür gibt es auch wieder ein
Demo, das allerdings nicht so opulent
gemacht ist wie bei Xavier – und wir
erarbeiten uns die Sachen als Band. Der
Produzent hat dann die Gesamtleitung.
Das ist auch eine andere Geschichte,
zum Beispiel eben auch mit zwei
Schlagzeugern, zwei Keyboardern, zwei
Gitarristen, DJ und so weiter.«
und davon, inwieweit man diese Demos
auch wirklich so, wie sie eben sind,
belassen kann. Wenn auf dem Demo
noch einiges zum Funktionieren fehlt,
dann wird es eher eine Söhne-Geschich-
te, denn dann fehlt einfach das mensch-
liche Element in der ganzen Sache, das
wir dann als Band ergänzen.«
Es sind ja immer wieder gerne die
Schlagzeuger, die den Posten von MDs
bekleiden. Woran, meinst Du, liegt das?
»Ich denke, die Drummer sind die
Leute, die eigentlich immer zuhören.
Sie spielen zwar ihren Beat oder was
auch immer, müssen aber ihre Ohren
auch stets ganz weit offen haben. Die
Rolle des Drummers ist sehr stark mit
der eines Dirigenten vergleichbar: Wenn
du einzählst und den Beat gibst, dann
bist du halt auch derjenige, der dafür
verantwortlich ist. Sind wir mal ehrlich:
dann nicht gefällt, kann man immer
noch drüber reden. Ich spiele ja nur ein
bisschen Keyboard – mit dem Computer
[lacht]. Ich bin echt ein Zuhörer, der
ständig unheimlich viel Musik hört. Das
hat wieder viel mit dem Groove-Ding
zu tun, von dem wir eben gesprochen
haben: Mir geht es immer ums Feel
einer Nummer. Wenn ich Musik höre,
dann achte ich verstärkt auch auf die
anderen Instrumente – nicht allein aufs
Schlagzeug. Ich denke, dass ich viel
Musik ganz gut verstanden habe und
daher auch beurteilen kann, ob jemand
ein – vielleicht ja auch geiles – Pattern
an der falschen Stelle oder zu weit nach
vorne spielt. Da ist dann meist auch ein
gemeinsamer Nenner. Musik kann
schließlich auch nur gemeinsam entste-
hen. Wenn einer nur die Charts vorlegt,
wird die Sache halt schnell zum
'Muckertum'.«
Wonach wird dann entschieden, ob
Material für Xavier solo oder für die
Söhne verwendet wird?
»Das entscheidet im Prinzip immer
mehr oder wenig Xavier selbst. Die
genauen Kriterien kann ich dir auch
nicht sagen, aber ich würde mal tippen,
dass es sehr von den Texten abhängt
In jeder Band gibt's doch – in einem
bestimmten Niveau zumindest – immer
Leute, die ihren Job wirklich gut ma-
chen. Daher überlasse ich es schon dem
Gitarristen, seinen Part selber rauszufi-
schen. Ich schreibe ihm da nichts vor,
sondern lasse ihn einfach machen, denn
er weiß schließlich selber besser, was
und wie er das tun kann. Wenn mir das
Wie war denn der Auftritt mit dem
SWR-Sinfonieorchester?
»Das war wirklich interessant, weil
wir auch einen Dirigenten hatten, und es
ist schon ein ganz besonderes Ding, auf
einen Dirigenten zu achten und gleich-
zeitig auch noch die Songs als solche zu
spielen. Wir haben uns die Rolle also

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aufgeteilt: Der Dirigent hatte sehr viele Intros im Stile Neuer Musik geschrie- ben. Das war
aufgeteilt: Der Dirigent hatte sehr viele
Intros im Stile Neuer Musik geschrie-
ben. Das war ja auch das Geile daran.
Außerdem hatten wir auch noch vier
klassische Percussionisten, die zwi-
schendurch wirklich massig von ihrem
Zeugs gespielt haben. Im Grunde hatten
wir da alle die Denkweise, den Spirit
der Söhne Mannheims. Das hat insofern
alles sehr gut gepasst. Was die Rolle des
Dirigenten angeht, waren manche Ver-
teilungen natürlich ganz klar: Wenn die
Geigen etwas sehr 'Ergreifendes' ge-
spielt haben oder etwas, das vom Tempo
her sehr gezogen hat, dann habe ich
Sachen erarbeitet. Es gab natürlich auch
Demos, aber alles sehr spartanisch.«
Wie sieht's bei Deiner eigenen Band
»Electric Outlet« derzeit aus?
»Gut. Bei 'Electric Outlet' spiele ich
mit Frank Itt (Bass), Marcus Deml (Gi-
tarre) und Tom Aeschbacher (Keybo-
ards) zusammen. Unser Motto war ein
wenig der 'Geist der Siebziger'. Leute
wie Frank haben einfach schon so un-
glaublich viele Musik gespielt – er ist
wie ein Buch, in dem man viel Span-
nendes lesen kann. Marcus gehört mei-
ner Meinung nach auch ohne Zweifel zu
»Jo, mach' ich ganz gerne. Meistens
zuhause [lacht]. Im Prinzip spiele ich
also das Thema von Max Roach, tue ein
bisschen Steve Gadd, ein bisschen Steve
Jordan, ein wenig Electronic-Beats,
etwas Reggae, einen Schuss Kuba und
eine Prise Afrika mit rein. Und daraus
entsteht halt eine Art 'Solo à la Gustke'.
Ich arbeite ganz gerne mal mit dieser
typischen afrikanischen Polymetrik,
dieses Drei-gegen-vier, bei der eine
bestimmte Art von Reibung entsteht. Ich
habe auch viel Salif Keïta oder Joe
Zawinul gehört. Ich befasse mich gerne
mit solchen Dingen und versuche, sie
Im Prinzip hängt bei mir hinten immer noch
so ein kleiner Percussionist dran
natürlich eher auf den Dirigenten geach-
tet. Wenn's dann um die Songs an sich
ging, habe ich wieder übernommen. Wir
haben keinen einzigen Song mit Click-
track gespielt, und ich musste natürlich
immer darauf achten, dass wir zum Bei-
spiel bei diesen Pizzicato-Geschichten
wirklich zusammenkommen. Manchmal
war es dann eben auch mal mehr laid-
back, dann ging's wieder mehr nach
vorne. Insgesamt war dieses Konzert
eine wirklich tolle Erfahrung. Das SWR-
Orchester war wirklich 'tight', weil sie
auch sehr viel modernes Zeug spielen,
wo einfach viel Rhythmik angesagt ist.«
den 20 besten Gitarristen überhaupt.
Das Projekt ist also mehr ein Musiker-
ding – ganz klar. Jeder hat seine Ideen
reingepackt, und wir haben die Songs
gemeinsam erarbeitet. Ein einziger Jam
war das Projekt nicht. Wir hatten nur
mehr Freiheiten, aus den Themen Songs
zu bauen. Wir spielen derzeit einige
Konzerte, würden allerdings gerne mehr
machen. Aber darum müssen wir uns
demnächst wohl selber ein bisschen
mehr kümmern. Momentan haben wir
eine Booking-Firma, die da wohl nicht
so das Richtige gemacht hat. Wir wollen
auf jeden Fall auch eine zweite Platte
machen und viel spielen.«
auch umzusetzen – aber immer so, dass
es in meinen Rahmen passt. Es sind
alles 'Trigger', auch das Roach-Thema.
Das benutze ich nun aber, um mich
auszudrücken. Danach kommt die musi-
kalische Verarbeitung, das Umspielen.
Dafür nehme ich eigentlich fast nur die
Essenz.«
Klingt seltsam, wenn man ein klassi-
sches Orchester als 'tight' bezeichnet –
meistens soll's ja gerade das Gegenteil
sein.
»Ja, stimmt schon. Diese Agogik soll
ja auch sein. Deswegen musste ich mich
bei manchen Stellen auch sehr zurück-
halten und dem Orchester das Ruder
überlassen.«
Du warst gerade erst mit Wolfgang
Haffner und Felix Lehrmann auf
Workshop-Tour. Was habt Ihr inhalt-
lich gemacht?
»Jeder hat natürlich ein wenig von
seinem Programm gespielt. Solo und
auch mit Playbacks. Dann gab's Sachen
von mir und Wolfgang zusammen. Zum
Schluss spielten wir im Trio mit Felix.
Jeder sollte halt seine verschiedenen
Facetten präsentieren können – denn
jeder hat eben seine eigene Herange-
hensweise, seine Handschrift. Bei uns
pass das total.«
Privat gehst Du auch gerne mal mit
Taucherausrüstung unter Wasser?
»Ich bin seit zwei Jahren Taucher,
denn man kann unter Wasser einfach
erschreckend gut abspannen. Das ist der
eine Aspekt. Der andere ist, dass man
unter Wasser einfach eine ganz andere
Welt findet. Nach zehn Minuten denkst
du einfach nicht mehr daran, dass du
noch auf 'der Welt' bist, sondern irgend-
wo anders. Das macht unheimlich viel
Spaß, und das werde ich in den nächsten
Jahren auch noch weiter ausbauen.«
Danach wart Ihr auf einer Clubtour
– also genau das Gegenteil mit kleinem
Besteck
»Ja, eine Clubtour hat eigentlich den
Grund, neue Stücke zu testen. Das war
auch diesmal so. Es soll demnächst eine
Doppel-CD geben. Acht Songs davon,
die während der Tour erarbeitet worden
sind und die wir live gespielt haben, sind
schon aufgenommen. Wir waren bei die-
ser Clubtour zum ersten Mal im Ausland.
In diesem Sinne wollten wir zwei Fliegen
mit einer Klappe schlagen. Das alles hat
neben dem ganzen Spaß die Band noch-
mals zusammengebracht. Meistens ha-
ben wir eben zwei Stunden lang Sound-
check gemacht und dabei die neuen
Nehmen wir ein Beispiel: Du spielst
bei Deinen Clinics immer wieder gerne
»The Drum Also Waltzes« von Max
Roach. Wie sieht dieser Klassiker à la
Gustke aus?
»[Lacht]. Es ist eigentlich ganz ein-
fach. Du kannst das Ganze mit dem
Kochen [lacht] vergleichen
«
Ach ja, Du bist ja auch leidenschaft-
licher Koch
Du spielst jetzt Meinl-Becken. Wird's
auch Gustke-Signature-Meinls geben?
»Ich versuche jetzt erst einmal, mich
durch die ganze vorhandene Soundwelt
bei Meinl inspirieren zu lassen. Diese
Becken tragen einfach ganz neue Ideen
an mich heran. Natürlich wird es da
auch Ideen meinerseits geben, aber, da
ich noch nicht so lange dabei bin, teste
ich derzeit einfach viel herum. Ich habe
natürlich auch meine eigenen Vorstel-
lungen, aber derzeit brauche ich kein
Signature-Ride. Das muss nicht sein.
Wenn man so einen Wechsel zwischen
den Firmen macht, dann hat das immer
auch viel mit persönlicher, kreativer
Weiterentwicklung zu tun. Daher lasse
ich erst einmal alles von außen auf mich
einwirken. Dann brodelt es bei mir –
und dann kommt vielleicht eine Idee
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raus. Ob die dann auch umgesetzt wird, werden wir sehen.« Wie beurteilst Du die gegenwärtige
raus. Ob die dann auch umgesetzt wird,
werden wir sehen.«
Wie beurteilst Du die gegenwärtige
Entwicklung im Instrumentenbereich?
»Ich finde es immer gut, wenn eine
Entwicklung stattfindet und es viele
Anbieter von Instrumenten gibt. Man
kann sich als Künstler einfach raussu-
chen, was man spielen möchte. Die
Entwicklung geht dann bei den Becken
beispielsweise soweit, dass es gar nicht
mehr um 'den Beckensound' geht, son-
dern um ganz andere, zum Beispiel
trashigere, Sounds. Das finde ich super,
denn es hilft dem Schlagzeuger, sich zu
artikulieren und seinen eigenen Sound
zu finden. Mit Becken ist es schließlich
wie mit Rotwein: Es gibt tausend ver-
schiedene Sorten, und jeder muss ein-
fach seinen eigenen Geschmack finden.
Wir sind im Jahr 2007, und die Schlag-
zeuger brauchen neue Ideen. Das ist
ganz klar. Ich finde es auch ein bisschen
schade, dass sich die Elektronik da nicht
so richtig durchsetzen kann. Ich arbeite
mit einem Ding, das jetzt erst einmal
nicht mehr gebaut wird. Es wäre gut,
wenn es da eine Firma gäbe, die einfach
noch ein wenig mehr Gas gäbe. Was
zum Beispiel das Triggern angeht: Da
muss was passieren! Wenn es schließ-
lich einmal geschafft ist, die Dynamik
eines Drummers zu übertragen, dann
gibt es auch wieder mehr Arbeit für
Trommler, denn es wird vielleicht weni-
ger programmiert. Es geht schließlich
immer um Sound. Man kann eine aku-
stische HiHat zum Beispiel in tausend
verschiedenen Variationen spielen. Es
klingt immer anders. Diese ganze Sam-
plewelt eröffnet dir aber zudem eine
neue Welt. Das finde ich super.«
Trotzdem spielst Du in dem Sinne
selbst kein wirklich elektronisches
Kit
»Ich würde eigentlich immer eine
Mischung aus akustisch und elektro-
nisch haben wollen. Das ist wie bei
einem Keyboarder, der einen Moog
spielt, aber gleichzeitig immer noch ein
Rhodes und ein Klavier dabei hat. So
sehe ich das als Schlagzeuger auch.
Becken zum Beispiel würde ich nie als
Sample spielen wollen. Die klingen
einfach zu undynamisch.«
Wie beurteilst Du die gegenwärtige
Musikszene hierzulande?
»Ich finde es immer ein wenig scha-
de, dass es nicht so etwas wie eine rich-
tige 'Engineer-Kultur' gibt: Da sind
wenig Leute, die eine Band soundmäßig
als Ganzes so aufnehmen können, dass
es 'stylisch' klingt oder irgendwie zum
Act passt. Da könnte sicher sehr viel
mehr passieren. Es müsste mehr Leute
geben, die 'Bands' als solche produzie-
ren. In Amerika gibt's zum Beispiel eine
Gewerkschaft, und somit ist auch fest-
gelegt, dass soundso viele Werbejingles
oder was auch immer von Musikern
gespielt werden müssen. Für vierzig
Sekunden wird dann fünf oder sechs
Stunden produziert. Es dauert halt, bis
die Jungs ihren Sound haben! Da denkst
du auch: Das lohnt sich finanziell doch
bestimmt gar nicht. Aber es hält die
Kultur am Leben!!! Und dadurch ent-
steht wieder etwas Neues. Hör dir ein-
fach mal die Filmsoundtracks von 'Oce-
an's Eleven' oder 'Bourne Identity' an.
Du hörst da viel öfter wieder gespieltes
Zeug. Das ist toll. Wenn man mal Wer-
bung macht, als Mucker für jemand
anderen arbeitet oder in der eigenen
Band aufnimmt, kann man schließlich
unheimlich viel lernen. Es ist wichtig,
nicht nur live zu spielen, sondern sich
selbst auch aufzunehmen, damit man
sich und seine Mitstreiter analysieren
kann. Diese Kultur haben wir hierzulan-
de nicht so sehr. Es gibt natürlich auch
keine Gewerkschaft, die sich darum
kümmert. Das Geld wäre ja da
«
normalerweise
mer das Problem
ist Geld doch im-
»Es kommt halt drauf an, was jemand
verdienen will. Es ist natürlich immer
so eine Sache
«
Was unterscheidet Deiner Meinung
nach die deutsche von der amerikani-
schen Soul- oder R'n'B-Kultur?
»Viele Unterschiede liegen natürlich
in der Sprache. Mit Deutsch kommst du
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halt im Ausland nicht so besonders weit. Musikalisch gesehen klingt die Musik natürlich auch 'europäisch'
halt im Ausland nicht so besonders weit.
Musikalisch gesehen klingt die Musik
natürlich auch 'europäisch' (lacht): Es
klingt halt neu und hat einen ganz ande-
ren Spirit. Wir leben eben hier. Außer-
dem sind schließlich auch Geschichte
und sogar das Klima ganz andere. Es
liegt natürlich auch an der Interaktion
der Musiker: Wenn du nach Los Ange-
les gehst und dort arbeitest, spiegelt sich
das natürlich auch in der Musik wider –
finde ich zumindest. In LA gibt's ein-
fach Clubs, in denen die Bands spielen
und sich Musiker zu Sessions treffen
können. Aber das wird glaube ich hier-
junge Band macht eine Platte und
braucht einfach eine zweite, um zu
wissen, wer sie überhaupt ist oder sein
will. Wenn die Band dann nach der
ersten Platte direkt abgesägt wird, weil
sie zu wenig verkauft worden ist, ist das
erst einmal Sch****! Man braucht
schließlich eine gewisse Zeit, um zu
merken, was einen als Act eigentlich
ausmacht. Es gibt verschiedene Wege,
das zu tun: Man kann natürlich unheim-
lich viel live spielen – solange, bis es
knallt und die Leute wissen, wer man
ist. Aber dafür brauchst du eben un-
glaublich viel Durchhaltevermögen
«
EQUIPMENT
Ralf Gustke
Drums:Yamaha Maple Custom oder
Oak Custom
22˝ x 17˝ Bass-Drum
10˝ x 8˝, 12˝ x 9˝Toms
14˝ x 14˝ Floor-Tom oder
Mounted-Tom
16˝ x 14˝ Floor-Tom oder
Mounted-Tom
13˝ x 6,5˝ Ralf Gustke Custom Snare
12˝ x 6˝ Musashi Oak Snare oder
12˝ Metal/Wood Snare
10˝ Metal/Wood Snare
Double-Foot-Pedal DFP 9310
Single-Foot-Pedal FP 9310
Hardware:Yamaha
Cymbals: Meinl
13˝ Byzance Fast-HiHat
14˝ Byzance Fast-HiHat
16˝ ByzanceThin-Crash
18˝ Byzance JazzThin-Crash
19˝ Medium-Thin-Crash oder
18˝ Amun China
20˝ Byzance New-Dry-Ride oder 22˝
Byzance Extra-Dry-Medium-Ride
6˝, 8˝, 10˝ Byzance Splash
8˝/10˝ GenerationX ElectroStack
10˝/12˝ GenerationX ElectroStack
12˝ China + 10˝ Splash
zulande auch besser. Es könnte natürlich
noch viel mehr Clubs geben, in denen
jeden Abend Livemusik gespielt wird.
Es müsste zudem auch mehr Studios
geben, die nicht allein auf MIDI und
Programming ausgerichtet sind. Es
müssten Köpfe da sein, die gewillt sind,
mit Musikern zu arbeiten und sich an
ihnen ein wenig zu reiben. Dadurch
wird auch die Musik besser.«
Meinl Cowbells
Cowbellholder for BD
Cowbellstand for Foot Pedal
Meinl Djembe
Meinl Congas Fiberglass
Mein Bauch entscheidet, was zu tun ist.
Und mein Kopf hilft mir hoffentlich
dabei!«
E 602 Bassdrum, E 604Toms, E 604
Snares, MKH 40 Overheads und
HiHats; HD 25 Headphone
Das könnte ja im Musikbusiness
derzeit mit den vielen kleinen Labels,
die den großen schon manchmal rich-
tig wehtun, passieren?!
»Ja, könnte sein. Aber das ist natür-
lich noch eine ganz andere Geschichte.
Die Majors sind meiner Meinung nach
schon ein Haifischbecken. Ich will
keiner Plattenfirma zu nahe treten, aber
den meisten geht es doch nur darum,
Break-Even zu machen und nicht dar-
um, einen Act aufzubauen. Es gibt
natürlich auch einige wenige, die das
tun. Aber im Prinzip ist es doch so: Eine
Wie geht's demnächst bei Dir per-
sönlich weiter?
»Ich habe jetzt gerade einige Tracks
für meine Soloplatte in Bremen bei
Marc Ebermann, einem Bassisten, mit
dem ich öfter zusammenspiele, aufge-
nommen. Wir haben viele verschiede
Sessions gemacht. Dann sind wir in die
Schweiz gefahren und haben mit dem
Pianisten Andy Müller im Trio ein paar
Nummern aufgenommen. Dann auch
Interludes von mir allein – mit dem
Ddrum zum Beispiel. Teils auch von
mir programmierte Nummern mit viel
Percussion. Im Prinzip fehlen da jetzt
noch die Solisten. Ich hoffe, dass die
Platte bis etwa Herbst erscheinen wird.
Ich habe leider noch keine Ahnung, wo.
Stilistisch wird's jedenfalls ein Mix aus
dem werden, was ich eigentlich so ma-
che: Es ist eine freie Musik mit viel
Siebziger-Spirit, Drum'n'Bass, Latin
und R'n'B. Eine Schlagzeugerplatte,
ganz klar! Des Weiteren bin ich gerade
dabei, neue Playbacks zu machen und
habe auch schon welche fertig. Dazu
könnte unter Umständen eine neue
DVD kommen. Die würde dann aller-
dings etwas dünner werden als die letzte
und nicht unbedingt aus zwei DVDs
bestehen. Dort würde ich gerne näher
auf manches eingehen, was ich so spie-
le. Ich bin noch nicht soweit, die Sachen
zu schreiben, aber der Schwerpunkt
wird sein, Dinge ganz von unten zu
erklären. Grundübungen zu den Beats.
Natürlich geht's da auch wieder um
Groove – es wird bei mir immer um
Groove gehen! Ich bin ein Bauchtyp:
Sennheiser Mikrofone & Kopfhörer:
Text: Ingo Baron
Fotos: Matthias Ketz
Ultimate Ears In-Ear-System
INTERNET
Buttkicker
Weitere Infos gibt es auf:
Protection Racket Bags
www.world-of-groove.de
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DRUMS & DRUMMER

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Seine Musik beginnt mit seinem Sound. „ “ Das neue Cobra Coil Pedal funktioniert extrem
Seine Musik beginnt mit seinem Sound.
„ “ Das neue Cobra Coil Pedal funktioniert
extrem präzise
Ich habe viel
mehr Kontrolle und die Lautstärke
meiner Schläge ist merklich konstanter.
Die zusätzliche Feder macht wirklich
einen unglaublichen Unterschied. Ich
liebe es! “
Das neue „Cobra Coil “ System zur
Verbesserung der Fußarbeit bei der
HP900RS und der HP900RSW.
Eine spezielle Stahlfeder bringt die Fußplatte
schnell in ihre Ausgangsposition zurück. Das
bekannte Iron Cobra Spielgefühl - noch
einzigartiger!
New Rolling Glide Single Pedal