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Ich Spreche Euch an

... durch Bertha Dudde -

14.5.1957

6830 Geistige Überlegenheit .... Geistige Überheblichkeit ....

Die geistige Überlegenheit darf nicht mit geistiger Überheblichkeit


verwechselt werden .... Denn es geht zumeist um das rechte Wissen, das
einem Menschen wohl das Gefühl von geistiger Überlegenheit gibt, daß
also der Mensch von der Wahrheit seines Wissens überzeugt ist ....
während geistige Überheblichkeit dort anzutreffen ist, wo dem Menschen
das rechte Wissen .... das Wissen um die Wahrheit .... mangelt. Dennoch
fühlt er sich klug, und er vertritt seine eigenen Verstandesergebnisse und
spricht dem Wissenden jegliche Urteilsfähigkeit ab, die aber ihm selbst
besonders fehlt. Der Wissende vertritt zwar auch sein Wissen voller
Überzeugung, und er wird darum von dem Unwissenden als geistig
überheblich bezeichnet, ohne es zu sein, nur wäre es unmöglich, die
einmal erkannte Wahrheit preiszugeben, um nur den Vorwurf der
geistigen Überheblichkeit von sich abzuwenden, denn das ist das
Merkmal der Wahrheit, daß sie dem Menschen völlige Sicherheit .... also
geistige Überlegenheit .... gibt, die ihm nicht mehr genommen werden
kann. Und dieses Gefühl der Sicherheit, in der Wahrheit zu stehen, ist eine
göttliche Gabe, eine Gabe des Geistes, die wieder nicht mit scharfem
Verstand verwechselt werden darf. Unwissenden Menschen ist zwar
dieser Unterschied nicht verständlich zu machen, weshalb auch mit
Worten nicht darüber gestritten werden kann. Doch es gibt ein Merkmal
für jeden der Begriffe: geistige Überlegenheit und geistige Überheblichkeit
.... Erstere setzt unbedingtes Wahrheitsverlangen und geistiges Streben
voraus, während letztere immer ein Zeichen ist davon, daß es dem
Menschen nicht ernst ist um Erlangung der Wahrheit, sondern nur
darum, recht zu behalten .... denn der ernstlich Wahrheit verlangende und
strebende Mensch würde sehr bald zum gleichen Ergebnis kommen, die
ihm nun statt geistiger "Überheblichkeit" die geistige "Überlegenheit" gibt.
Denn es wird der Mensch dann klein und demütig in der Erkenntnis der
reinen Wahrheit .... was aber nicht bedeutet, daß er diese erkannte
Wahrheit nicht eifrig und überzeugt vertritt .... Und jeder Mensch, der
sich klug und weise dünkt, der soll sich ernsthaft prüfen, ob er überhaupt
das Verlangen hat, "wissend" zu werden, oder ob er sich genügen lässet
daran, was er zufällig in Erfahrung gebracht hat oder er sich selbst
verstandesmäßig ergrübelte, ohne Gott zuvor um Erleuchtung des
Denkens gebeten zu haben .... Er soll sich immer vorhalten, daß der
Irrtum stets neben der Wahrheit einhergeht und daß zur Prüfung der
menschliche Verstand allein nicht genügt, sondern Gott Selbst als Beistand
angerufen werden muß. Ferner soll er sich prüfen, ob nur
Widerspruchsgeist ihn dazu bewegt, ein anderes als sein eigenes
Gedankengut abzulehnen .... Dann muß er als "geistig überheblich"
angesprochen werden, während geistige Überlegenheit tiefste
Verbundenheit mit Gott, bedingungslose Unterwerfung unter Seinen
Willen voraussetzt .... eine "Demut" also, die ihm erst ein
wahrheitsgemäßes Wissen einträgt. Aber ein solches Wissen wird den
Menschen ungemein beglücken und ihm ein so sicheres Gefühl geben, das
ihn auch den Irrtum hell und klar erkennen läßt. Und hätte er dieses
Gefühl geistiger Überlegenheit nicht, dann würde er auch nicht mit
Überzeugung für das Wissen eintreten können, er würde vom Gegner
sehr schnell übertönt werden, er würde schweigen, wo Reden geboten ist,
und als Vertreter der Wahrheit auf Erden untauglich sein .... Er muß
darum lieber den Vorwurf "geistiger Überheblichkeit" auf sich nehmen, er
darf nicht den von ihm erkannten Irrtum tolerant gelten lassen .... weil er
dann kein Kämpfer wäre für den Herrn, der mit dem Schwert des Mundes
angehen soll gegen jene, die den Irrtum in die Welt setzen und verbreiten.
Denn die Wahrheit empfangen zu haben verpflichtet auch, sie zu
vertreten .... Wer aber Irrtum vertritt, der wird niemals von sich
behaupten können, diesen erlangt zu haben nach innigem Begehren der
Wahrheit. Und es wäre also für jeden Menschen leicht zu erkennen, wo
Wahrheit und wo Irrtum ist .... wenn er nur in aller Ehrlichkeit sich selbst
die Frage beantwortet, ob er vollen Ernstes die Wahrheit gesucht hat ....
Doch der Geistig-Überhebliche ist von seinem Verstandeswissen so
überzeugt und nicht bereit, davon etwas hinzugeben .... Und er stellt sich
darum auch niemals jene Frage, und er wird daher auch schwerlich zur
Wahrheit gelangen ....
Amen

— Herausgegeben von Freunden der Neuoffenbarung —


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