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Solar Freezer

Ein solar-thermischer Eiserzeuger mit Zeolith-Technik zur Bereitstellung von Eis-Akkus für die Kühllogistik

Die Zeo-Tech GmbH, Unterschleißheim, hat einen neuartigen, innovativen, solaren Gefrierschrank zum Gefrieren von Eis-Akkus entwickelt. Das System ist als stromloser solar- thermischer Freezer mit Zeolith-Technik zur Bereitstellung von Eis-Akkus (engl. Icepacks) für die Kühllogistik ausgeführt. Ziel der Entwicklung war ein robustes solar-thermisch angetriebenes Kälteaggregates, das nur sehr wenig elektrische Energie benötigt und insgesamt energieeffizienter arbeitet als herkömmliche Systeme. Daneben waren der konsequente Verzicht auf große, elektrische Batterien sowie die Verwendung umwelt- unbedenklicher Arbeitsstoffe innovative Ansätze des Vorhabens.

Kälte wird heute überwiegend nach dem Kaltdampfprozess mit Kompressoren erzeugt. Daneben gibt es die Adsorptions-Technik, die nur Wärme und keinen Strom zum Antrieb benötigt. Die Firma Zeo-Tech hat in den vergangen Jahren die Adsorptionstechnologie mit dem Stoffpaar Zeolith-Wasser weiterentwickelt.

Zum optimalen Betrieb eines Zeolith-Kälteaggregates benötigt man Antriebstemperaturen, die über 180°C liegen. Ein re in solar-thermischer Antrieb der Zeolith-Technik muss dieses Temperaturniveau bereitstellen.

Solar Freezer Ein solar-thermischer Eiserzeuger mit Zeolith-Technik zur Bereitstellung von Eis-Akkus für die Kühllogistik Die Zeo-Tech

Abb. 1: Zeo-Tech Solar-Freezer: Gesamtsystem mit Heat-pipe-Kühler und kleinem PV- Modul

Wie aus einschlägigen Studien bekannt ist, haben kommerzielle CPC (Compound Parabolic Concentrator)-Röhren sowohl bezogen auf die Absorber-Fläche wie auch

auf die Kollektor-Fläche den höchsten Wärmeertrag bei hohen Betriebstemperaturen im Vergleich zu Vakuum-Röhren und Flachkollektoren.

Der Zeo-Tech GmbH ist es durch den Einsatz derartiger CPC-Röhren gelungen, einen weltweit einmaligen, rein solar-thermischen Eiserzeuger mit Zeolith-Technik (Solar-Freezer) zur Bereitstellung von Eis-Akkus (engl . Icepacks) für die Kühllogistik zu entwickeln.

Der solar-thermische Antrieb des Solar-Freezers erfolgt tagsüber durch Ausheizen (Trocknen) von Zeolith in kommerziellen CPC -Röhren. Die aktive Eiserzeugung findet über Nacht in einem gut isolierten Behälter statt.

auf die Kollektor-Fläche den höchsten Wärmeertrag bei hohen Betriebstemperaturen im Vergleich zu Vakuum-Röhren und Flachkollektoren. Der

Abb 2: Zeo-Tech Solar-Freezer: Gesamtsystem mit geöffneter Box (Vier Eis-Akkus im Freezer-Bereich und gefrorene Eis-Akkus im unteren Lagervolumen sichtbar)

Bei Verdampfungstemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt werden eingelegte Eis- Akku gefroren. Der Solar-Freezer ist extrem robust aufgebaut. Er kommt fast ohne bewegliche Teile aus. Pro Quadratmeter CPC-Kollektorfläche können jeden Tag ca. 3 kg gefrorene Eis-Akkus entnommen werden. Aufgrund der geringeren spezifischen Kollektorkosten pro m² und der hervorragenden Gefrierleistung ist er herkömmlichen, teuren Kompressor/PV-Modul Systemen überlegen. Der Solar- Freezer kann als stationäres oder mobiles System ausgeführt werden und ist zur dezentralen Eiserzeugung in Regionen ohne oder nicht-stabiler Stromversorgung (z. B. Entwicklungsländern) konzipiert. Im Solar-Freezer kann man die gefrorenen Eis- Akkus in einem Lagerraum (Kapazität: 12 bis 14 Eis-Akkus unterhalb des Verdampfers) lagern (siehe Abb. 2) . Durch den Einsatz eines speziellen PCM (Phase Change Material) können die Lagerbedingungen der gefrorenen Eisakkus so optimiert werden, dass diese im Lagertemperaturbereich um -3°C bis -10°C verbleiben und nicht antauen.

Die CPC-Röhren sind auf Edelstahlröhren geschoben, die das Zeolith unter Vakuumbedingungen enthalten (siehe Abb. 3).

Die CPC-Röhren sind auf Edelstahlröhren geschoben, die das Zeolith unter Vakuumbedingungen enthalten (siehe Abb. 3). Abb.

Abb. 3 Schnitt durch CPC-Röhre mit eingeschobenem Zeolith-Sorber

Beim Aufheizen strömt der desorbierte Wasserdampf aus dem Sorber in den Verflüssiger, der zur besseren Wärmeabgabe an die Umgebung berippt ist. Das Kondensat wird in einem Sammelgefäß flüssig aufgestaut (siehe Tagzyklus, Abb. 4).

Nach Sonnenuntergang kann der Zeolith in den CPC-Röhren mittels einer Wasserkühlung (aktiv mit kleiner elektrischer Pumpe oder über heat-pipe Effekte) zusätzlich gekühlt werden. Der sich abkühlende Zeolith saugt wieder Wasserdampf aus dem Sammelgefäß an. Das noch immer darin befindliche Kondensat wird abgekühlt. Bei einer voreingestellten Temperaturdifferenz von Kondensattemperatur zu Verdampfertemperatur öffnet ein Ventil und lässt das vorgekühlte Kondensat in den kalten Verdampfer abströmen. In der Nacht kühlt sich der Verdampfer soweit ab, dass eingelegte Eis-Akkus gefroren werden (siehe Abb. 5).

Bei der Auslegung der ersten Systeme wurde eine Vereisungsrate von 2,4 kg/24h (entspricht 4 Standard-Eisakkus mit je 0,6 dm³ Wasser) bei wolkenfreiem Himmel angestrebt. Pro 1 kg Eis müssen im Verdampfer mindestens 150 g Wasser verdampfen, wofür man eine Mindestmenge von ca. 3 kg Zeolith benötigt. Die ersten Systeme wurden mit vier CPC-Röhren mit insgesamt 7 kg Zeolith im Sorber aufgebaut, um auch bei nicht optimalen Einstrahlungsbedingungen die angestrebte Vereisungsrate zu erreichen und gleichzeitig die notwendigen Lagerbedingungen von -3°C bis -10°C für die eingelagerten gefrorenen Eis akkus aufrecht zu erhalten.

Abb. 4: Anlagenschema im Tag-Zyklus (Desorption) Zum Vergleich: Die WHO schreibt für Freezer/Vakzine-Kühler-Kombinationen, die mit Photovoltaik/Kompressor-Systemen

Abb. 4: Anlagenschema im Tag-Zyklus (Desorption)

Zum Vergleich: Die WHO schreibt für Freezer/Vakzine-Kühler-Kombinationen, die mit Photovoltaik/Kompressor-Systemen ohne Batterien betrieben werden, eine Gefrierrate von mindestens 1,6 kg/24h vor. Bei größeren Nutzvolumina wird eine Gefrierrate von mindestens 2,4 kg bei 50 l Nutzvolumen in 24h verlangt.

Abb. 5: Anlagenschema im Nacht-Zyklus (Adsorption) Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung galt dem Verdampferaufbau. Da Wasser,

Abb. 5: Anlagenschema im Nacht-Zyklus (Adsorption)

Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung galt dem Verdampferaufbau. Da Wasser, insbesondere mehrfach destilliertes (wenig Kristallisationskeime), erst nach signifikanter Unterkühlung gefriert, musste das Zeolith-Aggregat in der Lage sein, den Verdampfer auf mindestens -8°C (besser -12°C) a bzukühlen.

Ziel der Entwicklung war ein robustes solar-thermisch angetriebenes Kälteaggregates zur dezentralen Eis-Akku-Bereitung mit Zeolith-Technik, das nur sehr wenig elektrische Energie (zur Steuerung des Hauptventils) benötigt und insgesamt energieeffizienter arbeitet als herkömmliche Systeme.

Daneben waren der konsequente Verzicht auf große, elektrische Batterien sowie die Verwendung umwelt-unbedenklicher Arbeitsstoffe innovative Ansätze des Vorhabens.

Aufgrund der hochwertigen und teuren Einzelkomponenten (Batterie, PV-Panel, Wechselrichter etc.), ist der dezentrale und unbeaufsichtigte Einsatz der solar- photovoltaischer Kompressor-Kühlsysteme wegen potentieller Diebstahlgefahr problematisch. Für den Solar-Freezer der Zeo-Tech ist diese Gefahr deutlich geringer.

Erste Außenluftmessungen im Sommer 2010 mit einem frühen Demonstrator des Solar-Freezers zeigt Abb. 6.

Daneben waren der konsequente Verzicht auf große, elektrische Batterien sowie die Verwendung umwelt-unbedenklicher Arbeitsstoffe innovative Ansätze

Abb. 6: Außenluftmessungen mit erstem Funktionsmuster des Solar-Freezers im Sommer 2010 (Hinweis: System wurde jeweils nachts in das Labor zurückgestellt, wodurch die typischen Tag/Nacht Temperaturabsenkungen in der Außenluft fehlen.)

Das Funktionsmuster des Solar-Freezers wird zur Zeit bei der Zeo-Tech in einer Klimakammer mit künstlicher Solarstrahlung getestet und optimiert. Typische Messungen zeigt Abb. 7.

Der Graph zeigt einen typischen Verlauf von Labormessungen des Solar Freezers. Es sind fünf Tage in Folge aufgezeichnet. Am Abend des ersten Tages werden die ersten vier Eis-Akkus eingelegt. Sie starten mit der Umgebungstemperatur von

32 °C. Die isolierte Box war am ersten Tag leer. Di e Verdampfertemperatur erreicht dann –22 °C, die Speicherfachtemperatur liegt unter – 15°C.

32 °C. Die isolierte Box war am ersten Tag leer. Di e Verdampfertemperatur erreicht dann –22

Abb: 8: Labormessungen mit dem Solar-Freezer

Über die jeweils folgende Nacht werden jeweils abends vier Eis-Akkus mit zusammen 2400 g Wasser gefroren. Das Durcheisen der Akkus ist an der Temperaturabsenkung unter den Gefrierpunkt zu erkennen. Schon am nächsten Morgen könnten sie entnommen werden. Im Versuch werden die über die Nacht gefrorenen Eis-Akkus aus dem Verdampfer entnommen und in dem darunter angeordnete Speicherfach gelagert. Dieser Vorgang wird im Test an vier Tagen hintereinander durchgeführt. Am fünften Tag werden keine neuen Eis-Akkus eingelegt. Sowohl die Speicherfachtemperatur als auch die Temperatur der lagernden Eis-Akkus fällt unter das Niveau der Vortage auf –8 bzw. –18°C. Die rote Kurve gibt die Zeolithtemperatur innerhalb der Sorber-Röhren wieder. Die solare Einstrahlung wird im Versuch durch ein Solarfeld simuliert. Die Temperaturen erreichen am späteren Nachmittag deutlich über 200 °C. Jeweils vormittags wird die Einstrahlung zeitweise reduziert, um vorbeiziehende Wolken zu simulieren.

Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM): FKZ EP092215

Der Solar-Freezer der Zeo-Tech ist zum Patent angemeldet: DE102011011308