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Die Ortsgeschichte wird Gemeinde eingesehen Handelshauser Strasse

aufgelassen und der Namen


hier als Entwicklung der werden kann.1 wurde dann 1983 als Hans
Wirner Strasse am
Baugeschichte in Bahnhofsparkplatz verwendet.
1934 war auch die Puchheim
Abschnitten an einigen Umbenennungen: Bahnhofstrasse in
Holzkirchner Straße
Beispielen gezeigt. In Der heutige Verlauf der umbenannt worden, damit es
Unterabschnitten wird
Eichenauer Straßen lag ca zu keinen Verwechselungen
mit Puchheim kam. Die
1914 schon weitgehend Strasse, die 1970 stolz als
auf die Bedeutung der fest, aber mit der Industriestrasse getauft
worden war, um die
Eisenbahn für die Benennung wartete man Gewerbeflächen zu
Ortsentwicklung sowie jeweils bis es zur erschließen, musste nach
Bebauung kam. langjährigen Protesten der
die öffentlichen Anlieger in Tannenstraße
Umbenennungen wurden umgetauft werden. Einige
Einrichtungen dann nur sehr selten und Strassen wurden auch im Zuge
der Einführung der
eingegangen, ebenso auf aus wichtigenAnlässen Postleitzahlen 1993 zur
vorgenommen. Die besseren Orientierung
die Wasserversorgung, umbenannt. Der westliche Teil
Umbenennungen aus der des Buchenweges wurde in
die Bedeutung des
Nazi Zeit wurden zurück Carl Orff Straße umbenannt,
da der Weg nach dem Bau der
Starzelbaches für den genommen. Altenwohnanlage des
So hieß die heutige katholischen Alten- und
Ort, die öffentlichen
Niblerstraße bis 1920 Pflegevereins durch den
Bauten und den Hauptstraße. Heute erinnert Kolpingweg unterbrochen war
sie an den eigentlichen und das Teilstück von Am
Friedhof. Am Beispiel der Gründer und Planer die Bogen, in Weihernähe wurde
Siedlung Eichenau. Die heutige 1993 in Forellenstraße
Straßenplanung und Goethestrasse hieß früher umbenannt. Die
Schillerstraße ( bis 1927) Die Frühlingstraße wurde im
Benennung wird gezeigt, jetzige Schillerstraße erhielt westlichen Teil zur
ihre überörtliche Funktion, als Herbststraße, der südliche
wie sich die es einigen Gewerbetreibenden Teil der Pappelstraße in
1933 gelang, den Staat dazu Kastanienstraße geändert.
städtebauliche zu bewegen, die „Staatsstrasse die Obere Weidenstrasse
2069“ im großen Bogen durch wurde umbenannt in
Entwicklung daraus den Ort zu legen und nicht den Falkenstrasse, die mittlere
alten Verlauf der Allinger Auenstrasse in
ablesen lässt. Straße für eine Staatsstrasse Schwalbenstrasse, die
Bauplanung verstehe ich zu benutzen. 1934 wurde der untere Auenstrasse in
südliche erste Teil der Meisenstraße. Die
hier als Kunst der heutigen Staatsstrasse, jetzt Bogenstraße war schon 1934
Hauptstrasse genannt, in in Am Bogen, umbenannt
Gestaltung des Adolf-Hitler Strasse worden, davor hatte man sie „
umgenannt und der Platz in den Auen“ ( Die Flurnamen
öffentlichen Raumes in zwischen Kirche und Schule Hintere Auen hatten dafür den
( altes Rathaus im Ausschlag gegeben) genannt.
der politischen Schulgebäude) wurde bis 1945 Der Bahnhofsweg schon
Hindenburgplatz und 1956 in 1956 in Bahnhofstraße. Nicht
Auseinandersetzung mit Hauptplatz umbenannt, mit mehr benutzt wird der
dem Ehrenhain der Gefallenen Mühlenweg im südlichen Teil
zum Teil auf der heutigen Freifläche vor der Allinger Strasse Richtung
dem neuen Rathaus am Bundesstrasse 2 ( jetzt
widersprüchlichen Maibaum. Die Schreberweg genannt, wegen
Interessen. Grundlage Schlageterstrasse wurde der Kleingartenanlage wo er
1945 in Buchenweg zur Mühle am Starzelbach
sind die Gesetze und umbenannt, nachdem aus dem führte. Der Starenweg hieß
ehemaligen Buchenweg die früher Gartenweg.
allgemeinen Schulstrasse geworden war.
Bis 1920
Die frühere Quellenstrasse
Baurichtlinien Bayerns, wurde 1949 nach dem ersten Buchenweg
Landwirt und und späteren Zugspitzstrasse
sowie die für Eichenau Teebauern Walter Schleich
Schulstrasse
benannt, der auch etwas mehr
beschlossene als ein Jahr Gemeinderat war Kirchenstrasse
und 1949 verstarb. 1970 wurde Eichenstrasse
„Ortsgestaltungssatzung die Bürgermeister Wirner Wiesenstrasse
Strasse als Verbindungsweg
“, die auf der zwischen Am Bogen und Schilfstrasse
Internetseite der Bürgermeister Fasanstrasse
Flurstrasse
Kapellenstrasse
Schillerstrasse
Niblerstrasse
Hoflacher
Strasse
Schopflachstras
se
Parkstrasse
Moosstrasse
Mozartstrasse
Waldfriedenweg
Zweigstrasse
Puchheimer
Weg

Birkenhain
Birkenweg
Eulenstrasse
Gernstrasse
Forststrasse
Emmeringer
Strasse
Richard Strauss
Str.
Allinger Strasse
Goethestrasse
Hauptstrasse
Quellenstrasse
Quelle: Ortschronik Rehm

Der Baudruck, der sich schon ab 1968 abgezeichnet hatte, führte 1982 zur ersten
Änderung des Flächennutzungsplans.Es wurden neue Bebauungspläne aufgestellt, so B12
für die Firma ALDI. Dem Einsatz mehrer Gemeinderäte war es gelungen, das zentrale
Auslieferungslager für Südbayern und den Firmensitz nach Eichenau zu holen und die
„Industriestraße“ wurde ausgebaut. Eine Müllablagerungsstelle wurde ausgehoben und
der Müll in eine Mulde auf dem Staatsgründstück nördlich der Bahn gelagert und
abgedeckt. Mit dieser Entscheidung war auch die Entwicklung des späteren
Gewerbegebietes vorgezeichnet und die Idee im Flächennutzungsplan von 1953, das
Gewerbezentrum in der Ortsmitte zu haben wurde endgültig verworfen.
In den Brucker Nachrichten vom 22.März 1969 berichetete der junge Mitarbeiter Wolfgang Heilmann2, schon
über das Eichenauer Gewerbe: „Eichenau fehlt es bisher an genügend Einklaufsmöglichkeiten“
Er berichtet von einem Gespräch mit dem noch neuen Bürgermeister Rehm und den anstehenden Problemen der
Gemeinde:
Bahnhofstrasse 1969: „Jetzt wird ein Bahnhofsvorplatz erstellt, mit genügend Parkflächen für PHW, in der
Bahnhofstrasse werden Parkbuchten angelegt, die gesamte Straße erfährt eine Verbreiterung, so dass hoffentlich
auch dieses Problem für die Gemeinde Eichenau bald gelöst ist.“

1969 machte man sich auch schon berechtigte Hoffnungen auf den kommenden S Bahn Ausbau. „Sorgen
bereitet nach wie vor die Verkehrsverbindung nach München Sowohl Bahn als auch Bus ... fahren nach
Meinung der meisten Eichenauer nicht oft genug. Von vielen wird der schlechte Kundendienst am Bahnhof
kritisiert. Immerhin wird der Bahnhof täglich von durchschnittlich 2000 Fahrgästen frequentiert. Er verfügt
jedoch nur über unzureichenden Warteräume ( 25 Quadratmeter) und ebensolche Schaltergebäude. Sanitäre
Anlagen sind gar nicht vorhanden... Auch die Zugverbindungen werden oft kritisiet. Jedoch besteht Hoffnung,
dass mit der Errichtung der S Bahn auch dieser Ärger beseitigt wird.“

NS Siedlungen:
NS Heimstättensiedlung im Süden – Dosch Grundstück /Emmering, u.a. (LRA 12590)
Am 28.8.35 ging es um die Personenauswahl für die NS Siedlung, nachdem Pg Siebert
fünf Stellen ausgeschrieben hatte.
Geeignet waren H. Rehm, Allinger Straße 208 (Vater des späteren Bgm), Max Krönninger
( späterer Gemeinderat, SPD, ESV) , sowie Th. Scherlin, Wiesenstr. 82
Ersatz war Famile Braunmiller, als „nicht geeignet“ wurde der Antrag der Familie Lehner
bewertet. Scherlin und Rehm zogen dann ihren Antrag zurück, weil sie eigene
Grundstücke bekommen konnten, Max Krönninger baute auch selber auf einem
anderem Grundstück. Seine Frau wurde dann für die SPD die erste Gemeinderätin in
Eichenau.

Der Kampf um die Verlegung der Haltestelle bestimmte viele Jahre die gesamte
städtebauliche Entwicklung. Der Interessentenverein schrieb 1923 an die
Eisenbahndirektion München, die Baugenossenschaft Eichenau gleichlautend an den
Wittelsbacher Ausgleichfonds ( Staatsgrund) u.a. wegen der Dringlichkeit der Schaffung
eines Eisenbahnhaltepunktes für die junge Siedlung. Der Plan wurde dann 1935
Wirklichkeit.3
„Die Haltestelle Roggenstein ist heute ganz zweckwidrig, weil sie gerade quer über der
Strasse liegt. Die Bahnsteiganschüttung reicht nicht annähernd für die Länge von
Personenzügen, so dass man in die ersten und letzten Wagen der stets überfüllten Züge
(früh und abends ) nur mit hohen Klimmzügen, Kinder die zahlreich täglich zur Schule
fahren, ältere Leute oder Frauen aber überhaupt nicht einsteigen können. ...
Die Haltestelle Roggenstein liegt eben gänzlich außerhalb des
Siedlungsbereiches der Kolonie Eichenau, nicht nur 1,5 km von ihrem jetzigen
und zukünftigen Mittelpunkt und fast 1 km von der nächsten Grenze ihrer
geschlossenen Wohngruppe entfernt,4 sondern vor allem überhaupt so abseits in
einem Winkel und Zwickel, dass die Haltestelle Roggenstein und die Siedlung Eichenau
nie zusammen kommen können, im Sinne des Verkehrs nie einheitlich werden können. ....
Von der heutigen Siedlung Eichenau war damals (bei der Errichtung des Haltepunktes
Roggenstein) noch nicht eine Spur vorhanden, auch vor 15- 20 Jahren noch nicht ( 1908 –
1913, Anm d. Verf.) Sie wurde erst während und nach dem Krieg geplant und dehnt sich
nun dauernd, täglich sozusagen immer mehr aus, unaufhaltsam, selbst heute in den
schlechten Zeiten, trotz der allgemeinen Baunot wachsend, jährlich um Dutzende von
Wohnhäusern usw. zunehmend. Und rapid wird erst recht dieses Wachstum, wenn die
heutigen Nöte des Geld-, Hypotheken usw Wesens in nicht mehr allzu fernen Zeiten sich
bessert. Dieses Wachstum geschieht aber nicht in Richtung auf die Haltestelle
Roggenstein, weil es durch andere grundlegende Faktoren und Verhältnisse bedingt ist
und sich niemals um Roggenstein gruppieren kann. Das zeigt schon ein erster Blick auf
den Plan von Eichenau, seine Wohnlage, seine Straßenzüge, seine Besitzverhältnisse usw
und nicht zuletzt- ein sehr wichtiger Umstand für eine Kleingartensiedlung wie Eichenau-
die Kenntnis von Grundwasser, Geländegestaltung und seiner scharf umrissenen
Bodenart.“

Die umfangreiche Legende weist aus, für wie viele Elemente Regelungen
zu treffen sind. Die wichtigste Festsetzung ist die Art der baulichen
Nutzung, denn daraus wird der dann rechtsverbindliche Bebauungsplan
abgeleitet. Die rote Farbe mit der Signatur „W“ legt den eigentlichen
Siedlungsbereich fest. Hier bietet sich ein Vergleich mit der
Siedlungsplanung von 1918 an.
Das Mischgebiet mit der dunkleren Farbe und der Signatur „Mi“ zieht sich
entland der Hauptstraße hin und zeigt das Gebiet, in dem Geschäfte und
Gewerbe dominant sein können. Das Gelände für die Technische
Universität (Geodäsie) wird extra ausgewiesen, ebenso wie reine
Gewerbeflächen und die Flächen für öffentliche Nutzung. Einzelne
Funktionen werden mit einer eigenen Signatur belegt. Bei den Straßen
werden wichtige Fuß- und Radwegverbindungen durch eine Punktelinie
hervorgehoben. Innerhalb der Grünflächen wird durch eine Signatur die
Funktion hervorgehoben und Schutzgebiete besonders ausgewiesen.
Besonders auffällig ist an diesem Plan, dass innerhalb des allgemeinen
Wohngebietes kleine „Grüninseln“ mit erhaltenswertem Baumbestand
ausgewiesen wurden. Hierauf musste dann bei der Ausweisung von
Baufeldern in den späteren Bebauungsplänen Rücksicht genommen
werden, was nicht immer das volle Verständnis der Bauwerber fand.
Am Beispiel eines Ausschnittes des Planes aus der Ortsmitte einige werden
von West nach Ost einige der erwähnten Punkte hervorgehoben . xxx
Xxxx Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan
Am linken Bildrand ist südlich der Moosstraße der Kiesweiher zu sehen, aus dem noch
nach dem 2. Weltkrieg die Eichenau Bürger in Eigenleistung Kies für den Straßenausbau
holten. Die gelben Flächen können landwirtschaftlich genutzt werden, alte Sommerhäuser
und Siedlungshäuser haben Bestandsschutz, dürfen aber nicht vergrößert werden.
Östlich des Kiesweiher verläuft die erste größere Nord-Süd Verbindung, „Am Bogen“,
ehemals Auenstraße, die lange den Ortsrand zu den feuchten,
überschwemmungsgefährdeten Wiesen bildete. Stichstraßen wie Bisamweg, Otterweg, ...
erschießen einzelne Siedlungsprojekte von Bauträgern. Links und rechts des
Starzelbaches sind erhaltenswerte Baumgruppen zu sehen, so auch die Kastaniengruppe
vor dem Gasthof „Zur Post“ oder die Bäume hinter der ehemaligen Wäscherei „Hiller“
zwischen Wiesenstraße und Kirchenstraße. Bei den Straßen ist die überörtlich wichtige
Hauptverkehrsstraße (Staatsstraße 2069) gelb hervorgehoben und links und rechts sind
bis zu einer Tiefe von 50 Metern öffentliche Flächen und Mischgebietsflächen
ausgewiesen. Xxx

Friedhof
Am 16.2.1924 berichtete das Brucker Wochenblatt über die
Jahreshauptversammlung des Interessentenvereins. „Dem Antrag des Vereins bei
der Gemeindeverwaltung Alling auf Errichtung eines Friedhof dahier wurde
stattgeben mit der Bedingung, daß der Gemeinde Alling hierfür keine Kosten
erwachsen.“5 Das war die Grundsteinlegung für den neuen Waldfriedhof, der von
nun ab in allen Kartenwerken und Werbeplänen auftauchte, aber bis zum ersten
Grabverkauf und dem Bau der Kapelle war es noch ein langer Weg. Im Juli 1925
begannen die ersten Arbeiten und im Dezember erfolgte die erste Beerdigung
der „Gütlerin“ Anna Mühlthaler aus der Schilfstraße 8, noch 4 Monate vor der
Grundsteinlegung der neuen Kirche. Das Leichenhaus wurde dann 1929 gebaut
und 1967, im Jahr des Baus des neuen Rathauses, durch den jetzt existierenden
Bau ersetzt.

Xxx Foto: Sammlung Rehm, BU Das erste Leichenhaus, ca 1935. Im Vergleich


zum Luftbild wird deutlich, wie die zuvor leere Fläche in 60 Jahren mit Bäumen
besetzt wurde.

Ein Friedhof zählt heute zu den öffentlichen Einrichtungen einer Gemeinde. Er soll
eine kostendeckende, sich selber finanzierende Struktur haben. 6 Schon im
allerersten bekannten Plan von Eichenau war 1916 ein großer Waldfriedhof im
Süden vorgesehen. Xxx Detailfoto 6x6 xxx Zusammen mit dem
Schopflachwäldchen und der „Spielwiese Eichenau“ sollte sich im Süden der
Gemeinde mit dem Waldfriedhof ein grüner Gürtel bilden.

Wichtig ist, dass Georg Popp den Friedhof für die geplante Größe der Gemeinde
von geschätzt 5000 bis 8000 Einwohner exzentrisch zur Ortsmitte der geplanten
Kirche und Schule legte. Wegen des hohen Grundwasserstandes wollte man
sicherlich auch ein eher etwas trockneres Gelände ausnutzen. Bei der
Überarbeitung des Planes 1924 wurde der Friedhof noch wesentlich erweitert und
eher zu einem Park gestaltet. Xxx Foto Detail Waldfriedhof xxx
Der Grund für den ersten Friedhof war kostenlos von der Baugenossenschaft
überlassen worden ( Urkunden liegen nicht vor), aber die Erweiterungsflächen
wurden später von der Gemeinde der Baugenossenschaft zum Marktpreis
abgekauft. Über die Kosten dafür kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen
und einem tiefgreifenden Zerwürfnis zwischen der Baugenossenschaft und
Bürgermeister Sebastian Niedermeier.7 Im Amtsblatt vom 31.5.1998 verkündete
der Bürgermeister stolz, dass der Friedhof um 8100 qm erweitert wurde und für
den Grunderwerb 1,786 Millionen DM ( ca. 916 000 Euro) gezahlt wurden. Für den
Ausbau der Wege und Brunnen wurden zusätzlich 650 000 DM ( ca. 328 000
Euro) aufgewendet.

Xxx Foto : Luftbild 1999 vor dem Bau des ALDI Ladens ( BU: Links am Bildrand
das Schopflach Wäldchen mit dem Waldfriedhof der Gemeinde Puchheim , quer
durch die Eichenaue das Ende der Olchinger Straße, die früher weiter links direkt
auf die Kreuzung zulief und über die heutige Holzkirchner Straße nach Alling
führte. Dort ist hinter dem Friedhof das alte Gebäude des gemeindlichen
Bauhofs zusehen ( heute Kreislager für Katastrophenfälle) , dann folgt das große
Betriebsgelände von ALDI. Die 1.Erweiterungsfläche des Friedhofs ist gut zu
sehen. Zwischen dem ehemaligen Bauhof und der heutigen Tannenstraße ist der
neue Bauhof entstanden sowie das Gebiet für die geplante neue Feuerwehr. xxx
)

xxx foto Aldi Laden mit alter Eiche xxx Foto Gumtau BU: Die alte Eiche wurd
druch die Straße und den Bau des Ladengeschäftes zu sehr geschädigt und
wurde gefällt. xxx

2001 wurde eine Urnenwand hinzugefügt, die im August 2006 noch erweitert
wurde. Eine aufgeschüttete Fläche hinter dem ALDI Laden bildet noch eine
weitere Vorratsfläche, so dass der Bedarf an Grabstellen auch für die Zukunft
gesichert erscheint. Der Parkplatz am Eingang soll noch erweitert und befestigt
werden.8 An der Erneuerung der Einfriedung wird im Zusammenhang mit dem
Ausbau der Staatsstraße geplant, so dass auch an einen besserer Schallschutz
gegenüber dem Verkehrslärm der Straße gedacht wird. 9 Xxx 2 Fotos heutiger
Friedhof nach Bedarf , Q gumtau BU: Neben dem Haupteingang im Norden hat
der Waldfriedhof noch zwei Nebeneingänge im Westen und Osten. Die neue
Kapelle ist mit Lautsprecheranlage und zwei Kühlräumen ausgestattet. xxx

Zusatz bei Bedarf im Anhang:


Kriegerheimstättensiedlungen, Exkurs im Anhang, wenn Interesse besteht.

Eichenau ist ein typisches Beispiel für die Siedlungsentwicklung im ganzen Reich
nach dem 1. Weltkrieg.

„Parallel zu den Veränderungen in der entstehenden Industriegesellschaft


entwickelte sich gleichzeitig ein bürgerlicher Siedlergeist als Reaktion auf die
städtebauliche Entwicklung, der um die Jahrhundertwende in Wohnsiedlungen und
Stadtrandsiedlungen erste Ansätze zeigte. Die Entflechtung der Großstädte wurde
angegangen, Schrebergärten wurden angelegt, Gartenstädte geplant und gebaut.
Bis Kriegsbeginn war ein umfangreicher staatlicher Verwaltungsapparat
aufgebaut: Siedlerberatungsstellen, Rentenbanken, Genossenschaftseinrichtungen
u. ä. mit ihren Publikationen wie z.B. das Archiv für innere Kolonisation (ab 1908).
Schon zu Kriegsbeginn machte man sich verstärkt Gedanken, wie die
Kriegsheimkehrer untergebracht werden sollten, und plante die Ansiedlung von
Kriegsinvaliden, Kriegerheimstätten, Friedensstädte sowie die innere Kolonisation
auf breiter Grundlage. Nach dem Kriege schritt man dann mittels Gesetzgebung
zur Tat: Anfang 1919 wurde die Reichssiedlungsverordnung erlassen, die im
August in ein Reichssiedlungsgesetz einging. Unbewirtschaftetes Moor- und
Ödland konnte, notfalls auf dem Enteignungswege, zur Bewirtschaftung
freigegeben werden. Von 1919 bis 1928 sind auf diese Weise auf 16.172 ha Moor-
und Ödland 1.761 Neusiedlerstellen gegründet worden. 1 Zur beschleunigten
Wiederansiedlung der aus Polen vertriebenen deutschstämmigen Ansiedler trat
zudem 1923 das Flüchtlingssiedlungsgesetz in Kraft. Ca. 2.500 Flüchtlinge
konnten in Brandenburg, Pommern und Schlesien auf neue Siedlungsstellen
vermittelt werden. Die Siedlungsfrage als Mittel zur Entspannung der
Wohnungsnot der Großstädte aus politischer und wirtschaftlicher Sicht war zwar
bereits nach 1918 andiskutiert worden, führte aber erst nach der Depression zu
politischen Maßnahmen.“ 2

1
Die Deutsche ländliche Siedlung, S. 4.
Ein Beispiel aus dem „letzten Dorf Berlins“, Lüdebars : „1920 wurde Lübars
Ortsteil des neu gegründeten 20. Berliner Verwaltungsbezirks Reinickendorf. Ein
Jahr später entstand die Kriegerheimstätten-Siedlung ( Herv. D. Verf.) an der
Platanenstraße, dem heutigen Zabel-Krüger-Damm .... Während der Inflation
verkauften Bauern Boden an Siedler. In jener Zeit entstanden auf Lübarser Terrain
mehrere Laubenkolonien, und 1935 wurde dann die AEG-Siedlung auf dem
Kienwerder errichtet. Die Einwohnerzahl stieg von 250 Personen im Jahre 1918 auf
5 500 in den 30er Jahren.“ 3
Der bekannte Architekt Fritz August Breuhaus de Groot, (Prof. u.a. TU
München, , Architekt und Kunstgewerbler ,geb. 09.02.1883 in Solingen, gest.
02.12.1960 in Köln-Rodenkirchen) baute nicht nur Villen zwischen Solingen und
Starnberger See sondern plante auch für die Kriegerheimstätten. (1920-1921:
Gartensiedlung in Köln-Bickendorf ,1920-1921: Kriegerheimstätten-Siedlung in
Köln-Holweide ) 4

„Der Typus der Gartenstadt (bzw. die Erwerbssiedlungen) aus den 1920er und
1930er Jahren verfolgte eine neue Siedlungsform, welche der Bevölkerung
leistbare, hochwertige und gesunde Wohnmöglichkeiten bieten sollte. Die
Gartenstadtidee konnte sich zwar stadträumlich nur punktuell durchsetzen, doch
verfügen die wenigen Beispiele in Wien (Siedlung Kriegerheimstätten,
Siedlung Hermeswiese bzw. Siedlung „Lockerwiese“, Freihofsiedlung etc.),
ebenso wie der damals einsetzende, experimentelle Siedlungsbau
(Werkbundsiedlung) über einen nach wie vor international beachteten und
beispielhaften, städtebaulichen Stellenwert.“ ( S. 57 /Stadtstruktur WIEN)
Was für Eichenau Josef Nibler war, das war für Duisburg Bissigkeim Hermann
Grothe. Wir können nicht nachweisen, dass Nibler die Schrift von Grothe gekannt
hat, aber es zeigt, dass diese Ideen im ganzen Reich virulent waren und viele
Nachahmer fanden.
Über die Geschichte Bissigheims schreibt Andreas Loch 5 : „Im Jahre 1915 gab
Hermann Grothe eine reich bebilderte Schrift über Gedanken und
Entwürfe einer Kriegerheimstätten-Siedlung heraus, die im
Baurundschauverlag Hamburg, unter dem Titel "Gartenstadt Wedau und
Heimstättenplanung Seitenhorst" erschien ist. Diese illustrierte Schrift
sandte Grothe an alle Ministerien des Reiches, Provinzialbehörden,
Verbände und Vereine. Dadurch erhielt auch der damalige General-
Gouverneur von Belgien, Freiherr von Bissing, sowie sein Mitarbeiter, der
Geheime Sanitätsrat Prof. Dr. Pannwitz, davon Kenntnis.

Grothe suchte durch Information neue Wege zur Schaffung von


Kriegerheimstätten, insbesondere für die Siedlung Seitenhorst, das
spätere Rheinisch-Bissingheim. Im Gegensatz zu Wedau mit seinen
2
Anne Feuchter-Schawelka, in: Handbuch der deutschen Reformbewegungen, isbn 3-87294-787-7, Retrieved from
http://www.societyofcontrol.com/ppmwiki/pmwiki.php/Main/SiedlungLandkommune
Page last modified on May 26, 2005, at 09:51 AM

3
Hans Aschenbrenner Lübars, das letzte Dorf Berlins, wurde 750 Jahre alt,
Edition Luisenstadt, Berlin, 1997
www.luise-berlin.de http://www.luise-berlin.de/Bms/bmstxt97/9712prob.htm

4
Ulrich Bücholdt , Bau- und Architekturhistoriker (M.A),
http://www.kmkbuecholdt.de/historisches/start.htm, 16.6.2006

5
http://www.v-p-l.de/bissingheim/test/geschichte_textform_1.html Beispiel für eine Ortsgeschichte im Netz
Reihenhäusern sollte die Siedlung Seitenhorst in offener Bauweise
errichtet werden. Den Häusern wollte man das benötigte Gartenland
beigeben, damit man die Abwässer und Abfälle selber verwerten konnte,
so dass eine Kanalisation oder Fäkalienabfuhr entfiel. Der Bau einer
Kanalisation in Wedau war ungeheuer schwierig und kostspielig
gewesen. ...

Die Schrift fand großen Beifall. Auf der Ausstellung für das
Siedlungswesen, die unter der Schirmherrschaft des Freiherrn von
Bissing in Brüssel stattfand, was da Modell der Siedlung "Seitenhorst"
vertreten und lenkte so die Aufmerksamkeit der Leitung auf die
Heimstättenplanung. Für eine Heimstättensiedlung hatte Grothe sich das
Gelände zwischen der Eisenbahn und der Huckinger Hecke angesehen.
Diese Waldungen mit Nadel- und Laubbäumen bewachsen, gehörten
größtenteils dem Grafen Spee zu Heltorf. Unermüdlich in vielen
Gesprächen mit dem Reichsgrafen konnte Grothe nun ein Gelände von
über 300 Morgen Wald östlich der Rheinischen Bahnlinie bis ein Jahr
nach dem Kriege für rund eine halbe Million Mark - 1.500 Mark je Morgen
- vertraglich sichern.

Grothe musste alle Kosten für die notarielle Ausstellung der Kataster-
und Grundbuchpapiere etc. selbst tragen, die bis an die Grenze seiner
Ersparnisse gingen. Nach schriftlicher Verständigung erfolgte nun eine
Besichtigung des Geländes durch den Geheimen Sanitätsrat Pannwitz
und die Zusage der Hilfe durch die Bissing-Stiftung. Der Anfang war
gemacht. Jetzt konnte weiter gearbeitet werden, ohne dass befürchtet
werden musste, dass das Baugelände wie in Wedau mit jedem Fortschritt
höher bewertet wurde. Unter Verzicht auf die Hälfte seines Gehaltes
wurde Grothe von seinen Vorstandsgeschäften beim Wohnungsverein
befreit und konnte sich un der Verwirklichung der
Kriegerheimstättensiedlung "Rheinisch-Bissingheim", wie sie jetzt heißen
sollte, widmen. Es gelang ihm, den Kreis und die Gemeinde Huckingen
als Gesellschafter zu gewinnen. Am 11. Februar 1918 konnte die "Rheinisch-
Bissingheim-Siedlungsgesellschaft m.b.H. zu Huckingen am Rhein" gegründet
werden.“

Auch der Heidelberger Stadtteil Pfaffengrund ist als Kriegerheimstättensiedlung


gegründet worden.6

„Noch im selben Jahr beginnen auf den weitläufigen Kartoffel- und Gemüseäckern
an der Straße zwischen Heidelberg und Eppelheim die Bauarbeiten nach einem
vom Leiter des Heidelberger Bezirksbauamts Dr. Schmieder ( wie in
Eichenau, Herv.d. Verf.) konzipierten Siedlungsplan. Dieser steht im Zeichen der
Gartenstadtbewegung und bevorzugt den Flachbau mit Gartenland, das die
Möglichkeit zu Gartenbau und Kleintierzucht eröffnet. Bereits Ende 1920 wird der
erste Bauabschnitt mit 103 Wohnungen seiner Bestimmung übergeben. Darin
finden 450 Menschen ein Unterkommen. Nach Vollendung des sechsten
Bauabschnitts leben hier 1850 Menschen in 388 Wohnungen.

Dem weiteren Ausbau der Siedlung Pfaffengrund folgt auch die allmähliche
Entwicklung der erforderlichen Infrastruktur mit Anschluss an das elektrische
Kabelnetz, Errichtung einer Notkirche der katholischen Kirchengemeinde und des
evangelischen Gemeindehauses sowie 1926 der Ersatz der provisorischen
6
Stadtverwaltung Heidelberg in: http://heidelberg.kivbf.de/servlet/PB/menu/1090301_l1/index.html
Schulbaracke durch ein massives Schulhaus. Läden entstehen: ein Metzger-, ein
Friseur-, ein Haushalts-, ein Schuh- und ein Papierwarengeschäft. Ein Arzt siedelt
sich an, ein Polizeiposten wird eingerichtet.

In den Jahren 1932 bis 1934, auf dem Höhepunkt der Massenarbeitslosigkeit, setzt
ein neuer Bauschub ein. 150 arbeitslose Familienväter erhalten Darlehen, um ein
Häuschen in Eigenarbeit zu errichten. 1935 schafft die Autobahntrasse eine
Grenze zwischen dem Pfaffengrund und Eppelheim, wodurch ein denkbares
Zusammenwachsen in der Folge verhindert wird. Auch nach dem zweiten
Weltkrieg herrscht wiederum Wohnungsnot. Innerhalb von nur fünf Jahren (1948-
53) entstehen, teilweise in Selbsthilfe insbesondere von Ausgebombten und
Heimatvertriebenen, 180 Wohnungen.“

Die Entwicklung Eichenaus lässt sich nicht nur als ein Modell am Stadtrand von
München verstehen, sondern muss im Zusammenhang der gesamten Entwicklung
im deutschen Reich verstanden werden.
1
Als Quellen dienen hauptsächlich die verschieden Kartenwerke (vergl. Anmerkung …) sowie die Akten aus dem
Staatsarchiv und dem Gemeindearchiv sowie viele Fotos aus der „Sammlung Rehm“ im Gemeindearchiv.
2
Heilmann zog 1984 in den Gemeinderat ein und kandidierte 1980 vergeblich zum Bürgermeister. Er hat sich besonders um
das Pfefferminzmuseum und die Ortsgeschichte verdient gemacht.
3
umfangreicher Schriftverkehr im GA Eichenau, sowie im Staatsarchiv
4
Hervorh. d. Verf.

Xxx
5
Nach Frau Handelshauser, (verstorben 2007) die viele Eichenauer als Totenfrau auf ihrem letzten Weg begleitete, wurde der erste Grabplatz aber schon
1917 verkauft.

6
In Eichenau wird ein Kostendeckungsgrad von 70 – 80 % Prozent erreicht, da der Gemeinderat nicht alle Investitionen
angerechnet haben will, um die Grabpreise nicht zu hoch ansetzen zu müssen.
7
Mündl. Mitteilung . XXx. Heiß, damaliger Vorstand der Baugenossenschaft, 21.9.2006
8
Mittelfristige Haushaltsplanung der Gemeinde Eichenau für 2008
9
Diskussion im Gemeinderat 2007, aber die Entscheidung wurde bis zum Ausbau der Staatsstraße vertagt.