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Das Epstein-Barr-Virus bei Brustkrebs

Von Elisabeth Rieping (12.03.2005)

Ich habe mal kurz aufgeschrieben mit welchen Problemen, die Suche nach dem Brustkrebsvirus des Menschen zu kämpfen hatte. Mehr dazu
habe ich auf dem englischen Teil meiner Homepage www.erieping.de. Aber hier mal eine Einführung in die Probleme: Das größte Problem ist
nämlich, dass das Virus vermutlich zellgebunden übertragen wird, so wie Aids und vielleicht auch die Hepatitisviren, da kenne ich mich nicht
so aus.

Und das hat man früher, als man das noch nicht wusste, nicht berücksichtigen können. Also hier mal ein Anfang der Probleme. Seit der
Entdeckung, dass Brusttumore der Maus durch einen Virus übertragen werden, hat man nach einem Virus gesucht, der die Krankheit
beim Menschen überträgt. Das übliche Verfahren zur Entdeckung eines Erregers, also die Übertragung auf eine andere Person, wurde aus
ethischen Gründen natürlich nicht versucht.

Stattdessen versuchte man, menschlichen Brustkrebs auf Mäuse zu übertragen. Aber bei den infizierten Mäusen stieg die Häufigkeit an
Brusttumoren nur leicht von einem auf drei Prozent an. Stattdessen wurde eine deutliche höhere Rate an Lymphomen, also Blutkrebs,
gefunden. Eigentlich ein aufregendes Ergebnis. Aber warum war abgesehen von dieser Arbeit keine weitere zu finden, in der die Übertragung
des menschlichen Brustkrebses auf Mäuse beschrieben wurde? Vermutlich doch nicht, weil es keiner versucht hatte, sondern weil es keiner
erfolgreich versucht hatte. Also warum war nur das oben beschriebene Experiment gelungen, ohne erfolgreich wiederholt worden zu sein?

Nun, während die Wissenschaftler das als Kontrolle benutzte Maustumor-Material filtrierten, um den Maus-Mammatumorvirus (MMTV) von
Zellen und Bakterien zu isolieren, gingen sie bei dem menschlichen Tumormaterial anders vor und wichen von der Filtration, der damaligen
Standardprozedur zur Isolation eines Virus, ab. Sie homogenisierten das Material aus menschlichen Tumoren, fügten Antibiotika zu, um
verunreinigende Bakterien abzutöten, zentrifugierten und benutzen dann die Interphase, also das Material, dass sich zwischen Zellen und
Fett abgesetzt hatte. Das ist natürlich keine so scharfe Trennung wie beim Filtrieren und so wird das benutzte Material auch Zellen enthalten
haben. Möglicherweise genug Zellen, um darin enthaltene latente Viren zu übertragen. Beim üblichen Filtrieren wäre nur ein zellgebunden
übertragbarer Virus außen vor geblieben.

Andere Forscher, die das Virus nicht haben übertragen können, werden Filter benutzt haben, da das die Standard Prozedur war. Denn es war
damals noch nicht bekannt, dass es Retroviren gibt, die wie der Rinderleukämie-Virus BLV (von Bovine Leukemia Virus) in vivo, also im
lebenden Tier, wenig Virusmaterial produzieren, vermutlich um der Immunantwort des Organismus zu entgehen. Viren, wie BLV und HIV (für
Human Immundeficiency Virus, der Aids überträgt) waren 1977 noch nicht sehr bekannt.

Später, nämlich 1995, gab es einen weiteren Bericht über die häufige Entwicklung von Mäuse-T-Zell-Lymphomen nach Implantierung von
Material von Patientinnen mit Inflammatorischem Brustkrebs auf Nacktmäuse. Das war im Grunde auch ein Bericht von der erfolgreichen
Übertragung von Brustkrebs auf ein Tier, der aber nicht so wahrgenommen wurde. Vermutlich waren die Experimente erfolgreich, weil Zellen
benutzt worden waren, und gaben so Anlass zu vermuten, das diese Krebszellen ein übertragbares Agens enthalten, das zellgebunden
übertragen wird.

Neun Jahre vorher hatte gezeigt werden können, dass Monozyten von Brustkrebspatientinnen Riesenzellen bilden können. Da die
Riesenzellbildung ein Zeichen einer viralen Infektion sein kann, wurde versucht, Retrovirus-Partikel zu finden und deren Reverse
Transkriptase nachzuweisen. Nachdem man mononukleäre Zellen von Brustkrebspatientinnen einige Tage angezüchtet hatte, konnte man
bei 97% Partikel nachweisen, die Reverse-Transkriptase-Aktivität zeigten. Bei dem Material von Kontrollpersonen war das nur bei 11% der
Fall. Die Transkriptasen arbeiteten außerdem besser mit Magnesium-Ionen als mit Mangan-Ionen, die von zellulären Transkriptasen
bevorzugt werden. Die Froscher um AlSumidaie setzten ihre Arbeit nicht weiter fort, weil zwei andere Gruppen, die sie wiederholen wollten,
diese Ergebnis nicht bestätigen könnten.

Eine Gruppe konnte die Monozyten erst gar nicht so züchten, dass sich Riesenzellen bildeten. Und sie fanden auch keine Reverse
Transkriptase-Aktivität. Allerdings fanden sie auch keine Reverse Transkriptase-Aktivität, wenn sie fremde Retroviren zur Kontrolle zugaben,
was darauf hätte hindeuten können, dass irgendetwas in ihren Medien Reverse Transkriptasen behinderte. Dem sind sie aber nicht
nachgegangen.

Die nächste Gruppe, die die Experimente von AlSumidaie wiederholen wollte, fand ganz anders als ihre Vorgänger Mengen von Riesenzellen.
Leider nicht nur in den Kulturen von Brustkrebspatientinnen, sondern auch in denen von gesunden Frauen. Diese Arbeit war nun
glücklicherweise sehr ausführlich und man konnte nachsehen, was sie anders gemacht hatten als AlSumidaie. Eine Änderung in ihrem
Versuchsprotokoll war, dass sie ein anderes Kulturmedium genommen hatten und zwar hatten sie gepooltes, das heißt zusammen
geschüttetes, Serum von Frauen genommen. AlSumidaie hatte Kälberserum benutzt. Kälberserum, das einzeln von gesunden
Jungtieren abgefüllt wird, ist sehr viel weniger wahrscheinlich verunreinigt als gepooltes Frauenserum.

Da in der ursprünglichen Arbeit ja gezeigt worden war, dass das Virus ja auch aus dem Material von etwa 10% der Kontrollpatientinnen
gezüchtet werden konnte, also von Frauen, die möglicherweise infiziert waren, ohne dass der Krebs sich schon nachweisbar entwickelt hatte,
ist es möglich, dass der für die massenhafte Riesenzellentwicklung nötige Virus aus dem zur Anzüchtung benutzten gepoolten Frauenserum
kam.
Gepooltes Frauenserum könnte den Virus von gesunden, aber mit einem Brustkrebsvirus infizierten Frauen enthalten.

Es war noch ein weiterer Aspekt dieser Arbeit interessant. Trotz der Riesenzellentwicklung ließ sich keine Reverse Transkriptase-Aktivität
nachweisen. Auch beigefügte Kontrollen, hier wurde MMTV, das Maus-Brust-Tumor-Virus benutzt, zeigten keine Virusaktivität. Das könnte
dafür sprechen, dass sich eine blockierende Substanz in dem gepoolten Frauenserum befand. Da die Ergebnisse von AlSumidaie nicht
wiederholt werden konnten, wurde die Suche und weitere Charakterisierung des menschlichen Brustkrebsvirus von der gesamten
Arbeitsgruppe eingestellt. Die Literaturangaben sind auf meiner Homepage, englischer Teil, nachzulesen. Die Übersetzung ins Deutsche ist
noch nicht fertig.
Ich habe mich schon seit langem für die Zusammenhänge zwischen Viren und Krebs interessiert. Bei der Maus kann man durch ein
Retrovirus das Maus-Mamma-Tumor-Virus Brusttumore auslösen und auch durch ein Polyoma-Virus, dass wesentlich weniger bekannt ist.
Die These von dem Epstein-Barr-Virus wird auch untersucht. Meine persönliche Meinung ist, dass es sich am wahrscheinlichsten um ein
durch Kuhmilch übertragenes Virus handelt. Denn seit man Kuhmilchprodukte zur Ernährung der Säuglinge benutzt, ist die Krankheit so
angestiegen und zwar bei den Frauen, die als Kind die Flasche bekommen haben. Also bei den seit 1870 und danach Geborenen. Zuerst
natürlich nur bei den Töchtern reicher Eltern, denn die Säuglingsnährmittel aus Milch waren sehr teuer, so dass die Kinder armer Mütter
gestillt werden mussten und deshalb viel seltener Brustkrebs bekamen.

Deshalb war die Krankheit früher wohl hauptsächlich eine Krankheit der reichen und gebildeten Frauen, weil nur reiche Eltern sich die
Flaschenernährung und gleichzeitig die Ausbildung der Töchter leisten konnten. Aber nach und nach wurde das Zeug im Vergleich zum
Einkommen immer billiger und in den reichen Ländern wie unserem, ist die Krankheit mittlerweile zur Volkskrankheit geworden. Nur in den
Ländern wo Kuhmilchprodukte als Nahrungsmittel für Säuglinge bis vor einigen Jahrzehnten noch selten benutzt wurden, wie in der
Volksrepublik China, ist die Krankheit noch nicht so verbreitet.

An und für sich gehen Viren durch Kochen zwar auch kaputt, aber viele Retroviren haben eine DNA-Form und kommen in dieser Form in
Zellen in der Milch vor. Diese DNA-Form geht durch Kochen nicht kaputt und kann durch die Kuhmilchprodukte auf Säuglinge übertragen
werden.
Möglicherweise haben auch Hunde und Katzen deshalb so viel Brustkrebs, denn sie kriegen auch so oft Kuhmilch von den Menschen. Vor
kurzem habe ich sogar zwei Berichte über Igel mit Brustkrebs gefunden. Die werden ja jetzt oft auch als Säuglinge zum Überwintern ins
Haus genommen und mit Kuhmilch gefüttert. Und das, obwohl überall steht, dass man das nicht machen soll. Welches Virus das ist,
interessiert mich auch sehr. Ob EBV oder ein Retrovirus. Es forscht kaum jemand daran. Alle interessieren sich nur für den AIDS-Virus.

Viren in Brustkrebsgewebe
Meldung: Arbeitskreis AKODH: Spielen beim Brustkrebs ähnlich wie beim Krebs des Gebärmutterhalses Viren eine Rolle? Als ausgewiesene
Risikofaktoren spielen bis heute Viren nur eine untergeordnete Rolle: hormonelle Faktoren (frühe Menarche, späte Menopause,
Kinderlosigkeit), genetische Fehler (Expression von HER2-neu-Oncogen, p53-Antikörper) und Ernährungsgewohnheiten (fettreiche Kost)
stehen im Vordergrund des Forschungsinteresses. Nun haben Wissenschaftler mit Hilfe hochempfindlicher Tests Genmaterial des Epstein-
Barr-Virus EBV in Brustkrebs-Gewebeproben nachgewiesen (Bericht: „Neue Zürcher Zeitung", Wissenschaftsteil, 22. September 99). Gut die
Hälfte der 100 untersuchten Proben seien positiv gewesen, wobei es sich vorwiegend um aggressive, rasch metastasierende Tumoren ohne
Hormon-Rezeptoren handelte. Im Gegensatz dazu war EBV-Virus-DNA lediglich in drei Gewebeproben von 30 gesunden Kontroll-Patientinnen
vorhanden, wie die im „Journal of the National Cancer Institute" (Bd 91, S. 1376) veröffentlichte Studie zeigte.

Bereits früher war bei Frauen mit Brustkrebs mit wechselndem Erfolg nach dem Erreger, der zur Familie der Herpes-Viren gehört, gefahndet
worden, allerdings mit anderen Methoden, und ohne wesentliches Ergebnis. Das Epstein-Barr-Virus führt beim Kleinkind zum Erythema
subitum, später zum Pfeifferschen Drüsenfieber. Zudem spielt EBV bei bestimmten Tumoren im Kopf-Hals-Bereich eine Rolle. Allerdings, so
die Autoren, ist mit diesen Resultaten noch nicht bewiesen, ob das Virus bei der Entstehung von aggressivem Brustkrebs tatsächlich eine
Rolle spielt und ob der Erreger als prognostischer Faktor genutzt werden könnte. Übertragen wird das Virus über den Speichel und durch
direkten Körperkontakt. Dem Medizinlexikon „Pschyrembel" zufolge haben 90 Prozent der Erwachsenen Antikörper dagegen im Blut, was auf
eine frühere Infektion hindeutet.

Frühe Menarche kommt durch zu gute Ernährung während der Kindheit zustande. Große und oder dicke Mädchen haben früher das
Mindestgewicht, dass man für die Menarche, also die erste Periode, braucht. Und ein Risiko dick zu werden, haben Flaschenkinder. Bei der
Ernährung mit der Flasche kann nämlich die Mutter oder wer sonst füttert, bestimmen wie viel das Kind trinkt. Bei der Brusternährung
bestimmt das Kind, wie viel es trinken will und lernt ein Sättigungsgefühl zu entwickeln. Flaschenkinder können das auch, wenn die Mutter
sie lässt. Aber früher war ein "gut genährter" Säugling oft der Wunsch aller Beteiligten und die Kinder wurden gedrängt bestimmte große
Mengen zu trinken und es ergab sich dadurch ein höheres Gewicht, schnelleres Wachstum und die Tendenz zum Übergewicht. Die
Flaschenkinder wachsen schneller, werden größer, haben später die bekannten Gewichtsprobleme und haben auch früher die Menarche.

Dickere Frauen kommen auch später in die Wechseljahre, weil sie im Fettgewebe auch noch Östrogene produzieren. Weil die
Säuglingsernährung früher teuer war, war sie meist Töchtern reicher Eltern vorbehalten, die auch eine gute Ausbildung für ihre Mädchen
finanzieren konnten. Frauen mit guter Ausbildung haben aber weniger und später Kinder. Viele bleiben auch kinderlos.
Und da haben wir dann die Riskofaktoren: Übergewicht, Körperlänge, frühe Menarche, späte Menopause, Kinderlosigkeit. Alle zu erklären
durch die Flaschenernährung und einem damit übertragenen Erreger.

Die Risikofaktoren sind von zahllosen Teams auf der ganzen Welt herausgefunden worden. Das heißt bei Risikofaktoren nicht, dass sie im
Einzelfall zutreffen müssen. Sie geben immer nur die Richtung an, in der gesucht werden muss. Zum Beispiel eine Freundin von mir mit
totalem Übergewicht, das sie gar nicht in den Griff bekommt, ist lange voll gestillt worden. Und dürfte als voll gestilltes Kind eigentlich ein
Sättigungsgefühl entwickelt haben können. Deshalb habe ich sie mal genauer gefragt, wie das bei war. Also der Vater war Kinderarzt, die
Mutter einiges jünger und hat, weil der Vater Kinderarzt war, ganz auf ihn gehört. Der Vater wollte, dass das Kind voll gestillt wurde und das
wurde es auch. Durch das Stillen alleine erreichte es aber nicht das erwünschte Gewicht. Denn die Tabellen legten das erwünschte höhere
Gewicht des amerikanischen Flaschenkindes zugrunde. Und da der Säugling nach jedem Stillen gewogen wurde und nach Maßgabe der
Tabelle nicht genug getrunken hatte, wurde dann zugefüttert. Dazu kam noch, dass der Vater, wie gesagt ein Kinderarzt, die Mutter bat, das
Kind nur während des Stillens/Fütterns aufzunehmen, da das Kind sonst weder Ordnung noch Pünktlichkeit lernen würde. Das war nämlich
damals die Ansicht. Also lernte das Kind, dass es Zuwendung nur beim Essen bekam. So wurde die Grundlage für ein lebenslanges
Übergewicht bei einem lange gestillten Brustkind gelegt.

Der Mutter, einer sehr liebevollen Frau, fiel es sehr schwer, ihr Kind gar nicht zu knuddeln und auf den Arm zu nehmen, außer beim Füttern.
Aber da ihr Mann so eine Autoritätsperson für sie war und sie das Schreien des armen Kindes, das öfter auf den Arm wollte, einfach nicht
ertragen konnte, hat sie das Kind in ein abgelegenes Zimmer des Hauses gelegt. Zwei Türen zwischen sich und dem Kind geschlossen und
sich an den Zeitplan gehalten und zwar bei meiner Freundin und ihrer Schwester, die beide schreckliche Gewichtsprobleme haben.
Bei dem danach geborenen Sohn hat sie sich nicht mehr daran gehalten und er hat auch eine ganz normale Figur. Im Schnitt läuft das
natürlich anders. Und nur im Durchschnitt sind eben Brustkinder schlanker und haben weniger Gewichtsprobleme. Aber auch andere
Brustkinder können zum Bespiel im Krankenhaus oder wenn sie bei der Oma sind, mal ein Fläschchen bekommen haben. Für
eine Ansteckung kann das ausreichen. Um die anderen Züge eines typischen Flaschenkindes zu entwickeln aber nicht. Deshalb darf man
Risikofaktoren immer nur als Hinweise dafür nehmen, wo man nach eine Ursache bzw. Infektionsquelle suchen muss. Und nicht als Ursache
selbst. Also wenn man den Risikofaktor Gewicht nimmt, bringt es für eine erwachsene Frau natürlich gar nichts, abzunehmen und das
Brustkrebsrisiko zu vermindern. Sondern das Körpergewicht oder die Körperlange sind ja nur Hinweise in Richtung Infektionsquelle und nicht
die Ursache.

Bei AIDS hat man die Risikofaktoren ja auch als Hinweise genommen und ist auch schnell, also in wenigen Jahren, auf die Infektionsquelle
gestoßen. Bei Brustkrebs versucht man gar nicht, herauszufinden, wie die Risikofaktoren mit einer Infektionsquelle zusammenhängen
können. Vielleicht weil der Abstand zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit viel länger ist. Zwar sind jetzt viele Epidemiologen, zum
Beispiel Trichopoulos in Harvard, auch so weit, dass sie sagen, es muss was ganz Frühes im Laufe des Lebens sein.

Aber sie kommen nicht auf die Säuglingsernährung. Sie sind immer mit den Hormonen zugange. Obwohl Frauen schon immer Hormone
haben und das auch überall auf der Welt. Aber der rasende Anstieg der Brustkrebshäufigkeit ist in den nach 1870 geborenen Frauen
aufgetreten, seit Henri Nestle die Flaschenernährung erfunden und populär gemacht hat. Und seitdem breitet sich die Krankheit auf der
ganzen Welt aus.

Was ist das erste, was in Katastrophengebiete gebracht wird? Du ahnst es! Und so haben wir es bald überall.

Und nicht nur wir, sondern auch Hunde, Katzen und mittlerweile sogar Igel, sowie mit der Flasche aufgezogene Zootiere. Nur die Kuh kriegt
keinen Brustkrebs. Weil es ihr eigener Virus ist. Um mit einem Virus in einem Tier Krebs zu verursachen, muss man nämlich den Virus eines
anderen Tieres nehmen und ihn möglichst früh im Säuglingsalter geben. Das war eine der ersten Erkenntnisse der Tumorvirologie. Vorher
hat man oft hundert erwachsene Mäuse mit einem Virusstamm infiziert und dann bekam man eine Maus mit Tumor und die ganzen
anderen Mäuse hatte man umsonst aufgezogen.

Erst als man erkannte, dass man neugeborene Tiere und einen Virus einer anderen Tierart nehmen muss, bekam man eine hohe
Tumorausbeute und konnte viel einfacher arbeiten. Aber bei Brustkrebs arbeiten Epidemiologen und Kliniker und Virologen nicht zusammen.
Eine ganz traurige Geschichte, sonst wären wir da nämlich auch schon weiter gekommen wie bei AIDS.

90% aller Menschen sind vom Epstein Barr Virus infiziert. Hier mal ein Link zu einem neuen Übersichtsartikel:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/q..._uids=15541197. Auch in China ist der Epstein-Barr-Virus sehr verbreitet. Aber Brustkrebs ist dort
sehr selten. Wenn man nach Viren sucht, die Brustkrebs verursachen, sollte man gucken, welcher Virus speziell da vorkommt, wo Brustkrebs
verbreitet ist. Und wenn man sich die Verbreitung von Brustkrebs ansieht, ist eine Epstein-Barr-Virus-Infektion nicht besonders
wahrscheinlich.