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Vermessungswesen GL Unterlagen zur LV 520.154 Univ. Prof. Dr. W. Lienhart Februar 2015 Institut für

Vermessungswesen GL

Unterlagen zur LV 520.154

Univ. Prof. Dr. W. Lienhart

GL Unterlagen zur LV 520.154 Univ. Prof. Dr. W. Lienhart Februar 2015 Institut für Ingenieurgeodäsie und

Februar 2015

Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme http://www.igms.TUGraz.at

V O R W O R T

Das Ziel dieser Vorlesung mit den anschließenden Übungen ist, dem angehenden Bauingenieur einen Überblick über das Fachgebiet, die Arbeiten und vor allem die Produkte der Vermessungsingenieure zu geben. Weiters soll die Fähigkeit zur Ausführung von einfachen Vermessungen vermittelt und die kompetente Kommunikation mit dem Vermessungsfachmann im späteren Berufsleben gesichert werden.

Die Gestaltung des Inhaltes von Vorlesungen und Übungen ist sicherlich eine überregionale Aufgabe. Die Lehrinhalte sind ständig an die Weiterentwicklung der Fachgebiete und Methoden anzupassen. Die neuen audio-visuellen Möglichkeiten verursachen aber einen gewaltigen Aufwand in der Aufbereitung der Präsentationen, der zurzeit für jedes Fachgebiet an jedem Ausbildungsstandort geleistet wird.

Aus diesem Grund haben die unten genannten Geodäsie-Professoren der Bauhaus- Universität Weimar, ETH Zürich, TU Darmstadt und TU Graz die Zusammenarbeit zur Abstimmung der Lehrinhalte und zum Austausch von Unterrichtsmaterial für das Fachgebiet „Vermessungswesen“ beschlossen. Eine Steigerung der Effizienz und Qualität der Vortragsmaterialien und damit eine Verbesserung der Grundlagen für die Studierenden soll damit erreicht werden.

Allen Mitarbeitern an den vier Instituten soll vielmals für Ihr Engagement bei der Erstellung der Skripten gedankt werden.

Prof. Dr.-Ing. Willfried Schwarz

Skripten gedankt werden. Prof. Dr.-Ing. Willfried Schwarz Prof. Dr Hilmar Ingensand Graz, im Februar 2015
Prof. Dr.-Ing. Willfried Schwarz Prof. Dr Hilmar Ingensand Graz, im Februar 2015 Prof.Dr.-Ing. Harald Schlemmer

Graz, im Februar 2015

Prof.Dr.-Ing. Harald Schlemmer

Dr Hilmar Ingensand Graz, im Februar 2015 Prof.Dr.-Ing. Harald Schlemmer Univ.Prof.Dr. Werner Lienhart Werner Lienhart

Univ.Prof.Dr. Werner Lienhart

Dr Hilmar Ingensand Graz, im Februar 2015 Prof.Dr.-Ing. Harald Schlemmer Univ.Prof.Dr. Werner Lienhart Werner Lienhart

Werner Lienhart

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einführung

2 Grundlagen

3 Referenzsysteme

4 Statistische Grundlagen 1

5 Projektionen und geometrische Reduktionen

6 Bauelemente der Instrumente

7 Nivellement

8 Theodolit und Richtungsmessung

9 Distanzmessung

10 Moderne Totalstationen

11 Trigonometrische Höhenmessung

12 Punktbestimmung

13 Laserscanning

14 GPS

15 Photogrammetrie

16 Praktische Vermessung

17 Planungsgrundlagen

18 Absteckung

19 Trassierung

20 Statistische Grundlagen 2

21 Ingenieurgeodätische Netze

22 Spezialvermessungen

23 Fallbeispiele

Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme, Technische Universität Graz http://www.igms.TUGraz.at

Vermessungswesen GL (LV 520.154) Prof. W. Lienhart
Vermessungswesen GL (LV 520.154)
Prof. W. Lienhart
Vermessungswesen GL (LV 520.154) Prof. W. Lienhart © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme http://www.igms.tugraz.at LIWE,

© Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

1 - 1

1 Einführung Quelle: Spectra Precision
1
Einführung
Quelle: Spectra Precision
1 - 1 1 Einführung Quelle: Spectra Precision © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

1 - 2

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (1) Die Absteckung und Einmessung eines Prüffeldes (Lage und Höhe) soll
Motivation - Einige Fragen (1)
Die Absteckung und Einmessung eines Prüffeldes
(Lage und Höhe) soll mit einer bestimmten
Genauigkeit (z.B. 0.2 mm) erfolgen.
Kann die mit einer Messmethode (z.B. Theodolit)
erreichbare Präzision bereits vor der Messung
abgeschätzt werden?
BTZ1.jpg
Ist die geforderte Präzision tatsächlich notwendig
und wirtschaftlich (Kosten- bzw. Zeitaufwand)
vertretbar?
BTZ2.jpg
(Kosten- bzw. Zeitaufwand) vertretbar? BTZ2.jpg © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

1 - 3

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (2) An einer Stützmauer wurden Überwachungsmessungen durchgeführt. Der Geodät stellt
Motivation - Einige Fragen (2)
An einer Stützmauer wurden
Überwachungsmessungen durchgeführt.
Der Geodät stellt die Ergebnisse in einem Plan mit
Fehlerellipsen zur Verfügung.
Wie interpretiert der Bauingenieur die
Konfindenzellipsen?
PolarPunkt_Gradenbach.jpg
P = 39%
Quelle: IGMS
P = 95%
x
y
P = 39% Quelle: IGMS P = 95% x y © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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1 - 4

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (3) Der Bauingenieur hat Bautoleranzen von Fertigteilen bestimmt. Der Geodät spricht
Motivation - Einige Fragen (3)
Der Bauingenieur hat Bautoleranzen
von Fertigteilen bestimmt.
Der Geodät spricht aber von der
Standardabweichung seiner
Absteckung.
Sprechen beide vom selben?
seiner Absteckung. Sprechen beide vom selben? © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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1 - 5

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (4) Welches Höhensystem ist für ein großes Wasserbauprojekt geeignet?
Motivation - Einige Fragen (4)
Welches Höhensystem ist für ein großes
Wasserbauprojekt geeignet?
Schlegeis_Ziller.JPG
Quelle: Tauernkraft
Schlegeis_ziller_querschnitt1.JPG
Quelle: Tauernkraft
Schlegeis_ziller_querschnitt1.JPG Quelle: Tauernkraft © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

1 - 6

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (5) Ein Objekt soll hochauflösend 3 dimensional erfasst werden. Wie ist
Motivation - Einige Fragen (5)
Ein Objekt soll hochauflösend 3
dimensional erfasst werden.
Wie ist die Datenaufnahme effizient
möglich?
werden. Wie ist die Datenaufnahme effizient möglich? © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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1 - 7

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (6) Auf der Baustelle ist ein Messpunkt verloren gegangen. Er soll
Motivation - Einige Fragen (6)
Auf der Baustelle ist ein Messpunkt verloren
gegangen. Er soll wiederhergestellt werden.
x
Wie macht man das?
mess_pkt.JPG
Wie wird die Wiederherstellung kontrolliert?
y
Kompetenzzentrum3.JPG
Wiederherstellung kontrolliert? y Kompetenzzentrum3.JPG © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (7) Ein Gebäude verändert aufgrund der Umgebungsbedingungen permanent seine Form. Wie
Motivation - Einige Fragen (7)
Ein Gebäude verändert aufgrund der
Umgebungsbedingungen permanent seine Form.
Wie wird die Schalung eingerichtet?
Quelle: Leica
Form. Wie wird die Schalung eingerichtet? Quelle: Leica © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

1 - 9

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Motivation - Einige Fragen (8) Eine vorgefertigtes Objekt wird in seine endgültige Position verschoben. Wie
Motivation - Einige Fragen (8)
Eine vorgefertigtes Objekt wird in seine endgültige
Position verschoben. Wie überprüft man die
Geometrie?
Eisenbahnbrücke: 2200 t, 82.5 m Länge:
Verschub über Autobahn: 100 m längs, 10 m quer
m Länge: Verschub über Autobahn: 100 m längs, 10 m quer © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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1 - 10

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Lehrziele

Randbedingungen

• 2 SWS Vorlesung

• Studierende im 2. Semester

• Inhalte aus Mathematik 1 und Experimentalphysik 1 werden vorausgesetzt!

Ziele

• Grundlegende Konzepte von Vermessungen verstehen lernen

• Relevanz für das Bauwesen zeigen

• Instrumentenkunde auf das Wichtigste reduzieren

• Die studierten Grundlagen sollen allgemein anwendbar sein

• Grundlagen der 3D Datenerfassung verstehen

• Die Übungen sollen das Verständnis vertiefen und einfache Anwendungen sollen erlernt werden

vertiefen und einfache Anwendungen sollen erlernt werden © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

1 - 11

Ablauf

Art der Lehrveranstaltung und Prüfungen

• Art der Lehrveranstaltung: VU

• Die Lehrveranstaltung besteht Vorlesung und Rechenübungen

• Beurteilung: 2 Tests + Abschlussklausur + Möglichkeit für Bonuspunkte im Rahmen der Rechenübungen

• Die Abschlussklausur kann max. 2 Mal wiederholt werden, danach muss die gesamte VU erneut besucht werden.

werden, danach muss die gesamte VU erneut besucht werden. © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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1 - 12

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Beurteilung
Beurteilung
Beurteilung © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme http://www.igms.tugraz.at LIWE, VW - VO 1 - 13

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1 - 13

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Termine und Vorlesungsunterlagen Termineinteilung für Vorlesung und Übung ist im TUG online abrufbar Vorlesungs- und
Termine und Vorlesungsunterlagen
Termineinteilung für Vorlesung und Übung ist im TUG online abrufbar
Vorlesungs- und Übungsunterlagen sind im TUG online abrufbar
und Übungsunterlagen sind im TUG online abrufbar © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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1 - 14

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

Empfohlene Literatur Witte B., Schmidt H. Papula L. (2003): (2004): Vermessungskunde und Grundlagen der Statistik
Empfohlene Literatur
Witte B., Schmidt H.
Papula L. (2003):
(2004):
Vermessungskunde
und Grundlagen der
Statistik für das
Bauwesen,
5.Aufl., Wichmann Verlag
Mathematische
Formelsammlung für
Ingenieure und
Naturwissenschaftler
8. Aufl., Vieweg Verlag
Kahmen H. (2005):
Vermessungskunde,
20. Aufl., de Gruyter
Verlag
Welsch W., Heunecke O.,
Kuhlmann H. (2000):
Handbuch
Ingenieurgeodäsie –
Auswertung geodätischer
Überwachungsmessungen
1. Aufl., Wichmann Verlag
Überwachungsmessungen 1. Aufl., Wichmann Verlag © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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1 - 15

[VW_2015_Einfuehrung.ppt]

2 Grundlagen (Quelle: BEV)
2
Grundlagen
(Quelle: BEV)
2 Grundlagen (Quelle: BEV) © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme http://www.igms.tugraz.at LIWE, VW - VO 2 - 1

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2 - 1

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Definition der Geodäsie Definition Die Geodäsie hat zuverlässige Aussagen über das Ausmaß und die Gestalt
Definition der Geodäsie
Definition
Die Geodäsie hat zuverlässige Aussagen über das Ausmaß und die Gestalt der Erde,
Teile der Erdoberfläche und der auf der Erde vorhandenen Strukturen sowie deren
zeitlichen Veränderungen zu geben: durch messende Erfassung, modellgerechte
Verarbeitung und Darstellung in der für verschiedene Anwendungen zweckmäßigsten
Form.
Geodäsie
Angewandte Geodäsie
Erd- und Landesvermessung als
Wissenschaft
Praktische Vermessung als
technische Disziplin
Schwerefeld der Erde
gravity.JPG
Quelle: Geodäsie TUG
S10_Tulln.JPG
der Erde gravity.JPG Quelle: Geodäsie TUG S10_Tulln.JPG © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 2

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Grundaufgaben Aufgabe Die Vermessung von relevanten Objekten und die Erstellung von Karten und Plänen aus
Grundaufgaben
Aufgabe
Die Vermessung von relevanten Objekten und die Erstellung von Karten und
Plänen aus den Messdaten
und die Erstellung von Karten und Plänen aus den Messdaten © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 3

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Grundaufgaben oder Die Absteckung von geplanten Objekten in der Natur
Grundaufgaben
oder
Die Absteckung von geplanten Objekten in der Natur
oder Die Absteckung von geplanten Objekten in der Natur © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 4

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Der Vermessungsingenieur in den Phasen eines Bauprojektes Konzeptphase: Vermessungsingenieur (VI) liefert
Der Vermessungsingenieur in den Phasen eines Bauprojektes
Konzeptphase:
Vermessungsingenieur (VI) liefert Grundlagenpläne (Luftbilder, Konzeptkarte 1 : 10 000, …)
für Grobplanung
Detailplanung:
Detailpläne für ausgewählte Varianten (typischerweise Maßstab 1 : 1 000 – 1 : 200)
VI
erhebt geodätische Referenz- und Höhenpunkte oder schafft sie
Ermittlung der Grundstücksgrenzen und Einarbeitung in die Katastralmappe
Detailvermessung terrestrisch, GPS oder Photogrammetrie
Absteckung:
Nach erfolgter Detailplanung und Baugenehmigung überträgt der VI das Bauprojekt in die Natur
Referenzpunkte werden verwendet, um Projektpunkte kontrolliert in der Natur abzustecken
Bauphase:
Deformationsmessungen (z.B. bei der Neuen Österreichischen Tunnelbauweise) werden
ausgeführt, als Entscheidungsgrundlage für bautechnische Maßnahmen
In
der Bauphase ist es oft notwendig, dass der Bauingenieur selbst kleinere Vermessungen
vornimmt (Absteckung verlorengegangener Punkte, kleinräumige Höhenübertragungen)
Überwachung:
Nach Bauabschluß müssen bestimmte Bauwerke, z.B. Staudämme, überwacht werden
Überwachungssysteme bereits in der Konzeptphase berücksichtigen
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 5
Voraussetzungen bei Bauprojekten Beispiel Fehmarnbelt Fixed Link • Eisenbahnverbindung von Deutschland nach
Voraussetzungen bei Bauprojekten
Beispiel Fehmarnbelt Fixed Link
• Eisenbahnverbindung von
Deutschland nach Dänemark
Geodätische Infrastruktur
• Instrumentarium
• Referenzrahmen
(spannungsfreies
Koordinatensystem)
• Definition der Projektion für die
Lagedarstellung
• Definition eines Höhensystems
• Transformationsparameter für
die Übergänge in die
Landessysteme
für die Übergänge in die Landessysteme © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 6

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Messgrößen und Maßzahlen

Messgrößen

• Durch Vergleich mit Normal (Messung) gewonnene Aussage über tatsächliche Größe

• Statistische Unsicherheit

• Physikalische Größe ist Produkt aus Zahl und Einheit

Maßzahlen

• Definierte Zahlen, z.B. Sollwerte aus Planung (fix!)

SI-Einheiten (7 Basiseinheiten) SI … Système international d'unités

• Länge [m]

• Masse [kg]

• Zeit [s] (Periodendauer eines atomaren Vorganges)

• elektrische Stromstärke [A]

• Thermodynamische Temperatur [K]

• Stoffmenge [mol]

• Lichtstärke [cd]

Davon abgeleitete Einheiten (exemplarisch):

• Fläche [m²]

• Volumen [m³]

• Ebener Winkel [rad]

• Frequenz [Hz]

• Kraft [N] [kg·m/s²]

• Druck [Pa] [N/m²]

• Maßstab [ppm]

© Ingenieurgeodäsie und Messsysteme LIWE, VW - VO http://www.igms.tugraz.at [VW_2015_Grundlagen.ppt] 2 - 7
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LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 7
Winkelmaße (1)
VW_002_3.dwg
1 rad (Radiant)
Ist der Winkel, der bei einem Radius r = 1m einer
Bogenlänge von b = 1m entspricht. Damit folgt der
Zentriwinkel des Vollkreises zu 2π.
b
α =
r
Zusammenhang zwischen gebräuchlichen Winkelmaßen:
2π ≡ 360° ≡ 400 gon
Radiant
1 rad
Hexagesimale Altgrad
1° ≡ 60′ ≡ 3 600″
Gon (Neugrad)
1 gon ≡ 1 000 mgon ≡ 10 000 cc
Umrechnungen:
α gon
α
°
α
"
r °= 180°/ π ≈ 57.296
α
= =
=
r ″
≈ 206 264.8
ρ gon
ρ
°
ρ
"
r gon ≈ 63.661977
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LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 8
Winkelmaße (2) Beispiel (Winkelmessung) • Eine Totalstation hat eine Winkelgenauigkeit von 1“ • Wie genau
Winkelmaße (2)
Beispiel (Winkelmessung)
• Eine Totalstation hat eine
Winkelgenauigkeit von 1“
• Wie genau kann damit ein Ziel in einer
Distanz von 1 km gemessen werden
r = 1 km
b
α = 0.3 mgon
α
=
b = r ⋅
α
r
b = ?
a gon
− 3
0.3 10
π
6
=
r ⋅
=
1 10
=
1.5 ⋅
π =
4.7 mm
ρ gon
200
b = 4.7 mm
1 10 ⋅ = 1.5 ⋅ π = 4.7 mm ρ gon 200 b = 4.7

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LIWE, VW - VO

2 - 9

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Winkelmaße (3) Beispiel (Winkelmessung) Theodolit r = 30 mm • Teilkreis weist genannte Abmessungen auf
Winkelmaße (3)
Beispiel (Winkelmessung)
Theodolit
r
= 30 mm
• Teilkreis weist genannte Abmessungen
auf
α = 0.3 mgon
b
= ?
• Positionsauflösung am Kreisbogen
muss mit ca. 0.14 µm erfolgen, um
Winkel auf 0.3 mgon zu erhalten
b
α
=
b = r ⋅
α
r
gon
3
a
0.3 ⋅ 10
π
− 3
b
=
r
=
30
=
0.14 10
mm
ρ gon
200
b = 0.14 µm
Abschätzung:
cc
1" ≅ 3
Quelle: Leica
= 0.14 µm Abschätzung: cc 1" ≅ 3 Quelle: Leica © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 10

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Länge und Neigung Länge Definition des Meters: 1 Meter ist die Strecke, die Licht im
Länge und Neigung
Länge
Definition des Meters:
1 Meter ist die Strecke, die Licht im Vakuum in 1 / 299 792 458 s durchläuft.
Anmerkung:
c als Naturkonstante definiert
Zeitmessung heute auf 10 -15 möglich
Definition „Neigung“
Lokale
Lotrichtung
Auf Horizontale bezogene
Schiefstellung eines Objektes
β
Horizontale
Äquipotential-
flächen
g
Verschiedene Angaben der Neigung
• Neigungswinkel β
• Gefällverhältnis 1 : n
p
h
1
p
[%]
• Böschungsverhältnis h : d
h
tan β =
=
=
β 1
d
n
100
• Prozentangaben p [%, %o ]
0 n
d
100
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LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 11
Figur der Erde: Frühe Vorstellung Frühe Vorstellung von der Erdfigur (um 1000 v. Chr.) •
Figur der Erde: Frühe Vorstellung
Frühe Vorstellung von der Erdfigur (um 1000 v. Chr.)
• Vorstellung: Erde als gekrümmte Scheibe, von vier Elefanten getragen
• Lebensbereich einzelner Menschen: sehr kleiner Bereich der Erde
Entdeckung der Kugelgestalt der Erde
Himmel
Kann nicht eindeutig zugeschrieben werden,
dürfte aber um ca. 550 v. Chr. gewesen sein
Einige Überlegungen
• Warum ist die Sonne nicht immer sichtbar?
• Warum wandern Sterne und stehen in der
nächsten Nacht wieder an der gleichen
Position?
schild.jpg
Quelle: AvH Magazin 69/1997
gleichen Position? schild.jpg Quelle: AvH Magazin 69/1997 © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 12

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Bestimmung des Erdradius nach Eratosthenes Beobachtung (zur Zeit der Sommersonnenwende, zu Mittag) • Objekte in
Bestimmung des Erdradius nach Eratosthenes
Beobachtung (zur Zeit der Sommersonnenwende, zu Mittag)
• Objekte in Syene werfen keinen Schatten
• Objekte in Alexandria werfen Schatten
Winkel α zwischen Sonnenstrahlen und Lotrichtung entspricht
Zentriwinkel des Meridianbogens zwischen Alexandria und
Syene
Bekannte Größen:
Eratos.jpg
• Winkel α zwischen Sonnenstrahlen und Lotrichtung
(gemessen)
Quelle: AvH Magazin 69/1997
• Entfernung s Alexandria – Syene bekannt
(Schiffsreisen, Karavanen, beamtete Schrittzähler,?)
a = 1/50 Vollkreis
s = 5 000 Stadien
Annahme:
Alexandria – Syene am selben Meridian (Richtung des
Schattens)
Erdumfang = 250 000 Stadien
Berechnet um 250 v.Chr.
Erdumfang = 37 125 km
R = 5 909 km
Annahme (Quellen):
1 Stadion = 148.5 m
Genauigkeit also ca. 10%
(Quellen): 1 Stadion = 148.5 m Genauigkeit also ca. 10% © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 13

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Erdfigur und Schwerefeld

Messungen müssen in einem Modell der Erdfigur ausdrückbar und verwertbar sein. Zustände und Veränderungen der Erdoberfläche müssen darstellbar sein. Modell muss eindeutig definiert sein.

Modell für die Erdfigur muss folgende Anforderungen erfüllen:

• Bezugsfläche (physikalisch definiert) für Messungen

• Bezugsfläche (mathematisch definiert) für Berechnungen

• Ausreichende Annäherung der Erdfigur

Physische Erdoberfläche: stark strukturiert, große zeitliche Veränderungen

Als Modell nicht geeignet

Zunächst getrennte Betrachtung von physikalischem und mathematischem Modell:

• Messungen stehen meist in Zusammenhang mit der Richtung der Schwerkraft

• physikalischer Bezug: Schwerefeld, Form ist in erster Näherung rotationssymmetrisch

• mathematischer Bezug: Kugel, Rotationsellipsoid

• mathematischer Bezug: Kugel, Rotationsellipsoid © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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LIWE, VW - VO

2 - 14

[VW_2015_Grundlagen.ppt]

Das Schwerefeld der Erde (1) m b M =1 Punktmasse Newton‘sches Gravitationsgesetz: m b =
Das Schwerefeld der Erde (1)
m
b
M =1
Punktmasse
Newton‘sches Gravitationsgesetz:
m
b
= G
l
2
l
11
3
1
2
Gravitationskonstante:
G ≈
6.67 10
m kg
s
m
l
Gravitationsbeschleunigung:
b = −
G
=
grad V
2
l
l
m
Gravitationspotential:
V (l) = G
l
3
2.6
ρ
13 g/cm
3
ρ
≈ 5.5 g/cm
Im Außenraum der Erde
ρ
Gravitationspotential:
V (
r
)
=
G
∫∫∫
d v
l
Erde
Gravitationsbeschleunigung:
b = gradV
© Ingenieurgeodäsie und Messsysteme LIWE, VW - VO http://www.igms.tugraz.at [VW_2015_Grundlagen.ppt] 2 - 15 Das
© Ingenieurgeodäsie und Messsysteme
LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 15
Das Schwerefeld der Erde (2)
Zentrifugalbeschleunigung
2
Zentrifugalbeschleunigung:
z
=
ω p
= grad Φ
2
2
ω
2 ω
2
Zentrifugalpotential:
Φ
(
r
)
=
p
=
(
r ⋅
cos
ϕ
)
2
2
2
π
− 15
− 1
ω ≈
7.3 10
s
24
h
r ϕ
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LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 16
Das Schwerefeld der Erde (3) + = r ϕ Schwerepotential: W (r) =V (r) +
Das Schwerefeld der Erde (3)
+
=
r ϕ
Schwerepotential:
W (r) =V (r) + Φ(r)
g = gradW
Schwerebeschleunigung:
Betrag der Schwerebeschleunigung:
g =
g
-2
Zahlenwerte:
9.78
≤ g ≤
9.83[ms ]
Geschlossene Flächen im Schwerefeld mit W(r)=const sind die Äquipotentialflächen des
Erdschwerefeldes. Die Richtung des Gradienten (grad W) ist die lokale Lotrichtung.
© Ingenieurgeodäsie und Messsysteme LIWE, VW - VO http://www.igms.tugraz.at [VW_2015_Grundlagen.ppt] 2 - 17 Die
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2 - 17
Die Äquipotentialflächen (Niveauflächen) des Erdschwerefeldes
Ableitung der Schwere in Richtung der äußeren Normalen auf die Niveaufläche:
d
W
= − g
dW = −g dh
d h
h W+dW
Störmassen, Masseninhomogenitäten, Fliehkraft:
dh
W
• Äquipotentialflächen des Erdschwerefeldes nicht parallel
• Lotlinien sind Raumkurven
g
VW_006_3.DWG
Lotlinien
sichtbare
R
Erdoberfläche
R R
R RR
R
Geoid
Niveaufläche
R = Rechter Winkel
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2 - 18
Physikalische Bezugsfläche: Geoid Geoid • Messungen erfolgen im Schwerefeld der Erde → Ausgewählte Niveaufläche
Physikalische Bezugsfläche: Geoid
Geoid
• Messungen erfolgen im Schwerefeld der Erde → Ausgewählte Niveaufläche
W = W 0
als Bezugsfläche
• entspricht ungefähr einer mittleren ruhenden Meeresoberfläche, unter Kontinenten fortgesetzt
• analytisch nicht geschlossen beschreibbar (unruhige Oberfläche, bis 50 m Abweichung von
bester geschlossener Näherung)
• physikalische Bezugsfläche, aber keine Rechenfläche
Topographie
(Bergmassiv)
Geoid
Lotabweichung
Lotabweichung
Stör-
Ellipsoid
masse
wahre
Meer
Meer
Ellipsoid-
Lotrichtung
Ellipsoid-
normale
normale
Quelle: GFZ Potsdam
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2 - 19
Rechenflächen: Kugel / Rotationsellipsoid
Kugel
• einfachste analytische Beschreibung der Erdfigur
• Geometrie: 1 Freiheitsgrad (Radius)
• vertikale Abweichungen vom Geoid bis 20 km
• als globale Bezugsfläche nicht geeignet
• für Abschätzungen und Reduktionen geeignet
VW_204_1.wmf
Rotationsellipsoid
• Geometrie: 2 Freiheitsgrade (große u. kleine Halbachse)
• vertikale Abweichungen vom Geoid global bis 80 m
• als Bezugsfläche sehr gut geeignet
(bei günstiger Anpassung ans Geoid)
VW_204_1a.wmf
• Lagerung: Rotationsachse parallel zur Rotationsachse der
Erde
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2 - 20
Rechenflächen: Rotationsellipsoid Referenzfläche erzeugt durch Rotation einer Ellipse um kleine Achse Parameter des
Rechenflächen: Rotationsellipsoid
Referenzfläche
erzeugt durch Rotation einer Ellipse um kleine Achse
Parameter des Ellipsoids
a
große Halbachse
b
f
kleine Halbachse
Abplattung
e
1. numerische Exzentrizität
Krümmungsradien:
M Meridiankrümmungsradius
N
Normalkrümmungsradius
VW_202_2.dwg
R*
Radius der Schmiegungskugel
Koordinaten eines Punktes P:
2
2
a
b
2 a
− b
f ≡
,
e
φ
2
a
a
* 2
MN
λ
ellipsoidische Breite
ellipsoidische Länge
ellipsoidische Höhe
R
=
2
2
2
− 3/ 2
M
=
a
(1
e
)(1
e
sin
ϕ )
h
M
+ N
2
2
− 1/ 2
N
=
a
(1
e
sin
ϕ )
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2 - 21
Parameter gebräuchlicher Rotationsellipsoide
Name
Abkürzung
Lagerung
a [m]
f [m]
Geodetic Reference
System
GRS80
Geozentrum
6
378 137.000
3.352
810 682 x 10 -3
World Geodetic
WGS84
Geozentrum
6
378 137.000
3.352
810 665 x 10 -3
System
Nationaler
Bessel-Ellipsoid
Bessel
6
377 397.155
3.342
773 189 x 10 -3
Fundamentalpunkt
WGS84
GPS
Bessel-Ellipsoid
Österr. Landesvermessung
Geozentrum
Massenschwerpunkt der Erde
VW_203_1.dwg
globale Anpassung
lokale Anpassung
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 22
Abschätzung der Größenordnung der Erdkrümmung (1) Erdkrümmungseinfluss • Kann man in Bregenz die Häuser von
Abschätzung der Größenordnung der Erdkrümmung (1)
Erdkrümmungseinfluss
• Kann man in Bregenz die Häuser von Konstanz sehen?
ca. 45 km
(Wikipedia)
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2 - 23
Abschätzung der Größenordnung der Erdkrümmung (1)
Erdkrümmungseinfluss
• Separation der Ellipsoidfläche von der Tangentialebene im
Standpunkt.
• Bei kleiner Ausdehnung kann das Ellipsoid für die Abschätzung
durch die Schmiegungskugel (Radius R) ersetzt werden.
Fragen
• Wie groß ist in einer Entfernung b der Abstand der
Schmiegungskugel von der Tangentialebene?
α
• Wie groß ist die Differenz zwischen Bogenlänge b und Tangente d?
Lösungsansatz
2
2
2
Pythagoräischer Lehrsatz:
R
+ d
= (R + E)
2
2
d
E
Direkte Auflösung, oder
E
=
2
R
2 R
2
d
Näherung für E << R:
E ≈
2 R
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 24
Abschätzung der Größenordnung der Erdkrümmung (3) Differenz zwischen Bogen und Tangentenlänge b = R ⋅
Abschätzung der Größenordnung der Erdkrümmung (3)
Differenz zwischen Bogen und Tangentenlänge
b
=
R
α
d
=
R
tan
α
α
<<
3
α
d
b
=
R
(tan
α
α
)
=
R
([
α
+
+
… ]
α
)
3
3
3
3
α
b
b
R
=
R
= 6379 km
d −b ≈
2
2
3
3 R
3R
Abschätzung der Größenordnung
d [km]
E [mm]
d – b [mm]
0.10
0.8
8
x 10 -6
0.35
10.0
3
x 10 -4
1.00
78.0
8
x 10 -3
10.00
7900.0
8.2
45.00
158723.9
746.5
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[VW_2015_Grundlagen.ppt]
2 - 25
3 Referenzsysteme
3
Referenzsysteme
3 Referenzsysteme © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme http://www.igms.tugraz.at LIWE, VW - VO 3 - 1

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3 - 1

[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]

Geodätische Referenzsysteme Zweck Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen Distanzen
Geodätische Referenzsysteme
Zweck
Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen
Distanzen
Distanzen
Lokales Horizontsystem
Winkel
Globales
kartesisches System
X, Y, Z
φ, λ
Ellipsoides System
?
Lage
Höhe
Kartenprojektion,
Ellipsoides System
φ, λ, h
x, y, H
Höhenprojektion
Quelle: Leica
Quelle: Leica
h x, y, H Höhenprojektion Quelle: Leica Quelle: Leica © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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3 - 2

[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]

Geodätische Referenzsysteme (1) Zweck Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen Globales
Geodätische Referenzsysteme (1)
Zweck
Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen
Globales kartesisches Referenzsystem
• Erdfest
• Ursprung im Geozentrum
(Massenschwerpunkt der Erde)
• Z-Achse parallel zur Rotationsachse
• X-Achse in der Meridianebene durch Greenwich
Lagerung bezieht sich auf einen definierten Zeitpunkt
• Mittlere Lage der Rotationsachse für das Jahr 1903.0
• Mittlere Lage der Meridianebene durch Greenwich für 1903.0
VW_013_3.dwg
Bezug zur aktuellen Messung
Übergang auf beliebige Epoche mittels geeigneter Transformationen
Beispiel
WGS84 für GPS, realisiert durch Koordinaten von Festpunkten
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 3
Geodätische Referenzsysteme (2)
n
Ellipsoidisches Koordinatensystem
Umrechnung ellipsoidische in kartesische Koordinaten
P
(ϕ, λ, h )
⎛ X ⎞ ⎟ ⎛ ⎜
(
N
+
h
) cos
ϕ
cos
λ
Y ⎟ =
(
N + h
) cos
ϕ
sin
λ
2
2
Z
(
b
a
N
+
h
) sin
ϕ
⎜ ⎝
λ
mit
N
Normalkrümmungsradius
2
a
N =
2
2
2
2
a
cos
ϕ
+
b
sin
ϕ
VW_208_2.dwg
(in Wirklichkeit: h << N)
Umrechnung kartesische in ellipsoidische Koordinaten
2
3
Z
+
e
'
b
sin
θ
ϕ arctan
=
2
2
2
3
p − e a cos
θ
Za
a
b
2
θ = arctan
e
=
2
pb
a
Y
λ arctan
=
Hilfsgrößen:
X
2
2
a
b
2
2
2
p
p =
X
+Y
e
'
=
2
h =
− N
b
cos
ϕ
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LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 4
Geodätische Referenzsysteme Zweck Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen Distanzen
Geodätische Referenzsysteme
Zweck
Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen
Distanzen
Distanzen
Lokales Horizontsystem
?
Winkel
Globales
kartesisches System
X, Y, Z
φ, λ
Ellipsoides System
Lage
Höhe
Kartenprojektion,
Ellipsoides System
φ, λ, h
x, y, H
Höhenprojektion
Quelle: Leica
Quelle: Leica
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LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 5
Geodätische Referenzsysteme (3)
Aufstellung von Vermessungsinstrumenten
Ausrichten der meisten terrestrischen Vermessungsinstrumente nach der Lotrichtung
Lokales kartesisches Horizontsystem
z Zenit
Q
• Horizontsystem hängt vom Standpunkt ab
• Änderung der z-Achse um 1‘‘ bei
Verschiebung des Standpunktes um ~30 m
s
ζ
Vertikalebene
Beobachtungen (polare Koordinaten)
n
P
x Nord
A
Azimut
A
ζ
Zenitwinkel
Horizontalebene
s
Raumdistanz
g
Zusammenhang
y Ost
zwischen Koordinatendifferenz und
Beobachtungen für kurze Strecken:
⎛ Δ x ⎞
cos
A
sin
ς
Δ y = ⋅
s
sin
A
sin
ς
Δ z
cos
ς
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LIWE, VW - VO
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3 - 6
Geodätische Referenzsysteme (4) Natürliche Koordinaten • Z-Achse: momentane Rotationsache • Äquatorebene (XY):
Geodätische Referenzsysteme (4)
Natürliche Koordinaten
• Z-Achse: momentane Rotationsache
• Äquatorebene (XY): normal auf Z, durch Geozentrum
• Meridianebene: Lotrichtung und Parallele zur
momentanen Rotationsachse
n
Astronomische Breite Φ
P
W=W 0
Winkel zwischen Äquatorebene und lokaler
Lotrichtung
g
Astronomische Länge Λ
Winkel zwischen lokaler Meridianebene und
Meridianebene durch Greenwich (G), gemessen in
der Äquatorebene
Schwerepotential W
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LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 7
Geodätische Referenzsysteme (5) Orientierung der örtlichen Lotrichtung Situation: Verschieben von (X,Y,Z) in P:
Geodätische Referenzsysteme (5)
Orientierung der örtlichen Lotrichtung
Situation:
Verschieben von (X,Y,Z) in P:
Transformation:
z Zenit
⎛ Δ X ⎞
⎛ x ⎞
Q
Δ = C ⋅
Y
y
x Nord
s
z
Z
z
Δ ⎝ ⎠
Z
A
n
P
y Ost
g
Rotationsmatrix C :
C = R
(180° − Λ)(⋅ 90° − Φ)
R
3
2
Φ
Y
Λ
sin
Φ
cos
Λ −
sin
Λ
cos
Φ
cos
Λ
C = −
sin
Φ
sin
Λ
cos
Λ
cos
Φ
sin
Λ
X
cos
Φ
0
sin
Φ
© Ingenieurgeodäsie und Messsysteme
LIWE, VW - VO
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 8
Geodätische Referenzsysteme Zweck Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen Distanzen
Geodätische Referenzsysteme
Zweck
Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen
Distanzen
Distanzen
Lokales Horizontsystem
Winkel
Globales
kartesisches System
X, Y, Z
?
φ, λ
Ellipsoides System
Lage
Höhe
Kartenprojektion,
Ellipsoides System
φ, λ, h
x, y, H
Höhenprojektion
Quelle: Leica
Quelle: Leica
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 9
Helmert- und Pizetti-Projektion
Die Punkte der Erdoberfläche müssen eindeutig auf die Bezugsfläche abgebildet werden. Für diese
Projektion stehen als wichtigste Möglichkeiten die Helmert- und die Pizzetti-Projektion zur Verfügung.
VW_009_4.dwg
Helmert-Projektion
• Abbildung entlang der Ellipsoidnormalen
P
Q 0
• Länge der geraden Projektionslinie:
ellipsoidische Höhe h
Pizzetti-Projektion
• Abbildung entlang der gekrümmten Lotlinie auf das
g
Geoid
P
P 0 ‘
• Abbildung vom Geoid entlang der Ellipsoidnormalen
auf das Ellipsoid
P 0 ‘
Q 0 ‘
• Länge der gekrümmten Lotlinie:
orthometrische Höhe H
• Abstand zwischen Geoid und Ellispoid im Punkt Q 0 ‘:
Geoidseparation (Undulation) N
Zusammenhang
Winkel ε zwischen Lotrichtung und
Ellipsoidnormaler: Lotabweichung
h ≈ H + N
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 10
Kartenprojektionen Gesucht Eindeutige Abbildung des Rotationsellipsoids auf eine Ebene Zweck • Kartographische
Kartenprojektionen
Gesucht
Eindeutige Abbildung des Rotationsellipsoids auf eine Ebene
Zweck
• Kartographische Darstellung
• Einfachere Berechnungen
Zusammenhang y,x ϕ,λ:
VW_023_3.dwg
⎛ y ⎞
f ϕλ
(
,
)
Abb
x
⎝ ⎟ ⎟ ⎠ =
⎛ ⎞
ϕ
1
x = const
⎟ ⎟ = f
(
y
,
x
)
Abb
λ
⎝ ⎠
Parameterlinien (Beispiele)
• Ellipsoid
• Ebene
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 11
y = const
Referenzflächen für die Erde Geoid Physikalische Kugel Geometrische Definition Definition Äquipotentialfläche
Referenzflächen für die Erde
Geoid
Physikalische
Kugel
Geometrische
Definition
Definition
Äquipotentialfläche
Näherung für Ellipsoid
Höhensysteme
Reduktionen
global
regional
R
R
R = 6370 km
Quelle: Geodäsie TUG
Rotationsellipsoid
Geometrische
Ebene
Geometrische
Definition
Definition
Landesvermessung
lokale Vermessungen
Lagenetze
keine Erdkrümmung
R = ∞
national
kleinräumig (100 m)
keine Erdkrümmung R = ∞ national kleinräumig (100 m) © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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3 - 12

[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]

Realisierung eines Koordinatensystems Prinzipielle Definition eines Referenzsystems reicht nicht für praktisches
Realisierung eines Koordinatensystems
Prinzipielle Definition eines Referenzsystems reicht nicht für praktisches Arbeiten.
Daher wird das Koordinatensystem durch Punkte mit konkreten Koordinaten realisiert.
Variante A: Fundamentalpunkt und Ellipsoidlagerung
VW_213_2.dwg
• Auswahl eines Ellipsoides (a,f), das sich dem Arbeitsgebiet
möglichst gut anpasst (z.B. Meridiangradmessung,
Satellitenvermessung)
n
• Auswahl eines Fundamentalpunktes H
• Astronomische Breitenbestimmung: Φ und Festlegung der
ellipsoidischen Breite: ϕ = Φ
g
• Festsetzen der Geoidseparation in H: N = 0
φ
• Astronomische Azimutbestimmung: A und Festsetzung α = A
(Rotationsachsen von Ellipsoid und Erde sind jetzt parallel)
• Beliebige Festsetzung der ellipsoidischen Länge λ von H
Beispiel: Österreich: MGI (Militärgeographisches Institut)
• Ellipsoid:
Bessel
• Fundamentalpunkt H:
Hermannskogel (Warte)
• Astronomische Breite:
48° 16“ 15.29“
• Ellipsoidische Länge:
33° 57“ 41.70“
• Astronomisches Azimut:
Hermannskogel – Hundsheimer
Berg
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[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]
3 - 13
Realisierung eines Koordinatensystems Prinzipielle Definition eines Referenzsystems reicht nicht für praktisches
Realisierung eines Koordinatensystems
Prinzipielle Definition eines Referenzsystems reicht nicht für praktisches Arbeiten.
Daher wird das Koordinatensystem durch Punkte mit konkreten Koordinaten realisiert.
Variante B: Koordinatenrahmen bestehend aus koordinativ
bekannten Punkten
Beispiel: International Terrestrial Reference Frame (ITRF)
• Ca. 400 weltweit verteilte Punkte
• 3D Koordinaten und Geschwindigkeiten
• Ursprung: Erdschwerpunkt
• Z Achse ist mittlere Rotationsachse der Erde
• Messungen an ITRF Stationen
-
GNSS
-
Satellite Laser Ranging (SLR)
-
VLBI
-
ITRF website: http://itrf.ensg.ign.fr/
- VLBI - … ITRF website: http://itrf.ensg.ign.fr/ © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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3 - 14

[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]

Realisierung eines Koordinatensystems Prinzipielle Definition eines Referenzsystems reicht nicht für praktisches
Realisierung eines Koordinatensystems
Prinzipielle Definition eines Referenzsystems reicht nicht für praktisches Arbeiten.
Daher wird das Koordinatensystem durch Punkte mit konkreten Koordinaten realisiert.
Variante B: Koordinatenrahmen bestehend aus koordinativ
bekannten Punkten
Beispiel: International Terrestrial Reference Frame (ITRF)
Ca.
Graz Lustbühel (GPS + SLR)
ITRF website: http://itrf.ensg.ign.fr/
(GPS + SLR) ITRF website: http://itrf.ensg.ign.fr/ © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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3 - 15

[VW_2015_Referenzsysteme.ppt]

wahrer Wert Spannweite Mittelwert 4 Statistische Grundlagen 1 Genauigkeit Präzision Spannweite
wahrer Wert
Spannweite
Mittelwert
4
Statistische Grundlagen 1
Genauigkeit
Präzision
Spannweite
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[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]
4 - 1
Messabweichungen (1)
Jedes Messergebnis wird durch die Unvollkommenheit des Messverfahrens, die Einflüsse der
Umwelt, persönliche Einflüsse usw. verfälscht. Es lassen sich 3 Gruppen bilden:
Grobe Fehler
Betragen ein Mehr- oder Vielfaches der zu erwartenden Messfehler
- 20 m Fehler bei längeren Strecken
- Ablesefehler bei Instrumenten
- Zahlendreher beim Protokollieren
- falscher Zielpunkt
Systematische Messabweichungen
Gleichsinnig wirkende Einflüsse auf den Messprozess
- Hohe und niedrige Außentemperaturen bei Stahlbandmessungen
- Nicht justiertes Nivellier
Zufällige Messabweichungen (keine Fehler)
Ungleichsinnig wirkende, unvermeidliche Abweichungen
Treten positiv und negativ in etwa gleicher Häufigkeit auf
- Unvollkommenheit der Messinstrumente und der menschlichen Sinne
- Nicht kontrollier- und modellierbare Bedingungen des Messraumes
Einflüsse durch Wiederholungsmessungen und Mittelbildung / Überbestimmung reduzierbar
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[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]
4 - 2
Messabweichungen (2) Ursachen für systematische Messabweichungen: • Einfluss der Temperatur von Messobjekt oder
Messabweichungen (2)
Ursachen für systematische Messabweichungen:
• Einfluss der Temperatur von Messobjekt oder Messgerät
• Ungleiche Zielweiten beim Nivellement
• Refraktion bei optischen Zielungen
• Veränderung elektrischer Signale durch Umwelteinflüsse
Erkennbar durch den Einsatz von unabhängigen Messverfahren bzw. durch
Veränderung der äußeren Bedingungen!
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[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]
4 - 3
Begriffe für direkte Beobachtungen Δy e i Messwert arithmetisches Mittel Zufallsgröße Erwartungswert wahrer
Begriffe für direkte Beobachtungen
Δy
e i
Messwert
arithmetisches Mittel
Zufallsgröße
Erwartungswert
wahrer Wert
wahre Abweichung
systematische Abweichung
zufällige Abweichung
Verbesserung
~
y
e i
y
μ
y i
Quelle: Pelzer (1995)
y i
Messwert
y Mittelwert
für Messgröße y
μ Erwartungswert
~
y wahrer Wert
e i
=
-
μ
y i
des Messwertes
y i
=
y -
e i
y i
zufällige Abweichung
Verbesserung
~
Δy = μ - y
systematische Abweichung
Verbesserung ~ Δy = μ - y systematische Abweichung © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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4 - 4

[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]

Histogramm zufälliger Abweichungen Mittelwert=0, Standardabweichung=0.5 60 σ σ 50 40 Theoretische 30
Histogramm zufälliger Abweichungen
Mittelwert=0, Standardabweichung=0.5
60
σ
σ
50
40
Theoretische
30
Verteilungsfunktion
WP
WP
20
10
0
-1
-0.5
0
0.5
1
Abweichungen
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[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]
4 - 5
Zahl der Abweichungen
Dichtefunktion der Normalverteilung Geht man davon aus, daß alle groben Fehler und systematischen Abweichungen
Dichtefunktion der Normalverteilung
Geht man davon aus, daß alle groben Fehler und systematischen Abweichungen
eliminiert sind, so läßt sich die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion der zufälligen
Abweichungen („Fehlerverteilung“) häufig durch die Gaußsche Glockenkurve
beschreiben:
Normalverteilung (Gauß-Verteilung)
2
1 ⎛ x −
1
f
( x
) =
e
2 ⎜
σ
μ
⎟ ⎞
σ
2 π
Diese sogenannte Normalverteilung ist durch die Parameter σ² (Varianz) und µ
(Erwartungswert) vollständig beschrieben. Für die Charakterisierung von Messreihen
genügt es somit, diese beiden Größen zu bestimmen.
genügt es somit, diese beiden Größen zu bestimmen. © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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4 - 6

[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]

Begriffe: Auflösung, Genauigkeit und Präzision Eine hochpräzise Messung kann äußerst ungenau sein! Präzision
Begriffe: Auflösung, Genauigkeit und Präzision
Eine hochpräzise Messung
kann äußerst ungenau sein!
Präzision
Auflösung
Präzision
Genauigkeit
Genauigkeit
Auflösung
Präzision Genauigkeit Genauigkeit Auflösung © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]

Fehlergrenzen Die Fläche unter der Gaußschen Kurve repräsentiert die Gesamtheit aller aufgetretenen zufälligen
Fehlergrenzen
Die Fläche unter der Gaußschen Kurve repräsentiert die Gesamtheit aller aufgetretenen
zufälligen Abweichungen. Die Wahrscheinlichkeit, bei einer Messung eine Abweichung ε
zwischen den Grenzen a < ε < b zu erhalten, lässt sich durch Integration der
Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion ermitteln.
Prozentuale Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Beobachtungen in dem
Vertrauensbereich (x ± k·σ) liegen.
Maß für die Präzision ist die Standardabweichung σ.
Maß für die Präzision ist die Standardabweichung σ. © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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4 - 8

[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]

Wahrscheinlichkeitsdichte Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion Die Fläche unter f(x) von -∞ bis +∞ = 1! Aus dem
Wahrscheinlichkeitsdichte
Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion
Die Fläche unter f(x)
von -∞ bis +∞ = 1!
Aus dem Histogramm wird für n → ∞
die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion.
Verteilungsfunktion
Verteilungsfunktion
x
i
F(x
)
=
f
()x
⋅ dx
i
−∞
P(a < x < b)
b
P(a
<
x
<
b)
=
f
()x
⋅ dx
a
a
b
b P(a < x < b) = ∫ f ()x ⋅ dx a a b ©

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4 - 9

[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]

Erwartungswerte (1)

Erwartungswert

Linearer Operator

E{g(x)}=

+∞

−∞

g()x f ()x dx

1. E{ag(x)}= aE{g(x)}

2. E{g(x)+ h(x)}= E{g(x)}+ E{h(x)}

Wenn g(x) gleich ist x k , dann erhält man die Momente

Zentrale Momente

+∞

 

k

E{x

k

} =

x

k

f

(x) dx

x

=

 

μ

−∞

E{(x

 

} =

+∞

E{x})

k

(x

E{x})

k

f ()x

dx

−∞

E { x }) k ⋅ f () x ⋅ dx −∞ © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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4 - 10

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Erwartungswerte (2) Wichtig sind • 1. Moment: Mittelwert +∞ μ = ∫ x ⋅ f
Erwartungswerte (2)
Wichtig sind
• 1. Moment: Mittelwert
+∞
μ
=
x ⋅ f (x)⋅ dx
−∞
• 2. Moment: Varianz
+∞
2
σ
(x
)
2
=
μ
f ()x ⋅ dx
−∞
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4 - 11
Stichproben
Statt der Grundgesamtheit wird jetzt eine Stichprobe von n Beobachtungen betrachtet.
Definition von Mittelwert und Standardabweichung bei gleichgenauen Beobachtungen:
Beobachtungsreihe:
y = (y 1 , y 2 ,
,
y n )
Als Schätzung für den wahren Wert wird eine Größe
nachfolgenden Bedingungen erfüllt:
gesucht, die die
- Minimale Varianz:
Var(yˆ)= min
- Erwartungstreue:
E{yˆ}= μ
- Lineare Funktion der Beobachtungen:
yˆ = a y
+ a
y
+
+ a y
1
1
2
2
n
n
Diese Kriterien führen für
zum arithmetischen Mittel
y
:
n
1
1
a i =
∀ i
y =
y
i
n
n
i = 1
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4 - 12
Streuungsmaß: Varianz Das wichtigste Streuungsmaß für eine Messgröße y ist die Varianz. 2 {( 2
Streuungsmaß: Varianz
Das wichtigste Streuungsmaß für eine Messgröße y ist die Varianz.
2
{(
2
}
σ
= E
y − μ
)
y
Da µ nur selten bekannt ist, werden die Abweichungen vom Mittelwert
eˆ = y − y
verwendet:
n
⎛ 1
2
2
σ
=
lim
e ˆ
y
i
n →∞
n
i = 1
Schlussfolgerungen:
• Es fließen nur zufällige Abweichungen ein.
• Es sind Messreihen vom Umfang n → ∞ erforderlich.
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4 - 13
Empirische Standardabweichung (Stichprobe) Empirische Varianz s² bei bekanntem Erwarungswert µ: n 1 2 2 s
Empirische Standardabweichung (Stichprobe)
Empirische Varianz s² bei bekanntem Erwarungswert µ:
n
1
2
2
s
=
(
y
µ
)
i
n
i = 1
2
Empirische Standardabweichung s:
s =
s
Empirische Varianz s² bei unbekanntem Erwartungswert µ:
n
n
n
1
1
1
2
y =
y
s
=
(
y
y
)
2
2
und
=
e ˆ
i
i
i
n
n
− 1
n
− 1
i = 1
i =
1
i
=
1
Das arithmetische Mittel aus n Beobachtungen hat die Standardabweichung:
s
s
(
y
)
=
n
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4 - 14
Zahlenbeispiel Eine Strecke wurde 8 mal unabhängig gemessen: Messwert y i [m] Verbesserungen Nr. e
Zahlenbeispiel
Eine Strecke wurde 8 mal unabhängig gemessen:
Messwert
y i [m]
Verbesserungen
Nr.
e i = y i - y [mm]
Quadratsumme
e i ² [mm²]
Anzahl der Messwerte:
n = 8
1 15,123
-1,5
2,25
2 15,128
3,5
12,25
3 15,125
0,5
0,25
Arithmetisches Mittel:
4 15,120
-4,5
20,25
y
5 15,129
4,5
20,25
= ∑
y
i = 15.1245 m
6 15,124
-0,5
0,25
n
7 15,126
1,5
2,25
8 15,121
-3,5
12,25
Σ y i = 120,996
Σ e i = 0,0
Σ e i ² = 70,00
Empirische Standardabweichung
der Einzelmessung:
Empirische Standardabweichung
des Mittelwertes:
2
e
ˆ
s y
i
s
=
= 1.1mm
s
=
= 3.2 mm
y n
y n − 1
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4 - 15
Fortpflanzung von Abweichungen
Aufgabenstellung:
Aus mit kleinen Messabweichungen dy i behafteten Beobachtungen y i werden z.B. Koordinaten (Ergebnis z)
berechnet. Welche Abweichungen sind dadurch am Ergebnis z zu erwarten?
Gelöst wird dieses Problem durch die Methode der Fortpflanzung von Abweichungen.
Vorgangsweise:
Aufstellen einer funktionalen Beziehung zwischen dem Ergebnis z und den Beobachtungen y i :
z = f
(
y
,
y
,
,
y
)
1
2
n
Linearisierung der funktionalen Beziehung durch Taylorreihenentwicklung der Funktion f(y 1 , … y n ), die nach
dem linearen Glied (1. Glied) abgebrochen wird (totales Differential). Grafisch kann diese Vorgehensweise als
Approximation einer Kurve durch ihre Tangente angesehen werden.
0
0
y
:
=
y
+
dy
,
y
:
=
y
+
dy
,
1
1
1
2
2
2
z
f
0
0
0
0
z
=
f
(
y
,
y
,
,
y
)
+
dy
+
=
z
+
dz
+
1
2
n
1
y
1
0
dz
y
f
f
f
z 0
dz =
dy
+
dy
+
+
dy
1
2
n
y
y
y
1
2
n
Mit dem totalen Differential kann man die Abweichung dz
aufgrund von konkreten Abweichungen dy i abschätzen
y
y 0
dy
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4 - 16
Fortpflanzung von Varianzen Übergang auf Varianzen durch dy i → s i und Quadrieren des
Fortpflanzung von Varianzen
Übergang auf Varianzen durch dy i → s i und Quadrieren des totalen Differentials. Aufgrund
der Annahme von unabhängigen Beobachtungen (keine Korrelation) werden alle
Mischglieder (Typ s i · s j ), die durch die Quadrierung entstehen, zu Null.
2
2
2
∂ f ⎞
∂ f
∂ f
2
2
2
2
s
= ⎜
s
+ ⎜
s
+
+ ⎜
s
z
1
2
n
∂ y
∂ y
∂ y
1
2
n
Berechnung der empirischen Standardabweichung des Ergebnisses
2
s
=
s
z
z
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4 - 17
Beispiel: Streckenmessung (1) Eine Gesamtstrecke D wird durch die Messung der Teilstrecken l 1 bis
Beispiel: Streckenmessung (1)
Eine Gesamtstrecke D wird durch die Messung der Teilstrecken l 1 bis l n bestimmt.
Wie groß ist die Abweichung von D aufgrund von gleich großen zufälligen Messabweichungen σ i = σ ?
l 1
l 2
l n
D
1. Funktionale Beziehung zwischen D und l i
D = l
+ l
+
+ l
1
2
n
D
=
1
∀ i
→ dD = 1⋅ dl +1⋅ dl +
+1⋅ dl
2. Totales Differential (Linearisieren)
1
2
n
l
i
n
2
2
2
2
2
2
3. Quadrieren des totalen Differentials
(Annahme: y i nicht korreliert)
Laut Angabe: alle Varianzen gleich groß:
σ
=
σ
→ σ
= σ
+
D
i
D
1
2
n
i = 1
2
2
σ
=
σ
∀ i
i
2
2
4. Ergebnis
σ
= n⋅σ
σ
=
n ⋅σ
D
D
Teilmessungen gleicher Standardabweichung vergrößern die Gesamt-Standardabweichung!
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4 - 18
Beispiel: Streckenmessung (2) Aber Vorsicht: Nehmen wir eine lineare Abhängigkeit der Standardabweichung einer
Beispiel: Streckenmessung (2)
Aber Vorsicht:
Nehmen wir eine lineare Abhängigkeit der Standardabweichung einer Distanzmessung
von der Länge an:
σ
=
b
D
D
Unterteilung von D in n gleich lange Strecken l
Messung der Gesamtstrecke:
D = n⋅l
σ
=
b
n
l
D
Messung von D durch Unterteilung in n Teilstrecken (Annahme: keine
Aufstellungsfehler):
σ
=
b ⋅
n
l
nl
Bei diesem (typischen) Ausdruck für die Standardabweichung einer
Streckenmessung bringt die Unterteilung in Teilstrecken einen Präzisionsgewinn!
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4 - 19
Varianzfortpflanzung (1) Betrachten wir die lineare Abbildung z = L⋅y L ist die Matrix der
Varianzfortpflanzung (1)
Betrachten wir die lineare Abbildung
z = L⋅y
L
ist die Matrix der linearen Abbildung (fixe Koeffizienten)
y
ist der Vektor der n verschiedenen Beobachtungen mit der Varianzmatrix
0
2
0
σ
0
2
=
Σ yy
2
0
0
σ
n
Annahme: unkorrelierte Beobachtungen

2

σ 1

0

unkorrelierte Beobachtungen ⎡ 2 σ 1 0 ⎤ © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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4 - 20

[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]

Varianzfortpflanzung (2) {[ 2 } Σ − μ = E z ] zz z {[
Varianzfortpflanzung (2)
{[
2
}
Σ − μ
=
E
z
]
zz
z
{[
2
}
=
E
z
E
{ }]
z
{[
=
E
Ly
E
{
Ly
}][
Ly
E
{
Ly
}]
T
}
{
}][
T
T
{
T
}
T
]}
=
E
L y
[
E
{
y
y
L
E
y
L
{
=
E
L y
[
T
T
}
E
{
y
}][
y
E
{ }]
y
L
Σ
yy
T
Σ ⋅
=
L
Σ
L
zz
yy
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4 - 21
Varianzfortpflanzung (3)
Die Varianz-Kovarianzmatrix des Vektors z wird berechnet mit
T
Σ
=
L
Σ
L
zz
yy
Die Matrix L der linearen Abbildung kann auch aus der Taylor-Reihenentwicklung
entstanden sein und daher die ersten partiellen Ableitungen enthalten:
⎡ ∂ z
z
z
1
1
1
y
y
y
1
2
n
z
z
z
2
2
2
Jacobische Matrix
L =
y
y
y
1
2
n
z
z
z
n
n
n
y
y
y
1
2
n
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4 - 22
Beispiel: Flächenberechnung Gegeben: a = 80 m b = 20 m s a = 0,04
Beispiel: Flächenberechnung
Gegeben: a = 80 m
b = 20 m
s a = 0,04 m
s b = 0,06 m
b
Gesucht: s F (Standardabweichung der Fläche)
a
1. Funktionale Beziehung:
Varianzmatrix aufstellen:
2
⎡ 0
4
2
F
= a ⋅b = 80 ⋅ 20 = 1600 m
− 4
Σ
=
10
a b
,
⎣ 6
2
0
2. Partielle Ableitungen bilden:
F
F
=
b
= 20
=
a
= 80
a
b
4. Varianz berechnen:
2
T
4
s
= L ⋅ Σ
⋅ L
= 23,68 m
F
ab
3. Koeffizientenvektor bilden:
5. Standardabweichung berechnen:
⎡ ∂ F
∂ F ⎤
L
=
= [20
80 ]
2
2
a
b
s
=
s
= 4,9 m
F
F
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4 - 23
Beispiel: Dreiecksberechnung (1) Gegeben:a = 134,56 m α = 60,75 gon β = 81,31 gon
Beispiel: Dreiecksberechnung (1)
Gegeben:a = 134,56 m
α = 60,75 gon
β = 81,31 gon
s a = 0,05 m
s α = 0,03° = 5.24·10 -4 rad
s β = 0,02° = 3.49·10 -4 rad
α
b
Gesucht: s b (Standardabweichung der Seite b)
1.
Funktionale Beziehung:
β
a
g
sin
sin 81,31
b
=
a
β 134,56 m
=
= 157.87m
g
sin
α sin 60,75
Varianzmatrix aufstellen:
2
⎡ 0,05
0
0
(
)
2
− 4
Winkelmaße in
Σ
=
0
5,24 ⋅ 10
0
a α
,
,
β
Radiant!
(
)
2
− 4
0
0
3,49 10
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4 - 24
Beispiel: Dreiecksberechnung (2) 2. Partielle Ableitungen bilden: ∂ b sin β ∂ b a ⋅
Beispiel: Dreiecksberechnung (2)
2. Partielle Ableitungen bilden:
∂ b
sin β
b
a
sin
β
cos
α
b
a ⋅ cos
β
=
= 1,17
= −
= − 111,88
=
= 47,73
2
∂ a
sin
α
α
sin
α
β
sin
α
3. Koeffizientenvektor bilden:
⎡ ∂ b
∂ b
b ⎤
L =
= [1,17
−111,88
47,73]
a
α
β
4. Varianz berechnen:
2
T
2
s
= L ⋅ Σ
⋅ L = 0,006445 m
b
a α
,
,
β
5. Standardabweichung berechnen:
s
= 0,080 m
b
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[VW_2015_Statistische_Grundlagen_1.ppt]
4 - 25
5 Projektionen und geometrische Reduktionen x = const. © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme LIWE, VW -
5
Projektionen und
geometrische Reduktionen
x = const.
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[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]
5 - 1
y = const.
Geodätische Referenzsysteme Zweck Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen Distanzen
Geodätische Referenzsysteme
Zweck
Bezug zwischen verschiedenen Messungen und Messungstypen herstellen
Distanzen
Distanzen
Lokales Horizontsystem
Winkel
Globales
kartesisches System
X, Y, Z
?
φ, λ
Ellipsoides System
Lage
Höhe
Kartenprojektion, ?
Ellipsoides System
φ, λ, h
x, y, H
Höhenprojektion
Quelle: Leica
Quelle: Leica
h x, y, H Höhenprojektion Quelle: Leica Quelle: Leica © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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5 - 2

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Mögliche Probleme Beispiel: The Economist 2003 • Reichweite von nordkoreanischen Raketen (The Economist 03.05.2003)
Mögliche Probleme
Beispiel: The Economist 2003
• Reichweite von nordkoreanischen Raketen (The Economist 03.05.2003)
(http://www.economist.com/node/1748566)
03.05.2003) (http://www.economist.com/node/1748566) © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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5 - 3

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Mögliche Probleme Beispiel: The Economist 2003 • Reichweite von nordkoreanischen Raketen (korrigierte Version: The
Mögliche Probleme
Beispiel: The Economist 2003
• Reichweite von nordkoreanischen Raketen (korrigierte Version: The Economist 17.05.2003)
(http://www.economist.com/node/1748566)
17.05.2003) (http://www.economist.com/node/1748566) © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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5 - 4

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Transversale Mercator Projektion Gerhard Kremer genannt: Gerardus Mercator (1512-1594)
Transversale Mercator Projektion
Gerhard Kremer
genannt:
Gerardus Mercator
(1512-1594)
Gerhard Kremer genannt: Gerardus Mercator (1512-1594) © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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5 - 5

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Universal Transverse Mercator Projection (UTM) Eigenschaften • Projektion der Ellipsoidoberfläche auf den Mantel des
Universal Transverse Mercator Projection (UTM)
Eigenschaften
• Projektion der Ellipsoidoberfläche auf den Mantel des Schnittzylinders vom Mittelpunkt M aus
• Schnitt des Ellipsoids (Abstand jeweils 180 km vom Mittelmeridian)
• Maßstabsfaktor im Hauptmeridian = 0.999 600
• Abwicklung des Berührzylinders in die Ebene
• Beschränkung auf Meridianstreifen von 6°
Verbreitung
UTM-Zonenbildung
• Weltweite Verwendung
• NATO
• Gesamtes amtliches Kartenwerk von Österreich in Arbeit
• Gesamtes amtliches Kartenwerk von Österreich in Arbeit © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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5 - 6

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Universal Transverse Mercator Projection (UTM) Aufteilung der Abbildungsstreifen • 60 Meridianstreifen (360° : 6° =
Universal Transverse Mercator Projection (UTM)
Aufteilung der Abbildungsstreifen
• 60 Meridianstreifen (360° : 6° = 60) zur Abbildung der Erde
• 1. Meridianstreifen zwischen λ = 180° (Datumsgrenze) und λ = 174° westl. Greenwich
• Zählweise nach Osten
(Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern)
Osten (Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern) © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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5 - 7

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Gauß-Krüger Abbildung VW_023_3.dwg Johann Carl Friedrich Gauss (1777-1855) P (y,x) P (φ,λ) x P x
Gauß-Krüger Abbildung
VW_023_3.dwg
Johann Carl Friedrich
Gauss (1777-1855)
P (y,x)
P (φ,λ)
x
P
x = const.
φ
P
Parameterlinien:
λ
y
P
P
Eigenschaften
• Sonderfall einer transversalen Mercator Projektion
• Projektion der Ellipsoidoberfläche auf den Mantel des Berührzylinders vom Mittelpunkt M aus
• Berührung im Mittelmeridian
• Abwicklung des Berührzylinders in die Ebene
• Um Verzerrungen gering zu halten: Beschränkung auf Meridianstreifen von 3°
• Abbildung ist konform (winkeltreu)
• Längentreue nur im Berührmeridian
Verbreitung
System der Landesvermessung in Österreich
y = const.
• System der Landesvermessung in Österreich y = const. © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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5 - 8

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Gauß-Krüger Koordinatensystem VW_029_3.dwg In Österreich • Bessel-Ellipsoid • Längenzählung nach Ferro =λ
Gauß-Krüger Koordinatensystem
VW_029_3.dwg
In Österreich
• Bessel-Ellipsoid
• Längenzählung nach Ferro
17 40'
°
λ Greenwich
Ferro
• Drei Meridianstreifen: M28, M31, M34
• Überlappung in den Randzonen
Abbildungsgleichungen (Näherungsformeln)
y
≅ N (ϕ)⋅ l ⋅ cosϕ
tan
2
ϕ
y
x
B
()
ϕ
+
2 N
x
mit
l = l- l 0
Längendifferenz zum Bezugsmeridian in [rad]
φ
B (φ)
N( φ)
Breite
Meridianbogenlänge vom Äquator
Normalkrümmungsradius
y
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5 - 9
Der geodätische Richtungswinkel
Winkel zwischen einer bestimmten Richtung und der Richtung einer ausgezeichneten Kurve
(Parameterlinie). Kann prinzipiell in jedem Parametersystem einer analytischen Fläche definiert
werden.
Richtungswinkel am Ellipsoid
Azimut der geodätischen Linie A i , d.h. Winkel zwischen (nördlicher) Tangente an den Meridian und
der kürzesten Verbindung zweier Punkte
Richtungswinkel in der ebenen winkeltreuen (konformen) Projektion
Winkel t i zwischen Paralleler zur x-Achse und Verbindungsgerade zweier Punkte
Ellipsoid
Projektion
VW_025_3.dwg
VW_025_3.dwg
Geodätischer Richtungswinkel ≠ Azimut
= t +γ
A i
i
t
α A
γ i
i
t i
γ
mit
γ
Meridiankonvergenz
Geodätischer Richtungswinkel
t i
Azimut
A i
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5 - 10
Meridiankonvergenz Meridiankonvergenz • Tritt auf, weil geodätischer Richtungswinkel von y = const. gezählt wird und
Meridiankonvergenz
Meridiankonvergenz
• Tritt auf, weil geodätischer Richtungswinkel von y = const. gezählt wird und nicht vom Bild des
Meridians (λ = const.)
• γ … Differenz zwischen Azimut und geodätischem Richtungswinkel
VW_025_3.dwg
Merdiankonvergenz
= t +γ
A PQ
P 'Q '
Q‘
max. auftretende Werte in Österreich
t
Δλ [°]
φ [°]
γ [g]
γ P‘Q‘
tan
γ
ϕ ⋅ y
1.5
46
1.1989
N
0.5
46
0.3996
P‘
oder in 1. Näherung
0.0
46
0
1.5
48
1.2386
γ ≅ Δλ ⋅sinϕ
0.5
48
0.4129
0.0
48
0
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LIWE, VW - VO
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5 - 11
Meridiankonvergenz Beispiel
Meridiankonvergenz
Beispiel
5 - 11 Meridiankonvergenz Beispiel LIWE, VW - VO 5 - 12

LIWE, VW - VO

5 - 12

[VW_2015_GK_Projektion_und_Berechnungen.ppt]

Maßstab einer Strecke Näherungsformeln für die GK-Abbildung Maßstab Ellipsoid - GK-Ebene (nicht
Maßstab einer Strecke
Näherungsformeln für die GK-Abbildung
Maßstab Ellipsoid - GK-Ebene (nicht richtungsabhängig!)
2
y
m
m ≅ +
1
mit
R
Radius der Schmiegungskugel
2
2 R
y
Mittelwert der y-Koordinaten der Endpunkte der Strecke
m
x
y [km]
25
50
75
100
125
δm [ppm]
8
31
69
123
192
B
6
δ
m
= ( m −1) ⋅10
y
m
ppm
d
m d
Vorsicht!
GK =
A
• Beobachtungen müssen vor der Weiterverarbeitung im
GK-System reduziert werden!
y
• Achtung beim Vergleich zwischen berechneten und
beobachteten Größen!
d
Strecke in der GK-Ebene
GK
d
Bogenlänge auf dem Ellipsoid
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5 - 13
Ebene Koordinaten im Gauß-Krüger System VW_214_1.dwg mathematisch negatives System kürzeste Drehung der +x-Achse
Ebene Koordinaten im Gauß-Krüger System
VW_214_1.dwg
mathematisch negatives System
kürzeste Drehung der +x-Achse in die +y-Achse im Uhrzeigersinn
x-Achse: Norden
Punkt durch (y,x) eindeutig festgelegt
(Englischsprachiger Raum: Easting, Northing)
Äquivalente Darstellung des Vektors zwischen 2 Punkten P und Q durch
• Kartesische Koordinatendifferenzen ∆y P,Q und ∆x P,Q
• Polarkoordinaten t P,Q und d P,Q , wobei
VW_215_1.dwg
t ∈(0,400) Richtungswinkel [gon]
Winkel zwischen Paralleler zur x-Achse und Verbindungsgerade
Reine Rechengröße: kann in der Natur nicht gemessen werden.
Legende:
t P,Q
Geodätischer Richtungswinkel
t Q,P = t P,Q + 200 g
d P,Q
Länge der Verbindungsgeraden in der ebenen Projektion
(reduzierte Horizontalstrecke)
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5 - 14
Grundaufgaben der ebenen Koordinatenrechnung VW_037_3.dwg 1. Grundaufgabe: Umrechnung polar → rechtwinkelig →R Δ
Grundaufgaben der ebenen Koordinatenrechnung
VW_037_3.dwg
1. Grundaufgabe:
Umrechnung polar → rechtwinkelig
→R
Δ y
= d
⋅ sin
t
y
= y
+Δ y
P
, Q
P , Q
P Q
,
Q
P
P , Q
und
Δ x
= d
⋅ cos
t
x
= x
x
P
, Q
P , Q
P Q
,
Q
P
P , Q
VW_038_3.dwg
2. Grundaufgabe:
Umrechnung rechtwinkelig → polar
→P
2
2
Δ y
+Δ x
Quadrantenregel für t
d
= P Q
P , Q
,
P
, Q
Δ y
P
, Q
sign D y
sign D x
t
Quadrant
= arctan Δ
P
, Q
x
P
, Q
+
+ I
+
- II
-
- III
-
+ IV
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5 - 15
Höhenreduktion
Alle Lagemessungen werden auf
das Bezugsellipsoid reduziert!
Annahme: Kreisgeometrie
Korrektur an l gem :
l
=
l
l
red
gem
l gem
l red
=
l
gem
R h
+
R
red
h l
Daher:
h
Rotationsellipsoid
h
Δ=− l
l gem
R h
+
R
R
Beispiel:
Erdradius = 6379 km
l gem = 1 km,
l gem = 1 km,
h =
500 m,
Δl =
-78 mm
h = 1000 m,
Δl = -157 mm
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5 - 16
Lokale Koordinatensysteme Oft ist es vorteilhaft, für kleinräumige Projekte ein lokales projektbezogenes
Lokale Koordinatensysteme
Oft ist es vorteilhaft, für kleinräumige Projekte ein lokales projektbezogenes
Koordinatensystem zu verwenden
Orientierung in die Bauwerksachse
Geringe Verzerrungen
Höhenlage kann bereits berücksichtigt werden
Beispiel: Brückenkoordinatensystem
x
y
GK-System
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5 - 17
Koordinatentransformation (1) Voraussetzung: Koordinatentransformation aus Mathematik 1 Lokales System: GK- System: x
Koordinatentransformation (1)
Voraussetzung: Koordinatentransformation aus Mathematik 1
Lokales System:
GK- System:
x
0
0
ξ
ξ
η
η
(A1)
ξ
(A1)
A1(y,x)
A1( η,ξ )
y
(A1)
x
x
η
(A1)
y
y
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5 - 18
Koordinatentransformation (2) Koordinatentransformation Bei der Koordinatentransformation werden die Punkte des
Koordinatentransformation (2)
Koordinatentransformation
Bei der Koordinatentransformation werden die Punkte
des lokalen Systems ins gegebene System
übergeführt.
x
α
Wird eine Figur verschoben, verdreht und in
ihrem Maßstab verändert, so bleibt ihre
Geometrie erhalten (keine Verzerrung).
x
0
y
0
ξ
Ähnlichkeitstransformation
Eine Transformation, die die Geometrie erhält, wird als
Ähnlichkeitstransformation bezeichnet.
x
0
Zweidimensionale Ähnlichkeitstransformation
Die zweidimensionale Ähnlichkeitstransformation wird
durch zwei Verschiebungen y 0 und x 0 , eine Drehung α
und einen Maßstabsfaktor m festgelegt.
η
Sind die Parameter bekannt, so können die Punkte
A i (η ,ξ) des lokalen Systems in die Punkte A i (y,x) des
übergeordneten Systems transformiert werden.
y
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5 - 19
Koordinatentransformation (3) Berechnung der Transformationsparameter • Mit zwei Punkten, die in beiden Systemen
Koordinatentransformation (3)
Berechnung der Transformationsparameter
• Mit zwei Punkten, die in beiden Systemen bekannt sind (idente Punkte)
• Annahme dabei: Koordinaten dieser Punkte sind fehlerfrei.
x
a
ξ
ξ
P1(y,x)
t(y,x)
P2(η, ξ)
t(η, ξ)
t(ξ,η)
d(η, ξ)
η
P1(η, ξ)
P2(y,x)
η
y
globales System
lokales System
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5 - 20
Koordinatentransformation (4) Berechnung der 4 Transformationsparameter d y x ( , ) • Maßstab m
Koordinatentransformation (4)
Berechnung der 4 Transformationsparameter
d y x
(
,
)
• Maßstab m :
m =
d (η,ξ)
• Rotation α:
α= t ( y , x )(− t η,ξ)
• Translation y 0 , x 0 :
y
= cos
y − m
η
α
m
ξ
sin
α
0
x
= x m
+
η
sin
α
m
ξ
cos
α
0
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5 - 21
Koordinatentransformation (5) Transformation vom lokalen ins globale System: x = x + m ⋅ R
Koordinatentransformation (5)
Transformation vom lokalen ins globale System:
x
=
x
+ m ⋅
R ν
0
mit
⎛ cos
α
sin
α
⎛ ⎞
η
R = ⎜
x
= ⎛ ⎜ ⎜ y ⎞ ⎟ ⎟
ν = ⎜ ⎜
⎟ ⎟
− sin
α
cos
α
x
ξ
⎝ ⎠
⎝ ⎠
erhält man die Einzelkomponenten:
y
= y
+
m
η
cos
α
+
m
ξ
sin
α
0
x
= α
x
m
η
sin
+
m
ξ
cos
α
0
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5 - 22
Anwendung: Freie Stationierung (1) P1 Aufstellung: Bei der freien Stationierung ist eine Aufstellung über einem
Anwendung: Freie Stationierung (1)
P1
Aufstellung:
Bei der freien Stationierung ist eine Aufstellung über
einem koordinativ bekannten Punkt nicht notwendig.
Als Standpunkt kann ein beliebiger Hilfspunkt N1 gewählt
werden, von dem aus die durchzuführende Vermessung,
z.B. die Absteckung eines Gebäudes, erfolgen kann.
Notwendig ist die freie Sicht zu mindestens zwei
koordinativ bekannten Punkten.
P2
Sicht
Hindernis
Beispiel:
Der Punkt N1 wird so gewählt, dass das ganze
abzusteckende Gebäude zu sehen ist und dass zu 2
koordinativ bekannten Punkten P1 und P3 die Richtungs-
und Streckenmessungen durchgeführt werden können.
Aus den Anschlußmessungen zu P1 und P3 läßt sich der
Standpunkt N1 ableiten und in der Folge kann von
diesem aus die Absteckung durchgeführt werden.
P3
N1
historische Entwicklung:
Die freie Stationierung hat sich erst in den letzten Jahren
mit dem Aufkommen der Totalstationen (kombinierte
Richtungs- und Distanzmessung) durchgesetzt. Der in
das Instrument integrierte Rechner macht es möglich, die
Koordinaten schon im Feld zu berechnen. Dadurch wurde
ein effizienteres Arbeiten ermöglicht, ohne Unterbrechung
für Berechnungen im Büro.
abzusteckendes
x
Gebäude
y
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5 - 23
Anwendung: Freie Stationierung (2)
P1
Messungen:
x
werden im Beobachtungsraum durchgeführt
Lokales Koordinatensystem:
P3
Im Beobachtungsraum wird ein lokales
Koordinatensystem definiert, dessen Ursprung mit
dem Standpunkt N1 und dessen ξ -Achse mit der
Nullrichtung des Teilkreises zusammenfällt.
In diesem lokalen System lassen sich die Punkte
des Gebäudes und die Anschlußpunkte P i mit der
ersten Grundaufgabe berechnen.
Die erhaltenen Koordinaten der Punkte A i (η, ξ)
und P1 (η, ξ) bzw. P3 (η, ξ) beziehen sich auf
dieses lokale Koordinatensystem.
t
0
N1
ξ
R
N1,A3
A4
A1
Koordinatentransformation:
Objekt
Um die Punkte A i (y,x) im Koordinatenraum zu
erhalten, müssen sie mit einer
Koordinatentransformation in diesen transformiert
werden.
Die Parameter hierfür können aus den beiden
Punkten P1 und P3 berechnet werden, die in
beiden Räumen bekannt sind.
A3
A2
x
η
y
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5 - 24
6 Bauelemente der Instrumente x 1 ′ ′ F 1 F 2 x 2 F
6 Bauelemente der Instrumente
x 1
F 1
F 2
x
2
F 1
Bild
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6 - 1
Geometrische Optik: Dünne Linsen
Brennweite bei bikonvexen Linsen
• Bei gleichen Krümmungsradien:
R
Brechungsindex von Glas
n G
f =
R Krümmungsradius
2 ⋅(
n
− 1)
f Brennweite
G
Abbildungsgleichungen für dünne Linsen
b
• Allgemeine Abbildungsgleichung
f
x b
1
1
1
+
=
g o
a
b
f
F 1
F 2
• Newtonsche Abbildungsgleichung
g b
2
x x
=
f
x a
f
a
b
a
Vergrößerung
g
b
f
b
MP =
= −
=
g
a
f
a
o
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6 - 2
Das astronomische Fernrohr (1) Astronomisches Fernrohr Objektiv Okular f Obj. +f Oku. • In seiner
Das astronomische Fernrohr (1)
Astronomisches Fernrohr
Objektiv
Okular
f Obj. +f Oku.
• In seiner einfachsten
Form seit 1611
(J. Kepler)
Objekt
x 1
F
F 2
F 2
1
x 2
F 1
imaginäres
reelles
Bild
Bild
Objektiv erzeugt vom Objekt x 1 ein
Okular
- reelles,
• Hat Aufgabe einer Lupe
- verkleinertes,
• Aus reellem Bild entsteht ein
- umgekehrtes Bild x 2
- vergrößertes,
• x 1 außerhalb der doppelten
Brennweite f 1 des Objektivs
→ Bild stets nahe dem Brennpunkt F 2
- virtuelles,
- umgekehrtes Bild im Unendlichen
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6 - 3
Das astronomische Fernrohr (2) Fernrohrvergrößerung • Verhältnis der Sehwinkel α f Obj . 2 -
Das astronomische Fernrohr (2)
Fernrohrvergrößerung
• Verhältnis der Sehwinkel
α
f Obj .
2
- α 1 (Sehwinkel ohne Instrument) und
MP =
= −
α
1
f Oku .
- α 2 (Sehwinkel mit Instrument)
unter denen ein Objekt gesehen wird.
Objektiv
Okular
f Obj. +f Oku.
Objekt
α 1
α 2
x 1
F
F 2
F 2
1
x 2
F 1
imaginäres
reelles
Bild
Bild
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6 - 4
Das Messfernrohr (1) Strichkreuz • Strichkreuz in Strahlengang → Fernrohr wird zu Ziel- / Messfernrohr
Das Messfernrohr (1)
Strichkreuz
• Strichkreuz in Strahlengang
→ Fernrohr wird zu Ziel- / Messfernrohr
• Strichkreuz muss gemeinsam mit
Bild des angezielten Objektes scharf erscheinen
→ muss in der Ebene des vom
Objektiv erzeugten Bildes liegen
• Strichplatte ist so eingebaut,
dass sich das Strichkreuz
in der vorderen Brennpunktebene
des Okulars befindet
Strich-
Objektiv
kreuz
Okular
Objekt
x 1
F
F
F 2
1
2
x
2
F 1
imaginäres Bild
x 1 F ′ F ′ F 2 1 2 x 2 F 1 imaginäres Bild

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6 - 5

[VW_2015_Bauelemente_der_Instrumente.ppt]

Das Messfernrohr (2) Ziellinie • Definiert durch - Optischen Mittelpunkt des Objektivs - Zentrum des
Das Messfernrohr (2)
Ziellinie
• Definiert durch
- Optischen Mittelpunkt des Objektivs
- Zentrum des Strichkreuzes
• Justierung
- Mit Justierschrauben kann die Lage
des Strichkreuzes geringfügig
verändert werden
Objektiv
Strich-
kreuz
x 1
F
F
1
2
Ziellinie
x
2
F 1
imaginäres Bild
x 1 F ′ F 1 2 Ziellinie x 2 F 1 imaginäres Bild © Ingenieurgeodäsie

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6 - 6

[VW_2015_Bauelemente_der_Instrumente.ppt]

Das Messfernrohr (3) Problematik Objektiv Okular • Bildweite ändert sich mit der Gegenstandsweite → Abstand
Das Messfernrohr (3)
Problematik
Objektiv
Okular
• Bildweite ändert sich
mit der Gegenstandsweite
→ Abstand
Objektiv - Okular
wird größer,
je näher der
Gegenstand liegt
b y
Objekte
b x
x 1
y 1
F
F 1
2
x 2
y 2
F 1
Okularauszug
• Fokussierung durch Änderung
des Abstands Objektiv - Okular
mittels Okulartrieb
• Bis Anfang 20.Jhd.
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6 - 7
Innenfokussierung
Innenfokussierung
Objektiv
Okular
• Ersetzt Okularauszug
b x = b y
Objekte
• Eingebaute Fokussierlinse
- Schwach negative
Zwischenlinse
x 1
y 1
F 2
x
2
F 1
y
- Strahlen weiter entfernt vom Objektiv vereinigt
2
• Variierbare Lage der Fokussierlinse
→ vom Objektiv erzeugtes Bild kann
in die Strichkreuzebene verlegt werden
Vorteile
• Fernrohr
- besitzt konstante Länge
- kann kürzer gefertigt werden als Fernrohre mit Okularauszug
- ist besser gegen Staub und Wasser geschützt
• Höhere Stabilität der Ziellinie
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6 - 8

Libellen (1)

Zweck

• Horizontal- bzw. Vertikalstellung von Instrumentenachsen

• Bezug zur lokalen Lotrichtung (= Normale auf die Äquipotentialfläche im Standpunkt)

Unterscheidung von Libellen

• Analog

- Dosenlibellen

- Röhrenlibellen

• Digital

- Automatische Ablesung

• Ein- Zweiachslibellen

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6 - 9
Libellen (2)
Dosenlibelle
Röhrenlibelle
• Grobeinstellung
• Feinhorizontierung
• Zweiachsig
• Einachsig
Libellen-
Blasen-
achse
länge
Tangentialebene
Justier-
schraube
2 mm
Feder
Aufsatz-
ebene
Spielpunktstangente
(Libellenachse)
Justierschraube
Setzlinie
dosenli.dwg
roehrli.dwg
Typische Genauigkeit: 0.05 gon
Typische Genauigkeit: 60 cc
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6 - 10
Justierung von Libellen / Aufstellen mit dejustierter Libelle Setzlibelle • Röhrenlibelle, die umgesetzt werden kann
Justierung von Libellen / Aufstellen mit dejustierter Libelle
Setzlibelle
• Röhrenlibelle, die umgesetzt werden kann
• Sie ist justiert, wenn Libellenachse // Setzlinie
Beispiel: Horizontierung eines Tisches (um β geneigt)
Gleichzeitig: Justierung der Setzlibelle (um α dejustiert)
1. Achse:
a. Tisch neigen, bis Libelle einspielt
b. Tisch ist nun um α gegen die Horizontale
verschwenkt.
α
α
a)
c. Umsetzen der Libelle um 180°
b)
Blase schlägt um 2α aus.
d. Libellenjustierungsschrauben drehen, bis
Libellenblase im Mittelpunkt von S und L liegt.
e. Tisch neigen, bis Blase in Mittellage S steht.
f. Kontrolle: Libelle um 180° umsetzen
β
α
schlägt Blase noch immer leicht aus,
c)
Schritte a - e wiederholen
α
2. Achse des Tisches:
α
A. Libelle um 90° umsetzen
B. Tisch neigen, bis Libelle einspielt
C. Kontrolle: Libelle um 180° umsetzen
setzph.jpg
C. Kontrolle: Libelle um 180° umsetzen setzph.jpg © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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6 - 11

Umschlagmessung Bestimmung von • Neigung einer Fläche • Nullpunktsabweichung eines Instrumentes Durchführung
Umschlagmessung
Bestimmung von
• Neigung einer Fläche
• Nullpunktsabweichung
eines Instrumentes
Durchführung
• Messung in Lage 1
• Gerät um 180° drehen
• Messung in Lage 2
Absolutneigung der Fläche
L1
L 2
β
β
β
=
2
Nullpunktsabweichung
L
1
L
2
β
+
β
0
β
=
2
2 Nullpunktsabweichung L 1 L 2 β + β 0 β = 2 © Ingenieurgeodäsie und

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[VW_2015_Bauelemente_der_Instrumente.ppt]

Kompensator Flüssigkeitsneigunssensor verwendet als Kompensator • Zweiachssensor • Digitalausgang •
Kompensator
Flüssigkeitsneigunssensor verwendet als Kompensator
• Zweiachssensor
• Digitalausgang
• Messbereich:
± 2 mrad
• Auflösung:
1 µrad
• Auch als separater Neigungssensor (Leica Nivel20)
Messprinzip (2 Achsen)
Kern E10
Sensor waagrecht
Sensor schräg
4
4
3
3
2
2
5
1 Laserdiode
5
1
2 Lichtstrahl
1
3 Behälter mit Flüssigkeitshorizont
4 Lokale Lotrichtung
5 Positionsempfindliche Diode
Quelle: Leica
Quelle: VPK 2001
Positionsempfindliche Diode Quelle: Leica Quelle: VPK 2001 © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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Elektronische Neigungssensoren Beispiele Optisches Messprinzip Pendelsysteme Frequenz Pendel Zähler Schwing
Elektronische Neigungssensoren
Beispiele
Optisches Messprinzip
Pendelsysteme
Frequenz
Pendel
Zähler
Schwing
Saite
Masse
m
Elektroden RC-Oszillator
Elektrolyt (Widerstandsänderung
als Funktion der Füllhöhe)
Elektrolyt (Widerstandsänderung
als Funktion der Blasenposition)
Elektrolyt
A
A
C
G1<G2
C
G1=G2
R AB = R BC
R BC < R AB
B
B
G1
G2
G1
G2
Glaskörper
Quelle: GeoKon
Quelle: Wyler
G1 G2 G1 G2 Glaskörper Quelle: GeoKon Quelle: Wyler © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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Einsatz von Neigungssensoren: Beispiele Überwachungsmessungen Instrumente • Bauwerke • Laserscanner •
Einsatz von Neigungssensoren: Beispiele
Überwachungsmessungen
Instrumente
Bauwerke
Laserscanner
Laser-Tracker
Tachymeter
Ereignisse
Geotechnische Messungen
Steuerung
Bohrlochinklinometer
• Baumaschinen
Quelle: Kelag, VTI
• TBM
2002
2003
Sensor 1
2
3, Display
2004
UVM …
Quelle: tunnelbuilder.com
1 2 3, Display 2004 UVM … Quelle: tunnelbuilder.com © Ingenieurgeodäsie und Messsysteme

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7 Nivellement
7
Nivellement
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7 - 1
Höhensysteme (1)
Nivellement
• Instrument (Nivellier) erzeugt horizontale Visur
VW_205_1.dwg
• Ablesung an zwei graduierten Latten in einer
bestimmten Entfernung erlaubt die
Messung des Höhenunterschiedes
horizontale Visur
Anforderungen an ein ideales Höhensystem
• Geometrische Deutung der Höhe als Abstand
von einer Bezugsfläche
• Höhenunterschiede sind wegunabhängig
• Geringe Korrekturen gegenüber geometrischem Nivellement
• Wasser fließt nicht zwischen Punkten gleicher Höhe
Ein Ansatz wäre
Der Höhenunterschied soll Abstand der Äquipotentialflächen sein
(Äquipotentialflächen sind nicht parallel)
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7 - 2
Höhensysteme (2) Z Höhenunterschied A-Z: Δ h = ∑ dh Äquipotentialfläche A Entlang der Äquipotentialfläche:
Höhensysteme (2)
Z
Höhenunterschied A-Z:
Δ h =
∑ dh
Äquipotentialfläche
A
Entlang der Äquipotentialfläche: dh = 0
A '
Z
Δ =
h
dh
dh
→ dh ist wegabhängig!
A Z '
VW_012_3.dwg
Aus den Grundlagen wissen wir:
dW = −g dh
Aus der Abbildung sieht man leicht
die Wegunabhängigkeit der
Potentialdifferenz
Bestimmung der:
Δ
W
=
W
W
A Z
,
Z
A
= (
W
W
' )(
W
W
)
Z
A
A
'
A
= ( −
W
W
' )(
W
W
)
Z
Z
Z
'
A
Z
Potentialdifferenz A-Z:
Δ
=−
g
dh
W A Z
,
A
Einheitliches
Bezugspotential W 0 :
ΔW = W −W = C
A,
0
0
A
A
C A … Geopotentielle Kote [m²/s²]
VW_206_1.dwg
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7 - 3
Höhensysteme (3): Dynamische Höhen
Wunsch
Umwandlung der geopotentiellen Koten in Werte der Dimension [m]
Δ W
Dyn
A,Z
Dynamischer Höhenunterschied:
Δ H ≡
A,Z
γ 0,45 °
C
Dynamische Höhe:
Dyn =
A
γ 0,45 ist der definierte Schwerewert für
A
H
Meeresniveau und ϕ = 45°
γ 0,45 °
γ 0,45 = 9.806199203 ms -2 (GRS-80)
Eigenschaften
• Klare physikalische Definition
• Hypothesenfrei
• Wegunabhängig
• Wasser fließt nicht zwischen Punkten gleicher dynamischer Höhe
• Dimension [m], aber geometrische Interpretation nicht möglich
• Große Korrekturen an den Nivellementergebnissen
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7 - 4
Höhensysteme (4): Orthometrische Höhen Geometrische Interpretation Länge der Lotlinie durch A zum Punkt A‘ 0
Höhensysteme (4): Orthometrische Höhen
Geometrische Interpretation
Länge der Lotlinie durch A zum Punkt
A‘ 0 auf dem Geoid
Orthometrische Höhe [m]
VW_207_1.dwg
C
g … Mittelwert der Schwere
A
H A =
g
entlang der Lotlinie
Eigenschaften
Eindeutige geometrische Interpretation
Wegabhängig
Kleine Korrekturen am Nivellementergebnis
g