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ÜBERSICHT:

Beschlussvorlagen für den Akademischen Senat

Antrag Forderung Gegenstand Vorstellung/Argumentation


Nr. im F-
Katalog
1 2.10. Verbesserung des Zugangs zu Räumen für
Zugang Studierende
2 2.10.7. Ermittlung und ständige Prüfung der
Standards Standards zum Raumbedarf
3 1.7. Keine Durchführung von
Zwangsexmatrikulationen
4 5.1. Billigung des studentischen Protestes
5 2.13. Ausfinanzierung des musikalischen
Angebots
6 3.6. Transparenz der universitären Organisation
7 2.10.4. Raum für Studierende
8 1.4. Verlängerung Regelstudienzeit
→ Überarbeitung StudO
– KMK-Beschluss!
– Umgang der Uni mit „Regelstudienzeit“
9 1.1. Herabsetzung der Anzahl der Arbeitsstunden
pro Studienpunkt
10 2.8. Arbeitsbedingungen von Lehrbeauftragten
11 3.1. Demokratisierung der Hochschulstrukturen
12? 4.4. Werbung und kommerzielle Stände

läuft 1.6. „Zwangsberatungen“ (AS 190/2009 )

Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010


Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Verbesserung des Zugangs zu Räumen für Studierende

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
Studierenden ist der Zugang zu Räumlichkeiten der Universität zu erleichtern. Dies soll durch folgende
Maßnahmen umgesetzt werden:
a) Einige Seminarräume sind für Studierende grundsätzlich offen zu halten.
b) Die Darstellung der universitätsweiten Raumplanung – insbesondere der nicht verschlossenen
Räume – ist fortan für Studierende zugänglich zu machen.
Mit der technischen Umsetzung, die durch eine Anpassung in AGNES erfolgen kann, wird die
Studienabteilung beauftragt.
c) Für das Abhalten studentischer Vollversammlungen ist unkompliziert das Audimax zur Verfügung
zu stellen.

Begründung:
Um den Anforderungen des Studienalltags zu genügen, ist es unabdingbar, dass Studierenden genügend
Räumlichkeiten für das individuelle Arbeiten sowie für das Arbeiten in der Gruppe zur Verfügung stehen.
Hierfür müssen Studierende einerseits Einblick in den Raum- und Belegungsplan der HU haben,
andererseits auch kurzfristig entsprechende Räume belegen können.
In Zeiten, in denen das Audimax sich nicht in studentischer Hand befindet, ist es ferner keinesfalls
problemlos, Räumlichkeiten für eine Vollversammlung zu organisieren. Vollversammlungen, die das höchste
beschlussfassende Organ der studentischen Selbstverwaltung darstellen, müssen aber über unkomplizierten
Zugang zu notwendigen Räumlichkeiten verfügen.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
keine

Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010


Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Ermittlung und ständige Prüfung der Standards zum Raumbedarf

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
Bei der Erhebung des Raumbedarfs, wie sie im Rahmen der Einführung des ‚Mieter-Vermieter-Modells’
durchzuführen sind, ist auch und gerade der studentische Bedarf zu berücksichtigen. Hierfür sind
folgende Kriterien zu beachten:
a) der Erhalt von Fachschaftsräumen
b) der Bedarf an (Gruppen-) Arbeitsräumen
c) der Bedarf an Ruheräumen
d) Räume für studentische Initiativen, z.B. für studentisch verwaltete Cafés
Die Festsetzung des relativen sowie des absoluten Bedarfs hat unter Beteiligung von Studierenden zu
erfolgen.
Über die Erhebung des Raumbedarfs ist Bericht zu erstatten.
Mit der Umsetzung wird die Technische Abteilung beauftragt.

Begründung:
Die Studierenden kritisieren das neue ‚Mieter-Vermieter-Modell’ (MVM) im Ganzen und wünschen sich
dessen Nichteinführung. Da das MVM jedoch in den abgeschlossenen Hochschulverträgen verankert ist, ist
die Umsetzung dieses Wunsches derzeit nicht möglich.
So bestehen die Studierenden wenigsten darauf, bei den Berechnungen des Raumbedarfs der jeweiligen
Fakultäten bzw. Institute hinreichend Berücksichtigung zu finden.
Eine regelmäßig durchzuführende Evaluation über die Raumsituation, die bisher ausgeblieben ist, ist hierfür
unabdingbar.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
für die Durchführung der Evaluation

Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010


Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Keine Durchführung von Zwangsexmatrikulationen

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Die Humboldt-Universität versichert, keine Zwangsexmatrikulationen durchzuführen aufgrund von
a) nicht erfüllten Auflagen bei Zwangsberatungen;
b) ausgelaufenem „Vertrauensschutz“ für Magister- und Diplomstudiengänge.

Sie setzt sich darüber hinaus für die Abschaffung von Zwangsexmatrikulationen aufgrund dreimaliger nicht
bestandener Prüfung ein. Die Gleichsetzung von „endgültig nicht bestanden[er]“ (§15 (3) BerlHG) und
dreimalig oder seltener nicht bestandener Prüfung in Prüfungsordnungen ist zu unterlassen.

Begründung:
Zwangsexmatrikulationen in diesen Fällen scheinen Mittel der Kostenreduzierung für die Universität
zu sein, welche vollständig zu Lasten der Studierenden gehen und daher nicht verantwortbar sind.
Andererseits werden sie sich im Zusammenhang mit dem Preismodell negativ für die Universität
auswirken.
Da Zwangsberatungen eine Bevormundung der Studierenden durch die Universität und somit einen Eingriff
in die Freiheit und Verantwortung derselben darstellen, zu welcher sich die HU in der Präambel ihrer
Verfassung bekennt, sind auch Zwangsexmatrikulationen abzulehnen, die durch solche bestimmt wurden.
Das Auslaufen des so genannten „Vertrauensschutzes“ für Studierende der Magister- und
Diplomstudiengänge darf kein Kriterium für den Ausschluss aus der Universität sein, da Studierende sonst
ohne jegliche Qualifikation aus der Universität austreten würden. Vielmehr sollte diesen ermöglicht werden,
ohne viel Zeitverlust in vergleichbare Studienordnungen der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge
überzuwechseln.
Da Zwangsexmatrikulationen in den Fällen a) und b) von der Universität nach Aussage des Vizepräsidenten
für Studium und Internationales nicht praktiziert werden, dürfte eine derartige, verbindliche Erklärung
problemlos sein.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
keine

Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010


Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Billigung des studentischen Protestes

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:

Er verpflichtet die Leitung der Humboldt-Universität, von Repressionen gegen Protestteilnehmer_innen


entschieden Abstand zu nehmen, insbesondere keine Strafanzeigen zu stellen. Protestteilnehmer_innen
dürfen im Studienalltag nicht benachteiligt werden.

Begründung:
Der Akademische Senat nimmt die Proteste der Studierenden für ein besseres und sozial gerechtes
Bildungssystem billigend zur Kenntnis.
Die Bildungsprotestbewegung richtet sich mit ihren Forderungen und ihrer Zielsetzung auf einen aktiven
Veränderungsprozess des Bildungssystems. Der Protest bedient sich unterschiedlicher Aktions- und
Äußerungsformen, die in ihrer Kreativität und Heterogenität sowohl die momentane Lage kritisieren als auch
aktiv Handlungs- und Veränderungs-möglichkeiten aufzuzeigen versuchen. Ein wesentlicher Bestandteil
innerhalb des Protestes ist die jetzige Besetzung des Audimax. Allen unterschiedlichen Protestformen liegt
die Maxime der Gewaltfreiheit zu Grunde.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
keine

Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010


Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Ausfinanzierung des musikalischen Angebots

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
Die Humboldt-Universität verpflichtet sich, Kürzungen der finanziellen und personellen Ausstattung bei der
„Musik an der Humboldt-Universität“ zu unterlassen, stattdessen vielmehr die Ausfinanzierung des
musikalischen Angebots sicherzustellen.
Alle musikalischen Institutionen sind in einer Zentraleinrichtung für Musik unter Leitung des
Universitätsmusikdirektors zusammenzuführen.

Begründung:
Für eine akademische Einrichtung – zumal für eine derart bedeutsame wie die Humboldt-Universität – ist ein
kulturelles Angebot, bei dem Chor und Orchester selbstverständliche Bestandteile sind, unverzichtbar. Die
Teilnahme an Chor und Orchester ist zudem ein Beitrag zur individuellen Bildung sowie zum
gesellschaftlichen kulturellen Leben. Eine Verringerung dieses Beitrages von seiten der Humboldt-
Universität wäre vollkommen unverständlich.
Um die Rolle der Musik an der HU sicher zu stellen und ihr eine solide personelle und finanzielle Ausstattung
zu ermöglichen, ist eine Zentraleinrichtung für Musik, der der Universitätsmusikdirektor vorsteht, zu gründen.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
keine oder geringfügige Erhöhung der bisherigen Ausgaben für das musikalische Angebot

Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010


Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Transparenz der universitären Organisation

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
I. Zur Steigerung der Transparenz der universitären Organisation beschließt der Akademische Senat
folgende Maßnahmen:
a) Veröffentlichung der Tagesordnungen vorab sowie der Beschlüsse der Gremien der akademischen
Selbstverwaltung, z.B. an zentraler Stelle im Hauptgebäude und an den einzelnen Instituten sowie in
Newslettern und auf schnell zu erreichenden Seiten der Homepage www.hu-berlin.de
b) Informationen zum Stand folgender wesentlicher inneruniversitärer Prozesse:
– Umsetzung von Beschlüssen des Akademischen Senats auf Universitäts- und Fakultäts-
ebene (Fortschritte bei der Überarbeitung der BA-Studiengänge, Aussetzen von
Anwesenheitskontrollen, Abschaffung und Löschung aller Maluspunkte)
– Berichte entsprechend AS 32/2010, 33/2010 sowie 35/2010
– Abläufe im Rahmen der Exzellenzinitiative
– Berufungsverfahren
Auf Anfrage ist über weitere Entwicklungen zu informieren.
c) Informationen zum Stand folgender wesentlicher außeruniversitärer Verhandlungen:
– Hochschulvertragsverhandlungen
– Verhandlungen zum hochschulübergreifenden Studium
Auf Anfrage ist über weitere Entwicklungen zu informieren.
d) Darstellung der Zusammensetzung der verantwortlichen Gremien und Arbeits- und Projektgruppen
sowie Bekanntgabe der beteiligten Personen
Bei Gründung neuer Kommissionen und Arbeits- oder Projektgruppen ist über deren Bildung
zu informieren. Bei deren Auflösung sind die erarbeiteten Ergebnisse offen zu legen.
e) Durchführung und Veröffentlichung von universitätsinternen Evaluationen u.a. zu
– Studierbarkeit, Studienerfolg und Studienabbruch
– Barrierefreiheit
– Lehre und Lehrenden
Evaluationen, die auf Personen rückführbar sind, sind unter Maßgabe des Datenschutzes
durchzuführen.
f) Offenlegung des Strukturplanes – noch zu ergänzen

II. Die in a) bis f) enthaltenen Informationen sollen auf folgende Weise veröffentlicht werden:
a) Einrichten von Informationstafeln
– im Foyer des Hauptgebäudes
– den einzelnen Instituten
b) die Umstrukturierung der Homepage derart, dass
– eine über die Startseite erreichbare „News-Seite“ nicht nur Neuigkeiten für die Öffentlichkeit,
sondern auch Interna (Beschlüsse der Gremien der universitären Selbstverwaltung, Berichte)
bekannt gibt;
– Informationen zur akademischen Selbstverwaltung leicht zugänglich sind und an zentraler Stelle in
die Gremienstruktur der HU sowie in Aufgaben und Zusammensetzung der jeweiligen Gremien und
Kommissionen eingeführt wird;
– Informationen von seiten der studentischen Selbstverwaltung (Referent_innenRat und
Studierendenparlament) und studentischer Initiativen und Projekte (z.B. HUgo) von der Startseite
aus zu erreichen sind.
c) Sämtliche Informationen müssen barrierefrei zugänglich sein.
Die entsprechenden Informationen sollen mindestens vier Wochen an zentral gelegenen
Informationstafeln aushängen. Nach Ablauf dieser Frist müssen sie, z.B. in einem direkt
erreichbaren Online-Archiv, dauerhaft zugänglich sein.

Mit der Umsetzung wird das Präsidium beauftragt.

Begründung:
Die Humboldt-Universität zeigt sich bemüht, nach außen attraktiv und umfassend präsentiert zu sein, wovon
bspw. die Anlage der Homepage sowie die personelle Ausstattung des Öffentlichkeits-Referates zeugen. Die
interne Kommunikation hingegen bedarf des dringenden Ausbaus, Studierenden ist der unkomplizierte
Zugriff auf allgemeine wie aktuelle Informationen über Gremien und universitäre Entscheidungsprozesse zu
ermöglichen.
Dass die Struktur für alle Mitglieder durchschaubar und Entscheidungsprozesse nachvollziehbar sind,
müsste für jede Institution in einer demokratischen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit darstellen.
Die Struktur der akademischen Selbstverwaltung zu erläutern kann nicht ausschließlich Aufgabe
studentischer Initiativen – die zudem nicht mit der Hauptseite verlinkt sind – sein. Vielmehr sollte auch die
Universitätsleistung ein Interesse an studentischer Beteiligung – und somit Bereicherung – haben.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
Keine
Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010
Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Raum für Studierende

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
Die Initiative der Protestteilnehmer_innen bekommt als Treffpunkt für Diskussionen und zur Organisation
ihrer Interessen fakultätsübergreifend dauerhaft einen selbstverwalteten Raum zugesprochen, der folgende
Kriterien erfüllt:

a) barrierefrei zugänglich
b) eigenständig verwaltet
c) jederzeit frei zugänglich
d) zentral gelegen
e) Platz für mindestens 60 Menschen
f) Stauraum für Materialien
g) Internetanschluss
h) Mindestausstattung an Mobiliar

Anbieten würden sich zum Beispiel Räume in den derzeit leerstehenden Fachbereichsibliotheken.

Begründung:
Um sich auch als Studierende_r langfristig am Bolognaprozess beteiligen zu können, ist eine dauerhafte
Organisationsstruktur vonnöten. Eine zentrale Anlaufstelle, in der Veranstaltungen statfinden können und
Material gelagert werden kann, erleichtert dies maßgeblich.
Dies ist univeritätsweite Arbeit, weshalb Fachschaftsräume nur begrenzt dafür dienlich sind. Das
studentische Café „Krähenfuß“ hat keine Kapazitäten für weitere Initiativen, zumal es eine völlig andere
Zielsetzung hat.

Um die Aufnahme der Arbeit zeitnah zu ermöglichen, wird eine angemessene Ausstattung an Stühlen,
Tischen, Schränken etc. benötigt.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
keine
Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010
Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Herabsetzung der Anzahl der Arbeitsstunden pro Studienpunkt

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
An der Humboldt-Universität wird die Anzahl der für einen Studienpunkt zu erbringenden Arbeitsstunden
universitätsweit von bisher 30 auf 20 herabgesetzt.

Begründung:
Aktuelle Debatten der Hochschulrektorenkonferenz zielen auf eine Herabsetzung des
Studienpunktgegenwerts. Solch eine Herabsetzung sollte auch in an der Humboldt-Universität geschehen,
da Studienleistungen dadurch eine angemessenere Anerkennung erfahren können.
Gleichzeitig käme die Herabsetzung der Summe von Arbeitsstunden auch den Bemühungen um eine
Reduktion des Workloads zugute.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
keine
Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010
Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Arbeitsbedingungen von Lehrbeauftragten

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
Die Arbeitsbedingungen von Lehrbeauftragten sind fundamental zu verbessern.
I. Es ist zu prüfen, an welcher Stelle und auf welche Weise Lehrbeauftragte, die seit mindestens zwei
Semestern einen Lehrauftrag im Umfang von mindestens 4 SWS wahrnehmen, die Möglichkeit einer
festen Anstellung erhalten können, ohne dass dies zur Streichung von Mitarbeiter_innenstellen und
Lehraufträgen führt. Über das Ergebnis dieser Prüfung ist bis zum 31.04.2010 öffentlich Bericht zu
erstatten.
II. Zudem setzt sich die Humboldt-Universität dafür ein, dass Lehrbeauftragte, die seit mindestens zwei
Semestern einen Lehrauftrag im Umfang von mindestens 4 SWS wahrnehmen, zu Mitgliedern der
Hochschule werden.

Begründung:
Die derzeitige Situation von Lehrbeauftragten, die neben Lehraufträgen über keine feste Beschäftigung
verfügen, ist als äußerst ‚prekär’ zu bezeichnen.
Noch zu formulieren
Dies wird besonders deutlich bei Lehrbeauftragten, die am Sprachenzentrum der HU Sprachkurse
durchführen. Sie erledigen dieselbe Arbeit wie ihre fest angestellten Kolleg_innen, erhalten aber jeweils nur
Verträge für ein Semester, die jederzeit zu annullieren sind. Sie erhalten eine deutlich geringere Entlohnung,
müssen Vor- und Nachbereitung unbezahlt verrichten und werden in interne Kommunikation- und
Entscheidungsprozesse nicht oder nur geringfügig eingebunden. Diese Situation ist in den Augen der
Studierendenschaft nicht zu rechtfertigen.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
nein
Humboldt-Universität zu Berlin Berlin, den 01.02.2010
Vollversammlung der Studierenden und
Plenum der Protestteilnehmer_innen
Liste unabhängiger Studierender, Offene Linke Liste
Silvia Gruß, Tobias Roßmann

Vorlage
zur Beschlussfassung
für den Akademischen Senat

Gegenstand: Demokratisierung der Hochschulstrukturen

Berichterstatter_in:

Beschlussentwurf:
Der Akademische Senat möge beschließen:
Der Akademische Senat spricht sich für die Einführung einer Viertelparität in allen universitären Gremien, in
denen derzeit eine professorale Mehrheit besteht, aus. Das Präsidium setzt sich gegenüber dem Senat des
Landes Berlin nachdrücklich für eine entsprechende Änderung des Hochschulgesetzes ein.

Begründung:
Den Lehrenden und Lernenden im arbeitsteiligen und auf Kooperation angelegten Wissenschaftsbetrieb
gemein ist nicht der Besitz an Erkenntnis, sondern das methodische Bemühen um dieselbe; daher besteht,
anders als die Machtverteilung in entscheidungsrelevanten Gremien andeutet, kein prinzipieller, sondern nur
ein gradueller Unterschied zwischen diesen Gruppen.
Dem widerspricht, dass die Professor_innen immer eine eindeutige Mehrheit in allen entscheidungsbefugten
Gremien besitzen, womit sie Entscheidungen immer auch gegen den ausdrücklichen Willen aller andern
Statusgruppen durchsetzen können, selbst wenn diese geschlossen gegen eine Entscheidung votieren.

Treffend wussten schon die Bundesverfassungsrichter Dr. Simon und die Richterin Rupp v. Brünneck in ihrer
abweichenden Stellungnahme zum Hochschulurteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1973 zu
fragen: „Entspricht es nicht gerade dem Wesen freier Wissenschaft, dass sich Qualifikation durch das
sachliche Gewicht von Argumenten ausweist und nicht eine formalisierte Entscheidungsposition
beansprucht, durch welche alle übrigen [Hochschulschulmitglieder] in eine permanente Minderheitenposition
verwiesen werden?”

Die Studierenden stellen die – mit Abstand – größte Statusgruppe an der Universität dar und sind
naturgemäß an der Lehre als einer der wichtigsten Aufgaben einer Universität zentral beteiligt. Jede
Regelung des Lehrbetriebs berührt die Lernenden in ihrer Persönlichkeit wesentlich tiefer als die der
Lehrenden, die Studierenden dürfen deshalb nicht nur Objekt des Bildungsprozesses sein. Gerade die
Universität als eine zentrale Institution und Teil unserer Demokratie sollte auch unseren Vorstellungen einer
gerechten, demokratischen Gesellschaft entsprechen und den Studierenden erlauben, gleichberechtigt ihr
Lebensumfeld mitgestalten zu können.

Haushaltsmäßige Auswirkungen:
keine