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Naturwissenschaftliche Gesellschaft

Vortrag in Essen am 3. Dezember 2009


Ein neues Verständnis des Klimas und seiner Veränderungen
Ulrich Wolff

Sehr geehrte Damen und Herren,


Noch vor vier Jahren habe ich in einer Buchveröffentlichung die Treibhauseffekte mit einer
Erwärmung durch die Wirkung von Kohlendioxid beschrieben. Erst danach führte ein
Hinterfragen zu anderen Ergebnissen, die ich hier vortragen möchte.
Weil Sie wahrscheinlich erwarten, dass heute viel über das Kohlendioxid gesprochen wird,
möchte ich eine solche Erwartung nicht enttäuschen. Einerseits schätze ich dieses Gas in Sekt
und Selters sehr, und andererseits könnte diese Veranstaltung ohne sein Vorkommen in der
Atmosphäre nicht stattfinden, weil es dann auf der Erde nichts zu essen gäbe.
Mein Vortrag beginnt daher mit einem Blick auf die Änderungen der Konzentration des CO2
und des Klimas im Verlauf der Erdgeschichte. Das ist aus meiner Sicht auch deshalb
erforderlich, weil man sowohl ein Verständnis des gegenwärtigen Klimaverhaltens, seiner
Veränderungen und insbesondere wahrscheinlicher Veränderungen in der Zukunft nicht allein
aus einem Blick auf den Ablauf während der letzten 200 Jahre oder vielleicht 1000 Jahre
gewinnen kann.
Mit einer Darstellung der wesentlichen Zusammenhänge zur Entstehung von Wetter und
Klima werde ich zeigen, dass die bekannten Naturgesetze die Beobachtungen erklären und
daran anschließend auch, aus welchen Gründen die gegenwärtigen Vermutungen zu einer
vermeintlich bevorstehenden katastrophalen Erwärmung als Folge der Verbrennung fossiler
Brennstoffe dazu in Widerspruch geraten müssen.
Die Klimageschichte
Das Bild zeigt die Zusammensetzung der Atmosphäre vor einer Milliarde von Jahren und die
Veränderungen bis heute. Die Assimilation hat den CO2 Gehalt von ursprünglich weit über
25% auf nur noch 0,04% gegenwärtig verringert. Verursacher dieser dramatischen
Verringerung der Konzentration war die Entwicklung der Flora.
Vor etwa 3,5 Milliarden Jahren hatte sich auf der Erde eine feste Kruste gebildet. Flüssige
Lava wurde dadurch von den Gasen der Atmosphäre getrennt und Wasserdampf konnte in
den Ozeanen kondensieren. Sauerstoff war nicht vorhanden. Im Meerwasser gab es große
Mengen des zweiwertigen Eisens in Form des löslichen Fe(OH)2, die auf den Sauerstoff
warteten, damit eine Oxidation zum unlöslichen Fe2O3 die Eisenerzlagerstätten auf der Erde
aufbauen konnte. Das vollständige Fehlen von Sauerstoff war nach biologischem Verständnis
eine entscheidende Voraussetzung für die Entstehung von Lebensformen, die durch
Assimilation Kohlendioxid in Kohlenstoff und Sauerstoff aufspalten konnten. Diese
Lebewesen brauchten fast 1,5 Milliarden Jahre bis dieser Oxidationsvorgang aufhörte, weil
das Fe(OH)2 verbraucht war. Erst vor etwa 2,1 Milliarden Jahren tauchten daher erste Spuren
von Sauerstoff in Meerwasser und Atmosphäre auf. Seine Konzentration begann zu steigen.
Das war die Voraussetzung für die Entstehung auch des tierischen Lebens.

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Eine Rekonstruktion veranschaulicht Klimaänderungen zeitlich parallel zur Verringerung der


CO2 Konzentration in der Atmosphäre und im Meerwasser. In etwa 500 Millionen Jahren
verringerte sich die Konzentration des CO2 bis auf weniger als 0,2% des ursprünglichen
Wertes.

Zur Abschätzung der Menge an Kohlendioxid, die bei diesem Vorgang von der Flora
gespalten wurde ist zu beachten, dass gasförmiges, „freies Kohlendioxid“, nur zu 3% in der
Atmosphäre auftritt, mehr als 97 % sind auch gegenwärtig im Meerwasser gelöst. Die

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Konzentration im Meerwasser verringerte sich entsprechend. Zu beachten ist dabei auch die
Abhängigkeit des Konzentrationsgleichgewichts von der Wassertemperatur. Dieser
Zusammenhang kann leicht beim Öffnen einer warmen Sektflasche überprüft werden.
Während dieser 500 Millionen Jahre traten bereits mehrfach Eiszeiten auf. Die gegenwärtige
Eiszeitperiode begann vor etwa 2 Millionen Jahren.
Es fällt auf, dass die Werte, mit denen das Klima gekennzeichnet wird, erheblich vom dem
Zeitraum abhängen, für den solche Mittelwerte ermittelt wurden. Das ist für weitere
Überlegungen zur Bewertung der Angaben zu Klimaänderungen zu beachten.

Mehr Einzelheiten sind im Klimaverlauf der letzten 600 000 Jahre zu erkennen. Die Verläufe
im Bild wurden aus Messungen an Eisbohrkernen aus sehr alten Eisschichten gewonnen. Man
erkennt darin eine Reihe von sog. Zwischenwarmzeiten. Die vorläufig letzte begann vor etwa
15 000 Jahren und dauert bis heute an. Auch die gegenwärtige Zwischenwarmzeit wird mit
großer Wahrscheinlichkeit enden. Wann das geschehen wird ist unbekannt. Gegenwärtig sind
keine Anzeichen dafür erkennbar. Das eröffnet die Möglichkeit für Prognosen einer
katastrophalen Erwärmung, einer angeblich bevorstehenden Klimakatastrophe. Auch dafür
sind im Wetterverhalten keine ungewöhnlichen Anzeichen zu erkennen.
Die Klimageschichte zeigt allerdings, dass während des betrachteten Zeitraums auf der Erde
durchaus auch deutlich höhere Temperaturen auftraten als gegenwärtig. Eine solche
„natürliche“ Temperaturerhöhung kann daher auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen
werden.
Die Konzentration des CO2 in der Atmosphäre folgt der Temperatur des Wassers. Ein
gegenläufiges Verhalten wird nicht beobachtet. Das jeweilige Konzentrationsgleichgewicht in
Atmosphäre und Ozeanen lässt sich mit Hilfe der bekannten Abhängigkeit der Löslichkeit des
Gases in Wasser von der Temperatur berechnen.
Die ermittelten Schwankungen der Temperatur wurden zunächst mit den sogenannten
„Milankovitch Zyklen“ erklärt. Dabei handelt es sich um zyklische Veränderungen der
wirksamen Intensität der Solarstrahlung als Folge einer Reihe von Variationen in der

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Astronomie des Sonnensystems. Dazu gehört u. a. eine zyklische Abweichung der


Umlaufbahn der Erde um die Sonne von der Kreisform. Es blieben jedoch Zweifel bestehen,
ob die durch die „Milankovitch Zyklen“ bewirkten Änderungen der Intensität der
Solarstrahlung die beobachteten Temperaturänderungen bewirken könnten.
Im Februar 1994 zeigte dann Carl Wunsch vom MIT in einer sorgfältigen Analyse, dass eine
solche zeitliche Korrelation gar nicht existiert. Seither beschränkt sich die Diskussion des
Klimaverhaltens auch im IPCC im Wesentlichen auf den Zeitraum der letzten tausend Jahre.
Die wahrscheinlichen Ursachen für die beobachteten Schwankungen sind im Einfluss der
Wetter- und Klimadynamik auf die Temperatur an der Erdoberfläche zu suchen. Das wird mit
den weiteren Überlegungen verständlich.
Bleibt als letztes eine vor 200 Jahren beginnende Abweichung des CO2 Gehaltes in der
Atmosphäre vom Konzentrationsgleichgewicht.
Dieser Vorgang wird mit besserer Auflösung deutlicher erkennbar aus den Beobachtungen
der jüngeren Vergangenheit.

Die CO2 Konzentration in der Luft wird seit 1958 u. a. an der Station Mauna Loa auf Hawaii
gemessen. Seit dem Jahr 1800 stieg der CO2 Gehalt um 35%. Von 1970 bis 2005 nahm die
Konzentration des Kohlendioxids von 0,031 % auf 0,038 % zu.
Die Ursache für diesen Anstieg ist die Freisetzung von CO2 in Verbindung mit der
Zeitabhängigkeit des Lösungsvorgangs im Wasser der Ozeane. Die freigesetzte CO2 Menge
kann nur langsam von den Ozeanen aufgenommen werden. Ein Konzentrationsgleichgewicht
stellt sich zeitlich verzögert ein.
Auffällig ist eine saisonale Schwankung des CO2 Gehaltes in der Atmosphäre um 6 – 8 ppm,
das ist einer Schwankung um 0,0006%. Diese Schwankung kann mit einer Variation der
Wassertemperatur der Ozeane um etwa 0,5 ℃ erklärt werden. Solche saisonalen
Veränderungen der Temperatur im Oberflächenbereich der Ozeane müssen entstehen, weil
die Ozeane mit 89 % auf der Südhalbkugel und nur 53 % auf der Nordhalbkugel an der
Erdoberfläche ungleich verteilt sind. Eine saisonale Veränderung von Absorption und
Emission des CO2 durch die Vegetation mag daran beteiligt sein. Zur Bewertung eines
möglichen Beitrags ist allerdings zu bedenken, dass eine solche saisonale Schwankung in
tropischen und subtropischen Zonen und auch im Nadelwald des gemäßigten Klimas kaum
auftritt.

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Der CO2 Gehalt der Atmosphäre schwankt auf diese Weise im Verlauf eines Jahres um etwa
54 Milliarden t. Die Nutzung fossiler Brennstoffe bewirkt gegenwärtig eine jährliche
Zunahme um etwa 15 Milliarden t bei einer Freisetzung von mehr als 30 Milliarden t.
Die Genauigkeit, mit der global mittlere Wassertemperaturen aus den Messwerten berechnet
werden können, reicht leider nicht aus für den Nachweis dieser kleinen Änderung der
Wassertemperatur mit Hilfe solcher Messungen.
Diese Ungenauigkeit belastet auch die Aussagekraft des ermittelten Temperaturverlaufes an
der Erdoberfläche während der letzten 1000 Jahre ebenso wie die Temperaturwerte, die
gegenwärtig ermittelt werden. Nach letzten Berechnungen stagniert die Temperatur seit 1999.

Die vom IPCC angegebenen Schwankungen der letzten 1000 Jahre sind mit ±0,4℃
wesentlich kleiner, als typische Veränderungen in der Klimageschichte. Bezogen auf die
Erwärmung der Erde durch die Sonne um 255 ℃ ist das eine Variation von nur ± 0,2%. Der
CO2 Gehalt ist dagegen im gleichen Zeitraum um 35% angestiegen.

Aus den Beobachtungen ist kein Zusammenhang zwischen Anstieg der Konzentration des
CO2 und Temperaturerhöhung zu erkennen.
Selbst wenn ein solcher Zusammenhang existieren würde, wäre das allein kein Beweis. Dazu
müsste erst die Kausalität einer solchen Korrelation bewiesen werden. Erst dann können
Korrelationen zum Ablauf von Veränderungen Aussagen liefern.
Korrelationen allein können immer nur ein Hinweis sein, nach einer Kausalität zu suchen. Ein
lustiges Beispiel dafür aus Schweden:
Dort existiert eine statistisch eindeutige Korrelation zwischen der Abnahme der Zahl der
Störche und dem Rückgang der Geburtenrate. Nur bei Kleinkindern, die noch blind ihren
Eltern vertrauen, kann an der Kausalität dieser Korrelation kein Zweifel aufkommen.
Für die vermutete erwärmende Wirkung des CO2 wurde bisher weder durch Rechnung noch
durch Messung ein Beweis der Kausalität vorgelegt. Aus diesem Grund wird im Folgenden
untersucht, ob die Beobachtungen des Wetter- und Klimaverhalten durch die anerkannten
Naturgesetze vollständig erklärt werden können, oder ob es tatsächlich Raum für die
vermutete Wirkung des Kohlendioxid gibt.

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Ein Blick aus dem Weltraum zeigt das Objekt um das es geht. Seine dunkle Seite kann man
auf dem Bild nicht sehen. Schon dieses Bild macht deutlich, dass jeder Versuch einer
mathematischen Beschreibung der ablaufenden Vorgänge auf ein recht komplexes Problem
stößt. Hinzu kommt, dass die Erde rotiert, die Achse schief steht und die Sonne nur aus einer
Richtung strahlt. Eisflächen und Eismengen verändern sich und Wolken wandern recht
chaotisch nicht einmal auf dem kürzesten Weg vom warmen Äquator zu den kalten
Polargebieten.

Auch wenn nur das Klima interessiert, müssen alle Überlegungen zunächst beim Wetter
beginnen:
Die Wolken schieben sich vor die Sonne, es regnet, hagelt oder schneit. Die örtlichen
Temperaturen variieren an der Erdoberfläche zwischen –80℃ und +60℃. Diese
Schwankungen machen das Ganze nicht übersichtlicher. Der Klimabegriff soll zum
Verständnis der Vorgänge helfen. Dieser Weg wurde bereits im 17. Jahrhundert
eingeschlagen:
Der Abt Dr. Mauritius Knauer registrierte von 1657 bis 1664 peinlich genau sieben Jahre lang
das Wettergeschehen und bildete Mittelwerte aus den Beobachtungen. Das Ergebnis ist sein
unverändert gültiger 100 jähriger Bauernkalender.
Grundsätzlich hat sich bis heute an der Verwendung der Statistik als Methode nichts geändert.
Aus Messwerten an vielen Wetterstationen werden für ausgewählte Gebiete meist über
Zeiträume von 30 Jahren mehr oder weniger zutreffende Mittelwerte berechnet.
Das Klima wird definiert und gekennzeichnet durch solche statistischen Mittelwerte der
Wetteraufzeichnungen. Diese Mittelwerte beschreiben jedoch nur die Vergangenheit. Nur
wenn keine langfristigen Veränderungen eintreten würden, ließen sich daraus mehr oder

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weniger wahrscheinliche Prognosen ableiten. Das kann nicht befriedigen. Die Möglichkeit zu
einer Berechnung des Klimaverhaltens wäre daher hilfreich. Dieser Wunsch stößt jedoch
sofort auf ein ernstes Problem:
Unstreitig ist, dass eine Berechnung des Wetterverhaltens aus der absorbierten
Sonnenstrahlung, der Erdwärme und dem Wärmeverlust der Erde durch Abstrahlung in den
Weltraum bisher nicht gelungen ist. Es gelingt nur eine Vorhersage wahrscheinlicher
Veränderungen, die einige Tage in die Zukunft reicht. Auch diese ausgezeichnete Leistung
der modernen Meteorologie wird selbst mit dem Einsatz der besten Rechner nur möglich, weil
die mathematischen Modelle ununterbrochen global mit den Messwerten aus vielen Stationen
gefüttert werden. Der Anfangszustand der Rechnung wird dadurch ständig aktualisiert. An
dieser Situation kann sich auch in Zukunft grundsätzlich nichts ändern, weil der Zufall und
die Dynamik der ablaufenden Vorgänge an der Entstehung des Wetters wesentlich beteiligt
sind. Warum das so ist, wird später gezeigt.
Diese wesentliche Einschränkung bei Prognosen des Wetterverhaltens muss jeden Versuch
einer Prognose von Klimaänderungen wesentlich erschweren. Mit der Berechnung von
Mittelwerten zur Definition der Klimaeigenschaften aus den Beobachtungen oder aus einer
Wetterprognose werden zwar die täglichen Schwankungen versteckt, der Einfluss des Zufalls
wird dadurch jedoch nicht beseitigt und die Wirkung der Klimadynamik wird nicht erfasst.
Bleibt der Versuch, die Entstehung von Wetter und Klima wenigstens qualitativ zu verstehen.
In USA nennt man das „going back to basic principles“.
Ausgangspunkt für solche Überlegungen ist die Wirkung der Solarstrahlung als Wärmequelle
der Erde.
Die Solarstrahlung passiert die Erde, der absorbierte Anteil wird dabei gewandelt, die Erde
wird dadurch erwärmt, oder präziser formuliert, eine Abkühlung der Erdkruste wird
verhindert.
Die Tabelle enthält die wichtigsten Kennzeichen dieses Vorgangs.
Strahlungsbilanz und Temperaturen

• Solarkonstante 1367 W/m2


• Erdwärme 0,06 W/m2
• Spektrum der Solarstrahlung 0,15 – 5 μm
• Spektrum der Erdstrahlung 4 – 100 μm
• Temperatur ohne Solarstrahlung – 240 ℃
• Temperaturen Festland – 80 ℃ < T < + 60 ℃
• Temperaturen Ozeane – 2 ℃ < T < +30 ℃
• mittlere Temperatur 15 – 16 ℃
Solarstrahlung erreicht die Erde am äußeren Rand ihrer Atmosphäre mit einer Intensität von
1367 W/m2 bezogen auf eine ebene Kreisfläche. Das ist die Projektion der Erdoberfläche auf
eine Ebene senkrecht zu ihrer Einfallsrichtung. Diese „vereinbarte“ sog. Solarkonstante
variiert auch langfristig im Jahresmittel nur sehr wenig.

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Der Wärmefluss aus dem Erdinneren ist mit 0,06 W/m2 sehr viel kleiner als die Energiezufuhr
von der Sonne und würde die Temperatur an der Erdoberfläche auf etwa – 240 ℃ absinken
lassen. In anderen Worten:
Die Sonne erwärmt die Erde um 255 ℃. Die Erdwärme bewirkt jedoch, dass die
Oberflächentemperatur des festen Teils der Erdkruste mit zunehmender Tiefe zum
Erdmittelpunkt hin ansteigt.
Das jeweilige Spektrum einer elektromagnetischen Strahlung kennzeichnet den Wert der bei
einer Absorption übertragenen Energie. Dazu ein Vergleich mit einer anderen Form von
Energiewandlung:
Mit dem Einsatz von z. B. 10 kWh in Form elektrischer Energie kann Materie auf eine sehr
hohe Temperatur erhitzt werden, man kann Metalle schmelzen und verschweißen. Mit der
gleichen Energiemenge in warmem Badewasser lassen sich allenfalls kalte Füße wärmen oder
Eiswürfel schmelzen.
Die Solarstrahlung entsteht in der Gashülle der Sonne bei Temperaturen um 6500 ℃. Das
Spektrum der Strahlung kennzeichnet den Wert der Solarenergie. Die obere Grenze der
Temperatur, die durch Absorption in Materie überhaupt erreicht werden kann, ist die
Temperatur bei der diese Strahlung entsteht. Durch Fokussierung mit dem Spiegel oder
Brennglas oder durch Speicherung (z. B. durch Isolieren des Absorbers) kann in beliebiger
Entfernung von der Sonne höchstens diese Emissionstemperatur von 6500 ℃ erreicht
werden.
Gleiches gilt für die Wärmestrahlung, die von der Erdoberfläche emittiert wird. Diese
Strahlung entsteht bei Temperaturen zwischen -80 ℃ < T < + 60 ℃. Die jeweilige
Emissionstemperatur bestimmt das Spektrum, also den Wert der Strahlung und damit die
maximale Temperatur, die bei erneuter Absorption in Materie erreicht werden kann. Zwar
emittiert auch der Kühlschrank oder das Polareis eine starke Infrarotstrahlung, die Hände
wärmen kann man sich damit leider nicht.
Im Wasser der Ozeane sind die Temperaturunterschiede wesentlich kleiner als am festen Teil
der Erdoberfläche. Sie bewegen sich im Bereich –2 ℃ < T < +30 ℃. Das liegt an den
Eigenschaften des Wassers und der Dynamik des Wärmetransportes parallel zur
Erdoberfläche.
Salzwasser gefriert bei –2 ℃. Eine Temperatur von etwa +30 ℃ wird nicht überschritten,
weil die bei dieser Temperatur von der Sonne zugeführte Wärme durch Strömungen zu kalten
Zonen abgeführt wird.
Das geschieht ohne Unterbrechung in der Atmosphäre mit erwärmter Luft, mit Wasserdampf
und mit Wasser in den Ozeanen.
Am Meeresboden kann die Temperatur +4 ℃ nicht unterschreiten, weil das Wasser bei dieser
Temperatur seine größte Dichte erreicht und sich dadurch immer am Boden ansammelt.
Die Ozeane bedecken 71 % der Erdoberfläche. Daher würde ein unbefangener Beobachter,
der sonst nichts über die Erde weiß, wohl auf eine mittlere Temperatur an ihrer Oberfläche in
der Nähe von 15℃ oder 16℃ tippen und damit den tatsächlichen Zustand recht gut treffen.
Wie bereits ausgeführt, kann die mittlere Temperatur an der Erdoberfläche nicht direkt
gemessen werden. Sie wird als statistische Größe aus einzelnen Messwerten
zusammengesetzt. Die erreichbare Genauigkeit hängt daher wesentlich von der Zahl der

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Messstationen, ihrer Verteilung an der Erdoberfläche und der Messgenauigkeit ab.


Insbesondere an der Oberfläche der Ozeane und in der Antarktis ist die Zahl der Stationen
klein. Der Einfluss der jeweils ausgewählten Zeiträume, über die Mittelwerte gebildet werden,
auf das jeweilige Ergebnis, war bereits beim Blick auf die Klimageschichte aufgefallen. Aus
diesem Grund ist aus meiner Sicht bei der Bewertung der Änderung solcher Mittelwerte von
Temperaturen, die kleiner sind als etwa 1℃, die Signifikanz der Aussage sorgfältig zu
hinterfragen.
Die Durchlässigkeit der Atmosphäre für Solarstrahlung
Die mittlere vertikale Temperaturverteilung in der Atmosphäre wird ebenfalls aus
Messwerten berechnet. Sie verrät einiges über den Einfluss der Dynamik in der Atmosphäre
auf die Temperaturen, die sich an der Erdoberfläche einstellen.
Die mittlere Temperatur sinkt mit zunehmender Höhe ab, weil sich über der Erdoberfläche in
der Atmosphäre eine sog. Wärmesenke ausbildet. Diese Wärmesenke entsteht durch die
permanenten Strömungen von warmen zu kalten Zonen. Wärme, die von der Erdoberfläche
durch Wärmeleitung, Konvektion oder in Form von Wasserdampf in die Atmosphäre gelangt,
wird von Hoch- und Tiefdruckgebieten parallel zur Erdoberfläche transportiert. Antrieb dafür
sind stabile Druckdifferenzen, die sich als Folge der Temperaturdifferenzen einstellen. Die
Energiezufuhr durch Absorption von Solarstrahlung lässt diese Temperaturunterschiede
entstehen.
Das ist Ursache dafür, dass der Flugkapitän beim Erreichen von Flughöhen um 10 000 m
Außentemperaturen von z. B. „- 40℃“ ansagen kann.

Bleibt lediglich die Frage, warum die Temperaturen in Höhen um 50 km wieder auf etwa 0 ℃
ansteigen.

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Ursache dafür ist eine Reduktion der Durchlässigkeit der Atmosphäre für Solarstrahlung
durch insgesamt drei wesentliche Effekte:
1. Die Absorption eines kurzwelligen Anteils der Solarstrahlung mit Wellenlängen
zwischen 0,15 –0,3 μm an Sauerstoff- und Stickstoffatomen in großer Höhe,
2. die Beugung, Streuung und Reflexion an den Wassertropfen und Eiskristallen in den
Wolken und
3. die Absorption von Strahlung in Wassertropfen und Aerosolen.
Der erste Effekt bewirkt eine Anregung der Atomhüllen von Sauerstoff bis hin zur
Ionisierung. Das ist lange bekannt und hat den Namen Ionosphäre für das betroffene Volumen
geprägt. Während ein Spaceshuttle diese Schicht passiert, verhindert die Ionisierung die
Kommunikation.
Durch Absorption geeigneter Solarstrahlung angeregte Atome fallen nach kurzer Zeit in den
Grundzustand zurück und emittieren dabei eine veränderte Strahlung. Die Wellenlängen
verschieben sich durch diese Reaktion vom kurzwelligen zum langwelligen Teil des
Spektrums bis hin zum Blau des Tageshimmels und sogar zu Infrarot- bzw. Wärmestrahlung,
die teilweise den Weg in Richtung Erdoberfläche fortsetzt. Der andere Teil wird in den
Weltraum ausgestrahlt.
Ionen sind elektrisch geladene Teilchen. Sie gewinnen Bewegungsenergie, weil sie sich
gegenseitig anziehen oder abstoßen. Die Folge ist ein Nebeneffekt der die beobachtete
Erwärmung der in dieser Höhe bereits sehr dünnen Luft bis auf etwa 0 ℃ in 50 km Höhe
bewirkt.
Die relativ geringe Wärmemenge, die dabei entsteht, gelangt in die bereits genannte
Wärmesenke und damit zu kälteren Teilen der Erdoberfläche. Als weiterer Nebeneffekt
entstehen bei diesem Vorgang als Folge der Ionisierung aus Sauerstoff und Stickstoff auch
Stickoxide und Ozon. Die Stickoxide gelangen zur Erdoberfläche und sind wertvoller
Naturdünger für die Flora. Der dreiatomige Sauerstoff Ozon zerfällt nach einiger Zeit wieder
in zweiatomigen „normalen“ Sauerstoff. Im Polarwinter fehlt die Solarstrahlung, so dass ein
sog. „Ozonloch“ entstehen kann. Es ist wenig wahrscheinlich, dass Lachgas oder Frigen diese
Rückbildung verstärken. Auf die Abschirmung gegen den besonders gefährlichen Anteil der
Solarstrahlung hat die Ozonbildung ohnehin keinen Einfluss. Diese Abschirmung bewirken
Atome in ihren Hüllen und nicht die Molekülstruktur.
Für den politisch verordneten Verzicht auf das in der Kühltechnik optimale Frigen gibt es
keine sachliche Begründung. Dieser Verzicht ist lediglich teuer, verschwendet Energie und
erhöht die Brandgefahr in der Kältetechnik.
Die von der NASA erstellte Energiebilanz der Erde weist der Reaktion der Solarstrahlung in
der Ionosphäre eine Verringerung der Durchlässigkeit der Atmosphäre um 6% der
ankommenden Solarenergie zu. Bei 16% der Energie wird danach das Spektrum der
Solarstrahlung zu größeren Wellenlängen hin verändert.
Eine Verringerung der Durchlässigkeit der Atmosphäre um 20% der Solarenergie wird der
Reflexion durch Wolken zugeordnet. Nur insgesamt 4% der Solarenergie werden von der
Erdoberfläche reflektiert, ohne eine Wirkung zu hinterlassen.

Nach dem Verständnis der NASA wird die gesamte von der Materie der Erde absorbierte
Solarenergie als Wärmestrahlung mit Wellenlängen zwischen 4 – 100 μm in den Weltraum

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ausgestrahlt. Das vorab, doch zunächst zurück zum Einfluss der Wolken auf die
Energiezufuhr zur Erdoberfläche.

In der Literatur wird die Reflexion der Wolken zeitlich konstant mit exakt 20,00% der
Solarstrahlung angegeben. Diese Bewertung kann schon deshalb nicht zutreffen, weil diese
Größe selbst nicht messbar ist. Die Ermittlung der Reflexionswirkung kann sich nur auf sehr
wenige Daten stützen. Wahrscheinlich gibt es wohl deshalb nur einen Zahlenwert, obwohl der
Einfluss des Zufalls zusammen mit vielen anderen Einflüssen auf die Wolkenbildung
unübersehbar ist.
Physikalisch birgt die Wirkung der Wolken keine Geheimnisse, nur berechnen kann man sie
nicht:
Wolken verringern die Durchlässigkeit der Solarstrahlung zur Erdoberfläche, weil sie einen
Teil dieser Strahlung in den Weltraum zurücklenken. Ursache dafür ist die Form der Tropfen
(bzw. die Struktur der Eiskristalle). Beugung, Brechung und Totalreflexion von Strahlung
sind die physikalischen Effekte, deren Wirkung aus der Optik sehr gut bekannt ist.
Solarstrahlung, die auf die Oberfläche einer Flüssigkeit auftrifft oder in diese eindringt,
verändert ihre Richtung. Die Strahlung wird vollständig reflektiert, wenn der Winkel zur
Oberfläche einen Grenzwinkel unterschreitet. An der gekrümmten Oberfläche eines jeden
einzelnen Wassertröpfchens wird so die Richtung der Strahlung geändert. Nach einer Vielzahl
einzelner Richtungsänderungen wird die Strahlung schließlich in den Weltraum umgelenkt.
Die lokale Reflexionswirkung einer Wolkenfläche steigt daher im Verlauf ihrer Entstehung
mit ihrer wachsenden vertikalen Ausdehnung an, bis eine Schichtdicke erreicht wird, bei der
die Solarstrahlung nahezu vollständig in den Weltraum reflektiert wird. Dieser Effekt ist an
der Erdoberfläche leicht messbar.
Wolken entstehen in der Luft durch Kondensation von Wasserdampf zu Tröpfchen. Das
geschieht immer dann, wenn sich die Luft so weit abkühlt, dass die Sättigungsmenge für
Wasser in Luft überschritten wird. Einflussgrößen sind unter anderem:

• Die Luftströmungen,
• die Struktur der Festlandflächen,

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• die Wassertemperatur
• die Temperatur der Luft
• die relative Luftfeuchte
• die Verdampfung von Wasser
• die Konzentration und Art von Aerosolen
• der Energieverlust der Tropfen durch Emission von Wärmestrahlung,
• die Absorption und Wandlung von Solarstrahlung in Wärme im Tropfenvolumen,
• die Energiezufuhr von der Erdoberfläche durch Konvektion, durch Wärmeleitung, durch
Absorption und Wandlung von Wärmestrahlung der Erdoberfläche in den Tropfen und
• der Wasserverlust durch Regen, Hagel oder Schnee durch die Wirkung der Schwerkraft.

Eine Wolkenbedeckung von 100% würde die Zufuhr von Solarenergie zur Erdoberfläche
nahezu vollständig verhindern, ohne Wolken wäre dagegen die Energiezufuhr um den
gegenwärtig von Wolken reflektierten Anteil von etwa 20% der Solarenergie größer.
Der Einfluss von Wassertemperatur, Klimadynamik und Zufall auf die Wolkenbedeckung, die
sich jeweils einstellt, ist unübersehbar. Die Reflexion von Solarstrahlung durch Wolken kann
daher nicht konstant sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass Sie ein variabler Parameter ist und
sogar einen wesentlichen Einfluss auf Änderungen des Klimas hat.
Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die in der Klimageschichte der letzten 600 000 Jahre
beobachteten Schwankungen zwischen Eiszeit und Warmzeit durch die Wirkung der
Klimadynamik erzeugt. Wie schon gesagt, zeigen diese Schwankungen ein
schwingungsähnliches Verhalten. Die Ursache dafür ist wahrscheinlich eine Wechselwirkung
zwischen der in den Ozeanen gespeicherten Energiemenge, der 0berflächentemperatur und
der Reflexion der Wolkenflächen. Wolken können nur aus der Luftfeuchte entstehen und
deren Größe folgt überproportional der Oberflächentemperatur von Wasserflächen.
Dieses Schwankungsverhalten hat offenbar einen dominanten Einfluss auf Klimaänderungen.
Aus diesem Grund bleibt offen, ob der gegenwärtige Zustand andauert, ob es zu einer
weiteren Erwärmung kommt, oder ob eine Abkühlung in eine nächste Zwischeneiszeit eintritt.
Verbleiben die Aerosole. Aerosole absorbieren und wandeln Solarstrahlung in Wärme auf
dem Temperaturniveau der umgebenden Luft. Ergänzend zum Abfluss der zugeführten
Wärme in die oben bereits genannte Wärmesenke in der Troposphäre wird ein Teil der
absorbierten Solarenergie in Wärmestrahlung gewandelt und in den Raumwinkel von 360
Grad emittiert. Abgesehen von ihrer Wirkung als Kondensationskeime bei der Wolkenbildung
– in China wird mit diesem Effekt Regen ausgelöst - haben Aerosole gegenwärtig weder
einen signifikanten Einfluss auf die Energiezufuhr zur Erdoberfläche noch auf die Temperatur
der Luft. Verursacht durch Vulkanismus oder Meteoreinschlag sind aus der Klimageschichte
allerdings Ereignisse bekannt, die einen signifikanten Anstieg der Konzentration von
Aerosolen in der Atmosphäre verbunden mit einer entsprechenden Reduktion der
Durchlässigkeit der Atmosphäre für Solarstrahlung zur Folge hatten.

Gegenwärtig erreichen 74% der Solarstrahlung die Erdoberfläche.

Die Wirkung der Erdkruste:

Insgesamt werden an Oberfläche der Erdkruste – an Ozeanen und Festland - weitere 4% der
Solarstrahlung reflektiert. Wie bei der Reflexion der Wolken liefert offenbar die
Totalreflexion an Wasserflächen den wesentlichsten Beitrag. An ebenen Wasserflächen
entsteht diese Wirkung jeweils nur früh am Morgen und spät am Abend. An einer bewegten

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Wasserfläche kann die Wirkung der Totalreflexion als Spiegelung auch tagsüber beobachtet
werden. Wegen der großen spezifischen Tropfenoberflächen in den Wolken übersteigt deren
Beitrag zur Reflexion den der Wasserflächen an der Erdoberfläche wesentlich.

Die Festlandflächen der Erde reflektieren insgesamt nur etwa 1 % der Solarstrahlung.
Ergänzend zur Reflexion an Wasser wirkt dort die Reflexion an Kristallen. Dieser Effekt ist
allgemein gut bekannt z. B. durch die von Diamanten erzeugten Lichteffekte und entsteht
vergleichbar dazu an Eiskristallen. Insgesamt bewegt sich die Reduktion der Energiezufuhr
durch Reflexion an fester Materie gegenwärtig im Promillebereich der Solarstrahlung.
Veränderungen der Reflexion haben daher einen entsprechend kleinen Einfluss auf Wetter
und Klima. Der wesentliche Einfluss der Eisflächen auf das Klima ist offenbar nicht ihre
Reflexionswirkung, sondern ihr Einfluss auf die Klimadynamik.

Ein Strahlungsanteil von etwa 70% der Solarstrahlung dringt in das Volumen der Erdkruste
ein, wird dort absorbiert und in Wärme gewandelt. Der Zusammenhang zwischen Energie und
Temperatur ist vieldeutig wegen der unterschiedlichen Eigenschaften der betroffenen
Materie und der Änderungen ihrer Aggregatzustände. Das ist jeder Hausfrau und jedem
Liebhaber eiskalter Getränke gut bekannt: Die Temperatur des kochenden Wassers auf dem
Herd beträgt unverändert etwa 100℃, solange noch Wasser im Topf ist. Tatsächlich hängt die
Siedetemperatur auch noch vom jeweiligen Luftdruck ab. Konkrete Schwierigkeiten können
daraus entstehen, wenn man z. B. in 2000 m Höhe versucht, ein „fünf Minuten Ei“ zu kochen.
Die Temperatur im Sektkühler beginnt trotz Wärmezufuhr erst über 0℃ zu steigen, nachdem
das Eis komplett geschmolzen ist.

Diese Vieldeutigkeit zwischen Energiezufuhr und der Änderung der Temperatur ist eine der
Ursachen für das stochastische Verhalten von Wetter und Klima. Auf diesen Sachverhalt hatte
ich vorher bereits hingewiesen.

Dominant für den Einfluss der Absorption von Solarstrahlung auf die Temperaturen an der
Erdoberfläche ist die Wirkung der Ozeane mit einem Flächenanteil von 71 %. Ihre Wirkung
wird signifikant verstärkt durch ihre Bedeutung für die Wasserzufuhr auf das Festland.

Wie in der Atmosphäre entstehen durch die Wirkung der Temperaturdifferenzen zwischen
Äquator- und Polarzonen auch im Wasser der Ozeane Druckunterschiede, die im
Naturumlauf stabile Strömungen antreiben.

Die physikalischen Eigenschaften des Wassers und die Wärmeübertragung durch Konvektion
und Wärmeleitung begrenzen die Temperaturen in den Ozeanen. Die Oberflächentemperatur
bleibt daher im Wechsel zwischen Tag und Nacht trotz der Schwankung der Energiezufuhr in
Tiefen bis zu 200 m nahezu konstant.

Das Festland bedeckt gegenwärtig 29 % der Erdoberfläche. Die Verweildauer der


Solarenergie in fester Materie ist wesentlich kleiner als im Wasser der Ozeane. Im
Tagesverlauf entstehen daher deutliche Temperaturschwankungen an großen wasserarmen
Flächen. Erst die Wasserzufuhr von den Ozeanen reduziert die Schwankungen und erhöht die
Verweildauer absorbierter Solarenergie. Die Art der Vegetation beeinflusst den
Wasserrückfluss in die Ozeane und damit die Temperatur, die sich jeweils einstellt. Als Folge
der Veränderung dieses Zeitverhaltens durch die Wirkung der signifikanten Veränderungen
der natürlichen Struktur - von inzwischen etwa 25% der Festlandfläche der Erde - durch den
Menschen muss ein entsprechender Einfluss auf die Klimadynamik in Betracht gezogen
werden. Einzeleffekte sind dabei u. a. die Veränderung der Vegetation, die Reduktion ihrer

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Flächenbedeckung und die beschleunigte Wasserableitung durch Trockenlegung von


Feuchtgebieten und Begradigung von Wasserläufen. Dieser Eingriff könnte ursächlich sein
für ein außergewöhnlich langes Andauern der gegenwärtigen Zwischenwarmzeit. Auch zu
dieser Frage ist eine Berechnung nicht möglich. Ein signifikanter Einfluss auf die Temperatur
ist in den Beobachtungen nicht erkennbar. Seit 1999 stagniert der für die Zeit davor genannte
Temperaturanstieg.

Schlussfolgerungen:

Die bekannten Naturgesetze beschreiben die Wirkung der Solarstrahlung auf das Wetter und
Klima auf der Erde vollständig. Es sind keine Erklärungsdefizite zu erkennen.

Das wesentliche Kennzeichen der Wirkung der Absorption von Solarstrahlung während der
letzen 500 Millionen Jahre der Erdgeschichte ist eine Erwärmung um 250℃ ± (5 – 10)℃,
das entspricht einer Schwankungsbreite von ± (2 – 4)%.

Wesentliche Ursachen der beobachteten Veränderungen von Temperaturen sind die Dynamik
von Energiewandlungen und Energietransport in der Atmosphäre und in den Ozeanen sowie
der Einfluss des Zufalls auf die Energiezufuhr.

Wirksame Rückkopplungen im komplexen Klimasystem, wie die Reflexion der Wolken und
des Energiespeichers Ozeane, können sowohl zur Verstärkung als auch zur Dämpfung
stochastischer oder chaotischer Effekte führen.

Dieser Sachverhalt liefert die wahrscheinliche Erklärung für die in den letzten 600 000 Jahren
beobachteten Wechsel von Warmzeiten und Eiszeiten.

Eine Berechnung mittlerer Temperaturen auf der Erde aus der Einstrahlung der Sonne ist
grundsätzlich unmöglich.

Die Reichweite halbempirisch erstellte Prognosen erreicht gegenwärtig höchstens etwa 14


Tage. Diese Einschränkung muss den Versuch einer Prognose von Klimaänderungen mit
Hilfe von Berechnungen grundsätzlich in Frage stellen.

Klimadaten sind und bleiben daher lediglich statistische Mittelwerte über willkürlich
gewählte Flächen, Volumina und Zeiträume, die aus gemessenen Wetterdaten ermittelt
werden müssen. Die Auswertung glättet lediglich die Schwankungen der Wetterdaten,
beseitigt jedoch weder den Einfluss des Zufalls auf das Geschehen, noch die Komplexität des
Problems.

Das beobachtete Klimaverhaltens der letzten 600 000 Jahre macht es sehr wahrscheinlich,
dass die gegenwärtige Zwischenwarmzeit wieder durch den Übergang in eine nächste
Zwischeneiszeit beendet wird. Zur Frage, ob das tatsächlich geschehen wird und zu welchem
Zeitpunkt, gibt es keine Antwort. Auch eine Erwärmung kann nicht ausgeschlossen werden.

Für eine vermutete Wirkung von Änderungen der Konzentration des CO2 auf das Klima
finden sich weder in den bekannten Naturgesetzen noch in den Beobachtungen Hinweise.

Warum irren die Lehrmeinung und das IPCC?:

Dazu hatte ich Ihnen Hinweise auf die Gründe versprochen, die zu einem unzutreffenden

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Verständnis des Klimaverhaltens führen:

Sowohl der sog. atmosphärische als auch der anthropogene Treibhauseffekt sind Artefakte,
deren Entstehungsursache mit einer Reihe unzulässiger Vereinfachungen erklärt werden
kann. Beweise für die Vermutungen werden nicht vorgelegt.

Nach unstreitig akzeptierten wissenschaftlichen Grundsätzen sind Vermutungen, die nicht


bewiesen werden, nicht existent. Es bedarf dazu auch keiner Diskussion. Ein Gegenbeweis zu
einem nicht existierenden Beweis ist ohnehin nicht möglich.

Trotzdem haben eine Reihe von Wissenschaftlern nachgewiesen, dass die Vermutungen der
gegenwärtigen Lehrmeinung und auch die des IPCC einer Pseudowissenschaft zugeordnet
werden müssen.

Mehr Informationen zu Diskussion und weitere Hinweise finden sich in der zitierten Literatur.
Beispielhaft für eine solche Kritik ist die in unter (4) zitierte Arbeit.

Literatur
(1) IPCC: „Summary for Policymakers“. In: Solomon, S. et al: Climate
Change 2007: The Physical Science Basis, Contribution of Working Group 1 to
the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate
Change, Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New
York, US.
(2) „Earth’s Energy Budget“, NASA.
http://asdwww.larc.nasa.gov/erbe/components2.gif
(3) Ein neues Verständnis des Klimas und seiner Veränderungen“, Ulrich Wolff,
Energiewirtschaftliche Tagesfragen 58. Jg. (2008) Heft 12, Seite 84 – 88.
(4) „Falsification of the Atmospheric CO2 Greenhouse Effect within the Frame of
Physics“, Gerhard Gerlich, Ralf D. Tscheuschner, International Journal of
Modern Physics B Vol. 23, No. 3 (2009) 275–364.
Ein entscheidender Fehler beim Einstieg in die Vermutungen zum Treibhauseffekt ist die
unterstellte Berechenbarkeit einer mittleren Temperatur an der Erdoberfläche aus den
Energiewandlungen der Solarstrahlung, die beim Durchgang der Solarenergie durch die
Materie der Erde ablaufen.

Der zweite wesentliche Fehler ist der Ansatz eines eindeutigen Zusammenhangs zwischen
absorbierter Energie und dadurch bewirkter Temperaturerhöhung. Mit dieser Annahme wird
der Einfluss des Zufalls auf das Klimaverhalten ignoriert.

Der dritte methodische Fehler ist eine stationäre Betrachtung der Vorgänge, deren
Ergebnisse allenfalls nachträglich durch Einflüsse von Zeitabhängigkeiten ergänzt werden.

Es entstehen so zwangsläufig gravierende Differenzen zwischen Ergebnissen von


Rechnungen und Messungen aus der Verwendung realitätsferner Modelle. Diese Lücke wird
mit Vermutungen geschlossen.

Dazu dienen ebenfalls realitätsferne Annahmen z. B. zur „Strahlungsübertragung“ in der



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Atmosphäre, die sich auf eine „Strahlungsübertragungsgleichung“ stützen, die mathematisch


nicht lösbar ist. Als Folge müssen Vereinfachungen „näherungsweise“ eine vermeintliche
Lösung der Gleichung erzeugen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Gültigkeit solcher
Näherungen grundsätzlich nur durch Vergleich von Rechnung und Messung geprüft und
bewiesen werden kann. Relevante Messungen gibt es jedoch nicht.

Ersatzweise wird eine vermeintliche Rückstrahlung der von der Materie der Erde
emittierten Wärmestrahlung konstruiert und eine quantitative Wirkung so zugeordnet,
dass sich die Lücke zwischen den Ergebnissen der Modellrechnungen und den aus der
Beobachtung gewonnene Klimadaten schließt. Diese Rückstrahlung soll die Wirksamkeit der
im Mittel beim Durchgang der Solarstrahlung in der Erdkruste absorbierten Energie von etwa
240 W/m2 um 333 W/m2 erhöhen.

Weder für die Existenz einer solchen „Rückstrahlung“ noch für ihre unterstellte
Wirksamkeit ist eine quantitative Prüfung mit Hilfe von Messungen möglich. Messungen
bestätigen lediglich eher qualitativ, dass die an der Erdoberfläche eintreffende Strahlung aus
dem oberen Halbraum offenbar einen Infrarotanteil enthält, der ursprünglich in der
Solarstrahlung bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre nicht enthalten war. Wie bereits
ausgeführt ist dieser Strahlungsanteil aber unstreitig zumindest zum Teil das Produkt aus
der Reaktion extrem kurzwelliger Solarstrahlung mit Sauerstoffstoffatomen oberhalb der
Troposphäre.

Zur Begründung der Rückstrahlung wird auf die „HITRAN – Datenbank“ verwiesen. Dabei
handelt es sich um Labormessungen der Durchlässigkeit von Gasen für Infrarotstrahlung,
deren Moleküle aus drei oder mehr Atomen bestehen. In einem Rohr werden dazu die
Gase durchstrahlt. In Abhängigkeit von der Frequenz wird die Verringerung der
Durchlässigkeit gemessen. Diese Verringerung der Durchlässigkeit wird als Absorption und
Wandlung von Strahlungsenergie in kinetische Energie, in „Rotationsenergie der Moleküle“
verstanden.

Den Molekülen zugeführte Rotationsenergie wird nach kurzer Zeit und nach Kollision mit
anderen Molekülen wieder als Infrarotstrahlung, jetzt in den Raumwinkel von 360 Grad,
emittiert. In der Messapparatur „quasi gestreute“ oder „gestreute“ Strahlung – dazu existiert
keine Information - wird von der festen Materie der Wände der Messeinrichtung absorbiert.
Dieser Effekt wird z. B. an CO2 bei einer Infrarotstrahlung mit einer Wellenlänge um 15 μm

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gemessen. Die Abstrahlung der Erde erfolgt jedoch im Spektralbereich von 4 – 100 μm.

Auch mit Hilfe dieses Effektes lässt sich an der Erdoberfläche keine zusätzliche
Energiezufuhr von mehr als 300 W/m2 begründen, die von dem Spurengas CO2 zusammen
mit einigen anderen und Wasserdampf durch „Rückstrahlung“ bewirkt werden könnte. Es
fehlt dazu auch eine Antwort auf die Frage, warum trotz einer solchen diffusen Rückstrahlung
einer derart großen Intensität Wärmebildkameras scharfe Bilder liefern.

Gelegentlich wird zur Erklärung das Verhalten der Venusatmosphäre herangezogen. Dazu
kann ich allerdings nicht kommentieren, weil mir keine Daten bekannt sind, die realistische
Schlussfolgerungen für die Beschreibung des Klimaverhaltens auf der Erde fördern könnten.

Schlussbemerkung

Nun werden Sie vielleicht fragen, warum ich die Ergebnisse meiner Überlegungen nicht
längst in den Klimafachzeitschriften zur Diskussion gestellt habe. - Ich habe das mehrfach
vergeblich versucht. Eine Veröffentlichung wurde von vier renommierten Zeitschriften ohne
Begründung zur Sache abgelehnt, „weil es gerade nicht ins Programm passte“ oder weil
„Literaturhinweise auf den geprüften wissenschaftlichen Kenntnisstand“ fehlten oder auch
ohne Begründung. Bei der 4. Adresse gab ich auf, nachdem ein Berater dem Herausgeber
geraten hatte: „Der Artikel des Herrn Wolff darf nicht veröffentlicht werden.“
Auf Anfrage beim Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, dem Berater der
Bundeskanzlerin, lies mir Herr Prof. Schellnhuber mit der zitierten Begründung mitteilen,
dass eine Prüfung meiner Kritik aus Zeitmangel nicht möglich und in der Sache nicht
erforderlich sei. Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung antwortet im Juni 2008
Zitat:
„Die Absorption von Sonnenstrahlung durch die Erdoberfläche ist letztlich ein
quantenmechanischer Prozess mit sehr kurzer Zeitskala. Die dabei übertragene Energie
führt zu einer Erwärmung der Erdoberfläche mit anschließender Emission von
Infrarotstrahlung. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum die
zeitliche Dynamik da eine Rolle spielen soll.
„Die Betrachtung der Energiebilanz des Systems Erde ist für die Klimaberechnung
völlig ausreichend. Klima ist ja "gemitteltes Wetter" (typisch über 30 Jahre), da ist die
stationäre Näherung gültig.
Eine Bitte an den zuständigen Bundesminister, „Kraft seines Amtes“ eine Prüfung meiner
Kritik zu veranlassen, stieß auf Ablehnung. Wissenschaftliche Kompetenz habe das
Ministerium nicht, man halte sich an die Aussagen der Spitzenwissenschaftler des IPCC. Das
BMU schreibt am 15. 06. 2009 unter AZ: Kl II 6-07023/II, Zitat:
„Das BMU führt selbst keine wissenschaftliche Forschung durch und kann deshalb
keine personellen Ressourcen zur Verfügung stellen, um Ihre Einwände zum heutigen
Stand der Klimaforschung zu prüfen.
Leider kann Ihre alternative Theorie insofern von unserer Seite nicht näher
berücksichtigt werden.

Das BMU richtet seine Politik auf die Ergebnisse internationaler Spitzenwissenschaftler
aus, wie sie u. a. in den Sachstandsberichten des IPCC zusammengefasst worden sind

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.....müssen wir Sie bitten, Ihre Theorie in den wissenschaftlichen Diskurs zu bringen.“
Auch das Umweltbundesamt blieb in umfangreichem Schriftverkehr strikt bei der Ablehnung
einer Prüfung. Auch dort wies man darauf hin, dass für eine solche Prüfung im Hause keine
hinreichende „wissenschaftliche Kompetenz“ vorhanden sei. Die Aussagen der
Spitzenwissenschaftler im IPCC würden völlig ausreichen. Das Umweltbundesamt schreibt
am 30. 10. 2009, Zitat:
„Die von Ihnen in der Anlage formulierten Thesen entsprechen nicht dem
wissenschaftlichen Kenntnisstand.
Insbesondere schildern Sie den atmosphärischen Strahlungstransport nicht in korrekter
Weise. Die Absorption im langwelligen Bereich der Strahlung fehlt offenbar in
wesentlichen Teilen.
Wir können nur erneut vorschlagen, dass Sie Ihre Thesen – wie das wissenschaftlich
üblich ist – in Gleichungen formulieren, lösen und mit Hilfe von Beobachtungsdaten
überprüfen. Die Ergebnisse können Sie in Fachzeitschriften publizieren und auf breiter
wissenschaftlicher Ebene diskutieren.“
Der Hauptverantwortliche der Arbeitsgruppe III des IPCC, Bob Weinstein, kommt allerdings
zu einer ganz anderen Bewertung und sagt selbst zur Arbeit des IPCC:
„Was wir hier machen, ist eigentlich Politik. In der Wissenschaft aber gelten andere
Gesetze als in der Politik. Wissenschaft ist nicht mehr Wissenschaft zu nennen, wenn sie
sich Mehrheitsmeinungen und allgemeiner Akzeptanz unterwerfen muss.
Tatsächlich erwartet werden zwei Dinge: erstens muss die Klimaforschung als
Grundlagenforschung – auf diesem Niveau befindet sie sich immer noch – ohne jegliche
politische Vorgaben weitergeführt werden. Zweitens dürfen erst dann
volkswirtschaftliche Schlussfolgerungen aus ihren Ergebnissen abgeleitet und umgesetzt
werden, wenn die Ergebnisse wissenschaftlich einwandfrei abgesichert sind. Beides ist
momentan nicht der Fall!“
Erlauben Sie mir zum versöhnlichen Abschluss folgende Anmerkungen:
• Noch vor nicht allzu langer Zeit waren sich alle Wissenschaftler einig, dass es sich
bei der Erde um eine Scheibe handelt, um die sich die Sonne gefälligst zu drehen hat.
• Wie schon in der Vergangenheit wird sich das Klima mit absoluter Sicherheit auch in
der Zukunft ändern.
• Der in den Köpfen drohende katastrophale Klimawandel bietet auch eine Reihe von
Vorteilen:
Wissenschaftler erhalten größere finanzielle Zuwendungen
Die Wirtschaft erschließt neue Geschäftsfelder.
Der Einsatz fossiler Brennstoffe muss ohnehin weiter erhöht werden, weil die
Weltbevölkerung explosionsartig wächst, weil China und Indien einen Nachholbedarf
am Energieeinsatz haben und weil Afrika erst einen Platz auf der Warteliste erhielt.
Für das politische Spiel auf dem Subventionsklavier gibt es neue Notenblätter.

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Politiker sind selbstverständlich entschuldigt, da sie „per definitionem“ zumindest in


Deutschland nicht über Sachverstand verfügen müssen.
Störenfriede bei dem Klimawandel sind daher lediglich die Kritiker, aber davon gibt es nur
wenige.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit