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Der erstaunliche Erfolg der adjuvanten Chemotherapie bei Brustkrebs, wie erklärt er sich

oder

Die Erde ist doch eine Scheibe

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 28.08.2006

Viele Menschen haben den Verdacht, dass es sich mit den Erfolgen der Chemotherapie verhält wie mit des Kaisers neuen Kleidern. Für den
Großteil der Krebserkrankungen mag das stimmen. So fand ich neulich in Bezug auf den Eierstockkrebs (Fachbegriff Ovarialkarzinom) folgenden
Vortrag für einen Ärztekongress angekündigt:

Das Ovarialkarzinom - Ist der enorme therapeutische Aufwand angesichts der schlechten Prognose gerechtfertigt?

Dahinter steckt, was auch sonst zu lesen ist, dass die Behandlung des Eierstockkrebses, wenn man ihn nicht operativ entfernen kann, und das ist nur
in den sehr seltenen frühen Stadien möglich, bis jetzt ohne Erfolg ist. Beim sehr ähnlichen Brustkrebs sieht das anders aus. Hier hat man in frühen
Stadien, wenn noch keine Metastasen da sind, einige Erfolge. Durch die Chemotherapie wird die Häufigkeit des Wiederauftretens der Krankheit
nach erfolgreicher Operation gesenkt oder hinausgeschoben und eine jüngere Frau, die darauf verzichtet, ist erst mal schlecht beraten.

Trotzdem stellt sich die Frage, warum funktioniert die Chemotherapie gerade beim Brustkrebs? Ich will versuchen, das zu beantworten.

Der erstaunliche Erfolg der adjuvanten Brustkrebs-Chemotherapie

Schon früh - nämlich 1973 - fiel auf, das Cyclophosphamid, ein Kampfstoff der schon im Krieg eingesetzt wurde und auch heute noch bei der
Chemotherapie von Brustkrebs eingesetzt wird, die Eierstöcke schädigt und deren Hormonproduktion stört (Warne GL1973). Heute bekommen wir
bei Brustkrebs zusätzlich zu Cyclophosphamid einige Gifte mehr, besonders die Taxane, also Gifte der Eibe, dann das Epirubicin, ein Pilzgift, und
das Fluorouracil. Also FEC oder TEC, wobei die Buchstaben für die Anfangsbuchstaben der genannten Gifte stehen. Und die Schädigung der
Eierstöcke ist durch die Kombination jeweils dreier Gifte noch effektiver geworden.

Alternativ zur Chemotherapie kann man auch eine Antihormonbehandlung machen, aber wer jetzt meint, am besten sei beides, der irrt sich.
Zusätzlich wirkt die Anti-Hormonbehandlung kaum, vermutlich nur dann, wenn die Chemotherapie die Eierstöcke nicht wirksam genug geschädigt
hat. Deshalb hat auch der durch Hormonrezeptoren gekennzeichnete Brustkrebs die beste Ansprechrate, denn er reagiert am Besten auf die durch
die Chemotherapie bewirkte Ausschaltung der Eierstöcke.

Auch die Beobachtung, dass ältere Frauen weniger von der Chemotherapie profitieren, erklärt sich so. Ihre Eierstöcke sind ohnehin weniger aktiv.
Deshalb ist der Vorteil durch die Eierstockzerstörung auch geringer. Ist deshalb die Entscheidung für die Chemotherapie bei Brustkrebs sinnvoll?
Die Chemotherapie wirkt. Aber eine Frau kann das gleiche Ergebnis auch auf weniger unangenehme Weise erreichen: Indem sie sich die Eierstöcke
herausnehmen lässt. Das hat auf den frühen Brustkrebs, bei dem sich noch keine Metastasen nachweisen lassen, vermutlich ähnlich aufschiebende
Wirkung, denn die Stimulation durch die Eierstockhormone entfällt mindestens genauso sicher wie durch die Zerstörung der Eierstöcke durch
Chemotherapie. Vermutlich ist das sogar noch sicherer als durch die Chemotherapie. Denn gelegentlich erholen sich die Eierstöcke wieder und dann
war die ganze Chemotherapie umsonst. Das ist bei der operativen Entfernung nicht zu befürchten.

Also: Obwohl sie wirkt, ist die adjuvante Chemotherapie bei Brustkrebs wahrscheinlich nicht sinnvoll. Denn das Ergebnis lässt sich
vermutlich durch eine harmlosere Methode erreichen: Durch die operative Entfernung der Eierstöcke. Aber Chemotherapie kann doch Tumoren
zum Schrumpfen bringen. Sicher! Aber das hat wohl keinen großen, messbaren Einfluss auf die Überlebensdauer der Frau.

Bei einem Tumor, der sich durch die Chemotherapie halbiert, brauchen die Zellen nur eine Teilung, schon ist die vorherige Größe wieder erreicht.
Wenn die Zellteilung bei menschlichen Zellen einen Tag dauert, dann hätte eine Frau durch die Halbierung der Tumormasse einen Tag
gewonnen. Geht der Tumor auf ein Tausendstel seiner Ausgangsgröße zurück, so dass er nicht mehr zu sehen ist, also wenn aus einem großen
Tumor von 10 mal 10 mal 10 Zentimeter Seitenlänge mit einem Volumen von 1000 Kubikzentimetern mit 1 mal 1 mal 1 Zentimeter Seitenlänge
wird, dann erreicht er durch die Zellteilung am nächsten Tage wieder eine Größe von 2 Kubikzentimetern oder Millilitern.

Damit eine richtige Vorstellung möglich ist, die folgende Tabelle:

1000 Kubikzentimeter entsprechen etwa einem Liter. Das wäre also ein Riesentumor.

• 1ter Tag 1 ml
• 2ter Tag 2 ml
• 3ter Tag 4 ml
• 4ter Tag 8 ml
• 5ter Tag 16 ml
• 6ter Tag 32 ml
• 7ter Tag 64 ml
• 8ter Tag 128 ml
• 9ter Tag 256 ml
• 10ter Tag 512 ml
• 11ter Tag 1024 ml

Es ist zu erkennen, dass sich durch eine zelltötende Chemotherapie möglicherweise eine Lebensverlängerung ergibt. Aber sie erreicht nicht das
Ausmaß, dass sich jemand, der von der Schrumpfung des Tumors beeindruckt ist, vorstellt.

Ist der Einfluss wirklich so gering?

Die Tumorzellen werden sich nicht alle pünktlich jeden Tag teilen und so wird sich die erreichte Überlebenszeit etwas länger sein. Aber da der
Prozess exponentiell abläuft, wie oben dargestellt, macht das leider nicht sehr viel aus. Bei der neoadjuvanten Chemotherapie versucht man heute,
ausgedehnte Tumore durch eine vor die Operation vorgezogene Chemotherapie überhaupt erst operabel zu machen. Das ist oft auch möglich. Wie
aber Eiermann auf dem Düsseldorfer Brustkrebskongress sagte, haben sich die darein gesetzten Erwartungen in eine Verbesserung der
Überlebenszeit bei Frauen mit großen Tumoren bis jetzt leider nicht gezeigt.

Aber Haarzellen und Blutzellen werden doch auch zerstört ...

Und sie erholen sich wieder. Die Haare wachsen anschließend of besser und dichter als vorher, wie eine Frau selber beobachten kann. Es dauert
einige Zeit, ein paar Wochen, aber dann sind die Haare wieder da und ich fürchte, so muss man sich das bei den Tumorzellen auch vorstellen.

Wieso soll die Einnahme von Tamoxifen nach der Chemotherapie dann überhaupt noch etwas bringen?

Ähnlich wie die Krebszellen, von denen ja zweifellos auch einige sterben, werden sich auch die Eierstöcke bei einigen Frauen zumindest zum Teil
wieder erholen und ihre Östrogene, die verbliebenen Tumorzellen stimulieren. Das wird durch Tamoxifen verhindert, genauso wie die Wirkung der
außerhalb der Eierstöcke gebildeten Östrogene, die ja auch vorhanden sind.

Ist die Chemotherapie dann völliger Blödsinn?

Nein, ist sie nicht! Wenn eine Frau unangenehme Symptome hat, und etwas hilft, so dass sie sich besser fühlt und das Symptom zurückgeht, ganz
egal ob es Antihormone, Wobe Mugos oder Xeloda ist, dann sollte sie es nehmen.
Und mir liegt auch daran, die Behandlung mit Pflanzen- oder chemischen Giften zu verbessern und optimieren. Und ich sammle die Möglichkeiten
dazu auf einer Seite, die aber noch sehr in Arbeit ist. Es gibt aber schon einige Diskussionsbeiträge dazu. Was eine Frau von dieser Therapie in der
Regel aber nicht erwarten sollte, ist dass sie davon geheilt wird.

Eine Heilung ist meines Erachtens nur durch ein frühe Operation des noch nicht ausgebreiteten Tumor und bei Metastasen durch die
Radiojodbehandlung möglich. (Hinweis Radiojodbehandlung: Evaluierung steht aus.)

Aber es gibt wirksame Gifte, die den Verlauf der Krankheit verzögern und ihre Symptome lindern können. Wenn sie uns nützen, sollten wir nicht
zögern, sie zu benutzen. Dabei sind die Gifte mit den meisten Nebenwirkungen nicht die besten, sondern die unspezifischsten. Und es müssen auch
nicht die teuersten Gifte die besten sein, da sehr viel Pflanzen Gifte herstellen, die Zellen töten können.

Links

Zur adjuvanten Behandlung des frühen Brustkrebs

Verbesserung der Behandlung mit Pflanzen-, Pilz- und Chemiegiften

Hintergründe der Chemotherapie

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20071031113720/http://www.erieping.de/Die+Erde+ist+ein+Scheibe.htm