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Zellgifte zur Behandlung von Brustkrebs in Chemotherapie und Naturheilkunde

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 27.01.2008

Es gibt sehr viele Pflanzengifte, die gegen Brustkrebs eingesetzt werden. Meist im Rahmen der fälschlich so genannten Chemotherapie, bei der fast
nur Pflanzen- und Pilzgifte eingesetzt werden. Wenn man sich genau ansieht, welche Pflanzengifte Verwendung finden, dann muss man leider
sagen, dass es nicht diejenigen sind, die am spezifischsten wirken. Ich habe hier einige zusammengestellt und arbeite weiter an der Liste. (Es gibt
auch Gifte, die bei Brustkrebs gefährlich sein könnten, wie das aus einem Pilz stammende Cyclosporin, das auch Fibroadenome hervorrufen kann.)

Aspirin, Ibuprofen und die COX-2 Hemmer

Aspirin ist ein Gift des Weidenbaums. Aspirin, Ibuprofen und die COX-Hemmer scheinen ziemlich spezifisch gegen Brustkrebs einsetzbar zu sein,
s. Aspirin gegen Brustkrebs und COX-2Hemmer gegen Brustkrebs

Quercetin

Quercetin ist ein lange bekanntes Flavonoid, also ein gelb aussehender Bestandteil vieler Pflanzen, von Zwiebeln bis zum Johanniskraut, das
Einfluss auf den Stoffwechsel von Zellen nimmt. Wichtig könnte seine spezifische Wirkung gegen virusbefallene Krebszellen sein, aber auch die
mittlerweile nachgewiesene Wirkung gegen genetisch bedingten Krebs. Es beeinflusst besonders Zellen des Immunsystems und Brustzellen und ist
so vielleicht spezifischer als Zellgifte wie die Taxane, die auf alle Zellen wirken, die sich teilen. Es wird im Moment intensiv untersucht, besonders
weil es auch nicht so viele Nebenwirkungen hat wie andere gegen Brutkrebs eingesetzte Pflanzengifte. Es hat noch einen weiteren Vorteil. Es ist
billig, hat wenig bisher bekannte Nebenwirkungen und man kann es einfach und, soweit ich weiß, rezeptfrei kaufen. Quercetin könnte auch
vorbeugend nicht nur gegen Brustkrebs, sondern auch gegen Fibroadenome wirken. Es erscheint mir als das interessanteste Pflanzengift gegen
Brustkrebs, wenn man vom Valproate absieht.

Taxane wie Taxol und Taxotere

Die Taxane sind Eibengifte, die auf die Mitose wirken. Sie werden bei Brustkrebs oft innerhalb des sog. "TAC-Schemas" eingesetzt, das aus einem
Taxan, Adriamycin (=Doxorubicin) und Cyclophosphamid besteht. Im TEC-Schema wird das Adriamycin durch das Epirubicin ersetzt. Beides sind
Anthracycline. Adjuvant, also bevor Metastasen vorhanden sind, gegeben, sollen die Taxane die Überlebenszeit von Brustkrebspatientinnen
verbessern (Wolff AC 2005). Bei metastatischem Brustkrebs ist die Wirkung auf das Überleben gering (zwei bis drei Monate) (O'Shaughnessy J
2005), aber die Nebenwirkungen der Taxane sind erheblich. Die Taxane wirken nicht, wenn der Tumor mit Epstein Barr Viren infiziert ist (Arbach
H 2006). Und das ist häufig der Fall, etwa bei der Hälfte der Tumore. Deshalb sollte man vor einer Behandlung mit Taxanen die Testung der
Tumorzellen auf EBV-Infektionen anregen. Die Behandlung mit Taxanen ist nämlich sehr unangenehm und nicht zu vertreten, wenn gar keine
Aussicht auf Wirkung besteht. Der Nachweis der EBV-Antikörper im Blut ist kaum aussagekräftig, weil sich bei über 90% der älteren Menschen
Antikörper für das Epstein-Barr-Virus nachweisen lassen. Es müssen also die Tumorzellen selbst mit PCR oder einem FISH-Test untersucht
werden. Bei Brustkrebs von Frauen mit Mutationen im BRCA-Gen werden Taxane zusammen mit Platinsalzen eingesetzt. Stärker [in Hinsicht auf
die Überlebenszeit?] als die Taxane soll das im Curry enthaltene Curcumin wirken. Hier ein deutscher Link

Curcumin

Curcumin ist ein Inhaltsstoff des Currys, der gegen Brustkrebs stärker als die Taxane wirken soll. Pflanzengifte

Vincalkaloide wie Vinorelbin

Vinorelbin ist ein neues Medikament, das halbsynthetisch aus einer Veilchenart gewonnen wird. Es soll schonender wirken als andere
Chemotherapeutika und wird von der Firma Pierre Fabre auf den Markt gebracht. Es wird für ältere oder kranke Patientinnen empfohlen, die die
Behandlung unter dem TAC- oder FEC-Schema nicht mehr vertragen würden, oder bei Patientinnen, bei denen diese Behandlung versagt hat. Das
Angenehme an Vinorelbin ist, dass es nur selten Übelkeit verursacht. Es steht in Konkurrenz mit dem Mittel Capecitabine, das z.B. unter dem
Namen Xeloda von dem Hersteller Roche auf dem Markt ist und in Tablettenform eingenommen werden kann und etwa in der gleichen Situation
genommen wird. Besonders getestet wird im Moment der gemeinsame Einsatz mit dem Antikörper Herceptin (Mano M 2006).

Koffein

Überraschenderweise scheint Koffein einer der wirksamsten Stoffe nicht nur zur (Brust-)krebsvorbeugung, allerdings nur beim genetischen
Brustkrebs, und vielleicht auch bei bei Mutationsträgern gegen frühen Darmkrebs zu sein. Koffein scheint aber auch der Ausbildung von
Resistenzen bei der Chemotherapie und der Bestrahlung entgegen zu wirken, und das möglicherweise nicht nur beim erblichen Brustkrebs.

Mistelpräparate

Die Mistel ist wie die Eibe eine immergrüne Pflanze, die in den Kronen anderer Bäume wächst. Sie wurde gegen den Krebs nach dem Prinzip
"Gleiches gegen Gleiches" eingesetzt, weil man die Mistel wie ein Krebsgeschwür am Baum ansah. Ob sie wirkt oder nicht, darüber gibt es immer
noch Kontroversen und darin unterscheidet sie sich nicht von den anderen Chemotherapeutika, wo die günstige Wirkung nämlich nach wie vor auch
strittig ist. Aber es sind mittlerweile Untersuchungen erschienen, die die Wirkung der Mistelpräparate auf neue Weise interessant machen und die
erklären, wie die Mistel zur Aktivierung des bei Brustkrebspatienten gestörten Immunsystems beitragen könnte. Mehr dazu unter: Mistelgifte

Anthracycline wie Epirubicin und Adriamycin (Doxyrubicin)

Das Adriamycin stammt aus dem Bakterium Streptomyces peucetius. Anthracycline werden zusammen mit den Taxanen im TAC-Schema
eingesetzt oder im FEC- Schema, das für Fluoruracil, Epirubicin und Cyclophosphamid steht. Hier ist das eingesetzte Anthracyclin das Epirubicin.
Nur wenige Frauen scheinen von dem Einsatz der stark herzgiftigen (kardiotoxischen) Anthrazyclintherapie zu profitieren. Siehe hier

Alkylantien

Alkylantien gibt es schon sehr lange. Zu den Alkylantien gehören Cyclophosphamid, Cisplatin und andere Platinsalze. Cisplatin gibt es seit 1979.
Es wird aber sehr viel weniger eingesetzt als Cyclophosphamid, das bei Brustkrebs beim FEC und EC Schema und auch beim TAC Schema
eingesetzt wird. Cyclophospahmid und Cisplatin gehören zu den Medikamenten die Alkylgruppen an die DNS, also an die Erbsubstanz, anfügen.
Sie verursachen häufig Übelkeit, besonders das Cisplatin. Deshalb sollte man hier unbedingt rechtzeitig, also vorher Medikamente gegen die
Übelkeit einnehmen. Auf Grund seines Wirkungsmechanismus vermutete man, dass Cisplatin und Carboplatin bei erblichem Brustkrebs besser
wirken. Dazu wird jetzt eine Studie mit Frauen mit den BRCA1 und BRCA2 Mutationen gemacht, in der die Carboplatin Behandlung mit einer
Taxanbehandlung verglichen wird, wie auf dem Düsseldorfer Brustkrebskongress 2006 zu hören war. Frauen mit den BRCA1 und BRCA2
Mutationen gehören zu denen, mit erblichem Brustkrebs. Carboplatin wirkt ähnlich wie Cisplatin, soll aber von den Nebenwirkungen her
angenehmer sein. Die genetische Untersuchung dauert bis jetzt ja ziemlich lange. Sobald es wirklich spezifische Behandlungen getrennt für
erblichen und anderen Brustkrebs gibt, wird es sinnvoll sein, sich so früh wie möglich testen zu lassen, um die angemessenste Behandlung zu
bekommen.

Indole-3-Carbinol oder Genistein

Indole-3-Carbinol ist ein Zellgift aus Kohlpflanzen wie dem Brokkoli. Eine englische Übersicht zu Wirkungen und Dosierungen findet sich unter
Indole-3-carbinol im Netz. Genistein kommt aber auch in Sojabohnen vor, vermutlich auch in Sojamilch sowie in weiteren Pflanzen. Es könnte sehr
interessant sein, weil es ein Gift ist, das gegen einen noch wenig bekannten Wachstumsfaktor der Milch wirkt, der hitzestabil ist und deshalb auch
mit der verarbeiteten Milch über die Nahrungsmittel aufgenommen wird und noch aktiv ist. Dieser Wachstumsfaktor, der erst gerade entdeckt
wurde, hat noch keinen Namen. Genistein gehört wie das Quercetin weiter oben zu den Flavonoiden. Eine weitere Arbeit über die Wirkung von
Indole-3-carbinol und Genistin auf Brust- und Prostatkrebszellen, von der aber nur die Zusammenfassung im Netz steht: Fan S 2006. Es könnte
auch bei Krebs und Fibroadenomen interessant sein. Zur Genisteinseite, die noch eine meiner vielen Baustellen ist.
Lycopin /Lycopene

Lycopin englisch Lycopene ist ein Gift aus Tomaten, das ebenfalls gegen Brustkrebs wirken könnte und zwar bei den Frauen, bei denen das Cyclin
D1 überexprimiert wird Nahum A 2001, Nahum A 2006. Auf CyclinD1 kann ebenfalls am Tumormaterial getestet werden und es ist nicht falsch,
das machen zu lassen. Eine Untergruppe von Frauen, bei denen Tamoxifen schlecht oder sogar ungünstig wirken soll, sind nämlich die, in deren
Tumorzellen Cyclin D1 Proteine besonders viel vorkommen. Mehr zu Lycopin

Extrakte der Traubensilberkerze

Die Traubensilberkerze-Extrakte haben recht vielfältige Wirkungen auf Brustkrebszellen, die unabhängig von den Hormonrezeptoren zur Geltung
kommen sollen: The Growth Inhibitory Activity of the Cimicifuga racemosa Extract Ze 450 is Mediated through Estrogen and Progesterone
Receptors-Independent Pathways von Garita Hernandez M 2006. Normalerweise wird vor ihrer Einnahme bei Brustkrebs und hormonabhängigen
Tumoren gewarnt. Trotzdem sollte man sie sich genauer ansehen. Im Tierversuch soll es nicht zu Brusttumoren durch Traubensilberkerzeextrakte
gekommen sein. Mehr über Traubensilberkerzeextrakte bei Brustkrebs Warum könnten sie, wie beschrieben, gegen androgenetischen Haarausfall
wirken? Erwähnung der Lh-supprimierenden Wirkung Lh steht für Luteinisierendes Hormon, also Gelbkörper-stimulierendes Hormon. (Extrakte
der Traubensilberkerze sind als Refeminin im Handel.)

Mönchspfeffer

Gefährlich könnte bei Brustkrebs der Mönchspfeffer, auch Agnus castus oder Keuschlamm genannt, sein. Er wird beim Prämenstruellen Syndrom
PMS eingenommen und greift wirksam in den Hormonhaushalt von Frauen ein. Da er zur Bildung des körpereigenen Progesterons führt, könnte er
zu den bei Brustkrebs gefährlichen Pflanzen gehören. Da das Medikament von vielen jungen Frauen gegen Spannungen und Schmerzen in den
Brüsten und zur Verstärkung und Verlängerung der Gelbkörper/Progesteronphase eingenommen wird, habe ich versucht, mehr darüber zu finden
und auch versucht, herauszufinden, wie es sich auf Brustkrebs auswirken könnte. Mönchspfeffer oder Agnus castus Bis jetzt ist es mir noch nicht
gelungen, zu einer etwas sichereren Einschätzung zu kommen. Aber wie man unter dem Link oben lesen kann, ist es ein wirksames Medikament,
das in den Hormonhaushalt eingreift und auch Nebenwirkungen haben kann. Bei längerer Einnahme kann die Wirkung umschlagen, zu einer
Prolaktinerhöhung und zu Sekretionen aus der Brust, vielleicht auch zu Fibroadenomen führen. Insofern ist schwer einzuschätzen, ob
Mönchspfeffer in Bezug auf Brustkrebs harmlos ist.

Resveratrol
Ein Gift aus roten? Trauben und auch in Rotwein vorkommend, soll auch die Aktivitäten von Brustkrebszellen hemmen können (Azios NG 2005).
Mehr zu Resveratrol hoffentlich bald auf einer eigenen Seite: Resveratrol, bis dahin im Archiv bei www.pharmazeutische-zeitung.de den Artikel:
Schlüssel für ein langes Leben von Bernd Kleine-Gunk suchen, der sich mit Resveratrol allgemein, nicht speziell im Zusammenhang mit Brustkrebs
befasst.

PADMA

Ein Pflanzengift, das die Wirkung des Insulinähnlichen Wachstumsfaktors Typ 1 [IGF-1] auf Tumorzellen behindert, soll die traditionelle tibetische
Kräutermischung namens PADMA sein (Navab R 2004).

Ukrain

Ukrain ist ein Pflanzengift aus einer Pflanze (Schöllkraut), die überall am Straßenrand wächst und die benutzt wird, um Warzen, also einen
gutartigen Hauttumor, zum Verschwinden zu bringen. In der Ukraine, deshalb Ukrain, hat man das Pflanzengift isoliert und ausprobiert, ob es auch
gegen bösartige Tumoren wirkt. Die Berichte, die ich dazu gefunden habe, siehe unter Ukrain, s.a. Wikipedia Ukrain.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20080503200029/http://www.erieping.de/bkgift2.htm