Sie sind auf Seite 1von 40

Die Höchste Form des Yoga

Kirpal Singh

Die Höchste Form des Yoga

Satsang von Kirpal Singh, gehalten am 19. 11. 1972 in Chicago

Kirpal Singh

Kirpal Singh

u

u u

Inhalt

I – Die verschiedenen Yogasysteme

3

II – Der natürliche Yoga

8

III – Fragen und Antworten

24

u

Die Höchste Form des Yoga

u

u u

Kapitel I

Die verschiedenen Yogasysteme

Ich darf euch als meine Kinder anreden, und ich freue mich, dass auch ihr Religion studiert, denn das ist ein äußerst wichtiges Fach, das direkt unser eigenes Selbst betrifft. Das Wort Religion bedeutet:

Re-, zurück und -ligio, binden. Unsere Seele wieder mit Gott zu verbinden, das ist die Bedeutung des Wortes Religion.

Ähnlich stammt der Begriff Yoga von der Wurzel yuj ab, was be- deutet, unser Selbst mit Gott zu vereinen.

Die Religionsgemeinschaften entstanden nur, um zu lehren, wie wir uns mit Gott verbinden können – das ist das Letzte Ziel aller äußeren Religionen. Die Wissensgrundlage für all diese Religionen ist ein und dieselbe, gleichgültig, ob sie aus dem Osten oder dem Westen kommen – da gibt es keinen Unterschied.

Es gibt eine Vielzahl von Yogaarten, und auch ihr Ziel ist ein und dasselbe: Gott zu erkennen. Das Letzte Ziel aller Yogasysteme ist, in Brahm versunken zu sein, in Gott aufzugehen. Es gibt Hatha Yoga, Prana Yoga, Bhakti Yoga, Gyan Yoga, usw. und das Letzte Ziel aller Yogaarten ist es, mit unserem Selbst in Gott aufzugehen, Eins mit Ihm zu werden. Das Ziel bei allen Yogaarten ist also, wie Shankara es darlegt, in den Samadhi einzugehen, um eine Erfahrung von Gott erhalten zu können.

u

Die Höchste Form des Yoga

Doch es gibt zwei Arten von Samadhi:

Der eine ist auf der Ebene der Materie und der andere ist bewusster Samadhi. In vielen Fällen wird man feststellen, dass Menschen den unbewussten Samadhi erfahren; sie lassen sich zum Beispiel für einige Tage bei lebendigem Leibe eingraben und kommen dann wieder zurück. Doch das ist kein bewusster Samadhi.

Es gibt eine höhere Art von Samadhi, den man bewusster Samadhi nennt, da man dabei innerlich bewusst bleibt.

Hatha Yoga ermöglicht es, körperlich leistungsfähig zu bleiben – jeder Yoga hat seinen eigenen Schwerpunkt.

Prana Yoga kann euer Leben verlängern. Normalerweise atmen wir ungefähr acht bis zehn Mal in der Minute. Wenn man Prana Yoga praktiziert, kann man den Atem kontrollieren, das heißt seine Frequenz reduzieren und dadurch so weit wie möglich sein Leben verlängern.

Dann gibt es Bhakti Yoga, den Yoga der Hingabe. Um diesen Yoga zu praktizieren, muss man von einer Hypothese ausgehen. Doch das führt letztlich nicht zu Brahm – der formlosen Stufe.

Ihr wisst, Paramhansa Ramakrishna folgte dem Bhakti Yoga – dem idealen Bhakti Yoga im Osten – und er verehrte Gott in der Form der Mutter. Er sah die Mutter überall – im Inneren und im Äußeren. Doch er konnte sich nicht zur formlosen Stufe erheben.

u

I – Die verschiedenen Yogasysteme

Schließlich ging er zu seinem Guru, der Totapuri hieß, und sagte zu Ihm:

Überall sehe ich die Form der Mutter, aber ich kann mich nicht über diese Dualität erheben. Wie ist das möglich?

Da nahm Totapuri eine Glasscherbe und drückte sie ihm zwischen die beiden Augenbrauen. Gleichzeitig gab Er ihm einen Auftrieb, und so konnte er sich in den Samadhi erheben.

Als Nächstes kommt Gyan Yoga, der auch Jnana Yoga genannt wird. Auch in diesem Yoga kann man nur kleine Einblicke ins Jenseits bekommen, man kann dort nicht immer bleiben. Eine Erklärung dafür gibt die östliche Philosophie, die beschreibt, dass die Seele von verschiedenen Umhüllungen bedeckt ist. Es gibt Ana-mai-kosh, Pran- mai-kosh, und Vigyan-mai-kosh ist ebenfalls eine dieser Hüllen – es ist nicht das Letzte Ziel.

Shankara lehrte:

Es ist alles der formlose Zustand und man kann in ihn eintreten.

Doch Ramanuja stimmte nicht mit ihm überein, sondern gab dem Vashisht Yoga recht, der behauptet, dass man zwar im Samadhi vom Allbewusstsein durchdrungen werden, aber nicht die formlose Stufe erreichen kann.

u

Die Höchste Form des Yoga

Ramakrishna und die anderen weisen darauf hin, dass man sich über das Körperbewusstsein erheben muss, und sie kamen voran.

Patanjali teilte alle Yogaarten in ein abgestuftes System ein. Zusam- menfassend stellte er zwei Dinge fest – einmal, dass es für die Seele möglich ist, sich über das Körperbewusstsein zu erheben, und zum anderen, dass die Seele ihre Energien konzentrieren kann, ohne den anstrengenden Weg über die Pranas zu nehmen. Beim Prana Yoga muss man den Atem kontrollieren. Schließlich kam er, Patanjali zu dem Schluss, dass man sich auch ohne die Pranas erheben kann.

Die Volle Verwirklichung oder der Wahre Samadhi bedeutet nicht, sich nur vom physischen Körper zurückzuziehen, wenn das auch der erste Schritt ist – das ABC des Jenseits fängt an, wenn ihr euch über das Körperbewusstsein erhebt.

Wo die Philosophien der Welt enden, beginnt die Wahre Religion. Dieses ABC beginnt also, wenn ihr euch über das Körperbewusst- sein erhebt.

Die Aufmerksamkeit ins Jenseits zu bringen ist sehr schwierig. Manche Menschen, die nicht die rechte Führung erhalten, können sich leicht verlieren. Aus diesem Grund haben die Meister erklärt, dass wir einen Weg brauchen, bei dem wir von der Bindung frei werden.

Ihr werdet feststellen, dass Hatha Yoga, Prana Yoga, Bhakti Yoga und Jnana Yoga keine endgültige Befreiung aus den bestehenden Fesseln ermöglichen, auch nicht Schritt für Schritt.

u

I – Die verschiedenen Yogasysteme

Wir brauchen etwas, das uns in jeder Hinsicht hilft.

Prana Yoga kann uns nur bis zu einer bestimmten Stufe bringen, Jnana Yoga kann uns nur einen kleinen Einblick ins Jenseits gewäh- ren, wir können nicht immer dort bleiben.

Aus diesem Grund war Ramanuja nicht mit seinem Vorgänger einverstanden, er lehrte Vashisht Yoga. Advaita, der sagt, dass man Zugang zum Jenseits haben kann, aber dort nicht im unbedingten Zustand bleiben kann.

u

Die Höchste Form des Yoga

Kapitel II

Der natürliche Yoga

Schließlich kommt der Yoga des Tonstroms, welcher die Höchste Form von Yoga und der natürliche Yoga ist.

Dieser Yoga überwindet all die Probleme, die es bei anderen Yoga- arten gibt. Er ist der natürlichste und leichteste von allen. Er kann von jedermann praktiziert werden – gleichgültig, ob er jung oder alt ist.

Die Meister dieses Yoga lehren uns, dass der Absolute Gott, obwohl Er in Seinem ursprünglichen Zustand ohne Attribute ist, Sich Selbst in Formen projizierte und zwei ursprüngliche Attribute hat: Licht und Ton.

Als Gott den Wunsch hatte:

Ich bin Einer und möchte Viele werden,

gab es eine Schwingung, und diese Schwingung trat als Licht und Ton in Erscheinung.

Gott ist also das Licht- und Tonprinzip, Gott ist die Musik der Sphären. Gott wird Nada und die Stimme Gottes genannt.

So gibt es zwei Erscheinungsformen, zwei äußere Aspekte der Sich zum Ausdruck bringenden Gotteskraft, Die das Wort genannt wird.

u

II – Der natürliche Yoga

Das Wortlose kam ins Dasein und wurde zum Wort.

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Die gesamte Schöpfung kam danach ins Sein. Diese Kraft, Die Sich zum Ausdruck bringt, wird also Wort genannt, und in anderen Terminologien wurde es so bezeichnet:

Das Namenlose kam ins Sein, Es wird Naam genannt.

Zuerst war Es Ashabd, dann kam Es ins Sein und wurde Shabd genannt.

Es ist also die Ursache der gesamten Schöpfung, Es beherrscht und durchdringt die ganze Schöpfung. Alles ist eine Offenbarung dieser Kraft.

Alle Schriften, die uns heute zur Verfügung stehen, sprechen davon – dies ist der natürliche Yoga. Es wird das Wort genannt. Moham- medanische Heilige nannten Es Sultan-ul-Askar, den König aller Meditation. Es wird auch Nada genannt, Kalam-i-Qadim in Ihrer Terminologie.

Wie ich bereits ausführte, war also am Anfang das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, und die ganze Schöpfung kam danach ins Sein.

u

Die Höchste Form des Yoga

Als der Namenlose oder Wortlose Eine – ihr mögt Ihn den Absolu- ten Gott nennen – ins Sein kam, wurde diese Gotteskraft, Die Sich zum Ausdruck brachte, Wort, Naam, Shabd oder Kalam-i-Qadim genannt. Und diese Kraft hat zwei Aspekte: Licht und Ton.

Das ist es, was Christus sagte, und alle anderen ebenfalls. Jenes Shabd ist die Ursache der gesamten Schöpfung. Diese Schöpfung kam durch Shabd ins Sein, sie geht wieder in Shabd zurück, und wieder beginnt eine neue Schöpfung. Shabd ist also eine Kraft, und aus Shabd wurde das Licht geboren.

Das sagen alle Meister:

Als Gott den Wunsch hatte, aus Einem Viele zu werden, entstand Licht, und dann folgte der Ton.

Aus Shabd entstand die ganze Schöpfung. Shabd ist der tatsächliche, wesentliche Kern von allem, Shabd ist die Lenkende Kraft, die Ausführende Kraft Gottes, die Ursache der ganzen Schöpfung. Ihr findet das in allen Schriften.

Shamas-i-Tabrez erklärt uns:

Die ganze Schöpfung kam durch Saut ins Sein.

Saut bedeutet in arabischer Sprache Wort oder Ton – und aus Saut ging alles Licht hervor. Ihr wisst, dass Moses die Gebote Gottes inmitten von Donner und Blitz empfing. Ich führe euch noch einige

0

u

II – Der natürliche Yoga

Zitate an. Auch Zoroaster sprach davon. Er bezeichnet Licht und Ton als das nicht angezündete Feuer und als Sraosha. Der Taoismus spricht ebenfalls vom Schöpferischen Wort und dem Göttlichen Licht. Außerdem wird Es Nada genannt oder Udgit, die Musik aus dem Jenseits. Es heißt Akash Bani, der Ton, Der von oben kommt, Naam, Shabd oder Saut.

So viele Namen wurden Ihm gegeben: Bang-i-Asmani, Nida-i- Asmani, Sraosha, Tao, Yoti, Prakash, Tajalli – alle bedeuten dasselbe:

Licht und Ton.

Als Gott Sich zum Ausdruck brachte, gab es eine Schwingung und aus dieser Schwingung ergaben sich zwei Dinge: Licht und Ton, und Licht und Ton sind der Weg zurück zum Absoluten Gott. Wenn es euch gelingt, euch an einem Sonnenstrahl festzuhalten, wohin wird er euch führen? Zur Sonne, von der er ausgeht.

Wie ich euch bereits erklärte, hat jeder Yoga seine Reichweite, und dies ist der Yoga, der zum Ziel hat, euch zum Absoluten Gott zu- rückzubringen.

In der Offenbarung des Johannes werdet ihr finden:

Seine Augen waren wie die Flammen des Feuers, Seine Stimme klang wie das Rauschen des Wasserfalls. Sein Antlitz war strahlend wie die Sonne!

Dies sind Aussagen Derer, Die Erfahrungen hatten vom Jenseits und von der Kraft, Die Sich zum Ausdruck bringt.

u

Die Höchste Form des Yoga

Und ich hörte eine Stimme von rauschendem Wasser und tosendem Donner.

Und ich hörte den Klang von Himmlischen Harfen.

Diese Aussagen gelten für Christen, Inder, Franzosen, Chinesen, Menschen in Mittelasien oder anderswo. Diejenigen, Die nach Innen gingen, sagten alle dasselbe, dies ist die zentrale Lehre von allen.

Im Osten wird in den Upanishaden davon gesprochen:

Es gibt eine Sonne von Mahabrahmand, dem Makro- kosmos. Von dort geht ein Ton aus.

Dies war die geheime Lehre, wie sie Krishna, dem Sohn von Devaki, von Ingrish Rishi gegeben wurde – es ist die älteste Lehre überhaupt. Das war die grundlegende Lehre aller Meister.

Auch Guru Nanak sprach davon:

Es gibt ein Inneres Licht, aus Dem der Ton hervorkommt. Wenn ihr mit Ihm in Verbindung kommt, wird Es euch zum Letzten Ziel führen, von wo die Sich zum Ausdruck bringende Gotteskraft ins Sein kam.

Auch Paltu, ein anderer Heiliger, sagt dasselbe:

In euch ist ein Licht, aus Dem ein Ton hervorgeht. Wer kann Ihn hören? Nur wer in den Samadhi eingeht, wer sich über das Körperbewusstsein erhebt.

2

u

II – Der natürliche Yoga

Der erste Schritt ist also, sich über das Körperbewusstsein zu er- heben, und dafür werden viele Wege aufgezeigt.

Auch das Pranasystem bietet so einen Weg, doch es ist ein sehr har- ter Weg, für den nicht jeder geeignet ist. Ihr müsst dabei Kumbhak ausüben, und das ist nicht natürlich. Beim Bhakti Yoga müsst ihr Hypothesen aufstellen, um zu beginnen, und ihr könnt euch damit nicht über die Dualität erheben. Beim Jnana Yoga könnt ihr nur einen kleinen Einblick ins Jenseits erhalten, denn Jnana ist auch eine der vielen Umhüllungen der Seele, so wie es in den Schriften beschrieben ist. Wenn aber noch eine Umhüllung da ist, wie kann man sich dann in den formlosen Zustand erheben? Der natürliche Weg ist der einzige Weg zurück zu Gott – ohne Hypothesen, ohne Nachdenken – es ist eine direkte Verbindung mit der Gotteskraft, Die Sich in den beiden Aspekten von Licht und Ton zum Ausdruck bringt.

In der Nad Upanishad geht es nur um dieses Tonprinzip.

Dort heißt es:

Zuerst ist ein Murmeln zu hören wie das Rauschen der Wellen des Ozeans, wie der fallende Regen, das Fließen des Baches. Danach hört man die Bhervi, vermischt mit dem Klang der Glocken und Muschelhörner.

Versteht ihr nun, warum in unseren Kirchen die Glocken geläutet werden? Und in den Tempeln? Warum in Kirchen, Tempeln und an anderen Orten der Verehrung immer ein Licht entzündet wird?

3

u

Die Höchste Form des Yoga

Diese Gotteshäuser sind nach dem Modell des menschlichen Kör- pers errichtet worden. Tempel sind kuppelförmig; dort zündet man eine Kerze an, und wer eintritt, läutet die Glocke. Kirchen sind lang und haben die Form der Nase, und auch dort gibt es das Licht und regelmäßiges Glockenläuten. Und was ist der Unterschied zwischen den beiden? In der Kirche läutet die Glocke zu bestimmten Zeiten, während im Tempel jeder, der eintritt, die Glocke läutet. Das sind Symbole, die uns an Gott erinnern sollen – es sind Symbole für die beiden Aspekte der Gotteskraft, Die Sich in Licht und Ton zum Ausdruck bringt.

Der Wahre Tempel Gottes aber ist der menschliche Körper, in dem wir wohnen. Wir sind Bewusste Wesenheiten, Tropfen aus dem Meer allen Bewusstseins.

Wir sind Geist, der im menschlichen Körper wohnt. Warum haben wir Angst zu sterben, wenn der Geist doch ewig ist! Der mensch- liche Körper ist also der Wahre Tempel Gottes und wird deshalb als die Höchste Form in der Schöpfung betrachtet. Er steht Gott am nächsten. Im Koran wird gesagt, dass die Engel sich vor dem menschlichen Körper verbeugen mussten, als er geschaffen wurde. Den einzigen Weg zurück zu Gott kann man nur im menschlichen Körper erhalten. Der menschliche Körper ist eine goldene Gelegen- heit. Alle Meister sprachen davon, ich habe Sie zitiert. Auch Prophet Mohammed hörte diese Himmlische Musik, Die Sich zu Worten formte und schließlich die Gestalt von Gabriel annahm. Und wisst ihr, dass die, die eine Pilgerfahrt nach Mekka unternehmen, zuerst die Höhle Hira besuchen, wo Prophet Mohammed sechs Jahre lang war und auf den Ton hörte? Als Prophet Mohammed auf das

4

u

II – Der natürliche Yoga

Licht- und Tonprinzip eingestimmt war, hörte Er Botschaften aus den Höheren Ebenen.

Kennt ihr Baha U’llah? Habt ihr seinen Namen schon einmal ge- hört? Er war ein Mystiker, doch er verbrachte sein ganzes Leben im Gefängnis. Auch er gibt Hinweise auf den Flammenden Ton oder das Klingende Licht als den äußeren Ausdruck der Gotteskraft.

Es gibt diese Kraft in zwei Formen in uns.

Sokrates drückt es so aus:

Ich hörte einen Klang, Der mich in eine neue Welt brach- te!

Plato bezeichnet es als die Musik der Sphären. Pythagoras nennt es die Musik aller Harmonien und die Wahrheit, Die in Licht gekleidet ist. Ähnliche Hinweise gibt es bei Zoroaster, in den Upanishaden und bei den Buddhisten.

Lord Buddha rief in den letzten Tagen Seines Lebens alle Seine Schüler zu Sich und fragte sie:

Wie erreicht ihr den diamantenen Samadhi?

Und alle erwähnten das Licht und den Ton. Dann sagte Lord Buddha:

Mögen die kommenden Generationen wissen, dass das Innere Hören der einzige Weg zum diamantenen Samadhi ist.

u

Die Höchste Form des Yoga

Diese Dinge liegen also in uns. Es sind zwei Formen, die Kraft des Sehens und die Kraft des Hörens. Wenn ihr nach Innen geht, seht ihr zuerst Kerzenschimmer – ihr seht Licht, dann folgt der Ton. Durch das Licht könnt ihr sehen, wo ihr seid, und der Ton führt euch den Weg, den ihr gehen müsst. Es gibt Menschen, die versuchen, nur mit dem Licht zu gehen, doch dann werden sie von starkem Licht eingehüllt und wissen nicht, wie sie weitergehen sollen. Nur der Ton kann dort helfen und führen.

Die Meister, Die als das Fleisch gewordene Wort kommen und in Denen diese Kraft Sich offenbart hat, können euch eine Verbindung damit geben, indem Sie eure Aufmerksamkeit völlig von außen und dem Körper unten zurückziehen und euer Inneres Auge öffnen, so dass ihr das Licht Gottes sehen könnt.

Wenn dein Auge einfältig ist, wird dein ganzer Leib Licht sein!

Es gibt also das Licht und es gibt den Ton, Der euch führt und den Weg zeigt. Das Fleisch gewordene Wort kann euch damit verbinden, Er wird Stein der Weisen – Paras genannt. In Ihm ist diese Kraft offenbart, Die in jedem Herzen wohnt.

Der menschliche Körper ist das Haus, in dem wir leben. Es hat neun Tore, die sich nach außen öffnen: zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, den Mund und zwei unten. Dennoch können wir den Körper nicht verlassen.

u

II – Der natürliche Yoga

Es gibt eine Kraft, Die uns trotz all dieser offenen Tore im Körper zurückhält. Diese Kraft ist die Sich zum Ausdruck bringende Got- teskraft, Die von den Meistern, Die in der Vergangenheit kamen – ob im Osten oder im Westen – mit vielen verschiedenen Namen benannt wurde. Und die beiden äußeren Ausdrucksformen dieser Gotteskraft sind Licht und Ton. Dieses Licht scheint in jedem von uns, und wir können Es sehen.

Christus sagte:

Ich bin gekommen, um jene Menschen sehend zu machen, die nicht sehen. Jene, die glauben zu sehen, mögen blind sein!

In der Terminologie der Heiligen bedeutet blind, dass euer In- neres Auge, euer Einzelauge, nicht geöffnet ist und ihr das Licht Gottes nicht sehen könnt. Blind heißt hier nicht, dass jemand kei- ne Augen im Kopf hat, es bezeichnet einen, dessen Inneres Auge nicht geöffnet ist. Es wird auch Drittes Auge, Einzelauge, Shiv Netra, Divya Chakshu oder Verborgenes Auge genannt. Dieses Auge ist in jedem von uns.

Was macht Der, Der das Fleisch gewordene Wort ist? Jene Kraft wohnt bereits in uns, doch unsere Seele, deren äußerer Ausdruck Aufmerk- samkeit genannt wird, ist so sehr mit dem Gemüt, den nach außen gerichteten Sinnen, dem Körper und der Welt identifiziert, dass wir uns selbst vergessen haben. Wir können unser Selbst nicht davon unterscheiden. Wir wirken jetzt auf der Ebene des menschlichen Körpers und dieser Körper wandelt sich jeden Augenblick unseres

u

Die Höchste Form des Yoga

Lebens. Auch die Welt um uns herum ändert sich mit derselben Geschwindigkeit. Da wir damit identifiziert sind und diese beiden Dinge sich mit derselben Geschwindigkeit wandeln, haben wir den Eindruck, dass sie sich nicht ändern. Das ist eine große optische Täuschung. Wie können wir dem entgehen?

Die Meister sagen dazu:

Mensch, erkenne dich selbst!

Wer bist du, was bist du wirklich? Bist du nur der Körper? Nein! Du hast den Körper erhalten, den Verstand und die nach außen gerichteten Sinne, doch du bist es, der all das belebt.

Im Allgemeinen verstehen die Menschen unter wissen, was auf der Ebene des Fühlens und Denkens liegt – doch das ist dem Irrtum unterworfen. Sehen steht über allem! Und wann kann man von diesem Sehen sprechen? Nur wenn man sich durch Selbstanalyse über das Körperbewusstsein erhebt. Was tut ein Meister, Der darin erfahren ist? Unsere Aufmerksamkeit, der äußere Ausdruck unserer Seele, ist so sehr mit dem Körper und der äußeren Welt identifiziert, dass wir uns selbst davon nicht lösen können.

So zieht Er eure Aufmerksamkeit völlig von außen und vom Körper unten zurück und bringt sie zum Sitz der Seele, der sich hinter den Augen befindet. An welcher Stelle? Wenn jemand stirbt, richten sich seine Augen nach oben, und von diesem Punkt aus gehen wir ins Jenseits.

8

u

II – Der natürliche Yoga

Plutarch sagt uns:

Die Seele derjenigen, die in die Mysterien des Jenseits initiiert sind, macht dieselbe Erfahrung vom Verlassen des Körpers wie zum Zeitpunkt des Todes.

Es ist derselbe Vorgang.

Dieser menschliche Körper ist also eine eigene Art von Fabrik, die durch uns in Betrieb gehalten wird. Alle nach außen gerichteten Sinne, die Augen und alle anderen, erhalten die Kraft von uns und dann beherrschen sie uns. Jetzt können wir uns nicht mehr davon trennen. Das erste, was das Fleisch gewordene Wort tut, ist, uns zu zeigen, wie wir uns über das Körperbewusstsein erheben können.

Und die Meister fordern uns auf:

Glaubt nicht den Worten eines Meisters, solange ihr nicht mit eigenen Augen gesehen habt! Ihr selbst müsst be- stätigen: ,Ja, ich habe mich über das Körperbewusstsein erhoben!‘

Das ist der erste Schritt. Wie ich euch schon sagte, beginnt das ABC der Spiritualität tatsächlich erst, wenn ihr euch über das Kör- perbewusstsein erhebt. Alle Yogas erwähnen das. Dies ist also der einfachste und natürlichste Yoga – er ist selbst einem Kind möglich. Ein junger Mensch kann ihn genauso ausüben wie ein alter.

u

Die Höchste Form des Yoga

In früheren Zeiten gab es im Osten ein System; auch im Westen gab es das, nur wurden andere Worte dafür verwendet, man nannte es Wiedergeboren werden, wie in dem Ausspruch von Christus: Ihr müsst von neuem geboren werden. In diesem System erhielten bereits Kinder im Alter von sieben, acht, neun Jahren die zweite Geburt. Die erste Geburt ist die Geburt in den menschlichen Körper und die zweite Geburt führt ins Jenseits. Sie gaben das Gayatri-Mantra. Gayatri-Mantra bedeutet, sich über das Körperbewusstsein zu er- heben, den Strahl der Sonne zu ergreifen und die Sonne selbst zu erreichen.

Es gibt ein Gebet:

O Gott, führe unsere Aufmerksamkeit zur Sonne!

Sie gaben ihnen das Mantra und gleichzeitig zeigten Sie ihnen, wie man sich über das Körperbewusstsein erhebt, wie man das Einzel- auge öffnet und das Licht Gottes sieht. Selbst fünfjährigen Kindern! Auch heute noch – es gibt diesen Brauch bis in unsere heutige Zeit. Bei den Hindus erhalten die Kinder dasselbe Gayatri-Mantra, und es wird ihnen gesagt, dass sie zum zweiten Mal geboren sind, doch weil es an praktisch erfahrenen Menschen fehlt, kann ihnen niemand zeigen, wie sie sich über das Körperbewusstsein erheben und das Licht Gottes sehen können.

Das Licht ist also in jedem von uns.

Christus sagte:

Gebt Acht, dass das Licht in euch nicht Dunkelheit ist!

u

II – Der natürliche Yoga

Dieses Licht ist von so vielen verschiedenen Hüllen umgeben: von der physischen, astralen und kausalen. Und ihr erhaltet einfach etwas, um damit zu beginnen, diese Hüllen abzulegen.

Angenommen, eine Lampe ist von zwei, drei oder vier Hüllen umge- ben, so entsteht der Eindruck, als sei kein Licht da. Wenn nun eine Hülle fortgenommen wird, könnt ihr ein wenig Licht wahrnehmen. Wenn ihr die nächste Hülle entfernt, wird das Licht stärker, und wenn ihr alle Hüllen beseitigt habt, könnt ihr das Licht in seiner ganzen Fülle sehen.

Alle Meister gaben also Hinweise auf das Licht im Inneren, Das in dem Ausmaß, wie ihr euch über die physische, astrale, kausale und überkausale Ebene erhebt, immer mehr wird. Das Letzte Ziel aller Heiligen liegt jenseits all dieser materiellen Ebenen in den rein Spirituellen Bereichen. Auch in der Bibel gibt es bei Johannes den Hinweis darauf, dass er auf der dritten Ebene gefangen war. Sie hatten damals dieses Wissen ebenfalls, doch aus Mangel an praktisch erfahrenen Menschen geriet es für euch in Vergessenheit.

Wir finden also an allen Heiligen Orten die Symbole von Licht und Ton, und das soll uns einen Hinweis darauf geben, dass dieses Licht und dieser Ton in uns sind. Die äußeren Modelle sind nur für die, die am Anfang stehen, gemacht worden, um sie verstehen zu lassen, dass ein solches Licht in ihnen scheint und ein solcher Ton in ihnen erklingt. Und solange es praktische Menschen gab, zeigten Sie Es ihnen und gaben den Rat:

Glaubt niemals den Worten eines Meisters, bis ihr nicht selber bezeugen könnt, dass dort Licht ist – ob mehr oder weniger.

u

Die Höchste Form des Yoga

Nehmt an, jemand hält euch einen wundervollen Vortrag, wie man ein Geschäft eröffnet. Doch was können wir tun, wenn wir kein Geld haben? Deshalb geben die Meister immer etwas, womit wir beginnen können – eine Saat, die niemals mehr vergehen kann, die von niemandem mehr weggenommen werden kann, es sei denn durch die Hand des Meisters, Der das Fleisch gewordene Wort ist.

Dies ist also eine Voraussetzung: Wer kann uns dies zeigen, so dass wir selbst sehen und es bezeugen können? Und die zweite Voraus- setzung ist eine Wahre Lebensweise.

Die Wahrheit steht über allem, doch noch höher ist die Wahre Lebensweise.

Ein ethisches Leben ist das Sprungbrett zur Spiritualität. Wenn ihr Verhaftungen habt und euch zu sehr an die äußeren Vergnü- gungen hängt – wie könnt ihr dann eure Aufmerksamkeit davon zurückziehen?

Die Meister öffnen euch den Weg nach oben ein wenig, denn Sie sind reine Aufmerksamkeit.

Ihr zieht euch dann vom Körper unten zurück und seht mit eigenen Augen, dass dort Licht ist, es mag mehr oder weniger sein. Für jene, die damit in Verbindung kommen wollen, ist ein reines Leben eine Notwendigkeit.

Gesegnet sind die, die reinen Herzens sind, denn sie wer- den Gott schauen!

u

II – Der natürliche Yoga

Versteht ihr?

Tulsi Sahib sagt dazu:

Reinige die Kammer deines Herzens, damit der Geliebte eintreten kann.

Ihr könnt von einem König nicht erwarten, dass er einen schmut- zigen Raum betritt. Selbst ein Hund, der als niedriges Wesen gilt, reinigt zuerst mit seinem Schwanz den Platz, auf dem er sich nie- derlassen möchte. Können wir erwarten, dass Gott Sich in einem Herzen offenbaren wird, das schmutzig ist, voller Lust und schlechter Gedanken über andere? Das ist also das Erste, was wir aufgeben müssen.

Wenn die Meister kommen, tasten Sie die äußeren Formen, die äußeren Kennzeichen der verschiedenen Religionen nicht an. Die Religionen entstanden erst einige Zeit, nachdem die Meister gegan- gen waren. Diejenigen, die den Meistern begegneten, hatten direktes Wissen, sie erhielten eine lebendige Erfahrung, einen Beweis davon. Nachdem die Meister dann den Körper verlassen hatten, wurden diese Geistesschulen gegründet, um Ihre Lehre lebendig zu erhalten. Und solange es dort praktische Menschen gab, half es den Menschen, Gott zu erkennen.

Doch aus Mangel an Menschen der Praxis trat in denselben Gemein- schaften schließlich Stagnation ein und später zeigte sich Verfall. Und so kommen Meister, um diese Wahrheit neu zu beleben.

u

Die Höchste Form des Yoga

Kapitel III

Fragen und Antworten

Darf ich Dich unterbrechen und eine Frage stellen?

Gerne, ich werde sie nach bestem Wissen beantworten.

Frage bezüglich Lichterfahrungen

Dies geschieht auf dem Weg, wenn du dich über die ver- schiedenen Ebenen erhebst. Wie ich schon erklärt habe, ist Licht da – die Lampe brennt, doch sie ist von verschiedenen Hüllen bedeckt und so entsteht der Eindruck, es sei dort kein Licht. Wenn du eine Hülle abwirfst, dann siehst du ein wenig Licht; wenn du zwei Hüllen beseitigst, ist mehr Licht zu sehen; bei drei Hüllen noch mehr und so geht es weiter. Hast du bei der Meditation teilgenommen und Licht gesehen? Nein? Andere haben es gesehen!

Ja!

Es waren viele, nur zwei bis vier haben kein Licht gesehen, alle anderen von zirka dreihundert Teilnehmern sahen Licht. Es ist also ein ganz exakter Weg, so genau wie zwei plus zwei gleich vier ist. Es ist nur Jemand notwendig, Der den praktischen Weg kennt. Und dann müssen noch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, zum Beispiel eine streng vegetarische Diät, keine Rauschmittel usw. Dann treten die Ergebnisse schneller ein. So gab es nur

u

III – Fragen und Antworten

ein paar wenige, die nichts sehen konnten – alle anderen hatten eine Erfahrung.

Bezüglich der verschiedenen Lichterfahrungen sagtest Du heute morgen, dass manche Menschen etwas aus ihrer Vergangenheit mitbringen.

Das ist der Hintergrund – die, die einen guten Hintergrund haben, hatten etwas, um damit zu beginnen … nicht alle – aber einige. Doch sie wissen nicht, wie sie weiter fortschreiten können. Ich habe solche Menschen kennen- gelernt. Sie sahen Licht und sind zum Augenarzt gegan- gen; manche hörten den Ton und gingen zum Ohrenarzt, um sich behandeln zu lassen. Manche Menschen haben einen entsprechenden karmischen Hintergrund, doch sie brauchen weitere Führung, um fortzuschreiten.

Meister, Du hast erwähnt, dass wir in unserer Religion bleiben sollen, denn Christus lehrte dieselbe Methode, um Gott zu erreichen.

Die Meister tasten die äußeren Formen der Religion nicht an, wie ich euch gesagt habe. Die Religionen wurden nur geschaffen, damit viele Menschen Nutzen daraus ziehen sollten. Solange es Menschen der Praxis gab, war dies auch möglich. Praktische Menschen werden gebraucht – doch wie viele gibt es, Die euch einen Auftrieb, einen Be- weis davon geben können, sodass ihr mit eigenen Augen sehen könnt? Es sollte euch also etwas gegeben werden, ein Startkapital, sodass ihr mit der richtigen Hilfe und

u

Die Höchste Form des Yoga

Führung weiter fortschreiten könnt und das Letzte Ziel erreicht, von wo Licht und Ton ausgehen.

Darf ich auch eine Frage stellen?

Nur keine Bedenken! Ich bin auch ein Schüler des Lebens, wisst ihr – ich höre nie auf zu lernen. Der Mensch lernt und verlernt sein ganzes Leben hindurch. Ich war auch einmal ein Student wie ihr. Ihr werdet eines Tages meinen Platz einnehmen – unseren Platz – ihr seid die Hoffnung für die kommenden Generationen!

Wenn Jesus dasselbe lehrte, gibt es dann irgendeinen Hinweis auf Reinkarnation oder frühere Leben?

Auch Christus gab Hinweise darauf. Und ich stehe mit dieser Ansicht nicht allein da, doch wir haben nicht die vollständige historische Überlieferung. Er erwähnt es an einigen Stellen. Doch warum sollten die, die einen Meister trafen, sich über Reinkarnation Gedanken machen? Sie werden nicht in diese Welt zurückkommen! Wenn Er die Menschen nach Hause bringen kann, warum sollten sie dann zurückkommen und wieder eine neue Inkarnation durchlaufen?

Dies ist nur für jene von Bedeutung, die solch einem Meister, dem Fleisch gewordenen Wort nicht begegnet sind.

Diejenigen, die nach Hause zurückkehren, müssen nicht wiederkommen. Sie kommen nur oder werden nur gesandt,

u

III – Fragen und Antworten

um die in den Kinderschuhen steckende Menschheit zu führen – sie kommen nicht als Gefangene.

Fragen unverständlich

Ja, ja – es gibt Licht im Inneren – das gilt für jeden Men- schen, selbst die Kinder können es sehen. Es muss nur ein wenig Auftrieb gegeben werden. – Das ist alles. Wo die Philosophien der Welt enden, dort beginnt die Wahre Religion, offen gesagt. Die Gemeinschaften oder äußeren Kennzeichen machen nicht die Religion aus – dies sind soziale Gemeinschaften, Geistesschulen. Es zeigt nur, dass wir uns einer bestimmten Geistesrichtung angeschlossen haben, um uns selbst und Gott zu erkennen.

Die grundlegenden Lehren sind dieselben – sie wurden von allen Meistern vertreten, doch wir haben sie leider vergessen, und das liegt daran, dass es an Menschen der Praxis fehlt. Die Meister kommen von Zeit zu Zeit, um das vergessene Wissen wieder zu erneuern.

Frage unverständlich

Seht ihr, ich sage euch, natürlich wirkt Gott durch den Meister. Er ist das Wort. Wenn das Wort Fleisch wird, dann respektieren wir Ihn. Wir respektieren Ihn als Fleisch gewordenes Wort – das Wort ist der Meister, in Ihm of- fenbart Es sich. Er, Gott wohnt in jedem Herzen, doch wir achten Ihn in Dem, wo Er Sich offenbart. Der Mensch ist der Lehrer des Menschen. Nur ein Mensch kann als Lehrer

u

Die Höchste Form des Yoga

wirken, nicht eine Stimme vom Himmel. Alle Meister kamen in der menschlichen Gestalt – Jesus, Mohammed usw. Der Lehrer des Menschen ist ein Mensch, Der euch auf eurer Ebene begegnet und wie ihr durchs Leben geht. Er hat jene Erfahrung gemacht und kann euch diese Erfah- rung vermitteln, und ihr werdet es bestätigen. So kamen alle Meister in der Form des Menschen.

Die beste Schule ist die, aus der viele Studenten mit er- folgreichem Abschluss hervorgehen – ist es nicht so? Diese Geistesrichtungen sind Schulen, denen wir beigetreten sind, um Gott zu erkennen. Wenn sie viele Menschen hervor- bringen, die Gott erkennen, kommt ihnen alle Ehre zu. Ich denke, aus Mangel an praktischen Menschen haben wir diese Lektion vergessen und deshalb kommen die Meister von Zeit zu Zeit, um diesen Aspekt zu erneuern, um uns das zu geben, was wir vergessen haben. Dankt Gott – und ich danke denen, die dieses Gespräch hier möglich gemacht haben!

Kirpal Singh Chicago – 19. 11. 1972

Anmerkung: Der Heilige Pfad der Meister bietet die Möglichkeit einer di- rekten Verbindung mit der Göttlichkeit im Innern, nachdem man sich über das Körperbewusstsein erhoben hat. Dieses Höchste, Grundlegende Prinzip unterscheidet den Heiligen Pfad von allen anderen Geistesschulen. Zu diesem Thema weisen wir vor allem auf das Buch‚Die Krone des Lebens‘ von Kirpal Singh hin.

u

Die Höchste Form des Yoga

Schlusswort

In Rishikesh traf ich einen jeden. Alle waren sie intellektuelle Rin- ger, Debattier-Clubs, alle führten diesen elementaren Schritt aus:

wie man Gebete aufsagt, wie man bestimmte Riten und bestimme Rituale ausführt. Und die meisten von ihnen führten Hatha-Yoga Praktiken aus. Aus Achtung sei natürlich gesagt, dass es den Körper fit hält, das ist in Ordnung so.

Da war auch einer, der noch immer lebt, genannt Raghuvacharya. Jetzt ist er ein alter Mann, ich denke 0 oder 0 Jahre alt, aber läuft noch herum wie nix.

Als ich ihn besuchen ging, sagten Leute:

O, der interessiert sich nie für irgendjemanden.

Als ich ungefähr 00 bis 0 Yard entfernt war, erblickte ich ihn. Er saß auf seinen Füßen. Er sah mich an und er stand auf.

Leute sagten:

Das ist eigenartig. Er hat sich noch nie um irgendeinen Menschen gekümmert, und doch stand er auf.

Er kam auf mich zu, wir trafen uns und hatten eine Unterhaltung. Und während der Unterhaltung stellte sich heraus, dass er zur ersten Ebene ging: nach Sahasrar.

u

Die Höchste Form des Yoga

Ich fand nur einen Menschen, der den Körper überschritten hatte und die erste Ebene erreichte.

Körper überschritten hatte und die erste Ebene erreichte. Kirpal Singh mit Yogi Raghuvacharya Anmerkung: Der als

Kirpal Singh mit Yogi Raghuvacharya

Anmerkung: Der als Schlusswort eingefügte Text ist ein Bericht von Kirpal Singh über eine Begebenheit während Seines Aufenthaltes in Rishikesh.

u

Die Höchste Form des Yoga

u Die Höchste Form des Yoga Kirpal Singh 3

Kirpal Singh

u

Die Höchste Form des Yoga

Die ganze Schöpfung ist der Tempel Gottes. Es gibt keinen Ort, wo Er nicht ist.

In den Mineralien schläft das Leben, in den Pflanzen träumt das Leben, in den Vögeln und jeglichem Getier erwacht das Leben, und im Menschen ist das Leben bereits wach.

Somit sind wir Brüder aller Geschöpfe, der Pflanzen, Vögel und andern Tiere. Die Blumen und Bäume, Sperlinge und Tauben sind wie Mitglieder unser eigenen Art.

Wie einfach, rein, liebevoll und schön sie sind!

Wir sollten von ihnen lernen, ein Leben der Reinheit, heiliger Einfachheit und Göttlicher Liebe zu führen.

Kirpal Singh

u

Die Höchste Form des Yoga

Auch heute noch kann jeder durch die Gnade des Einen Gottes und den durch unseren Meister Kirpal Singh wirkenden Gott diese Verbindung mit Naam erhalten. Wer immer an das Evangelium der schon bestehenden Einheit des Menschen glaubt, möge um die Initiation bitten!

Erste Auflage 2000 Zweite Auflage 200 Dritte Auflage 200 Vierte Auflage 200

Layout und Satz: Medienlogistik R-M Domain Gedruckt in Leipzig für den Dienst an der Menschheit

Weitere informationen erhalten Sie unter:

www.santmat-diewahrheit.de

Nachdruck erlaubt