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Wirkungsforschung Modul 107 Empirie II

1.VL Prof. Dr. Früh

Wirkungstypen/ Etappen der Wirkungsforschung

Beispiele für Medienwirkungen:

- Alltagsverdrängung durch Fernsehen


- Personalentscheidungen durch Berichterstattung

Medien können sowohl durch ihren Inhalt als auch durch ihre bloße Nutzung unabhängig vom
Inhalt wirken – wie weit geht die Medienwirkung in einer Kausalkette?

Das System Massenmedien wirkt beispielsweise durch seine bloße Existenz auf andere
Systeme wie Politik, Gesellschaft, Staat ( Fourth Estate)

Klassifizierung

1. Makro- und Mikroebene


2. Veränderung oder Stabilisierung
3. Lang oder Kurzfristig Wirkung
4. direkt oder Indirekt Kontakt zu den Medien
5. Einmalig oder kumulativ
6. durch Medieninhalt, -darstellung oder -nutzung
7. Rezipient: Einstellung, Kognition, Verhalten

Wirkungsmotive

- bei neu auftretenden Medien und zunehmender Verbreitung gibt es sowohl positive als
auch negative Wirkungserwartungen und Wirkungsunterstellungen
- um 1900 Theorie der Massengesellschaft: gesellschaftlich verbreitet Gefühl von
Angst, Unsicherheit, Entfremdung durch industrielle Revolution -> erhöht
Wirkungschancen von Medien

Medienwirkung:

Kulturpessimistisch Kulturoptimistisch

- S-R Modell: Medien wirken direkt - kann Menschen zu Integration und


und unbegrenzt Teilnahme an gesellschaftlichen
Î gefährlich für Politik, Prozessen animieren
gesellschaftliche, kulturelle und - ist „Fenster zu Welt“, bietet
politische Ordnung gesellschaftliche Orientierung
Î fördert Uniformität, Passivität

Î Massenmedien haben die Funktionen Information, Artikulation und Kritik

Durch die Funktionen sind sie eine wichtige Voraussetzung für den öffentlichen Diskurs
und somit für die Bildung der öffentlichen Meinung. Aufgrund dieser Funktionen haben
sie staatstragenden Charakter und Verfassungsrang (Vgl. Art. 5 GG).
„Neue“ Medien

Begriff geprägt in den 1980ern mit aufkommen des privaten Rundfunk

contra: - Informationsüberflutung erschwert Meinungsbildung


- größeres Informationsangebot führt nicht zwangsläufig zu mehr Informiertheit
- unübersichtliches Angebot führt zu Verwirrung und Trivialisierung

pro: - Stärkung der Informations- und Meinungsfreiheit


- größere Verbreitungsmöglichkeit Kultureller Inhalte

Wirkungsforschung

1930er Beginn

1944 „Erie“(?) Studie zum Meinungsbildungsprozess bei der US- Präsidentschaftswahl

1. Selektionsregel: Publikum wählt die Informationen aus, die die eigenen Positionen
Bestätigen
2. Two-Step-Flow: Massenmedien -> Meinungsführer -> Meinungsfolge

Heute: Kommunikative Netzwerke mit aktiven und inaktiven Nutzern

Aktive Teilnehmer Inaktive Teilnehmer


- politisch Interessiert - wenig politisch Interessiert
- hohe Mediennutzung - geringe Mediennutzung
- hohe soziale Aktivität - wenn Medienkontakt dann große Wirkung
- geringe Medienwirkung, da fundierter
Interpretationshintergrung

S-O-R Modell: Stimulus -> Organism -> Response

J.T. Klapper (?):

- Medien verstärken Meinungen eher als das sie sie ändern

Folge: Diversifizierung der Medienwirkungsforschung

Nutzenansatz

Verstärkungsthese: Agenda Setting, Beständigkeit

Keine Wirkung

Andere Wirkung: Wissen, Sozialisierung, Neugier