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Brustkrebs, Schilddrüsen-Antikörper und Hashimoto-Thyreoiditis

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 30.07.2006

[Allgemeiner Hinweis: In diesem Artikel ging es Elisabeth Rieping um Zusammenhänge zwischen Brustkrebs und Hashimoto-Thyreoidis und die
Ausnutzung bestimmter Eigenschaften der Brustkrebszellen für therapeutische Ansätze, nicht jedoch um die Hashimoto-Thyreoditis allgemein.]

Unter einer Hashimoto-Thyreoitidis versteht man Erkrankungen und Probleme, die sich durch das Auftreten von Schilddrüsen-Antikörpern
entwickeln können.

Abgesehen von den Antikörpern findet sich im Schilddrüsengewebe eine lymphozytäre Infiltration. Das heißt, man findet in der Schilddrüse viel
mehr Lymphozyten als üblich. Und sie sind von einem speziellen Typ (Filaci G 2005, Non-antigen-specific CD8(+) T suppressor lymphocytes in
diseases characterized by chronic immune responses and inflammation).

Für die Diagnose spielen die Schilddrüsen-Antikörper aber eine größere Rolle, weil man sie leicht in einer Blutprobe nachweisen kann. Für den
Nachweis der lymphozytären Infiltration dagegen bräuchte man eine Gewebeprobe.

Auch im Ultraschall zeigt die Schiddrüse ein typisches Bild, das zur Diagnose genutzt werden kann.

Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis

Soweit ich weiß, gibt es zu den Ursachen der Hashimoto-Thyreoiditis noch keine abschließende Meinung. Man weiß zwar, das sich Antikörper
gegen Schilddrüsenproteine entwickeln, aber man weiß nicht warum. [s. dazu auch Hashimoto-Thyreoiditis Wikipedia -> Ursachen]

Meine Ansicht im Zusammenhang mit Brustkrebs dazu ist die folgende:


Außerhalb von bestimmten physiologischen oder pathologischen Umständen wie z.B. Schwangerschaft, Stillzeit und wenn keine Brusttumor- bzw.
Brustkrebszellen vorhanden sind, werden die Jod aufnehmenden und verarbeitenden Enzyme im Wesentlichen von der Schilddrüse gebildet.

Sowohl während Schwangerschaft und Stillzeit, als auch in Brusttumoren passiert etwas anderes. Jetzt werden diese Jod transportierenden und
verarbeitenden (Schilddrüsen-)Enzyme auf einmal auch von Brustdrüsenzellen gebildet. Und zwar sowohl von gesunden Brustdrüsenzellen, die
Milch bilden und die Milch auch mit Jod für den Säugling anreichern, als auch von den kranken Brustkrebszellen, die, wie DeMauro und
Wysolmerski 2006 darstellten, sich in Bezug auf die Bildung von Zytokinen und vielleicht auch anderen Stoffen, wie während der Stillzeit
verhalten. Das gleiche Phänomen kann sich auch bei gutartigen Tumoren der Brust, die oft sehr gut Jod speichern und im Szintigramm als
speichernder Knoten dargestellt werden können, zeigen.

DeMauro und Wysolmerski beschreiben das Phänomen in Bezug auf den Knochenabbau bei Brustkrebs, der in mehrfacher Hinsicht an die
Kalziummobilisation während der Stillzeit erinnert.

Was das Immunsystem davon mitbekommt, ist, dass auf einmal sehr viel mehr an bestimmten Oberflächenstrukturen da ist als sonst. Und dies
stimuliert eine Immunreaktion gegen diese Oberflächenstrukturen, die während einer Schwangerschaft/Stillzeit bzw. bei einem Tumor/Krebs
ähnlich verändert erscheinen.

Aber es bedeutet nicht, dass Frauen, die sich durch Stillen diese Autoimmunreaktion, so nennt man die Bildung von Antikörpern gegen
körpereigene Oberflächenstrukturen und/oder Proteine zugezogen haben, Brustkrebs gefährdet sind.

Bei Ihnen läuft durch das Stillen eine ähnliche Reaktion ab, wie bei [einem Teil? der] an Brustkrebs bzw. Brustkrebsmetastasen erkrankten Frauen
durch das Erscheinen von Jod transportierenden und Jod verarbeitenden Enzymen.

Wenn also die Antikörper durch das Stillen entstehen, ist das eine physiologische Situation und kein Problem, wenn sie aber im Zusammenhang mit
Brustkrebs entstehen, kann es bedeuten, dass Brustkrebszellen vorhanden sind, die Jod aufnehmen und speichern. Das ist natürlich kein gutes
Zeichen. Es bedeutet praktisch, dass Metastasen da sind, und das ist für den Verlauf einer Brustkrebserkrankung natürlich sehr ungünstig.
Andererseits bietet es vielleicht jedoch Möglichkeiten für eine Ausnutzung der Situation: Es kann bedeuten, dass Jod131 diese Brustkrebs-
Metastasen abtöten könnte.

Links

http://www.hashimotothyreoiditis.de/
Forum zur Hashimoto Thyreoiditis: http://www.ht-mb.de/forum/
Wikipedia: Hashimoto-Thyreoditis

Literatur
Phillips DI 1990 The influence of pregnancy and reproductive span on the occurrence of autoimmune thyroiditis.
Dorman JS 2001 Menopause in type 1 diabetic women: is it premature? und prevalence Hashimoto und RA
Vondra K 2005 Differences in type I diabetes mellitus of young adults with and without thyroid autoimmunity.
Kudva YC 2001 "Diabetic Mastopathy," or Sclerosing Lymphocytic Lobulitis, Is Strongly Associated With Type 1 Diabetes selten bei Hashimoto

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Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/20080527102553/http://www.erieping.de/bkhash1.htm