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Alternativen zur Behandlung mit Aromatasehemmern und selektiven Östrogenantagonisten

Stand/Letzte Aktualisierung von Elisabeth Rieping 14.07.2007

Auf den Seiten zur Antihormonbehandlung ist viel zu den Nebenwirkungen der Antihormonbehandlung die Rede. Es gibt aber auch viele Frauen,
die keine Probleme damit haben und bei denen sie gut wirkt. Die will ich nicht davon abhalten. Denn die Antihormonbehandlung hat Erfolge,
möglicherweise mehr als die Chemotherapie.

Aber welche Alternativen gibt es für die Frauen, die nicht damit zurecht kommen oder zum Beispiel für junge Frauen, die nach fünf Jahren
Tamoxifen und zwei Jahren Aromatasehmmern überlegen, ob und was sie noch machen können? Oder für junge Frauen, die schon vorher vor der
Entscheidung stehen, was sie die nächsten zwanzig Jahre machen können?

Herunterregulierung der östrogenabhängigen Krebsgene

Dazu muss Frau wissen, dass man die Östrogene einnimmt, um die Ablesung von Genen zu verhindern, die nur mit Hilfe von Östrogen gut
abgelesen werden können. Eines von diesen Genen ist das c-myc Gen. Das c-myc Gen ist östrogenabhängig, aber abgesehen von der
Antihormonbehandlung gibt es vielleicht noch andere Möglichkeiten, die Ablesung zu verhindern. So gut wie die Antihormonbehandlung ist das
jedoch nicht untersucht.

Wenn die Antihormonbehandlung nicht möglich ist oder es unter Antihormonbehandlung zu einem Rückfall gekommen ist, kann man es versuchen.

Mehr dazu unter: c-myc und Brustkrebs

Entfernung der Eierstöcke

Wobei die Entfernung der Eierstöcke bei jungen Frauen natürlich besonders problematisch ist, weil sie Schwangerschaften unmöglich macht und zu
sofortigen Wechseljahren führt.

Als ich neulich las, dass die Entfernung der Eierstöcke auch nach den Wechseljahren noch zu einer 30%-igen Reduzierung des Brustkrebsauftretens
führt, war ich überrascht, weil ich dachte, dass die Eierstöcke nach den Wechseljahren gar nichts mehr machen. Aber wie ich dann zu meiner
Überraschung herausgefunden haben, machen sie doch was. Sie produzieren nach den Wechseljahren nämlich Androgene.
Noch erstaunter war ich, als ich las, dass Brustkrebszellen auch Androgenrezeptoren aufweisen. Ob Androgene auf die Brustkrebszellen auch
stimulierend wirken, weiß ich (noch) nicht.

Aber vielleicht ist die Eierstockentfernung auch deshalb eine weitere Möglichkeit, die Östrogenproduktion durch die Aromatasen herabzusetzen,
weil die Aromatasen ohne die Androgene der Eierstöcke weniger Substrate zum Umbau in Östrogen haben.

Jedenfalls kann es sein, dass die Entfernung der Eierstöcke das Androgenangebot durch die Eierstöcke vermindert und die damit verbundenen
Vermännlichungserscheinungen und eventuell auch weitere Hormone wie die Androgene senkt, die stimulierend auf die Brustkrebszellen wirken
könnten.

Abgesehen von den Aromatase hemmenden Medikamenten, die üblicherweise bei hormonabhängigem Brustkrebs verschrieben werden, kann auch
Melatonin der Aromatase entgegenwirken.

Es verhindert nämlich die Herstellung der Aromatase auf der Ebene der Transkription (Cos S 2005), und behindert so ihre Aktivität. Das wurde aber
bis jetzt nur an MCF-7 Zellen einer menschlichen Brustkrebszelllinie untersucht und nicht im Fettgewebe des Menschen.

Insofern ist nicht untersucht, ob eingenommenes Melatonin die neuen künstlichen Aromatasehemmer ersetzen kann.

Wenn frau ausprobieren will, ob die Wirkung von Melatonin auf den eigenen Östrogenspiegel reicht, könnte frau das auch ausprobieren, indem sie
den Östrogenspiegel messen lässt. Und dann gegebenenfalls die Melatonindosis erhöht, natürlich vorsichtig. [Elisabeth-Rieping-Archiv, Hinweis:
Dies ist eine experimentelle Empfehlungen für eine Maßnahme ohne nachgewiesen Wirksamkeit.]

Wenn der Östrogenspiegel bei einer Frau dann genauso herunter geht wie unter den Aromatasehemmern Femara oder Arimidex, kann sie überlegen,
was für sie selbst vorteilhafter ist.

Allerdings kann frau die körpereigene Melatoninausschüttung durch geeignete Maßnahmen, die den nächtlichen Lichteinfall betreffen, unterstützen.

Die gleichzeitige Einnahme von selektiven Rezeptorantagonisten wie Tamoxifen und Melatonin ist aber eine problematische Sache, weil diese
Substanzen den Melatonin-Rezeptor der Brustkrebszellen nicht unwesentlich beeinflussen kann (Treek O 2006).

Links:
Antihormonbehandlung

Aromatasehemmer

Selektive Östrogenantagonisten

Text im Archiv der Library of Congress http://web.archive.org/web/20071019113927/http://www.erieping.de/alternativen_zur_ahb.htm