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Die Aromatasehemmer

Stand/Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 14.05.2006

Aromatsehemmer sind relativ neue Medikamente, die noch nicht lange auf dem Markt sind und deren Nebenwirkungen deshalb noch nicht gut
bekannt sind. Sie blockieren die Umwandlung von Androgenen in Östrogen durch das Enzym Aromatase, das in vielen Geweben, besonders im
Fettgewebe und auch in den Tumorzellen selbst vorkommt.

Mehr darüber bei Pharmakritik

(Die heute am meisten verwendeten Aromatasehemmmer sind Femara® , das ist Letrozol, von Novartis und Arimidex®), das ist Anastrozol von
AstraZeneca.)

Zusammenhänge

Wenn eine Frau die Wirkung von Aromatsehemmern verstehen will, muss sie einige Voraussetzungen kennen.

Auch nach den Wechseljahren liegen die Eierstöcke nicht völlig still. Sie produzieren zwar keine Östrogene mehr. Aber sie produzieren weiterhin
Androgene, also Hormone, die vermännlichend wirken. Das ist auch ohne Brustkrebs und seine Behandlung so.

Manche Frauen bekommen schon allein durch dieses Überwiegen der Androgenproduktion nach den Wechseljahren Geheimratsecken und
Haarausfall.

Das hängt mit einem Gen zusammen, das an Männer wie an Frauen vererbt wird, aber erst zusammen mit genug Androgenen zum sogenannten
androgenetischen Haarausfall führt.

Bei Männern ist das in der Regel schon sehr früh der Fall. Bei Frauen erst mit und nach den Wechseljahren.
Die von den Eierstöcken nach den Wechseljahren gebildeten Androgene werden jetzt aber normalerweise von den Aromatasen besonders im
Fettgewebe zu Östrogenen umgewandelt, so dass besonders bei dicken Frauen, auch nach den Wechseljahren, doch noch relativ viel Östrogene statt
Androgene im Blut sind.

Durch die Aromatasehemmer wird das nun verhindert und die Androgene kommen sehr zur Wirkung. Frauen mit dem Gen für androgentischen
Haarausfall werden also unter diesem Problem zu leiden haben.

Haarausfall durch Aromatasehemmer

Wie oben beschrieben müssen Frauen mit entsprechender Veranlagung bei Einnahme von Aromatasehemmern eine Verstärkung des Haarausfall
fürchten, also die Bildung von Geheimratsecken, die sich auch noch weiter ausdehnen können, wie bei Männern.

Denn dadurch, dass die Androgene, die nach den Wechseljahren noch weiter von den Eierstöcken gebildet werden, durch die Blockierung der
Aromatase nicht mehr in Östrogene umgewandelt werden, bleiben sie sozusagen als Androgene, also vermännlichend wirkende Hormone, erhalten
und wirken auch so, also vermännlichend.

In Bezug auf die Behaarung wird das von Frauen mit dem Gen für androgentischen Haarausfall als sehr unangenehm erlebt. Und geht
möglicherweise durch Absetzen der Medikamente auch nicht mehr zurück, sondern nur noch nicht mehr weiter.

(Die selektiven Östrogenantagonisten wie Tamoxifen sind nur zum Teil eine Alternative. Sie können auch zu Haarausfall führen, auf Grund ihres
anderen Wirkungsmechanismus ist das aber nicht so extrem.)

Wie kann eine Frau erkennen, ob sie mit dem Gen für androgentischen Haarausfall geschlagen ist?

Soweit ich weiß, gibt es noch keinen Gentest. Wenn einer der Eltern mit dem Problem zu kämpfen hatte, wenn der Bruder es hat oder hatte, wenn
man selbst während einer Schwangerschaft mit einem Jungen Haarausfall hatte, dann ist es wahrscheinlicher, dass man ähnlich Probleme zu
erwarten hat, die sich durch die Einnahme der Aromatasehemmer verstärken werden.

Knochenprobleme durch Aromatasehemmer


Zu den nicht nur unangenehmen, sondern auch gesundheitsgefährlichen Nebenwirkungen der Aromatashemmer gehören die Wirkungen auf die
Knochen. Es kommt zu Knochenschmerzen und Knochenbrüchen. Und man muss befürchten, dass diese Wirkungen sich mit längerer
Einnahmedauer steigern.

Ob die Folgen, die sich bei gleichzeitiger Einnahme von Bisphosphaten gegen Knochenschmerzen und Knochenmetastasen und Aromatasehmmern
ergeben, schon untersucht sind, weiß ich nicht.

Ich versuche aber, etwas herauszufinden.

Das könnte aber ein großes Problem werden, weil die Medikamente oft zusammen eingenommen werden, besonders wenn es dazu kommt, dass
Bisphosphonate auch vorbeugend und dadurch länger gegeben werden.

Mundtrockenheit

Als besonders quälend wird oft die Mundtrockenheit empfunden, die sich nach Einnahme von Aromatsehemmern zusammen mit Psychopharmaka,
die die gleiche Wirkung haben ergibt.

Husten

Husten ist eine für Brustkrebspatientinnen besonders tückische Nebenwirkung, weil sie Angst vor Lungenmetastasen macht, an die man bei Husten
und Brustkrebs leider immer denkt. Ein Wechsel des Medikaments bringt da nicht immer einen Vorteil, denn auch bei Tamoxifen kann es zu
Husten kommen.

Alternativen zu Aromatasehemmern

Text im Archiv der http://web.archive.org/web/20080509024153/http://www.erieping.de/bkaro1.htm