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Originalbeitrag erschienen in: Ebner, M., Scerbakov, A., Kopp, M. (2015) All About MOOCs. Digital Medien in Arbeits- und Lernumgebungen. Jost, P, Künz, A (Ed.). S. 148-155. Pabst, Lengrich

All about MOOCs
Martin Ebnera, Alexei Scerbakova & Michael Koppb
a
Abteilung Vernetztes Lernen, Zentraler Informatikdienst, Technische Universität Graz;
b
Akademie für Neue Medien und Wissenstransfer, Universität Graz
Massive Open Online Courses (MOOCs) haben sich mittlerweile als eine neue Form von Bildungsangeboten auch in Europa weitgehend etabliert. Anhand von iMooX, der ersten und einzigen MOOCPlattform Österreichs, wird im vorliegenden Beitrag verdeutlicht, welche Rahmenbedingungen für die
Etablierung einer solchen Plattform geschaffen werden müssen, welche Zielgruppen angesprochen
werden und was Teilnehmer/innen zu einer Kursteilnahme motiviert. Abschließend wird ein Ausblick
darüber gegeben, welche strategischen Maßnahmen für den nachhaltigen Betrieb einer MOOCPlattform durch Hochschulen notwendig sind und worin das Weiterentwicklungspotenzial von
MOOCs bestehen kann.

1. Einleitung
Massive Open Online Courses, kurz MOOCs, sind frei zugängliche Online Kurse, die zumeist eine hohe Anzahl an angemeldeten
Lerner/innen zugleich bedienen. Ausgehend von George Siemens MOOC im Jahr 2010 (McAulley et al, 2010) erfolgte eine
rasante Verbreitung, deren Initialzündung spätestens dann stattfand, als Sebastian Thrun nahezu 100.000 Studierende im Bereich der künstlichen Intelligenz unterwies (Carson & Schmidt, 2012). Es ist leicht vorstellbar, dass es bei einer so hohen Teilnehmerzahl einerseits generell eines webbasierten Informationssystems bedarf, welches andererseits auch speziellen Anforderungen genügen muss.
In diesem Beitrag wollen wir die xMOOC Plattform iMOOX vorstellen (Ebner & Kopp, 2014), welche an der Technischen
Universität Graz entwickelt und zusammen mit der Universität Graz betrieben wird. Mit Hilfe einer finanziellen Förderung des
steirischen Zukunftsfonds konnten seit März 2014 neun Kurse angeboten werden, welche unterschiedlich hohe Teilnehmerzahlen aufweisen.
Neben ersten Erfahrungen im Umgang mit MOOCs wird ein Einblick in erste Evaluationsergebnisse gewährt. So zeigt sich, dass
die Teilnehmer/innen mehrheitlich der Altersgruppe 35 Jahre und älter zuzuordnen sind und sich damit die Zielgruppe der
Universitäten langfristig drastisch erweitern wird. Die Kompetenz des selbstgesteuerten Lernens ist dabei ebenso notwendig wie
die Bereitwilligkeit, sich auf diese neue Lernform einzulassen.
Die Publikation adressiert Stärken und Schwächen von MOOCs mit einem Blick auf die österreichische Hochschullandschaft,
die sich von anderen Ländern durchaus unterscheidet (Kopp et al, 2014).

2. Die Plattform iMooX
iMooX, deren Name sich aus dem steirischen Dialekt „i mog’s“ ableitet, ist die erste und derzeit einzige österreichische MOOCPlattform. Sie wurde im Rahmen eines durch den Steirischen Zukunftsfonds geförderten Projektes zusammen mit den ersten
drei frei zugänglichen Online-Kursen in Kooperation zwischen der Technischen Universität Graz und der Universität Graz im
Frühjahr 2013 online gestellt. iMooX unterscheidet sich vor allem in der Philosophie erheblich von den anderen bekannten
Plattformen edX, Udacity, Coursera, Open HPI oder iversity. Während diese Plattformen lediglich frei zugängliche Kurse
anbietet, bekennt sich iMooX dazu, darüberhinaus ausschließlich OER-Kurse anzubieten (Ebner et al, 2015). OER, die Kurzform für Open Educational Resources, bedeutet, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Verwendung der Kursinhalte
nicht nur geregelt sind, sondern dass die angebotenen Inhalte auch in anderen Unterrichtsszenarien verwendet werden können
(Ebner & Schön, 2011). So sind iMooX-Inhalte unbedenklich in Schulen, Hörsälen oder anderen Bildungsinstitutionen einsetzbar, wodurch eine Wiederverwendung gefördert wird. Letztendlich ist auch die Verwendung deutschsprachiger Inhalte ein
wichtiger Schritt für die nationalen Bildungsanbieter/innen.
Der Funktionsumfang der Plattform iMooX hingegen orientiert sich sehr stark an den englischsprachigen Vorbildern. So werden in erster Linie sogenannte xMOOCs angeboten, die sich durch eine sehr starre Kursform auszeichnen. Die wesentlichen
Elemente eines typischen Kurses umfassen (Conole, 2013) (Wedekind, 2013):

klare Kursstruktur mit entsprechenden Lernzielen bei einer typischen Laufzeit von sechs bis zwölf Wochen;

kurze, prägnante Videos mit einer Länge von maximal 15 Minuten;

zusätzliches Lernmaterial zur Vertiefung in Form von Weblinks, Dokumenten und interaktiven Lernobjekten;

asynchrone Kommunikationsmöglichkeiten (zumeist in Form eines Diskussionsforums);

 
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Selbstüberprüfungstests, um das mittels Video Gelernte zu überprüfen;

abschließende Teilnahmebestätigung bei erfolgreicher Kursabsolvierung.

Abbildung 1 zeigt eine typische Kursoberfläche der Plattform iMooX. Die wesentliche Navigation erfolgt über zwei Leisten: eine

Abbildung 1. Die Kursoberfläche von iMooX.

blaue horizontale Leiste für die Metainformationen und eine vertikale graue für die eigentlichen Inhalte.
So können mittels der blauen Leiste die letzten Kursnachrichten oder die angebotenen Kursdateien sowie die Informationen
zum Kurs abgerufen werden und es kann zum angebotenen Kursforum gewechselt werden. Links in der grauen Leiste werde
zumeist im Wochenabstand die Kursinhalte veröffentlicht. Eine Datumsangabe zeigt das Veröffentlichungsdatum bzw. das
theoretische Ende. Der große mittlere Bereich ist ausschließlich den Kursinhalten gewidmet.

3. Die ersten Kurse
Im Sommersemester 2013 wurden die ersten drei Online-Kurse, aufgebaut nach didaktischen Gesichtspunkten (Lackner et al,
2014), angeboten, die jeweils gänzlich andere Zielgruppen adressierten:

Lernen im Netz - Vom Möglichen und Machbaren: Dieser Kurs zeigt die Möglichkeiten des technologiegestützten
Lehrens und Lernens sowie die damit verbundenen Potenziale für Lernende auf. Er richtet sich an Interessierte, die
durchaus schon erste Erfahrungen mitbringen sollten und auch an Studierende der Universität Graz, die diesen Kurs
im Rahmen eines freien Wahlfachs, das als reiner Online-Kurs abgehalten wurde, angerechnet bekamen.

Aha-Erlebnisse aus der Experimentalphysik: Dieser Kurs richtet sich an alle Physikinteressierten, Vorkenntnisse sind
nicht notwendig. Es werden Versuche der Experimentalphysik dargestellt, die aufgrund der benötigten speziellen
Ausrüstung außerhalb der dargestellten Versuchsanordnung wohl kaum durchgeführt werden können. Die Videos eigenen sich auch besonders für den Unterricht an anderen Bildungsinstitutionen (z.B. in Schulen).

Mechanik-Stoß zweier Körper in der Ebene: Dieser Kurs stellt ein Spezialthema der Mechanik dar, welches von Studierenden der Studienrichtungen Maschinenbau, Bauingenieurwesen und artverwandte Studien von hoher Relevanz
ist. Um den durchaus komplexen Inhalt möglichst verständlich zu machen, enthält der Kurs zusätzlich interaktive
Lernobjekte, die helfen sollen, durch aktives Handeln das Lernen zu unterstützen.

Im Wintersemester 2014/15 folgten weitere fünf Kurse und auch im Sommersemester 2016 ist es wieder gelungen, zusätzliche
Kurse anzubieten.

 
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4. Evaluationsergebnisse
Im Zuge der ersten drei, im Sommersemester 2014 angebotenen Kurse, an denen insgesamt 1.333 Personen teilnahmen, wurden
eine umfangreicher Befragungen der Teilnehmer/innen durchgeführt. Dabei wurde unterschiedliche Settings erprobt, um möglichst viele Teilnehmer/innen zum Ausfüllen der Fragebögen zu bewegen. In den Kursen „Aha-Erlebnisse aus der Experimentalphysik“ (431 Teilnehmer/innen) und „Mechanik - Stoß zweier Körper in der Ebene“ (59 Teilnehmer/innen) sollte sowohl nach
der ersten Kurseinheit als auch am Ende des Kurses ein zirka fünfminütiger Fragebogen ausgefüllt werden. Im MechanikMOOC wurde die zweite Kurseinheit zunächst nur dann freigeschaltet, wenn der Fragebogen ausgefüllt wurde. Dies führte
jedoch bei vielen Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern zu großem Unmut, sodass diese Vorgehensweise im ExperimentalphysikMOOC nicht mehr zur Anwendung kam.
Im Kurs „Lernen im Netz: Vom Möglichen und Machbaren“ war der Erhalt einer Teilnahmebestätigung nicht nur an die positive Absolvierung der Quizzes, sondern auch an das verpflichtende Ausfüllen des Fragebogens gekoppelt. Von insgesamt 843
teilnehmenden Personen wollten 71 eine Teilnahmebestätigung, insgesamt wurde 83 Fragebögen ausgefüllt. Auf einen zweiten
Fragebogen (nach der ersten Einheit) wurde in diesem Kurs verzichtet.
Diese Erfahrungen belegen, dass Teilnehmer/innen an MOOCs, welche per Definition offen und damit kostenlos zugänglich
sind, nur sehr bedingt dazu bereit sind, ein standardisiertes Feedback zu den angebotenen Kursen bzw. zur Kursplattform zu
geben. Die Betreiber/innen von iMooX sind daher in der Zwischenzeit dazu übergangen, von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nur noch die Beantwortung der Frage, aufgrund welcher Motivation sie einen Kurs besuchen, zu verlangen. Dafür
wird eine sehr kurze Online-Befragung verwendet, die bei jeder Anmeldung zu einem neuen Kurs ausgefüllt werden muss. Die
Beantwortung dieses Fragebogens nimmt nun nicht mehr als 30 Sekunden in Anspruch.
Die nachfolgenden dargestellten Evaluationsergebnisse basieren auf der Analyse der während der ersten drei Kurse gewonnenen
Daten. Insgesamt wurden 199 Fragebögen ausgefüllt, wobei nicht alle Probanden alle Fragen beantwortet haben, wodurch sich
unterschiedliche Nenngrößen ergeben.

4.1 Demografische Daten & Bildungsniveaus
Ausgehend von der Auswertung der Fragebögen ist der typische User der iMooX-Plattform männlich, zwischen 20 und 34 Jahre
alt und hat bereits einen akademischen Abschluss. Hier lassen sich Parallelen zu anderen MOOC-Plattformen erkennen, etwa
zur openHPI-Plattform, wo der typische User sehr ähnliche Merkmale aufweist (Meinel et al. 2014). Mit 65% sind knapp zwei
Drittel der teilnehmenden Personen männlich, wobei die Geschlechterverteilung sehr vom Kursthema abhängt. Während nämlich der Mechanik-MOOC nur zu 23% von Teilnehmerinnen besucht wurde, waren es beim Kurs „Lernen in Netz“ 45%.
44% der Teilnehmer/innen sind zwischen 20 und 34 Jahre alt, gefolgt von den 35- bis 49-Jährigen (29%). 20% sind zwischen 50
und 64 Jahre alt und immerhin 5% über 64 Jahre, während nur 2% jünger als 20 Jahre sind. Die angegebenen Beschäftigungsverhältnisse korrelieren mit der Altersstruktur (hier waren Mehrfachnennungen möglich): 71% der Kursteilnehmer/innen
geben an, berufstätig zu sein, 32% sind Studierende. 18% sind während der Kursteilnahme karenziert, 11% bereits in Rente.

Abbildung 3. Höchste abgeschlossene Schulbildung der iMooX-Teilnehmer/innen.

 
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Hinsichtlich ihres Bildungsniveaus haben 89% der Teilnehmer/innen zumindest ein abgeschlossenes Abitur bzw. eine abgeschlossene Reifeprüfung. 15% haben ihr Bachelorstudium beendet, 33% ihr Masterstudium und 9% verfügen über ein Doktorat. 78% der Befragten haben in den letzten zwölf Monaten vor der Kursteilnahme Geld in ihre Aus- und Weiterbildung investiert, 27% sogar mehr als 500 Euro. 63% geben an, monatlich mehr als fünf Stunden für ihre Aus- und Weiterbildung zu investieren. Immerhin 57% wären bereit, für die Teilnahme an einem MOOC zu bezahlen, wobei die Teilnahmegebühr für die meisten 50 Euro nicht überschreiten sollte.
Abbildung 3. Höchste abgeschlossene Schulbildung der iMooX-Teilnehmer/innen.
Die Parameter Altersstruktur, Beschäftigungsverhältnis und Bildungsniveau zeigen einmal mehr, dass vor allem Berufstätige
mit einem abgeschlossenen Studium MOOCs konsumieren. Individuelle Rückmeldungen einzelner Kursteilnehmer/innen lassen
darauf schließen, dass dabei der Wunsch nach individueller Weiterbildung im Vordergrund steht, wobei die zeit- und ortsunabhängige Konsumationsmöglichkeit nicht zuletzt hinsichtlich bestehender Betreuungspflichten ebenfalls eine Rolle spielt.

4.2 Motivationsfaktoren für den Kursbesuch und aktive Kursbeteiligung
Die Hauptmotivation für die Kursteilnahme ist wenig überraschend das Kursthema. Für 86% ist dieser Beweggrund für die
Teilnahme vollständig oder eher zutreffend. Erfahrungen mit MOOCs zu sammeln motivierte 75%, zumindest an einem der
drei Kurse teilzunehmen. Weitere Motivationsfaktoren sind der Erwerb einer Zusatzausbildung (61%), die Korrelation des
Kursthemas mit der eigenen Berufstätigkeit (51%), das generelle Interesse an Online-Kursen (47%) sowie die Möglichkeit,
MOOCs als Ergänzung zur aktuellen Ausbildung zu nutzen ( 45%).
Immerhin 27% der Teilnehmer/innen motiviert die Möglichkeit, eine Teilnahmebestätigung zu erhalten, zur Kursteilnahme, für
23% spielen Betreuungspflichten eine entscheidende Rolle. Für nur knapp ein Viertel (24%) der Befragten ist der bzw. die
Vortragende ein ausschlaggebender Faktor, am Kurs teilzunehmen.
Die Erwartungen der Kursteilnehmer/innen an den Kurs konnten zum überwiegenden Teil vollständig bzw. eher erfüllt werden.
Zu diesen Erwartungshaltungen zählen: Erwerb eines grundlegenden Verständnisses über das Kursthema (78%), Vertiefung
theoretischen Wissens (77%) und intellektuelle Anregung (74%). Die Erwartungshaltungen „Vertiefung praktischen Wissens“
und „sinnvoller Zeitvertreib am PC“ konnten durchschnittlich zu 59% bzw. 56% erfüllt werden.
Wie aktiv sich die Kursteilnehmer/innen am Kurs beteiligen, lässt sich u.a. anhand ihrer Aktivitäten im Forum beurteilen.
Obwohl 55% mit der Möglichkeit zum Austausch im Forum sehr bzw. eher zufrieden waren, haben sich 63% nie aktiv am
Kursforum beteiligt. Ein knappes Drittel (32%) hat bis zu fünf Forumsbeiträge geschrieben, 6% haben sich öfter als zehnmal
aktiv am Forum beteiligt.
Hinsichtlich der Beteiligung an den Kursquizzes soll speziell auf den Kurs „Lernen im Netz“ eingegangen werden, da an diesem
Kurs mit 843 am meisten Personen teilnahmen. Während das Quiz zur ersten Kurseinheit noch 4.044 Mal ausgefüllt wurde –
jede/r Teilnehmer/in hat pro Quiz fünf Versuche – sank die Anzahl der Quizversuche in der zweiten Woche bereits auf 1.547
und nahm in weiterer Folge immer weiter ab. Das Quiz der dritten Kurswoche wurde noch 1.025 Mal absolviert, in der vierten
Kurswoche waren es 857 Versuche und in der achten und letzten Kurswoche gab es 552 Quizteilnahmen. Hier zeigt sich deutlich, dass das Interesse am Kurs ab der vierten Kurswoche deutlich nachlässt.
Die Abschlussraten der drei ersten bei iMooX angebotenen Kurse spiegeln internationale Erfahrungen wider (Gaebel, M. et al.
2014). Von 1.333 Teilnehmerinnen und Teilnehmern forderten 101 Personen nach positiver Absolvierung aller Quizzes eine
Teilnahmebestätigung an. Dies entspricht einer Abschlussrate von 7,6%.

 
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5. Zusammenfassung & Ausblick
Der Projektbeginn zur Entwicklung der iMooX-Plattform und der ersten Kurse im September 2013 fiel zeitlich in jene Phase, in
der die ursprünglich aus dem us-amerikanischen Raum stammenden MOOCs auch in Europa erstmals auf großes Interesse
stießen. iMooX ist daher durchaus als erfolgreicher Wegbereiter für diese neue Form von Online-Bildungsangeboten zu verstehen. Das spiegelt sich einerseits im großen medialen Interesse zum Start der ersten Kurse wider. Andererseits bestätigten die
über 1.300 Teilnehmer/innen dieser Kurse der Plattform eine überdurchschnittlich gute Performanz und sie zeigten sich auch
sehr zufrieden mit der Aufbereitung der Kursinhalte. Mittlerweile – Stand Februar 2015 – haben sich knapp 4.500 Interessierte
auf der Plattform registriert.
iMooX verfolgt seit Beginn den Anspruch, „Bildung für alle“ anzubieten. Die oben dargestellten demografischen Daten und
Motivationsfaktoren der Teilnehmer/innen zeigen, dass dieser Zugang gerechtfertigt ist. Analog zu den Erfahrungen anderer
Anbieter/innen sind Studierende als Teilnehmer/innen in der Minderzahl, besonders attraktiv sind MOOCs hingegen für Berufstätige, die sich gemäß ihrer individuellen Bedürfnisse weiterbilden möchten. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Spezifikum von iMooX, dass alle Kursinhalte als freie Bildungsressourcen verfügbar sind, was ihre sehr breite,
urheberrechtlich unbedenkliche Verwendung ermöglicht.
Nach der erfolgreichen Startphase arbeiten die Betreiber von iMooX nun daran, nachhaltigen Betrieb der Plattform zu sichern.
Damit ist zum einen die Frage nach der Finanzierung für den Plattformbetrieb und die Entwicklung neuer Kurse verbunden. Da
iMooX von Universitäten betrieben wird, stehen dabei zwar nicht kommerzielle Überlegungen im Mittelpunkt, dennoch ist es
notwendig die entsprechenden Mittel für die benötigten Ressourcen bereit zu stellen. Die aktuelle Strategie besteht darin, einzelne MOOC-Produktionen durch Fördergeber und Sponsoren zu finanzieren, wobei in die jeweiligen Kalkulationen die Kosten
für den Plattformbetrieb aliquot eingerechnet werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erscheint diese Vorgehensweise Erfolg
versprechend.
Zum anderen gilt es, die zukünftigen Hauptzielgruppen zu definieren. Hier soll der Mehrwert von MOOCs für die Hochschullehre mehr ins Zentrum rücken. So können etwa (Massen)Lehrveranstaltungen, deren Inhalte weitgehend konstant bleiben,
durch MOOCs unterstützt werden. Die Inhaltsvermittlung erfolgt dann in Form von MOOCs, wodurch in den Präsenzzeiten
nach dem Flipped-Classroom-Prinzip mehr Raum zur Interaktion und Kollaboration zur Verfügung steht. Es ist nicht auszuschließen, dass die bisherigen MOOC-Strukturen dafür adaptiert werden müssen. Im Verständnis der Autoren sind MOOCs in
ihren aktuellen Ausprägungen daher keineswegs fertig entwickelt. Sie dienen aber als wertvolle Basis für zukünftige, effiziente
und an die Bedürfnisse der Nutzergruppen angepasste Bildungsangebote sowohl in der Hochschullehre als auch im Bereich des
Life Long Learning.

6. Literaturverzeichnis
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http://e4innovation.com/?p=727 (letzter Abruf Februar 2015).
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Gaebel, M., Kupriyanova, V., Morais, R., Colluci, E. (2014). E-Learning in European Higher Education
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Roceanu, I. (ed.). Proceedings of the 10th International Scientific Conference "eLearning and Software
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