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INDIVIDUUM, KONTINUUM, VISION

Komponieren ist für Bernd Richard Deutsch eine „lebensnotwendige Beschäftigung“, die im „Kontinuum“ zum Lebensinhalt wird. Sein kompositorisches Werk ist geprägt von Individualismus und einer diffizilen, persönlichen musikalischen Sprache, die auch in der Qualität und Diversität höchsten Kriterien standhält. Die Werkliste reicht von Solostücken über Kammermusik bis zu Orchesterwerken, Multimedia- und Musiktheater. Sein Werk, das in Zusammenarbeit mit international renommierten Künstlern, Ensembles und Orchestern qualitätsvolle (Ur-)Aufführungen erlebt, entspringt wohl der Tradition, gelangt aber in einer individualistischen Art und Weise zu neuen Ufern. Dabei sei er subjektiv „alleine mit seinem Ziel“, das er noch immer konsequent verfolgt und das in der ständigen Entwicklung seines Personalstils offenkundig wird. Abseits diverser KomponistInnen-Kollektive sieht er die „Erschaffung eines autonomen Werks“ als den zentralen Ankerpunkt seiner Arbeit, wenngleich der gelegentliche Diskurs mit Kolleginnen und Kollegen befruchtend sein kann. Obwohl auch die Beschäftigung mit elektronischen Medien temporär eine Rolle spielte – und möglicherweise irgendwann einmal wieder spielen könnte – ist der wesentliche Schwerpunkt seines Schaffens in absoluten musikalischen Formen zu finden, die sich primär dem akustischen Klang widmen. Die Liste der Aktivitäten und Rezensionen zeigt das internationale Format mit dem der noch relativ junge Komponist Bernd Richard Deutsch von Niederösterreich in die Welt ausstrahlt.

Geboren am 15. Mai 1977 in Mödling erkannte Bernd Richard Deutsch schon früh seine Neigung zur Musik, die primär von der klassischen Tradition geprägt war. Seine ersten Kompositions-, Klavier- und Fagottstudien am damaligen Josef- Matthias-Hauer-Konservatorium mündeten in weiteren Studien der Komposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst bei Erich Urbanner und Dieter Kaufmann. Wettbewerbe, die mitunter auch „schmerzhafte Erfahrungen“ mit sich bringen können, sieht Bernd Richard Deutsch als „notwendiges Übel“ um auf die eigene Arbeit aufmerksam zu machen und auch international reüssieren zu können. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise dokumentieren seinen erfolgreichen Weg durch diese mitunter raue Landschaft der schöpferischen Musikwelt. Darunter finden sich: Staatsstipendium für Komposition, Förderungspreis für Musik der Republik

Österreich, Förderungspreis für Musik der Stadt Wien, Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich u.a. Ähnlich den Wettbewerben sind auch Kompositionsaufträge Gradmesser für den Erfolg eines Komponisten. Auf der Liste der Auftragsgeber stehen klingende Namen:

Ensemble „die reihe“, Klangspuren Schwaz, Land Niederösterreich, ORF Landesstudio Kärnten, SWR Stuttgart, Staatstheater Stuttgart u.a.

Wenn auch seine Musik nicht unbedingt als „politisch“ einzustufen ist, enthalten seine Worte mitunter Aussagen, die als „Plädoyer für die Musik“ durchaus politische Aktualität und Brisanz beinhalten. Die Vision von einem Land, in der die Musik einen höheren Stellenwert erhalten sollte, entspringt seiner Leidenschaft für die Musik. Utopie oder reale Möglichkeit? Die Politik und die (teilweise von ihnen gesteuerten) Medien sollten den Wert der Musik für unsere Gesellschaft (wieder) entdecken, ihrem Bildungsauftrag nachkommen und dabei insbesondere die junge und jüngste Generation unterstützen. Musik darf nicht zur „Ware verkommen“, sondern muss als „kreative Notwendigkeit“, gewissermaßen als „spiritueller Aspekt“ unseres Daseins verstanden werden. Aussagen wie diese bedürfen keines weiteren Kommentars; sie sollten als eindringlicher Aufruf für einen bewussten Umgang mit Musik verstanden werden.

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