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Die Re-Humanisierung
der Gesellschaft?
PSYCHOSCOPE 12/2009
DOSSIER: Konjunktur und Psyche

Psychologische Aspekte eines bedingungslosen Grundeinkommens bGE

Prof. Theo Wehner erforscht als Arbeits- petenzen und die Be- bzw. Abwertung der Qualifikati-
und Organisationspsychologe u.a. auch onen der Mitbewerber sind Dauerthema. Kein Wunder,
dass Coaching auf der einen und Wellness auf der an-
menschliche Tätigkeitsmotive. Ihm er-
deren Seite boomen.
scheint derzeit das Modell eines bedin-
gungslosen Grundeinkommens weniger Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund die bishe-
utopisch als der Mythos von der Vollbe- rigen Errungenschaften der Arbeits- und Organisations-
schäftigung. psychologie?
Gemäss Kurt Lewins Bild von den zwei Gesichtern der
Herr Professor Wehner, wie nehmen Sie Arbeit ist Arbeit als Mittel zum Zweck einerseits Mühe
als renommierter Arbeits- und Organisa- und Last; auf der anderen Seite ist das Leben ohne Ar-
tionspsychologe die psychologischen Aus- beit hohl. Bezogen auf die Anforderungen an die A&O-
wirkungen der aktuellen Konjunkturkri- Psychologie gilt es also, einerseits die Arbeit so kurz
se wahr? und bequem wie möglich und anderseits so menschen-
Wir wissen heute recht gut, dass die ver- würdig und reichhaltig wie möglich zu gestalten.
meintlich konjunkturellen Probleme Seit dem Programm zur Humanisierung des Arbeits-
struktureller Art sind und letztlich Kon- lebens aus den 1970er Jahren sind meine Illusionen,
tinuität aufweisen. Kontinuität besteht auf beiden Seiten mit gleichem Erfolg gearbeitet zu
beispielsweise – positiv gesprochen in haben, geschwunden: So haben wir zwar erreicht, dass
der Technologieentwicklung – real aus- das Bücken – im Fitnesszentrum empathisch gepflegt
gedrückt in dem sich daraus ergebenden – am Arbeitsplatz unterdessen geradezu verboten ist.
Rationalisierungspotenzial: Seit 1970 er- Menschenwürdiger jedoch ist die Arbeit in vielen Be-
höht sich die Zahl der Güter und Dienst- reichen nicht geworden. Das illegale Abhören von Mit-
leistungen, die wir pro Stunde zu produ- arbeiterinnen und Mitarbeitern ist noch nicht einmal
zieren in der Lage sind, jährlich um kapitalismusfähig, geschweige denn menschenwürdig.
ca. 2,6 Prozent. Dies entspricht einer Man weiss zudem seit Langem, dass zur Gesamtzu-
Verdoppelung der Produktivität in 27 Jahren! Berück- friedenheit der Menschen die soziale Anerkennung
sichtigt man zusätzlich die Arbeitslosenquote – in der bzw. Wertschätzung wesentlich mehr beiträgt als die
Eurozone liegt sie bei 9,4 Prozent – und nimmt zur finanzielle Anerkennung. Trotzdem gehört das entspre-
Kenntnis, dass sich durch die Globalisierung das Ange- chende Item in Mitarbeiterbefragungen meistens zu
bot an Arbeitskräften auf ca. 3 Milliarden erhöht hat, jenen, die am schlechtesten abschneiden.
so ist Vollbeschäftigung – wenn man einmal von sitten-
widrigen Verträgen und Dumpinglöhnen absieht – die Sie denken als Psychologe öffentlich über volkswirt-
utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen schaftliche Alternativmodelle nach, wie z.B. über das
Grundeinkommens (bGE). Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens bGE
Wenn wir nun als Psychologinnen und Psychologen auf (s. blaue Spalte S. 12). Wie ist es dazu gekommen?
diese ökonomischen Fakten schauen, so können wir Ich habe – neben Themenbereichen wie Innovation,
feststellen, dass die Angst um den Arbeitsplatzverlust, Arbeitskonflikte und psychologische Fehlerforschung
ja letztlich Existenzängste und Kontrollverlust zur Nor- – vor 10 Jahren begonnen, die Tätigkeitsbedingungen
malbiografie gehören. Die Veränderungen, die durch und -motive jenseits der Erwerbsarbeit ins Zentrum un-
den neuen psychologischen Vertrag aufgezeigt werden, serer Forschung zu stellen, weil ich der Ansicht bin,
weisen in dieselbe Richtung: Die Vermarktlichung des dass die heutige Lohnarbeitspsychologie nicht alle Fa-
eigenen Könnens, das ständige «Nachrüsten» von Kom- cetten des Tätigseins zu beschreiben in der Lage ist.
Foto: Andrzej – Fotolia.com

In der Schweiz ist, wenn man grosszügig rechnet, jede


zweite Person freigemeinnützig tätig. Dabei handelt 09
es sich meist um Menschen mittleren Alters mit re-
lativ grossem Freundeskreis, klassischen Familien-
strukturen und mit guter Work-life-Balance, wie das
Schweizer Haushaltspanel zeigt. Wir gehen davon aus,
dass es sich hierbei nicht «lediglich» um prosoziales
Verhalten handelt: Es ist Tätigsein, formal organisiert
oder individuell gestaltet.
Konkret haben wir gefragt, welche Motive und Bewer-
tungen dazu führen, dass Bürgerinnen und Bürger
freigemeinnützig tätig werden. Bei aller Verkürzung
können dazu drei Aspekte angeführt werden: Sinn-
generierung, Wertschätzung und Generativität. Men-
schen, die freiwillig Arbeit verrichten, tun dies, um der
Gesellschaft etwas zurückgeben zu können, weil in
dieser Tätigkeit ihre persönlichen und gemeinwohl-
orientierten Werte geschätzt werden und sie letztlich
persönlichen Sinn zu generieren in der Lage sind.
In unserer Forschung zur freiwilligen Arbeit und in
der Schweiz auch zu Miliztätigkeiten wie z.B. Ehren-
ämtern stellen wir zudem einen sehr elaborierten An-
spruch auf Anerkennung fest. Plattes Lob oder simples
Feedback wie «Das hast du gut gemacht; wenn wir dich
nicht hätten, …» tragen demnach gar negativ zur Zu-
friedenheit bei – schätzungsweise deshalb, weil solches
wohl nicht als den Selbstwert stärkend gemeint ist und
entsprechend als die Autonomie einschränkend erlebt
wird. Gegen solche Floskeln kann man sich nur dort
schützen, wo optionale Freiheit besteht; solche besteht
im Bereich der freigemeinnützigen Tätigkeiten; und sie
wird auch einer Gesellschaft mit bedingungslosem
Grundeinkommen unterstellt.

Womit der inhaltliche Zusammenhang zwischen Ihren


Schwerpunktthemen und dem bGE gegeben ist. Was
aber motiviert einen Psychologen wie Sie zu praktischem
Engagement wie öffentlichen Stellungnahmen und einer
Forschungskooperation?
Angesichts der eingangs beschriebenen strukturellen
Hintergründe der heutigen Situation erscheint mir die
Idee der Vollbeschäftigung inzwischen als wesentlich
utopischer als die Vorstellung eines bGE. Aus meiner
Sicht geht es nicht mehr nur um eine Humanisierung
der Erwerbsarbeit, sondern um eine Re-Humanisie-
rung der Gesellschaft.
Die bGE-Modelldiskussion muss dabei von unteschied-
lichen Disziplinen angegangen werden: Sozialphilo-
sophen werden fragen müssen, inwieweit diese Form
der Freiheit eine Zumutung ist, Ökonomen sollen rech-
nen und möglichst auch noch mal nachrechnen, Poli-
tologen werden die Sozialgesetzgebung neu reflektieren
– und die Psychologen sollten sich erkenntnistheore-
tisch mit der Bewusstseinsfrage auseinandersetzen.
Ich bin vom Denken der kulturhistorischen Schule Obwohl die Bedürfnispyramide kulturabhängig und
10 geprägt worden, laut der die Bewusstseinsfunktion der nicht überall reproduzierbar ist, so ist es in unserer Ge-
Motive darin besteht, die Lebensbedeutung soge- sellschaft für viele doch möglich, Nahrung, Kleidung
PSYCHOSCOPE 12/2009
DOSSIER: Konjunktur und Psyche

nannter objektiver Gegebenheiten und subjektiver und Behausung zu finden. Andererseits deutet die Ver-
Handlungen zu bewerten und ihnen dadurch persön- engung in Richtung Spitze bereits an, dass nur wenige
lichen Sinn zu verleihen. Leontjev bringt es auf den es vermögen, zusätzlich dazu auch das Bedürfnis nach
Punkt, wenn er sagt: «Psychologisch gesprochen sozialer Anerkennung, Selbstverwirklichung oder gar
existieren objektive Bedeutungen überhaupt nur als Transzendenz zu befriedigen. Bei aller Reserve gegen-
Realisierung des persönlichen Sinns.» über der Anthropologie lässt sich zusätzlich sagen:
Wenn das Grundeinkommen mir ein Auskommen ga- «Auf das Tun-Können kommt es gerade des Geistes
rantiert, so kann ich persönlich entscheiden, welche wegen an», so dass wir nicht von einem Menschenbild
objektiven Angebote, die ich durch subjektive Hand- ausgehen sollten, welches die Verweigerung von Tätig-
lungen erfüllen könnte, auch persönlichen Sinn gene- sein unterstellt, sondern genau vom Gegenteil.
rieren. Da dies in unserer Gesellschaft bereits zwischen
30–50 Prozent der freigemeinnützig Tätigen gelingt, Dieses «Tun-Können» machen viele von finanziellen
unterstelle ich, dass genügend Erfahrungspotenzial vor- Ressourcen abhängig, die entsprechend umzuverteilen
handen ist, mit der anderen Hälfte diese Diskussion zu seien: Wie antworten Sie auf den Kommunismus-Vor-
führen. Dies kann natürlich nicht von heute auf mor- wurf, der auch heute noch an jene gerichtet wird, die
gen geschehen: Wir müssen in einer kapitalistischen über ein bGE nachdenken?
Gesellschaft mit Entfremdung, Verdinglichung und Ja, es stimmt, dass das Thema immer wieder mit kom-
damit mit Verkümmerungen von Eigeninitiative, Ge- munistischem Gedankengut verwechselt wird. Eber-
meinwohlorientierung und Eigenverantwortung rech- hard Ulich, dem ich die Ausführungen in diesem In-
nen. Die Auseinandersetzung mit dem bGE halte ich terview zum 80. Geburtstag widmen möchte, hat vor
deshalb vorerst für einen Kulturimpuls und nicht für über 25 Jahren einen Vortrag zum gleichen Thema in
ein ausgearbeitetes Tool, welches lediglich noch zu im- der Schweiz gehalten und bekam drei Tage später einen
plementieren ist. Brief, auf welchem als Adresse lediglich stand: «An den
kommunistischen Professor der ETH Zürich».
Zum bGE konkret: Derzeit nehmen die Probleme im Be- Abgesehen von der erstaunlichen Unwissenheit dar-
reich des Service public zu, wie u.a. der Pflegenotstand über, was Kommunismus tatsächlich bedeutet, näm-
oder die aktuellen Mängel beim teilprivatisierten öV zei- lich die Freiheit des Einzelnen gerade nicht zu stärken
gen. Garantiert die oben beschriebene Sinnkategorie, und ihn in den Arbeitsdienst zu schicken, und abgese-
dass unter Voraussetzung eines bGE genügend Motivati- hen davon, dass auch einige bGE-Mitstreiter von einer
on zur Sicherung des Service public vorhanden wäre? «capitalist road to communism» sprechen, geht es bei
Wenn mir von der Gesellschaft ein bedingungsloses der Auseinandersetzung nicht um Verteilungsprobleme
Grundeinkommen gewährt wird, so ist doch die von oder um den Besitz von Produktionsmitteln; es geht
Erikson bezeichnete Entwicklungsstufe der Genera- vielmehr um ein Menschenrecht, nämlich jenes der
tivität eher stärker herausgefordert als grundsätzlich Existenzsicherung jenseits der Notwendigkeit zur Lohn-
gefährdet. Einer Gesellschaft, die mir nicht nur be- arbeit. So wie wir mit dem Eintritt in die Gesellschaft
dingungslose Bürgerrechte, sondern auch eine bedin- die Bürgerrechte bedingungslos bekommen, so kann
gungslose Existenz sichert, würde ich gerne auch wie- man sich durchaus vorstellen, dass ein Grundeinkom-
der etwas zurückgeben. men, bedingungslos und über der Armutsgrenze lie-
Wie gesagt, ist dies bereits jetzt das Motiv vieler frei- gend, jedem Bürger und jeder Bürgerin gewährt wird.
gemeinnützig Tätiger und müsste nicht erst durch das
bGE hervorgebracht werden! Gemäss Ihrem Forschungspartner Dr. Sascha Lieber-
mann ist das bGE «ein konsequenter Vorschlag, wenn
Was für ein Menschenbild liegt dieser optimistischen An- man es mit der Souveränität der Bürger als Bürger, nicht
nahme zugrunde? nur als Erwerbstätige, ernst meint». Nun gibt es aber bis-
Die Ergebnisse aus der Freiwilligenforschung sprechen her keine Staatsmacht, die der globalisierten Wirtschaft
für ein humanistisches, gemeinwohlorientiertes Men- Paroli bieten resp. ein solches Bürgerrecht global verhän-
schenbild, das über biologische und ökonomische Mo- gen könnte ...
tive hinausgeht, nicht bezüglich seiner Arbeitswilligkeit Mich überrascht die Entschiedenheit, mit der Sie die
extrinsisch motiviert und kontrolliert zu werden braucht Ohnmacht des Staates behaupten. Tatsächlich ist es
und z.B. durch Maslows Bedürfnispyramide veran- auch heute so, dass die politische Gemeinschaft der
schaulicht werden könnte. Bürger, nichts anderes ist der Staat, die Bedingungen
definiert, wie in einem Land gewirtschaftet wird. Das Konzept des bGE
Sicherlich kann man feststellen, dass auch Politiker all- Das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens 11
bGE sieht vor, dass alle BürgerInnen ein bedingungsloses
zu oft und unbegründet auf vermeintliche Sachzwänge
Grundeinkommen erhalten, über dessen Höhe demokra-
verweisen oder sich vor Wirtschaftsinteressen verneigen tisch abgestimmt wird und das die bisherigen Sozialver-
– die Finanzkrise lehrt uns, wohin das führen kann. sicherungen bis zu seiner Höhe ersetzt. Bedarfe darüber
Hier könnten wir gelassener mit der globalisierten Wirt- hinaus sollten weiterhin erfüllt werden, allerdings so wie
schaft umgehen und uns mehr darauf besinnen, was wir heute: bedingt. Für die Schweiz kursiert diesbezüglich ein
Vorschlag in der Höhe von 2500 Franken pro Erwachse-
denn als Gemeinwesen wollen. Denn schliesslich sol-
nen bzw. Fr. 500.– plus zusätzlich Fr. 100.– pro Altersjahr
len Güter abgesetzt werden, Unternehmen müssen also für Kinder. Als Finanzierungsmodell für ein bGE wird an-
Märkte suchen, kommt das eine Unternehmen nicht, stelle der Einkommenssteuer eine sogenannte Konsum-
weil ihm die Bedingungen nicht genehm sind, dann steuer diskutiert.
kommen andere. Insofern ist die öffentliche Diskussion Die Initianten gehen davon aus, dass das Modell eines
um das bGE auch eine Diskussion darum, sich auf den bedingungslosen Grundeinkommens kostenneutral
verwirklichbar wäre, und dass die damit verbundene
Vorrang des Politischen zu besinnen, und das stärkt mit-
«Freiheit zu arbeiten» dem Menschen zumutbar ist.
telbar eben auch das unternehmerische Handeln. Weitere Informationen und Literaturhinweise:
www.psychologiedesgrundeinkommens.ch
Falls das bGE dereinst Wirklichkeit werden sollte: Wie
schätzen Sie die Folgen für die Psychologieberufe ein? Zur Person
Versetzen wir uns gedanklich in die Zeit des bGE, Prof. Dr. Theo Wehner ist seit 1997 ordentlicher Profes-
sor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der
so würde ich vermuten, dass Psychologinnen und
ETH Zürich und beschäftigt sich seit einigen Jahren auch
Psychologen nicht mehr nur im Dienste der Selektion, mit Motivationspsychologie in der freigemeinnützigen Tä-
Qualifizierung und Eingliederung in den Erwerbs- tigkeit. Er hat schon mehrfach Stellung zum Thema «be-
arbeitsprozess sowie der Reparatur von negativen dingungsloses Grundeinkommen» bezogen. Derzeit un-
Auswirkungen durch Erziehung, Schule und Arbeit, terstützt er den deutschen Philosophen, Soziologen und
bGE-Vordenker Dr. Sascha Liebermann im Rahmen einer
sondern im Dienste der Selbstverwirklichung und
Forschungskooperation.
in der Umsetzung von Kriterien «guter Erziehung,
Bildung und Arbeit» tätig sein würden; ob dazu der Anschrift
Mainstream momentaner Variablenpsychologie taugt, Prof. Dr. Theo Wehner, ETH Zürich, Zentrum für Organi-
ist allerdings zu bezweifeln! Vieles an Forschung, womit sations- und Arbeitswissenschaften (ZOA), Forschungs-
heute «Impact» erzielt werden kann, würde in Zeiten gruppe «Psychologie der Arbeit in Organisation und Ge-
des bGE u.U. keinerlei Eindruck mehr machen; sellschaft» (PdA), Kreuzplatz 5, KPL H 13, 8032 Zürich.
www.pda.ethz.ch
es würde vielmehr deutlich, wie sehr ein Grossteil
twehner@ethz.ch
heutiger Forschung als Lohnarbeitspsychologie zu
kennzeichnen wäre. Anderes, was es heute schwer hat
«Impact» zu erzielen – organisationale Demokratie,
unternehmerische Verantwortung, persönlichkeitsför-
derliche Arbeitsbedingungen – würde nachgefragt,
und zwar eher direkt durch die tätigen Menschen und
nicht indirekt – mit Blick auf Effektivitätserhöhung
und Rationalisierungspotenzial – durch das Manage-
ment oder auch von den Arbeitnehmervertretungen.
Konkret würde beispielsweise aus der heutigen Perso-
nalauslese oder einem Assessment vorgängig eine Fir-
menauslese durch den potenziellen Mitarbeitenden und
es gäbe auch Absagen an Arbeitgeber: «Ich bedauere Ih- Résumé
Le Prof. zurichois Theo Wehner, psychologue du travail
nen mitteilen zu müssen, dass das mir vorliegende An-
et des organisations, s’est déjà exprimé à de nombreu-
gebot zur Mitarbeit in ihrem Unternehmen leider nicht ses reprises sur le «stimulus culturel» que représente
meinen Erwartungen an ‹gute Arbeit› entspricht.» un revenu minimum garanti (RMG). Le chercheur expli-
que ici ce que la psychologie de la motivation en matiè-
Interview: Susanne Birrer re de travail d’intérêt général a à faire avec le potentiel
humain de liberté; il développe en parallèle les aspects
psychologiques d’un stimulus culturel essentiel en
temps de crise. Dans la situation actuelle de l’écono-
mie, l’idée même de plein emploi lui paraît pour l’heure
plus utopique qu’un RMG.