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Kolonialisierung

Allgemeine Definition:
Unter Kolonialisierung versteht man die
Kolonialpolitik der europäischen Großmächte in
Übersee, die zur wirtschaftlichen Ausbeute der
dortigen Länder und zur Unterdrückung der
Bevölkerung führte.

Kolonien wurden vor allem zur wirtschaftlichen Ausbeute und


als Absatzmarkt für heimische Produkte genutzt, sowie als
strategisch militärischer Standpunkt.

Wichtige Kolonialmächte: Frankreich (Afrika, Asien,


Nordamerika)
England (Afrika, Asien, Nordamerika,
Australien)
Spanien (Südamerika)
Portugal (Südamerika)
Niederlande (Asien, Afrika, Nordamerika)

Deutsche Kolonialpolitik
Im Gegensatz zu anderen europäischen Großmächten besaß
Deutschland keine Kolonien. Durch die Gründung des
Deutschen Kolonialvereins 1882 und durch die
kolonialpolitischen Spannungen, der europäischen
Kolonialmächten begann die deutsche Kolonialpolitik.

Der Deutsche Kolonialverein hatte das Ziel den Handelsbereich


des Deutschen Reiches zu erweitern und somit eine Politik
vollziehen, die das Deutsche Reich zur Weltmacht machen
sollte.
Bismarck war gegen eine aktive Kolonialpolitik und sah die
Kolonien nur als einfache Handelsstützpunkte des Deutschen
Reiches an. Allerdings entstanden in seiner Regierungszeit die
meisten deutschen Kolonien.

1884: →Togo
→Kamerun
→Deutsch – Südwestafrika (heutiges Namibia)

1885: → Deutsch – Ostafrika (heutiges Tansania)


→Deutsch – Neuguinea
→Kaiser – Wilhelm - Land
→Bismarck – Archipel
→und andere kleine Inseln im pazifischen Ozean

Die deutschen Kolonien entstanden nicht durch Eroberung,


sondern reiche deutsche Kaufleute besaßen große Gebiete in
Afrika, diese wurden dann vom Deutschen Reich „unter Schutz“
gestellt und wurden somit deutsche Kolonie. Beispiele dafür
sind Adolf Lüderitz, der weite Teile in Südwestafrika besaß und
Carl Peters, dem Gebiete in Ostafrika gehörten.

Kaiser Wilhelm ΙΙ tritt nach Bismarcks Regierungszeit mit den


Kolonien des Deutschen Reiches in scharfe Konkurrenz mit
anderen europäischen Großmächten, dies führt zu weiteren
Spannungen zwischen dem Deutschen Reich und den
Kolonialmächten Europas.

Die Kolonien stellten keinen Gewinn für das Deutsche Reich dar,
da:
→sie keinen wirtschaftlichen Nutzen für das Deutsche
Reich brachten
→Kriege gegen Eingeborenen (Hottentotten, Herero)
viel Geld kosteten
→das neue Siedlungsgebiet nur von 23.000
deutschen Aussiedlern genutzt wurde
→England sich durch den Ausbau der deutschen
Flotte, die zum Schutze der Kolonien errichtet wurde,
bedroht fühlte und deshalb ein Bündnis mit Frankreich
einging („Entente cordiale“)

Nach dem 1. Weltkrieg verlor Deutschland all seine Kolonien im


Versailler Vertrag. Die Siegermächte Frankreich und England
verfügten danach über sie.
Einziges Überbleibsel ist die Insel Helgoland, diese wurde 1890
gegen die südostafrikanische Insel Sansibar eingetauscht.