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FALSCHES

UND

RICHTIGES

VORRATSDENKE

N
— Ein geschichtlicher Abriß in Anbetracht
weltweiter Krisen —
Themenheft 2
Falsches und richtiges Vorratsdenken

Zusammengestellt aus Bibel- und EGW-Texten sowie aus


altprotestantischen Schriften und Liedertexten von

Soweit nicht anders vermerkt wurden die Bibeltexte entweder der


Schlachterübersetzung 2000 oder der Lutherbibel von 1984 entnommen.

Die Zusammenstellung wird ständig erweitert.

Stand: 29.Sep. 2009


Einleitung

Grundsätze, die uns durch weise Menschen


gelehrt werden
Ja, als Schattenbild geht der Mensch einher; nur um Nichtigkeit machen
sie so viel Lärm! Er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird.
Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Meine Hoffnung gilt dir allein!
Psalm 39,7f

Der Gottlosen Arbeit bringt trügerischen Gewinn; aber wer Gerechtigkeit


sät, hat sicheren Lohn. … Wer auf seinen Reichtum vertraut, der wird
fallen; die Gerechten aber werden grünen wie das Laub.Sprüche 11,18.28

Der Gute wird vererben auf Kindeskind; aber des Sünders Habe wird
gespart für den Gerechten. Sprüche 13,22

Wer sein Gut mehrt mit Zinsen und Aufschlag, der sammelt es für den,
der sich der Armen erbarmt. Sprüche 28,8

Wer viel sammelt und sich selber nichts Gutes gönnt, der sammelt’s für
andere, und andere werden’s verprassen. Sirach 14,4

Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was ihm beschieden ist,
und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen. Sirach 14,9

Tu dem Freund Gutes noch vor deinem Ende, und gib dem Armen nach
deinen Kräften. Sirach 14,13

Allen, die auf unrechtmäßige Weise zu Reichtum gekommen sind, geht es


wie einem Vogel, der fremde Eier ausgebrütet hat und zusehen muß, wie
die Jungen ihm davonlaufen: In den besten Jahren müssen sie alles
hergeben, und am Ende stehen sie mit leeren Händen da. Jeremia 17,11;
GN

Denn er sieht ja, daß die Weisen sterben; der Tor und der Narr kommen
miteinander um und müssen ihr Vermögen andern überlassen. Ihr
Trachten ist, daß ihre Häuser ewig bestehen sollen, ihre Wohnungen auf
alle Geschlechter hin; sie nennen Ländereien nach ihrem Namen. Aber

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der Mensch in seiner Pracht bleibt nicht; er gleicht dem Vieh, das
umgebracht wird. Psalm 49,11-13

Das ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott, und dies das Erbe, das
die Gewalttätigen empfangen von dem Allmächtigen: ... Wenn er auch
Geld zusammenscharrt wie Staub und Kleider aufhäuft wie Straßendreck –
er bringt sie zwar zusammen, aber der Gerechte wird sie anziehen, und
das Geld wird der Unschuldige erben. ... Reich legt er sich hin, und noch
ist ihm nichts weggenommen; er schlägt die Augen auf, und nichts ist mehr
da! Hiob 27,13.16f.19

Da haßte ich das Leben; denn mir mißfiel das Tun, das unter der Sonne
geschieht. ...
Ich haßte auch alle meine Arbeit, womit ich mich abgemüht hatte unter
der Sonne, weil ich sie dem Menschen überlassen muß, der nach mir
kommt. Und wer weiß, ob der weise sein wird oder ein Narr? Und doch
wird er über all das Macht bekommen, was ich mit Mühe und Weisheit
erarbeitet habe unter der Sonne. Auch das ist nichtig!
Da wandte ich mich ab und überließ mein Herz der Verzweiflung über all
die Mühe, womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne. Denn das
Vermögen, das einer sich erworben hat mit Weisheit, Verstand und
Geschick, das muß er einem anderen als Erbteil abgeben, der sich nicht
darum bemüht hat. Auch das ist nichtig und ein großes Unglück!. ...
Denn dem Menschen, der vor Ihm wohlgefällig ist, gibt Er Weisheit und
Erkenntnis und Freude; aber dem Sünder gibt er die Plage, zu sammeln
und zusammenzuscharren, um es dem abzugeben, der Gott wohlgefällig
ist. Prediger 2,17-21.26

Da ist einer, der steht allein und hat weder Kind noch Bruder, doch ist
seiner Mühe kein Ende, und seine Augen können nicht genug Reichtum
sehen. Für wen mühe ich mich denn und gönne mir selber nichts Gutes?
Das ist auch eitel und eine böse Mühe. Prediger 4,8

Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird
keinen Nutzen davon haben. Das ist auch eitel. Denn wo viele Güter
sind, da sind viele, die sie aufessen; und was hat ihr Besitzer mehr
davon als das Nachsehen?
Es ist ein böses Übel, das ich sah unter der Sonne: Reichtum, wohl
verwahrt, wird zum Schaden dem, der ihn hat. Denn der Reiche kommt
um durch ein böses Geschick, und wenn er einen Sohn gezeugt hat,
dem bleibt nichts in der Hand. Wie einer nackt von seiner Mutter Leibe
gekommen ist, so fährt er wieder dahin, wie er gekommen ist, und trotz
seiner Mühe nimmt er nichts mit sich in seiner Hand, wenn er dahinfährt.

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Das ist ein böses Übel, daß er dahinfährt, wie er gekommen ist. Was
hilft's ihm denn, daß er in den Wind gearbeitet hat? Prediger 5,9f.12-15

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Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zur Habgier!
Psalm 119,36

Unser Herz muß etwas haben, woran es hängt, und das einzige Mittel, zu
verhindern, daß die irdische Gewinnsucht eindringe, ist, daß wir die
Zeugnisse des Herrn an diese Stelle setzen. Sind wir nach einer Richtung
hingeneigt, so sind wir der anderen abgeneigt; das sicherste Mittel, einer
Untugend zu entgehen und sie zu überwinden, ist, daß wir uns der Gnade
hingeben, die die jener entgegengesetzten Tugend unfehlbar in uns wirken
wird. Die Schatzkammer Davids (Ps 119)

Die Welt und alles, was darinnen ist, ist so gebildet, das es seinem [des
Menschen] Wesen trefflich entspricht. Es ist, als riefe ihm die Natur stets
in tausendstimmigem Chore zu, er solle sich freuen und fröhlich sein.
Und doch ist er nicht gesättigt, ist unzufrieden, elend! Das ist eine höchst
wunderliche Sache, d. h. wunderlich, wenn man die Gemütsart und den
Zustand des Menschen nicht so beurteilt, wie die Bibel es tut; und es ist
nicht nur ein Zeugnis für den gefallenen Zustand seines Wesens,
sondern auch dafür, daß alles Irdische nimmer genügt, um sein
Verlangen zu stillen. Charles M. Merry 1864

Gegensätzliche Grundsätze, die zu falschem


oder richtigem Vorratsdenken führen

Die babylonischen Weisen


Fluch über alle, die sich von mir abwenden und statt dessen auf die Hilfe
vergänglicher Menschen vertrauen! Sie sind wie kümmerliche Sträucher
in der Steppe, in steiniger Wüste, in ödem, unbewohnbarem Land. Sie
werden niemals Glück erleben. … HERR, du bist die einzige Hoffnung
Israels! Alle, die dich verlassen, werden vor Schande vergehen; sie
werden verschwinden wie Namen, die man in den Staub schrieb. Denn
sie haben dich, die Quelle frischen Wassers, verlassen! Jeremia 17,5f.13;
GN

Denn was der König fordert, ist zu hoch, und es gibt auch sonst niemand,
der es vor dem König sagen könnte, ausgenommen die Götter, die nicht
bei den Menschen wohnen. Daniel 2,11

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Verbundensein mit der ewigen Quelle durch Jesus
Segen soll über alle kommen, die allein auf mich, den HERRN, ihr
Vertrauen setzen! Sie sind wie Bäume, die am Wasser stehen und ihre
Wurzeln zum Bach hin ausstrecken. Sie fürchten nicht die glühende
Hitze; ihr Laub bleibt grün und frisch. Selbst wenn der Regen ausbleibt,
leiden sie keine Not. Nie hören sie auf, Frucht zu tragen. Jeremia 17,7f;
GN

»Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären,
und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt:
Gott mit uns. Matthäus 1,23

Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt
im Himmel und auf Erden. … Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis
an der Welt Ende. Matthäus 28,18.20

Mein ist das Silber, und mein ist das Gold, spricht der HERR der
Heerscharen. Haggai 2,8

Liebe Mitchristen, manche mögen von der Eitelkeit alles Geschaffenen


schöne Reden deklamieren [schwingen] und vom Reichtum gar
geringschätzig sprechen und sagen: »Wir wissen wohl, es ist nur
glänzender Flitter«, und doch hängt ihr Herz daran und sind sie nicht
geneigt, um Gottes willen und nach Gottes klarem Befehl den Geiz
fahren zu lassen. Wie damit, daß jemand von Gott Gutes sagt, noch
nicht erwiesen ist, daß er auf Gott traue, so befreit uns das, daß wir von
den irdischen Gütern schlecht sprechen, noch nicht vom Vertrauen auf
dieselben. Es ist ein Unterschied, zu reden wie ein Christ und zu handeln
als Christ.
Die Schatzkammer Davids (Ps 49)

Der Psalmist hat [in Psalm 39] über die Welt und alles, was darin ist,
nachgedacht und hat in allem dem nichts gefunden, was sein Herz stillen
und seiner Hoffnung einen festen Ankergrund bieten könnte. Darum
wendet er sich von allem Sichtbaren, das doch vergänglich ist, ab,
seinem Gott zu. Die Schatzkammer Davids (Ps 39)

Aus einem leeren Beutel Geld zählen, aus den Wolken Brot backen, das
ist unsers Herrgotts Kunst allein, und er tut es dennoch täglich. Er schafft
aus Nichts alles. Martin Luther

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Der wahre Glaube – die Grundlage richtigen Vorratsdenkens

Was ist Glaube?


Was aber heißt: Glaube? Der Glaube ist die feste Gewißheit, daß sich
erfüllt, was Gott versprochen hat; er ist die tiefe Überzeugung, daß die
unsichtbare Welt Gottes Wirklichkeit ist, auch wenn wir sie noch nicht
sehen können. … Weil wir an Gott glauben, wissen wir, daß die ganze
Welt durch sein Wort geschaffen wurde; daß alles, was wir sehen, aus
dem Nichts entstanden ist. Hebräer 11,1.3; HfA

Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer zu


Gott kommt, muß glauben, daß er ist, und daß er die belohnen wird,
welche ihn suchen. Hebräer 11,6

Seine Früchte

Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel
glauben’s auch und zittern. Willst du nun einsehen, du törichter Mensch,
daß der Glaube ohne Werke nutzlos ist? Willst du nun einsehen, du
törichter Mensch, daß der Glaube ohne Werke nutzlos ist?
Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er
seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube
zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der
Glaube vollkommen geworden. Jakobus 2,19-22

… bei Noah
Durch Glauben baute Noah, als er eine göttliche Weisung empfangen
hatte über die Dinge, die man noch nicht sah, von Gottesfurcht bewegt
eine Arche zur Rettung seines Hauses; durch ihn verurteilte er die Welt
und wurde ein Erbe der Gerechtigkeit aufgrund des Glaubens. Hebräer 11,7

… bei Abraham
Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, nach dem Ort
auszuziehen, den er als Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne
zu wissen, wohin er kommen werde. Durch Glauben hielt er sich in dem
Land der Verheißung auf wie in einem fremden, und wohnte in Zelten mit
Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; denn er wartete
auf die Stadt, welche die Grundfesten hat, deren Baumeister und
Schöpfer Gott ist. Hebräer 11,8-10

… bei Mose

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Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn
der Tochter des Pharao zu heißen. Er zog es vor, mit dem Volk Gottes
Bedrängnis zu erleiden, anstatt den vergänglichen Genuß der Sünde zu
haben, da er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als
die Schätze, die in Ägypten waren; denn er sah die Belohnung an.
Hebräer 11,24-26

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… bei Rahab
Durch Glauben ging Rahab, die Hure, nicht verloren mit den Ungläubigen,
weil sie die Kundschafter mit Frieden aufgenommen hatte. Hebräer 11,31

Was sie miteinander verband


Sie alle waren Menschen, die sich fest auf Gott verließen. Doch sie
starben, ohne daß sich Gottes Verheißung zu ihren Lebzeiten erfüllte.
Lediglich aus der Ferne haben sie etwas davon gesehen und sich
darüber gefreut; denn sie wußten genau, daß sie auf dieser Erde nur
Gäste und Fremde sind.
Wer aber zugibt, hier nur ein Fremder zu sein, der sagt damit auch, daß
er seine wirkliche Heimat noch sucht. Unsere Väter betrachteten das
Land, aus dem sie weggezogen waren, nicht als ihre Heimat; dorthin
hätten sie ja jederzeit zurückkehren können. Nein, sie sehnten sich nach
einer besseren Heimat, nach der Heimat im Himmel. Deshalb bekennt
sich Gott zu ihnen. Er will ihr Gott und Herr sein; denn für sie hat er seine
Stadt im Himmel gebaut. Hebräer 11,13-16

Sie wurden gesteinigt, als Ketzer verbrannt, auf qualvolle Weise getötet
oder mit dem Schwert hingerichtet. Heimatlos, nur mit einem Schafpelz
oder Ziegenfell bekleidet, zogen sie umher, hungrig, verfolgt und
mißhandelt. Sie irrten in Wüsten und im Gebirge umher und mußten sich
in einsamen Tälern und Höhlen verstecken; Menschen, zu schade für
diese Welt. Sie alle haben durch den Glauben die Anerkennung Gottes
gefunden. Und doch warteten sie vergeblich darauf, daß sich die
Verheißung Gottes noch zu ihren Lebzeiten erfüllte. Denn Gott hatte
einen besseren Plan: Sie sollten mit uns zusammen ans Ziel kommen, in
sein Reich.
Hebräer 11,37-40; HfA

Die Glaubensväter wußten alle, daß hier auf Erden nicht ihr Ruheort sei.
Sie wandelten auf Erden im Pilgerkleid und benutzten die Welt, wie
Reisende eine Herberge. Wie sollten wir von Ruhe auf dieser Erde
träumen, da unsrer Väter Gräber uns vor Augen sind? Und wie sollten
wir uns hier auf Erden heimisch fühlen, da unser Herr und Meister selbst
als Fremdling unter den Menschen wandelte, fremd seinen Brüdern und
unbekannt seiner Mutter Kindern (Ps. 69,9)! Gott selber, der die Welt
erschaffen hat und erhält, wird von den Menschen als ein fremder
Eindringling behandelt. Ist‘s zum Verwundern, dass es uns nicht anders
geht? »Sie sind nicht von der Welt, wie auch Ich nicht von der Welt bin.«
(Joh. 17,14.) Aber sind wir auch Fremdlinge, so doch nicht solche, die
keine Heimat haben. Und schon solange wir pilgern, genießen wir die
treue Fürsorge unsers Gottes, bei dem wir täglich zu Gast sein dürfen.
Die Schatzkammer Davids (Ps 39)
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1 . F a l s c h e s Vo r r a t s d e n k e n

Durch Habsucht und Geiz


Ja, als Schattenbild geht der Mensch einher; nur um Nichtigkeit machen
sie so viel Lärm! Er häuft auf und weiß nicht, wer es einsammeln wird.
Psalm 39,7

Ihr müßt wissen: Wer Unzucht treibt, ein ausschweifendes Leben führt
oder von Habgier erfüllt ist – und Habgier ist eine Form von Götzendienst
–, für den ist kein Platz in der neuen Welt, in der Christus zusammen mit
Gott herrschen wird. Epheser 5,5; GN

So sagt auch David [in Psalm 119,36]: Neige mein Herz zu deinen
Zeugnissen und nicht zum Geiz. Er sagt nicht: zu diesem oder jenem
Zeugnisse, sondern er faßt alle Gebote Gottes zusammen, als wollte er
damit sagen, daß der Geiz nicht einem, sondern allen Geboten
widerstreite. … Der Geizige haßt alle Menschen, die Armen, weil sie
etwas von ihm verlangen könnten, die Reichen, weil sie etwas besitzen,
was er selbst haben möchte. Die Schatzkammer Davids (Ps 119)

Wenn es eine Sünde gibt, die uns hindert, Gott zu dienen, so ist es der
Geiz – die Begierde nach irdischem Besitz. Johannes Calvin

Schatten spotten uns rings um uns her; wir wandeln unter ihnen und nur
zu viele Menschen vergeuden ihr ganzes Leben mit diesen Schatten, als
ob die lächerlichen Bilder wesenhaft wären, und so werden sie selber zu
nichtigen Schattenbildern, die ihre erborgten Rollen mit einem Eifer
spielen, der des Lobes wert wäre, wenn er auf die realen Dinge
gewendet würde, aber an die Phantome des schnell vorübergehenden
diesseitigen Lebens umsonst verschwendet ist. … Selber nur Schatten,
jagen sie [die Menschen] Schatten nach, während doch der Tod ihnen
auf den Fersen ist. Sie mühen und plagen und quälen sich, um
Reichtum, Ehre oder Genuß zu erhaschen, und wenn sie das Ersehnte
erreicht haben, finden sie am Ende all ihre Mühe verloren. Die
Schatzkammer Davids (Ps 39)

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Bei weitem das meiste gewährt dem Menschen, wenn er es nun hat und
sein nennen kann, den frohen Lebensgenuß nicht, den er wünschte,
nicht die lautere Freude, die er sich davon versprach, nicht den stillen
Frieden, den seine Seele suchte; es füllt die Leere in seinem Innern nicht
so beseligend aus, wie er wähnte und hoffte. Und wie bald entschwindet
es ihm! Wie bald ist, was unter des Lebens kummervoller Beschwerde
mit Mühe und Anstrengung gesucht, erarbeitet, erstrebt und errungen
wurde, entschwunden – entflohen wie Traum und Schatten! Denn wie
das irdische Leben selbst, so auch jedes Gut des Lebens – es fährt
schnell dahin. Gottfried Menken 1825

1. Beim reichen Kornbauern


Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die
Stadt reisen und dort ein Jahr zubringen, Handel treiben und Gewinn
machen – und doch wißt ihr nicht, was morgen sein wird! Denn was ist
euer Leben? Es ist doch nur ein Dunst, der eine kleine Zeit sichtbar ist;
danach aber verschwindet er. Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der
Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun. Jakobus 4,13-15

Laß es dich nicht anfechten, wenn einer reich wird, wenn die Herrlichkeit
seines Hauses groß wird. Denn er wird nichts bei seinem Sterben
mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren. Er freut
sich wohl dieses guten Lebens, und man preist dich, wenn es dir
gutgeht. Aber doch fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht
nimmermehr. Ein Mensch in seiner Herrlichkeit kann nicht bleiben,
sondern muß davon wie das Vieh. Psalm 49,17-21

Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen; belebe mich
in deinen Wegen! Psalm 119,37

Wenn du nun ißt und satt wirst, so hüte dich, daß du nicht den HERRN
vergißt. 5.Mose 6,11f

Er [Jesus] sagte aber zu ihnen: Habt Acht und hütet euch vor der
Habsucht! Denn niemandes Leben hängt von dem Überfluß ab, den er
an Gütern hat.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Das Feld eines reichen
Mannes hatte viel Frucht getragen. Und er überlegte bei sich selbst und
sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte
aufspeichern kann? Und er sprach: Das will ich tun: Ich will meine
Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin alles, was mir
gewachsen ist, und meine Güter aufspeichern und will zu meiner Seele
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sagen: Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun
Ruhe, iß, trink und sei guten Mutes!
Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele
von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast? So geht es
dem, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist für Gott!
Lukas 12,15-21 (Hervorhebungen hinzugefügt)

Lies diese Psalmworte [in Psalm 39] aufmerksam und horche dann auf
den Lärm des Marktes, auf das Gesumm der Börse, auf das Getöse der
Straßen, und erinnere dich, daß alle diese Unruhe ein Lärmen um nichts,
um unwesentliche, vergängliche, eitle Dinge ist. Ruhelose Ruhe,
schlaflose Nächte, nagende Sorgen, ein überarbeitetes Gehirn, Nachlaß
der Geisteskräfte, Wahnsinn – das sind die Stufen der Unruhe, die viele
ersteigen; und doch will alles reich werden oder, mit einem anderen
Bilde, sich ein Bleigewicht an die Füße hängen, das einen in den Strudel
zieht. …
Wie mancher kommt um den Genuß all seiner Mühen und Wagnisse. …
Schon ist der Weizen in Bündel gebunden; da schleppt ihn plötzlich ein
Räuber hinweg, – wie es dem armen Landmann im Morgenland so oft
ergeht. Oder das Getreide ist schon im Speicher wohl verwahrt; aber
anstatt daß der Ackersmann die Frucht seiner Arbeit genießt, nähren
sich feindliche Banden davon. Ach, wie viele mühen sich für andere, die
sie nicht kennen. Die Ironie dieses Verses trifft besonders den
schmutzigen Geizhals, der gleich einem Rechen oder Stallbesen allen
Mist zusammenrafft, dem aber zu seiner Zeit die Mistgabeln folgen, die
das Gesammelte eben so eifrig ausstreuen, wie es der Vorfahr
aufgehäuft hat. Die Schatzkammer Davids (Ps 39)

Ein interessantes Detail dabei


Er hatte so viel Getreide, daß er es in seinen Scheunen nicht mehr
unterbringen konnte. Deshalb beschloß er, die Scheunen abzureißen
und neue zu bauen. (Warum hat er nicht einfach zusätzliche Scheunen
gebaut? So zeigt Jesus, wie Reichtum zu unsinniger Verschwendung
führt.) Psalmen – Lieder des Lebens 235

2. Bei Nabal
Wer das Korn zurückhält, den verflucht das Volk, aber Segen kommt
über das Haupt dessen, der es verkauft. Sprüche 11,26

Zu einem kleinlichen Kerl paßt es nicht recht, wenn er reich ist; und was
soll Geld und Gut einem Geizkragen? Wer viel sammelt und sich selber
14
nichts Gutes gönnt, der sammelt’s für andere, und andere werden’s
verprassen.
Wer sich selbst nichts Gutes gönnt, was sollte der andern Gutes tun? Er
wird aber auch wenig Freude an seinem Eigentum haben. Es ist nichts
schlimmer, als wenn einer sich selbst nichts Gutes gönnt; und das ist die
rechte Strafe für seinen Geiz. Tut er etwas Gutes, so tut er’s nur aus
Versehen; zuletzt kommt doch wieder seine Habgier zum Vorschein.
Das ist ein böser Mensch, der nicht mit ansehen kann, daß man den
Leuten Gutes tut, sondern sein Angesicht wegwendet und sich über
niemand erbarmt. Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was
ihm beschieden ist, und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen. Ein
Neidhammel mißgönnt den andern das Brot, und es tut ihm weh, wenn
er auftischen muß. Sirach 14,3-10

Es war aber ein Mann in Maon, der hatte sein Gewerbe in Karmel; und
dieser Mann hatte ein sehr großes Vermögen, und er besaß 3000
Schafe und 1000 Ziegen; und er ließ gerade seine Schafe in Karmel
scheren. Und der Name dieses Mannes war Nabal. …
Als nun David in der Wüste hörte, daß Nabal seine Schafe scheren ließ,
da sandte er zehn Burschen aus und sprach zu ihnen: Geht hinauf nach
Karmel; und wenn ihr zu Nabal kommt, so grüßt ihn freundlich in meinem
Namen und sagt: Mögest du lange leben! Friede sei mit dir, und Friede
sei mit deinem Haus, und Friede mit allem, was du hast!
Ich habe eben gehört, daß du Schafscherer bei dir hast. Nun, deine
Hirten sind bei uns gewesen; wir haben ihnen nichts zuleide getan, und
nicht das Geringste haben sie vermißt, solange sie in Karmel waren;
frage deine Burschen deswegen, die werden dir’s sagen, und mögen
meine Burschen vor deinen Augen Gnade finden; denn wir sind an
einem guten Tag gekommen; gib doch deinen Knechten und deinem
Sohn David, was deine Hand findet!
Aber Nabal antwortete den Knechten Davids und sprach: Wer ist David?
Und wer ist der Sohn Isais? Heutzutage gibt es immer mehr Knechte, die
ihren Herren davonlaufen! Sollte ich mein Brot und mein Wasser nehmen
und mein Fleisch, das ich für meine Scherer geschlachtet habe, und es
Leuten geben, von denen ich nicht weiß, woher sie sind?
Da kehrten die Burschen Davids wieder um auf ihren Weg, und als sie
heimkamen, berichteten sie ihm alle diese Worte. 1.Samuel 25,2-12

Als Abigail heimkehrte, fand sie Nabal und seine Gäste bei einem
großen Fest, das zu einem regelrechten Trinkgelage ausgeartet war.
Darum berichtete sie ihrem Mann erst am nächsten Morgen von der
Unterredung mit David. Nabal war im Grunde ein Feigling. Als ihm klar
wurde, wie nahe er durch seine Torheit dem Tode gewesen war, erlitt er
einen Schlaganfall. Und aus Furcht, David hinge seinen Rachegelüsten
15
weiter nach, versank er in hoffnungslosen Stumpfsinn. Zehn Tage darauf
starb er. Das ihm von Gott geschenkte Leben war für seine Umwelt nur
ein Fluch gewesen. Mitten im Festtrubel und beim Feiern sprach Gott zu
ihm wie zu dem reichen Mann im Gleichnis: „Diese Nacht wird man deine
Seele von dir fordern.“ (Lk 12,20) Patriarchen und Propheten 649

Voltaire – Leben ist nicht gegen Reichtum


tauschbar
Ein Spötter sah, vor Staunen starr, und feilschte um ein halbes Jahr
was für ein Nichts sein Leben war, und starb doch wie ein Narr.
Manfred Siebald

Sie vertrauen auf ihren Reichtum und rühmen sich ihrer Besitztümer.
Doch vom Tod können sie sich nicht freikaufen, sie können Gott kein
Lösegeld zahlen. So leicht ist Erlösung nicht zu haben, und niemand
kann so viel zahlen, daß er ewig leben darf und das Grab nicht sehen
muß. Psalm 49,7-10; Neues Leben

Voltaires Schriften, etwa die Satire CANDIDE, waren in seiner Zeit


außerordentlich beliebt und machten ihn reich, Aber man erzählt sich, daß
Voltaire kurz vor seinem Tod zu seinem Arzt gesagt haben soll: „Ich gebe
Ihnen die Hälfte von allem, was ich besitze, wenn Sie mir noch ein halbes
Jahr zu leben geben.“ Psalmen – Lieder des Lebens 233

Vorratsdenken bei den Israeliten in der


Wüste
Sprich nicht: „Ich sehe keine Mittel, ihn nicht mehr spüren,
wo ich such, ist nichts zum besten.“ tritt er herzu,
Denn das ist Gottes Ehrentitel: uns wohl zu führen.
helfen, wenn die Not am größten. Gib dich zufrieden!
Wenn ich und du Paul Gerhardt

Sie wanderten drei Tage lang in der Wüste und fanden kein Wasser. Da
kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht
trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man es Mara. Da murrte
das Volk gegen Mose und sprach: Was sollen wir trinken? …
Und die ganze Gemeinde der Kinder Israels murrte gegen Mose und
gegen Aaron in der Wüste. Und die Kinder Israels sprachen zu ihnen:
Wären wir doch durch die Hand des HERRN im Land Ägypten
gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und Brot in Fülle zu

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essen hatten! Denn ihr habt uns in diese Wüste hinausgeführt, um diese
ganze Gemeinde verhungern zu lassen! 2.Mose 15,22-24; 16,2f

Aber ganze drei Tage konnten sie auf ihrer Wanderung kein Wasser
finden. Der mitgenommene Vorrat war erschöpft. Sie hatten nichts, was
ihren brennenden Durst hätte löschen können, als sie sich müde über die
sonnenverbrannten Ebenen schleppten. … Erschreckt und völlig
verzweifelt warfen sie Mose vor, er habe sie diesen Weg geführt. Dabei
bedachten sie nicht, daß Gottes Gegenwart in jener geheimnisvollen
Wolke ihn ebenso leitete wie auch sie. …
Nachdem sie etwa einen Monat zuvor Ägypten verlassen hatten,
schlugen sie ihr Lager erstmals in der Wüste auf. Ihre
Lebensmittelvorräte gingen nun zur Neige. Und weil sie nur kärgliche
Weide fanden, nahmen die Herden ab. Wie sollte man jetzt für diese
unübersehbare Menge Nahrung beschaffen? Zweifel stieg in ihnen auf,
und wieder murrten die Kinder Israel. …
Dabei hatten sie noch gar keinen Hunger gelitten. Für ihren
augenblicklichen Bedarf war gesorgt; sie fürchteten nur die Zukunft. Sie
konnten nicht begreifen, wie diese riesige Volksmenge auf ihrer
Wanderung durch die Wüste leben sollte, und in ihrer Phantasie sahen
sie schon ihre Kinder an Hunger sterben. Der Herr ließ zu, daß sie
tatsächlich in mißliche Lagen kamen und die Lebensmittel knapp
wurden, damit sie sich ihm zuwenden würden, der bis dahin ihr Erretter
gewesen war. Hätten sie Mangel und riefen ihn an, würde er ihnen noch
deutliche Zeichen seiner Liebe und Fürsorge gewähren. Er hatte ja
verheißen, daß keine Krankheit über sie kommen sollte, wenn sie seinen
Geboten gehorchten. Deshalb war es sündiger Unglaube, von vornherein
anzunehmen, ihre Kinder könnten Hungers sterben. Patriarchen und
Propheten 265f

Vorräte sammeln in Jerusalem um 70 n. Chr.


Wiederum sah ich alles Unrecht an, das unter der Sonne geschieht, und
siehe, da waren Tränen derer, die Unrecht litten und keinen Tröster
hatten. Und die ihnen Gewalt antaten, waren zu mächtig, so daß sie
keinen Tröster hatten. Prediger 4,1

Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land
unterdrückt. Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen
Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den
Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und
die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein
paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu

17
Geld. Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten
werde ich jemals vergessen. Amos 8,4-7: EÜ

Und es wird dich bedrängen in allen deinen Toren, bis deine hohen und
festen Mauern, auf die du in deinem ganzen Land vertraust, gefallen sind.
Ja, es wird dich bedrängen in allen deinen Toren, in deinem ganzen Land,
das dir der HERR, dein Gott, gegeben hat. Dann wirst du die Frucht deines
Leibes essen, das Fleisch deiner Söhne und deiner Töchter, die dir der
HERR, dein Gott, gegeben hat – in der Belagerung und Bedrängnis, mit
der dich dein Feind bedrängen wird. 5.Mose 28,53f

Die Stadt wurde zur Zeit des Passafestes umlagert, als Millionen Juden
in ihren Mauern weilten. Die Lebensmittelvorräte, die, sorgfältig
aufbewahrt, jahrelang für die Bewohner ausgereicht hätten, waren schon
durch die Mißgunst und der Rache der streitenden Parteien zerstört
worden, und jetzt erlitten sie alle Schrecken der Hungersnot. Ein Maß
Weizen wurde für ein Talent [= 1.000 Silbergroschen oder Denare = der
Arbeitslohn für ca. 4 Jahre] verkauft. Die Hungerqualen waren so
schrecklich, daß manche an dem Leder ihrer Gürtel, an ihren Sandalen
und an den Bezügen ihrer Schilde nagten. Viele Bewohner schlichen zur
Nachtzeit aus der Stadt, um wilde Kräuter zu sammeln, die außerhalb
der Stadtmauern wuchsen, obwohl etliche ergriffen und unter grausamen
Martern getötet wurden, während man anderen, die wohlbehalten
zurückgekehrt waren, die Kräuter wegnahm, die sie unter so großen
Gefahren gesammelt hatten. Die unmenschlichsten Qualen wurden von
den Machthabern auferlegt, um den vom Mangel Bedrückten die letzten
spärlichen Vorräte, die sie möglicherweise verborgen hatten,
abzuzwingen. Nicht selten begingen diese Grausamkeiten wohlgenährte
Menschen, die nur danach trachteten einen Lebensmittelvorrat für die
Zukunft aufzuspeichern.
Tausende starben an Hunger und Seuchen. Die natürlichen Bande der
Liebe schienen zerstört zu sein. Der Mann beraubte seine Frau und die
Frau ihren Mann. Man sah Kinder, die den greisen Eltern das Brot vom
Munde wegrissen*. Der große Kampf 31

*
Wer aber waren nun diejenigen, die um das Jahr 70 Greise waren? – Waren es
nicht diejenigen, die in ihrem besten Alter durch ihre Selbstsucht Jesus kreuzigten
und diese selbstsüchtige Eigenschaft an ihre Kinder weitervererbten und damit
durch das Verhalten ihrer Kinder nur das ernteten, was sie selbst gesät hatten?
18
Falsches Vorratsdenken und Verweichlichung
stehen in Wechselwirkung:
Es wird nichts produziert sondern nur
konsumiert und sich dabei auf die Tradition
berufen
Der verweichlichtste und verwöhnteste Mann bei dir wird dann
mißgünstig auf seinen Bruder blicken und auf seine geliebte Ehefrau und
auf den Rest seiner Kinder, die er übrig behalten hat, so daß er keinem
von ihnen etwas von dem Fleisch seiner Kinder gibt, das er essen muß,
weil ihm nichts übrig geblieben ist in der Belagerung und Bedrängnis, mit
der dich dein Feind in allen deinen Toren bedrängen wird.
Auch die verweichlichtste und verwöhnteste Frau unter euch, die so
verweichlicht und verwöhnt ist, daß sie nicht einmal versucht hat, ihre
Fußsohle auf die Erde zu setzen, die wird mißgünstig auf ihren geliebten
Ehemann und ihren Sohn und ihre Tochter blicken und auf ihre
Nachgeburt, die zwischen ihren Beinen hervorkommt, und auf ihre
Kinder, die sie gebiert; denn sie wird dieselben vor lauter Mangel
heimlich essen in der Belagerung und Bedrängnis, mit der dich dein
Feind in deinen Toren bedrängen wird. 5.Mose 28,54-57

So hat der HERR gesprochen: Weil die Töchter Zions stolz sind und
gehen mit aufgerecktem Halse, mit lüsternen Augen, trippeln daher und
tänzeln und haben kostbare Schuhe an ihren Füßen, deshalb wird der
Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der HERR wird
ihre Schläfe entblößen.
Zu der Zeit wird der Herr den Schmuck an den kostbaren Schuhen
wegnehmen und die Stirnbänder, die Spangen, die Ohrringe, die
Armspangen, die Schleier, die Hauben, die Schrittkettchen, die Gürtel,
die Riechfläschchen, die Amulette, die Fingerringe, die Nasenringe, die
Feierkleider, die Mäntel, die Tücher, die Täschchen, die Spiegel, die
Hemden, die Kopftücher, die Überwürfe.
Und es wird Gestank statt Wohlgeruch sein und ein Strick statt eines
Gürtels und eine Glatze statt lockigen Haars und statt des
Prachtgewandes ein Sack, Brandmal statt Schönheit. Deine Männer
werden durchs Schwert fallen und deine Krieger im Kampf. Jesaja 3,16-25

Wehe den Sorglosen in Zion und den Sicheren auf dem Berg von
Samaria, den Vornehmsten des ersten der Völker, zu denen das Haus
Israel kommt! Geht hinüber nach Kalne und seht es euch an, und kommt
dann von dort nach Hamat, der großen Stadt; steigt auch hinab nach
dem Gat der Philister! Seid ihr besser als diese Königreiche, oder ist ihr
Gebiet größer als euer Gebiet?

19
Ihr meint, ihr könntet den Tag des Unheils hinausschieben, und bringt
doch den Thron der Gewalttat immer näher!
Sie liegen auf elfenbeinernen Betten und strecken sich auf ihren
Ruhelagern aus und verzehren Fettschafe von der Herde weg und
Kälber frisch aus dem Maststall; sie phantasieren auf der Harfe und
erfinden Musikinstrumente wie David; sie trinken Wein aus Schalen und
salben sich mit den besten Ölen; aber um den Schaden Josephs
kümmern sie sich nicht! Darum sollen sie nun an der Spitze der
Weggeführten in die Gefangenschaft wandern, und das Jauchzen der
Schlemmer wird verstummen. Amos 6,1-7

Auf die falsche Perle gesetzt! – Eine


Illustration für Vergänglichkeit
Vor einigen Jahren kam eine der größten Perlen, die je gefunden wurde,
in den Besitz eines Russen, sie war in der Tat sehr groß – so groß wie
ein Ei – und birnenförmig. Er kaufte sie, da der Besitzer den Wert nicht
erkannte. Er war nun ein vermögender Mann und behielt sie. Er wohnte
in einem äußerlich unansehnlichen, aber aufs Prächtigste möblierten
Haus. Seine Gäste pflegte er in ein inneres, verschlossenes Zimmer zu
führen, in dem ein Marmortisch stand – und auf diesem ein Kästchen,
das mit verschiedenen Sicherheitsschlössern versehen war. Hierin lag
die Perle, die er zur Vorsicht nicht aus der Hand gab, denn sie war von
unschätzbarem Wert.
Der Kaiser von Rußland bot ihm einen ungeheuren Preis und versprach,
ihm einen höheren Rang zu erteilen. Aber er wollte sich nicht von ihr
trennen. Es traf sich nun, daß der Besitzer dieser Perle in eine
Verschwörung verwickelt wurde – ob zu Recht oder Unrecht, weiß ich
nicht – und er Petersburg verlassen mußte. Er nahm nur seine Perle mit
und zog nach Paris, verhältnismäßig reich durch diese Perle. Eines Tages
kam der Herzog von Braunschweig, sein einziger Rivale in dieser Sache,
mit anderen zu ihm, um die Perle zu sehen. Der Besitzer schloß das
Kästchen mit großer Sorgfalt auf, und als es geöffnet war, wurde er
leichenblaß, wie vom Tode berührt. Unglücklicher Mann! Seine Perle war
trübe geworden, was bei Perlen zuweilen vorkommt. Sie war von einer
Krankheit ergriffen worden, wenn ich mich so ausdrücken darf. In kurzer
Zeit würde sie in Staub zerfallen. Sie hatte jetzt gar keinen Wert mehr, und
der Millionär war zum armen Mann geworden, obwohl er eine gute Perle
gekauft hatte.
Es gibt nur eine Perle, die nicht trübe werden kann und die durch die ganze
Ewigkeit gut bleiben wird, das ist der Sohn Gottes, „der allein Unsterblichkeit
hat“ (1.Tim 6,16). Wenn du Ihn ergreifst, dann hast du eine göttliche
Hoffnung, die dich nie täuscht. Gottes Versorgung ist sicherer als alle Banken
20f
20
Satans Kunstgriffe in der Endzeit
Eine schmeichelhafte Aussicht mag ihnen geboten werden, in
Patentrechten zu investieren oder in ein sonstiges vielversprechendes
Unternehmen, das Satan mit einem betörenden Zauber umgibt. Die
Aussicht, auf schnelle und leichte Art mehr Geld zu gewinnen, nimmt sie
gefangen. Sie sagen sich, daß sie ja eigentlich entschlossen waren,
dieses Geld dem Schatzhaus Gottes zukommen zu lassen, aber dieses
Mal werden sie es noch einsetzen und sehr vermehren, und dann
können sie dem Werk eine größere Summe geben. Sie erkennen nicht
die Möglichkeit eines Fehlschlags. Das Geld entgleitet ihren Händen,
und bald müssen sie zu ihrem Bedauern feststellen, daß sie einen Fehler
gemacht haben. Die glänzende Aussicht ist verblaßt. Ihre Erwartungen
wurden enttäuscht. Sie wurden betrogen. Satan hat sie überwunden. Er
war klüger als sie, hat es so gefügt, daß ihre Mittel in seine Reihen
flossen, und Gottes Werk wurde der Mittel beraubt, die zur Ausbreitung
der Wahrheit und zur Rettung von Seelen hätten benutzt werden sollen,
für die Christus starb. Sie verloren alles, was sie investierten, und
beraubten Gott dessen, was sie ihm hätten geben sollen.
Zeugnisse für die Gemeinde II 653

21
22
2. Wie sieht die Zukunft
aus?

Was Vorräte nützen: Bei der Verfolgung der


Methodisten – ein Gleichnis für die letzte
Verfolgung
Ist Gott für mich, so trete Hab ich das Haupt zum Freunde
gleich alles wider mich. und bin geliebt bei Gott,
So oft ich ruf und bete was kann mir tun der Feinde
tritt alles hinter sich. und Widersacher Rott?
Paul Gerhardt

Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden


Verfolgung erleiden. 2.Timotheus 3,12

Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie
ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das
verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Jesaja 53,7

Warum soll ich mich in bösen Tagen fürchten, wenn mich der Frevel
tückischer Feinde umgibt? Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz und
rühmen sich ihres großen Reichtums. Psalm 49,6f; EÜ

Oft wurden die Gläubigen von ihren Verfolgern gepeinigt. Der Mob ging
von Haus zu Haus, zerstörte Hausgeräte und Güter, plünderte, was ihm
gefiel, und mißhandelte in brutaler Weise Männer, Frauen und Kinder.
Durch öffentliche Bekanntmachungen wurden alle, die sich am Einwerfen
von Fenstern und am Plündern der Häuser der Methodisten zu beteiligen
wünschten, aufgefordert, sich zu gegebener Stunde an einem
bestimmten Ort zu versammeln. Diese offene Verletzung menschlicher
wie auch göttlicher Gesetze ließ man ungetadelt zu. Der Große Kampf 260

Treue Liebe kann nicht verletzt werden; denn sie läßt sich durch nichts
verletzen. Feinde, Neider, Verleumder, Verfolger, ich trotze euch! Ihr
könnt mir meine Güter nehmen. Ist aber meine Liebe rechter Art, so
werde ich immer reich genug sein; und meine Liebe könnt ihr mir nicht
nehmen. Die Schatzkammer Davids (Ps 27)
Hiobs Güter und Verluste im Lichte des
großen Kampfes als Vorschattung der
Endzeiterfahrung
Gott hat mich bei guten Tagen Fromm ist Gott und schärft mit Maßen
oft ergötzt; / sollt ich jetzt sein Gericht / kann mich nicht
nicht auch etwas tragen? ganz und gar verlassen.

Was sind dieses Lebens Güter? Dort, dort sind die edlen Gaben,
Eine Hand / voller Sand, da mein Hirt / Christus wird
Kummer der Gemüter. mich ohn Ende laben.
Paul Gerhardt

1. Trübsal 2. Trübsal
Hiobs Besitz Hiob 1,1-3
Satans Argument Hiob 1,9-11 Hiob 2,4f
Gottes Erlaubnis Hiob 1,12; 2,3b Hiob 2,6
Hiobs Verluste Hiob 1,14-19 Hiob 2,7-9
Hiobs Reaktion Hiob 1,20-22 Hiob 2,10

Die Witwe von Zarpat – sie hatte nichts mehr


zu verlieren
Mache dich auf und geh nach Zarpat, das bei Zidon liegt, und bleibe dort;
siehe, ich habe dort einer Witwe geboten, daß sie dich mit Nahrung
versorgt! Und er machte sich auf und ging nach Zarpat. Und als er an
das Stadttor kam, siehe, da war eine Witwe dort, die Holz sammelte. Und
er rief ihr zu und sprach: Hole mir doch ein wenig Wasser im Gefäß,
damit ich trinken kann!
Als sie nun hinging, um es zu holen, rief er ihr nach und sprach: Ich bitte
dich, bring mir auch einen Bissen Brot mit! Sie sprach: So wahr der
HERR, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, sondern nur eine
Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug! Und siehe, ich habe
ein paar Holzstücke gesammelt und gehe hin und will mir und meinem
Sohn etwas zubereiten, damit wir es essen und danach sterben!
Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mache es, wie du
gesagt hast; doch bereite mir davon zuerst einen kleinen Brotfladen und
bring ihn mir heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach etwas
machen. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Der Mehltopf soll
nicht leer werden und das Öl im Krug nicht weniger werden bis zu dem
Tag, da der HERR es auf den Erdboden regnen lassen wird!
1.Könige 17,9-14
Am Ende der Gnadenzeit
Ach wie flüchtig, ach wie nichtig Ach wie nichtig, ach wie flüchtig
sind der Menschen Schätze! sind der Menschen Sachen!
Es kann Glut und Flut entstehen, Alles, alles, was wir sehen, das
dadurch, eh wir uns versehen, muß fallen und vergehen.
alles muß zu Trümmern gehen. Wer Gott fürcht’, wird ewig stehen.
Michael Franck
Denn kein Reichtum währt ewig; oder bleibt eine Krone von Geschlecht
zu Geschlecht? Sprüche 27,24

Wohlan nun, ihr Reichen, weint und heult über das Elend, das über euch
kommt! Euer Reichtum ist verfault und eure Kleider sind zum Mottenfraß
geworden; euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird gegen
euch Zeugnis ablegen und euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt
Schätze gesammelt in den letzten Tagen!
Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euch die Felder abgemäht haben, der aber
von euch zurückbehalten worden ist, er schreit, und das Rufen der Schnitter
ist dem Herrn der Heerscharen zu Ohren gekommen!
Ihr habt euch dem Genuß hingegeben und üppig gelebt auf Erden, ihr
habt eure Herzen gemästet wie an einem Schlachttag! Ihr habt den
Gerechten verurteilt, ihn getötet; er hat euch nicht widerstanden.
Jakobus 5,1-6

Wie kommt es dann, daß die Verfolgung gewissermaßen zu schlummern


scheint? Der einzige Grund ist, daß die Kirchen sich der Welt angepaßt
haben und deshalb keinen Widerstand erwecken. … Sobald eine
Wiederbelebung des Glaubens und der Stärke der ersten
Christengemeinde geschähe, erwachte auch wieder der Geist der
Verfolgung und schürte aufs neue die Feuer der Trübsal. Der große Kampf
48
Der Herr hat mir wiederholt gezeigt, daß es im Widerspruch mit der Bibel
ist, Vorkehrungen für unsere zeitlichen Bedürfnisse während der Zeit der
Trübsal zu treffen. Ich sah, daß, wenn die Heiligen Nahrungsmittel bei sich
oder in den Feldern aufsparten, sie ihnen zur Zeit der Trübsal, wenn
Schwert, Hungersnot und Pestilenz über das Land kommen, durch
gewalttätige Hände weggenommen und Fremde ihre Felder ernten
würden. Dann wird die Zeit für uns sein, ganz dem Herrn zu vertrauen, und
er will uns versorgen. Ich sah, daß unser Brot und Wasser uns zu der Zeit
sicher sind, und daß wir nicht Not oder Hunger leiden werden, denn Gott
ist imstande, für uns einen Tisch in der Wüste zu bereiten. Wenn es nötig
sein sollte, wird er Raben senden, um uns zu speisen, wie er es bei Elia
tat, oder er wird Manna vom Himmel regnen lassen, wie er es für Israel tat.
Erfahrungen und Gesichte 46f

In der letzten großen Auseinandersetzung des Kampfes mit Satan


werden die Menschen, die Gott treu sind, es erleben, daß sie von jeder
irdischen Hilfe abgeschnitten werden. Weil sie sich weigern, Gottes
Gesetz zu übertreten, um irdischen Mächten zu gehorchen, wird es
ihnen verboten werden, zu kaufen oder zu verkaufen. Ein Erlaß wird
schließlich ergehen, daß sie umgebracht werden sollen. (Offb 13,11-17)
Doch den Gehorsamen ist die Verheißung gegeben: „Der wird in der
Höhe wohnen, und Felsen werden seine Feste und Schutz sein. Sein
Brot wird ihm gegeben, sein Wasser hat er gewiß.“ (Jes 33,16) Durch
diese Verheißung werden die Kinder Gottes leben. Wenn die Erde, von
Hungersnot heimgesucht, verödet, werden sie gespeist werden. „Sie
werden nicht zuschanden in böser Zeit, und in der Hungersnot werden
sie genug haben.“ (Ps 37,19) Das Leben Jesu 106

Die Feuerkatastrophe von Chicago (8.10.1871),


bei dem 100.000 obdachlos wurden – ein
Augenzeuge berichtet
Es war mein trauriges Los, beim Brand Chicagos gegenwärtig zu sein.
Als die Flammen straßauf, straßab rollten, alles ihnen in den Weg
kommende vernichtend, da sah ich, wie die Großen und Gelehrten Seite
an Seite mit dem Bettler, dem Dieb und der Hure vor dem Feuer flohen.
Alle standen in demselben Augenblick auf ein und derselben Stufe. Als
die Flammen über die Stadt hinwegrollten, da schien dies ein Bild des
Weltgerichtes zu sein. Weder der Bürgermeister noch der Große und
Reiche waren imstande, jenen Flammen aufzuhalten. Alle waren in
gleicher Verdammnis, und viele, die da am Morgen noch nach
Hunderttausenden von Dollars geschätzt worden waren, sahen sich am
Abend am Bettelstab.
So wird es sein, wenn das Weltgericht hereinbrechen wird. Gerade so war
es zur Zeit der Sintflut; Noahs Arche hatte einen größeren Wert, als die
gesamte Welt. Tags zuvor noch war dieselbe ein Gespött der Leute, und
hätte man sie auf einer Auktion verkaufen wollen, so wäre sie für
Brennholz gehandelt worden. So wird, wenn der Tag des Gerichts
kommen wird, Christus auch mehr wert sein als 10.000 Welten. Und wie
es schrecklich war, in den Tagen Noahs, außerhalb der Arche seinen Tod
zu finden, so wird es für die noch viel schrecklicher sein, die ohne
Christum in ihren Sünden dahin fahren. Die Prophezeiungen unseres
Heilandes 268f

Sind Zerstörungen und Tod, deren Folgen sich


in Entbehrung und Armut zeigen,
menschlich oder übermenschlich?
Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit
Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser
Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Epheser
6,12

Krankheit, Leiden und Tod sind Werke einer gegnerischen Macht. Satan
ist der Zerstörer, Gott der Wiederhersteller.
In den Fußspuren des großen Arztes 114 (Der Weg zur Gesundheit 70)

Und als Ahab Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du nun da, der Israel ins
Unglück stürzt? Er aber sprach: Nicht ich stürze Israel ins Unglück,
sondern du und deines Vaters Haus dadurch, daß ihr des HERRN Gebote
verlassen habt und wandelt den Baalen nach. 1.Könige 18,17f

Satan wirkt auch durch die Elemente, um seine Ernte, die


unvorbereiteten Seelen, einzusammeln. Er hat die Geheimnisse des
Laboratoriums der Natur studiert, und er setzt seine ganze Macht darein,
um die Elemente zu beherrschen, soweit Gott es zuläßt. Als es ihm
gestattet war, Hiob heimzusuchen, da waren Herden, Knechte, Häuser,
Kinder schnell hinweggerafft, ein Unglück folgte unmittelbar auf das
andere. Gott behütet seine Geschöpfe und bewahrt sie vor der Macht
des Verderbens. … Satan herrscht über alle, die nicht unter Gottes
besonderem Schutz stehen. Er wird manche begünstigen und fördern,
um seine eigenen Absichten voranzubringen; auf andere wird er
Schwierigkeiten herabbeschwören und die Menschen glauben machen,
es sei Gott, der sie peinige.
Während er den Menschenkindern als ein großer Arzt erscheint, der alle ihre
Krankheiten heilen kann, wird er Gebrechen und Unheil bringen, bis
volkreiche Städte in Trümmer und Einöden verwandelt sind. Gerade jetzt ist
er am Wirken. In Unfällen und Not zu Wasser und zu Lande, in großen
Feuersbrünsten, in wütenden Wirbelstürmen und schrecklichen
Hagelwettern, in Orkanen, Überschwemmungen, Springfluten und
Erdbeben, an allen Orten und in tausenderlei Gestalt übt Satan seine Macht
aus. Er fegt die reifende Ernte hinweg, und Hungersnot und Elend folgen. Er
erfüllt die Luft mit einer tödlichen Seuche, und Tausende kommen durch
Pestilenz um. Die Heimsuchungen werden immer häufiger und unheilvoller
werden. Das Verderben wird über Menschen wie über Tiere kommen. Der
große Kampf 590f

Nachdem die Erlösten die Macht und Bosheit Satans erblickt haben,
erkennen sie wie nie zuvor, daß keine andere Macht als die des Sohnes
Gottes sie zum Siege führen konnte. Der große Kampf 664

Deshalb kann übermenschlicher, durch Satan


gewirkte Not nicht mit menschlichen
Vorsorgemaßnahmen begegnet werden!
3. R i c h t i g e Vo r r a t s h a l t u n g

Was ist wahre Vorratshaltung?


Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort,
das aus dem Mund Gottes geht. Matthäus 4,4

Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen
hat, tue ebenso. Lukas 3,11

Ein wichtiger Grundsatz dabei


Denn als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wenn jemand nicht
arbeiten will, so soll er auch nicht essen! 2.Thessalonicher 3,10

Symbolisiert durch die Weitsicht des


untreuen Haushalters
Nackend lag ich auf dem Boden, nackend werd ich auch hinziehen,
da ich kam / da ich nahm wenn ich werd / von der Erd
meinen ersten Odem; als ein Schatten fliehen.

Paul Gerhardt
Wie einer nackt von seiner Mutter Leibe gekommen ist, so fährt er wieder
dahin, wie er gekommen ist, und trotz seiner Mühe nimmt er nichts mit
sich in seiner Hand, wenn er dahinfährt. Prediger 5,14

Denn wir haben nichts in die Welt hineingebracht, und es ist klar, daß wir
auch nichts hinausbringen können. Wenn wir aber Nahrung und Kleidung
haben, soll uns das genügen! Denn die, welche reich werden wollen,
fallen in Versuchung und Fallstricke und viele törichte und schädliche
Begierden, welche die Menschen in Untergang und Verderben stürzen.
Denn die Geldgier ist eine Wurzel alles Bösen; etliche, die sich ihr
hingegeben haben, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viel
Schmerzen verursacht. 1.Timotheus 6,7-10

Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm
beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. Und er ließ ihn rufen
und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über
deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.
Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt
mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. Ich
weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn
ich von dem Amt abgesetzt werde.
Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und
fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
Er sprach: 100 Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen
Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs 50.
Danach fragte er den zweiten: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er
sprach: 100 Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen
Schuldschein und schreib 80.
Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt
hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die
Kinder des Lichts. Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem
ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch
aufnehmen in die ewigen Hütten. Lukas 16,1-9

Vom Standpunkt eines Weltmannes rühmte er den Scharfsinn dessen,


der ihn betrog. Doch das ist nicht das Lob, das Gott spendet.
Christus lobte den ungerechten Haushalter keineswegs; er bediente sich
nur eines damals allbekannten Vorkommnisses, um eine Lehre, die er
geben wollte, zu veranschaulichen. …
Christus versuchte mit allen Mitteln, diese Menschen für höhere Ziele
und edlere Grundsätze zu gewinnen. Diesem Zweck diente auch die
Geschichte vom ungerechten Haushalter. …
Als sein [des Haushalters] Amt nun von ihm genommen werden sollte,
da erkannte er, daß er nichts haben werde, was er sein Eigen nennen
konnte. Doch noch immer verfügte er über die Güter seines Herrn, und
so beschloß er, sie zu seiner Rücksicherung gegen künftige Not zu
gebrauchen. Zu diesem Zweck galt es, nach einem völlig neuen Plan zu
handeln: statt für sich selbst etwas beiseite zu schaffen, mußte er
anderen etwas zukommen lassen und sich so Freunde sichern, die ihn
nach seiner Entlassung aufnehmen würden. …
Weltlich gesinnte Menschen entfalten in ihrem ichbezogenen Handeln
mehr Klugheit und Entschlossenheit als die Kinder Gottes in ihrem
Dienst für den Herrn. Das galt zur Zeit Christi, und das gilt heute. Man
beobachte nur das Leben so vieler, die behaupten, Christen zu sein! Der
Herr hat sie mit Fähigkeiten, Kraft und Einfluß ausgestattet; er hat ihnen
Geldmittel anvertraut, daß sie seine Mitarbeiter im Erlösungswerk
würden. Alle diese Gaben Gottes sollen sie zum Segen der Menschen,
zum Besten der Notleidenden und Armen verwenden. Gleichnisse aus der
Natur 265.267
4. Die Übrigen und die
Ökumene –
Vorgeschattet in der
Auseinandersetzung zwischen Hiskia
und den Assyrern

Wie es dazu kam…


In den ersten Jahren seiner Regierung hatte Hiskia – wie es das durch
Ahas getroffene Abkommen vorsah – weiterhin Tribut an Assyrien
gezahlt. Inzwischen aber hatte sich der König mit seinen Obersten und
Kriegshelden beraten und in jeder Hinsicht die Verteidigung seines
Königreiches gestärkt. … Die Streitkräfte Assyriens, die von Sieg zu Sieg
schritten, erschienen in Juda. Siegessicher teilten die Führer ihre
Truppen in zwei Heere, deren eines auf die ägyptische Armee im Süden
treffen, das andere Jerusalem belagern sollte. Propheten und Könige 249

Hiskias Vorbereitungen auf den Kampf


(seine zweite Art der Vorratshaltung)
Als die Heere Assyriens in Juda einfielen, schien nichts Jerusalem vor der
völligen Zerstörung bewahren zu können. In dieser Zeit großer nationaler
Gefahr scharte Hiskia die Streitkräfte seines Königreiches um sich, um den
heidnischen Bedrückern standhaft und mutig zu widerstehen und dabei auf
die rettende Macht des Herrn zu vertrauen. …
Er hatte für eine ausreichende Wasserversorgung innerhalb der Mauern
von Jerusalem gesorgt selbst für Zeiten, in denen außerhalb der Stadt
Mangel auf diesem Gebiet herrschen sollte. „Entschlossen ging Hiskia
daran, die eingestürzten Stellen der Stadtmauer wieder aufzubauen und
ihre Türme zu vergrößern. Außen ließ er eine zweite Mauer um die Stadt
ziehen und verstärkte die Befestigungsanlagen in der ‚Stadt Davids’,
einem Stadtteil Jerusalems. Außerdem ließ er viele Wurfgeschosse und
Schilde anfertigen. Er setzte Hauptleute ein, die im Falle einer
Belagerung Befehlsgewalt über die Einwohner Jerusalems hatten. (2.Chr
32,5f; HfA) Nichts, was zur Vorbereitung auf eine Belagerung geschehen
konnte, wurde unterlassen. …
Der König von Juda aber hatte beschlossen, das Seine zu tun, um dem
Feind widerstehen zu können. Nachdem er alles getan hatte, was

34
menschliche Klugheit und Kraft zu vollbringen vermochten, hatte er seine
Streitkräfte versammelt und sie ermahnt, guten Mutes zu sein.
Propheten und Könige 248-250

Genügte das?
In der letzten großen Auseinandersetzung des Kampfes mit Satan
werden die Menschen, die Gott treu sind, es erleben, daß sie von jeder
irdischen Hilfe abgeschnitten werden. Weil sie sich weigern, Gottes
Gesetz zu übertreten, um irdischen Mächten zu gehorchen, wird es
ihnen verboten werden, zu kaufen oder zu verkaufen. Das Leben Jesu 106

Judas einzige Hoffnung gründete sich jetzt auf Gott. Alle Hilfe, die
möglicherweise aus Ägypten kommen könnte, war abgeschnitten, und
keine anderen Völker in der Nähe vermochten freundschaftliche Hilfe zu
leisten. Propheten und Könige 250

Sanheribs Botschaften
… an die judäischen Unterhändler
Übermittelt Hiskia Folgendes vom großen König von Assyrien: Worauf
vertraust du eigentlich, daß du dich so zuversichtlich gibst? Glaubst du,
bloße Worte seien schon militärisches Können und zahlenmäßige Stärke?
Auf wen verläßt du dich, daß du dich gegen mich empört hast? Du verläßt
dich offenbar auf dieses geknickte Rohr, auf Ägypten, das jedoch jedem
die Hand durchbohrt, der sich darauf stützt. So geht es allen, die sich auf
den Pharao, den König von Ägypten, verlassen! Jesaja 36,4-6; Neues Leben

… ans judäische Volk


Hört, was der mächtige König von Assyrien euch zu sagen hat: Laßt
euch von Hiskia nicht täuschen! Der kann euch ja doch nicht helfen. Er
vertröstet euch auf den Herrn und behauptet: „Ganz sicher wird der Herr
uns retten und verhindern, daß der König von Assyrien die Stadt
erobert.“ Fallt nicht darauf herein! Jesaja 36,14f; Neues Leben

… an König Hiskia selbst


Laß dich von deinem Gott, auf den du vertraust, nicht verführen, indem
du sprichst: »Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien
gegeben werden!« Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien
allen Ländern angetan haben, wie sie den Bann an ihnen vollstreckt
haben; und du solltest errettet werden? Haben die Götter der

35
Heidenvölker etwa die errettet, welche meine Väter vernichtet haben?
Jesaja 37,10-12

Sanheribs Lockmittel ans Volk – eine ewige ökumenische


Versuchung für jedes Menschenherz bis in unsre Zeit!
Was früher geschehen ist, wird wieder geschehen; was man früher getan
hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne! Zwar sagt
man ab und zu: „So etwas ist noch nie dagewesen!“, aber auch dies hat es
schon einmal gegeben, in längst vergangenen Zeiten! Prediger 1,9f; HfA

Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte
ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles
will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Matthäus 4,8f

Hört nicht auf Hiskia! Denn so spricht der König von Assyrien: Macht
Frieden mit mir und kommt zu mir heraus, so soll jedermann von seinem
Weinstock und von seinem Feigenbaum essen und das Wasser seines
Brunnens trinken, bis ich komme und euch in ein Land führe, das eurem
Land gleich ist, ein Land voll Korn und Most, ein Land voll Brot und
Weinbergen. Jesaja 36,16f

König Hiskias Reaktion


Und Hiskia betete vor dem HERRN und sprach: O HERR der
Heerscharen, du Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du
allein bist Gott über alle Königreiche der Erde! Du hast den Himmel und
die Erde gemacht. HERR, neige dein Ohr und höre! Tue deine Augen
auf, o HERR, und sieh! Ja, höre alle Worte Sanheribs, der hierher
gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen! Es ist wahr, HERR,
die Könige von Assyrien haben alle Länder der Heidenvölker und ihr
Gebiet verwüstet. … Nun aber, HERR, unser Gott, errette uns aus seiner
Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, daß du der HERR bist,
du allein!
Jesaja 37,14-8-18.20

Gottes Verheißung
Hab keine Angst vor den Drohungen, die du gehört hast. Laß dich nicht
einschüchtern, wenn die Boten des assyrischen Königs über mich
lästern! Ich will ihn dazu bringen, daß er seine Truppen von hier abzieht.
Er wird ein Gerücht hören und darüber so beunruhigt sein, daß er
umgehend in sein Land zurückkehrt. Dort lasse ich ihn durch das
Schwert umkommen. … Ich sage dir auch, was mit dem assyrischen

36
König geschehen wird: Seine Truppen werden Jerusalem mit keinem
Fuß betreten. Sie werden keinen einzigen Pfeil abschießen und nicht im
Schutz ihrer Schilde gegen die Stadtmauer anstürmen. Nicht einmal
einen Belagerungswall werden sie aufschütten. Die Assyrer werden
Jerusalem nicht stürmen, sondern auf demselben Weg abziehen, den sie
gekommen sind. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort. Um meiner Ehre
willen beschütze ich diese Stadt. Ich rette sie, weil ich es meinem Diener
David versprochen habe. … Eines Tages, als er [Sanherib] im Tempel
seines Gottes Nisroch betete, stachen ihn seine Söhne Adrammelech
und Sarezer mit dem Schwert nieder. Jesaja 37,6f; 38,33-35.38; HfA

Aus der Rückschau:


Was Hiskia und andere schon vor der Auseinandersetzung
mit den Assyrern taten und was diese überhaupt erst
heraufbeschwor

Ihre eigentliche Vorratshaltung


Die Botschaften der Propheten ließen keine halben Maßnahmen zu. Nur
durch entschlossene Reformen konnten die angedrohten Gerichte
abgewendet werden.
In der Krise erwies sich Hiskia als Mann der Stunde. Kaum hatte er den
Thron bestiegen, als er auch schon zu planen und auszuführen begann.
Zuerst wandte er seine Aufmerksamkeit der Wiedereinführung des
Tempeldienstes zu, der so lange vernachlässigt worden war. Hierbei
bemühte er sich ernsthaft um die Mitarbeit einer Gruppe von Priestern und
Leviten, die ihrer heiligen Berufung treu geblieben waren. …
Hiskia sprach die Priester unmittelbar an, gemeinsam mit ihm die
notwendigen Reformen durchzuführen. … Es war eine Zeit, in der rasch
gehandelt werden mußte. Die Priester begannen sofort. Sie gewannen
andere aus ihren Reihen, die an dieser Versammlung nicht teilgenommen
hatten, und betrieben von ganzem Herzen die Reinigung und Heiligung
des Tempels. Durch dessen jahrelange Entweihung und Vernachlässigung
war dies mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Aber die Priester und
Leviten arbeiteten unermüdlich und konnten in bemerkenswert kurzer Zeit
melden, daß ihre Aufgabe vollendet war. …
Gott hatte wirklich die Herzen der führenden Männer Judas willig gemacht,
sich an die Spitze einer entschiedenen Erneuerungsbewegung zu stellen,
damit die Flut des Abfalls zum Stehen komme. … Und nun, als die Führer
eine Reform einleiteten, war der Großteil des Volkes der
Sündenknechtschaft müde und bereit, ihnen [Gott] zu folgen. …

37
In seinem Eifer, den Tempeldienst wirklich segensreich für das Volk zu
gestalten, beschloß Hiskia, die alte Sitte neu zu beleben, nach der sich
alle Israeliten zur Feier des Passahfestes versammelten. …
Die sieben Tage, die das Passahfest gewöhnlich dauerte, verstrichen
allzu rasch. Deshalb beschlossen die Anbeter, noch weitere sieben Tage
die Wege des Herrn zu erforschen. Die lehrenden Priester setzten ihr
Werk der Unterweisung aus dem Gesetzbuch fort. …
Aber noch galt es eine wichtige Arbeit zu verrichten, an der sich alle, die in
ihre Heime zurückkehrten, tatkräftig beteiligen mußten als Nachweis dafür,
daß die eingeleitete Reform echt war. Der Bericht lautet: "Als dies alles
vollendet war, zog ganz Israel, soweit es sich versammelt hatte, in die
Städte Judas, und sie zerbrachen die Steinmale und hieben die Bilder der
Aschera um und brachen ab die Opferhöhen und Altäre in ganz Juda,
Benjamin, Ephraim und Manasse, bis sie alles vernichtet hatten.“ (2.Chr
31,1). Propheten und Könige 235-240

38
39
5. Jesu Leben

Sein praktisches Beispiel


Was sorgst du für dein armes Leben, voll aller Gaben,
wie du’s halten wollst und nähren? da See und Land
Der dir das Leben hat gegeben, sich muß von laben.
wird auch Unterhalt bescheren. Gib dich zufrieden!
Er hat ein Hand, Paul Gerhardt

… bei der Versuchung in der Wüste


Es steht geschrieben (5.Mo 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«
Matthäus 4,4

Als die Israeliten in der Wüste waren, sandte ihnen Gott Manna vom
Himmel. Er speiste sein Volk gerade zu der Zeit reichlich, als alle
Nahrungsmittel fehlten. Aus dieser Erfahrung sollte Israel erkennen, daß
der Herr sich in jeder Lebenslage zu dem bekennt, der ihm vertraut und
in seinen Wegen wandelt. Der Heiland bewies jetzt durch die Tat die
Erfüllung der göttlichen Verheißungen. Durch das Wort Gottes war den
Israeliten Hilfe zuteil geworden, und durch dasselbe Wort erwartete der
Heiland gläubig Hilfe in der Not. Er wartete auf den Augenblick, der ihm
des Vaters Hilfe bringen würde. Aus Gehorsam gegen den Willen seines
Vaters befand er sich in der Wüste, und er wollte keine Nahrung
annehmen, die er den Einflüsterungen Satans zu verdanken gehabt
hätte. Vor dem ganzen Weltall bezeugte er, daß es ein weniger großes
Unglück sei, irgendein Leiden zu ertragen, als auch nur im geringsten
von den Wegen und dem Willen Gottes abzuweichen. Das Leben Jesu
105

… bei der Speisung der 5.000


Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir denn hingehen und für zweihundert
Silbergroschen Brot kaufen und ihnen zu essen geben? Er aber sprach
zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Geht hin und seht! Und als sie es
erkundet hatten, sprachen sie: Fünf und zwei Fische. … Und er nahm die
fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach
die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie unter ihnen austeilten, und
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die zwei Fische teilte er unter sie alle. Und sie aßen alle und wurden satt.
Und sie sammelten die Brocken auf, zwölf Körbe voll, und von den
Fischen. Markus 6,37f.41-43

Jesus nahm die wenigen Brote im vollen Vertrauen auf Gott. Obgleich es
nur so viel Speise war, daß sie gerade für seine Jünger gereicht hätte,
lud er diese doch nicht ein, zu essen, sondern verteilte das Brot an sie
und gebot ihnen, es dem Volk weiterzugeben. Die Nahrung vermehrte
sich in seinen Händen, und die Hände der Jünger, die sich ihm, dem Brot
des Lebens, entgegenstreckten, blieben nie leer; der kleine Vorrat reichte
für alle. Nach der Sättigung des Volkes wurden die Brocken gesammelt,
und Christus aß nun mit seinen Jüngern von der so gnädig gewährten
Speise. Das Leben Jesu 362

Das Brot ist es ja eigentlich nicht, was uns sättigt, sondern Gottes Segen
und Wort, welches das Gedeihen schafft. Darum hat auch Jesus
nachher, da es in der Wüste den vier bis fünf Tausenden, die ihm
nachfolgten und fast verschmachteten aus Mangel an Brot, nicht aus
Steinen Brot gemacht, sondern die wenigen Brote und Fischlein, die da
waren, nur gesegnet; und sie reichten nicht nur und sättigten die
Tausende, die aßen, sondern es blieben auch noch sieben bis zwölf
Körbe voll übrig.
Evangelische Hauskanzel 183

Sein Rat bezüglich Vorratshaltung


Der allen Vöglein in den Wäldern dich Einzgen füllen
ihr bescheidnes Körnlein weiset, und dein Begehr
der Schaf und Rinder in den Feldern und Notdurft stillen.
alle Tage tränkt und speiset, Gib dich zufrieden!
der wird viel mehr Paul Gerhardt

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und
der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt
euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen
und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist,
da ist auch dein Herz. Matthäus 6,19-21

Und er sprach zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Sorgt euch
nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, noch um den Leib, was ihr
anziehen sollt. Das Leben ist mehr als die Speise und der Leib mehr als
die Kleidung. Betrachtet die Raben! Sie säen nicht und ernten nicht, sie
haben weder Speicher noch Scheunen, und Gott nährt sie doch. Wie viel
mehr seid ihr wert als die Vögel! Wer aber von euch kann durch sein
41
Sorgen zu seiner Lebenslänge eine einzige Elle hinzusetzen? Wenn ihr
nun nicht einmal das Geringste vermögt, was sorgt ihr euch um das
Übrige?
Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen
nicht; ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Herrlichkeit ist nicht
gekleidet gewesen wie eine von ihnen! Wenn aber Gott das Gras auf dem
Feld, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet,
wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen!
Und ihr sollt auch nicht danach trachten, was ihr essen oder was ihr
trinken sollt; und beunruhigt euch nicht! Denn nach all diesem trachten
die Heidenvölker der Welt; euer Vater aber weiß, daß ihr diese Dinge
benötigt. Trachtet vielmehr nach dem Reich Gottes, so wird euch dies
alles hinzugefügt werden!
Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen,
euch das Reich zu geben.
Verkauft eure Habe und gebt Almosen! Macht euch Beutel, die nicht
veralten, einen Schatz, der nicht vergeht, im Himmel, wo kein Dieb
hinkommt und keine Motte ihr Zerstörungswerk treibt. Denn wo euer
Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Lukas 12,22-34

Gottvertrauen in Krisenzeiten
Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen
Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie
sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? …
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder
Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? …
Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch
Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder
Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der
Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. Römer 8,31f.35.38f

Keine Panik, Gott versorgt!

Er schenkt die Vorräte der Feinde – Aussätzige als Gottes


Verwalter
Und es waren vier aussätzige Männer vor dem Tor, und einer sprach
zum andern: Was sollen wir hierbleiben, bis wir sterben? ... So laßt uns
nun hingehen und zu dem Heer der Aramäer laufen. Lassen sie uns
leben, so leben wir, töten sie uns, so sind wir tot.

42
Und sie machten sich in der Dämmerung auf, um zum Heer der Aramäer
zu kommen. Und als sie vorn an das Lager kamen, siehe, da war
niemand mehr da. Denn der Herr hatte die Aramäer hören lassen ein
Getümmel von Rossen, Wagen und großer Heeresmacht. ...
Als nun die Aussätzigen vorn an das Lager kamen, gingen sie in eins der
Zelte, aßen und tranken und nahmen Silber, Gold und Kleider und
gingen hin und verbargen‘s und kamen wieder und gingen in ein anderes
Zelt und nahmen daraus und gingen hin und verbargen‘s.
Aber einer sprach zum andern: Laßt uns so nicht tun; dieser Tag ist ein
Tag guter Botschaft. Wenn wir das verschweigen und warten, bis es
lichter Morgen wird, so wird uns Schuld treffen. So laßt uns nun hingehen
und es dem Hause des Königs ansagen. 2.Könige 7,3-9

Er versorgte seine Jünger


Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel,
ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr da je Mangel gehabt? Sie
sprachen: Niemals. Lukas 22,35

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Hiobs Wiederherstellung Die Wiederherstellung der Übrigen

6.
Und der HERR wandte das Geschick Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind.
Offenbarung 19,9
Hiobs, als er für seine Freunde Fürbitte
tat. Und der HERR gab Hiob doppelt Diese sind’s, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben

E i n t r ö s t e n d e r Ve r g l e i c h
soviel, wie er gehabt hatte. ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut
Und es kamen zu ihm alle seine Brüder des Lammes. Offenbarung 7,14
und alle seine Schwestern und alle, die
ihn früher gekannt hatten, und aßen mit Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach:
ihm in seinem Hause und sprachen ihm Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen
zu und trösteten ihn über alles Unglück, wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen,
das der HERR über ihn hatte kommen wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren
lassen. Und ein jeder gab ihm ein Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei
Goldstück und einen goldenen Ring. Und noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der
der HERR segnete das spätere Leben auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!
Offenbarung 21,3-5a
Hiobs mehr als sein früheres; er bekam
14.000 Schafe, 6.000 Kamele, 1.000 Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall,
Joch Rinder und 1.000 Eselinnen. der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes; mitten auf dem
Er bekam auch sieben Söhne und drei Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die
Töchter. tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die
Und er gab der ersten den Namen Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
Jemima, der zweiten den Namen Kezia Und es wird nichts Verfluchtes mehr sein. Und der Thron Gottes und
und der dritten den Namen Keren- des Lammes wird in der Stadt sein, und seine Knechte werden ihm
Happuch. dienen und sein Angesicht sehen, und sein Name wird an ihren
Und es wurden im ganzen Land keine so Stirnen sein.
schönen Frauen gefunden wie Hiobs Und es wird keine Nacht mehr sein, und sie bedürfen keiner Leuchte
Töchter; und ihr Vater gab ihnen ein und nicht des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten,
Erbteil unter ihren Brüdern. Hiob 42,10-15 und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Offenbarung 22,1-5