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Allgemeine Grundlagen – Seite 1

Statistik für alle – Gliederung insgesamt

1. Termin:Allgemeine Grundlagen

2. Termin:Eindimensionale Häufigkeitsverteilung

3. Termin:Lageparameter

4. Termin:Streuungsparameter

5. Termin:Konzentration

6. Termin:Zweidimensionale Häufigkeitsverteilung und Korrelationsrechnung

7. Termin:Klausurvorbereitung

Allgemeine Grundlagen – Seite 2

Statistik für alle – Gliederung für heute

I. Begriff und Aufgaben der Statistik (Kapitel I/2)

Gelbes Skript (S. 10ff.)

Braunes Skript (S. 8ff.)

II. Wichtige Definitionen (Kapitel I/6 und I/7)

Gelbes Skript (S. 23ff.)

Braunes Skript (S. 21ff.)

III. Beispiel: Wohnungsumfrage

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I.

Begriff und Aufgaben der Statistik (S.10)

1. Begriff der Statistik:

- Darstellung eines Datenmaterials in Form von Tabellen und Grafen

Bsp.: Fußballstatistik, Verkaufsstatistik

- Überbegriff zu allen Methoden, die für die Erhebung, Aufbereitung und Analyse von Daten relevant sind

2. Aufgaben der Statistik:

1. Informationssammlung (Datenerhebung)

Bsp.: Umfrage

2. Informationsreduktion (Komprimierung)

Bsp.: Alter v. Studenten

3. Herausarbeiten von Gesetzmäßigkeiten

Bsp.: CO 2 -Ausstoß und Temperatur

Entscheidungsgrundlage für

- Privatpersonen (Meinungsbildung: Kauf- entscheidung [Preisvergleich] und Wahlent- scheidung)

- Unternehmen (Investitionen, …)

- Staat (Investitionen, Demokratie: Was will die Bevölkerung?) Wichtige Voraussetzung für Beruf!!!

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3. Arten der Statistik:

(1)

Deskriptive Statistik (Statistik I):

ODER:

Beschreibende Statistik

Ziel: Zusammenfassende Darstellung (Verdichtung, Komprimierung) einer unüberschaubaren Datenmenge durch Tabellen, Grafen und Kennzahlen (Mittelwerte, …)

(2)

Induktive Statistik/Inferenz (Statistik II):

ODER: Schließende Statistik (Wahrschein- lichkeitsrechnung [Stochastik], …)

Ziel:

Schließen

von

Stichprobe

auf

Grundgesamtheit (Bsp.: Wahlumfrage)

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4. Sachgerechte Interpretation:

'How (not) to lie with statistics'

Illustratives zu 'How to lie with statistics': Huff (1978), Krämer (1991), Schwarze (1990), S. 17-19.

4.1 Some pitfalls

- willkürlicher Bezug

Beispiel:————————————————— Von 2500 Studenten nehmen 50 an der Statistik- Klausur teil. Keiner von ihnen besteht die Klausur. Der Dozent behauptet, die Durchfallquote betrage zwei Prozent. —–——––——––————–––—–——————

- fehlende Sachlogik

Beispiel:————————————————— Es wird beobachtet, dass der Anstieg von Storchengeburten in einer Region mit einem Anstieg der Geburten einhergeht. Basierend auf dieser Beobachtung wird ein statistisch 'bewiesener' Zusammenhang vermutet.

Allgemeine Grundlagen – Seite 6

- Herausgreifen bestimmter 'passender' Werte

Wert

6 - Herausgreifen bestimmter 'passender' Werte Wert Zeit - Maßstabsmanipulation: 30 20.000.000 20

Zeit

- Maßstabsmanipulation: 30 20.000.000 20 19.500.000 10 Mai Aug Dez Mai Aug Dez a) up
- Maßstabsmanipulation:
30
20.000.000
20
19.500.000
10
Mai
Aug
Dez
Mai
Aug
Dez
a) up
b) stable

Allgemeine Grundlagen – Seite 7

4.2 How not to lie with statistics

- Wahl eines problemgerechten operablen statistischen Begriffs (Adäquationsproblem)

- eindeutige Bezugs- und Berechnungsangaben

- sachgerechte, ehrliche Präsentation

- adäquater Vergleich

- Vorsicht mit Extrapolationen, Vorhersagen weit außerhalb des Datenstützbereichs unzulässig

- 'be honest'

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II.

Wichtige Definitionen (S. 23ff.)

1. Statistische Einheiten

Statistische Einheiten = Merkmalsträger der Untersuchung, Einzelobjekte, Probanden (Bsp.: Befragte Personen)

Identifikations- oder Abgrenzungskriterien:

sachlich räumlich zeitlich

Beispiel: Wohnungsumfrage Statistische Einheit:Studierender, der in Lüneburg im WS 2009/2010 die Vorlesung ‚Statistik für alle’ besucht

Identifikation:

sachlich:

räumlich:

zeitlich:

Studierende, der die Vorlesung ‚Statistik für alle’ besucht Lüneburg-Universität WS 2009/2010

Allgemeine Grundlagen – Seite 9

2. Statistische Massen

Statistische Masse = Gesamtheit aller statistischen Einheiten, die gleichartig sind (übereinstimmende Identifikations-kriterien: sach- liche, räumliche und zeitliche Abgrenzung)

Beispiel: Wohnungsumfrage Statistische Masse: Gesamtheit aller Studierenden, die in Lüneburg im WS 2009/10 die Vorlesung ‚Statistik für alle’ besuchen

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Arten statistischer Massen:

a) Bestandsmassen (für einen Zeitpunkt definiert) Bsp.: Wohnbevölkerung in der Bundesrepublik am Stichtag (z.B. 01.01.2008)

b) Ereignis- (Bewegungs-) Massen (für einen Zeitraum definiert) Bsp.: Zu- und Abgänge zur Wohnbevölkerung im Jahr 2008

Die Verknüpfung von Bestands- und Bewegungsmassen erfolgt durch Fortschreibung:

Anfangsbestand + (Zugang - Abgang) = Endbestand

()

Bestandsmasse

(

Bewegungsmasse

)

(Bestandsmasse)

Beispiel: (Arten statistischer Massen)

Zugelassene KFZ in Lüneburg am

1.1.1994

+ Neuzulassungen

- Abmeldungen

1.1. - 31.12.1994 1.1. - 31.12.1994

= zugelassene Kfz in LG am

31.12.1994

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3. Merkmale

Merkmal = Eigenschaft einer statistischen Einheit (MM-Träger)

4. Merkmalsausprägung

Merkmalsausprägung = Konkrete Werte/Ausprägungen eines Merkmals

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5. Messskalen und ihre Eigenschaften

Je nach Art der Merkmalsausprägungen kann bei Merkmalen zwischen drei unterschiedlichen Skalen- niveaus unterschieden werden:

(1) Nominalskala =

Keine natürliche Reihenfolge, Merkmalsausprägungen sind gleichberechtigt nebeneinander

Bsp.: Geschlecht, Hautfarbe, Religion

(2) Ordinalskala =

Natürliche

Rangordnung,

Abstände

nicht

quantifizierbar

 

Bsp.: Examensnote, Güteklasse, Tabellenplatz

 

(3) Metrische Skala (oder: Kardinalskala) = Abstände können angegeben werden.

a) Intervallskala :

 
 

mit

Abständen,

aber

ohne

Bezugspunkt

(kein

natürlicher Nullpunkt):

Bsp.: Temperatur in Celsius

Allgemeine Grundlagen – Seite 13

b) Verhältnisskala:

Mit Abständen und mit natürlichem Bezugspunkt (natürlicher Nullpunkt)

Bsp.: Körpergröße (cm), Alter (Jahre), Einkommen

c) Absolutskala :

Metrische Skala mit natürlichem Nullpunkt und natürlicher Einheit. Dient zur Darstellung absoluter Häufigkeiten (Anzahlen) sowie von relativen Häufigkeiten (Anteile, Wahrscheinlichkeiten).

Bsp.: Stückzahlen, „Anzahl …“

Allgemeine Grundlagen – Seite 14

Schematische Abgrenzung von Messskalen:

 

gleich oder verschieden

natürliche

konstanter

natürlicher

natürliche

Skala

Reihenfolge

Wertabstand

Nullpunkt

Einheit

Nominalskala

X

       

Ordinalskala

X

X

     

Intervallskala

X

X

X

   

Verhältnisskala

X

X

X

X

 

Absolutskala

X

X

X

X

X

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Je nach Skalenniveau der Daten müssen andere deskriptive Analysen durchgeführt werden

SKALENNIVEAU

BEISPIEL

MASSZAHLEN

Nominal (kategorial, qualitativ) Ausprägungen können in keine Reihenfolge gebracht werden

Wiedergeburt als:

1: Mann, 2: Frau, 3: Kakerlake, 4: Adler, …

• Häufigkeiten

• Modus

Ordinal (kategorial, qualitativ) Ausprägungen können sortiert werden

Zufriedenheit:

1: vollkommen zufrieden 2: sehr zufrieden, …, 5: unzufrieden

• Median

• Quantile

Metrisch (quantitativ, kardinal)

• intervallskaliert: Differenzen sind interpretierbar

• verhältnisskaliert:

Differenzen und Verhältnisse sind interpretierbar

Temperatur in Celsius

• Differenzen

Körpergröße in cm

Gewicht in St. Schokolade • Standardabweichung

• Mittelwert

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6. Diskrete und stetige Merkmale

Diskretes Merkmal = Abzählbare Ausprägungen

Bsp.: Erwerbstätigkeit (0/1), Anzahl der Studentinnen und Studenten im Hörsaal

Stetiges Merkmal =

Überabzählbare Ausprägungen (kontinuierlich)

Bsp.: Länge, Gewicht, quasistetig: Geld

7. Quantitative & qualitative Merkmale

Quantitative Merkmale =

Abstände zwischen Merkmalsausprägungen sind durch reelle Zahlen messbar.

Bsp.: Länge, Alter

Qualitative Merkmale = Kategoriale Abstufung:

Bsp.: Farbe, Noten

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III.

Beispiel: Wohnungsumfrage

Merkmal (MM)

Mögliche MM-Ausprägungen Skala

Diskret/

Quantitativ/

Stetig

Qualitativ

Schulform/Tätigkeit vor Studium

Abitur Fachoberschule Bund/Zivi (…)

     

Entfernung in km (Familienwohnort – Studienort)

Bis zu 10 km Bis zu 50 km Bis zu 100 km (…)

     

Wohnort in LG?

Ja

     

Nein

Entfernung in Minuten (Wohnort – Studienort)

[0;[

     

Wohnart

Eigene Wohnung WG/Wohnheim Eltern

     

Quadratmeter

[0;[

     

Miete

[0;[

     

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Bruttoeinkommen

[0;[

Lebenszufriedenheit

Sehr schlecht Schlecht Mittel (…)

Einschätzung Berufschancen

Sehr schlecht Schlecht Mittel (…)

Studiengang

BWL

Kuwi

WS-Psychologie

(…)

Wie hast Du von der Leuphana Uni erfahren?

Presse Freunde/Eltern TV/Radio (…)

Lebensziel

Familie Spaß Karriere (…)

Allgemeine Grundlagen – Seite 19

Grund für Entscheidung ‚Pro Leuphana’

Ruf/Reputation

Studienfach

 

Leuphana-Konzept

(…)

Geschlecht

Mann

Frau

Beziehungsstatus

Solo Feste Beziehung Verheiratet

Geburtsjahr

[…, 1980, 1981, …]

Weitere Umfragen zum Thema „Wohnen“

Mikrozensus

(http://www.forschungsdatenzentrum.de/bestand/mikrozensus/cf/2002/index.asp)

Sozio-ökonomisches Panel (SOEP)

(http://diw.de/deutsch/soep/26628.html)