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Gott hat die Fülle NEU 02.09.

2004 14:31 Uhr Seite 2

Achtung, Leseprobe, 12 von 59 Seiten!

Gott hat die Fülle 2

Geleitwort
er große Gott hat seine Liebe in der ganzen Fülle am Kreuz auf Golgatha kundge-
D tan. In der Hingabe Seines Sohnes wurde eine große Segensfülle von Gott aus der
oberen Welt ausgelöst. Hier öffneten sich, für die ganze Menschheit, die Segensquel-
len Gottes. Dort starb der Schuldlose für den Schuldigen.
Diese Fülle der Segnungen wartet auch auf dein Nehmen! Gott bietet dir mehr als
genug an. Du sollst nehmen und wieder nehmen. Auch du sollst reich werden in Gott,
reich werden in Jesus Christus. Diese Fülle der Segnungen Gottes will sich dann in
deinem Leben auswirken. Du sollst – und du darfst – mehr ein Segen werden für andere.
Der Herr Jesus will dich wunderbar führen. Der Heiland der Welt will dich mehr zum
Einsatz bringen, um andere Menschen für ihn zu gewinnen. Du sollst mehr, mit gött-
licher Vollmacht ausgerüstet, zur Ausbreitung des Evangeliums beitragen.
Nimm auch du reichlich aus seiner Fülle und sei wirklich für Gott ein Kanal, durch
den er seine Segensströme fließen lassen kann. Lass dir bitte Herzensdemut schenken,
um reichlich zu nehmen und um noch reichlicher zu nehmen. Lass dir aber auch bitte
im Gebet ein Herz voller Liebe schenken. Nur so wird das, was du sagst, von Herz zu
Herz gehen. Der Sünder wird sich bekehren. Das Gotteskind wird durch dich von oben
gesegnet werden.
Werner Heukelbach
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3 Gottes Fülle wartet auf dein Nehmen!

Gottes Fülle wartet ganze Schuld erlassen ist, die keine Schuld
auf dein Nehmen! mehr drückt. Aus ihrem Herzen steigt
immer neu Lob und Dank, Preis und An-
elch eine Fülle hat Gott für die betung, Ruhm und Ehre empor zu dem
W Seinen bereit, und wie wenig sind wir
oft imstande, aus dieser Fülle zu schöpfen.
großen Gott, der die Begnadigung
schenkt.
Er hat die Fülle der Liebe. Diese Liebe Er hat aber auch für die Seinen die
hat Gott in ergreifender Weise am Kreuz Fülle der Geduld. Wenn Gott nicht so viel
auf Golgatha unter Beweis gestellt. Er Geduld mit uns hätte, hätte er uns alle -
suchte Gemeinschaft mit den Menschen. dich und mich - längst aufgegeben. Du
Diese Gemeinschaft war aber nicht mög- musst gewiss - wie auch ich - bekennen:
lich, weil die Sünde zwischen Gott und Die Geduld Gottes ist nie abgerissen. Du
den Menschen stand. Darum wurde Jesus musst bekennen: Ich habe Gott oft ent-
Christus der Sündenträger und der Sün- täuscht - enttäuscht auf meinem neuen
dentilger. Nun darf jeder, der durch Jesus Lebensweg. Du wirst beschämt sagen: Ich
Christus dem Vater naht, am Vaterherzen habe oft versagt; doch die Geduld und die
Gottes ruhen. Dem erretteten Sünder, dem Langmut Gottes haben mich immer
begnadigten Menschen tut nun Gott seine wieder bei der Hand genommen und eine
ganze Liebe kund. Der Vater sehnt sich Wegstrecke weitergeführt. Du musst be-
danach, seinem Kind - dem begnadigten kennen, dass jeder andere Herr, dem du so
Sünder - in steigendem Maße väterliche mangelhaft gedient hättest wie deinem
Liebe zufließen zu lassen. Er sorgt für sein Befreier Jesus Christus, dich längst am
Kind. Er unternimmt vieles, damit die Weg hätte stehen lassen. Doch die Güte
Seinen wirklich die Fülle der väterlichen Gottes hat dich immer wieder aus Schwie-
Liebe wahrnehmen. Er unternimmt alles, rigkeiten befreit. Er hat dir durch schwere
damit die Seinen den Mut finden, mit Wegstrecken seine Führung nicht versagt.
allen Nöten und Schwierigkeiten ihm Er hat dich ans Herz gezogen, wenn du
durch Jesus Christus zu nahen. mutlos geworden bist. Wahrlich, du hast
Er hat die Fülle der Gnade für die seine Geduld in reichem Maße gekostet.
Seinen bereit. Aus Gnaden hat er Jesus Und sei gewiss: Diese Geduld, die Geduld
Christus gesandt. Aus Gnaden hat er den Gottes, die du immer wieder erfahren hast,
Sünder angenommen. Die Begnadigten in überströmender Weise erfahren hast, sie
brauchen nicht mehr ihr altes Leben zu wird nicht aus deinem Leben weichen, bis
führen. Die Fesseln der Sünde sind abge- du Jesus Christus schaust, bis du bei ihm
fallen. Die Kerkertüren haben sich geöff- in der Herrlichkeit bist. Du wirst dann
net. Satan selbst hat sein Opfer, das er in seine Geduld rühmen und preisen, seine
Gefangenschaft hielt, freigeben müssen. Geduld, die jede Geduld der Mutter, jede
Diese Gnade dürfen die Befreiten immer Geduld des Vaters, jede Geduld des Freun-
wieder neu erleben. Sie dürfen aus seiner des weit, weit überragte.
Fülle stets neu empfangen Gnade um Er hat auch die Fülle an Weisheit. Er
Gnade. Es ist wirklich ein kostbares Los, zu allein weiß, wie er dich zu führen hat. Er
der Schar derer zu gehören, denen die weiß, um welche Felsenriffe er dein Le-
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bensschiff steuern muss. Er kennt die Ge- immer mehr ausstreckt, der wird Gott in
fahren, die dir drohen. Er ist vertraut mit seiner Fülle erleben und wird immer
allen Schwierigkeiten und Nöten. Du wieder sagen müssen: Ja, Gott hat die
darfst das Steuer deines Lebens wirklich Fülle.
willenlos und getrost in seine Hände Die Fülle der Treue wird von der Schar
legen. Du darfst sagen: Wie der Herr mich der Gotteskinder hier schon in Dank und
führen wird, weiß ich nicht, aber dass er Anbetung, in Lied und Bekenntnis ge-
mich recht führt, darüber freut sich mein rühmt. Auch Gotteskinder werden von an-
Herz. In Psalm 32 heißt es: „Ich will dich deren Menschen oft enttäuscht. Es kann
unterweisen und dich lehren den Weg, den sogar ein Bruder vom anderen, eine
du wandeln sollst; mein Auge auf dich Schwester von der anderen enttäuscht
richtend, will ich dir raten.“ - Er steuert werden. Gott aber, Jesus Christus aber
dich um die Inseln, von wo dir Gefahren enttäuscht niemand. Wohl kann es so
drohen. Er weiß, welchen Verlockungen sein, dass selbst ein Kind Gottes die Wege
du unterliegen würdest. Er kennt die Ver- Gottes nicht versteht und nicht von
suchungen, denen du kaum standhalten Herzen Ja sagt zu seinen Führungen. Es
kannst. Seine Weisheit überragt alle Weis- kann dann leicht eine Verbitterung eintre-
heit, die irgendein Mensch dir und deinem ten, eine Verbitterung gegenüber Men-
Fragen gegenüber kundtun kann. schen, sogar eine Verbitterung gegenüber
Er hält für dich die Fülle seines Segens Kindern Gottes und leider auch eine Ver-
bereit. Nicht nur darin besteht der Segen bitterung gegenüber Gott. Die Treue
Gottes, dass er dich durch das Kreuz von Gottes weicht aber nicht von einem sol-
Golgatha zur Schar der Begnadigten und chen Erlösten. Der Vater tut seine Treue
Erlösten brachte. Nicht nur darin besteht seinem Kind - wenn es auch noch so stör-
sein Segen, dass er dir immer wieder neue risch ist - immer wieder kund. Es ist eben
Ströme des Segens zuteil werden ließ, dir sein Wesen: Liebe, Treue, Segen, Weisheit,
immer wieder alles vergab, dir immer Geduld, Gnade und anderes mehr in Fülle
wieder zurechthalf - sondern: Er hat Seg- über die Seinen auszuschütten. Er gießt
nungen für dich bereit, die du noch gar oft geradezu - so könnte man sagen - in
nicht ahnst, die nur dem Gotteskind ge- verschwenderischer Weise das über die
schenkt werden können, das diesen Segen Seinen aus, was ihr Herz trösten, erbauen,
dann auch zur Ehre Gottes und zu seinem ermuntern und erfüllen soll. „Sind wir
Lobpreis zum Einsatz bringt. Begabun- untreu so bleibt er doch treu, denn er kann
gen, Überbegabungen liegen bei Gott. Er sich selbst nicht verleugnen“ (2. Tim. 2,13).
wartet auf empfangsfähige Menschenher- Ich bin davon überzeugt, wenn sein Volk
zen, um diese Segnungen erlösten Sün- um den Herrn geschart sein wird, wenn
dern zu schenken. Du darfst es für dich die Braut dem Bräutigam gegenübersteht,
persönlich glaubend in Anspruch nehmen, dann wird das Rühmen seiner Treue, das
dass Gott gerade durch dich große Taten Rühmen der väterlichen Treue, nicht an
tun will. Wie weit er das durch dich tun letzter Stelle stehen.
kann, hängt nur von deiner Einstellung zu Wie wohltuend wird es für das Herz
ihm ab. Wer flehentlich demütig sich nach Gottes sein, wenn er empfindet, wie seine
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5 Gottes Fülle wartet auf dein Nehmen!

Kinder seine Treue in Lied und Gebet an- wieder neu auch unter den Seinen und
erkennen und ihm Ehre und Dank dafür prüft, wo er seine Erbarmungen in noch
zollen. Wie betrübend für Gottes Herz ist stärkerem Maße offenbaren kann. Es ist
es, wenn er wahrnehmen muss: Er wird schon so: Bei dem, der erleuchtete Augen
von den Seinen nicht verstanden. Sie sind des Herzens für die Erbarmungen und
nicht aufnahmefähig für seine Fülle, sie Wohltaten, ja, für die Barmherzigkeiten
genießen nicht seine Treue. Bruder und Gottes hat, findet das Rühmen, Loben,
Schwester, lass dich zu Anfang dieser Preisen und Anbeten kein Ende.
Schrift schon ermuntern, dich sperrangel- Er hat die Fülle an umgestaltender
weit für die ganze Fülle der Segnungen Kraft. Vergiss nicht, lieber Leser, wo du
Gottes zu öffnen, und du wirst mehr als hergekommen bist. Denke immer neu
bisher zum Segen werden. daran, aus welchem Gestrüpp dich der
Wie tut doch der Herr seinem Volk gute Hirte holte. Vergiss nicht, wo du fest-
seine Barmherzigkeit immer neu kund. Er saßest. Bringe dir immer wieder selbst in
lässt die Seinen verspüren, wie er gnädig Erinnerung, wie du voller Flecken und
und barmherzig ist, wie er geduldig ist Schmutz warest, als du zum Heiland
und von großer Güte (Psalm 145). Wenn kamst. Hat er dir nicht vieles vergeben?
Gott jedes Wort der Kinder Gottes - wie Hat er dir nicht alles vergeben? Dies sollte
man so im Volksmund sagt, auf die Gold- dich täglich neu in die erste Liebe bringen.
waage legte, dann wäre es wirklich, auch Dein Verhältnis zu deinem Heiland und
nach deiner Erkenntnis, gewiss bald um Retter sollte täglich neu überprüft werden,
uns geschehen. Seine Erbarmungen sind damit es ein ungetrübtes ist. Bleibe nur
aber jeden Morgen neu. Er, der große Gott nicht auf halbem Weg stehen, auch nicht
und Vater, bleibt nie bei deinen Verfeh- in deinen Gedankengängen, wenn du dein
lungen stehen, sondern, wenn du Jesus Leben neu überprüfst. Denke darüber
Christus, den Hohenpriester, in Anspruch nach, welche Charakterschwächen bei dir
nimmst, darfst du erleben: „Er hat Mitleid vorhanden sind. Du kennst sie ja selbst am
mit unseren Schwachheiten“ (Hebr. 4,15). besten. Vielleicht macht deine Umwelt
Barmherzigkeiten Gottes siehst du in dich auch oft darauf aufmerksam. Selbst
deinem Leben Tag für Tag, ja, Schritt für wenn du hin und her ausschlägst, so
Schritt. Sie werden dir deshalb geschenkt, musst du doch tief im Innern zugeben,
damit du in deinen Augen immer kleiner dass die, die dich auf deine Fehler auf-
wirst. Du sollst dich mehr erkennen. Her- merksam machen, in vielem Recht haben.
zensdemut soll bei dir heimisch werden. Du brauchst vielleicht Hammerschläge
Sie werden dir aber auch deshalb in einer von Seiten deiner Mitmenschen, damit
solchen Fülle gegeben, damit du ihn, diese und jene Brocken von dir gelöst
deinen Heiland, mehr betrachtest. Du werden. Es geht vielleicht nicht ohne den
sollst mehr zu seinem Herzen Zuflucht täglichen Schleifstein, ohne den Schleif-
nehmen. Du sollst den Hauch seiner Er- stein, der bei dir so viele Tränen auslöste.
barmung täglich verspüren. Du sollst die Deine Ungeduld wollte dir der Herr schon
Ausstrahlungen deines erhöhten Herrn lange abnehmen; doch du ließest nicht
empfinden. Der Vater forscht immer los. Dein Empfindlichsein und dein Lau-
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nischsein sollten dich schon lange nicht Hand des Ackerbauers, die Hand, die nicht
mehr verunzieren; doch Bruder und lässt, die Hand, die sich nicht zurückzieht
Schwester, bleibe nicht bei der Betrach- wenn du seufzt, die Hand, die sich nicht
tung deiner Selbst stehen, sondern erin- zurückzieht, wenn du weinst und stöhnst.
nere dich daran: Umgestalten kann dich Er kann dich nicht loslassen. Seine Liebe
nur der Herr Jesus. Nur er kann das große fordert es, mit dir bis zum Endziel zu
Werk tun, und er wird es tun, wenn du gehen. Denke aber immer wieder daran:
dich nur willenlos den zubereitenden Gott hat die Fülle der Liebe, die Fülle der
Händen des Vaters übergibst. Lege dich Geduld. Nie schlägt Gott, um sein Kind zu
auch in dieser Stunde ruhig in seine quälen. Jedes Tun Gottes ist Liebe, ist
Hände. Er macht keine Fehler. Er nimmt Weisheit, ist Treue und soll bei dir den
dir nur das ab, was übrig ist. Er schickt dir Wunsch auslösen:
nur das, was zu seiner Ehre und zur Errei- Näher, mein Gott, zu Dir,
chung des Zieles, das er sich mit dir ge- näher zu Dir!
steckt hat, unbedingt erforderlich ist. Das
Bild des Herrn Jesus soll bei dir mehr zum Er hat die Fülle an Stärke. Dich aus der
Durchbruch kommen. Nur deshalb Hand des Teufels zu befreien, dafür hat er
kommst du immer wieder in den Schmelz- die Fülle seiner Stärke anwenden müssen.
tiegel, nur deshalb ist die Glut oft so stark, Diese Befreiung hat ihn das Leben ge-
weil die Schlacken bei dir so unsagbar fest kostet. Du kannst ihn nie genug lieben,
sitzen. Das Bild des Herrn Jesus kann nur ihm nie genug danken, nie zu mutig von
aus einem Menschenleben strahlen, wenn ihm zeugen, kannst nie zu viel für ihn tun.
es immer wieder entschlackt wird. Diese Denke daran: Er tat für dich alles. Er gab
umgestaltende Kraft verwendet Gott in sein Blut für dich. Er opferte sich für dich.
reichem Maße bei dir und mir. Hier unten Und du? Willst du dich nicht seiner Macht
wirst du ihn noch nicht so aus vollem und Stärke ab heute willenlos unterwer-
Herzen dafür loben und preisen. Droben fen? Denke doch einmal darüber nach,
aber wirst du es tun. Hier siehst du noch was der Herr Jesus aus dir machen könnte,
nicht ganz, dass es wahr ist, was der große wenn er dich ab heute als ein ganz wil-
Gottesmann Moses sagt: „Der Fels: voll- lenloses Werkzeug in die Hand bekäme.
kommen ist sein Tun; denn alle seine Wege Vielleicht würde er neu mit dir auf den
sind recht“ (5. Mose 32, 4). Amboss gehen. Du würdest Schlag auf
Droben aber gibst du zu diesem Aus- Schlag hören und spüren. Es könnte sein,
spruch dein volles Ja. dass er neu mit dir in das zubereitende
Einen Menschen in das Bild Jesu um- Feuer ginge. Du müsstest die Glut spüren.
gestalten kann nie die Hand eines Men- Du würdest bangen, vielleicht bangen um
schen, nie die Hand eines Vorgesetzten, dein altes Leben. Du würdest kaum noch
nie die Hand eines Untergebenen. Sie alle etwas davon retten können. Er würde
sind viel zu schwach, oft sogar zu zart - wieder mit dir auf den Amboss gehen, um
selbst wenn du sie auch als hart empfin- aus dir das passende Werkzeug zu
dest. Umgestalten kann dich nur die Hand machen. Erneut würdest du den Schleif-
des Vaters, die Hand des Weingärtners, die stein zu spüren bekommen. Du würdest
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7 Gottes Fülle wartet auf dein Nehmen!

ihm zur Erfüllung großer Aufgaben zur Gott durch uns ermahnte; wir bitten an
Verfügung stehen. Vielleicht will er gerade Christi statt: Lasst euch versöhnen mit
dich gebrauchen, um viele Menschen zu Gott!“ (2. Kor. 5, 20). Welch ein Vorzug, als
sich zu ziehen. Seine Stärke will sich be- begnadigter Sünder nun ein Botschafter
sonders bei dir kundtun, weil gerade du zu sein, ein Botschafter des Himmels, ein
meinst, deine Schwächen hinderten den Botschafter, für Gott gesandt, von Gott
Herrn, sich stark und mächtig zu offenba- gesandt, ein Botschafter im Reich der
ren. Gerade bei der Arbeit, die du jetzt Welt, im fremden Land - so könnte man
tust, sollst du Gott in seiner ganzen Fülle, sagen: „Denn wir haben hier keine blei-
in seiner leitenden, helfenden Macht erle- bende Stadt, sondern die zukünftige
ben. Er kann dir den Alltag zum Sonntag suchen wir“ (Hebr. 13,14).
machen. Er kann dein Zagen in Kraft um- Die Fülle Gottes tut sich kund, wenn
gestalten. „Will nicht seine Kraft gerade in du betest, wenn du täglich deine Stille
dem Schwachen mächtig sein?“ (2. Kor. 12, 9). hältst, wenn du täglich - am besten zur
Darin besteht ja der Triumph des Glau- selben Zeit - deine Knie beugst, wenn dir
bens: Dass sie „aus der Schwachheit Kraft das Gebet zur Gewohnheit geworden ist.
gewannen, im Kampfe stark wurden ...“ Sie tut sich kund, wenn du sein Wort
(Hebr. 11, 34). liest, wenn du dein Herz öffnest, wenn du
So geht der Erlöste von Sieg zu Sieg, für dich das in Anspruch nimmst, was da
aus Niederlagen zum mächtigen Wirken geschrieben steht. Nimm die Ermahnun-
für Gott. Dafür sei er von denen, die ihm, gen Gottes ganz für dich persönlich.
dem großen Heiland, das Herz schenkten, Nimm aber auch die Verheißungen Gottes,
schon jetzt in dieser Zeit gelobt und ge- die dir aus seinem Wort entgegen strah-
priesen, gerühmt und verherrlicht. len, ganz persönlich für dich. Die Ermun-
Aus dem Lagern an der Quelle Gottes terungen sind für dich da. Sie sind dir die
fließt den Seinen ununterbrochen der Stützen auf dem Lebensweg. Sie helfen
Strom seiner Fülle zu. Er erteilt den Seinen dir, vorwärts zu kommen. Sie ermuntern
Vollmacht, oft ohne dass sie es merken. dich, nicht zu verzagen. Denke daran: Be-
Durch ein schlichtes Zeugnis werden Men- lastungsproben offenbaren unsere Kraft!
schenherzen durchbohrt, ihr Innerstes Gott sagt in Josua 1, Vers 9: „Habe ich dir
wird aufgedeckt vor Gott. Sie kommen zur nicht geboten: Sei stark und mutig? Er-
Selbsterkenntnis. Sie flüchten zu dem Hei- schrick nicht und fürchte dich nicht! Denn
land der Sünder. Sie hören auf, sich zu be- der Herr, dein Gott, ist mit dir überall,
mänteln und zu verschönern. Nur einen wohin du gehst.“ Weißt du, dass viele
Drang haben sie noch: Mit Gott ins Reine Kinder Gottes auf dem schmalen Weg
zu kommen. - Vollmacht Gottes tut sich zum Ausruhen gekommen sind, weil sie
in dir und durch dich kund, wenn du dich mutlos wurden? Fasse du neuen Mut.
dafür so öffnest, dass bei dir etwas ganz Gehe du mutig voran. Gott wird dich ge-
Neues geschieht - auch bei dir als Kind brauchen. Gott will dich gebrauchen. Gott
Gottes etwas ganz Neues geschieht. Du kann dich gebrauchen! Gib diese Einstel-
darfst dann erleben: „So sind wir nun Ge- lung nie preis. Gib sie auch in Niederlagen
sandte - Botschafter - für Christum, als ob nicht preis. Gib sie nicht preis in dunklen
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Stunden. Gib sie nicht preis in schweren ein Kind Gottes. Zu keiner Zeit brauchte
Wochen. Denke daran, was der Lieder- Gott stärkere Zeugen als jetzt. Das Ver-
dichter sagt: gnügen der Menschen nimmt überhand.
Mir ging ja ein neues Licht Die Menschenschlangen sieht man heute
gnadenvoll auf, nicht mehr vor den Lebensmittelgeschäf-
drum zweifle ich ferner nicht ten. Sie stehen aber vor den Vergnü-
in meinem Lauf. gungsstätten. Hier reiht sich einer an den
anderen. Man wird an das Wort erinnert:
Die Fülle Gottes tut sich dir kund, Sie lieben das Vergnügen mehr als Gott. Es
wenn du von Jesus Christus erzählst, ist Endzeit. Der Drang nach der Sünde
selbst wenn du bangst, soll ich das scheint Formen anzunehmen wie in den
Schriftchen diesem in die Hand drücken, Zeiten Noahs. Man hat den Eindruck, dass
selbst wenn du überlegst, was wird er bald Zeiten hereinbrechen werden, wo
denn sagen, selbst wenn du meinst, mein etwas Besonderes auf den Wegen Gottes
Bekannter wird mich nicht für voll geschieht, um Menschen zurechtzubrin-
nehmen. Du wirst Wunder über Wunder gen, um Menschen zu Jesus zu ziehen. Es
erleben. Wenn du im Zeugnis den ersten reift aber auch manches zur Wiederkunft
Satz findest, wird es so sein, als würde ein des Herrn, und wir alle dürfen uns freuen,
Korken von der Öffnung deines Herzens wenn das Evangelium in Stadt und Land
abgezogen. Die Fülle der Zuflüsse Gottes mit Macht verkündigt wird.
wird sich in dein Herz ergießen. Sie wird Wie herrlich wäre es, wenn alle Kinder
aus deinem Herzen sprudeln. Und weißt Gottes - wenn du und ich - ganz neu
du, wer nachher glücklich ist, sehr glück- durch den Heiligen Geist entfacht
lich ist? - Das bist du! Du bist dem Geist würden, um für den Herrn zu brennen
Gottes gehorsam gewesen. Du hast die und zu glühen. Der Heilige Geist hat ja nur
Fülle Gottes erlebt. Du hast sie vor einem ein Ziel, so sagt es der Herr Jesus: „Von
einzigen Menschen erlebt - du wirst sie dem Meinen wird er's nehmen und euch
auch erleben, wenn du vor mehreren verkündigen“ (Joh. 16, 14). Sein Ziel ist, ihn
stehst, sei es in einer Stube, in einem Saal zu verherrlichen, ihn auf den Leuchter zu
oder wo und wie dir Gott Gelegenheit stellen, ihn, Jesus Christus, zu erheben.
gibt. Gott besitzt seine Fülle nicht, um sie Er ist unsere Quelle. Wie sich diese
zu speichern. Gott hat diese Fülle bereit, Quelle öffnet, wissen wir. Wir müssen uns
um sie dir persönlich zu geben. Du sollst ihm weihen. Wir können nur immer
aus dieser Fülle nehmen und selbst froh wieder beten und aus seinem Wort schöp-
und glücklich sein. fen. In der Gemeinschaft mit dem Herrn
Du sagst vielleicht, die Zeit ist vorbei, Jesus fließt uns der Segen neu in unge-
wo Gott sich offenbart - in der Fülle an ahnter Fülle zu. In der Gemeinschaft mit
Menschenherzen offenbart. Ich darf dir den Kindern Gottes werden wir neu ent-
Mut machen, indem ich dir sage: Gerade facht wie die Kohle, die in der Verbindung
jetzt will Gott dich gebrauchen. Heute mit anderen Kohlen glüht und brennt, um
sollst du ihm zur Verfügung stehen. Wir eine starke Kraft zu entfalten. Wir können,
leben in der Endzeit. Daran zweifelt kaum indem wir an andere weitergeben, indem
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9 Gottes Fülle wartet auf dein Nehmen!

wir vom Herrn zeugen, mit seinen Zu- den Herrn Jesus ist, der wird auch ganz
flüssen rechnen, und wir werden erleben: von Gott gebraucht werden. Gott hat eine
„Das Wasser, das ich ihm geben werde, ungeahnte Fülle, und diese Fülle Gottes
wird in ihm eine Quelle Wassers werden, wartet auf dich. Sie steht dir restlos zur
das ins ewige Leben quillt“ (Joh. 4, 14). Verfügung.
Sprudelndes Leben, übersprudelndes Die Quelle dieser Fülle ist auf Golga-
Leben, Fülle von Leben, aus Gottes Fülle tha. Von dort sprudelt dieser Lebensstrom
geschöpft, wird zum Strom. Es wird zum durch alle Völker und Nationen. Er spru-
Strom für die Umgebung. Es wird zum delt durch alle Erdteile; doch nur wenige
Strom für ein Dorf. Es wird zum Strom für nehmen von dieser Segensflut. Diese aber
einen Stadtteil. Es strömt immer neu in werden gewaschen, gereinigt. Bei ihnen
ein Volk. Gott will das Zentrum deines wird alles, was mit Sünde zu tun hat, hin-
Lebens ausfüllen. weggetan. Hier wird der Durst gestillt.
Dieses Zentrum ist nicht dein Ver- Hier kannst du am Quell Gottes gesunden.
stand. Der steht oft dem Zufluss Gottes im Krankhafte Erscheinungen der Seele
Wege. Er tüftelt und überlegt. Er berät mit zeigen bald Gesundung. Innere Rück-
sich selbst. Er hat manches, was die Quel- gänge werden von Gottes Segensfülle
len Gottes verschüttet. überholt.
Dieses Zentrum sind nicht deine Ge- Diesen Weg darfst du beschreiten. Es ist
fühle. Sie sind zu wankelmütig. Sie kann der Weg zur großen Freude. Auf diesem
Gott kaum oder nur wenig gebrauchen, Weg wandern viele ihre Straße fröhlich.
um aus seiner Fülle hineinzugießen. Sie sind glückliche Menschen geworden.
Zentrum deines Lebens ist dein Herz. Sie freuen sich ihrer Errettung. Ein Lob
Zentrum deines Lebens ist dein ganzes nach dem anderen fließt aus ihrem Herzen
Ich, dein ganzes Sein, dein ganzes zu Gott. Es ist der Jubelruf in ihren
Werden. Wo sich dein Leben konzentriert, Reihen. Der Sieg der Erlösten, der Sieg
dort will Gott sich konzentrieren. Wo die ihres Heilandes wird bald kund, wenn er
bösen Gedanken herkommen, aus deinem erscheint, um die große Sammlung der
Herzen, dort will er das Zentrum seiner Seinen aus allen Völkern vorzunehmen. -
Macht errichten, dorthin will er steuern, Hier auf Erden liegen schon Schätze
dort will er ausgießen, dort will er geben, Gottes in der ganzen Fülle für den bereit,
von dort soll es bei dir ausfließen, und der aufnahmefähig wird. Je mehr du deine
dort soll die Mündung sein, von der Hände nach dieser Fülle Gottes aus-
Gottes Segensfülle zu anderen übergeht. streckst, desto mehr wirst du bestätigt
Mit Halbherzigen hat Gott noch nie finden: Diese Fülle Gottes wartet auf dein
etwas anfangen können. Sie mussten Nehmen! -
immer geschoben werden. Sie mussten
immer gezogen werden. Andere Kinder Eine Sanitätskolonne ist zur Ruhe ge-
Gottes mussten bei ihnen viel Kraft auf- kommen. Der Trupp darf weit hinter der
wenden, um sie auf dem Weg mitzu- Front neue Kräfte sammeln. Die Männer
schleppen. Sie selbst kamen nie zum Ein- dürfen sich von wochenlangem Einsatz
satz - zum vollen Einsatz. Wer ganz für erholen.
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Gott hat die Fülle 10

So schöpfst du nicht innerlich einen gewissen Abstand von den


aus seiner Fülle! Wirkungen Gottes. Sein Tiefstes und
Innerstes wurden wenig berührt. Er war in
ines Tages kommt der General und be- seiner Tätigkeit, in dem Helfen, Jesus
E sichtigt diese Kolonne, bevor sie
wieder zum Einsatz kommt. Er fragt den
Christus anderen Menschen anzubieten,
nicht ganz befriedigt. Schweres, das der
einen nach seinem Beruf und fragt den Apostel Paulus durchmachen musste,
anderen nach seinem Ergehen, diesen blieb auch Demas nicht erspart. Gewiss
nach Frau und Kind, jenen nach Heimat waren bei ihm Überlegungen gekommen,
und anderem mehr. Da kommt er zu ob er nicht sonstwo ein geruhsameres
einem Sanitätssoldaten und richtet an ihn Leben führen könnte. Diese Kämpfe, die
die Frage: „Was sind Sie von Beruf?“ die Ausbreitung des Evangeliums mit sich
Dieser antwortet: „Ein Verkündiger des brachten, die Kämpfe, durch die ein
Evangeliums. Ich gehöre dem Herrn Jesus Jünger Jesu muss, waren für ihn anschei-
und will auch in Zukunft ihm dienen.“ nend zu schwer. Als es darauf ankam, als
Daraufhin sagt der General: „Was du bist, ein Paulus noch tiefer in die Leidensge-
das sei ganz!“ meinschaft hineinsteigen musste, um den
Nur der, der sein ganzes Herz und sein Herrn mehr zu verherrlichen, setzte Demas
ganzes Leben dem Herrn Jesus weiht, wird sich ab: „Demas hat mich verlassen und
aus Gottes Fülle schöpfen. Der Beruf und diese Welt lieb gewonnen und ist nach
die Tätigkeit sind nicht entscheidend. Sie Thessalonich gezogen“ (2. Tim. 4, 10). Welch
sind auch für Gott kein Hindernis, dich zu ein Weh klingt doch aus den Worten des
segnen und dir immer wieder Neues aus Apostels, wenn er dies seinem jungen
seiner Fülle zufließen zu lassen. Du darfst Freund Timotheus berichtet. Der, der um
nur nicht dem Irrtum verfallen und glau- ihn gewesen war, der, der manches mit
ben, dass du, wenn du in der Schar der ihm erlebt hatte, der, dem ebenfalls die
Gotteskinder nur mitläufst, so ohne wei- Fülle aus der oberen Welt zur Verfügung
teres innerlich reich wirst. Reich in Gott, stand, hatte nun einen bequemeren Weg
reich in Jesus Christus wird nur der, der gewählt. Er war doch der Mitarbeiter des
sein ganzes Herz und Leben für die Se- Paulus gewesen. Die Philipper hatten
gensströme von oben öffnet. seinen Gruß bekommen. Auch in Kolosser
Vor mir steht das Bild eines Demas. Er 4, 14, lesen wir: „Es grüßt euch Lukas, der
war der Mitarbeiter eines großen Gottes- Arzt, der Geliebte, und Demas.“
mannes - der Mitarbeiter und Begleiter Über wie vielen steht doch das Wort:
des Paulus. Als solcher hatte er einen Teil Mitgegangen, und doch nicht überwun-
des Siegeszuges des Evangeliums miter- den. - Der Ansatz war gut, doch das Ziel
lebt. Er war überall dabei. Ihm entging wurde nicht erreicht. Es ist vielleicht nicht
kaum etwas. Doch all die Segnungen falsch, wenn man sagt: Demas öffnete nur
Gottes schienen an ihm mehr oder weni- einen kleinen Spalt seines Herzens für den
ger vorüberzurauschen. Man hat den Ein- Heiland der Welt. So konnte bei ihm keine
druck, das Letzte, die Tiefe seines Lebens gründliche, tiefe Reinigung durch den
gab er dem Herrn Jesus nicht preis. Er hielt Heiligen Geist und den Herrn Jesus be-
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11 So schöpfst du nicht aus Seiner Fülle!

wirkt werden. Er räumte nicht aus und lassen“ (Apostelg. 24, 25). - Wie töricht! Wir
wurde deshalb nicht erfüllt. Er ließ sich finden im Wort Gottes keine Stelle, die
nicht reinigen und wurde darum nicht das uns davon berichtet, dass Felix noch
Werkzeug, das er hätte sein können. Er einmal Gelegenheit bekam, das Evange-
ließ nicht restlos los, und so konnte der lium zu hören.
Herr ihn nicht ganz ergreifen. Dieses Bild Wie viele gibt es, die immer wieder die
sollte uns sehr zur Warnung dienen, die letzte Entscheidung für den Herrn Jesus
Welt nicht lieb zu gewinnen oder erneut hinausschieben. Sie nehmen Rücksicht auf
lieb zu gewinnen. Nur solche Kinder die Ehefrau.
Gottes, die sich so weit wie eben möglich Andere nehmen Rücksicht auf den
von dem Zeitlauf dieser Welt absetzen, Bruder oder die Schwester. Und wieder
schöpfen neu, täglich neu aus der Fülle andere nehmen Rücksicht auf Menschen,
Gottes. Wahrlich, so könnte man - wenn die im tagtäglichen Leben um sie sind.
Demas noch im Leibe wäre - ihm zurufen: Wenn du solche Hinausschieber genau
Demas, du hast nicht aus seiner Fülle ge- unter die Lupe nimmst - du kennst doch
schöpft. Und wenn jemand diese Zeilen gewiss solche - dann wirst du feststellen,
liest, der zurückgegangen ist - zurückge- dass sie nie zur Entscheidung kommen.
gangen aus der Gemeinschaft mit dem Gelegenere Zeit - ein furchtbares Wort für
Herrn Jesus, zurückgegangen aus der Ge- den Herrn Jesus. Für solche hat er ja auch
meinschaft mit den Kindern Gottes - für sein Leben hingegeben - sein Blut vergos-
den wäre wohl der Ruf richtig: Demas, sen. Er kann sie nie für sich gewinnen, nie
kehre zurück! für sich erobern. Ein angenehmes Wort für
Wieder sehe ich ein Bild, das uns im den Fürsten der Welt. Er hat sie an der
Wort Gottes niedergeschrieben ist. Es ist Leine. Er lässt sie einige Schritte von sich
das Bild des Felix. Er ist ein ungerechter entfernt gehen. Er gestattet ihnen sogar,
Mann. Mit Gerechtigkeit weiß er wenig das Evangelium zu hören. Er wacht aber
anzufangen. Er ist sehr geldgierig. Er ist darüber, dass sie sich nicht für den Hei-
lüstern. Er zeigt sich als Mann nachgiebig, land der Sünder ganz entscheiden. Solche
schlaff, weiß nicht recht, was er will. Er Menschen ahnen vielleicht etwas von der
hat über Paulus zu richten und beweist Fülle, die der Herr Jesus vermittelt. Sie
hier seinen Charakter. Felix kam mit seiner kommen aber nie zum Schöpfen aus
Frau Drusilla, die eine Jüdin war, und for- dieser Fülle. Wenn sie viel aus dieser Fülle
derte Paulus (Apostelg. 24, 24). - Die neu- nehmen, so sind es nur Tropfen. Sie be-
gierige Drusilla wollte ebenfalls Paulus kommen aber nie den wirklichen Ge-
kennen lernen. Bei der Gelegenheit hörten schmack der göttlichen Speise, die dem
sie das Evangelium. Paulus redete Felix Menschen in einer solchen Fülle angebo-
und Drusilla ins Gewissen: „Da aber Paulus ten wird.
von der Gerechtigkeit redete und von der Ein schauderhaftes Bild erscheint vor
Enthaltsamkeit und von dem zukünftigen meinen Augen. Da ist Judas, der Verräter.
Gericht, erschrak Felix und antwortete: Mitgegangen, und doch nicht errettet
Gehe hin für diesmal; wenn ich gelegene worden. - Alles miterlebt, und doch nicht
Zeit habe, will ich dich wieder rufen zur Entscheidung gebracht. Stattdessen
Gott hat die Fülle NEU 02.09.2004 14:31 Uhr Seite 12

Gott hat die Fülle 12

den furchtbarsten Verrat verübt, der je in Groll wirken können, mehr und mehr zu
der Weltgeschichte verübt wurde. - Ein verschließen. Zuletzt tritt eine ganze Ver-
Signal Gottes, das alle Namenschristen blendung ein. Der Mensch erkennt weder
und Formchristen, alle Mitläufer und Un- sich noch sieht er seine Umgebung und
entschiedenen ernstlich warnen sollte! seine Mitmenschen im Lichte Gottes. Er
Denken wir weiter an eine Mirjam. Sie sieht sich und seine Umwelt nur noch
war die Schwester des Mose. In seiner Um- ganz verschleiert, ja, er wird verfinstert.
gebung hatte sie Gewaltiges erlebt. Sie Mirjam riss auch ihren Bruder Aaron
hatte erlebt, wie sich Gott in einer unge- mit hinein in dieses Tun. Bitterkeit, Be-
ahnten Fülle offenbarte. Sie war aber trübnis, das war der Ausgang, weil sie sich
immer wieder am Rande des Geschehens diesem Tun öffnete. Sie, die einmal das
geblieben. Teils war sie für Gott geöffnet, Volk mitgerissen hatte zum Guten und
wie ihre Brüder. Gott konnte sogar immer zum Lobgesang Gottes: „Mirjam, die Pro-
wieder durch sie reden. Sie war ja eine Pro- phetin, Aarons Schwester, nahm eine
phetin, bekam Offenbarungen Gottes. Pauke in ihre Hand, und alle Weiber folg-
Mirjam hatte sich aber von einer unguten ten ihr nach hinaus mit Pauken im Reigen.
Art nicht befreien können: Bei ihr war der Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem
Neid die Wurzel des Übels. Sie war eifer- Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat
süchtig geworden und hatte dies auch zum getan; Ross und Mann hat er ins Meer ge-
Ausdruck gebracht. Ihre Worte lauteten: stürzt“ (2. Mose 15, 20-21). Nun aber sehen
„Redet der Herr allein durch Mose? Redet er wir, wie Gott sie durch ein schweres Ge-
nicht auch durch uns?“ (4. Mose 12, 2). richt beugt. Doch auch im Gericht übt
Der Herr hatte diese Worte gehört. Ei- Gott Gnade. Auch im Zurechtbringen
fersucht findet immer einen Grund, um drückt er seine Liebe aus. Auch die zupa-
mit einem Schein des Rechts den Nächs- ckende Hand Gottes ist die Hand seiner
ten herunterzusetzen. Sie wurde eifer- Liebe: „Der Zorn des Herrn ergrimmte über
süchtig auf Mose, weil ihn das Volk ehrte. sie. Die Wolke wich von der Hütte. Und
Er wurde mehr geehrt als sie. Dies konnte siehe, Mirjam war aussätzig wie Schnee.
sie nicht verkraften. Sie wurde nicht damit Mose aber schrie zu dem Herrn und
fertig. Ihre Einstellung verschloss aber die sprach: Ach Gott, heile sie!“ (4. Mose 12). Ja,
Fenster des Himmels. Sie wurde für Seg- so weit kann es kommen, dass der Herr er-
nungen Gottes nicht mehr empfänglich. grimmt, ergrimmt über dich und mich -
Aus seiner Fülle schöpfte sie nicht mehr. auch wenn wir Gotteskinder sind. Er er-
Und der Feind der Seele gewann immer grimmt nicht, um uns ewig zu verdam-
mehr die Oberhand bei ihr. Sie klagt Mose men. Er ergrimmt aber und ist sehr be-
hart an. Sie schreckte nicht davor zurück, trübt, wenn wir uns der Sünde Mirjams
dass vor ihr ein Knecht Gottes stand, den hingeben. Die Offenbarungen aus der
Gott unzählige Male legitimiert hatte. Sie oberen Welt erreichen uns dann nicht
fiel von einer Blindheit in die andere. Dies mehr. Dunkelheit überschattet deine
ist das Werk des Erzräubers der Men- Seele. Dunkelheit überschattet deinen
schenseele: Die inneren Augen dessen, bei Beruf. Dunkelheit überschattet deine
dem Neid und Gehässigkeit, Hader und Wohnstätte. Unter diesem Schatten, den

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