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3. Beob., Befrag. … Themen Einführung - Logik Wissenschaftstheorie - Daten - Variablen - Hypothesen
3. Beob., Befrag. …
Themen
Einführung - Logik
Wissenschaftstheorie - Daten -
Variablen - Hypothesen -
Stichproben
Untersuchungen:
Beobachtung,
Befragung
Interview
Experiment
Auswertung, Bericht
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3. Beob., Befrag. … Untersuchungen allgemeine Unterteilung: Hypothesen- geleitet Oft nicht hypo- thesengeleitet
3. Beob., Befrag. …
Untersuchungen
allgemeine Unterteilung:
Hypothesen-
geleitet
Oft nicht hypo-
thesengeleitet
Experimentelle
Korrelative
Forschung
Ursache-
Auftretens-
Wirkungs-
Zusammenhänge
Zusammenhänge
Manipulation Manipulation
hoch
niedrig
Oft: Multi-Methoden-Ansatz
Forschungsprogramm:
zunächst explorative, korrelative Forschung
dann hypothesengeleitete Forschung
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3. Beob., Befrag. … Untersuchungen Grundprobleme: Fragestellung Hypothesen (zumindest in experimenteller Forschung)
3. Beob., Befrag. …
Untersuchungen
Grundprobleme:
Fragestellung
Hypothesen (zumindest in experimenteller Forschung)
Operationalisierung
Operationalisierung der „hypothetischen Konstrukte“
(möglichst Konsensus verschiedener Forscher erreichen)
----> möglichst hohe Standardisierung und Kontrolle
Festlegung der Datenerhebungsmethode
Versuchsplanung
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3. Beob., Befrag. … Datenerhebungsmethoden - Beobachtung - Befragung (schriftlich) - Interview persönlich
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Datenerhebungsmethoden
- Beobachtung
- Befragung (schriftlich)
- Interview
persönlich
telefonisch
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3. Beob., Befrag. … Beobachtung Beobachtung ist die Erfassung der Umwelt durch unsere Sinnesorgane Unterscheidung:
3. Beob., Befrag. …
Beobachtung
Beobachtung ist die Erfassung der Umwelt durch unsere
Sinnesorgane
Unterscheidung:
alltägliche Beobachtung vs. Forschung:
Planmäßigkeit der wissenschaftlichen Beobachtung
systematisches Vorgehen und Dokumentation
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3. Beob., Befrag. … Fehler in der Alltagsbeobachtung In der alltäglichen Beobachtung wird nicht zwischen
3. Beob., Befrag. …
Fehler in der Alltagsbeobachtung
In der alltäglichen Beobachtung wird nicht zwischen
Datenerfassung und Interpretation getrennt
Die Planmäßigkeit der wissenschaftlichen Beobachtung
betont die Trennung
(Dokumentation, Analyse, Interpretation)
Unter wissenschaftlicher Beobachtung wird dabei i.e.S.
lediglich die Datenerfassung verstanden
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3. Beob., Befrag. … Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation führt zu folgenden, typischen Fehlern: 1.
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Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation
führt zu folgenden, typischen Fehlern:
1. Zentrale Eigenschaftsdimensionen beeinflussen die Eindrucks-
bildung
Asch (1946)
Beschreibung 2er Personen (entspricht „erstem Eindruck“):
Person A: intelligent – fähig – fleißig – herzlich – entschlossen – praktisch – vorsichtig
Person B: intelligent – fähig – fleißig – kühl
– entschlossen – praktisch – vorsichtig
Person A wird als großzügiger, weiser, glücklicher,
gutmütiger, humorvoller, sozialer, populärer,
altruistischer und phantasievoller beschrieben
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3. Beob., Befrag. … Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation führt zu folgenden, typischen Fehlern: 2. Der
3. Beob., Befrag. …
Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation
führt zu folgenden, typischen Fehlern:
2. Der Gesamteindruck beeinflusst die Beurteilung eines Einzel-
merkmals („Halo“- oder „Hof“-effekt)
„Erzfeind“ der objektiven Beobachtung
Asch (1946)
Beschreibung 2er Personen (entspricht „erstem Eindruck“):
Person A: freundlich – weise – ehrlich – ruhig
Person B: grausam – gerissen – gewissenlos – ruhig
Wie beurteilt man ruhig?
Person A: besänftigend, friedlich, tolerant
Person B: kalt, gefühllos, berechnend
„Das Einzelmerkmal wird passend gemacht!“
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3. Beob., Befrag. … Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation führt zu folgenden, typischen Fehlern: 3. Der
3. Beob., Befrag. …
Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation
führt zu folgenden, typischen Fehlern:
3. Der Gesamteindruck wird beeinflusst durch die Reihenfolge der
Informationen
„Primacy“-Effekt: die ersten Eindrücke sind entscheidend
„Recency“-Effekt: die letzten Eindrücke bleiben haften
4. „Mildeeffekt“: Urteile fallen zu positiv aus
5. Fehler der „zentralen Tendenz“: wenig extreme Urteile
6. Kontrasteffekt: Eigene Charakterzüge werden bei anderen
weniger registriert, konträre Eigenschaften überschätzt
(auch bei Beobachtungen von Geschwistern)
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3. Beob., Befrag. … Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation führt zu folgenden, typischen Fehlern: 7.
3. Beob., Befrag. …
Die Vermischung Datenregistrierung-Interpretation
führt zu folgenden, typischen Fehlern:
7. „Implizite Persönlichkeitstheorie“: Wir haben Annahmen
darüber, welche Eigenschaften zusammengehören
z. B.: adrett gekleidete Personen sind pünktlich
8. Zuschreibung von Eigenschaften, Gefühlen und Fähigkeiten
aufgrund von Ähnlichkeiten („Attribution“)
9. Erwartungen und Hypothesen beeinflussen unsere
Wahrnehmung
„Wir glauben nur, was wir sehen - leider sehen wir nur,
was wir glauben wollen“ (Atteslander, 1971)
„Rosenthaleffekt“
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3. Beob., Befrag. … Abbildung 4.5: Beispiel für den Rosenthal-Effekt (nach Rosenthal & Lawson, 1964)
3. Beob., Befrag. …
Abbildung 4.5: Beispiel für den Rosenthal-Effekt (nach Rosenthal & Lawson, 1964)
Aus Sedlmeier & Rekewitz (2008, S. 116).
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3. Beob., Befrag. … Beobachtung Weitere Unterscheidung: Selbstbeobachtung vs. Fremdbeobachtung Reaktive Messung vs.
3. Beob., Befrag. …
Beobachtung
Weitere Unterscheidung:
Selbstbeobachtung vs. Fremdbeobachtung
Reaktive Messung vs. Nicht reaktive Messung
Reaktion auf den Messvorgang, weil Vpn bekannt ist,
dass sie beobachtet werden
Nicht reaktive Messung: Messung von „Spuren“
z. B. Zählen der Alkoholflaschen in Mülltonne
oder „Lost-letter-Technique“
(Milgram, Mann & Harter, 1965)
teilnehmende vs. nicht teilnehmende Beobachtung
hoch strukturierte vs. wenig strukturierte Beobachtung
verdeckte vs. offene Beobachtung
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3. Beob., Befrag. … Beobachtung Beispiele: Teilnehmend-unstrukturierte Beobachtung Festinger, Riecken und Schachter
3. Beob., Befrag. …
Beobachtung
Beispiele:
Teilnehmend-unstrukturierte Beobachtung
Festinger, Riecken und Schachter (1956)
(Vorstudie zur „Kognitiven Dissonanz“: „Einstellungsänderung
aufgrund sich widersprechender Informationen“)
Forschungsfrage: Welches Verhalten zeigen religiöse Sekten-
mitglieder, wenn der prognostizierte Weltuntergang ausbleibt?
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3. Beob., Befrag. … Ausgangspunkt: Anzeige einer Prophetin in der Lokalzeitung „Lake City Herold“, ihr
3. Beob., Befrag. …
Ausgangspunkt:
Anzeige einer Prophetin in der Lokalzeitung „Lake City Herold“, ihr
sei von außerirdischen Lebewesen („Guardians“ vom Planeten „Zinke“)
mitgeteilt worden, dass am 21. Dezember eine Sintflut stattfindet
und nur die Gläubigen durch Untertassen gerettet werden.
Verdeckte Einführung zweier Beobachter:
Man gab an, überzeugt zu sein und der Glaubensgemeinschaft
beitreten zu wollen
Aufgabe der Beobachter:
Erfassung der Mitgliederzahl, Überzeugungsstärke,
Häufigkeit der Zusammenkünfte
Aufzeichnung aller Aktivitäten zur Vorbereitung auf den Weltuntergang
Mittel und Vorgehensweise:
Tonbandaufzeichnungen und schriftliche Protokolle
heimlich im Badezimmer
Insgesamt 1000 Seiten maschinengeschriebene Protokolle
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3. Beob., Befrag. … Ergebnis: Kein Weltuntergang! Gruppenzusammenhalt stärker als vorher! Verstärkte
3. Beob., Befrag. …
Ergebnis:
Kein Weltuntergang!
Gruppenzusammenhalt stärker als vorher!
Verstärkte Bekehrungsversuche Ungläubiger!
Erklärung für ausbleibenden Weltuntergang:
Prophetin teilte mit, sie habe eine neue Botschaft erhalten, dass
ihr starker Glaube das Unheil verhindert habe.
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3. Beob., Befrag. … Beispiel: Nicht-teilnehmend strukturierte Beobachtung: Einsatz eines Beobachtungsschemas (was
3. Beob., Befrag. …
Beispiel:
Nicht-teilnehmend strukturierte Beobachtung:
Einsatz eines Beobachtungsschemas (was soll beobachtet werden?):
Definition der Zahl und Art der Beobachtungseinheiten
Beispiele für Verhaltensweisen
Zeichensystem (welche Verhaltensweisen treten auf? Z. B. Anlächeln)
Kategoriensystem: Gesamtes Verhalten ist fortwährend
Kategorien zuzuordnen
Bales (1950): Beobachtung von Kleingruppendiskussionen
mit der „Interaktions-Prozess-Analyse“ (IPA)
Einheiten: kleinste erkennbare Verhaltenseinheit, die gedeutet
werden kann (ca. 10-20 Einheiten pro Minute)
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3. Beob., Befrag. … 1. Zeigt Solidarität; bestärkt den anderen; hilft; belohnt. A 2. Entspannte
3.
Beob., Befrag. …
1.
Zeigt Solidarität; bestärkt den anderen;
hilft; belohnt.
A
2.
Entspannte Atmosphäre; scherzt;
Sozialemotionaler
lacht; zeigt Befriedigung
Bereich: positive
3.
Stimmt zu; nimmt passiv hin; versteht;
Reaktionen
stimmt überein; gibt nach
a-Probleme der
Orientierung
4.
Macht Vorschläge; gibt Anleitung, wobei
Autonomie des anderen impliziert ist
B
b-Probleme der
Aufgabenbereich:
5.
Äußert Meinung; bewertet; analysiert;
Bewertung
drückt Gefühle oder Wünsche aus
Versuche der
Beantwortung
6.
Orientiert; informiert; wiederholt; klärt;
c-Probleme der
bestätigt.
Kontrolle
a
b
c
d
e
f
7.
Erfragt Orientierung; Information;
d-Probleme der
Wiederholung; Bestätigung
Entscheidung
C
8.
Fragt nach Meinungen; Stellungnahmen;
e-Probleme der
Aufgabenbereich:
Bewertung; Analyse; Ausdruck von Gefühlen
Spannungsbe-
Fragen
wältigung
9.
Erbittet Vorschläge; Anleitung; mögliche Wege
des Vorgehens
f-Probleme der
Integration
10.
Stimmt nicht zu; zeigt passive Ablehnung;
D
Förmlichkeit; gibt keine Hilfe
Sozial-
11.
Zeigt Spannung; bittet um Hilfe;
emotionaler
zieht sich zurück
Bereich: negative
12.
Zeigt Antagonismus; setzt andere herab;
Emotionen
verteidigt oder behauptet sich
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Faculty
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3. Beob., Befrag. … Beobachtungsbogen zur „Interpersonal Process Analysis“ von Bales (1950) IPA-Kategorie 1
3. Beob., Befrag. …
Beobachtungsbogen zur „Interpersonal Process Analysis“ von Bales (1950)
IPA-Kategorie
1
Wirkt
freundlich
2 Übertreibt,
schauspielert
3 Stimmt zu
4 Macht einen
Vorschlag
5 Äußert
Meinung
6 Gibt
Information
7 Erbittet
Information
8 Fragt nach
Meinung
9 Erbittet
Vorschlag
10 Stimmt
nicht zu
11 Zeigt
Spannung
12 Wirkt
unfreundlich
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3. Beob., Befrag. … Dozent D an Auditorium A (alle): „Liebe Leute,“ IPA-Kategorie 1 Wirkt
3. Beob., Befrag. …
Dozent D an Auditorium A (alle):
„Liebe Leute,“
IPA-Kategorie
1
Wirkt
freundlich
DA
2
Übertreibt,
schauspielert
3 Stimmt zu
4 Macht einen
Vorschlag
5
Äußert
Meinung
6
Gibt
Information
7
Erbittet
Information
8
Fragt nach
Meinung
9
Erbittet
Vorschlag
10
Stimmt
nicht zu
11
Zeigt
Spannung
12
Wirkt
unfreundlich
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3. Beob., Befrag. … Dozent D an Auditorium A (alle): „sicher fragen Sie sich, was
3. Beob., Befrag. …
Dozent D an Auditorium A (alle):
„sicher fragen Sie sich, was Sie hier tun“
IPA-Kategorie
1
Wirkt
freundlich
DA
2 Übertreibt,
schauspielert
3 Stimmt zu
4 Macht einen
Vorschlag
5 Äußert
Meinung
DA
6 Gibt
Information
7 Erbittet
Information
8 Fragt nach
Meinung
9 Erbittet
Vorschlag
10 Stimmt
nicht zu
11 Zeigt
Spannung
12 Wirkt
unfreundlich
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3. Beob., Befrag. … Dozent D an Auditorium A (alle): „sicher fragen Sie sich, was
3. Beob., Befrag. …
Dozent D an Auditorium A (alle):
„sicher fragen Sie sich, was das alles zu
bedeuten hat“
IPA-Kategorie
1
Wirkt
freundlich
DA
2
Übertreibt,
schauspielert
3 Stimmt zu
4 Macht einen
Vorschlag
5
Äußert
Meinung
DA
DA
6
Gibt
Information
7
Erbittet
Information
8
Fragt nach
Meinung
9
Erbittet
Vorschlag
10
Stimmt
nicht zu
11
Zeigt
Spannung
12
Wirkt
unfreundlich
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3. Beob., Befrag. … Dozent D an Auditorium A (alle): „Nun, was meinen Sie?“ IPA-Kategorie
3. Beob., Befrag. …
Dozent D an Auditorium A (alle):
„Nun, was meinen Sie?“
IPA-Kategorie
1
Wirkt
freundlich
DA
2 Übertreibt,
schauspielert
3 Stimmt zu
4 Macht einen
Vorschlag
5 Äußert
Meinung
DA
DA
6 Gibt
Information
7 Erbittet
Information
8 Fragt nach
Meinung
DA
9 Erbittet
Vorschlag
10 Stimmt
nicht zu
11 Zeigt
Spannung
12 Wirkt
unfreundlich
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3. Beob., Befrag. … Studentin B an Dozent D: „Sagen Sie es uns bitte“ IPA-Kategorie
3. Beob., Befrag. …
Studentin B an Dozent D:
„Sagen Sie es uns bitte“
IPA-Kategorie
1
Wirkt
freundlich
DA
2 Übertreibt,
schauspielert
3 Stimmt zu
4 Macht einen
Vorschlag
5 Äußert
Meinung
DA
DA
6 Gibt
Information
7 Erbittet
Information
BD
8 Fragt nach
Meinung
DA
9 Erbittet
Vorschlag
10 Stimmt
nicht zu
11 Zeigt
Spannung
12 Wirkt
unfreundlich
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3. Beob., Befrag. … Gruppenentwicklung nach Bales & Strodtbeck (1951) Inhalte von 22 Gruppendiskussionen im
3. Beob., Befrag. …
Gruppenentwicklung nach Bales & Strodtbeck (1951)
Inhalte von 22 Gruppendiskussionen im Verlauf der Zeit
Zahl der Inhalte
Diskussionsinhalte
Bewertung
1500
Positive Reaktionen
1000
Orientierung
Kontrolle
Negative Reaktionen
500
Gruppen-
phase
Findung
Etablierung
Ende
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3. Beob., Befrag. … Konstruktion eines Beobachtungsschemas: 1. Welchen Verhaltensausschnitt wähle ich? Operationale
3. Beob., Befrag. …
Konstruktion eines Beobachtungsschemas:
1. Welchen Verhaltensausschnitt wähle ich?
Operationale Definition von Indikatoren, abgeleitet aus Theorien
Explorative Forschung: Suche nach Indikatoren
2. Wann und wie oft soll beobachtet werden?
Hypothesengeleitete Definition von Situationen
Explorative Forschung: Suche nach Situationen
3. Anforderungen: Konkretheit, Ausschließlichkeit, Vollständigkeit
4. Beobachtungseinheiten: am Verhalten oder zeitlich definiert
Breite der Beobachtungseinheiten angemessen definieren
z. B. „Aggressionen“ wäre zu breit
5. Zuverlässigkeit der Beobachterdaten:
prüfbar, wenn Verhalten aufgezeichnet wurde: Beobachter-
übereinstimmung
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3. Beob., Befrag. … Befragung (schriftlicher Fragebogen, „survey“) nicht Testkonstruktion (eigene Veranstaltung)
3. Beob., Befrag. …
Befragung (schriftlicher Fragebogen, „survey“)
nicht Testkonstruktion (eigene Veranstaltung)
Einsatzgebiet:
Subjektive Einstellungen oder Meinungen
Nicht beobachtbares Verhalten, z. B. vergangenes oder zukünftiges
Verhalten
Oft Ergänzung zu Verhaltensbeobachtungen
Unterscheidung
Frageform: geschlossene vs. offene Frage
meist gleichbedeutend mit standardisiert vs. nicht standardisiert
z. B. Schlagen Sie häufig Blumen den Kopf ab? Ja oder Nein
An welche Fernsehwerbung können Sie sich erinnern?
geschlossene Fragen, dann wenn genügend Hintergrundwissen
offene Fragen oft bei explorativer Forschung
(wenn Zielsetzung und/oder Thematik unklar ist)
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3. Beob., Befrag. … Geschlossene Fragen: 1. Alternativfragen: „Sind Sie für die Einführung von Hartz
3. Beob., Befrag. …
Geschlossene Fragen:
1. Alternativfragen:
„Sind Sie für die Einführung von Hartz V?“
ja
nein
„Wie finden Sie Hartz IV?“
gut
schlecht
2. Katalogfragen:
Welche Sekt-Marken haben Sie in den letzten 3 Monaten getrunken?
(Mehrfachantworten sind zulässig)
Aldi
Asti
Faber
Krim
Andere
3. Beurteilungsskalen („Rating scales“):
Antworten sind abgestuft auf einem Kontinuum
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3. Beob., Befrag. … Rating scales: 1. Kategoriale Skalen (Kategorien sind verbal definiert): „Wie phantasievoll
3. Beob., Befrag. …
Rating scales:
1. Kategoriale Skalen (Kategorien sind verbal definiert):
„Wie phantasievoll ist Ihr Dozent?“
sehr phantasievoll
ziemlich phantasievoll
wenig phantasievoll
überhaupt nicht phantasievoll
Das ist ein Beispiel ohne neutrale, mittlere Antwortmöglichkeit
„Wie häufig werden Sie bei Rendezvous verlegen?“
immer
sehr oft
oft
manchmal
selten
sehr selten
nie
Das ist ein Beispiel mit neutraler, mittlerer Antwortmöglichkeit
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3. Beob., Befrag. … Rating scales: 2. Numerische Skalen („Anker“ sind verbal definiert): „Wie sympathisch
3. Beob., Befrag. …
Rating scales:
2. Numerische Skalen („Anker“ sind verbal definiert):
„Wie sympathisch ist Ihnen Lüneburg?“
unsympathisch –3
–2
–1
0
+1
+2
+3 sympathisch
Besondere numerische Skalen:
Likert-Skala
Ich verschiebe lieber eine Arbeit auf morgen, als dass ich sie
heute erledige
trifft auf mich nicht zu 1
2
3
4
5 trifft auf mich zu
Schulnotenskala
Beurteilen Sie das Fach „Psychologische Methoden“:
sehr gut
1
2
3
4
5
6
sehr schlecht
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3. Beob., Befrag. … Rating scales: 3. Semantisches Differenzial oder Polaritätenprofil Wie schätzen Sie Rewe
3. Beob., Befrag. …
Rating scales:
3. Semantisches Differenzial oder Polaritätenprofil
Wie schätzen Sie Rewe ein ?
Rewe
--
-
o
+
++
kundenfern
kundennah
unglaubwürdig
glaubwürdig
nicht frisch
frisch
unzuverlässig
zuverlässig
amateurhaft
professionell
wenig Auswahl
große Auswahl
hochpreisig
günstig
unsympathisch
sympathisch
nicht genussvoll
genussvoll
unmodern
modern
unattraktiv
attraktiv
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3. Beob., Befrag. … Rating scales: 3. Graphische Skalen: „Für wie gesundheitsschädlich halten Sie das
3. Beob., Befrag. …
Rating scales:
3. Graphische Skalen:
„Für wie gesundheitsschädlich halten Sie das Haschischrauchen?“
(Kreuzen Sie die entsprechende Stelle auf dem Strich an)
|
|
|
|
|
|
extrem
ziemlich
etwas
kaum
harmlos
Schädlich schädlich schädlich schädlich
Kunin-Skala (Gesichterskala)
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3. Beob., Befrag. … Alles in allem: Würden Sie einen Besuch auf den Sportartikelmessen bei
3. Beob., Befrag. …
Alles in allem: Würden Sie einen Besuch auf den
Sportartikelmessen bei Laufveranstaltungen weiter empfehlen?
Benutzen Sie bitte für Ihr Urteil diese Gesichter.
Overall: Would you recommend a visit to sports expos at running
17.
17.
events to others?
Please use the faces for your decision.
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3. Beob., Befrag. … Vorteile von standardisierten Fragen: 1. Bessere Vergleichbarkeit 2. Leichtere Beantwortbarkeit
3. Beob., Befrag. …
Vorteile von standardisierten Fragen:
1. Bessere Vergleichbarkeit
2. Leichtere Beantwortbarkeit
3. Leichtere Auswertbarkeit
4. Höhere Zuverlässigkeit (Reliabilität)
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3. Beob., Befrag. … Entwicklung eines Fragebogens / Interviews: 1. Allgemeine Fragestellung, Hypothese,
3. Beob., Befrag. …
Entwicklung eines Fragebogens / Interviews:
1. Allgemeine Fragestellung, Hypothese, Operationalisierung
z. B. Wie einsam sind Menschen im Altersheim?
Hypothese: Menschen im Altersheim sind einsamer als anderswo
Definition von Altersheim ist einfach; anderswo ist außerhalb
Operationale Definition von „einsam“
(Literaturstudium, explorative Forschung z. B. Gespräche)
Anzahl der Kontakte, subjektives Gefühl
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3. Beob., Befrag. … Entwicklung eines Fragebogens / Interviews: 2. Frageformulierung • Nur 1 Inhalt
3. Beob., Befrag. …
Entwicklung eines Fragebogens / Interviews:
2. Frageformulierung
• Nur 1 Inhalt
• kurze Fragen
• Eindeutigkeit
• Doppelte Verneinung vermeiden
• Fremdwörter vermeiden (einfache Sprache)
• Möglichst Konkret (nicht zu abstrakt)
• Keine Extreme abfragen
• Vermeidung von Banalitäten
• Suggestivfragen vermeiden
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3. Beob., Befrag. … 6. Keine Suggestivfragen Ein paar nützliche Regeln 1. Fragen auf den
3. Beob., Befrag. …
6. Keine Suggestivfragen
Ein paar nützliche Regeln
1.
Fragen auf den
Informationsstand der
Befragten zuschneiden.
Sie sind doch auch der
Meinung, dass
2. In der Kürze liegt die
3. Doppeldeutige Fragen
vermeiden
Warum haben Sie diese Reise
gebucht?
7. Keine einseitigen
Wertungen
Fahren Sie lieber mit der
Bahn oder mit dem
komfortableren Bus?
8. Mehrfache Verneinungen
vermeiden
4. Keine Unterstellungen
Hatten Sie häufiger Ärger mit
Ihrem Dozenten?
Sind Sie nicht der Meinung,
dass es nicht gut ist, kein
Fleisch zu essen?
5. Keine belastenden Wörter
verwenden
Wann wurden Sie zuletzt von
den Bullen kontrolliert?
9. Nicht zwei Fragen zu einer
kombinieren
10. Präzise formulieren
Wo kommen Sie her?
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3. Beob., Befrag. … Möglichst präzise Frageformulierungen könnten sein: Wie oft haben Sie in den
3. Beob., Befrag. …
Möglichst präzise Frageformulierungen könnten sein:
Wie oft haben Sie in den letzten sieben Tagen Kontakt mit Freunden
gehabt?
Anzahl:
Wie oft haben Sie in den letzten sieben Tagen Kontakt mit
Familienangehörigen gehabt?
Wie oft haben Sie in den letzten sieben Tagen Kontakt mit Nachbarn
gehabt?
Wie häufig fühlen Sie sich einsam?
immer
sehr oft
oft
manchmal
selten
sehr selten
nie
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3. Beob., Befrag. … 3. Fragebogenaufbau Fragebogenerstellung: Kunst, aber auch Regeln !!! Ablauf bewusst wählen:
3. Beob., Befrag. …
3. Fragebogenaufbau
Fragebogenerstellung: Kunst, aber auch Regeln !!!
Ablauf bewusst wählen:
Die ersten Fragen spannend (Eisbrecher);
aber ohne Einfluss auf die nächsten Fragen !!
Fragen, die zusammengehören, in Blocks zusammenstellen;
aber eventuell mit Pufferfragen (sinnvolle) !!
Die wichtigsten Fragen im mittleren Drittel !!
Positionseffekte beachten !!
z. B. Wie geht es Ihrem Ehepartner?
Wie geht es Ihrer Familie?
Ganz wichtig: Pretest !!!!!!!!!!!!
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3. Beob., Befrag. … 3. Fragebogenaufbau Funktionsfragen: - Einleitungsfragen - Übergangsfragen bei Themenwechsel -
3. Beob., Befrag. …
3. Fragebogenaufbau
Funktionsfragen:
- Einleitungsfragen
- Übergangsfragen bei Themenwechsel
- Ablenkungs- oder Pufferfragen
- Filterfragen zur Bildung von Untergruppen
- Kontrollfragen
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3. Beob., Befrag. … Gängige Fragebogensünden 1. Keine stringente Ableitung: Thema - Forschungsfrage -
3. Beob., Befrag. …
Gängige Fragebogensünden
1. Keine stringente Ableitung: Thema - Forschungsfrage -
Erhebungsfragen, stattdessen gleich los mit den
Erhebungsfragen.
2. Der Fragebogen ist zu lang.
3. Die Formulierungen sind zu kompliziert
(so wie man eben etwas ausdrückt, wenn man lange darüber
nachgedacht hat).
4. Es werden Dinge gefragt, die man gar nicht wissen will, und die bei
der Analyse dann auch nicht mehr berücksichtigt werden.
5. Auswertung nicht bedacht
(immer erst die Tabellen entwerfen, bevor man fragt)
Kurz: Ein Fragebogen muss im Hinblick auf die Befragten und
die Sache entwickelt werden.
© Gerd Meier: Psychological Research; 10-03-30
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Faculty II: Business Psychology