Sie sind auf Seite 1von 1

Friede sei mit Dir, lieber ... !

... zum inneren Gebet möchte ich Dir folgendes sagen: Nimm Dir
nicht irgendwelche großen Aufgaben vor, setze Dir keine Fristen,
sondern meide stets und in allem das Böse, die Übertretung
äußerer oder innerer Gebote, und zwinge Dich zum Guten. Wenn es
Dich auch große Anstrengungen und Kämpfe kostet, sollst Du
versuchen, nicht nach Deinem Willen zu handeln, sondern wie es
der Herr in seinen heiligen Geboten will. Nicht umsonst heißt es,
das Himmelreich leide Gewalt, und "die Gewalt tun, die reißen es zu
sich" (Mt I 1,12). ( ... )
Du bist von der großen Gnade Gottes gerettet worden, der den
Tod des Sünders nicht will. Du warst dem geistlichen Untergang
bereits nahe, und nach dem Tod hätte Dich der Abgrund der Hölle
erwartet; Du wolltest und konntest mahnende Worte nicht hören.
Es bedurfte eines radikalen Mittels, um Dich vom verhängnisvollen
Weg abzubringen, eines Mittels, das Dir dann der Herr auch in
Form einer Krankheit geschickt hat. Begehre deshalb nicht gegen
Gott auf, verzage nicht, sondern danke ihm für seine Güte und für
seine Sorge um deine Rettung. "Wen Gott liebt, den bestraft er".
Du bist nun näher zu ihm gekommen, beleidige ihn nicht durch
deine Undankbarkeit und die Verletzung seiner heiligen Gebote.
Um ein konzentriertes Gebet zu erreichen, muß man vor Gott und
den Menschen demütig sein. Ohne Demut nach der
Gesetzmäßigkeit des Sündigens auf jede Sünde Trauer folgt - als
vielmehr aus Liebe zu Dir, um Dich vom sündigen Leben
loszureißen und Dir den Weg des Heils zu weisen. Sei Gott dafür
dankbar; er hat sich um Dich gesorgt. Beleidige ihn also nicht mit
freiwilligen Sünden, sondern bekämpfe alles Böse. Sonst kann es
sein, daß Du noch mehr als früher leidest. Vergib mir, falls ich Dich
auf irgendeine Weise gekränkt haben sollte. Viele Grüße und
Gottes Segen.

http://www.scribd.com/doc/27159986/Briefe-Eines-Russischen-Starzen-an-
Seine-Geistlichen-Kinder