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Z.

Gerontologie 12, 417—425 (1979)


© 1979, Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, Darmstadt
ISSN 0044-281 X

Klinik für medizinische Rehabilitation und Geriatrie


im Krankenbaus der Henriettenstiftung Hannover
(Chefarzt: Dr. med. Joachim Rustemeyer)

Die Misere des Subjekts in der geriatrischen Rehabilitation


U. Kobbe
(Eingegangen am 12. März 1979)

I. Einleitung

Rehabilitation — ganz gleich auf welchem medizinischen Fachgebiet — ist ein


immer mehr geförderter Zweig der Dienstleistungsangebote unserer Gesellschaft.
Die Notwendigkeit rehabilitativer Maßnahmen beschreibt Jochheim (21) wie folgt:
„Der Patient wird entlassen, die Krankheit ist .besiegt'. Zurück bleiben oft Behinderungen
des Stütz- und Bewegungsapparats oder der inneren Organe durch zentrale und periphere
Lähmungen oder Beeinträchtigungen der Sprache, der Lernfunktion und des Verhaltens.
Damit der Kranke wieder in unsere Gesellschaft ,paßt', müssen Rehabilitationsmaßnahmen
ergriffen werden."
Hiervon bleibt in der Praxis häufig nichts anderes übrig als eine weitgehend
auf funktioneile Wiederherstellung des Patienten konzentrierte Therapie.
Rehabilitation — das bedeutet zumeist die Bereitstellung von Diensten wie
Krankengymnastik und Ergotherapie (41). Vordergründig geht es hierbei zugleich
um eine Aktivierung und Verselbständigung des Patienten; dennoch stehen sub-
jektive Beeinträchtigungen als Grund therapeutischer Interventionen wohl an
letzter Stelle der Interventionsskala. (Dies ist zumindest meine eigene Berufs-
erfahrung aus einer neurologischen und einer internistisch-geriatrischen Reha-
bilitationsklinik.) Zugleich erscheinen jedoch alle rehabilitativen Bemühungen lang-
fristig hinfällig, wenn es nicht über das Eingehen auf individuelle Bedürfnisse,
Empfindungen und Gefühle des einzelnen Patienten und durch das Akzeptieren
dieser seiner inneren Prozesse gelingt, eine aktive Auseinandersetzung mit der
verbleibenden Teilbehinderung und eine konstruktive Anpassung an sein ,So-sein'
zu erreichen.

II. Geriatrische Rehabilitation

In dem o. g. Artikel Jochheims (21) wird die dominante Orientierung rehabili-


tativer Maßnahmen an den funktionellen Behinderungen sehr deutlich, obwohl
gerade hier die „Rehabilitationsprobleme auf dem Gebiet der Neurologie und
Psychiatrie" behandelt werden sollen — einem Bereich also, der wohl am ehesten
zur Einbeziehung der mit einer Behinderung verbundenen subjektiven Problematik
prädestiniert ist. Dennoch werden Beeinträchtigungen
— der Selbständigkeit in der Körperpflege, der Einnahme der Mahlzeiten und des An- und
Ausziehens;

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418 Zeitschrift für Gerontologie, Band 12, Heft 5/6 (1979)

— der Beweglichkeit in der Wohnung und auf der Straße;


— der beruflichen Entfaltung im bisherigen Beruf, im Arbeitsleben überhaupt und in der
Schule;
— der sozialen Integration in der Familie, in der Ehe und Partnerschaft sowie im Freizeit-
bereich
vom Autor unter der Oberschrift „Funktionelle Beeinträchtigungen" subsummiert.
Was bedeutet dies aber alles für das konkrete Individuum selbst? Was geht in ihm
vor? Und was empfindet der Betroffene selbst während und nach der Rehabilitation
angesichts seiner Behinderung?
Es reicht m. E. nicht aus, die Bedeutung einer plötzlich eingetretenen Behinderung
nur implizit mit anzusprechen
— das Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung eines Patienten mit kompletter motorischer
Aphasie;
— der Zweifel an dem eigenen Selbstwert und die sog. reaktiven Depressionen angesichts der
eingetretenen Unbeholfenheit oder Unfähigkeit (9);
— die nicht nur verbal sondern auch z. B. durch Schlagen dokumentierte Ablehnung der
plegischen Extremität;
— die Resignation und der Widerstand gegen die (funktioneile) Therapie bei Patienten mit
prothetischer Versorgung (vgl. hierzu auch Mellgren [31]);
— der Wunsch nach einem baldigen Sterben bei alten Patienten in der Rehabilitation und
ihre Angst vor dem Altersheim (17)
sind ja nicht nur akzidentelle Begleiterscheinungen einer funktionellen Beeinträch-
tigung, sondern eng mit dieser verflochten. Eine Aufgliederung von ohnehin bei
nicht behinderten Alten bestehenden persönlichen Schwierigkeiten findet sich bei
Bergeest et al. (4); Thomae (49) charakterisiert die Problemsituation dieser Alters-
gruppe als:
„50—60 Einen neuen Lebensstil entwickeln.
60—70 Entscheiden, ob und wie man zu einem sozialen Disengagement komme.
70—80 Das Beste aus diesem Disengagement machen."

Aus der Interdependenz von funktionellen Beeinträchtigungen als ,objektiver'


Funktionsstörung und ,subjektivem' Erleben ergibt sich zugleich auch die Not-
wendigkeit einer integrativen Therapie durch zumeist Angehörige verschiedener
Disziplinen (53). Das theoretische Fundament zu einer praxisbezogenen inter-
disziplinären Interventionsgerontologie stellte Lehr (28) in ihrer Vergleichsunter-
suchung relevanter deutscher und amerikanischer Zeitschriften vor. Daß ohne-
hin die Zielsetzung medizinischer Rehabilitation im Alter neben der Verbesserung
funktioneller Möglichkeiten darauf gerichtet sein muß, „den Menschen zu befähigen,
sein eigenes Altern zu bejahen und zu akzeptieren" sowie „das Selbstwertgefühl
des Alternden und Alten zu stärken", wird bereits 1972 von Steinkopff hervor-
gehoben.

III. Zur Situation behinderter Alter

Letztendlich haben geriatrische Patienten in der Rehabilitation häufig ver-


änderte (Selbst-)Wahrnehmungs- und Interaktionsstrukturen (23), wobei das Ver-
halten wiederum als eine Reaktion auf die subjektiv wahrgenommene (und inter-
pretierte) Situation definiert werden kann (34).
Die Anwesenheit in einer Reha-Klinik etabliert bereits die Personenkategorien,
die dort vermutlich anzutreffen sind und zu denen der Patient selbst auch gehört.
Kobbe, Die Misere des Subjekts In der geriatnschen Rehabilitation 419

Die Charakterisierung und Abgrenzung derartiger Kategorien erfolgt durch Attri-


buierung bestimmter Eigenschaften.
„Ein solches Attribut ist ein Stigma, besonders dann, wenn seine diskreditierende
Wirkung sehr extensiv ist; manchmal wird es auch ein Fehler genannt, eine Unzulänglich-
keit, ein Handikap" (19).
Patienten mit physischen Deformationen erleben diese Etikettierung intensiv und
entwickeln zum Teil ein Inferioritätsbewußtsein, das zu einer Diskrepanz von
virtualer und aktualer Identität des Individuums führt.
„Wenn diese Diskrepanz bekannt oder offensichtlich ist, beschädigt sie seine soziale
Identität; sie hat den Effekt, dieses Individuum von der Gesellschaft und von sich selbst
zu trennen, so daß es dasteht als eine diskreditierte Person angesichts einer sie nicht
akzeptierenden Welt" (19).
Zugleich bestimmen die Befriedigung und Nichtbefriedigung von dem Subjekt
wichtigen Bedürfnissen die Wahrnehmung der Umwelt, auf die es sich bezieht
und über die es sich selbst definiert (34). Die Stigmatisierung erfolgt insgesamt
also bereits durch den Betroffenen selbst und ist in der Reha-Klinik meist mit
einer emotionalen Ambivalenz verbunden wenn es daraum geht, wen das Indi-
viduum nun als seinesgleichen akzeptieren muß.
„Denn diese anderen werden nicht nur offenkundig stigmatisiert sein und daher anders
als normale Person, als die der Neue sich zu kennen meint, sondern können auch andere
Attribute haben, mit denen sich zu verbinden er schwierig findet" (19).
Die Wahrnehmung von sich selbst über andere orientiert den gehandicapten alten
Menschen nicht nur in bezug auf sein Unvermögen, es konfrontiert ihn geradezu
damit. Hinzu tritt die offensichtliche Visibilität der Behinderung, des Stigmas also,
die vom Individuum im allgemeinen (sofern der Patient nicht ,kritikschwach' ist)
in ihrer Bedeutung überschätzt wird. Patienten leiden nicht nur unter der aktuellen
körperlichen Funktionsbeeinträchtigung und unter ihrer sozialen Ausgliederung
in ein Krankenhaus, sondern antizipieren zugleich die (Un-)Möghchkeit der Be-
wältigung bestimmter Alltagssituationen. Der alte Mensch weiß noch nicht,
„daß der physisch Behinderte zusätzlich zu den Techniken in der Behandlung Fremder
Spezialtechniken entwickeln kann, um über die anfängliche taktvolle Distanz, die er
wahrscheinlich erfährt, hinauszukommen; er kann versuchen, zu einer ,persönlicheren' Ebene
vorzustoßen, wo sein Defekt in der Tat aufhören wird, ein kritischer Faktor zu sein — ein
mühsamer Prozeß, den Fred Davis den ,Durchbruch' nennt. Außerdem berichten körperlich
Stigmatisierte, daß Normale, mit denen sie wiederholt zu tun haben, nach und nach,
innerhalb bestimmter Grenzen, von ihrer Unzulänglichkeit weniger zurückgestoßen werden,
so daß so etwas wie ein normalisierter Tagesablauf sich hoffnungsvoll entwickeln kann"
(19).
Voraussetzung zu einer solchen Bewältigung ist für den behinderten Alten die
Erarbeitung eines Gleichgewichts zwischen motivationalen und rational-kognitiven
Systemen während der Rehabilitation, das zu einer nicht nur situativen ,Anpassung'
an das Altern und die Behinderung führt (34). Eine entscheidende Mitwirkung hier-
bei kommt den nächsten Bezugspersonen, dem Ehepartner meist als erstem, zu.
Die Partner diskreditierbarer Alter können nach dem Krankenhausaufenthalt eine
entscheidende Rolle beim Management sozialer Situationen spielen, in dem das
Stigma ihres Partners unterschiedlich stark zum Tragen kommt. Sozialer Kontakt
wird offensichtlich nicht in einem Kontinuum von Beziehungen, sondern vielmehr
in verschieden strukturierten Beziehungen wie der öffentlichen Straße mit ihren
unbekannten Anderen, den flüchtigen Beziehungen beim Einkaufen, der Nachbar-
420 Zeitschrift für Gerontologie, Band 12, Heft 516 (1979)

schaft und dem Zuhause geprägt. Die jeweils typischen Diskrepanzen von virtualer
und aktualer sozialer Identität erfordern dementsprechend ebenso charakteristische
Anstrengungen aller, die Situation zu meistern. ,Täuschen' kann hierbei u. a. eine
der möglichen Verhaltensweisen des physisch Stigmatisierbaren sein — und sei dies
auch unbeabsichtigt (z. B. im Falle einer älteren Dame mit TEP, die für andere
,normal' die Straße entlanggeht, deren vermeintliche Intaktheit aber beim Besteigen
der Straßenbahn späterer Diskreditierung unterworfen ist).
An dieser Stelle wird deutlich, daß eine enge Verflechtung besteht zwischen
der medizinisch-funktionellen Rehabilitation und der Akzeptierung sowie dem
Bewältigen beschädigter Identität durch bestimmte Techniken (Verbergen von
Stigma-Symbolen, Aufrechterhaltung physischer Distanz, Darstellung des Handi-
caps als Zeichen eines anderen Attributs, Reduktion der Aufdringlichkeit eines
Stigmas durch Kuvrieren) auf Seiten des Patienten.

IV. Altersspezifische Auffälligkeiten

Ein Großteil der o. g. Probleme infolge beschädigter Identität stellt sich allen
physisch gehandicapten Patienten; im Alter kommen jedoch die Angst vor dem
Alter(n) sowie neu in den Vordergrund tretende Konflikte hinzu, die durch
Bedrohungen und/oder Verluste des sozialen Status, der individuellen Aufgaben,
der Bezugspersonen, der körperlichen und/oder psychischen Fähigkeiten entstehen
(38). Zum Teil können weiterhin die Fähigkeiten zur Verarbeitung belastender
psychischer Konfliktsituationen eingeschränkt sein, so daß sogenannte regressive
Verhaltensweisen mit diesen einhergehen (39). In einer Zusammenfassung kon-
statiert Bergener (6) bezüglich dieser psychodynamischen und ja keineswegs aus-
schließlich cerebralorganisch bedingten Prozesse „eine geringe Ich-Stärke mit deut-
licher Tendenz zur Introversion, mangelnde Flexibilität und Anpassungsfähigkeit",
das individuelle Resultat einer bestimmten Selbst- und Fremdwahrnehmung wird
so auf statistische Persönlichkeitsmerkmale reduziert, deren tendenzielle Verände-
rung durch andere Interaktionsformen und Beziehungen kaum noch möglich
erscheint! Die von Thomae (48) aufgestellte und durch Fisseni (18) bestätigte
kognitive Theorie des Alterns eröffnet an dieser Stelle z. B. (psycho-)therapeutiscbe
Handlungsmöglichkeiten.

V. Stigmatisierungsmechanismen

Andererseits besteht im Falle eines psychotherapeutischen Vorgehens während


der geriatrischen Rehabilitation das Risiko erneuter Stigmatisierung des Betroffenen,
wenn ein ärztlicher Fragebogen zur Aufnahme in ein Alters- oder Pflegeheim dem
einweisenden Arzt die Frage stellt: „Hat schon einmal* eine psychiatrische oder
psychotherapeutische Behandlung stattgefunden?"; auch die Frage, ob „sich jemals1''
. . . Zeichen einer Verwirrtheit oder Desorientierung" gezeigt haben, deutet auf eine
recht rigide Vorstellung der .altersgerechten' Psychodynamik hin. Hier wird die
Tatsache außer acht gelassen, daß die subjektive Bedeutung eines Erinnerungs-
gegenstandes für dessen Reproduktion und für die u. U. erinnerte qualitative
Veränderung gegenüber der Realität im Alter entscheidende Bedeutung erlangt
und zu den ,normalen' psychischen Altersveränderungen gehören kann (11, 22).

*) Kursivdruck durch den Verfasser.


Kobbe, Die Misere des Subjekts in der geriatrischen Rehabilitation 421

VI. Gerontologie und Sprache

Ergänzt wird diese Misere des Subjekts in der geriatrischen Rehabilitation durch
den Sprachgebrauch bezüglich seiner individuellen „Auffälligkeiten": in einer
Betrachtung der im Anhang aufgelisteten Veröffentlichungen zeigt sich, daß die
Nomenklatur („le signifiant") trotz der bezeichneten Psychodynamik („le signifie")
statisch ist; aktive Prozesse gerinnen so in ihrer Beschreibung zu Zuständlichkeiten
und werden auf „soziopsychiatrische Fragestellungen", „soziale Variablen" (Berge-
ner), auf „aktuelle Dekompensationsfaktoren" (Viehweg), auf „psychophysische
Gesundheitsgefüge" (Eitner) oder auf „psychosoziale Problembereiche" (Brusis)
wie auch auf „Knäuel kumulierender möglicher pathogenetischer, psychischer,
sozialer und somalischer Determinanten" (Kanowski) usw. reduziert.
Bildlich gesprochen bleibt nichts anderes übrig, als um die geschriebenen Wörter
herumzugehen und sie von allen Seiten zu betrachten, um dennoch eine „conception
dynamiste de l'individu concret" (36, 37) zu gewinnen.

VII. Konsequenz sthenischer Sichtweisen

Insgesamt spiegelt ein Großteil der geriatrisch-rehabilitativen Beiträge ein


biologisch-organizistisches Denken wider (vgl. 7), das im Gegensatz zu einem ganz-
heitlichen Erfassen menschlicher Probleme steht.
Die körperliche Behinderung steht im Vordergrund allen Interesses und wird
von dem ihr anhaftenden subjektiven Erleben getrennt; so geht Seyfert (45)
in seinem Artikel über die Therapiemöglichkeiten beim Schlaganfall zwar aus-
führlich auf medizinisch-somatische Probleme, Risikofaktoren und Therapeutika
ein, doch bleiben bei seiner Forderung nach Hochdruckbehandlung, Rauchabstinenz
sowie Gewichtsabnahme bei Übergewicht die hierfür verantwortlichen psychischen
Ursachen der Krankheitsentstehung bzw. die affektiv-emotionalen Prozesse wäh-
rend der Befolgung ärztlicher ,Auflagen' (kein Rauchen, weniger oder anders essen)
gänzlich unerwähnt. Auch Depressionen beispielsweise sind zwar ,reaktiv', d. h.
offensichtlich mit einer Behinderung einhergehend, doch gilt der alte Patient
grundsätzlich als rehabilitiert, wenn die funktionellen Einschränkungen aufgrund
„physiko-mechanischer Maßnahmen" (Zitat aus einer Arztbesprechung) nicht mehr
bestehen oder prothetisch kompensiert werden können. Daß sich subjektive und
individuelle Einstellungen zur Krankheit (zum Stigma) z. B. in Form eines ge-
störten oder veränderten Selbstbildes verständigt haben können und Inferioritäts-
empfindungen durch den äußerlichen Rehabilitationserfolg nicht korrigiert werden
müssen, das ist vielen Therapeuten in der Geriatrie nicht bewußt. Sie postulieren
zwar den Patienten als „unteilbares Ganzes" (13), doch definieren sie Gesundheit
meist nur über körperliche Unversehrtheit plus annehmbarem sozialem Status.
Psychisches Wohlbefinden wird hierbei implizit angenommen, jedoch entsprechen
institutionelle Therapieangebote nur selten dieser Ganzheitlichkeit: solange
Gruppenaktivitäten im Freizeitbereich (Sing-, Mal-, Spiel- und ,Klön'-Gruppen)
noch von der persönlichen Initiative und Motivation von Praktikanten der Be-
schäftigungstherapie abhängen, diese wie auch andere gruppentherapeutischen Akti-
vitäten (z. B. Entspannungsübungen, Gesprächsgruppen) nicht annähernd gleich-
berechtigt neben die funktionell-rehabilitativen Maßnahmen gestellt werden,
solange dürfte auch die Misere des Subjekts in der geriatrischen Rehabilitation
bestehen bleiben.
422 Zeitschrift für Gerontologie, Band 12, Heft 5/6 (1979)

VIII. Erfordernisse

Bedauerlicherweise enthalten auch neuere Planungen nur wenig oder kaum


subjektzentrierte Gesichtspunkte des Umgangs mit den stigmatisierbaren Alten:
das Med. Konzept eines Geriatrischen Rehabilitationszentrums in Hannover
(Lindner) geht zwar von der Tatsache psychosozialer Schädigungen (z. B. „Aus-
gliederung aus der normalen altersgerechten Sozialstruktur") und der Notwendig-
keit eines breiten Therapiekonzeptes aus, doch handelt es sich letztendlich in der
jetzigen Fassung ,nur' um organisatorisch-technische Maßnahmen zur Verbesserung
(oder Prävention) der „Beeinträchtigung des Sozialstatus". So geht auch der
Erfahrungsbericht von Rustemeyer (43) nicht auf den ,subjektiven Faktor' einer
Behinderung im Alter und ihrer nachfolgenden Ausgliederung in die Rehabilitation
(vgl. VIF-Bericht 1978), ein, obwohl er ursprünglich „das subjektive Krankheits-
erleben des alten Patienten, sein Leiden am Altern" (42) in die rehabilitativen
Maßnahmen unbedingt einbezogen sehen will und ja auch einbezieht.
Offensichtlich wird die Veränderung der subjektiven Sicht des eigenen Lebens-
raumes und der hierin trotz Behinderung und Stigma gegebenen alternativen
Möglichkeiten in den gegenwärtig existierenden Einrichtungen nur ansatzweise
versucht. Sicher ist die geriatrische Rehabilitation noch Neuland, doch sollten
Erfahrungen wie sie z. B. Thomas (48) und Flsseni (18) darstellen einbezogen
werden. Eitner (14, 15) spricht hierbei von einer Unterstützung der „Rehabili-
tationsmaßnahmen durch aktivierende psychohygiemsche Programme", die — wenn
auch unter bestimmten gesellschaftspolitischen Perspektiven — einen Ansatz zur
Integration von auf das konkrete Individuum orientierten rehabilitativen Inter-
ventionen in die allgemeine geriatrische Rehabilitation darstellen.
Nach meinen Erfahrungen reicht das individuelle Engagement des betreffenden
Stationsarztes z. B. tatsächlich nicht aus: erst die gemeinsamen Besprechungen von
Angehörigen verschiedener Disziplinen (5) gewährleisten das Zusammentragen
medizinischer, psychischer und sozialer Aspekte zu einer ganzheitlichen Sichtweise.
Auf den bedeutenden Einfluß der Zusammenarbeit eines Rehabilitationsteams
mit den Angehörigen des Patienten und ihrer gemeinsamen „psychologischen
Führung des erkrankten Betagten . . ., der am Anfang der Behandlung oft resigniert,
bequem oder widerspenstig reagiert", wird von Estape und Steinmann (16)
ausdrücklich hingewiesen.
(Noch großzügiger' definierte Konzepte einer „Gerontologie sociale" sieht Huet (20)
in der Zusammenfassung von Ärzten, Soziologen, Psychologen, Wirtschafts- und Ver-
waltungsfachleuten durch die französische Regierung realisiert, wogegen die sog. Verbund-
forschung zum Zusammenwirken biologischer, physiologischer, soziologischer, sozialpsycho-
logischer und psychischer Einflüsse auf den Prozeß des Alterns in der Bundesrepublik
Deutschland geradezu bescheiden ist [vgl. 26, 33].)
Neben interdisziplinärer Kooperation scheint der größte Nachholbedarf in der
psychotherapeutischen Intervention zu liegen (52). Battegay und Mitarb. (3) wie
auch Steinmann (47) stellen ja Möglichkeiten zu gruppendynamischem und
-therapeutischem Arbeiten mit Alterspatienten dar; auf die nachweisbare Ver-
minderung emotionaler Schwierigkeiten durch patientenzentrierte Encountergruppen
mit alten Menschen machen Bergeest et al. (4) in einem Untersuchungsbericht auf-
merksam. Lehr (27, 29) unterstreicht den ,subjektiven Faktor' von Rehabilita-
tionsmaßnahmen durch ihre Überlegung zu Veränderungen des Erlebens und Ver-
haltens; auch wenn (und gerade weil) eine hohe Übereinstimmung zwischen hoher
psychischer und sozialer Aktivität mit psychophysischer Befindlichkeit besteht,
Kobbe, Die Misere des Subjekts in der geriatriscben Rehabilitation 423

müssen die seelischen Anteile eines Krankheitsgeschehens insbesondere angesichts


der häufig mehrfachen Behinderung alter Patienten (Seh- und/oder Hörschwächen
mit ihrem psychischen Deprivationscharakter) verstärkt und gezielt in Rehabili-
tationsvorhaben integriert werden. Hierbei stellen auch subjektspezifische Bedürf-
nisse an alters- und behindertengerechte Architektur (35) durchaus ernst zu neh-
mende Umweltfaktoren dar: auch von ihnen hängt die psychophysische Befindlich-
keit ab.

IX. Praktische Schlußfolgerungen

So würde m. E. für eine geriatrische Rehabilitationsklinik von einer Größen-


ordnung wie der unseren (100 Patienten) eine eng kooperierende Gruppe aus
l Diplom-Psychologen, l Diplom-Pädagogen oder Sozial-Pädagogen sowie l So-
zialarbeiter die Interventionskompetenzen und -kapazitäten erheblich effektivieren.
Ziel einer solchen stations- oder pflegeeinheitübergreifenden Therapeutengruppe
kann jedoch keineswegs die Aufhebung des Engagements z. B. der Stationsärzte
sein, sondern sollte vielmehr in einem Einbringen subjektzentrierter Gesichtspunkte
in die Therapie und in dem Anbieten komplementärer therapeutischer Inter-
ventionen bestehen. Hierbei geht es keineswegs um eine ,Psychologisierung' alters-
bedingter degenerativer Prozesse denn vielmehr um die Erweiterung der Hand-
lungskompetenzen der Institution selbst. Bislang unterliegt das therapeutische
Angebot zum Großteil den aus biologisch-organizistischer Sicht- und Denkweise
entstandenen funktioneilen Diensten; ein wie oben skizziertes psychosozial ar-
beitendes Team könnte bei guter Zusammenarbeit mit Ärzten, Ergo- und Physio-
therapeuten sowie pflegerisch-therapeutischem Personal nicht nur den psycho-
dynamischen (und damit subjektiven) Faktor gleichberechtigt neben die anderen
Behandlungsschwerpunkte stellen, sondern durch sein Hineinwirken in alle Dis-
ziplinen auch einen deutlich integrierenden Einfluß in Richtung einer ganzheitlichen
Therapie ausüben*.
So definiert die Weltgesundheitsorganisation WHO ,Gesundheit' ja auch als den
„Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens
und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen". Wenn das Subjekt aber
derart deutlich in die Medizin (= in die geriatrische Rehabilitation) eingeführt
wird, müssen sich die dort therapeutisch Tätigen auch verdeutlichen, daß Be-
handlung und Rehabilitationserfolge an anderen als den üblichen Maßstäben
gemessen werden müssen. Sie werden dazu gezwungen, Ereignisse nicht (nur) mit
den eigenen Augen zu sehen und zu beurteilen, sondern mit den Sinnen des
Patienten zu sehen und zu erleben. Eine solche Sichtweise bedingt dementsprechend
ebenso eine Relativierung der nur allzu häufig gestellten Fragen nach Rentabilität'
und/oder ,Effektivität' von Therapeuten gleich welcher Disziplin, die sich der — ge-
rade bei alten Menschen — zeitintensiven Beschäftigung mit dem Subjekt im zu
rehabilitierenden Patienten zuwenden.

Zusammenfassung
Dieser Artikel ist eine subjektive Sicht des konkreten Individuums in der geriatrischen
Rehabilitation. Ausgehend von eigenen Berufserfahrungen wird anhand einer umfassenden

*) Hierzu gehört m. E. auch die von Brengelmann (50) geforderte psychologische Schulung
und therapeutische Einbeziehung von „Putzfrauen, Pflegern und Hilfskräften".
Kobbe, Die Misere des Subjekts in der geriatrischen Rehabilitation 423

müssen die seelischen Anteile eines Krankheitsgeschehens insbesondere angesichts


der häufig mehrfachen Behinderung alter Patienten (Seh- und/oder Hörschwächen
mit ihrem psychischen Deprivationscharakter) verstärkt und gezielt in Rehabili-
tationsvorhaben integriert werden. Hierbei stellen auch subjektspezifische Bedürf-
nisse an alters- und behindertengerechte Architektur (35) durchaus ernst zu neh-
mende Umweltfaktoren dar: auch von ihnen hängt die psychophysische Befindlich-
keit ab.

IX. Praktische Schlußfolgerungen

So würde m. E. für eine geriatrische Rehabilitationsklinik von einer Größen-


ordnung wie der unseren (100 Patienten) eine eng kooperierende Gruppe aus
l Diplom-Psychologen, l Diplom-Pädagogen oder Sozial-Pädagogen sowie l So-
zialarbeiter die Interventionskompetenzen und -kapazitäten erheblich effektivieren.
Ziel einer solchen stations- oder pflegeeinheitübergreifenden Therapeutengruppe
kann jedoch keineswegs die Aufhebung des Engagements z. B. der Stationsärzte
sein, sondern sollte vielmehr in einem Einbringen subjektzentrierter Gesichtspunkte
in die Therapie und in dem Anbieten komplementärer therapeutischer Inter-
ventionen bestehen. Hierbei geht es keineswegs um eine ,Psychologisierung' alters-
bedingter degenerativer Prozesse denn vielmehr um die Erweiterung der Hand-
lungskompetenzen der Institution selbst. Bislang unterliegt das therapeutische
Angebot zum Großteil den aus biologisch-organizistischer Sicht- und Denkweise
entstandenen funktioneilen Diensten; ein wie oben skizziertes psychosozial ar-
beitendes Team könnte bei guter Zusammenarbeit mit Ärzten, Ergo- und Physio-
therapeuten sowie pflegerisch-therapeutischem Personal nicht nur den psycho-
dynamischen (und damit subjektiven) Faktor gleichberechtigt neben die anderen
Behandlungsschwerpunkte stellen, sondern durch sein Hineinwirken in alle Dis-
ziplinen auch einen deutlich integrierenden Einfluß in Richtung einer ganzheitlichen
Therapie ausüben *.
So definiert die Weltgesundheitsorganisation WHO ,Gesundheit' ja auch als den
„Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens
und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen". Wenn das Subjekt aber
derart deutlich in die Medizin (= in die geriatrische Rehabilitation) eingeführt
wird, müssen sich die dort therapeutisch Tätigen auch verdeutlichen, daß Be-
handlung und Rehabilitationserfolge an anderen als den üblichen Maßstäben
gemessen werden müssen. Sie werden dazu gezwungen, Ereignisse nicht (nur) mit
den eigenen Augen zu sehen und zu beurteilen, sondern mit den Sinnen des
Patienten zu sehen und zu erleben. Eine solche Sichtweise bedingt dementsprechend
ebenso eine Relativierung der nur allzu häufig gestellten Fragen nach Rentabilität'
und/oder .Effektivität" von Therapeuten gleich welcher Disziplin, die sich der — ge-
rade bei alten Menschen — zeitintensiven Beschäftigung mit dem Subjekt im zu
rehabilitierenden Patienten zuwenden.

Zusammenfassung
Dieser Artikel ist eine subjektive Sicht des konkreten Individuums in der geriatrischen
Rehabilitation. Ausgehend von eigenen Berufserfahrungen wird anhand einer umfassenden

'•'} Hierzu gehört m. E. auch die von Brengelmann (50) geforderte psychologische Schulung
und therapeutische Einbeziehung von „Putzfrauen, Pflegern und Hilfskräften".
424 Zeitschrift für Gerontologie, Band 12, Heft 5/6 (1979)

Literaturübersicht die weitgehende Vernachlässigung der subjektiven Anteile am Krankheits-


geschehen alter Patienten aufgezeigt und auf psychodynamische subjektzentrierte Ansätze
hingewiesen.
Offensichtlich bleiben viele therapeutische Möglichkeiten in diesem Bereich ungenutzt,
weil eine biologisch-organizistische Denkweise den Blick für das psychische Geschehen
verhindert oder dessen Umdeutung in funktioneile Ausfälle bedingt.
Die sinnvolle Ergänzung könnte in diesem Kontext ein gut kooperierendes Team
psychosozial orientierter Therapeuten in der geriatrischen Rehabilitationsklinik sein.

Resume

Cet article offre une vue subjective de l'individu concret dans le cadre de la rehabilitation
genatnque. La frequente negligence de la subjectivite des maladies des personnes ägees
et des possibilites d'une therapie psychodynamique et centree sur l'individu est demontree
en se basant sur l'experience personnelle acquise en clinique et sur des resumes d'une ample
litterature gerontologique.
II semble que l'orientation biologique des therapeutes medicaux les empeche d'accorder
leur attention aux processus psychiques ou bien les conduise a une reinterpretation de
ceux-ci comme trouble fonctionnel.
Une equipe de therapeutes d'orientation psychosociale serait le complement opportun
des cliniques de rehabilitation geriatrique.

Literatur

1. Ärztlicher Fragebogen zur Vorlage bei der Henriettenstiftung Alters- und Pflegeheime,
Schwemannstraße 2, 3000 Hannover-Kirchrode. — 2. Antwort der Bundesregierung auf
die Große Anfrage zur Lage der Behinderten und Weiterentwicklung der Rehabilitation.
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Anschrift des Verfassers:


Dipl.-Psych. Ulrich Kobbe
Klinik f. med. Rehabilitation und Geriatrie
Schwemannstraße 19, 3000 Hannover 71