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Ulrich Kobbe

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Nähe und Distanz - Beziehung als Chance (1990)

Bez i ehungskiste "Von Schopenhauer haben wir die kleine Geschichte von den Stachelschweinen, die sich im Winter auf der Flucht vor der Kälte in ihre Höhle zurückziehen und dort eine doppelte Er- fahrung machen: wenn sie sich zu weit voneinander- entfernt niederlassen, frieren sie, drohen gar im Schlaf zu erfrie- ren; wenn sie sich aber zu dicht aneinander schmiegen, ver- letzen sie sich gegenseitig böse mit ihren Stacheln. Es geht also um den richtigen Abstand zum anderen. Es geht um die richtige Mischung von Nähe und Distanz. Wieviel Nähe ertra- gen, wieviel Distanz brauchen wir?" (Guggenberger 1987, 36-37)

In diesem Eingangsreferat zur Arbeitsgruppe möchte ich im folgenden einige Anregungen oder Impulse zum Thema geben und Nähe-Distanz-Beziehungen aus unterschiedlichen Sichtweisen

betrachten.

Bez i ehungsrauster

Im Maßregelvollzug haben wir fast immer mit schwer gestörten Menschen zu tun - ganz gleich ob mit Psychotikern oder Per- sönlichkeitsgestörten. Bei beiden Gruppen stellt sich das Problem der Herstellung von Nähe wie der Wahrung von Grenzen oder Distanzen. Es geht unsererseits um die Beziehungsauf- nahme zum Patienten, die im Bereich der Forensischen Psychiatrie nie wirklich vorurteilsfrei sein kann: die zur Zwangsunterbringung führende Tat ist als normverletzende,

vorwerfbare Handlung mit moralischen Bewertungen verbunden und erschwert eine wertneutrale helfende Haltung ungemein. Immerhin sind forensisch-psychiatrische Tätige ja auch als

Privatpersonen potentiell von Straftaten betroffen, so daß eine durch das Alltagsleben begründete Einstellung zu Straf- tätern -und seien sie auch psychisch krank- existiert. Andererseits sind wir an einen vage definierten fachlich-

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beruflichen Einstellungsbegriff gebunden, der seinerseits mit den Handlungserwartungen der Sicherung und dem Hand- lungsauftrag der Besserung zu kollidieren droht (vgl. Kobbe 1989a, 212-213).

In dieser konflikthaften Konstellation geht es um die an- fangs akzeptierend-geduldige - nicht permissive - Haltung der Mitarbeiter, um ihre Einfühlung in die Gegenübertra- gungsgefühle des Patienten, doch darf diese Empathie weder grenzenlos noch idealisiert werden. Es geht weiterhin um eine Beziehung im Hier-und-Jetzt, die eine Abgrenzung von Hier und Dort beinhaltet und auf die fundamentalen Erfah- rungsanteile von Innen und Außen, von Ich und Nicht-Ich ver- weisen (vgl. Laing 1974, 216). Diese Beachtung der inneren und der äußeren Wirklichkeit des Patienten erscheint inso- fern wichtig, als die Vermengung beider Realitäten zu Un- sicherheiten, zu paranoiden Vorstellungen führen kann, in

denen es nur noch Freunde oder Feinde gibt (s. Mitscherlich 1983, 7). Die therapeutische Verbindungsarbeit zwischen psy- chotischer Innenwelt und äußerer sozialer Realität spiegelt sich in Kohuts Konzept der 'optimalen Frustration' wieder (Kohut 1987), nach dem bei allem empathischen Verstehen der narzißtischen Wünsche des Patienten stets ein bestimmter innerer Abstand, eine gewisse Verweigerung des Therapeuten

fortbesteht. D.h. es

Doppelcharakter von Nähe und Distanz, Wohlwollen und Fru- stration, die in ihrer ebenso spannenden wie anstrengenden Zwiespältigkeit zum Teil zum schwer erträglichen Dilemma werden kann (vgl. Kobbe 1989b).

handelt sich um eine Haltung mit dem

Beziehungsfalle

So pendeln Mitarbeiter im MaßregelVollzug angesichts der Doppelbindung des Sicherungs- wie Behand.lungsauftrags und angesichts der frühen Störungen der Patienten zwischen Zu-

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neigung und Ablehnung, zwischen einfühlsamem Verstehen und ratlosem Unverständnis, zwischen innigem Rapport und distan- ziertem Kontakt, zwischen -wenn auch skeptischer- Hoffnung und verärgerter Aufgabe oder Abbruch der Beziehung, zwischen befremdetem Idealisiertwerden und schwer erträglichem Ent- wertetwerden. Es geht diesen Patienten um Nähe oder Distanz, nicht Nähe und Distanz - d.h. es geht um ein Ja oder Nein. Spitz (1978) überschrieb seine Zusammenfassung von Einzel- untersuchungen zur Entwicklung des Ich, zur Entfaltung und Gestaltung der Objektbeziehungen, zur Grundlegung und Festi- gung der Persönlichkeitsstruktur innerhalb der ersten beiden Lebensjahre mit dem Titel 'Nein und Ja'; er legt ausführlich

dar, daß die Bejahung und der Wunsch nach Bejahung psycho- dynamisch als wesentliches Merkmal des Triebes/der Triebab- fuhr primärprozeßhaft sozusagen angeboren ist und daß der Erwerb des Nein erst einen sekundärprozeßhaften Entwick- lungsschritt innerhalb der Objektbeziehungen darstellt. Er schreibt zusammenfassend:

"Die

Erwerbung des 'Nein' ist der Indikator für die neu er-

reichte Stufe der Autonomie, für die Wahrnehmung des ' ande- ren' und die Gewahrung des ' Selbst' . Es bezeichnet den Be- ginn einer Neustrukturierung der Denkvorgänge auf einer hö- heren, komplexeren Ebene. Es gibt den Anstoß zu einer ausge- dehnten Ichentwicklung, in deren Rahmen die Vorherrschaft des Realitätsprinzips über das Lustprinzip immer ausgepräg- ter wird" (S. 111 ).

Nun bezieht sich dieser Exkurs über das Ja und das Nein nicht nur auf den Patienten, sondern ebenso auf die Mitar- beiter in der Psychiatrie, die bejahend vermeintliche Nähe herstellen, den Patienten verneinend auf Distanz schicken.

Beziehungsklärung

In den Parabeln vom Ja-Sager und vom Nein-Sager arbeitet Brecht (1966) heraus, daß die gebräuchliche Art des Ja- Sagens, des Sich-in-den-Brauch-Schickens -und sei in den Brauch des Duzens von Patienten- auf ihre Vernunft zu prüfen

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ist. Man könnte meinen, dieses Problem des Ja-Sagens sei so gegenwärtig nicht, doch machen fast alle von uns die Erfah- rung, daß sie von Patienten hinsichtlich verschiedener Zusa- gen gedrängt werden und nur mit Mühe das unter Umständen vernünftige Nein au'ssprechen können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben und ohne sich vom Gegenüber distanziert zu haben (s. Pörksen 1980 sowie Groth 1983).

Nietzsche formuliert in seiner drastisch-bildhaften Sprache hierzu:

"Wahrlich, ich mag auch solche nicht, denen jegliches Ding gut und diese Welt gar die beste heißt. Solche nenne ich die Allgenügsamen. Allgenügsamkeit, die alles zu schmecken weiß:

das ist nicht der beste Geschmack! Ich ehre die widerspen- stigen wählerischen Zungen und Mägen, welche 'ich' und 'ja'

sagen lernten. Alles aber kauen und verdauen -

das

und

das ist eine rechte Schweine-Art!

- lernte allein der Esel, und wer seines Geistes ist! " (Nietzsche 1884, 158).

'nein'

Immer I-A

sagen

Dies sind harte Worte, doch meint Nietzsche mit der Esel-

metapher, das

voraus und ein anderes folge ihm: das Ja (I-A) des Esels ist

es ist ein Ja, das kein Nein kennt und kein Nein zu

kluge Wort laute ' ja' , doch gehe ihm ein Echo

falsch;

sagen weiß (vgl. Deleuze 1976, 192 ff. ), es ist keine wirk-

liche Bejahung. Überhaupt ist die Jasagetendenz ein in der Testpsychologie bekanntes Phänomen und Problem, nutzen Werbepsychologen u. a. die Veranlagung zur Zustimmung oder Bejahung ebenfalls aus. Ähnlich Brecht (vgl. Witter 1980) textet denn auch Tucholsky:

"Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein."

Er setzt aber ebenso hinzu:

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"Nun kann nur Nein sagen, wer das Ja tief in sich fühlt

und dieser weiß, was das ist".

Bezi ehungs weis e

Mein großes Ja bildet Sätze mit kleinem Nein.

Neue Standpunkte fassen Beschlüsse und bestehen auf Vorfahrt.

Jeder Colt sagt Zwischen Anna und Anna entscheide ich mich für Anna.

Grau ist di<5 Messe.

Denn zwischen Schwarz und Weiß,

immer verängstigt,

grämen sich Zwischentöne. Mein großes Ja

bildet Sätze mit kleinem nein:

Dieses Haus hat zwei Ausgänge;

ich benutze den dritten. Im Negativ einer Witwe

in meinem Ja .liegt mein nein begraben. (Grass 1967, 144-145)

Bez i ehurigs kl üngel

So ist auch unser notgedrungenes Ja zur Bitte, zum Antrag,

7,ur Forderung des Patienten, ist unser routinehaft-verein-

fachendes Du keine wirkliche emotionale Nähe, keine authen-

tische Hinwendung zum anderen (s. auch Guggenberger 1985,

48-51): Patienten erkennen dies alsbald, sind bezügl. ihrer

selbsttäuschenden Verführungen der Mitarbeiter in der Folge

ebenso autoaggressiv-verärgert wie auch bezügl. der ent-

täuschend geringen Selbstbewußtheit des Mitarbeiters für

diesen u. U. abwehrend aggressiv (s. hierzu Dörner und Plog

1978, 153 ff. ).

Hier offenbart sich eine Beziehungsfalle, die innerhalb

eines Ambivalenzmodells anschaulich wird: wie im Spannungs-

bogen zwischen Ja und Nein ist jedes Erleben im Bezugsrahmen

eines Spannungsfeldes angesiedelt und werden alle Erlebnis-

Inhalte "durch Gegensätze bestimmt, seien es so allgemein-

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verbindliche Gegensätze wie groß und klein, schön und häß-

lich, oder viel individuellere, der Lerngeschichte jedes

einzelnen Menschen entsprechende und deshalb subjektive Ge-

gensätze" (Bauriedl 1984, 30). So ist jede Erlebnisqualität

Ergebnis einer Auswahl aus unendlich vielen Wahlmöglichkei-

ten, beinhaltet jedes Ja zahlreiche Neins. Dieses Modell

ermöglicht, bei gestörten intrapsychischen und zwischen-

menschlichen Beziehungen immer auch auf die Gegenläufigkeit

der Interaktion hinzuweisen, die durch den Satz "der Patient

ausgedrückt werden kann und vom

wünscht und fürchtet

Beziehungsaspekt her bedeutet: "Tu das, aber tu es ja

nicht!" So wird die fehlende Frustrations- bzw. Spannungs-

toleranz zwischen den ambivalenten Polen von Nähe und Di-

stanz, von Ja und Nein zur Beziehungsfalle für den Partner.

"

Die Bewältigung dieser paradoxen Kommunikation (s. Watz-

lawick, Beavin und Jackson 1972, 171 ff. ) ist für uns wohl

nur durch ein ausschließliches Eingehen auf die konkreten

nicht abstrakten- Lebenswelten und Erlebnisinhalte, durch

ein klares, eindeutiges Sprechen und Handeln möglich, denn

frühgestörte Patienten stehen offenbar besonders hilflos

" affektiv-kognitiven Widersprüchlichkeiten, Unklarheiten und

undurchsichtigen Vorgängen im zwischenmenschlichen Bereich

gegenüber; sie vermögen diese nicht zu durchschauen, können

sich schlecht wehren" (Ciompi 1982, 352; vgl. Kobbe 1989b,

715). Abgesehen davon, daß Patienten und Therapeuten u.U.

gegenseitig versuchen, sich verrückt zu machen (Searles

1959), gibt es angeblich auch eine - chauvinistisch ausge-

schlachtete - Erziehung, Ja zu sagen und damit gegen den

eigenen Willen zu handeln (s. beispielsweise Bachmann 1988),

u.U. auch eine Unklarheit, wie denn die Beziehung zu gestal-

ten sei: so erhielt eine frühere Kollegin von Patienten den

liebevollen wie (zu)treffenden Spitznamen ' Dusy' (= Du-Sie),

weil sie zu Beginn die eine wie die andere Anrede

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wechselhaft verwandte, in ihren Kontakten zu Patienten wie

zu Kollegen anfangs unklar blieb.

Bez i ehungs analys e

Mit Du und Sie sind wir nun endgültig beim Stichwort Bezie- hung angelangt, ohne bisher zu wissen/geklärt zu haben, was denn dieser inflationär gebrauchte Begriff meint.

Im klinisch-psychiatrischen wie psychotherapeutischen Be- reich wurde von unterschiedlichen Autoren ein psychoanalyti- sches Entwicklungsmodell der frühen emotionalen Bindungen des Kleinkindes zu seinen Bezugspersonen herausgearbeitet, das als Objektbeziehungstheorie in aller Munde ist und

meist mit Kernberg (1981, 1983,

1988) in Verbindung ge-

bracht wird. (Eine zusammenfassende Darstellung gibt Brusset

1988.) In ähnlicher Weise schrieb Bauriedl (1984) ihr Buch zur Beziehungsanalyse, ohne den Begriff als solchen näher zu definieren. Selbst Altmeister Watzlawick und Mitarbeiter

(1972, 1974) helfen uns nicht wesentlich weiter, wenn sie

Inhalts- und Beziehungsaspekt der Kommunikation unterschei-

den und formal feststellen, der Beziehungsaspekt sei eine

Kommunikation über eine Kommunikation (1972, 55) und damit mit dem Begriff der Metakommunikation identisch, dessen De-

der Verwendung von Begriffen ist, die

"nicht mehr Teil der Kommunikation sind, sondern (im Sinne des griechischen Präfix meta) von ihr handeln" (1972, 41- 42). Diese ebenso dürftig wie banal erscheinende Erklärung wird von Meister (1987) als "systematische Schlamperei bei der Begriffsbildung" gekanzelt (s. auch Kobbe 1988); Meister

finition eben die

schreibt weiter:

"Die Konfusion, die mit. dem Beziehungsbegriff einhergeht,

ist mit dem bisher Gesagten noch nicht vollständig ausgelo-

tet.

zwei weiteren Bedeutungen verwendet: einmal als Synonym für den Affekt, der jeder menschlichen Kommunikation inhärent

Der Begriff wird von Watzlawick et al. in mindestens

ist;

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Zum anderen wird der Begriff ' Beziehung'

auch

in

seiner umgangssprachlichen Bedeutung benutzt, etwa im Sinn von 'fester Beziehung' , 'Freundschafts- oder Liebesbezie- hung' . Diese Bedeutung, die beim Gebrauch des Beziehungs- begriffs immer mitklingt, verdient unsere besondere Aufmerk- samkeit; enthält sie doch die Historizität menschlicher Be- ziehungen, ihre Zeitlichkeit und Geschichte. Diese wichtige Dimension menschlicher Beziehungen, und d.h. auch mensch- licher Kommunikation, ist vollends aus der Theorie verbannt. Da die Verfasser die Rolle von Bedürfnissen und Motiven für das Zustandekommen und die Aufrechterhaltung von Bezie- hungen leugnen, zerfallen sie ihnen unter der Hand in lauter disparate Kommunikationsstücke" (S. 78-79).

Entsprechend unzureichend bzw. verkürzend-falsch ist denn auch bei diesem Klassiker der Kommunikationstheorie die willkürliche Feststellung, der Beziehungsaspekt einer Mit- teilung dominiere über den Inhaltsaspekt, so daß dieser zur Irrelevanz verkümmert bzw. für Beziehungszwecke instrumenta- lisiert wird (s. auch Schülein 1976, 63). Lediglich in einer kurzen Arbeit über ' Einige formale Aspekte der Kommunika- tion' beziehen sich Watzlawick und Beavin (1972) auf den Bereich der "dyadischen inter-personellen Kommunikation".

Beziehungsdefinition - ein Exkurs

In ganz anderer und wesentlich konstruktiverer, verständ- licherer und praxisnaher Art und Weise greift Schulz von Thun (1988) den Beziehungsaspekt einer Nachricht auf und beleuchtet ihn von verschiedenen Seiten und ausgiebig in einem eigenen Kapitel (S.156-208).

Beziehungsstiftung

Ganz offensichtlich geht es um ein Aufeinander-bezogen-Sein

bzw. ein Sich-aufeinander-Beziehen als soziologisch-

psychologisch-philosophische Grundbegriffe, zu denen wir durch die Überlegungen Bubers (1984) zum dialogischen Prin- zip Zugang erhalten. Buber beschreibt die "Zwiefältigkeit" des Menschen so, daß ein Ich immer ein Ich-Du beinhaltet:

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"Das Grundwort Ich-Du stiftet die Welt der Beziehung"

(S. 10),

d.h.,

"der Mensch

wird am Du zum Ich" (S. 32) und

erlebe diese Beziehung zum Du unmittelbar ohne dazwischen stehende Begrifflichkeit, ohne Vorwissen o.a.; Beziehung, das ist nach Buber Gegenseitigkeit, in der mir das Du begeg- net und ich in unmittelbare Beziehung zu ihm trete: "Ich werde am Du; ichwerdend spreche ich Du. Alles wirkliche Le- ben ist Begegnung" (S. 15); s. auch Wachinger (1979).

Obj ektbeziehung(stheorie)

Diese Begegnung findet im Leben eines Menschen erstmalig und grundlegend in der Interaktion zwischen Mutter und Kind

statt.

Ein Dialog, der psychoanalytisch Objektbeziehung (s. oben) genannt wird, doch denkt man bei diesem Begriff in keiner

Weise an einen zwischen einem Kind und einem lebenden

ner vor sich gehenden Prozeß. Daher bezeichnet Spitz (1982)

alltagssprachlich

als Dialog, der als Vorläufer des Gesprächs bereits Elemente aller späteren Dialoge in sich trägt:

diesen Teil der frühen Objektbeziehungen

Part-

In dieser Dyade zwischen beiden entsteht ein Dialog.

"Aussage und Erwiderung, Erörterung, Streitgespräch, Zustim- mung, Synthese. Die Synthese, die im Laufe der Dialog-Vor- läufer eingegangenen Kompromisse, sind für die Ich-Bildung von größter Bedeutung; sie bedeuten die Aufspaltung der Be- triebe in Teile, mit denen man fertig werden kann, was u.a. zur Neutralisierung führt. Daher ist der Dialog der Beitrag der Umwelt zur Entstehung, Entwicklung und schließlich Festigung von Ich, Selbst, Charakter und Persönlichkeit" (S. 25).

Dieser Ausschnitt einer Gegenseitigkeit von Mutter und Kind ist natürlich kein verbaler Dialog:

"Es ist ein Austausch von Handlung und Reaktion, der inner- halb der Dyade als Kreisprozeß vor sich geht, als konti- nuierlicher, sich wechselseitig stimulierender Rückkoppe- lungsstromkreis. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Vorläufer des Dialogs, eine archaische Form des Gesprächs.

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Beim Menschen führt er schließlich zum Erwerb Austauschs, der Sprache" (S. 70).

des verbalen

Unter einem etwas anderen Aspekt beschreibt Schorsch (1986), daß Kommunikation da bzw. dann einsetze, wo innerhalb einer ursprünglichen - Einheit die Verbindung gestört sei. So müssen in der ontogenetischen Entwicklung Mutter und Kind lernen, nach der Geburt "nonverbal und verbal zu kommuni- zieren, nachdem ihr früheres Eins-Sein durchbrochen ist" (Seite 126). Schorsch weist auf die Komplementarität von Kommunikation mit Kommunion (als empathischem Mitschwingen im Zustand des Einsseins) hin und verdeutlicht dies am Bei- spiel des Verliebtseins: hier bedürfe es nur weniger Worte,

um sich in der Einheit zu verstehen, doch müsse man nach dem Verlust dieser anfänglichen Einheit "Wege erkunden, um über einen Umweg wieder zueinander und in die Einheit zurückzu- finden (und zwar zu einer Einheit als Kommunion, welche die Verschiedenheit durchaus miteinbezieht)" (Seite 126).

In Fortsetzung dieser Überlegungen beschreiben Laing,

Phillipson und Lee (1971) eindringlich,

durch das Du bedingt ist, keineswegs statisch oder einheit- lich ist: zwischenmenschliche Wahrnehmung schafft in der Entwicklung mehr und mehr unterschiedliche Perspektiven des Gegenüber, so daß mein Erfahrungsfeld nicht nur aus meinem direkten Bild von mir selbst, meinem ' ego' , und dem des/der anderen, dem ' alter' besteht, sondern darüber hinaus durch

mein Bild von dem Bild, daß sich die anderen -du, er, sie also- von mir machen.

daß das Ich, das

Diese wahrnehmungs- und erfahrungsabhängigen Selbst- und Fremdbilder lassen sich m.E. gerade hinsichtlich Nähe- und Distanz-Verhältnissen am anschaulichsten anhand der von

Berne (1970) entworfenen Transaktionsanalyse darstellen. Seine vereinfachende Psychologie der menschlichen Beziehun- gen operiert mit verschiedenen Ich-Zuständen ein und dessel-

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ben Individuums, dessen Gefühls- und Verhaltensrepertoire strukturell einem Eltern-Ich, einem Erwachsenen-Ich oder einem Kindheits-ich zuzuordnen sind. D.h., jeder von uns hat Reaktionen, die denen von Elternfiguren ähneln, hat Fähig- keiten, die autonom auf den reifen Umgang mit der Wirklich- keit ausgerichtet sind, und besitzt in seinem Inneren re- gressive fixierte Relikte aus seiner frühen Kindheit, die unter bestimmten Voraussetzungen wirksam werden. Zwar ist diese Theorie an sich weder anspruchsvoll noch etwas Beson- deres, doch lassen sich zwischenmenschliche Verhaltensweisen und ihre Störungen anhand dieser Ich-Zustände als unter- schiedlich strukturierte und ungleich komplexe Beziehungen

betrachten, die als 'Spiele' bezeichnet werden. Der Vorteil

dieser Spieltheorie besteht insbesondere darin, nicht aus den Augen zu verlieren, daß das Verhalten meines Gegenüber

als Funktion des eigenen Verhaltens anzusehen ist (s. Laing, Phillipson und Lee 1971, S.19), daß ich durch mein Verhalten auf deine Erfahrung von mir, auf deine Erfahrung von dir und

auf dein Verhalten Einfluß nehme und umgekehrt; d.h. daß ge- störte Kommunikationen nicht nur statische Ursachen in der

durch die Art

meiner Beziehungsaufnahme oder -erwiderung beeinflußt wird, daß Beziehungen etwas Lebendiges, aktiv zu Gestaltendes sind

Pathologie des anderen haben, sondern auch

(s. insbesondere Laing 1971).

Beziehungsangst

Beziehung, das ist also die Dialektik von Nähe und Distanz,

deren Erfolg im klinisch-psychiatrischen Zusammenhang wohl darin besteht, daß die Wiederherstellung der Nähebedürfnisse frühkindlicher Grundausstattungen des Patienten wie sie bei-

spielsweise Moser (1979) anschaulich beschreibt, in der rea-

litätsprüfenden Distanz des Erwachsenen-Ich durchgehalten und ausgetragen wird. Denn dies betrifft Grundformen mensch- licher Angst (Riemann 1975), die auftritt als Angst vor Ein-

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samkeit, Isolierung und Distanz, wenn wir uns als Individuum bejahen und gegen andere abgrenzen, damit aus der Geborgen- heit der Gruppe, des Dazugehörens und der Gemeinsamkeit her- ausfallen. "Denn je mehr wir uns von anderen unterscheiden, um so einsamer werden wir, und sind damit der Unsicherheit, dem Nichtverstanden-, dem Abgelehnt-, u.U. dem Bekämpftwer- den ausgesetzt" (Riemann 1975, 13). Angst jedoch tritt eben- so auf in der Anpassung an die Gruppe und in der Unterord- nung unter ihre Ziele, nämlich als "Angst, unser Ich zu ver- lieren, abhängig zu werden, uns auszuliefern" und unsere Individualität nicht selbst verwirklichend oder selbstbewußt leben zu können.

Beziehungsarbeit

Im Maßregelvollzug erinnert diese Balancearbeit, die sich auf Nähe und Distanz richtet, an Grenzwanderungen und Selbstüberforderungen in fremden (Sub-)Kulturen, an ein fast ethnopsychiatrisches Interesse am faszinierenden Anderen, seinem anziehend-bedrohlichen Wahnsinn, dessen Fremdheit Näherungen hervorbringt und dessen Nähe immer etwas Fremdes enthält (vgl. Negt 1987 und Wulff 1987). Sollte Nietzsche Recht haben, wenn er von der Nächstenliebe schreibt?

"Ihr drängt Euch um den Nächsten und habt schöne Worte da- für. Aber ich sage Euch: Eure Nächstenliebe ist Eure schlechte Liebe zu Euch selber.

Ihr flüchtet zum Nächsten vor Euch selber und möchtet Euch daraus eine Tugend machen: aber ich durchschaue Euer 'Selbstloses' .

Das

zum

Nächsten.

aber noch nicht das Ich: so drängt sich der Mensch hin

Du ist älter als das Ich; das Du ist heilig gesprochen,

Rate ich Euch zur Nächstenliebe? Lieber noch rate ich Euch zur Nächsten-Flucht und zur Fernsten-Liebe!

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Ihr haltet es mit Euch selber nicht aus und liebt Euch nicht genug: nun wollt Ihr den Nächsten zur Liebe verführen und Euch mit seinem Irrtum vergolden.

Ich wollte, Ihr hieltet es nicht aus mit allerlei Nächsten

und deren

Freund und sein überwallendes Herz schaffen.

Nachbarn; so müßtet Ihr aus Euch selber Euren

Ihr ladet Euch einen Zeugen ein, wenn Ihr von Euch gut reden

wollt;

ken, denkt Ihr selber gut von Euch".

und wenn Ihr ihn verführt habt, gut von Euch zu den-

(Nietzsche 1883, 51)

So wäre denn das Nahesein in der Fremde, die Nächstenliebe eine Kolonisierung von Wahnwelten und damit Flucht aus der eigenen ungeliebt-öden Normalität? Dies würde bedeuten, daß der andere krank sein mufl, damit ich mich normal und wohl- fühlen kann, daß der andere böse und straffällig sein muß, damit ich gut und hilfreich-vergebend sein kann (s. auch

Heinrichs 1982).

Bez i ehungsk rankheit "Der eine geht zum Nächsten, weil er sich

der

andere, weil er sich verlieren möchte. Eure schlechte Liebe zu Euch selber macht Euch aus der Einsamkeit ein Gefängnis". (Nietzsche 1883, 51)

sucht, und

Hiermit spricht Nietzsche die sadomasochistischen Facetten unserer Beziehungen zu den einzusperrenden Kriminellen und zu bessernden Kranken an, i.nnerhalb derer wir ebenso bedürftig-abhängig, helfend und/oder selbstlos nah sein

könn(t)en wie eben auch aggressiv-entwertend, sich bewei- send, bestimmend-kontrollierend und/oder distanzierend (vgi. Schulz von Thun 1989). Es geht sehr wohl darum, beide Mög- lichkeiten von Nähe und Distanz sowie alle Schattierungen dazwischen im zwischenmenschlichen Kontakt leben zu können,

sich in diese Beziehungsaufnahme und -gestaltung insofern auf den Gegenüber einzustellen, als man bei psychisch er- krankten, aber auch bei einem Teil der schwer persönlich-

keitsgestörten Patienten äußere Beziehungsarrangements an- treffen kann, in denen sie eine mittlere Position zwischen

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(zu viel) Nähe und (zu viel) Distanz einnehmen "oder durch ein 'reales Splitting' entgegengesetzte Strebungen bei ver- schiedenen Partnern konfliktfrei befriedigen können. Ein interpersonales Arrangement garantiert hier eine kompromiß- haft dosierte Teilbefriedigung, ohne Desintegrations- und Grenzverlustängste (durch zu große Nähe) zu mobilisieren" (Mentzos 1988, 68). Ebenso geht es aber auch darum, sich der eigenen Befindlichkeit und Gegenübertragungsgefühle -der Angst, der Aggression, des Schuldgefühls, der Langeweile oder Schläfrigkeit, der Unterwerfung in der Gegenübertragung (Racker 1953)- bewußt zu sein und ihnen gerecht zu werden.

D.h. , daß es auf Seiten der Patienten u. a. sadistische

Überlch-Anteile, ein (Selbst-)Bestrafungsbedürfnis geben kann, das auf die Mitarbeiter projiziert wird (s. Fenichel 1925, Reik 1925, Ferenczi 1928) und das wir im Maßregelvoll- zug auszuagieren auch geneigt sind. D.h. des weiteren, daß

es u. a. aber auch ebenso

selten des Personals gibt, die im Sinne eines "inneren Sabo- teurs" (Fairbairn) dazu führen, daß der oder die betreffen- den Mitarbeiter die Erfolge in ihrer eigenen Berufsarbeit

hintertreiben, sei

Racker 1956), sei es im Umgang mit den Kollegen. - Zugleich

jedoch

trolle im Sinne einer institutionalisierten psychosozialen Abwehr aus, wodurch er sich immer wieder mit dem Aneignungs- und Gewaltverbot des Strafrechts identifiziert, sich selbst bestätigt und durch Projektion eigener Schuldgefühle auf den Gesetzesbrecher affektiv entlastet (s. Mentzos 1988, 93-95, sowie Mitscherlich 1971).

unbewußte masochistische Züge auf

es

im

Kontakt mit dem Patienten (vgl.

übt jeder Mitarbeiter im Maßregelvollzug soziale Kon-

Beziehungsbeliebigkeiten

Daß uns all dies nicht wirklich bewußt wird, liegt abgesehen von individuellen Verdrängungsleistungen, die das Ich

der

humanistische Psychologie zur Norm erhobenen

zu Nähe und

schützen,

auch

an

in den helfenden Berufen durch die

Sozialisation

Emotional itat. Eine

Kollegin beschreibt dies so:

"Das

erste Mal in meinem Leben empfinde ich es als ' gefähr-

lich' , daß wir alle so sozial-fähig sind: wir können schnell

Kontakt herstellen, im Nu ist man bei m ' Du' , jeder kann je- derzeit über seine Gefühle schwätzen und ' sich einbringen' . Lauter ' vertrauensbildende, näheschaffende Maßnahmen' , die ihre Wirkung tun. Aber zu Unrecht. Ich stelle fest, daß ich in diesen Kreisen 'falsch programmiert' bin: ich gehe von Freunden aus. Dabei sind die Beziehungen alle neutral, ge- fühlsoffen, jedoch in der Ausdrucksform überaus herzlich und

direkt. Die wahre Beziehung ist nun schwieriger

len.

Vorsicht angebracht. Mißtrauens-vorschuß oder Neutralitäts- Phase, die länger angesetzt werden muß, weil man dem rasch entstehenden Klima nicht trauen darf. Es hat keine Substanz,

ist nicht durch Erfahrungen miteinander gewachsen. Wir sind schon fast vertraulich miteinander, bevor wir uns überhaupt kennengelernt haben.

festzustel-

Man

muß

sehr genau hinhören. Im Grunde ist doppelte

Diese durchgeschulten Experten sind beziehungsmäßig ver- führerisch und daher gefährlich - falls von der Beziehung irgend etwas abhängt, falls man sich gegenseitig schaden kann, Interessenkonflikte da sind. Nach wie vor ist es sinn- voll, unterscheiden zu können zwischen Freunden und Feinden" (van der Laan 1985).

Und dennoch umgeben wir uns von früh bis spät mit Näheillu- sionen und suchen Situationen, die Nähe glauben machen - was dafür spricht, daß wir beides brauchen: die Nähe und die

Näheillusion. Die Nähe, weil wir sozialbedürftige Menschen sind, und die Illusion, weil uns die authentische Nähe so

fehlt, daß wir die an sich leicht zu durchschauende

(Selbst-)Täuschung zu gern als Wirklichkeit nehmen, "frei

nach dem Motto: besser ein bißchen schizophren als ganz al- lein" (Guggenberger 1987, 36), denn "Illusionen empfehlen sich uns dadurch, daß sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer Statt Befriedigungen genießen lassen" (Freud 1915).

sehr

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Beziehungskrise

Lassen wir uns andererseits in unserer Beziehungsarbeit, um die es hier ja letztlich geht, nicht davon ablenken, daß die

Konzentration (der Rückzug?) auf die therapeutische

flikthafte Beziehung die verdrängte Nebenbedeutung hat, von

der öffentlichen Lebenswelt abzulenken, in der die Patienten

leben oder

uns hat ein stillschweigendes Bündnis geschlossen, sich auf die therapeutische Bearbeitung von persönlichen Schwierig- keiten zu beschränken, und bietet diesen Verzicht als Beweis für angebliche therapeutische Bescheidenheit an. Tatsächlich

leben werden (Bopp 1985, 70 ff. ). So mancher von

kon-

jedoch gleichen wir so unsere gesellschaftspolitische Fru- stration angesichts des nicht erfüllten/nicht erfüllbaren Reformoptimismus im Maßregelvollzug aus und halten sie aus unserer quasi-privatisierten therapeutischen Praxis heraus.

Beziehungspflege

In Beziehung treten zu forensisch-psychiatrisch Unterge- brachten bedeutet auch eine Konfrontation mit den gesell- schaftspolitischen Implikationen und Widersprüchen des Maß- regelvollzuges und somit eine fortwährende Infragestellung. Diese selbstkritische Anforderung verlangt dem einzelnen zusätzliche Fähigkeiten und Kräfte zur Krisenbewältigung eigener Anspannungen ab, so daß die gegenseitige Beziehungs-

pflege schwierig ist und viel Aufmerksamkeit, Zeit und Ener- gie verlangt. "Einer der Gründe ist hierbei zweifellos, daß der tägliche Umgang mit den Patienten (und insbesondere mit Individuen mit Störungen psychotischer Art) immer zutiefst angsterzeugend, mühevoll und störend ist. Diese Art von Be- ziehung mobilisiert tiefe Ängste und latente Aggressivität. Auch ein solches Problem bedarf der besonderen Aufmerksam- keit der Gruppe, sowohl was das eigene Bedürfnis nach einem Minimum an Heiterkeit und Gelöstheit bei der Arbeit, an Be-

friedigung und Anerkennung betrifft, als auch bezüglich einer kontrollierten Handhabung der persönlichen psychischen Schwierigkeiten und der Ängste und Unsicherheiten, die vor allem in den schwierigsten Momenten der Therapie auftreten" (Jervis 1978, 205). Was entscheidend ist, was zählt, ist die Struktur, die Solidarität der Beziehungen der Mitarbeiter und die Klarheit dieser Beziehungen. Nur bei aktivem verant- wortlichen Umgang wird es möglich sein, Begeisterung oder Engagement zu entwickeln anstatt 'auszubrennen' ("burn out"), in der oft schwierigen Arbeit lernbereit und lernfä- hig zu sein und das eigene emotionale Gleichgewicht gegen- über dem Patienten zu kontrollieren und wieder herzustellen; d.h., ein individueller und professioneller Anderer mit eigenen Wünschen und Belastungsgrenzen zu bleiben und nicht

zu routinierter Therapeutenmaschine zu geraten (s. Pörksen 1980, 45), vielmehr Nähe und Distanz in Beziehungen lebendig zu gestalten.

Beziehungsproblem "Einer lacht kümmert sich hält mein Gesicht mit Haut und Haar unter den Himmel läßt Wörter rollen aus meinem Mund einer der Geld und Angst und einen Paß hat einer der streitet und liebt einer rührt sich einer zappelt

aber nicht ich ich bin der andere der nicht lacht der kein Gesicht unter dem Himmel hat und keine Wörter in seinem Mund der unbekannt ist mit sich und mit mir nicht ich: der andere: immer der andere der nicht siegt noch besiegt wird der sich nicht kümmert der sich nicht rührt

der andere der sich gleichgültig ist von dem ich nicht weiß von dem niemand weiß wer er ist

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der mich nicht rührt das bin ich" (Enzensberger 1972, 72)

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