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Martin Seckendorf Griechenland, dem inzwischen vertragsgemäß britische Truppen zu


Ein einmaliger Raubzug Hilfe geeilt waren, im Frühjahr 1941 mit überlegenen Kräften nieder­
zuwerfen.)
Die Wehrmacht in Griechenland - 1941 bis 1944

Die Besatzungsorganisation4

Der Besatzungsapparat in den deutschen Zonen Griechenlands war von


Am Sonntag, dem 6. April 1941 fiel die Wehrmacht von Bulgarie~us der Wehrmacht dominiert. Die Militärs waren mit der rechtsetzenden
in Griechenland ein. Bereits am 27 . April war Athen gefallen; am 30. und vollziehenden Gewalt ausgestattet. Alle für die Griechen und die
April standen die deutschen Truppen an der Südspitze der Peloponnes. deutsche Herrschaft in Griechenland wichtigen Fragen wurden von der
Zwischen dem 20. Mai und dem I. Juni wurde gegen unerwartet hart­ Wehrmacht entschieden.
näckigen, für die Deutschen verlustreichen Widerstand die Insel Kreta Bis Juni 1941 war ganz Griechenland provisorischen Besatzungsor­
erobert. J Für die Griechen begann die leidvolle Besatzungszeit, die auf ganen der Wehrmacht unterstellt, die große Vollmachten besaßen. Ober­
dem Festland bis zum 2. November 1944, auf einigen Inseln bis zum stes Besatzungsorgan war das Armeeoberkommando 12. Die "Befrie­
Mai 1945 dauerte. Der unprovozierte Überfall und die militärische Un­ dung" und Verwaltung des Landes hatte die 12. Armee dem "Komman­
terwerfung waren das erste Verbrechen der Wehrmacht gegen die Grie­ danten des rückwärtigen Armeegebietes 560" übertragen. Für die
chen, die Ursache und Voraussetzung für alle weiteren dem griechi­ schnellstmögliche Sicherung aller deutschen Wirtschaftsinteressen war
schen Volk während der Besatzungszeit aufgebürdeten Lasten und zu­ die bei der 12. Armee seit Januar 1941 eingerichtete Wehrwirtschafts­
gefügten Leiden. organisation zuständig. Die sofortige Aufnahme des geheimpolizeili­
chen Kampfes gegen ,,Kommunisten und Juden" sowie andere "Reichs­
feinde" oblag der Einsatzgruppe Griechenland der Sicherheitspolizei
I und des Sicherheitsdienstes. Die Aufgaben dieser Gruppe im Verband
der 12. Armee waren vor dem Überfall zwischen dem Generalquar­
Seit dem deutschen Sieg über Frankreich im Sommer 1940 war Grie­ tiermeister des Heeres und dem Chef der Sicherheitspolizei und des
chenland in das Blickfeld der politischen und militärischen Führung in SD festgelegt worden. 5 Nach Abschluß der militärischen Operationen
Deutschland gerückt. Durch die Unterwerfung Griechenlands sollten wurde Griechenland - wie vor der Aggression festgelegt - in drei Be­
das bislang unbesiegte Großbritannien aus dem östlichen Mittelmeer satzungszonen geteilt. 6 Als Lohn für die Mitwirkung am Überfall er­
vertrieben und der deutsch-italienische Feldzug in Nordafrika unter­ hielt Bulgarien landwirtschaftlich wertvolle Gebiete in Nordgriechen­
stützt werden, Griechenland fungierte in den deutschen Absichten als land, die etwa 15% der Gesamtfläche Griechenlands ausmachten. Die­
Nachschub- undAbsprungbasis für offensive militärische Operationen se Gebiete wurden annektiert und bulgarisiert. Zuvor hatte sich Deutsch­
in Nordafrika und gegen Nahost. 2 land die rohstoffwirtschaftliche Nutzung dieser Zone vertragli~ '!;esi­
Als am 28. Oktober 1940 Italien von Albanien aus in Griechenland chert. Die deutschen Truppen zogen sich in zwei kleinere, für die l-..fach­
einfiel und die Aggression wegen der tapfer kämpfenden Griechen zu schub- und Absprungfunktion politisch und militärgeografisch wichti­
einem Desaster für das faschistische Bündnissystem zu werden drohte, ge Zonen zurück. Das Gebiet um Saloniki, ein Streifen an der türki­
wurden die deUtschen Kriegsplanungen intensiviert. Man beschloß, schen Grenze sowie einige Inseln in der Nordägäis wurden zum Be­

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1943 erhöhten sich die Besatzungskosten sprunghaft. Die Kosten fiir
das riesige Festungsbauprogranun, fiir die Verstärkung der deutschen
Auf dem Festland gab es vor allem in Nordgriechenland frühzeitig
Massenmorde an Zivilisten. Ende Oktober 1941 wurden von der 164.
Truppen und fiir die Aufstellung von Kollaborationseinheiten ftihrten lnfanteriedivision bei einer Aktion gegen Dörfer, die verdächtigt wur­
u.a. zur völligen Zerrüttung der Währung mit der höchsten Inflations­ den, als "Bandenriickhalt" zu dienen, einige Hundert Griechen erschos­
rate in allen besetzten Ländern. Der Geldumlauf stieg von 19 Mrd. sen oder erhängt, mehrere Ortschaften niedergebrannt und die überle­
Drachmen im März 1941 auf2.300.000 Mrd. Drachmen im September benden Frauen und Kinder umgesiedelt. 26 In Saloniki errichtete die
1944. Anfang 1944 erhielt die Wehrmacht monatliche Geldzuwendun­ Wehrmacht auch das erste "klassische" Nazi-Konzentrationslager auf
gen, die zwei Drittel des gesamten Drachmenumlaufes ausmachten. griechischem Boden. Das Lager diente daneben als Geiselreservoir fiir
Die Wirtschaft verfiel. DieVerelendung nahm ungeahnte Ausmaße an. 20 Massenerschießungen und als Richtstätte zurVollstreckung von Urtei­
Ab Juli 1941 nutzte die Wehrmacht zunehmend auch Produktions- und len der Kriegsgerichte. Im Oktober 1941 wurden im Lager 426 Grie­
Reparaturkapazitäten der griechischen Industrie. Ungefähr 335 Betrie­ chen erschossen und 10 gehängt.27
be arbeiteten fiir die BesatzungstruppenY Nach der Kriegswendel943, der Erklärung Griechenlands zur Fe­
Die wichtigste Aufgabe der Besatzungsbehörden war jedoch die Si­ stung und der Ausdehnung der deutschen Besatzung auf ganz Grie­
cherung der eroberten Gebiete "gegenAngriffe und Unruhen", wie Hitler chenland, nahm die Unterdrückung des Widerstandes durch massen­
dem Wehrmachtsbefehlshaber im Südosten befahJ.22 Die einzig erfolg­ hafte Mordaktionen deutlich zu. Die Veränderungen in der Gesamtlage
versprechende Methode zur Unterbindung aller Auflehnung und Be­ hatten eine verhängnisvolle Spirale in Gang gesetzt. Durch die ungün­
kämpfung jeden Widerstands erschien den Deutschen ein exzessiver stige Lage insgesamt erhöhten die Deutschen den Druck auf die Grie­
Terror. Differenziertere Herrschaftsformen wurden, zumal in der An­ chen, noch mehr Erze, Arbeitskräfte und Lebensmittelzu liefern, eine
fangszeit der Besetzung, bewußt ausgeschlossen. Schon "beim ersten noch größere Anzahl deutscher (und einheimischer Kollaborations-)Sol­
Anlaß" seien "unverzüglich die schärfsten Mittel anzuwenden, um die daten zu unterhalten sowie Material und Dienstleistungen fiir ein gi­
Autorität der Besatzungsmacht durchzusetzen", befahl das Oberkom­ gantisches Festungsbauprogranun - aus dessen Werken letztlich nie ein
mando der Wehrmacht (OKW) am 16. September 1941. 23 Nur diese Schuß auf die Alliierten abgefeuert wurde - bereit zu stellen. Die er­
Sprache verstünden die Einwohner, denen ein Menschenleben nichts folgreiche Abwehr einer Invasion der Alliierten verlangte zudem die ·
gelte. Alles andere würde den Deutschen als Schwäche ausgelegt. Schon "Befriedung" des inneren Festungsraums. Die ELAS, die Griechische
bald nach Beginn der Besetzung wurden massenhaft Grausamkeiten Volksbefreiungsarmee, aber war inzwischen zu einer militärischen und
begangen. Auf Kreta begann der große Terror noch während der Kampf­ von den Alliierten anerkannten politischen Größe herangewachsen. Die
handlungen. Da sich die Bevölkerung heldenhaft an der Verteidigung Griechen wehrten sich gegen die existentiell bedrohliche Erhöhung der
der Insel gegen die deutschen Invasoren beteiligte, wurde befohlen, für Lasten mit Protesten, Streiks und verstärktem bewaffneten Kampf. Die
jeden von Zivilisten getöteten oder verwundeten Deutschen 10 Kreter Wehrmacht reagierte mit eskalierendem Terror, der wiederum viele Grie­
oder die gesamte männliche Bevölkerung einer Gemeinde zu erschie­ chen zur ELAS fiihrte, die inzwischen den Deutschen nach einem Be­
ßen, die Orte zu zerstören sowie Frauen und Kinder umzusiedeln. 24 richt des Militärbefehlshabers Griechenland "erhebliche Verluste an
Auf diese Weise wollte sich die Wehrmacht auch für die ihrem Nimbus Menschen und Material" zufiigte. 28 Der massenhafte Terror blieb Haupt­
als Blitzkriegstruppe schädliche hartnäckige Verteidigung der Insel und instrument und Ultima ratio der Deutschen; trotz aller antikonununi­
die dabei erlittenen unerwartet hohen Verluste rächen. Der ersten Ter­ stisch motivierten Bemühungen nach politischer Differenzierung es­
rorwelle auf Kreta fielen bis Oktober 1941 etwa 2000 Kreter zum Op­ kalierten die Mordaktionen. Die Zahl der Toten stieg sprunghaft.
fer. 2s Mordaktionen mit 100 und mehr Toten waren fast alltäglich. Ganze

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Landstriche wurden entvölkert und verwüstet. Selbst routinemäßige II
Razzien in den Großstädten entarteten zu Blutbädern unter der Bevöl­
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kerung. Auch das Methodeninventar der Mörder wurde erweitert. Am Allenthalben wird in Deutschland (erst) neuerdings zur Kenntnis ge­
15. Juli 1943 befahl der erste Generalstabsoffizier der Heeresgruppe nommen, daß im besetzten Griechenland Verbrechen verübt wurden,
E, Foertsch, die Einführung von Geiselwagen bei Eisenbahntranspor­ die sich höchstens in der Zahl der Opfer, aber nicht in der - juristisch
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ten. Bei einemAngriffsollten durch vorsorglich angebrachte geballte gesehen - Begehungsweise von den beispielsweise in den besetzten
Ladungen und durch zusammengefaßtes Feuer aller Waffen der Be­ Gebieten der UdSSR begangenen Untaten unterscheiden. Man wirft
gleitmannschaften die Geiseln auf grauenvolle Art getötet werden. Bei die Frage auf, wie es zu den Massenverbrechen kommen konnte und
einer Besprechung bei der Heeresgruppe E berichtete am 2.5. 1944 der ~ registriert erstaunt, daß die Bestialitäten in Griechenland (und in Jugo­
,,Feingeist" unter den deutschen Militärs in Griechenland, der rür Süd­ slawien) nicht von speziellen "killing units", sondern von regulären,
griechenland zuständige Kommandierende General Feirny, über die er­ meist wehrpflichtigen Soldaten verübt wurden, deren Auftrag zwar auch
folgreiche Anwendung der Geiselwagen auf der Peloponnes.31 Am der Mord, aber wohl doch nur an ausländischen Militärpersonen im
10.2. 1944 befahl der Kommandant der Festung Kreta, Breuer, in An­ Kampf und nicht vorrangig an waffen- und wehrlosen Zivilisten, dar­
lehnung an den Foertsch-Befehl, die Mitfiihrung junger Mädchen als unter in großem Umfang an Frauen, Kindern und Greisen, war.
Geiseln bei LKW-Konvois, die bei Anschlägen ebenfalls sofort zu tö­
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ten seien. Aus Furcht vor der ELAS setzte die Wehrmacht Flugzeu­
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ge und weitreichende Artillerie gegen "bandenverdächtige" und ge­ Massenmord auf Befehl
gen solche Angriffe ungeschützte Dörfer ein, wobei meist alle Bewoh­
ner getötet wurden. Der Kommandant der Festung Kreta, Müller, for­ Eine wesentliche Ursache für den exzessiven Terror war der auch zeit­
derte, die Ortschaften, in deren Nähe(!) deutsche Soldaten angegriffen lich enge Zusammenhang des Überfalls auf Griechenland mit der deut­
wurden, "durch zusammengefaßte Feuerschläge der Artillerie" zu be­ sehen Aggression gegen die Sowjetunion. Die Planungen für beide
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schießen. Trotz aller Bemühungen, nach April 1943 nur noch die im Überfälle begannen etwa zur gleichen Zeit. Da sich die deutsche Füh­
antikommunistischen Sinne ,,richtigen" Griechen zu töten, stieg die Zahl rung trotz der Blitzkriegseuphorie darüber im klaren war, daß die Ost­
der Opfer derart, daß selbst die Kollaborationsregierung in Athen aus front höchsten Einsatz erfordern werde, gingen die Vorstellungen für
Furcht vor einem weiteren Verlust ihres ohnehin geringen Ansehens Griechenland davon aus, nach Abschluß der militärischen Operationen
Beschwerde bei den Deutschen führte. 35 In der Beschwerde wird neben alle frontfähigen Heeres- und Luftwaffenverbände abzuziehen und in
Kalavrita auch zum erstenmal das Massaker in Kommäno bei Arta in den Aufmarsch Ost einzugliedern. Nur eine Heeresdivision sollte in
Westgriechenland erwähnt, das erst viel später als eines der furchtbar­ Griechenland verbleiben.3B Diese Forderung wurde konsequent und
sten Verbrechen der Wehrmacht in der Literatur beschrieben wurde. zügig umgesetzt. Hauptsächlich Spezialkräfte, die mit dem Nachschub,
Soldaten der 1. Gebirgsdivision hatten dort am 16.8.1943 insgesamt der Luft- undSeeüberwachung im Mittelmeer ostwärts Sizilien sowie
317 von etwa 600 Einwohnern, meist Frauen und Kinder, auf beson­ der ökonomischen, vor allem rüstungswirtschaftlichenAusnutzung des
ders grausame Weise ohne konkreten Anlaß umgebracht (Ministerpräsi­ Landes beschäftigt waren, blieben in Griechenland. Die geringe Trup­
dent Rallis bezifferte in seiner Beschwerde an den Militärbefehlshaber penstärke glaubte die deutsche Führung aus zwei Gründen hinnehmen
Speidei dieAnzahl der Getöteten auf750 von knapp 1000 Einwohnern).J6 zu können. Einmal waren 70% Griechenlands von Italien besetzt. Zum
Während der gesamten Besatzungszeit wurden etwa 90000 Griechen anderen nahm man im OKW an, daß nach Entwaffnung der griechi­
durch Sillme- und Geiselerschießungen ermordet.37 schen Armee "eine militärische Gefahr, die den erneuten Einsatz deut­

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I scher Truppen zur Folge haben könnte", nicht mehr bestehe 39 - eine gegangen, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.''46Der Bericht
gravierende Fehleinschätzung, wie sich schnell zeigen sollte. Bald setz­ benennt Ziel und Mittel der Wehrmacht im besetzten Griechenland:
ten sich die Griechen gegen die Besetzung und die ungeheure wirt­ Mit hemmungslosem, oft undifferenziertem Massenmord, vielfach in
schaftliche Ausbeutung zur Wehr. Schon im Mai 1941 fallte das Feld­ aller Öffentlichkeit vollzogen, wollte man lähmendes Entsetzen, Fried­
kriegsgericht der Feldkommandantur 808 Saloniki die ersten Todesur­ hofsruhe erzeugen, um die Griechen zur Duldung der Besatzung und
teile wegen ,,Freischärlerei".40 Am 16. Juni 1941 notierte der General­ der wirtschaftlichen Ausbeutung zu zwingen und von Widerstandsak­
stabschef der 12. Armee, Hermann Foertsch, daß die Unruhen in den tionen abzuhalten.
deutschen Besatzungszonen deutlich zunahmen. Zwar seien in Athen Die ab Mitte 1943 zu beobachtende Eskalation des Terrors geht im
und Piräus bislang nur kommunistisch~. Plakate aufgetaucht, abe~ Grunde auf die gleichen Ursachen zurück. Trotz der Zuführung einer
Nordgriechenland sei es "des öfteren zu Uberfallen" gekommen. Schon beachtlichen Zahl von Kampfverbänden und Spezialeinheiten, darun­
jetzt reiche die Polizeigewalt nicht mehr aus, "solche Unruhen zu ver­ ter Teile der Ranger-Division "Brandenburg", wurde angesichts der
hindern".41 Um dem Aufruhr trotz der als zu gering angesehenenTrup­ enorm gestärkten Befreiungsbewegung und der erwarteten alliierten
penstärke Herr zu werden, befahl das OKW den Besatzungsorganen, Großlandung in Griechenland die deutsche Truppenstärke noch immer
einen schrankenlosen Kampf gegen tatsächliche oder vermeintliche als zu gering angesehen. So war für den Wehrmachtführungsstab Ende
Partisanen, deren Sympathisanten und Familienangehörige sowie zu­ 1942 die rigorose Befriedung Griechenlands die entscheidende Vor­
nehmend gegen ganze Dörfer und Landstriche zu führen . Das OKW aussetzung für die erfolgreiche Abwehr.der alliierten Großlandung durch
befahl, im Zusammenhang mit der Aufstandsbewegung in Südosteuro­ die Linie Peloponnes-Kreta-Dodekanes. Die dortigen Verhältnisse sei­
pa "mit den schärfsten Mitteln"42, vorzugehen. Von den "harten Maß­ en "mit starker Hand zu ordnen".47 Diese Lagebeurteilung floß in Be­
nahmen" sollten explizit Frauen und Kinder nicht ausgenommen wer­ fehle und Kampfanweisungen ein, die ein noch rücksichtsloseres Vor­
den. So ordnete das OKW am 16. Dezember 1942 an, den "Kampf gehen gegen die in ihrer Mehrheit als "feindlich" eingeschätzte Zivil­
gegen die Banden ... mit den allerbrutalsten Mitteln" zu führen. "Die bevölkerung verlangten. Am 14. Juli 1943 befahl der Oberbefehlsha­
Truppe ist daher berechtigt und verpflichtet, in diesem Kampf ohne ber der Heeresgruppe E, Löhr, daß bei Landungsunternehrnen "mit wei­
Einschränkungen auch gegen Frauen und Kinder jedes Mittel anzu­ testgehender Beteiligung aufsässiger Bevölkerungsteile" auf Seiten der
wenden ... " . Im Punkt 2 des Befehls wird darauf hingewiesen, daß kein Alliierten zu rechnen sei. Er verpflichtete alle Kommandeure, " schärf­
Deutscher "wegen seines Verhaltens im Kampf gegen die Banden und ste Maßnahmen" zu ergreifen. Diese seien ihm zu melden und würden
ihre Mitläufer disziplinarisch oder kriegsgerichtlich zur Rechenschaft von ihm gedeckt werden. ,,Kommandeure hingegen, die aus Nachläs­
gezogen" werden dürfe. 43 Die in Griechenland vielfach praktizierten sigkeit oder Weichheit Vergeltungsmaßnahrnen unterlassen, werden zur
Tötungen von Frauen und Kindern, etwa wie jene in der Gemeinde Verantwortung gezogen." Nach Möglichkeit seien "rücksichtsloser
ViarulOs auf Kreta, als am 14.9.1943 fast 500 Einwohner, meist Frauen Kampfund Vergeltung ... nur gegen die feindselig eingestellte Zivilbe­
und Kinder, umgebracht wurden,44 waren in der Regel keine "Ausschrei­ völkerung zu richten. Durch einwandfreie Behandlung der freundlich
tungen" der Soldaten und Offiziere, sondern entsprachen einer klaren eingestellten Bevölkerung (in Griechenland nur zu einem ganz gerin­
Befehlslage. Diese Befehle wurden ohne überlieferte Einsprüche oder gen Prozentsatz vorhanden) muß der Zulauf der Bevölkerung zu den
Bedenken des Offizierskorps sofort und extensiv durchgesetzt. 45 Der Banden vermieden werden ... In den meisten Fällen steht die Bevölke­
Befehlshaber Saloniki-Ägäis berichtete für Oktober 1941 : "Durch ent­ rung auf Seiten der Banden.''48 Ab Ende 1941/Anfang 1942 breitete
schiedenen Einsatz schneller Truppenstreifen wurden die Unruheher­ sich die Partisanentätigkeit in den oft schwer zugänglichen Gebieten ·
.1 de im Keim erstickt. Hierbei wurde mit ausgesprochener Schärfe vor­ der italienischen Zone, durch die die wichtigsten deutschen N achschub­

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und Verbindungslinien nach Kreta und Nordafrika liefen und in der die schichte einzig dastehenden Verrat Italiens hinzuweisen, der uns be­
maßgebenden deutschen Wirtschaftsinteressen auf dem Rohstoffsek­ rechtigt, alle Hemmungen fallen zu lassen und mit allerschärfsten Mit­
tor lagen, deutlich aus . Die deutschen Militärs forderten von den italie­ teln durchzugreifen. "53
nischen Truppen, mit den Griechen nach deutschem Vorbild zu verfah­
ren. Auch der oberste zivile Repräsentant Deutschlands in Griechen­
land, Altenburg, drängte die Italiener"zu scharfen Maßnahmen".49 Der Vernichtungskrieg gegen Links
Oberbefehlshaber der 11 . italienischen Armee in Griechenland, Gene­
ral Carlo Geloso, lehnte es ab, seinen Soldaten entsprechende Befehle Ein weiterer Grund fiir den ungeheuerlichen Umfang der Repressio­
zu erteilen. 50 ~ nen, aber vor allem für die vielfach ausgesprochen grausame Bege­
Unter italienischer Besatzung sind ebenfalls furchtbare Mordaktio­ hungsweise lag im politischen Profil des griechischen Widerstandes:
nen durchgefiihrt worden, auch wenn die Zahl der Opfer in keinem Während der Okkupation formierten sich im wesentlichen zwei Wider­
Verhältnis zu dem von Deutschen getöteten Griechen steht. Bei den standsbewegungen in Griechenland:
italienischen Repressionen handelte es sich jedoch tatsächlich meist - Die linksorientierte "Nationale Befreiungsfront" (EAM) und de­
um Ausschreitungen bzw. um Entscheidungen unterer Instanzen oder ren bewaffneter Flügel, die "Griechische Volksbefreiungsarmee"
niederrangiger Einzelpersonen, aber nicht, wie bei den Deutschen, um (ELAS).
die Ergebnisse klarer Befehle der Militärfuhrung zur Durchsetzung ei-. - Die bürgerliche "Nationale Republikanische Griechische Liga"
nes strategischen Konzepts der Machterhaltung. Nach dem Ausschei­ (EDES).
den Italiens aus demAchsenbündnis wurden die deutschen Besatzungs­ Die Wehrmachtfiihrung erkannte sehr bald, daß EAMJELAS, in de­
methoden auf daS italienische Gebiet ausgedehnt. Zunächst jedoch rich­ nen die kleine Kommunistische Partei eine fiihrende Rolle spielte, die
tete sich der deutsche Terror mit bis dahin kaum bekannter Brutalität konsequentesten und militärisch gefährlichsten Gegner waren. Deshalb
gegen den ehemaligen Verbündeten. Die Erschießung von 4000 italie­ und wegen der grundsätzlichen Todfeindschaft des Nazi-Regimes zum
nischen Soldaten auf Kefalonia durch Angehörige des XXII . Gebirgs­ Kommunismus als alternativem Gesellschaftsmodell richtete sich der
armeekorps war dabei sicher ein grausiger Höhepunkt, aber nicht das Hauptstoß des Terrors der deutschen Besatzung gegen alle linken Kräf­
einzige Verbrechen der Wehrmacht an Italienern in Griechenland. 51 Auch te, die pauschal als Kommunisten bezeichnet wurden. "Kommunisti­
diesen Aktionen lagen klare Befehle und "Führerweisungen" zu Grun­ sche Einflüsse nehmen zu", schrieb schon am 16. Juli 1941 der Wehr­
de. Im Kriegstagebuch des OKW heißt es lakonisch: "Auf Kefalonia machtsbefehlshaber Südost an das OKW und wies daraufhin, "daß bei
sind der italienische Befehlshaber und 4000 Mann gemäß Befehl des einer Fortdauer dieser Zustände der deutschen Wehmacht" die Aufga­
Führers behandelt worden."52 Vom deutschen Offizierskorps wurden be zufallen werde, "die griechische Bevölkerung durch Anwendung von
unter den Soldaten massiv Rachegefiihle gegen die "italienischen Ver­ Waffengewalt zu befrieden".54 Am 16. September 1941 erließ Hitler
räter" geschürt. Sie sollten dazu beitragen, daß keiner der beteiligten den Befehl zur "Niederschlagung der Aufstandsbewegung im Südost­
deutschen Landser sich dem massenhaften Töten von wehrlosen Ge­ raum", der davon ausging, daß "kommunistische Leitstellen" hinter dem
fangenen widersetzte und die für den Massenmord und das offensicht­ Widerstand stünden.55 In der Praxis fiihrten diese Befehle und Lagebe­
liche Kriegsverbrechen notwendige psychische Distanz geschaffen urteilungen zu einer gnadenlosen Jagd auf alle Kommunisten, deren
wurde. So nahm der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe E, Löhr, die Sympathisanten oder auf solche Griechen, die man dafür hielt, und auf
Erläuterung des "Führerbefehls" vom 11.9.1943 zum Mord an italie­ deren Familienangehörigen. Die 164 ID meldete in einem Lagebericht,
nern zum Anlaß, um in einer Chefbesprechung "auf den in der Ge­ daß im Raum der Gemeinde Nigrita in Nordostgriechenland 97 Perso­

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nen festgenonunen wurden, weil "sie sich konununistisch betätigt hat­ Massenrepressalien zu gezielterenAktionen übergegangen werden, die
ten". S6 Der Verwaltungsbericht des Befehlshabers Saloniki - Ägäis für die politisch richtigen Griechen treffen sollten. Unter der Überschrift"
November 1941 meldet "die Verhaftung und Einlieferung aller bekann­ Welche Personen sind zu Sühneexekutionen zu verwenden?" befahl
ten Konununisten in der Stadt Saloniki" in das von der Wehrmacht Löhr, zunächst die direkt Verantwortlichen für eine Partisanenaktion
eingerichtete Konzentrationslager als "vorbeugende Maßnahme". S7 Nur und deren Helfer zu ermorden. "Lassen sich derartige Mitschuldige
wenige Tage nach Einlieferung der neuen Häftlinge wurden "als Ver­ nicht finden" - was meist der Fall war - "so muß auf Personen zurück­
geltungsmaßnahme 12 dem Konzentrationslager entnonunene Kom­ gegriffen werden, die, ohne mit der einzelnen Tat in Verbindung zu
munisten standrechtlich erschossen".s8 Nach der Kriegswende im Som­ stehen, trotzdem als mitverantwortlich anzusehen sind. Mitverantwort­
mer 1943 trat die antikonununistische Stoßrichtung der deutschenTer­ lich sind in erster Linie solche Personen, die sich ium Konununismus
roraktionen noch deutlicher hervor. Griechenland, bislang Basis für eine bekennen.'<62Auf einer Chefbesprechung am 9. und 10. Dezember 1943,
offensive Kriegsfiihrung östlich von Sizilien, wurde zur Festung, die erläuterte der Generalstabschef der Heeresgruppe E, August Winter,
den"weichen Unterleib" des Nazi-Imperiums gegen bald erwartete al­ Sinn und Ziel des antikonununistischen Vernichtungskampfes. Es gehe
liierte Groß landungen zu decken hatte. Am 27. Juni 1943 schrieb Ge­ "Ieider (sic!) nicht an, alle Leute zu köpfen" und "völlig unbeteiligte
neraloberst Löhr, "daß in kurzer Zeit mit dem Beginn eines Angriffs Ortschaften dem Erdboden gleichzumachen", da dies "nur zur Vermeh­
auf den Südostraum gerechnet werden kann". S9 In der Festung aber hatte rung des Bandenunwesens" fiihre. Deshalb seien nicht weniger, aber
der griechische Widerstand große zusanunenhängende Gebiete befreit. politisch gesehen, die richtigen Griechen zu töten, "die wahrhaft Schul­
Entscheidenden Anteil an der dramatischen Lageveränderung in Grie­ digen".63 Die Dimension des Mordprog;ranuns war damit abgesteckt:
chenland hatten das Linksbündnis EAM und seine Partisanenarmee Im November 1944 waren bei 7 Millionen Einwohnern etwa 1,6 Mil­
ELAS. Der Chef der Militärverwaltung beim Militärbefehlshaber Grie­ lionen Griechen Mitglieder von EAM, ELAS oder deren Unterorgani­
chenland schrieb im Lagebericht für November 1943: "Die konununi­ sationen 64 - also die nach dem neuen Befehl politisch "richtigen" To­
stischen Banden, denen gegenüber die nationale Bewegung immer mehr deskandidaten. Hinzu kam, daß die Wehrmacht einschätzte, in vielen
an Bedeutung verliert, beherrschen weite Gebiete des Landes".60 Der Gebieten sei die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung "konununi­
Befehlshaber Südgriechenland gab am 28.4.1943 folgende Einschät­ stisch verseucht" und/oder "deutschfeindlich".6s Große Gebiete Grie­
zung über das politische und militärische Kräfteverhältnis im griechi­ chenlands, vor allem die Peloponnes, Thessalien und Euböa wurden
schen Widerstand: ,,90 Prozent rein konununistisch, 10 Prozent natio­ damit zu Massenexekutionen freigegeben. So kam es auch noch nach
nalistisch".6\ den neuen Antikonununismusbefehlen zu scheinbar politisch undiffe­
Auf diese rur die Besatzungsmacht militärisch schon nicht mehr lös­ renzierten Massenhinrichtungen. Ein Beispiel dafür ist die Aktioh "Ka­
bare Zwangslage reagierte die deutsche Führung am 29. Oktober 1943 lavrita", in deren Verlauf im Dezember 1943 von Soldaten der 117.
mit der Proklamierung des totalen Vernichtungskrieges gegen den ,,Kom­ Jägerdivision mindestens 1300 Griechen ermordet, die Stadt Kalavrita
munismus", gegen die Mitglieder von EAMIELAS, deren Sympathi­ sowie 20 Dörfer und zwei Klöster zerstört wurden. Anlaß war die Ge­
santen und Familienangehörigen. Am 22.12.1943 dekretierte der Ober­ fangennahme einer großen Zahl von deutschen Soldaten durch Partisa­
befehlshaber der Heeresgruppe E, Löhr: "Der Führer hat eine einheitli­ nen, die gegen griechische Gefangene ausgetauscht werden sollten. Als
che Gegenaktion gegen die konununistische Gefahr im Südosten be­ die Deutschen auf das Austauschverlangen der Partisanen nicht ein­
fohlen. Die bisher üblichen Sühne-, Straf- und Vergeltungsmaßnahmen gingen und die 117. Jägerdivision zur Verfolgung der Partisanen an­
müssen in Zukunft der neuen politischen Zielsetzung Rechnung tra­ setzte, wurden 78 deutsche Soldaten erschossen. 66 Die henunungslose
gen." Vor allem müsse von wahllosen und politisch undifferenzierten Brutalität der deutschen Gegenaktion ist auch damit zu erklären, daß

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die PelopoIUles seit einiger Zeit als "korrununistisch verseuchtes Ban­ Die deutsche Politik zur Organisierung eines Bürgerkrieges wurde
dengebiet" galt , in dem die EAM sogar schon eine links orientierte entscheidend von der griechischen Oberschicht unterstützt. Diese Kräfte
Staatlichkeit aufgebaut hatte und die Bevölkerung zu mehr als 80 % als sahen spätestens ab Sommer 1943 nicht mehr in den Deutschen, son­
"deutschfeindlich" beurteilt wurde. dern in dem Linksbündnis den Hauptfeind. Im Hinblick auf die Siche­
Die antikorrununistische Stoßrichtung widerspiegelt sich auch im rung einer bürgerlichen Nachkriegsentwicklung Griechenlands sollten
Berichtswesen der Wehrmacht. Die Meldungen aller Befehlsebenen EAM und ELAS in einem Klassenkrieg mit deutscher Unterstützung
wiesen ab November 1943 nicht mehr nur die Zahl der Opfer aus. Mei­ ausgelöscht werden. 73 In einem Bericht der Abteilung Ic der Heeres­
stens wurde seitdem hervorgehoben, daß es sich bei den Getöteten um gruppe E vom 15 . Juli 1944 heißt es: "Die führende griechische Ober­
,,Korrununisten" handelte als Beleg dafiir, daß man die im SiIUle der schicht (Vertreter der Industrie, des Handels, Bankwesens, der hohen
neuen Befehlslage politisch richtigen Griechen ermordet hatte. Alter Geistlichkeit, Spitzen der Beamtenschaft und des ehern. Offz. -Korps)"
und Geschlecht der Opfer blieben weiterhin weitgehend unerwähnt. sehe in dem "irruner mehr anwachsenden Korrununismus die einzige
Einige Beispiele aus dem Befehlsbereich Südgriechenland (LXVIILAK.) ihre Interessen und besitzbedrohende Gefahr." Sie sei "gewillt, eine
belegen die neue Berichtsform: nationale Organisation mit militanten Formationen aufzubauen" . "In
10.2.1944 "Als Sühnemaßnahrne ... wurden 159 Korrununisten er­ Nordgriechenland", so wird mitgeteilt, arbeite "seit ca. I Jahr eine Art
schossen und 3 Dörfer niedergebrannt. "67 nationales Verteidigungskomitee, das sich aus Vertretern der griechi­
13.3.1944 "Als Sühne ... Ausnahmezustand fiir Süd-PelepoIUles ... schen Oberschicht zusarrunensetzt". Die unter Führung der Wehrmacht
Erschießung von 200 korrununistischen Geiseln. '<68 in Nordgriechenland aufgestellten griechischen Verbände würden "von
30.3.1944 "Als Sühne ... 160 Korrununisten erschossen ... diesem Komitee in jeder Hinsicht unterstützt."14 Von besonderem Ge­
Weitere 200 sollen am 1.5. (!) erschossen werden. "69 wicht fiir die deutsche Bürgerkriegsstrategie war, daß die bedeutendste
3.5.1944 "Als Sühne ... 325 Korrununisten erschossen. "70 bürgerliche Widerstandsgruppe, EDES, die eine kleine, aber von Bri­
Eine zweite Komponente des antikorrununistischen Vemichtungskrie­ ten und griechischer Exilregierung exzellent ausgerüstete Partisanen­
ges war das Bestreben der Deutschen, möglichst viele Griechen in den armee aufgebaut hatte, ab Herbst 1943 den Kampf gegen die Wehr­
bewaffneten Kampf gegen Mitglieder und Sympathisanten von EAMi macht einstellte und Anfang Februar mit den Deutschen ein Beistands­
ELAS zu fiihren und einen Bürgerkrieg zu organisieren. Den Auftakt abkorrunen gegen EAMJELAS abschloß.75
zu der in den deutschen Plänen ursprünglich nicht vorgesehenen Aus­ In einem Lagebericht der Heeresgruppe E vom 13. August 1944 wird
dehnung der Kollaboration bildete die Installation einer griechischen die allenthalben verwirklichteAbsicht der Besatzer artikuliert, die "Bil­
Marionetten-Regierung unter Rallis im April 1943. Sie sollte im Auf­ dung einer nationalen Einheitsfront unter Einbeziehung aller antikom­
trag der Besatzer die "rücksichtslose Bekämpfung der korrununistischen munistischen Elemente zu betreiben" und "fiir den Kampf gegen den
Organisationen und der EAM" sowie die "Niederwerfung der Aufstän­ Korrununismus auszunutzen" .16
dischen" als vorrangige Aufgabe betreiben. 7! In der Folgezeit wurden,
formal von der griechischen Regier;mg, tatsächlich unter deutscher Lei­
tung die griechische Polizei und Gendarmerie erheblich verstärkt und Nazi-Propaganda
erstmals nach der Besetzung bewaffnet sowie "Sicherheitsbatallione"
in Stärke von mindestens drei Regimentern aufgestellt und gegen das Die kaum zu beschreibendeArt, in der viele der Massaker abliefen und
Linksbündnis eingesetzt. Die Wehrmacht stellte ab 1943 zusätzlich mehr die Tatsache, daß keine Beispiele überliefert sind, wonach sich Wehr­
als 20 griechische Freiwilligenverbände auf.72 machtsangehörige weigerten, an den offenkundigen Verbrechen teilzu­

110
111

l
nehmen, ist wesentlich auf eine starke propagandistische Beeinflus­ daten gegen das griechische Dreckvolk" müsse "von allen immer wie­
sung der Soldaten zurückzuführen. 77 Die Wehrmacht in Griechenland der bekämpft werden."s3 Als die Soldaten der Division nach dem Ein­
war ein gefügiges Werkzeug in den Händen der Offiziere und der poli­ satz in ihre Unterkünfte zurückkehrten, um wenige Tage später eine
tischen Führung in Deutschland. Die Erziehung zu blinder Disziplin deutsche Weilmacht zu feiern, hatten sie 1300 Griechen in der U mge­
und bedingungsloser Befehlstreue von Kindheit an wirkte zusammen bung von Kalavrita umgebracht.
mit den Befehlen aller Kommandoebenen zur grausamsten Durchfüh­
rung von Strafaktionen verheerend. 78 Im März 1942 befahl der Wehr­
machtbefehlshaber Südost, "schon bei den geringsten Anmaßungen ...
sofort mit den abschreckendsten Mitteln zu strafen." General Kuntze III.
forderte: "Die Truppe muß hierzu zu unbedingter Härte erzogen sein."
Der Befehl gipfelte in dem Aufruf: ,,Keine Gefühlsduselei !"79 Damit Die ausufernde Terrorpraxis war sicher die herausragende, jedoch nicht
bei den Soldaten "keine Gefühlsduselei" aufkam und sie in angemes­ die einzige Seite des unheilvollen Wirkens der Wehrmacht in Griechen­
sener psychischer Distanz die Griechen olme Skrupel massakrieren , land.
konnten, wurde über viele Kanäle ein entsprechendes Feindbild aufge­
baut, wobei die Offiziere auftragsgemäß als Multiplikatoren nazisti­
scher Propagandathesen wirkten. Oberst Foertsch, 1941 Generalstabs­ Wehrmacht und ludenvernichtung
chef der 12. Armee, forderte von jedem Offizier eine uneingeschränkte
innere Zustimmung zur nazistischen Weltanschauung. In einem Lehr­ Die Wehrmacht war unter anderem auch wegen ihrer rechtlichen Stel­
buch für Offiziere schrieb er 1941 : "Wer diesen nationalsozialistischen lung in der Besatzungsorganisation an der Judenverfolgung und -ver­
Staat nicht aus der Fülle seines Herzens heraus bejaht, wer diesem Staat nichtung in Griechenland stärker als in vielen anderen besetzten Ge­
. und der Weltanschauung, die ihn geformt hat und nun trägt, gleichgül­ bieten beteiligt.
tig oder gar ablelmend gegenüber steht, hat als Offizier in der neuen Wenige Tage vor dem Überfall kamen der Generalquartiermeister
deutschen Wehrmacht nichts zu suchen."so Die Griechen wurden in des Heeres, Wagner, und der Chef des Reichssicherheitshauptamtes,
Anlehnung an die Arbeiten des faschistischen Chefideologen Rosen­ Heydrich, überein, erstmals im Verband der Wehrmacht eine Einsatz­
berg als "levantinische" Untermenschen, als "rassisch minderwertig" gruppe der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in Griechen­
diffamiert. sl Griechenland sei ein "Land der Nichtstuer, Schieber und land einmarschieren zu lassen. Wagner und Heydrich legten fest, daß
Korrupteure" schrieb am 23. September 1943 der Kommandeur der die Einsatzgruppe vorrangig "Kommunisten und Juden" zu bekämpfen
117. Jägerdivision in einemTätigkeitsbericht an das vorgesetzte LXVIII. habe. Die Wehrmacht vor Ort sollte größtmögliche Amtshilfe und logi­
Armeekorps in AthenY Wenn diese "rassisch minderwertigen Levanti­ stische Unterstützung gewähren. 84
ner" auch noch "kommunistisch verseucht" waren, dazu als "schmut­ Direkt der 12. Armee war ein Sonderkommando (Rosenberg) unter­
zig, verschlagen und hinterhältig" eingeschätzt wurden, mußten diese ste1lt, das in Archiven, Bibliotheken, Kirchenbehörden, Bankschließ­
Griechen für Deutschland, die Großdeutsche Wehrmacht, ja für jeden fächern, Krankenhäusern und Wolmungen Dokumente, Bücher und
Soldaten, die bislang olmehin zu vertrauensselig und gutmütig gewe­ Zeitschriften in großem Umfang beschlagnahmte. Dabei ging es so­
sen seien, eine tödliche Bedrohung sein. Wenige Tage vor dem Massa­ wohl um Argumente für die antijüdische Propaganda als auch um An­
ker im Gebiet Kalavrita forderte der Kommandeur der das Verbrechen gaben über die Zahl und Wolmorte der Juden. Für die zahlreichen Ver­
ausführenden 117. Jägerdivision, "die Vertrauensseligkeit unserer Sol- haftungen, Durchsuchungen, Beschlagnahmen und Verhöre hatten laut

112 113

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I Befehl des Kommandanten rückwärtiges Armeegebiet 560 "die Feld­
und Ortskommandanturen ... jede mögliche Unterstützung zu gewäh­
ren." Insbesondere seien dem Sonderkommando "Beamte der Gehei­
Erleichterung der Ernährungslage darstellen."92 Nur drei Monate vor
dem Rückzug der Wehrmacht aus Griechenland ging Ende Juli 1944
der letzte Transport mit Juden von Rhodos unter maßgeblicher Mitwir­
men Feldpolizei zuzuteilen."85 In der deutschen Besatzungszone Salo­ kung der "Sturmdivision Rhodos" in die Gaskammern des dreitausend
niki, in der fast drei Viertel der griechischen Juden lebten, wurde im Kilometer entfernten Auschwitz.
Juni 1942 von der Militärverwaltung die Zwangsarbeit für Juden ein­ Fast 85% der griechischen Juden, etwa 58900 Menschen, wurden
geführt, die alle Merkmale einer "Vernichtung durch Arbeit" trug. ÜbeS/ ermordet. 93
1200 Juden wurden im Straßenbau eingesetzt. Die dortigen Arbeits­
und Lebensverhältnisse waren derart miserabel, daß schon nach kurzer
Zeit etwa 400 der Arbeiter gestorben waren. 86 Wenige Monate später Hungersnöte
trat in der Salonikizone der Holocaust in das entscheidende Stadium.
Am 6.2.1943 ordnete der Befehlshaber Saloniki-Ägäis die Kennzeich­ Erhebliche Opfer unter der Bevölkerung verursachten Hungersnöte als
nung aller Juden und deren Umsiedlung in ein Getto anY Bereits im Folge wirtschaftlicher Ausbeutung. Im besetzten Griechenland spiel­
Januar 1943 waren zwischen dem "Judenreferat" des Reichssicherheits­ ten die militärischen Besatzungsorgane auch bei der wirtschaftlichen
hauptamtes und den deutschen Besatzungsbehörden, insbesondere mit . Ausbeutung eine überragende Rolle.
der Heeresgruppe E und dem Befehlshaber Saloniki-Ägäis, die Einzel­ Dabei traten die Wehrmachtdienststellen häufig unmittelbar als In­
heiten für die Deportation der Juden in die Vernichtungslager des Ostens strumente der deutschen Wirtschaft auf.94 Bereits mehrere Monate vor
(Auschwitz, Treblinka) festgelegt worden. 88 Weiterhin großzügig un­ dem Überfall entstanden militärische Wirtschaftsstäbe, in die führende
terstützt von der Militärverwaltung vor Ort> waren die unmittelbaren Vertreter der deutschen Wirtschaft integriert wurden. 95 Diese der 12.
Vorbereitungen des Sonderkommandos der SS(SD) bald abgeschlos­ Armee zugeordneten Stäbe hatten zunächst die Aufgabe, in der Zeit bis
sen. 89 Am 15.3.1943 fuhr der erste Transport mit 2600 Juden nach zum Eintreffen der Italiener (und der Bulgaren) alles Brauchbare zu
Auschwitz. 90 Nach der Kapitulation Italiens machten Wehrmacht und erfassen; sicherzustellen, zu beschlagnahmen, manches auch zu kau­
Sicherheitsdienst Jagd auf die restlichen Juden Griechenlands. Auf dem fen, abzutransportieren oder sofort dem Truppenbedarf zuzuführen.
Festland konnten viele Juden untertauchen oder sich durch Flucht zu Dazu gehörten neben den Waren, die unter den weit ausgelegten Be­
ELAS-Einheiten retten. Auf den Inseln jedoch fielen fast alle Juden in griff Beute fielen, vor allem Erze und andere Rohstoffe, Felle, Häute,
deutsche Hand. Die Wehrmacht erließ die Befehle zur Erfassung, Sanun­ Seidenkokons, Treibstoffe, wertvolle Maschinen sowie Lebens-, Trans­
lung und Enteignung der Juden, stellte die Transportmittel und viel­ port- und Zugmittel. 96 Alle bedeutenden Betriebe und Minen, deren
fach das Bewachungspersonal für die Deportationen. 91 Während gegen Produktion und Vorräte wurden beschlagnahmt und zum größten Teil
die Teilnahme am Holocaust im Offizierskorps kaum Bedenken auftra­ "in deutsche Hände überfiihrt".97 Am 2. Oktober 1941 berichtete der
ten, ging in einigen Fällen sogar die Initiative zur Depo11ation von der Wehrwirtschaftsoffizier bei der 12. Armee, daß binnen weniger Wo­
Wehrmacht aus. Am 28.4.1944 bat der Abwehroffizier (Ic) der Korps­ chen Waren im Wert von mehr als 70 Millionen Reichsmark abtrans­
gruppe Joannina die vorgesetzte Heeresgruppe E, beim Sicherheits­ portiert worden seien. Darunter befanden sich auch 10500 Tonnen (!)
dienst der SS darauf zu drängen, daß die 2000 Juden auf Korfu bald Olivenöl. 98 Neben dem Abtransport der Lebensmittel (und der Abtre­
deportiert würden. Der SD und die GFP der Wehrmacht seien vor Ort tung landwirtschaftlich bedeutender Gebiete an Bulgarien) wirkte sich
schon dabei, "Vorbereitungen für einen Abtransport der Juden zu tref­ auch der Raub der Erze und des Tabaks für die Lebensmittelversor­
fen." Die schnelle Deportation werde auch "eine nicht unerhebliche gung verheerend aus. Es fehlten die Tauschwaren zum Import von Ge-

I.
114 115
treide, das Griechenland auch vor dem Krieg im Ausland hatte kaufen
Oberkommando
müssen.
der Wehrmacht
Wehrwirtschafts- und
Schon am 9. Juni 1941 konnte der deutsche Handelsattache in Athen
ROstungsamt

resümieren; die vordringlichste Aufgabe der Wehrwirtschaftsorgane,

die "Sicherstellung aller uns interessierenden Rohstoffe und Wirtschafts­

betriebe", könne "als gelöst betrachtet werden".99

Der in der Kriegsgeschichte einmalige Raubzug der Wehrmacht ver­


anlaßte Mussolini zu der sarkastischen Bemerkung, daß "die Deutschen Oberkommando
den Griechen selbst die Schnürsenkel davongetragen" hätten. 100 des Heeres

Die Ausbeutung unter Regie der Wehrmacht war eine wesentliche


Ursache für die permanente Hungersnot, insbesondere für die Kata­
strophe im Winter 1941/42. Damals lag die Säuglingssterblichkeit bei Wehrmachts-
80%.101 Allein im Großraum Athen sind 100000 Menschen verhun­ Sonderkommando 12. Armee befehlshaber Wehrwirtschaftsstab
gert. 102 "Unvorstellbar ist die Ernährungslage auf den Inseln Lesbos Rosenberg (AOK12) SO dost Südost

und Chios", berichtete am 3.12.1941 die Militärverwaltung Saloniki.


Während dort "seit 40 Tagen kein Brot mehr ausgegeben" worden sei,
entnehme "die Truppe" in Nordgriechenland weiterhin große Mengen
an Lebensmitteln aus dem Land. 103 Am 14.2.1942 berichtete der Wehr­ XVIII. Armeekorps Befehtshaber Wehrwirtschafts-
Saloniki-Ägäis offizier Saloniki
wirtschaftsoffizier Athen, daß die "außergewöhnlich hohe Sterblich­

keitsziffer" besonders" auf das Fehlen von Fett" zurückzuführen sei.

Feldkommandantur Technisches
Auch Fleisch fehle "vollkonunen". Gleichzeitig berichtete er über For­ 164. Infanterie­
808 Saloniki,
division Bataillon 13
derungen "Berliner Stellen", weiterhin Olivenöl nach Deutschland zu 3 Ortskommandanturen

schicken. "Gefordert werden mindestens 1000 Tonnen pro Monat". 104


5. Gebirgsdivision Befehlshaber Süd- Wehrwirtschafts-
Trotz zeitweiliger Besserung u.a. durch das Internationale Rote Kreuz, Griechenland offizier Athen
blieb es bi:; zum Rückzug Grundlinie der Wehrmacht, ohne Rücksicht
auf die Bevölkerung "aus dem Lande noch heraus zu holen, was mög­ Infanterieregiment 2 Ortskommandanturen AußensteIle Kreta
lich ist", wie Generaloberst Löhr am 4.8 .1944 auf einer Besprechung 125 Athen und Piräus

betonte. lOS
Die im Verlauf der Besetzung zerrüttete Wirtschaft wurde beim Rück­ Admiral Ägäis Festung Kreta
Feldkommandantur 606
zug der Deutschen durch eine Politik der verbrannten Erde noch ein­ Chaniamn
mal nachhaltig geschädigt mit den entsprechenden Folgen für die Be­ 20rtskommandanturen

völkerung. Sprengkonunandos der Wehrmacht zerstörten das griechi­ X. Fliegerkorps

sche Verkehrswesen fast vollständig. In 5 mehrseitigen Meldungen li­


stete der General der Pioniere bei der Heeresgruppe E die größten
Die Wehrmacht in Griechenland

"Sprengerfolge" auf. 106 Darunter befand sich auch der Kanal von Ko­
rinth. Für den Erhalt des bedeutsamen Industriedenkmals setzten sich Herbst 1941

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führende griechische Politiker und Militärs, die auf deutscher Seite
gekämpft hatten, vergeblich bei General der Flieger Felmy ein. I07 Die .
Zerstörungen der Hafen- und Bahnanlagen in Saloniki waren nach Ein­
schätzung damaliger Sachverständiger und der Geheimen Feldpolizei
Oberkommando derart, daß man für einen Wiederaufbau zehn Jahre brauchen würde. lOS
des Heeres Das für Griechenland lebenswichtige Eisenbahnwesen war durch Spren­
gungen nur noch zu etwa einem Viertel betriebsfiliig, das rollende
_/ I Material entweder abtransportiert oder zerstört. 109
Die deutsche Aggression und die Besetzung kosteten etwa 520000
Griechen das Leben.
Das waren 7,2 % der Gesamtbevölkerung. 110
Oberbefehlshaber
SOdostzgl.
Vlilitärbefehlshaber Wehrwirtschaftsstab Oberbefehlshaber
Südost SOdost Heeresgruppe F Anmerkungen

Zum Verlauf der militärischen Operationen u.a.: Das Deutsche Reich und der
Zweite Weltkrieg, hgg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Bd. 3: Der
Mittelmeerraum und Südosteuropa. Von der "non belligeranza" Italiens bis
vlilitärbefehlshaber zum Kriegseintritt der Vereinigten StaatenNon Gerhard Schreiber; Bernd Ste­
WehrwirtsdJaftsstab Heeresgruppe E
Griechenland Griechenland gemann; Detlef Vogel, Stuttgart 1984, S. 488ff
2 Generaloberst Halder, Kriegstagebuch, Bd. 1I, bearbeitet von Hans-Adolf Ja­
Kommandostab cobsen, Stuttgart 1963, S. 21 (Eintragung vom 13 .7. 1940), S. 160 (Eintragung
vom 2.11.1940)
3 Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtführungs­
stab), Bd. I, zusammengestellt und erläutert von Hans-Adolf Jacobsen, Frank­
furt am Main 1965, S. 150 und S.I 50E (im Folg. OKWIKTB)
4 Ausführlich dazu mit zahlreichen Dokumenten: Europa unterm Hakenkreuz.
Achtbändige Dokumentenedition, hgg. vom Bundesarchiv. Bd. 6: Die Okku­
Kommandantur

pationspolitik des deutschen Faschismus in Jugoslawien, Griechenland, Alba­


7 Feld-

nien, Italien und Ungarn (1941 - 1945). Dokumentenauswahl und Einleitung


Kommandanturen

~
Festung von Martin Seckendorf unter Mitarbeit von Günter Keber; Jutta Komorowski;
Kreis· und Orts·
Kommandanturen Kreta Horst Muder; Herbert Stöcking und Karl Übel, Berlin - Heidelberg 1992, ab
S. 60 (im Folg. Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6)
Wehrmachts- 5 ~eneraloberst Halder, Kriegstagebuch, Bd.lI, a.a.O., S.341 (Eintragung v.
intendant 2.4.1941) sowie Helmut KrausnickIHans-Heinrich Wilhelm, Die Truppe des
Weltanschauungskrieges. Die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des
Höherer SS- und SO 1938-1942, Stuttgart 1981, S.137.
PolizeifOhrer 6 Martin Seckendorf: Nach dem Endsieg. Deutsche Nachkriegsplanungen für
Griechenland 1940/1941, in: Werner Röhr/Brigitte Berlekamp (Hg.): "Neu­
Die Wehrmacht in Griechenland ordnung Europas" . Vorträge vor der Berliner Gesellschaft für Faschismus- und
Weltkriegsforschung 1992-1996, Berlin 1996, S.49, S.54ff
Ende 1943 I Anfang 1944
118 119

I
-

7 "Weisung Nr.31" vom 9.6.1941, in: Hitlers Weisungen für die Kriegsführung 26 Tagesmeldung des Befehlshabers Saloniki-Ägäis v. 18.10.1941, in: BAP, Film
1939-1945. Dokumente des Oberkommandos der Wehrmacht. Hgg. v. Walther 43600 sowie Tagesmeldung der 164. ID v. 28 . 10.1941, in: Ebenda, Film 40708
. Hubatsch, Frankfurt am Main 1962, S.123 (im Folg. Hubatsch, Weisungen). 27 Verwaltungsbericht des Befehlshabers Saloniki-Ägäis für Oktober 1941, aus­
8 "Führererlaß vom 28.4.1941" in: Hubatsch, Weisungen, S.126. zugsweise abgedruckt in: Griff nach Südosteuropa, Dokument 59, S. 152f
9 "Weisung Nr. 48", in: Hubatsch, Weisungen, S. 219. 28 Dazu ausführlich: Europa unterm Hakenkreuz, Bd.6 ., S. 68ff sowie "Lagebe­
10 Telegramm des Sonderbeauftragten Neubacher v. 2.12.1942 an das Auswärti­ urteilung" für die Zeit vo, 15.9.-15.10.1943, in: BAp, Film 18735
ge Amt, auszugsweise abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, Do­ 29 Fernschreiben v. Graevenitz an Neubacher v. 25 .8.1944, in: Politisches Archiv
kument 111, S. 217f. des Auswärtigen Amtes, Bonn, Sonderbev. SO, Bd. I, BI. 60
I1 Kriegsgliederung der HGr. E v. 30.5.1944, in: Bundesarchiv Potsdam(BAP), 30 BAP, Film 18736
Film 43597 sowie Aktennotiz des WBSO/la v. 27.4.1942, in: Ebenda, Film 31 BAP, Film 18453
43605 32 BAP, Film 3379, auszugsweise abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd.
12 "Weisung Nr. 47" und "Weisung Nr. 48", in: Hubatsch, Weisungen, S.209ff. 6, Dokument 231, S. 300
13 Anordnung über "Die einheitliche Führung des Kampfes gegen den Kommu­ 33 Tagesmeldung des Deutschen Generalstabs beim ital. AOK 11 v.29.8.1943, in:
nismus im Südosten" v. 29. 10.1943, in: Griff nach Südosteuropa. Neue Doku­ BAP, Film WF-0317713, AN. 242
mente über die Politik des deutschen Imperialismus und Militarismus gegen­ 34 Abgedruckt in: Griff nach Süpdosteuropa, Dokument 131 , S. 248
über Südosteuropa im zweiten Weltkrieg. Hgg. und eingel. v. Wolfgang Schu­ 35 Schreiben des Ministerpräsidenten der Kollaborationsregierung vom 19.12.1943
mann, Berlin 1973, Dokument 116, S. 228ff (im Folg.: Griff nach Südosteuro­ an den Militärbefehlshaber Griechenland, auszugsweise abgedruckt in: Euro­
pa) sowie Telegramm des "Reichsbevollmächtigten" Altenburg v. 22.3.1943 pa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, Dokument 219, S.292f
an das Auswärtige Amt, auszugsweise abgedruckt in: Europa unterm Haken­ 36 Ausführlich zu diesem Massaker: Mark Mazower, Militärische Gewalt und
kreuz, Bd.6, Dokument 129, S. 228f
nationalsozialistische Werte. Die Wehrmacht in Griechenland 1941 bis 1944,
14 "Besondere Anordnungen Nr. 2 zur Weisung Nr. 48" v. 3.8.1943 und "Nr. 3 zur in: Hannes Heer/Klaus Naumann(Hg), Vernichtungskrieg. Verbrechen der
Weisung Nr.48" v. 7.8.1943, in: Hubatsch, Weisungen, S. 223ff. Wehrmacht 1941-1945, Hamburg 1995, S. 157ff
15 Zit. n. Georg Vogel, Diplomat unter Hitler und Adenauer, Düsseldorf-Wien 37 Bericht der Griechischen Regierung an den Internationalen Militärgerichtshof
1969, S. 9 in Nümberg, IMG, Bd. VII, S. 580
16 Leon Poliakov/Josef Wulf, Das Dritte Reich und seine Diener. Dokumente, 38 "Weisung Nr.20. Unternehmen Marita" v. 13.12.1940 sowie "Weisung Nr.29"
Berlin 1956, S. 356. v. 17.5.1941, in: Hubatsch, Weisungen, S.8lffund S 117ff
17 Ebenda, S. 357. 39 Aufzeichnung des Botschafters Ritter (AA) v. 13.5.1941, in: BAP, Film 15368
18 "Rohstoffübersicht 1943" in: BAP, Film 5386 sowie Aufzeichnung des Wehr­ 40 KTB der Abt.lll (Gericht) der 12. Armee 1939-1942, in: BAp, MA Film 11642­
wirtschaftsamtes im OKW v. 8.10.1942 sowie "Denkschrift des Reichsmini­ 48
sters für Rüstung und Kriegsproduktion v. 12.11.1943, beide auszugsweise
41 BAp, Film 40772, auszugsweise abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz,
abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd.6, Dokument 103, S. 210ffund
Bd.6, Dokument 22, S.157
Dokument 203, S. 279f
42 Griff nach Südosteuropa, Dokument 49, S.140f
19 Übersicht der Reichsbank v. 9.4.1943, in: BAp, Film 2308
43 BAp, Film 5461
20 Dazu ausführlich mit zahlreichen Dokumenten, Europa unterm Hakenkreuz,
44 Eberhard Rondholz, "Schärfste Maßnahmen gegen die Banden sind notwen­
Bd.6, S. 69ff
dig ... ". Partisanenbekämpfung und Kriegsverbrechen in Griechenland. Aspekte
21 Ebenda, S. 65
der deutschen Okkupationspolitik 1941-1944, in: Repression und Kriegsver­
22 "Weisung Nr. 31 ", in: Hubatsch, Weisungen, S. 123 brechen. Die Bekämpfung von Widerstands- und Partisanenbewegungen ge­
23 Die Weisung ist auszugsweise abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. gen die deutsche Besatzung in West- und Südeuropa (Beiträge zur nationalso­
6, Dokument 42, S. 167ff zialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 14), Berlin-Göttingen 1997, S.
24 "Gefechtsbericht" des Kommandeurs der 5. Gebirgsdivision, Ringel, v.4.6. 194I, 169, FN. 139 (im Folg. Rondholz, Kriegsverbrechen)
auszugsweise abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, Dokument 45 Zur Verschärfung der OK W-Befehle auf den nach geordneten Kommandoebe­
21, S. 157 nen s.u.a. F.H.Meyer, Vennißt in Griechenland. Schicksale im griechischem
25 Giorgi Zoidis u.a., Istoria tis Ethnikis Antistasis 1940-1945. Dokimio, Athen Freiheitskampf 1941-1944, Berlin 1992, S.117ff
1983, S. 51ff

120 121
46 Auszugsweise abgedruckt in: Griff nach Südosteuropa, Dokument 59, S.152f 73 Lagebericht der Heeresgruppe E/Ia(Winter) für November 1943, in: BA Ko­
47 Jürgen Förster, Strategische Überlegungen des Wehrmachtfiihrungsstabes für blenz, RH 19 VII-53
das Jahr 1943, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen, FreiburglBr., Heft 1/ 74 Ebenda, RH 19 Xl
1973, S.IOOff 75 Dazu: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, S. 73 sowie Hagen Fleischer, Grie­
48 Auszugsweise abgedruckt in : Griff nach Südosteuropa, Dokument 112, S.223f chenland, in: Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des
49 Rondholz, Kriegsverbrechen, S.134 Nationalsozialismus. Hgg. v. Wolfgang Benz, München 1991, S. 263 (im Folg.
50 Ebenda, S. 134f Fleischer, Dimension)
51 Gert Fricke, Das Unternehmen des XXII. Gebirgsarmeekorps gegen die Inseln 76 Ic-Lagebericht der Heeresgruppe E v. 13.8.1943, in: BA Koblenz, RH 19 VII­
Kefalonia und Korfu im Rahmen des Falles "Achse", September 1943, in: Mi­ 31
litärgeschichtliche Mitteilungen, FreiburgiBr. Heft 1/1967, S.31 ff 77 Zur Nazi-Propaganda in der Wehrmacht s. u.a.: Leon Poliakov/JosefWulf, Das
52 OKWIKTB, Bd.l1V2, S.1134 Dritte Reich und seine Diener. Dokumente, a.a.O., S. 398ff
53 Manachem Shelah, Die Ermordung italienischer Kriegsgefangener, Septem­ 78 Für die Forderung der Wehrmachtfiihrung zur grausamsten Durchführung von
ber-November 1943, in: Hannes Heer/Klaus Naumann (Hg.), Vernichtungs­ Strafaktionen s.u.a.: Weisung des OKW v. 16.9.1941, auszugsweise abgedruckt
krieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944, a.a.O., S. 195 in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, Dokument 42, S. 167f
54 BAp, Film 43170 79 Zit. n. F. H. Meyer, Vermißt in Griechenland, a.a.O., S. 122
55 Vollständig abgedruckt als "Weisung 3Ia", in: Hubatsch, Weisungen, S.128f 80 Zit. n. Leon Poliakov/Josef Wulf, Das Dritte Reich und seine Diener. Doku­
56 BAp, Film 53307 mente, a.a.O., S. 484
81 Dazu ausführlich: Rondholz, Kriegsverbrechen, S. 137
57 BA Koblenz, RW 40 - 160
82 BA Koblenz, RH 26-117/15
58 Ebenda, RW 40 - 89
59 Ebenda, RH 2 - 684 83 BA Koblenz, RH 26-1 17/16
84 Helmut Krausnick/Hans-Heinrich Wilhe1m, Die Truppe des Weltanschauungs­
60 Auszugsweise abgedruckt in: Griff nach Südosteuropa, Dokument 118, S. 231
krieges,. a.a.O., S.137
61 BAp, Film 42176
85 Griff nach Südosteuropa, Dokument 40, S. 130
62 Auszugsweise abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, Dokument
86 Bericht des WO Saloniki v. 30.10.1942, in: BAp, Film 43 105 sowie Fleischer,
221,S.293ff
Dimension, S. 250f
63 BAp, Film 18451
87 Ebenda, S. 252
64 Vasilis Venetsanopulos, Alle Patrioten zusammenschließen, in: Probleme des
88 Schreiben des RSHA (Günther) v. 25 .. 1.1943 an AA; auszugsweise abgedruckt
Friedens und des Sozialismus, Prag 1985, S. 657
in: Die Ermordung der europäischen Juden. Eine umfassende Dokumentation
65 S. dazu Befehl Löhrs v. 14.7.1943, auszugsweise abgedruckt in: Griff nach des Holocaust 19411-1945, hgg. v. Peter Longerich unter Mitarbeit v. Dieter
Südosteuropa, Dokument 112, S. 223 f sowie Lagebericht des Militärbefehls­
Pohl, München-Zürich 1989, Dokument 125, S. 295
habers Griechenland für November 1943, in: Ebenda, Dokument 118, S. 231
89 Dazu u.a. Fleischer, Dimension, S. 252
66 Zu Kalavrita und der 117. Jg.Division u.a: Walter ManoscheklHans Safrian,
90 Schreiben des Generalkonsuls in Saloniki (Schönberg) v. 15.3.1943 an AA, in:
717./117. 10. Eine Infanteriedivision auf dem Balkan, in: Hannes HeerlKlaus
Politisches Archiv des AA Bonn, Inl.ll Geh., Juden in Griechenland, Heft I,
Naumann (Hg), Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944,
a.a.O., S.359ff 1942-1943
91 Bericht der GFP v. 27.3.1944 "Betr.: Evakuierung der Juden aus Joannina",
67 Aus den Tagesmaldungen des OKH fiir Februar 1944, in: Griff nach Südosteu­
vollständig abgedruckt in: Leon Poliakov/Josef Wulf, Das Dritte Reich und
ropa, Dokument 124,S. 240
seine Diener, a.a.O., S. 362
68 Tagesmeldung des Militärbefehlshabers Südost, in: BAp, Film 18739
92 Auszugsweise abgedruckt in: Die Ermordung der europäischen Juden, a.a.O.,
69 Tagesmeldung des OBSO, in: BAp, Film 18739
Dokument 127,S. 296f
70 Lageorientierung des Generalstabs des Heeres, in: BAP; Film 17838
93 Fleischer,Dimension, S. 271
71 Telegramm des Reichsbevollmächtigten Altenburg v. 22.3.1943 an das AA, in: 94 Vortragsnotiz v. Generalleutnant Thomas v. 3.5.1941 für Göring, auszugswei­
BAp, Film 5422
se abgedruckt in: Europa unterm Hakenkreuz, Bd.6, S. 142f
72 Dazu: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, S.72f 95 Klaus Olshausen, Zwischenspiel auf dem Balkan. Die deutsche Politik gegen­

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r

über Jugoslawien und Griechenland von März bis Juli 1941 , Stuttgart 1973, S.
265, FN.45, S. 299f
96 Aufzeichnung des deutschen Handelsattaches in Athen v. 12.10.1941 , in : BAp,
AA, Nr. 68721, BI. 68
97 Tätigkeitsbericht der Wirtschaftsabteilung beim Bevollmächtigten des Reiches
v. 30.5.1941, in: BAP, Film 4545
98 Ebenda, Film 43108
99 Ebenda, Film 14203
100 Galeazzo Ciano, Tagebücher 1939-1943, Bern 1946, S. 353
101 Lagebericht des WBSO v. 1.12.1941, in: BAP, Film 43601
102 Fleischer, Dimension, S. 250
103 Aus dem Verwaltungsbericht des Befehlshabers Saloniki-Ägäis fiir Novem­
ber 1941, in: BAP, Film 18190
104 Lagebericht des WO Athen für Januar 1942, auszugsweise abgedruckt in:
Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, S. 189f
105 BAP, Film 18454
106 BAP, Film 18460
107 Telegramm der Dienststelle Athen (Graevenitz) v. 10.9. 1944 an Dienststelle
Belgrad (Neubacher) und AA Berlin, in: Politisches Archiv des AA Bonn,
Sonderbevollmächtigter SO, Bd. I, BI. 6
108 Tätigkeitsbericht der Gruppe GFP 621 fiir die Zeit bis 29. 10. 1944, in: BAp,
Film 18654
109 Zur Zerstärungsbilanz: Europa unterm Hakenkreuz, Bd. 6, S. 76
110 Deutschland im zweiten Weltkrieg, v. einem Autorenkollektiv unter Leitung
v. Wolfgang Schumann, Bd. 6: Die Zerschlagung des Hitlerfaschismus und
die Befreiung des deutschen Volkes (Juni 1944 bis zum 8. Mai 1945), Lei­
tung Wolfgang Schumann und Olaf Groehler unter Mitarbeit v. Wolfgang
Bleyer, Berlin 1985, S. 783 .

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