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der Heeresgruppe E aus Griechenland (Dok. 307) und des XXI.

Gebirgsarmeekorps aus gegen Großbritannien nach der Niederlage Frankreichs, den gleichzeitig wieder aufleben­
Albanien verstärkten deutschen und landeseigenen Verbände verschanzten sich hinter der den Planungen für einen Vorstoß nach Nahost und den Vorbereitungen des Überfalls auf
seit November 1944 ausgebauten "Zvonimir-Stellung", die von der Drava nördlich die Sowjetunion an Bedeutung gewann. Deutschland ging es zusammengefaßt darum,
Koprivnica bis Rijeka führte. In verlustreichen Kämpfen drängte die Volksbefreiungs­ Griechenland endgültig aus dem britischen Einflußbereich zu lösen, dem unter deutscher
armee die Okkupanten an der österreichischen Grenze zusammen. Trotz der am 8. Mai Führung "neu zu ordnenden" Europa einzugliedern 193 sowie Marine- und Luftwaffen­
1945 für alle deutschen Streitkräfte verbindlichen Kapitulation des OKW streckten die basen in günstiger geographischer Lage zu gewinnen. 194
letzten Einheiten in Jugoslawien erst am 15. Mai 1945 die Waffen. 187
Der vierjährige heldenhafte Kampf der Volksbefreiungsbewegung gegen fremde Er­
oQerer und einheimische Verräter, für nationale und soziale Befreiung war wegen der Die Aggression 1941
wirtschaftlichen Bedeutung Jugoslawiens zugleich ein beträchtlicher Beitrag zur Schwä­
chung des Wirtschafts- und Rüstungspotentials der Achsenmächte und vor allem dadurch Zunächst versuchte Deutschland, seine Ziele mit friedlichen Mitteln zu erreichen. Parallel
zum Sieg der Antihitlerkoalition. '88 dazu wurde aber auch die militärische Besetzung von Kreta (Kr~te) geplant. Ende
Für ihre Freiheit mußten die Völker Jugoslawiens einen hohen Preis zahlen. Dem Land, Oktober 1940 stand fest, Kreta von Nordafrika aus zu besetzen. 195 Am 28. Oktober 1940
das seit dem 6. April 1941 permanent Kriegsschauplatz war, wurden" ungeheure begann von Albanien aus die italienische Aggression gegen Griechenland. Vor allem der
Zerstörungen zugefügt und gewaltige Werte entzogen. Nach unvollständigen jugoslawi­ für die Italiener desaströse Verlauf des Feldzuges veranlaßte die deutsche militärische
schen Untersuchungen beliefen sich die Verluste an Nationaleinkommen auf über 9 Mrd. Führung, die Planungen gegen Griechenland zu beschleunigen und auf einen von
Dollar. Der Gesamtschaden wird auf 46,9 Mrd. Dollar (gemessen an Preisen des Jahres Bulgarien aus zu führenden "Blitzkrieg" zu kOhzentrieren. Andere gewichtige Faktoren
1938) geschätzt. Über 3,3 Mill. Jugoslawen waren obdachlos, fast 30000 Gehöfte kamen hinzu:
vernichtet. 189:In großem Umfang wurden Kunstgegenstände geraubt (u. a. Dok. 241). Die - Der italienische " Überfall hatte zu noch engeren, auch militärischen Bindungen
Besatzer verschleppten fast das gesamte Archivgut, 6478 Bibliotheken sowie zahlreiche Griechenlands an Großbritannien geführt. Damit lagen der Aufmarsch gegen die·
Kirchen und Klöster mit unschätzbaren Kunstwerken wurden geplündert und zerstört. 190 Sowjetunion, die rumänischen Ölfelder und die Donau im Aktionsbereich der Royal
Schwerwiegender als alle materiellen Schäden sind die Leiden der Menschen und die Air Force.
großen Bevölkerungsverluste. Hunger, unter dem vor allem die Kinder litten, war in - Die Herrschaft über Griechenland konnte die strategischen Positionen für Operationen
vielen Gebieten Jugoslawiens eine Dauererscheinung (Dok. 152, 185). Kaum faßbar ist im Mittelmeer und ostwärts von Suez sowie gegen die Sowjetunion verbessern. 196
das Martyrium Hunderttausender von Jugoslawen in den Lagern und Haftstätten (Dok. - Die griechischen Soldaten hatten in Albanien den faschistischen Aggressoren die erste
92, 97, 98). 305000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee sind gefallen, 425000 wurden empfindliche Niederlage im zweiten Weltkrieg zugefügt, die das Mussolini-Regime
verwundet. 191 Insgesamt waren als Kriegsverluste 1705000 Menschenleben zu beklagen. weiter destabilisierte und den Antifaschisten Auftrieb gab. Auch gewannen jene Kräfte
Allein damit hatte Jugoslawien 10,8 % der Vorkriegsbevölkerung verloren. 192 der herrschenden Klassen in den Balkanländern und der Türkei unter britischer und
amerikanischer Assistenz an Einfluß, die gegen zu enge Bindungen an die Achsen­
mächte auftraten.
Zur Okkupation Griechenlands durch Deutschland
Am 4. November 1940 wurde auf einer Besprechung Hitlers mit führenden Militärs der
(1941-1944)
Entschluß gefaßt, Griechenland im Frühjahr 1941 anzugreifen. 197 Die Grundzüge der
Operationen waren in Hitlers Weisungen Nr. 18 Vom 12. November 1940 und Nr. 20
(Unternehmen Marita) vom 13. Dezember 1940 festgelegt. 198 Der Sturz der jugoslawi­
schen Regierung am 27. März 1941 bekräftigte den Entschluß zur Aggression, bedingte
Griechenland rückte seit Sommer 1940 stärker in das Zentrum der deutschen Südosteu­
aber die Teilung und Limgruppierung der gegen Griechenland angesetzten Kräfte.
ropa- und Mittelmeerpolitik. Das gewachsene Interesse resultierte hauptsächlich aus der
Am Sonntag, dem 6. April 1941 - zeitgleich mit der Aggression gegen Jugoslawien-,
geographischen Lage des Landes, die im Zusammenhang mit der Fortsetzung des Krieges
begannen das XVIII. Gebirgsarmeekorps und das XXX. Armeekorps der 12. Armee mit
etwa acht Divisionen (darunter eine Panzerdivision) sowie das VIII. Fliegerkorps der
187 Zu den letzten Kämpfen siehe vor allem Vlado Strugar, a. a. 0., S. 285ff.
188 Zur internationalen Bedeutung des Kampfes in Jugoslawien u. a. Branko Mamula, L'importance
historique et des dimensions internationales de la guerre de liberation nationale et de revolution en 193 ZStA Potsdam, Film Nr. 8345, Telegramm der Deutschen Gesandtschaft Athen an das AA v.
a
Jugoslavie de 1941 1945, in: Revue Internationale d'Histoire Militaire, Nr. 64 (edition jugoslave), 13. August 1940.
194 Generaloberst Halder, Kriegstagebuch, bearb. v. Hans-Adolf Jacobsen, Bd. 2, Stuttgart 1963, u. a.
Belgrad 1986, S. 34 ff.
189 Nikola Zivkovic, Rata steta ucinjema narodina J ugoslavije od strane macisticke Nemacke, Beograd S. 21.
19S Ebenda, S. 150, 160.
1976, S. 528, 540ff.
190 Ebenda. 196 ZStA Potsdam, Film Nr. 56404, Die deutsche Luftwaffe im Mittelmeer 1941 bis Ende 1943.
197 KTB/OKW, Bd. I,S. 150.
191 Vlado Strugar, a. a. 0., S. 300.
DZWK, Bd. 6, Berlin 1985, S. 783. 198 Beide Weisungen abgedruckt in : Walther Hubatsch, a. a. 0., S. 67ff.
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werden, die ihre Politik streng an den Interessen der Achsenmächte zu orientieren hatte. 2O
Luftflotte 4 mit etwa 400 Flugzeugen von Bulgarien aus den Angriff. 199 Den mit großer Im zwischenstaatlichen Bereich wurde eine Regelung wie jene zwischen Deutschland une
Feuerkraft und modernem Gerät ausgestatteten, in hohem Grade motorisierten und dem okkupierten Dänemark angestrebt. 204 Die politische Oberaufsicht über das schein
gepanzerten, dazu kriegs- und sieggewohnten Verbänden der Wehrmacht standen sechs souveräne Staatswesen fiel Italien zu bei Respektierung der bedeutsamen wirtschaftlichel
griechische Divisionen (davon eine motorisierte) und 80 teilweise veraltete Flugzeuge Interessen Deutschlands (Dok. 20).
sowie zweieinhalb britische Divisionen und Einheiten der Royal Air Force gegenüber. Nach dem 6. April entwickelte die deutsche Industrie, gestützt auf jahrelange Vor
Trotz zähen Widerstands der griechischen Soldaten verliefen die Operationen im arbeit/os komplexe "Neuordnungsprogramme". Es ging darum, der deutschen Wirt
wesentlichen nach den Blitzkriegsvorstellungen der Wehrmachtführung. Am 9. April schaft nach Ausschaltung der französischen und britischen Konkurrenz auch gegenübe
war Saloniki (Thessalonike) gefallen, am 27. April wurde Athen besetzt, und am 30. April dem italienischen Finanzkapital entscheidende Anteile am griechischen Markt und die
erreichten die deutschen Truppen die Südspitze des Peloponnes. In der Zeit vom 20. Verfügung über die Rohstoffe zu sichern sowie Teile der griechischen Fertigwarenindu
Mai bis 1. Juni wurde gegen hartnäckigen, für die Wehrmacht verlustreichen Wider­ strie als Konkurrenz zu beseitigen. Konzentriert erscheinen die Grundlinien der geplanter
stand die Insel Kreta besetzt. Der griechische König und die Regierung flohen nach wirtschaftlichen "Neuordnung" in den Strategiepapieren der IG Farben vom Juni 194 ~
Ägypten. Für das Volk begann die dreieinhalbjährige Leidenszeit unter der "neuen und Februar 1942 (Dok. 20, 86).
Ordnung".
Territoriale Aufteilung und Okkupationsapparat
Die deutsche Okkupationspolitik bis Ende 1942
Zunächst waren in ganz Griechenland provisorische deutsche Besatzungsbehörden tätig
Sie sollten im "ersten Zugriff" vor allem die wirtschaftlichen Interessen des Deutsche[
"Neuoi:dnungs"pläne Reiches vor den nachrückenden Italienern und Bulgaren sichern. Zu den provisorischer
Behörden zählten u. a. die der 12. Armee zugeordnete Dienststelle "Kommandant de:
Wesentliches Ziel und treibendes Motiv der Aggression war die Ausschaltung des rückwärtigen Armeegebietes 560" und die Einsatzgruppe Griechenland der Sipo und de:
traditionell starken britischen Einflusses in Griechenland als wichtige Komponente SO (Dok. 9, 10).
angelsächsischer Vorherrschaft im östlichen Mittelmeer. Griechenland sollte nach den Ab Ende April zogen sich die deutschen Truppen in ihre Besatzungszonen zurück. Dit
"Neuordnungsvorstellungen" der Führung in Deutschland vorrangig Transit-, Nach­ Organisation des deutschen Okkupationsapparatswurde am 9. Juni 1941 - nach Abschluf
schub- und Absprungbasis vor allem für Operationen in Richtung Ägypten und Nahost. der Invasion von Kreta - mit Hitlers Weisung Nr. 31 festgelegt. 206 Danach wurden untel
werden sowie die Südostflanke des deutsch beherrschten Imperiums decken. 200 dem Wehrmachtbefehlshaber Südost für die deutschen Zonen zwei Befehlshabel
Wegen des bevorstehenden Überfalls auf die Sowjetunion war vorgesehen, nur ein bis eingesetzt. Dem "Befehlshaber Saloniki - Ägäis" unterstanden das Gebiet um Salonik
zwei deutsche Besatzungsdivisionen in Griechenland zu belassen und in zwei kleineren, und die Inseln L~mnos, Mytil~ne, Chios und Skyros sowie ein Gebietsstreifen an deI
für die geplante Stützpunktfunktion des Landes aber wichtigen Zonen zu konzentrieren. Grenze zur Türkei. Der größere (westliche) Teil Kretas, die Inseln im Saronischen Golf
Der größere Teil des Landes sollte von Italien und Bulgarien besetzt werden. 201 dazu Peiraieus (Piräus) sowie die Inseln Kythera, Antikythera und Melos (Milos) gehörter.
Ein weiterer, vor der Aggression festgelegter Bestandteil der "Neuordnungsplanung" zur Zone des "Befehlshabers Südgriechenland". Die deutschen Besatzungszonen um·
war die Absicht, alle Gegner der "neuen Ordnung", zu denen vor allem die Arbeiterbe­ faßten etwa 12 % des griechischen Territoriums. Außer in militärischen Fragen sollten die
wegung gerechnet wurde, rigoros zu vernichten. Dieses "Neuordnungsziel" war wie für Dienststellen der beiden Befehlshaber gegenüber der griechischen Verwaltung in den
Jugoslawien so auch für Griechenland u. a. in dem Abkommen über die Aufgaben und beiden Zonen, die de jure der Athener Regierung unterstand, nur als Aufsichtsbehörden
Unterstellung der Einsatzgruppe der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes der SS wirken.
in Griechenland festgelegt, das der Chef der Sipo und des SO, SS_Gruppenführer Ab 19. April 1941 wurden griechisch Thrakien sowie die Inseln Thasaos und Samothrake
Reinhard Heydrich, und der Generalquartiermeister des Heeres, Generalmajor Eduard von Bulgarien besetzt und bald als Provinz Belomorije dem bulgarischen Staat förmlich
202
Wagner, am 2. April 1941 geschlossen hatten.
eingegliedert. Dieses vor allem wegen seiner bedeutenden Tabak-, Getreide- und
Andere Fragen der politischen "Neuordnung" wurden erst nach Kriegsbeginn entschie­ Naturseideproduktion wichtige Gebiete umfaßte etwa 15 % des griechischen Territo­
den. So sollte die V erwal tung des Landes einer griechischen Regierung übertragen riums. Seine weitreichenden wirtschaftlichen Interessen in der bulgarischen Zone
Griechenlands versuchte Deutschland, wie in den von Ungarn und Bulgarien besetzten
199 Zum deutschen Kräfteeinsatz und zum Verlauf der Aggression siehe u. a. Detlef Vogel, Das
Eingreifen Deutschlands auf dem Balkan, in: Das Deutsche Reich im zweiten Weltkrieg, a. a. 0., 203 ZStA Potsdam, Film Nr. 3971, Bericht Benzlers an das AA v. 28. April 1943.
Bd. 3, S. 448 ff. . 204 ZStA Potsdam, IG Fatbenindustrie AG, Nr. A 1758, BI. 30Zf., Rundschreiben der Wirtschaftspoliti.
200 Martin Seckendorf, "Neuordnungspläne" und faschistisches Okkupationssystem in Griechenland bis sehen Abteilung der IG Farben v. 22. Mai 194I.
Ende 1942 (griech.), in : Simposio gia ten Istoria the Ethnikes Antistasis. Kritike ektimese tou megalu lOS Bis zum Überfall wurden allein vorn IG-Farben-Konzern 31 Spezialarbeiten über Griechenland
tes, Athen 1984, S. 143ff.
angefertigt (Hans Radandt, Berichte der Volkswirtschaftlichen Abteilung __ ., a. a. 0., S. 292).
201 "Weisung Nr. 20 (Unternehmen Marita)", in: Walther Hubatseh, a. a. 0., S. 8I.
206 Walther Hubatseh, a. a. 0., S. 122ff.
202 Helmut Krausnick Hans-Heinrich Wilhelm, a. a. 0., S. 137.

jugoslawischen Gebieten, durch entsprechende Abkommen mit Bulgarien zu sichern (Dok. 36). Bereits am 9. Juni 1941 notierte der deutsche Handelsattache
(Dok. 8).207 in Athen, Hellmuth Höfinghoff, die den deutschen Dienststellen in Griechenland
Über 70 % des griechischen Territoriums wurden von italienischen Truppen besetzt. gestellte Aufgabe, "Sicherstellung aller uns interessierenden Rohstoffe und Wirtschafts­
In militärischen Fragen war für diesen Teil Griechenlands das Oberkommando der betriebe" , könne "als gelöst betrachtet werden". 211 Genaue Angaben über den Umfang
italienischen 11. Armee befehlsführend. Nicht zuletzt auf deutschen Druck verzichteten des Raubes sind kaum zu ermitteln. Nach einem äußerst unvollständigen Bericht von
die italienischen Behörden auf die Einrichtung einer Militärverwaltung und unterstellten Major Kar! Forstreuter, Verbindungsoffizier des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamts
ihr Besatzungsgebiet der seit dem 1. Mai 1941 eingesetzten griechischen Kollaborations­ im OKW zur 12. Armee, vom 2. Oktober 1941 wurden zwischen dem 1. Mai und dem
regierung. In der italienischen Zone befanden sich die bedeutendsten Vorkommen 30. September 1941 Waren im Wert von über 70 Mill. RM geraubt, darunter neben
Griechenlands an Chrom, Nickel und Bauxit, die Deutschland beanspruchte (Dok. großen Mengen Erzen 5000 t Baumwolle, 80000 t Tabak, 10500 t Olivenöl und 305 t
10,17,19). Seidenkokons. 212 Der Raubzug veranlaßte Mussolini zu der sarkastischen Bemerkung,
Zur Durchsetzung der Interessen des deutschen Imperialismus gegenüber den italieni­ daß "die Deutschen den Griechen selbst die Schnürsenkel davongetragen" hätten. 213 Die
schen Behörden und der Kollaborationsregierung wurde als oberstes ziviles deutsches Ausbeutung in dieser Zeit war eine wesentliche Ursache der Hungerkatastrophe im
Okkupationsorgan am 28. April 1941 in Athen die Dienststelle "Bevollmächtigter des Winter 1941/42, der Zehntausende von Griechen zum Opfer fielen (Dok. 16,69, 73).
Reiches in Griechenland" unter Leitung des Gesandten Günther Altenburg geschaffen. In der nachfolgenden Phase wurde die Ausbeutung noch gesteigert und auf weitere
Im Zusammenhang mit der tiefen Krise, in die das Okkupationsre'gime vornehmlich Bereiche ausgedehnt, aber auch verschleiert bzw. gewissermaßen "legalisiert", weil die
durch die hemmungslose Ausplünderung des Landes bald geriet, wurde der zentrale Okkupanten sie hauptsächlich über die Währung vollzogen. Vor allem verstärkte sich der
deutsche Okkupationsapparat im Herbst 1942 durch zwei Dienststellen ergänzt, die von Abtransport der Rohstoffe, vornehmlich der Chromerze (Dok. 103). Die Verrechnung
da ab hauptsächlich für die wirtschaftliche Ausbeutung verantwortlich waren: der abtransportierten Güter erfolgte formal über Clearingkonten. Auch in der zweiten
- Am 17. S~ptember 1942 bildeten die Reichsgruppe Industrie und die Wirtschaftsgruppe Phase zog Deutschland aus der wirtschaftlichen Ausbeutung den größten Nutzen, blieb es
Groß- und Außenhandel der Reichsgruppe Handel die "Deutsch-griechische Waren­ die wirtschaftlich dominierende Macht in Griechenland (Dok. 64), obwohl dem
ausgleichsgesellschaft m.b.H.", die mit dem staatlichen Außenhandelsmonopol für den Achsenpartner Italien die Vorherrschaft in dem unterworfenen Land zugestanden worden
gesamten deutsch-griechischen Warenverkehr ausgestattet war (Dok. 100).208 war und ihm von Deutschland auch zunehmend wirtschaftliche Konzessionen gemacht
- Am 16. Oktober 1942 wurde der Gesandte Neubacher zum "Sonderbeauftragten des werden mußten. ,1942 gingen 76 % des griechischen Gesamtexports nach Deutschland
Reiches für wirtschaftliche und finanzielle Fragen in Griechenland" berufen. Er sollte und 17 % nach Italien. Beim griechischen Import betrug der deutsche Anteil 42 % und
vor allem dafür sorgen, daß die deutschen Okkupationsbehörd.en in ausreichendem jener Italiens 6 %.214
Maße über griechische Zahlungsmittel verfügen konnten (Dok. 111). , Ab Juli 1941 wurden in steigendem Maße ,,:on der Wehrmacht Industriekapazitäten
genutzt. Im Juli 1942 waren 335 Betriebe für die Wehrmacht tätig. 215 In dieser Phase
Wirtschaftliche Ausbeutung 209 begann auch die "Werbung" von Griechen für eine Arbeit in Deutschland. Im September
1944 wurde mit etwa 16 000 zivilen griechischen Zwangsarbeitern im Reichsgebiet die
höchste Zahl erreicht. 216
Wie in den meisten okkupierten Ländern war auch in Griechenland die erste Phase der
Ausbeutung, die etwa bis August 1941 reichte, eine Zeit des offenen, unverhohlenen Die wohl schwerste wirtschaftliche Belastung für Griechenland waren die Besatzungsko­
Raubs (Dok. 6). In hektischem Tempo wurde, nach Möglichkeit vor dem Eintreffen der sten und ähnliche finanzielle Kontributionen. Ab August 1941 mußte Griechenland
italienischen Truppen, alles erkundet, erfaßt, sichergestellt, beschlagnahmt und meist Besatzungskosten zahlen, deren Höhe sich bis Ende 1942 nach dem "Bedarf' der
abtransportiert oder dem Truppenbedarf zugeführt, was von Nutzen schien. Darunter deutschen Behörden richtete (Dok. 61, 99, 102). 1941 wurden 1021,8 Mill. RM gezahlt
fielen Rohstoffe, Halbfabrikate, Lebensmittel, Treibstoffe, wertvolle Maschinen sowie (einschließlich 170 Mill. RM für eine Bes;tzungswährung). Den 1942 gezahlten 2551,2
Transport- und Zugmittel. 210 Alle wichtigen Unternehmen oder deren Produktion, vor Mill. RM stand ein Volkseinkommen (Summe der produzierten Güter und Dienstleistun­
allem des Bergbaus und der Energieerzeugung, wurden von Be~ragten deutscher gen) von 756 Mill. RM gegenüber. 217 Die Leistungen wurden vor allem über eine
Firmen, meist in Wehrmachtuniform, gesichert (Dok. 10, 12, 16, 17, 19,24,68). Deutsche
211 ZStA Potsdam, Film Nr. 14203.
Großbanken stellten "engste Verbindungen" zu den größten Banken Griechenlands her 212 ZStA Potsdam, Film Nr. 43108.
213 Galeazzo Ciano, Tagebücher 1939-1943, Bem 1946, S. 353.
ZlJ7 Hans-Joachim Hoppe, a. a. 0., S. 121 ff. 214 Hagen Fleischer, Griechenland 1941-1944. Kampf gegen Stahlhelm und Krone, phil. Diss., FU Berlin
208 Zur Degriges siehe Anke Wappler, Grundzüge der Okkupationspolitik des faschistischen deutschen 1978, S. 36. (Die Dissertation ist 1986 in Frankfurt am Main als zweibändige Monographie unter dem
Imperialismus gegenüber Griechenland v. März 1943 bis zum Oktober 1944, Diss. A, Berlin 1986, Titel "Im Kreuzschatten der Mächte. Griechenland 1941-1944" erschienen.)
S. 79ff. 215 Errechnet nach den Monatsberichten des WeWiStabes SO, in: ZStA Potsdam, Film Nr. 43163.
209 Dazu ausführlich: Rainet Eckert, Die wirtschaftliche Ausplünderung Griechenlands durch seine 216 Der Arbeitseinsatz im Großdeutschen Reich, a. a. 0., Nr. 11/12 v. 30. Dezember 1944.
deutschen Okkupanten vom Beginn der Besetzung im April 1941 bis zur Kriegswende im Winter 217 ZStA Potsdam, Film Nr. 2308, Übersicht der Reichsbank v. 9. April 1943, sowie ZStA Potsdam,
1942/43, in: Jahrbuch für Geschichte, Berlin 1988, Bd. 36, S. 235 ff. Auswärtiges Amt, Nr. 68721, BI. 96, Aufzeichnung der Wirtschaftsabteilung des Reichsbevoll­
210 ZStA Potsdam, Auswärtiges Amt, Nr. 68721, S. 68, Aufzeichnung v. Höfinghoff v. 12. Oktober 1941. mächtigten in Athen v. 13. Oktober 1944.

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Ausdehnung des Banknotenumlaufs vom Volk erpreßt. Bei gleichzeitig sinkender All diese Terrormethoden wurden ab 1942 auch vom Befehlshaber Südgriechenland zur
Produktion waren hohe Preissteigerungen und zunehmende Verelendung die Folgen Bekämpfung des wachsenden Widerstands übernommen (Dok. 86).
(Dok. 66, 69, 73). Bis Dezember 1942 stiegen der Notenumlauf um 1575 % und die Die außerordentlich blutige Niederschlagung des Volksaufstandes von Drama im
Lebensmittelpreise um 23478 % im Vergleich zu 1940.
218
Die monatliche Prokopfbe­ Oktober 1941 durch bulgarische Truppen mit mehreren tausend Toten= ist ein Beleg
lastung durch die Okkupation lag Anfang 1943 bei 78,- RM und war damit zu dafür, daß die anderen Okkupationsmächte ihre Herrschaft mit gleichen Methoden
diesem Zeitpunkt nach einer Aufstellung der Reichsbank die höchste in allen sichern wollten.
Mit frühzeitig einsetzendem exzessivem Terror sollte ein tiefer, alle Klassen und Schichten
besetzten Gebieten. 219
Bereits im Herbst 1942 hatte die wirtschaftliche Ausbeutung ein solches Ausmaß des Volkes erreichender Abschreckungseffekt erzielt werden, um das Verhältnis zwischen
erreicht, daß das Okkupationsregime in eine tiefe Krise geraten war (Dok. 94, 100, wachsendem Befreiungskampf und der von den Besatzern als zu gering empfundenen
101, 107). Neubacher sollte zusammen mit italienischen Behörden die Krise überwin­ deutschen Truppenstärke auszugleichen. 223
den. Dazu diente neben Sparappellen an die Wehrmacht (Dok. 111) vorrangig die Entsprechend der Struktur der Okkupationsverwaltung wurde in den deutschen Zonen
Anwendung des Degrigesverfahrens (Dok. 100). Danach wurden die Preise vor allem der Terror fast ausschließlich von der Wehrmacht konzipiert, befohlen und durchgeführt
der für den Bevölkerungsbedarf nach Griechenland eingeführten Waren "aufge­ (Dok. 42, 47).
schleust". Mit den -auf diese Weise erzielten Gewinnen wurden zu einem Teil Aus­ Der Hauptstoß des deutschen Terrors richtete sich von Anfang an gegen die Kommunisti­
gaben der Wehrmacht gedeckt und vor allem die Preise der nach Deutschland sche Partei Griechenlands (KKE) und deren Anhänger (Dok. 22, 26). Die KKE hatte
auszuführenden griechischen Waren (hauptsächlich Rohstoffe) gesenkt ("abge­ lange Zeit vor anderen Parteien den Befreiungskampf aufgenommen 22\ den Okkupanten
schleust"). Vornehmlich durch solche Manipulationen entstand ab Anfang 1943 im bald empfindliche Schläge versetzt (Dok. 45, 69, 71). Auf dem VI. Plenum ihres
Clearingverkehr ein deutsches Guthaben, das den Zwang zum Export der von Zentralkomitees am 1. Juli 1941 beschloß die zahlen mäßig kleine Partei ein Programm der
Deutschland benötigten Rohstoffe über den Clearingsaldo verstärkte. Nach diesem nationalen Einheitsfront zum Kampf gegen die Besatzer und zur Erringung der
Verfahren wurde ab September 1943 der Warenverkehr auch mit Albanien und ab Volkssouveränität. 225 Auf der Grundlage der Einheitsfrontkonzeption des VI. Plenums
Anfang 1944 mit Kroatien und Serbien abgewickelt. In der Sitzung des Verwaltungs­ entstand am 27. September 1941 die Nationale Befreiungsfront EAM, der im November
rates am 13. April 1943 wurde eingeschätzt, daß sich das Degrigesverfahren bewährt 1944 bei knapp 7 Mil\. Einwohnern mehr als 1,6 Mil!. Griechen angehörten. 226 Im Februar
habe, das vor allem die Ausfuhr kriegswichtiger Rohstoffe nach Deutschland er­ 1942 wurde von der EAM die Griechische Volksbefreiungsarmee ELAS geschaffen.
möglichte,220 die durch den Kollaps der griechischen WirtSchaft und Währung Ende EAM und ELAS waren die entscheidenden militärischen und politischen Kräfte des
Befrei un gs kampfes.
1942 fast zum Erliegen gekommen war.
Erst als der Masseneinfluß von EAM/ELAS .evident wurde, beschäftigten sich bürger­
liche Gruppen intensiver mit der Teilnahme am Kampf. Die größte bürgerliche
Terror der Besatzer Gruppierung war der im September 1941 gegründete Nationale Republikanische Bund
EDES, der seit Ende Juli 1942 den Aufbau einer Partisanenarmee unter Napoleon Zervas
Die wichtigste Methode der deutschen Okkupanten zur Sicherung ihrer Herrschaft war in Nordwestgriechenland betrieb. Wegen der politischen Gegensätze zur EAM kam es
auch in Griechenland ein vielfaltiger, allgegenwärtiger Terror.
nur einmal bei einer Großaktion zur Zusammenarbeit mit der ELAS. Am 25. November
Schon bald nach Beginn der Besetzung wurden massenhaft Grausamkeiten begangen. Auf
1942 zerstörten Soldaten der ELAS, des EDES und britischer Kommandos die
Kreta z. B. kam es noch während der Kampfhandlungen zu Geiselnahmen; für jeden von
Eisenbahnbrücke über den fluß Gorgopotamos bei Lamia, wodurch der Eisenbahnver­
Zivilisten getöteten oder verwundeten Deutschen wurden eine bestimmte Anzahl von
kehr zwischen Saloniki und Athen bis zum 5. Januar 1943 unterbrochen war (Dok. 111).
Kretern - häufig jeder fünfte männliche Einwohner oder alle Männer einer Gemeinde ­ Die Sprengung des stark gesicherten Objektes und die längere Unterbrechung der
erschossen, die Orte zerstört, Frauen und Kinder umgesiedelt (Dok. 21). Der ersten
einzigen Nachschubstrecke für die Besatzungstruppen in der Nord-Süd-Richtung zeigten
Terrorwelle auf Kreta fielen zwischen J uni und September 1941 über 2000 Menschen zum
die beachtlichen militärischen Potenzen einer einheitlich und mit den Operationen der
Opfer. 221 \
Alliierten koordiniert handelnden Befreiungsbewegung. Die Sprengung der Gorgo­
Ab August 1941 verfuhr der Befehlshaber Saloniki - Ägäis ebenso, uncNm gleichen
potam6s-Brücken, ursprünglich als taktische Maßnahme zur Unterstützung der seit
Monat ließ er in Saloniki auch das erste Konzentrationslager der Okkupanten in

Griechenland errichten (Dok. 45, 52, 54, 62).


222 MA, WF-03/11619, Lagebericht Balkan des Wbfh. SO v. 2. November 1941, sowie ZStA Potsdam,
Film Nr. 40774, Bericht des deutschen Verbindungsoffiziers beim bulgarischen Heer v. Q. Oktober
218 Paul Hahn, Die griechische Währung und die währungspolitischen Maßnahmen unter der Besetzung 1941.
1941-1944, Tübingen 1957, S. 41, sowie Die Entwicklung der griechischen Wirtschaft von 223 Befehl des OB der 12. Armee v. 23. Juli 1941, zit. nach: Pali 7, S. 67.
22' Matthias Esche, Die Kommunistische Partei Griechenlands 1941-1949. Ein Beitrag zur Politik der
1939-1943, in: Nachrichten für den Außenhandel, Berlin, Nr. 79 v. 3. August 1944.
KKE vom Beginn der Resistance bis zum Ende des Bürgerkrieges, München - Wien 1982, S. 53ff.
219 ZStA Potsdam, Film Nr. 2308, Übersicht der Reichsbank v. 9. April 1943.
220 "Neuregelung des deutsch-griechischen Warenaustausches", in: Deutsch-Griechische Wirtschafts­ 22.5 Georgi Zoidi, a. a. 0., S. 70.
nachrichten. Mitteilungen der Deutschen Handelskammer in Griechenland, Athen 1943/1, S. 12. 226 Vasilis Venetsanopulos, Alle Patrioten zusammenschließen, in : Probleme des Friedens und des
221 Giorgi Zoidi u. a., Istoria tis Ethnikis Antistasis 1940-1945. Dokimio, Athen 1983, S. S1ff. Sozialismus, Prag 1985, S. 657.

f..f..
23. Oktober laufenden britischen Offensive in Nordafrika konzipiert, wurde zum Fanal abgeschlossen. Oberste Kommandobehörde für Griechenland wurde die Heetl
und bewirkte einen gewaltigen Aufschwung des Kampfes der Griechen gegen die gruppe E unter Generaloberst Alexander Löhr, die dem Oberbefehlshaber Süd<
Achsenmächte zu einer Zeit, als diese in der Sowjetunion und in Afrika die strategische (zugleich OB der Heeresgruppe F), Generalfeldmarschall Maximilian v. Weicl
Initiative zunehmend einbüßten. unterstand. Die Heeresgruppe E konnte erstmals über alle bewaffneten Kräfte c
Eroberer und Kollaborateure verfügen.
Die Okkupationsverwaltung wurde mit der Bildung der Dienststelle des Militärbefeh
Die deutsche Okkupationspolitik nach der Kriegswende 1942/43 habers Griechenland unter General der Flieger Wilhelm SpeideI, der dem Militärbefeh
haber Südost unterstand, vereinheitlicht. Ab 7. September 1943 wurde dem Militäd
fehlshaber ein Höherer SS- und Polizeiführer unterstellt - ab Oktober 1943 SS-Brigac
Mit der Kriegswende, besonders mit dem Verlust der stra~egischen Initiative im
führer und Generalmajor der Waffen-SS Walter Schimana -, der über alle Polizeikräl
Mittelmeerraum als Folge der britischen und amerikanischen Operationen ab Ende
der Okkupanten und Kollaborateure gebot. 229
Oktober/Anfang November 1942 in Nordafrika, ergab sich ein Wandel der Funktion
Gleichzeitig erfolgte eine Verstärkung der deutschen Truppen. 1943 wurden ac
Griechenlands in der deutschen Gesamtsstrategie. Vor allem zwei Punkte kennzeichnen
Divisionen sowie Spezialeinheiten im Umfang von etwa acht Bataillonen nach Grieche
den Wandel (Dok.111):
land verlegt. 230 Am 1. Mai 1944 hatte sich die Zahl der deutschen Soldaten gegenüber 19,
- Aufgrund des schnellen Vormarsches der britischen Verbände nach der Schlacht bei EI mehr als verdoppelt. 231
Alamein (ab 23. Oktober 1942) war Griechenland nicht mehr Transitland für die
Um die angesichts der Kriegslage erheblich an Bedeutung gewonnenen Rohstoffvorkon
deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika.
men maximal auszubeuten, wurden Förderung und Abtransport der Erze in d.
Die Führung der Wehrmacht ging seit Ende November 1942 davon aus, daß
Dienststelle "Generalbevollmächtigter für den Metallerzbergbau Südost" zusammeng.
möglicherweise schon vor Abschluß der Operationen in Nordafrika "ein angelsächsi­
faßt (Dok. 118, 302), der für Griechenland je einen bergmännischen und eine
scher ·Angriff gegen den Südosten Europas über den Dödeblnesos, Kreta und den
kaufmännischen Beauftragten bestellte.
Peloponnes zu erwarten" sei, wie der Chefdes Wehrmachtführungsstabes, General der
Erhebliche Bedeutung hatte die Bildung der Dienststelle Athen des Sonderbevol
Artillerie Alfred Jodl, in den Leitsätzen für eine grundlegende Lagebeurteilung
mächtigten des Auswärtigen Amtes für den Südosten. Sie erhielt gemäß der Grundlini
feststellte. 227
der Neubacherschen Südostpolitik größeren Einfluß auf die Besatzungspoltik, um auc
Aus der Nachschub- und Absprungbasis wurde eine Festung, die den politisch und
in Griechenland zu versuchen, das für Deutschland zunehmend ungünstiger
kriegswirtschaftlich wichtigen Südosten des Nazi-Imperimus gegen Angriffe von Süden
Kräfteverhältnis durch verstärkte Anwendung politischer Mittel auszugleichen. 232 Di
zu decken hatte. 228 Dazu sollte, wie Jodl forderte, "der Balkan befriedet und gesichert
Umsetzung dieses Konzepts in Griechenland begann bereits mit der Bildung de
werden".
"Regierung" unter Joanis Rhallys am 7. April 1943, deren Hauptaufgaben der "Kamr
Der Kriegsverlauf hatte auch in anderen Richtungen erhebliche Auswirkungen auf die
gegen Kommunismus" und die Bereitstellung der geforderten Drachmenbeträg
Okkupationspolitik. So fiel nach der Kapitulation Italiens ab 8. September 1943 die ca. waren. 233
250000 Mann starke italienische 11. Armee als Besatzungsmacht aus. Das deutsche
Okkupationsregime wurde auf ganz Griechenhmd ausgedehnt mit Ausnahme der seit
März 1943 vergrößerten bulgarischen Zone. Verstärkte wirtschaftliche Ausbeutung
Der Funktionswandel brachte dem ruinierten Land mehr Terror und höhere Lasten (Dok.
143). Mit Protesten (Dok. 124) und mit verstärktem Kampf wehrten sich die Griechen Ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik in der Zeit nach der Kriegswende war di
gegen die Eskalation von Ausbeutung und Unterdrückung (Dok. 129, 131). Die Besatzer verstärkte Ausbeutung der Rohstoffvorkommen. Vor allem Chrom gewann durch di
antworteten mit gesteigertem Terror (Dok. 113, 137, 149), der wiederum immer mehr Kriegslage und die Einstellung der türkischen Lieferungen an Bedeutung (Dok. 203, 22(
Griechen zur Befreiungsbewegung trieb. 309). Gleichzeitig wurde die Ausbeutung der Rohstoffvorkommen durch den Kampf de
ELAS erheblich behindert (Dok. 131, 279, 316). Trotz verstärkten Truppeneinsatzes u. 2
Umgestaltung des Okkupationsapparates \ durch die Zuführung des Technischen Bataillons Bergbau (mot.) 26 und weitere

Auf den Wandel in der Kriegslage reagierte die deutsche Führung auch in Griechenland 229 ZStA Potsdam, Film Nr. 18736, Dienstanweisung für den Mbfh. Griechenland v. 23. Oktober 194:
zunächst mit einer Umgestaltung des Besatzungsapparates. Die Veränderungen begannen sowie MA, WF-03/5794, Dienstanweisung für den HSSPF v. 7. September 1943.
230 ZStA Potsdam, Film Nr. 43597, Kriegsgliederung der HGr. E, Stand 30. Mai 1944.
mit Hitlers Weisung Nr. 47 vom 28. Dezember 1942 und waren im Herbst 1943
231 ZStA Potsdam, Film Nr. 18455, Stärkemeldung der Abt. II b der HGr. E v. 23. Mai 1944.

232 Anordnung über "Die einheitliche Führung des Kampfes gegen den Kommunismus im Südosten" \

?27 Jürgen Förster, Strategische Überlegungen des Wehrmachtführungsstabes für das Jahr 1943, a. a. 0 ., 29. Oktober 1943, in: Griff nach Südoste uropa, a. a. 0., S. 228 ff., Dok. 116.
S.95. m Telegramm der Deutschen Botschaft Rom (Quir.) an das AA v. 28. März 1943, in: ADAP, Serie E
228 Hitlers Lagebesprechungen. Die Protokollfragmente seiner militärischen Konferenzen 1942-1945, Bd. V, S. 484 ff., Dok. 253, sowie Telegramm Altenburgs an das AA v. 8. April 1943, ebenda, S. 535ff.
hrsg. v. Hans Heiber, Stuttgart 1962, S. 231. Dok. 281.

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Sicherungseinheiten ab Mitte 1943 234 wurden 1943 weniger Erzmengen als 1942 stärker gestiegen als der Lohn, und diese Diskrepanz zwischen Lohnentwicklung und
abtransportiert. Bei Chrom lagen die Ergebnisse um 50 % niedriger. Insgesamt deckten Preissteigerung dürfte auch im Jahre 1944 nicht geringer geworden sein.
die Chromerzlieferungen bis Ende August 1944 etwa ein Fünftel des deutschen Bedarfs. 235 Die Größenordnung der über die Drachme vollzogenen Ausbeutung zeigt das Verhältnis
Schwerwiegende Belastungen für die Bevölkerung ergaben sich aus dem Festungsbau­ des Wehrmachtbedarfs zum Banknotenumlauf in einem "normalen" Monat. So hatte die
programm sowie der Verstärkung der Wehrmacht und der Kollaborationseinheiten. Wehrmacht für Mai 1944 einen Bedarf an Drachmen angemeldet, der 63 % des gesamten
Ihren erhöhten Bedarf an Arbeitskräften, Baustoffen, Transportleistungen 236, Energie, 242
Notenumlaufs ausmachte. Häufig wurde die Obergrenze des Wehrmachtbedarfs nur
Produktioris- und Reparaturkapazitäten sowie Lebensmitteln deckten die Besatzer noch von der Kapazität der Notenpresse bestimmt.
vorwiegend über die griechische Währung (Dok. 102, 143, 164, 186, 205). Seit dem Eine weitere Aufgabe der Wirtschaftspolitik nach der Kriegswende war die Unterstüt­
13. Oktober 1942 erfolgte nur noch ein Teil der Drachmenlieferungen als Besatzungs­ zung der antikommunistischen Spaltungskonzeption Neubachers. Eine wenn auch nur
kosten. Der andere Teil wurde den Besatzungsmächten als "Kredit" gewährt. Die geringfügige Besserung der miserablen wirtSChaftlichen Verhältnisse galt als Vorausset­
Leistungen wurden weiterhin vorrangig durch Ausdehnung des Banknotenumlaufs aus zung für das Gelingen der Spaltungspolitik (Dok. 210, 236). Diese Aufgabe mußte
dem Volk gepreßt. Der Drachmenumlauf erreichte astronomische Größenordnungen, scheitern, da sie mit der durch den Wandel der Funktion Griechenlands in der deutschen
wie die nachstehende Tabelle zeigt: Gesamtstrategie bedingten verstärkten Ausbeutung, die ihren prägnantesten Ausdruck in
Stichtag Geldumlauf (in Mrd. Drachmen) den steigenden Geldforderungen der Wehrmacht fand, ständig kollidierte (Dok. 143).
In dieser Periode der wirtschaftlichen Ausbeutung Griechenlands nutzten deutsche
31. März 1941 19
Okkupationsbehörden und Firmen die Kapitulation Italiens, um auch das italienische
31. März 1942 68
Kapital, den Hauptkonkurrenten seit dem 6. April 1941, gewaltsam aus seinen Positionen
31. März 1943 466
in Griechenland zu verdrängen (Dok. 178, 186).
31. März 1944 8060
30. Juni 1944 68640
30. September 1944 2300000 237 Intensivierung des Terrors
Gleichzeitig sank als Ergebnis der Besatzungspolitik die Wirtschaftskraft rapide. 238
Preissteigerungsraten von 100 % und mehr, monatlich, wurden erreicht. So hatten sich in In gleicher Weise Folge wie Bestandteil der veränderten Lagebedingungen nach der
den Monaten Juli und August 1944 die Warenpreise verdrei- bis verfünffacht. 239 Kriegswende waren das rapide Wachstum und die zunehmende Wirksamkeit der
Besonders deutlich wird die Inflation bei einem Blick aufdie Entwicklung des Preises für griechischen Befreiungsbewegung. Außerdem schlossen sich nach dem 8. September 1943
Olivenöl, ein Grundnahrungsmittel der Griechen. Im Oktober 1940 kostete das Oka auch Tausende von italienischen Soldaten der Befreiungsbewegung an (Dok . 187,209).
(etwa 1280 Gramm) 50 Drachmen. Mitte September 1944 mußte man für die gleiche Erhebliche Vorräte an Waffen, Munition und Verpflegung aus Beständen der italieni­
Menge 800 Mill. Drachmen bezahlen. 240 Zunehmende Verelendung war die Folge (Dok. schen 11. Armee gelangten in die Hände der Befreiungskämpfer. Nach einer Einschätzung
115,164,205,298,318). Deutlich wird die Verelendung bei einem Vergleich der Lohn­ des Militärbefehlshabers in Griechenland war im Herbst 1943 "Griechenland nur zu einem
und Preisentwicklung. 241 Während der tägliche Durchschnittsverdienst eines Athener kleinen Teil wirklich in deutscher Hand" (Dok . 186). Hauptkraft des bewaffneten
Arbeiters zwischen dem 1. Oktober 1940 und dem 21. Januar 1944 um 13 020 % stieg, Befreiungskampfes und seit Herbst 1943 einziger militärischer Gegner der Deutschen in
verteuerte sich der Brotpreis im gleiche!' Zeitraum um 1199900 %, d. h., dieser war 92mal Griechenland war die ELAS (Dok. 210), die am 5. Juli 1943 vom britischen Hauptq uartier
Nahost als verbündete Armee anerkannt worden war. Die ELAS fügte den Okkupanten
nach einem Bericht des Militärbefehlshabers Griechenland vom 19. Oktober 1943
234 ZStA Po tsdam, Film Nr. 43103, undatierte Aufzeichnung des WO Athen.
"erhebliche Verluste an Menschen und Material" ZU . 243
235 Errechnet nach : ebenda, Film Nr. 5386, Rohstoffübersicht 1943, sowie Jörg-Johannes Jäger, a. a. 0 .,
Die oben zitierten Leitsätze von General Jodl für eine Lagebeurteilung von Ende
S. 255, Tab. 37.
November 1942 enthielten die Forderung, angesichts der Möglichkeit einer alliierten
236 So wurde beispielsweise seit Ende 1943/Anfang 1944 der Eisenbahnbetrieb für die Griechen praktisCh{
eingestellt. Fast 97 % der gesamten Transportleistungen der griechischen Bahn entfiehlen auf di
Landung in Griechenland den Terror zu intensivieren und das Land zu "befrieden".244
Wehrmacht (PA/AA, Sonderbev. SO, Bd. 1, BI. 225, Telegramm der Dienststelle Athen des Noch im Juli 1943 hielt es die deutsche Führung für möglich, die Befreiungsbewegung
Sonderbev. für den Südosten an Neubacher in Belgrad v. 10. März 1944). militärisch "nach Zuführung der vorgesehenen deutschen Truppen zu zerschlagen". 245
237 Paul Hahn, Die griechische Währung ... , a. a. 0., S. 11, 41. Ein Jahr später, am 12. Mai 1944, erklärte Generaloberst Löhr, daß "es nie gelingen"
238 Die griechische Wirtschaft 1939-1943, in: Nachrichten für den Außenhandel, Berlin o. Jg., Nr. 175. werde, die ELAS "restlos zu vernichten und den Raum zu befrieden". Durch
239 ZStA Potsdam, Film Nr. 43166, Lagebericht des Wehrwirtschaftsstabes Griechenland v. 17. August
1944. 242 Errechnet nach: Telegramm der Dienststelle Athen des Sonderbev. für den Südosten an Neubacher v.
240 ZStA Potsdam, Film Nr. 5271, Monatsbericht des RWM für September 1944. 8. Mai 1944, in: PA/AA Bonn, Sonderbev. SO, Bd. 1, BI. 176.
W Errechnet nach: ZStA Potsdam, Film Nr. 18741, Schreiben der Arbeiter eines Athener Betriebes an 243 ZStA Potsdam, Film Nr. 18735, Lagebeurteilung für die Zeit v. 15. September - 15. Oktober 1943.
den Mbfh. Griechenland v. 1. Oktober 1943; ebenda, Film Nr. 18470, Schreiben des Mbfh. 24< Jürgen Förster, Strategische Überlegungen des WFSt. für das Jahr 1943, a. a. 0 ., S. 95 ff.
Griechenland an OKW v. 22. Januar 1944; ebenda, Film Nr. 18470, Anlage 4 zum Abschlußbericht 24S Bericht von Obstltn. Boehnke an das OKW über eine Reise in den Bereich des OB SO.
der MV Griechenland. 26. Juni-9. Juli 1943, in: KTB/OKW, Bd. III/2, S. 780.

70
permanenten Terror sollte sie aber so geschwächt werden, daß im Invasionsfall die griechische Gendarmerie und Polizei. 251 Meist durch die Wehrmacht wurden über 20
Hauptverkehrswege eine gewisse Zeit offengehalten werden konnten. 246 Der Terror blieb griechische "Freiwilligenverbände" formiert. 252 Die bis dahin unbedeutende griechische
somit auch in dieser Periode Hauptinstrument und Ultima ratio der Besatzer, erhielt aber Nazi-Partei Ethniki Enossis Ellaados erhielt im April 1944 von Neubacher beträchtliche
einige neue Züge. Zu den bislang üblichen Strafen, wie Geldbußen, Haft, Wachdienste, finanzielle Mittel zur "Aufstellung antikommunistischer Kampfverbände" . 253
Zerstörung der Wohnstätten und Mord, kamen die vermehrte Festnahme der Bewohner Ein Aspekt der verstärkten antikommunistischen Instrumentalisierung des Terrors war
von Partisanengebieten und von "Verdächtigen" und deren Deportation als Zwangs­ der allenthalben gelungene Versuch, bürgerliche ("nationale") Widerstandsgruppen vom
arbeiter. 247 Auch in Griechenland wurden nun in verstärktem Maße der Terror zur Kampf gegen die Wehrmacht abzuhalten und zu - häufig mit den Okkupanten
Deckung des wachsenden Arbeitskräftebedarfs und die Zwangsarbeit als Mittel des gemeinsamen - Aktionen gegen die EAMfELAS zu bewegen. Für diese "nationalen"
Gruppen war, wie aus einem Lagebericht der Heeresgruppe Ehervorgeht, "nicht die
Terrors eingesetzt (Dok. 119, 157, 186).

Eine beträchtliche Verschärfung des Terrors brachten die Befehle zur Einführung von
deutsche Besatzung, sondern der Kommunismus als Feind Griechenlands Nr. 1" zu
Geiselwagen auf der Eisenbahn und bei Lkw-Konvois (Dok. 149,231). Die Intensivie­
bekämpfen (Dok. 210). Von besonderer Bedeutung war dabei die Verbindung des XXII.
rung des Terrors zeigte sich auch darin, daß die Zahl der Ermordeten sprunghaft anstieg.
Gebirgsarmeekorps zu den EDES-Verbänden in Nordwestgriechenland (Dok. 311), die
Mordaktionen mit 100 und mehr Toten wurden ab Herbst 1943 fast alltäglich. Ganze seit Herbst 1943 bestand und Anfang Februar 1944 zu einem Waffenstillstands- und
Landstriche wurden verwüstet und entvölkert (Dok. 219, 248). Selbst routinemäßige Beistandsabkommen gegen die ELAS geführt hatte. 254 In einigen Gebieten, so im Bereich
Razzien in Athen entarteten häufig zu Blutbädern unter der Bevölkerung (Dok. 143,298, der Korpsgruppe Saloniki, wurden "nationale" Partisaneneinheiten von den Okkupanten
306). Aus Furcht vor der ELAS setzten die Deutschen Flugzeuge und weitreichende mit Waffen versorgt (Dok. 224, 308) und wie offene Kollaborationseinheiten, oft unter
Artillerie zur Vernichtung der ungeschützten Dörfer und ihrer Bewohner ein. 248 deutscher Führung, gegen die ELAS eingesetzt. 255
Deutliche Zeichen für die Eskalation des Besatzerterrors nach der Kriegswende waren die
Massaker in Kalavrita, Klissura und Distomon. Ab 5. Dezember 1943 verwüsteten Die " Endlösung der Judenfrage" in Criechenlan~56
Soldaten der 117. Jägerdivision die Stadt Kalavrita sowie 20 Dörfer und 2 Klöster auf dem Seit dem 6. April 1941 waren die jüdischen Einwohner Griechenlands, wie in allen von
Peloponnes. Etwa 1300 Menschen beiderlei Geschlechts und jeden Alters wurden dabei deutschen Truppen besetzten Gebieten, in besonderer Weise vom nationalsozialistischen
ermordet (Dok. 219). Angehörige des SS-Panzergrenadierregiments 7 vernichteten am Terror betroffen. Die Einsatzgruppe Griechenland der Sipo und des SD hatte nach dem
5. April 1944 das Dorf Klissura und am 10. Juni 1944 das Dorf Distomon. Etwa 500 HeydrichfWagner-Abkommen vom 2. April 1941 neben "Kommunisten" und anderen
Menschen wurden ermordet. Nur einige Einwohner der beiden Orte überlebten (Dok. "Reichsfeinden" auch "Juden" zu verfolgen. 257 Außerdem erfaßte seit dem 6. April 1941
262,289). ein Sonderkommando des Reichsleiters der NSDAP Alfred Rosenberg häufig unter
Nach der Kapitulation Italiens richtete sich der Terror mit besonderer Härte gegen die Gewaltanwendung wie Festnahmen, Vernehmungen und Durchsuchungen wichtige
Soldaten des ehemaligen Verbündeten (Dok. 183). Auf der Insel Kefallenia wurden 4000 Daten und Dokumente über das jüdische Leben in Griechenland (Dok. 63) und plünderte
Mann der Division "Acqui" von Einheiten des XXII. Gebirgsarmeekorps ermordet. 249 Bibliotheken im Umfang von rd. 100000 Bänden. 258
Ab September 1943 wurde der Terror auch in Griechenland verstärkt zu einem wichtigen Wie in Jugoslawien war der Grad der Verfolgung in den einzelnen Besatzungszonen
Instrument der antikommunistischen Spaltungspolitik Neubachers. Auf einer Chefbe­
sprechung der Heeresgruppe E am 9. und 10. Dezember 1943 erläuterte Generalmajor 251 ZStA Potsdam, Film Nr. 3354, undatierter Bericht des HSSPF Griechenland an Himmler.

August Winter, Chef des Generalstabes der Heeresgruppe, die neue Linie. Es gehe "leider 252 ZStA Potsdam, Film Nr. 43597, kriegsgliederung der HGr. E, Stand 30. Mai 1944, sowie ZStA

(sic) nicht an, alle Leute zu köpfen" und "völlig unbeteiligte Ortschaften dem Erdboden Potsdam, Film Nr. 18453, Bericht v. Felmy auf einer Beratung mit dem OB der HGr. E am 12. Mai

gleichzumachen", da dies "nur zur Vermehrung des Bandenwesens" führe. Deshalb seien 1944.

nun zwar nicht weniger, aber die politisch richtigen Menschen, "die wahrhaft Schuldi­ 253 PA/AA Bonn, Sonderbev. SO, Bd. 1, BI. 192ff., Telegramm der Dienststelle Athen des Sonderbev.

gen", wie Winter betonte, zu ermorden. 2S0 Der Terror sollte sich noch gezielter gegen SO an Neubacher v. 22. April 1944.

Mitglieder der EAMfELAS und deren Angehörige richten (Dok. 221). I


254 ZStA Potsdam, Film Nr. 18455, u. a. Aktennotiz v. 8. Juli 1944 im Kriegstagebuch der HGr. E.

In diesem Zusammenhang wurden auch in größerem Umfang als bisher KoUaborateur~ 25S ZStA Potsdam, Film Nr. 18464, undatierte Aufzeichnung (vermutlich v. Mai 1944) des Ic beim OB

SO.

bewaffnet und gegen die EAMfELAS eingesetzt. Bis Juni 1944 stellte der Höhere SS- unH
2S6 Zur "Endlösung" in Griechenland siehe vor allem : Danuta Czech, Deportation und Vernichtung der

Polizeiführer drei sogenannte Evzonenregimenter (Evzonen war der Name der griechi­
griechischen Juden im Konzentrationslager Auschwitz, in: Hefte von Auschwitz, Oswit;cim 1970/11,

schen Königsgarde) zu je drei Bataillonen auf und verstärkte und bewaffnete die S. 5ff.; Raul Hilberg, a. a. 0., S. 475ff., sowie Rainer Eckert, Die Verfolgung der griechischen Juden

im deutschen Okkupationsgebiet Saloniki - Ägäis vom April 1941 bis zum Abschluß der

Deportationen im August 1943, in: Bulletin des Arbeitskreises "Zweiter Weltkrieg", Berlin 1986/1-4,

2'6 ZStA Potsdam, Film Nr. 18453.

S. 41 ff.

247 Befehl des OB SO v. 10. August 1943, zit. nach: Fall 7, a. a. 0 ., S" 161 f.

248 Siehe u. a. Befehl des Kdt der Festung Kreta v. 14. August 1944, Dok. NOKW-1377, in : ZStA
257 Helmut Krausnick/Hans-Heinrich Wilhe1m, a. a. 0 ., S. 137.

2S8 Heinz Richter, Griechenland zwischen Revolution und Konterrevolution (1936-1946), Frankfurt am

Potsdam, Film Nr. 47317.

Main 1973, S. 236, sowie Leon Poliakov/ JosefWulf, Das Dritte Reich und die Juden. Dokumente und

249 KTB/OKW, Bd. III/2, S. 1134, Eintragung v. 23. September 1943.

Aufsätze, Berlin 1955, S. 29.

250 ZStA Potsdam, Film Nr. 18451.

"1"1
unterschiedlich, obwohl die deutschen Behörden auf eine rasche und ganz Griechenland wahllose, politisch undifferenzierte Massenhinrichtungen vorgenommen. wurden (Dok.
umfassende "Endlösung" drängten (Dok. 138). In der deutschen Zone Saloniki - Ägäis, 331), sollte die EAM/ELAS noch stärker auch mit politischen Mitteln bekämpft werden .
in der fast zwei Drittel der jüdischen Einwohner Griechenlands lebten, wurde für diese im Am 14. September 1944 wies daher das OKW die deutschen Behörden in Griechenland an,
Juli 1942 die Zwangsarbeit eingeführt, die Merkmale der "Vernichtung durch Arbeit" als Eskalation der antikommunistischen Spaltungskonzeption "Störpolitik" zu betrei­
trug (Dok. 95, 106). Anfang 1943 trat die "Endlösung" in der deutschen und bulgarischen 261
ben. Mit dieser Politik sollten alle antikommunistischen Kräfte Griechenlands,
Zone in ihr letztes Stadium. Die jüdischen Einwohner beider Zonen wurden ghettoisiert, gleichgültig, ob sie "deutschfreundlich" waren oder nicht, zu einer einheitlichen Front
enteignet und ab März 1943 deportiert, vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka, wo 262
zusammengefaßt werden. Die Deutschen wollten diese Kräfte durch politische und
fast alle sofort ermordet wurden (Dok. 127, 141). Ab 8. September 1943 gingen die materielle, vor allem waffentechnische Unterstützung sowie durch zweckmäßige Dislo­
deutschen Behörden daran, die "Endlösung" auf die etwa 13000 jüdischen Einwohner der zierung in den Kerngebieten der Volksbefreiungsbewegung befähigen, sofort im ganzen
ehemaligen italienischen Zone auszudehnen. Am 3. Oktober 1943 verordnete der Höhere Land die politische und bewaffnete Offensive gegen die EAM/ELAS zu beginnen (Dok.
SS- und Polizeiführer die Erfassung der jüdischen Bewohner. Ab 18. Dezember 1943 308,311, 313, 321). Mit der "Störpolitik" hofften die Okkupanten vor allem drei Ziele zu
begannen die Festnahmen. Am 21. Juni 1944 waren die Deportationen, vorwiegend nach erreichen:
Auschwitz, abgeschlossen (Dok. 278). Die letzte Deportation erfolgte im Juli/August - Die politische und militärische Offensive der antikommunistischen Kräfte sollte die
1944. Etwa 2500 Menschen aus R6dos wurden zur Vergasung in das 3000 km entfernte ELAS an der Bekämpfung der fliehenden deutschen Truppen hindern (u. a. Dok. 315).
Auschwitz verschleppt. - Die Okkupanten erhofften die Schwächung der Volksbefreiungskräfte in einem
Der "Endlösung" in Griechenland fielen etwa 60000 Menschen zum Opfer. Das waren solchen Maße, daß die EAM/ELAS die Nachkriegsentwicklung in Griechenland nicht
ca. 80 % der jüdischen Bevölkerung des Landes. mehr entscheidend hätte beeinflussen können (Dok. 308, 311, 321).
- Schließlich rechnete die deutsche Führung damit, daß britische Streitkräfte auf seiten
Die Befreiung Grieclienlands im November 1944 der "nationalen" Gruppen in den Kampf gegen die ELAS eingreifen würden (Dok. 312,
321), Dadurch wären auch die britischen Kräfte in Griechenland gebunden und an der
Ab August 1944 hatte sich als Folge der gewaltigen Offensive der Roten Armee im Süd teil Verfolgung der abziehenden deutschen Truppen gehindert worden. Außerdem bestand
der deutsch-sowjetischen Front und durch den Kampf der Befreiungsbewegungen die die Möglichkeit, daß es durch die britische Intervention zu einem schwerwiegenden
Lage in Südosteuropa grundlegend verändert. Rumänien und Bulgarien erklärten am Konflikt zwischen den Westmächten und der Sowjetunion kommen würde, der die
25. August bzw. 9. September Deutschland den Krieg. Der Heeresgruppe E drohte die Antihitlerkoalition sprengen konnte.
Einschließung in Griechenland. Aufgrund dieser Entwicklung stand für die Führung in In dieser Beziehung kam es in der Räumungsphase zu einem engen Zusammenwirken
Deutschland seit dem 23. August 1944 fest, Griechenland schrittweise aufzugeben (Dok. deutscher und britischer Stellen auf verschiedenen Ebenen. Es ging darum, daß die
312). Am 26. August befahl Hitler die Räumung Süd- und Mittelgriechenlands (Dok. Wehrmacht ihre militärischen Stellungen so lange gegen die ELAS halten sollte, bis
307). Am 1. September 1944 erklärte Generaloberst Löhr Griechenland zur Kampfzone. britische Kräfte eingetroffen waren. Danach wäre den deutschen Truppen ein unbe­
Die Militärverwaltung ging auf die Kommandierenden Generale der Armeekorps über. drängter Abzug zur Verstärkung der Front gegen die Rote Armee ermöglicht worden
Die vollständige Räumung Griechenlands wurde am 3. Oktober angeordnet. (Dok. 312). Nach den Memoiren des damaligen Rüstungsministers Speer kam es 1944 zu
Die Wirtschaftspolitik der Okkupanten in der letzten Etappe folgte dem von General­ einem von Hitler gebilligten Abkommen zwischen Beauftragten des OKW und zentralen
oberst Löhr am 4. August 1944 verkündeten Grundsatz, "aus dem Lande noch britischen Stellen über die Räumung Griechenlands. 263 Entsprechend passiv verhielten
herauszuholen, was möglich ist". Das sollte weiterhin vorrangig über die Drachme sich die britischen Streitkräfte gegenüber den seit dem 2. September 1944 von den Inseln
erfolgen, da man, so Löhr, mit Gewalt nichts erreichen konnte. 259 Der Verfall von und seit dem 10. Oktober vom Festland abrückenden deutschen Truppen (Dok . 317). Am
Wirtschaft und Währung sowie die Verelendung nahmen ungeheure Ausmaße an (Dok. 10. September telegrafierte der Leiter der Dienststelle Athen des Sonderbevollmächtigten
298, 318). Wegen der Operationen der ELAS mußte ab 1. September die gesamte Südost, Kurt Grävenitz, an Neubacher, daß die Räumung der Inseln trotz totaler alliierter
Bergbautätigkeit eingestellt werden. Die deutschen Besatzer zerstörten die Anlagen, so Luft- und Seeherrschaft wegen des passiven Verhaltens der Briten reibungslos verlaufe.
daß die Gruben längere Zeit nicht betriebsfähig waren (Dok. 316). Es sei die Schlußfolgerung gezogen worden, "daß Engländer unsere Leute ... bewußt
In dieser letzten Phase standen die Bemühungen um einen schnellen und verlustarmen herauslassen". 264 Am 10. Oktober, dem Beginn der Räumung des Festlandes, wurde im
Rückzug der Wehrmacht aus Griechenland zur Verstärkung der deutschen Kräfte in Kriegstagebuch der Heeresgruppe F das "Aufhören der Luftangriffe" der Briten im
Jugoslawien und Ungarn im Mittelpunkt der Okkupationspolitik. Dabei maß die
deutsche Führung dem militärischen Kampf gegen die ELAS weiterhin entscheidende
261 ZStA Potsdam, Film Nr. 18466, Kriegstagebuch der HGr. P, Eintragung v. 15. September 1944.
Bedeutung bei (Dok. 311). Nach Einschätzung deutscher Behörden beherrschten die 262 Zur angestrebten, teilweise realisierten politischen Breite der antikommunistischen Einheitsfront
deutschen Truppen seit Ende Juli 1944 "kein größeres zusammenhängendes Gebiet siehe auch Edgar Bonjour, Griechenland während des zweiten Weltkrieges in den Berichten der
mehr" .260 Außer mit verstärktem Terror, bei dem auch wieder in größerem Umfang Schweizer Gesandtschaft, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, Basel 1982/4, bes. S. 554ff.
263 Albert Speer, Erinnerungen, Frankfurt/Main - Berlin 1970, S. 409, sowie ZStA Potsdam, Film
259ZStA Potsdam, Film Nr. 18454.
Nr. 15370, Neubacher auf einer Pressekonferenz am 6. Dezember 1944.
uo Graevenitz an Neubacher v. 28. Juli 1944, in: ADAP, Serie E, Bd. VIII, S. 259, Do k. 136.
264 PA/AA Bonn, Sonderbev. SO, Bd. 1, BI. 8.

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gesamten Bereich der Heeresgruppe E notiert. 265 Nur die ELAS lieferte den abziehenden geraten. Nicht zuletzt, um der Balkanexpansion Deutschlands zu .begegnen, wurde
Okkupanten verlustreiche Kämpfe (Dok. 327). Angehörige der EAM/ELAS l~isteten Albanien ab 7. April 1939 von italienischen Truppen besetzt. König Achmet Zogu mußte
auch als einzige der von der Wehrmacht praktizierten Strategie der "verbrannten Erde" fliehen. Albanien wurde italienische Kolonie. 273 Am 28. Oktober 1940 bildete es die
bewaffneten Widerstand. Trotzdem erfolgten noch in großem Umfang Zerstörungen Ausgangsbasis für den italienischen Überfall auf Griechenland. Nach dem von Deutsch­
(Dok. 341, 342). land geleiteten Aprilkrieg von 1941 gegen Jugoslawien und Griechenland wurde das
Vom 2. zum 3. November 1944 verließen die letzten deutschen Truppen Griechenland. Territorium der italienischen Kolonie Albanien vor allem auf Kosten Jugoslawiens, in
Auf einigen Inseln blieben etwa 20000 deutsche Soldaten. geringem Umfang auch Griechenlands, um 50 % vergrößert.
Am Tage der Befreiung waren große Teile Griechenlands ein Trümmerfeld. Etwa 1600 Seit dem 7. Apri11939 wehrten sich die Albaner gegen Okkupation und kolonialistische
Dörfer und Kleinstädte waren zerstört, 1 Million Griechen obdachlos. 266 Das Eisenbahn­ Ausbeutung, gegen Entnationalisierung und Italienisierung. Die Gründung der Kommu­
netz war nur noch zu einem Viertel betriebsfähig,267 das rollende Material entweder nistischen Partei Albaniens am 8. November 1941 gab dem antifaschistischen Kampf neue
abtransportiert oder vernichtet. Die Mehrzahl der verkehrs technischen Bauten, darunter Impulse und eine geeinte führende Kraft. Von Anfang an orientierte die Partei auf die
fast alle Bahnhöfe und der Kanal von Korinthos,268 war zerstört. Kaum eine Hafenanlage Schaffung einer breiten nationalen Einheitsfront zur Befreiung des Landes und für einen
war noch brauchbar. volksdemokratischen Neubeginn. Im September 1942 gelang mit der Bildung der
Die Okkupanten hinterließen eine völlig zerrüttete Wirtschaft. Das Massenelend hatte Nationalen Befreiungsfront als breitem politischem Bündnis aller wichtigen antifaschisti­
beispiellose Ausmaße angenommen. Die Mehrzahl der Griechen litt während der schen Gruppen die Verwirklichung der Einheitsfrontkonzeption des Gründungs­
gesamten Zeit der Okkupation Mangel an Nahrungsmitteln. Auch nach der Hunger­ parteitags der KPA. Ein weiterer bedeutsamer Schritt auf dem Wege zur nationalen und
katastrophe im Winter 1941/42 gab es permanent, verstärkt wieder 1944, Fälle von sozialen Befreiung war die Zusammenfassung der zahlreichen Partisaneneinheiten zur
Hungertod. Unter dem chronischen Nahrungsmangel litten besonders die Kinder. Von Nationalen Befreiungsarmee Albaniens ab März 1943. Diese hatte bereits im August 1943
300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose er­ einen aktiven Mannschaftsbestand von 10000 Kämpfern, zu denen noch etwa 20000
krankt. 269 Reservisten kamen. 274
Der furchtbarste Posten in der Bilanz der Okkupationspolitik sind die etwa 91000 Opfer
von Geiselerschießungen. Weitere 30000 Griechen starben bei "Strafaktionen" gegen
Dörfer und Kleinstädte. 270 Insgesamt beliefen sich die durch Krieg und Okkupation Die Aggression im September 1943
verursachten Bevälkerungsverluste Griechenlands auf 520000 Menschen. Das waren
etwa 7,2 % der Vorkriegsbevölkerung. 271
Bereits seit Ende Juli/Anfang August 1943 wurden zur Sicherung der Häfen und
Flugplätze deutsche Truppen nach Albanien verlegt. Ausgangspunkt dafür war eine
Lagerbeurteilung des Luftwaffenkommandos Südost, in der festgestellt wurde, daß nach
Zur Okkupation Albaniens durch Deutschland (1943/44) der alliierten Landung auf Sizilien Albanien für eine Invasion alliierter Truppen besonders
geeignet sei, da es von See her leicht zugänglich ist und über eine große Anzahl zum Teil
gut ausgebauter Flugplätze verfügte. Dieser Lagebeurteilung stimmten der OB Südost
Wegen der Veränderung der strategischen Lage im Mittelmeergebiet seit Ende 1942/
und das OKW zu. Unter dem 4. August 1943 heißt es im Kriegstagebuch des OKW, die
Anfang 1943 rechnete die deutsche Führung sowohl mit einer westalliierten Landung auf
albanischen Flugplätze seien durch deutsches Bodenpersonal besetzt worden. 275 Im
der südlichen Balkanhalbinsel als auch damit, daß Italien aus der Achsenkoalition
Zusammenhang mit einer eventuellen alliierten Landung und einem möglichen Front­
ausbrechen werde. In diesem Zusammenhang rückte Albanien 1943 in den Blickpunkt der
wechsel Italiens beo bachtete die militärische Führung in Deutschland mit wachsender
Führung in Deutschland (Dok. 158).
Sorge die Tatsache, daß sich im Juli/August 1943 große Teile Albaniens bereits in den
Albanien war seit den zwanziger Jahren zunächst Ansatzpunkt, später Ausgangsstellung
Händen der Nationalen Befreiungsarmee und der antifaschistischen Machtorgane
der Expansion Italiens auf der Balkanhalbinsel. 272 Binnen weniger Jahre lar das befanden. 276
unterentwickelte, politisch wenig gefestigte Land , das erst 1912 die 500jährige os anische
Nach Verkündung der Kapitulation Italiens am 8. September 1943 besetzten Einheiten
Fremdherrschaft abzuschütteln vermocht hatte, in eine starke Abhängigkeit vo Italien
der deutschen Wehrmacht Albanien. Die italienischen Truppen wurden entwaffnet. Jene
26S ZStA Potsdam, Film Nr. 18466.

Militärangehörigen, die sich der Entwaffnung widersetzten, ihre Waffen den Freiheits-
266 Die Befreiung Griechenlands, in: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 1851 v. 31. Oktober 1944.

267 Ploetz, Geschichte des zweiten Weltkrieges, Teil 2: Die Kriegsmitte, Würzburg 1960, S. 731.
m Bernhard Tönnes, Sonderfall Albanien. Enver Hoxhas "eigener Weg und die historischen Ursprünge

268 Der Kanal wurde am 3. Oktober 1944 durch Fest.-Inf.Btl. 1008 gesprengt (Tagesmeldung der HGr.
seiner Ideologie", München 1980, S. 405ff.

E v. 4. Oktober 1944, in : ZStA Potsdam, Film Nr. 18458).


274 Zum Befreiungskampf u. a. Jorgi Sota, Der nationale Befreiungskampf des albanischen Volkes gegen

269 Die Befreiung Griechenlands, in: Neue Zürcher Zeitung, a. a. O .


die faschi stischen Okkupanten, in: Der deutsche Imperialismus und der zweite Weltkrieg, Bd. 4,

Z10 IMG, Bd. VII, S. 580, 611.


Berlin 1961, S. 305ff., sowie Berhard T önnes, a. a. 0., S. 443ff.

Z1 1 DZWK, Bd. 6, S. 783.


Z7S KTB/OKW, Bd. rrr, S. 822, 894.

212 Giovanni Zamboni, a. a. O .


276 Ebenda, u. a. S. 890, Eintragung v. 3. August 1943.

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