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Vitamin D

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 08.07.2008

PTHrP bei Wikipedia Bei frühem Brustkrebs ist der Vitamin D-Spiegel noch höher als während der Über die Umwandlung von
englisch Entwicklung von Metastasen, und parallel zum Sinken des Vitamin D-Spiegels steigt der Vitamin D in 1,25-
Parathormonspiegel, der bei Frauen mit Metastasen erhöht ist (Palmieri G 2006). Auch Dihydroxy- Vitamin D, die
Menschen mit Parathormon bildenden Adenomen, die dadurch auch zuviel Parathormon aktive Form von Vitamin D,
haben, sollen zu Krebserkrankungen neigen (McCarty 2000). Und Menschen mit die auch Calcitrol genant wird
bestimmten Formen des Bluthochdrucks sollen sowohl zu Krebs neigen als auch einen s. HolicK MF 2006
erhöhten Parathormonspiegel haben (McCarty 2000).

Menschen mit erhöhtem Parathormonspiegel sterben ganz allgemein, nicht nur bei
Brustkrebs früher (Björkman MP 2008). Das Parathormon braucht für
seine Wirksamkeit Vitamin
Jetzt könnte man annehmen, Vitamin D-Mangel führt zu einem Anstieg des D.
Parathormons im Blut, denn das Parathormon spielt im Vitamin D- und Calcium-
Stoffwechsel eine große Rolle. Gegen Vitamin D-Mangel kann man durch Sonnenbäder Ein in deutscher Sprache
etwas machen. Das funktioniert aber nur, wenn genug Magnesium vorhanden ist. Ohne vorliegender Artikel zum
genügend Magnesium normalisiert sich möglicherweise gar nichts. Siehe hier Vitamin D-Mangel: Hier wird
beschrieben, dass Vitamin D-
Diskussion Mangel bei vielen schweren
Krankheiten vorkommt. Aber
Aber es könnte auch noch einen weiteren oder anderen Grund für einen erhöhten ist er auch die Ursache dieser
Parathormonspiegel geben. Der erhöhte Parathormonspiegel könnte nämlich auf das zu Erbkrankheiten oder kann
hohe Progesteron in der Nahrung zurückzuführen sein. man mit Vitamin D-
Ergänzung etwas dagegen
Progesteron und Brustkrebs machen?
Denn Parathormon ist auch in der Schwangerschaft, also unter Progesteroneinfluss,
erhöht, wie ich hier gefunden habe (Ramos Lopez E. 2008).
Ein deutscher Artikel über das
Das könnte ein Grund dafür sein, dass man weniger mit Sonnenlicht, als durch
Parathormon- related protein
Progesteron vermeidende Ernährung auf diese Fehlentwicklung des Stoffwechsels
PTHrP von: Friederike
einwirken könnte. Beziehungsweise man muss möglicherweise diese
Heidemarie von Weyhe
Ernährungsumstellung, die Behebung des Magnesiummangels - so vorhanden - und
Sonnenbäder kombinieren, um das Parathormon, das einen frühen Tod in Aussicht
stellt, zu senken. (Studien fehlen.)

Denn man hat schon oft versucht, durch Kalzium und Vitamin D-Gabe etwas zu
erreichen. Leider nicht immer mit Erfolg.
Diskussion Vitamin D und
PTHrP
Auch bei der Knochenerkrankung Osteoporose klappt das nicht. Stattdessen werden
Bisphosphonate gegeben, die an der Krankheitsursache, dem Progesteron, aus den
Milchprodukten und dem Magnesiummangel nichts ändern.

Glutenunverträglichkeit als Ursache eines hohen Parathormonspiegels


Die Arbeit aus Saudi- Hier wird die Krankheitsgeschichte einer Frau beschreiben, die bei einer unerkannten
Arabien ist sehr wichtig, Glutenunverträglichkeit einen sehr hohen Parathormonspiegel und gleichzeitig einen
weil man sich auf die Vitamin D-Mangel entwickelt hatte. Ihre Muskelschwäche hatte sich schon so
Glutenunverträglichkeit verschlimmert, dass sie im Rollstuhl saß (Alzahrani AS 2008). Dann wurden die
einstellen kann. Glutenantikörper gefunden und sie versuchte sich in einer glutenfreien Diät. Das führte
zu einer Normalisierung des Parathormonspiegels und Gesundung.

Warum ist das für uns interessant?

Auch Frauen, die bald an Brustkrebs sterben und eine schlechte Prognose haben, haben
einen erhöhten Parathormonspiegel und Vitamin D-Mangel.

Es könnte also Sinn machen, sich bei erhöhtem Parathormonspiegel und/oder Vitamin D-
Mangel auf Glutenantikörper untersuchen zu lassen. Auch wenn man keine schlimmen
Symptome von Glutenunverträglichkeit, also Zölliakie, hat. Denn die
Glutenunverträglichkeit verläuft oft ohne Symptome. Auch diese Frau hatte keine
aufgefallenen Zöliakieprobleme, sondern man hat es nur anhand der Antikörper gegen
Gluten feststellen können.
Was könnte die Parathormonerhöhung so gefährlich machen?

Prarathormon related Protein PHTrP


Es gibt (sozusagen) zwei Formen von Parathormon. Einmal das klassische Parathormon
und einmal das normalerweise während der Schwangerschaft in der Plazenta gebildete
Parathormon-related Protein, also das dem Parathormon verwandte Protein. Das findet
sich bei Schwangeren und bei Krebspatienten (Mawer B 2008).

PTHrP kommt in der Milch vor und müsste als Protein durch Hitze (Kochen) teilweise
zerstört werden. Deshalb wurden hier Saugeferkel unersucht, die Muttermilch trinken, die
PTHrP, also Parathormon related Protein, enthält. Was bewirkt dieses PTHrP im
Saugferkel: Es fördert die Aufnahme von Calzium durch die Darmschleimhaut.

In Milch enthaltene PTHrP-Fragmente (Teile) aus der Molekülmitte werden vom Darm
absorbiert und induzieren vermutlich in Form eines Kurzzeiteffektes einen aktiven,
Vitamin-D-unabhängigen Calciumtransport. Dieser Mechanismus scheint bei Ferkeln mit
physiologischem (normalen) Calcitriolstatus nur eine untergeordnete Rolle zu spielen
(Cornelia Klein).
Calcitriol ist das aktive Vitamin D3.

Da PTRrP in der Milch vorkommt, nehmen Menschen, die Milchprodukte verwenden, es


über die Milch wahrscheinlich auch zu sich, obwohl es durch Hitze deaktiviert wird und
auch im Magen-Darmtrakt abgebaut wird.

Ob es so die Vitamin D unabhängige Calciumaufnahme stimuliert ist zweifelhaft,


außerdem müsste man wissen, wie das Kuh-PTHrP mit den menschlichen
Rezeptorproteinen zusammenarbeitet. Es könnte diese auch besetzen, ohne richtig zu
funktionieren und so die Kalziumaufnahme blockieren, ähnlich wie Tamoxifen den
Östrogenrezeptor. Aber das größere Probelm könnte sein, das PTHrP ein Proteine ist,
dass das Tumorwachstum befördert. Und es ist in der Milch. Wir nehmen es also dauernd
über die Milch auf. Viel wird schon durch die Pasteurisierung denaturiert sein. Aber es
ist ein kleines Peptid, kein Riesentumor, ob nicht doch etwas den Magen passiert und ins
Blut gerät, das weiss man nicht.

Tumorzellen produzieren PTHrP aber auch selbst, und zwar je mehr, desto
undifferenzierter sie sind. Und zwar nicht nur Brustkrebszellen, sondern auch andere
Krebsarten wie hier der Magenkrebs (Alipov GK 1997) und der Schilddrüsenkrebs
(Nakashima M 1995), ohne dass dadurch eine Hyperkalzämie verursacht wurde. Beim
Nierenzelkarzinom war die PTHrP Erhöhung mir verkürztem Überleben verknüpft
(Kamai T 2001). Typisch ist das PTHrP auch für Plattenepithelkarzinome (squamous cell
carcinomas), die von verschiedenen Organen ausgehen könnten, z. B. Haut, Bronchien,
Speiseröhre, Gebärmutterhals, Blase. In Plattenepithelkarzinomen kann die PTHrP
Synthese und Ausschüttung durch Kortisone wie Prednisolon unterdrückt werden. Aber
leider haben Kortisone andere bei Brustkrebs sehr unerwünschte Eigenschaften.

Kortisone

Und in diesem etwas späteren Experiment zeigte sich eine Unterdrückung der PTHrP
Produktion durch Hydrocortison auch nicht. Die Zellen wurden vielmehr angeregt,
PTHrP zu bilden. Am stärksten wirkte auf die PTHrP-Bildung der Transforming Growth
Factor-beta 1 (Merryman JI 1993).

In diesem Experiment galang es auch mit Calcitonin die Ausschüttung von Parathormon
zu verhindern (Rong H 1999). Das ist wichtig, um manchmal lebensgefährliche
Hyperkalzämien zu unterdrücken.

In Brustkrebspatientinnen scheint das PTHrP mit der Entstehung der Hyperkalzämie zu


tun zu haben (Martin Schulz) und mit der Entstehung von Knochenmetastasen (Loibl S
2006).

PTHrP verursacht möglicherweise auch die Appetitlosigkeit und die dann entstehende
Tumorkachexie bei sterbenden Krebskranken (Onuma E 2008).

PTHrP gehört zu den Peptidhormonen, das heißt, es besteht aus weniger Aminosäuren als
die meisten Proteine. Von diesen Peptidhormonen nimmt man heute an, dass sie während
der Entwicklung und nicht im Erwachsenenzustand eine Rolle spielen und dass sie
außerdem ziemlich lokal wirken (Sanders EJ 2008).

Hier wird gezeigt, wie das PThrP und der Interleukin-6 Spiegel in
Schilddrüsenkrebszellen durch Medroxyprogesteroneacetat oder durch Dexamethasone
gesenkt werden kann (Kurebayashi J 2003). Aber wegen der stabilisierenden Wirkung
dieser Substanzen auf Brustkrebszellen und dem unterdrückenden Effekt auf die
Immunantwort ist das problematisch.

Vitamin D Mangel bei Multipler Sklerose


Vitamin D soll auch einen immunmodulatorischen Effekt haben und bei Multipler
Sklerose (Shuster EA 2008) ebenso wie bei Brustkrebs vermindert sein.

Speziell zu Vitamin D bei MS s. van Etten E 2005.

Bei hohem Vitamin D-Spiegel scheinen Europäer weniger Multiple Sklerose zu


bekommen (Munger KL 2006).

Über den Zusammenhang zwischen der Besserung von Multipler Sklerose während der
Schwangerschaft und Vitamin D s. Elenkov IJ 2001.

Stichworte: Parathormon, Schwangerschaft, Progesteron, Magnesium, Sonnenlicht, Osteoporose, Glutenunverträglichkeit, Zöliakie, Multiple
Sklerose, Milchkonsum

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